Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Wahrnehmung'

Der Beginn einer neuen Koordinatenachse

Jeder Mensch in dieser Welt muss den Schöpfer in seinen Empfindungen enthüllen – ohne jegliche Zweifel, dass er Ihn fühlt und versteht.

Die Erkenntnis ist die tiefste und höchste Stufe unserer Wahrnehmung.

Alle meine Wahrnehmungsorgane – die Gefühle, der Verstand, die Vernunft und das Herz – müssen von einer bedingungslosen spirituellen Enthüllung erfüllt sein.

Es dürfen keine Zweifel, keine Widersprüche, keine früheren Fragen und Klärungen bleiben, ich komme zur völligen und vollkommenen Erfüllung und zum größtmöglichen Verständnis. Das gesamte vom Schöpfer erschaffene Verlangen zu genießen hat sich endgültig entwickelt und vollständig erfüllt.

Wenn der Mensch kein Bedürfnis nach einer solchen Enthüllung hat, kann er sein normales Leben weiterleben. Ich wünsche ihm von ganzem Herzen viel Erfolg. Doch wenn es ihm nicht reicht, wenn er wissen will, wofür er lebt, was der Sinn ist, muss er die Wurzel, die Quelle des Lebens enthüllen, und dafür braucht er die Wissenschaft der Kabbala.

Wenn er all diese Fragen nicht durch Religion, durch „spirituelle“ Praktiken, verschiedene Hobbys und Drogen gelöst bekommt, bleibt er leer und braucht die Enthüllung des Sinns des Lebens.

In der Natur gibt es sehr viele Erscheinungen, für deren Enthüllung ich zusätzliche Geräte brauche: Teleskope, Mikroskope. Doch es gibt auch etwas, was ich nicht in der Lage bin zu enthüllen, weil die Natur viel komplizierter ist als ich.

Und nicht weil sie in einem breiteren Bereich wirkt, wo irgendwelche Ortungsinstrumente helfen könnten. In der Natur gibt es Erscheinungen, an die ich niemals auch nur denken könnte, weil ich entsprechend den drei Achsen aufgebaut bin – so ist der innere Aufbau meines Gehirns.

Doch in mir erwacht ein Punkt, der sagt, dass alles, was ich weiß, nicht ausreicht! Und ich sehe, dass ich mich nicht mit Hilfe einer herkömmlichen Wissenschaft zufrieden geben kann. Dieser Punkt gehört einer anderen Dimension an.

Dort gibt es keine drei Koordinatenachsen, keine Zeit, keine Bewegung und keinen Ort – das ist etwas vollkommen Anderes. Und nicht einfach ein Raum mit einigen zusätzlichen Koordinatenachsen, der zusammengepresst oder ausgedehnt ist – das ist eine ganz andere Realität, ohne jegliche Verbindung mit der hier existierenden.

Und wenn ich diese höhere Realität erforschen kann, bin ich dann etwa kein Wissenschaftler? Natürlich, und was für einer!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 28.11.2010

Der strengste Richter

Solange du selbst noch keine spirituelle Erkenntnis erlangt hast, darfst du die Erzählungen der Kabbalisten nicht als Fakten, die keine Beweise erfordern, sondern nur als eine Bedingung für die eigene spirituelle Entwicklung annehmen.

Du kannst deren Beschreibungen nicht als spirituelles Gesetz gebrauchen und entsprechend diesem handeln, denn du befindest dich nicht auf einer solchen Stufe, auf der das geschrieben wurde.

Aus diesem Grund müssen wir das als Hypothesen annehmen, als Vermutungen darüber, dass in der Spiritualität wahrscheinlich solche Gesetze wirken. Doch sie betreffen nicht die materielle Welt, d.h. deinen Zustand, deine Welt.

Und selbst die Worte der Weisen sind ihre Erkenntnis, ihre Welt, sie wissen, wie man dort arbeitet, um keine Fehler zu machen. Wenn du aber anfängst, die gleichen Prinzipien bei der Arbeit zu befolgen, wirst du alle diese Aussagen in einer dir verständlichen, egoistischen Form gebrauchen – für den eigenen Egoismus und nicht für das Geben wie sie. Und in dir wird sich das in die egoistischsten Gewänder kleiden! Aus diesem Grund ist das verboten!

Jeder soll seinen eigenen „Richter“ haben, der den Menschen einschränkt und ihm sagt: nur im Ausmaß deiner eigenen Korrekturen darfst du handeln! Und man darf nicht deren Grenzen überschreiten, selbst wenn du über so etwas gehört oder gelesen hast. Doch wer liest das? – Du! Und wer hört das? – Du!

Das ist bereits durch dich hindurchgegangen und ist durch deine egoistische Wahrnehmung verzerrt worden. Woher weißt du, ob du alles richtig verstanden hast? Bestimmt hast du es falsch verstanden, denn „jeder urteilt nach den eigenen Mängeln“, und alles, was die Kabbalisten gesagt haben, nimmst du innerhalb deiner Laster wahr.

Begreifst du, inwieweit das Studium selbst bei den Kabbalisten, bei den Weisen, nur im Licht, das zur Quelle zurückführt, besteht?

Und wenn du nicht das Licht, das dich zur Quelle zurückführt und verändert und dir im Ausmaß dieser Veränderungen die Möglichkeit zum Arbeiten gibt, durch das Studium anziehst, ist es dir verboten, auch nur auf einen einzigen Ratschlag der Tora zu hören. Denn wenn du ihn über deiner Korrektur, über deiner Stufe gebrauchst, wird er dir schaden.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 29.11.2010

Der Glaube kompensiert den Mangel an Informationen

Jemand hat einst berechnet, dass es in der Welt 3.800 verschiedene Religionen und Glauben gibt, worin es sich um zwei Begriffe dreht: Körper und Seele.

Wenn wir nichts außer dem tierischen Körper empfänden, dann existierten wir genauso wie die Tiere. Das Problem liegt darin, dass wir glauben, dass es eine Seele, irgendein Leben „über dem Körper“ gibt. Der Mensch will wissen: wofür lebe ich, warum? Und obwohl uns diese Fragen auf der Suche nach den Antworten im System der Naturgesetze gegeben sind, entstehen daraus nur Mystik und die unbegründeten Annahmen, die wir als Grundlage unserer Vorstellung über die Lebensaufgabe übernehmen, als ob es das Lebensende „hier“ und seine Fortsetzung „dort“ gäbe.

Und hier beginnt uns die Frage zu quälen: wird unser Leben zu Ende gehen oder nicht? Denn wir haben eineZeitgefühl und sind auf einen gegenwärtigen Augenblick fixiert, wie die Tiere.

Wir denken an die Zukunft und wollen wissen, was in Zukunft geschehen wird! Und es ist schon eine Frage, die über Natur liegt – das heißt, wofür lebe ich und was wird nach meinem Tod geschehen? Und deshalb hat die Menschheit für sich die Glauben/Religionen erfunden, um den Mangel an Wissen/Fakten mit dem Glauben zu kompensieren, d.h. mit unbestätigten Annahmen. Wir sind uns meistens diesbezüglich nicht bewusst, aber es gilt auf allen Niveaus, im winzigsten Detail – in jedem Augenblick, in jeder Richtung und im lebenswichtigen Augenblick. Ich ergänze einen beliebigen Mangel an Fakten durch den Glauben und denke, dass es so sein wird! Manchmal erfolgt es tatsächlich, manchmal nicht, und so vergeht unser ganzes Leben. In jedem Körnchen unserer Existenz, in jedem beliebigen Teil der Zeit – Bewegung – Raum und Realität gibt es einen riesigen unbekannten Anteil:

1) den Grund, der von oben gegeben wird

2) die Folgerung, die von oben vorherbestimmt ist

3) uns, deren Leben durch den Grund und die Folgerung im engen Abstand der Empfindung des Lebens vorherbestimmt ist. Deshalb sind wir erzwungen, das Unbekannte mit dem Glauben zu kompensieren.

Und die Menschen glauben, dass es die Höhere Kraft, „den Geist“ gibt, die sich in die existierende Schöpfung einkleidet, und das Schicksal belebt und bestimmt. Das heißt „die Seele“ bestimmt das Wesen der Materie, die ihr das Leben gibt. Unserer Selbstsucht gefällt der Gedanke, dass sie der Ewigkeit gehört. Es gibt hierfür keine Beweise, aber wir möchten einfach daran glauben. Der Schutzmechanismus des Organismus wird uns nicht zulassen, darüber anders zu denken. Andernfalls, würde dieses Leben unerträglich sein. Hätte der Mensch kein Empfinden von seiner Ewigkeit, und würde er deutlich empfinden, dass sein Leben bald zu Ende gehen wird, dann könnte er nicht leben. Stellen Sie sich vor, Ihnen würde das genaue Datum ihres Todes mitgeteilt, dann wäre ihr ganzes bleibendes Leben, seit diesem Tag durchgestrichen. Denn sie werden schon deutlich begreifen, dass sie unbedingt sterben werden – kein Mensch ist in der Lage, damit umzugehen.

Dies ist die natürlichste Empfindung, die uns von der Natur aus gegeben ist – dass die Seele sich in unseren Körper einkleidet, und dass sie vor unserer Geburt und nach dem Tod leben wird, und sowohl die Belohnung, als auch die Strafe – in der zukünftigen Welt, und nicht hier erfolgen. Wir warten darauf, dass wir für alle heutigen Taten einst die Belohnung bekommen werden. Man kann dem Menschen nichts anderes beibringen, denn er wird weiterhin so denken. Wir können uns von diesen Irrtümern nicht trennen ebenso, wie wir der Selbstsucht nicht entgehen können, bis wir in die Welt der Wahrheit hinaufsteigen, und unser Körper, unsere Selbstsucht sterben wird!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“, 25.11.2010

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Ein Sohn der zukünftigen Welt

In dem Augenblick, in dem ich die Absicht „um des Gebens willen“, ohne jegliche Rückkehr an mich selbst, erlange, werde ich als ein „Sohn der zukünftigen Welt“ bezeichnet – ich trete in die höhere Welt, in die Empfindung mit der Absicht zu geben, dem Bestreben zu geben hinein.

Dann beginne ich, in meinem Geben an die Anderen (nur innerhalb des Verlangens, denn ich habe noch nichts, was ich geben könnte), in meiner Haltung ihnen gegenüber das Licht, welches mich erfüllt, das Licht Chassadim, wahrzunehmen. Diese Erfüllung ermöglicht es mir, mich von meinem egoistischen Verlangen zu lösen.

Es verschwindet nicht, doch ich löse mich davon, erhebe mich darüber, nicht dieses Verlangen, sondern die Verlangen der Anderen gewinnen an Wert für mich – genauso wie das Verlangen des Neugeborenen für eine Mutter am Wichtigsten ist und sie sich vollkommen der Fürsorge für das Kind widmet. Doch ihr wird das von Natur aus gegeben, und wir erreichen eine solche Haltung den Anderen gegenüber mit Hilfe des höheren Lichts.

Auf diese Weise enthülle ich die höhere Welt. Und weil ich mich von mir selbst abschalte und in den Verlangen von den Anderen, ohne jegliche Verbindung zu mir selbst lebe, erreiche ich einen Zustand, der „Freiheit vom Todesengel“ genannt wird, wenn mein Verlangen, in dem ich früher mein Leben wahrgenommen habe, nicht mehr als die mich belebende Quelle in mir empfunden wird. Es belebt mich nicht. Ich nehme das Leben in der Erfüllung von fremden Verlangen/Kelim wahr, denn sie sind zu meinen geworden.

Die Freiheit vom Todesengel bedeutet, dass mein Verlangen, selbst auf der untersten primären Stufe, die mir als mein Körper vorkommt, aufhören kann zu leben, selbst jenes minimale, es belebende Leuchten „Kista de Chajuta“ zu empfangen, und ich fühle nicht, dass ich dadurch etwas verliere. Ich identifiziere mich nicht mehr damit. Denn ich habe ein anderes Kli, genannt „Seele“, erlangt.

Diese fremden Verlangen, die ich als meine wahrnehme, werden als Gefäß/ Kli meiner Seele bezeichnet. Und die Erfüllung in diesen Verlangen ist die Erfüllung mit dem Licht NaRaNCHaY, dem Licht meiner Seele. Dort treffe ich mich mit der höheren Kraft, mit der Wurzel von allem – und das bedeutet, dass ich die Verschmelzung mit dem Schöpfer erreiche.

Dann begreife ich, dass jene kleine Empfindung in meinem egoistischen Verlangen, mit der ich meinen Weg begonnen habe, lediglich eine Illusion war, in der ich leben und existieren musste, um in diese allumfassende gebende Realität hinauszugehen.

Und die frühere Realität war nur eingebildet, existierte lediglich in meiner Illusion wie in einem Traum. In Wirklichkeit gibt es sie nicht, denn das Verlangen zu genießen hat keinen Ort. Diese imaginäre, eingebildete Welt verschwindet wie ein Traum.

Auf diese Weise kommen wir einem anderen Verlangen näher. Und jedes Mal gewinnt der Mensch Erkenntnis innerhalb von fremden Kelim, die zu seinen eigenen werden. Und darum steht geschrieben: „Der Mensch lernt dort, wo sein Herz ist“ – an jenem Ort, in jenen Verlangen enthüllt er das ewige, vollkommene, höhere Leben.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 26.11.2010

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Indem du dich selbst veränderst – veränderst du die Welt

„Der Punkt im Herzen“, der weder eine Form, noch eine Richtung hat, gleicht einer spirituellen „Grundzelle“, aus der ich mich folglich frei erschaffen kann.

Es ist das Ende des Seils, das mir aus dem Endzustand zugeworfen ist, den ich später erreichen soll. Daraus entwickle ich alles entsprechend meiner freien Wahl.

Die ganze Realität wird auf mich und die Außenwelt geteilt. Und wenn ich weiß, wie die äußerliche Realität richtig anzuwenden ist – dann kann ich mich verändern, und dadurch meine freie Wahl realisieren. Die Freiheit besteht nur darin, sich selbst – und nicht die Welt zu verändern! Denn die Welt ist ein Abdruck meiner Eigenschaften.

Ich muss nur wissen, wie meine Eigenschaften zu korrigieren sind, wie die Kombination dieser natürlichen Anfangseigenschaften in mir zu verändern ist. Hierfür wurde mir das „Kli“ (das Instrument), der Hebel, „der Hebekran“ gegeben – wodurch ich mich erheben und verwandeln kann! Dann wird sich die ganze Realität verändern. Ich werde sehen, wie sich alles verändert hat – als ob ich in einer neuen Welt geboren worden bin.

Verändere ich auf diese Weise meine Einstellung zur Realität oder die Realität an sich? Ich verändere die Realität! Denn die Realität ist das, was sich innerhalb meiner Empfindungen befindet …

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Freiheit des Willens“, 26.11.2010

Koste die zukünftige Welt heute noch

Wir können uns noch nicht einmal vorstellen, wie wir leben würden, wenn wir uns einfach als Tiere wahrnehmen würden.Doch die Menschheit hat die Religion/den Glauben, der ihr hilft, ihren Egoismus ein wenig zu zügeln. Und alle diese Glaubensrichtungen basieren auf einem Gedanken – auf dem Gedanken an die Existenz des Lebens nach dem Tod. Doch die Wissenschaft der Kabbala sieht es nicht so. Es gibt einen Zustand, in dem wir jetzt existieren und der „Tod“ heißt, und es gibt einen anderen Zustand, der „Leben“ heißt. Nun die Frage: also ergibt sich daraus, dass mein Dasein in dieser Welt einmalig ist und danach nichts übrig bleibt? Doch was kann zurückkehren? Was hast du, was zurückgekehrt werden könnte? Der Körper ist tot und hat die Kraft verloren, die ihn sich bewegen lies, als ob der Motor plötzlich stehengeblieben wäre… Nun die Frage: Wo ist nun diese Kraft hingekommen? Denkst du, sie ist irgendwohin zurückgekehrt, nach oben, zu „ihrem Platz“? Nein, die Moleküle haben einfach aufgehört, zu funktionieren. Gab es an denen etwa irgendwas Spirituelles? Woher habt ihr auf einmal solche Phantasien? Doch das ist der Glaube, von dem die ganze Welt lebt – zumindest gibt es einen Trost, dass es auch nach dem Tod etwas gibt. Doch warum steht es in den kabbalistischen Büchern geschrieben, dass, wenn wir uns in diesem Leben nicht korrigieren, wir wieder in diese Welt zurückkehren und so immer wieder geboren werden? Es ist wirklich so, man muss nur klären, was das bedeutet! Der Glaube bedeutet in der Kabbala die Erkenntnis – die spirituelle Welt zu sehen und zu fühlen, wie es geschrieben steht: „Kostet und sehet, dass der Schöpfer gut ist“. Ich „schmecke“ Ihn ab, mit allen Sinnesorganen, so dass „alle Knochen sprechen werden“! Das ist kein Glaube, das ist die realste Empfindung, die es nur geben könnte.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 25.11.2010

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Vom Punkt bis zum Schöpfer!

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn es niemanden außer dem Schöpfer gibt und ich nicht existiere, wie kann ich Ihn darum bitten, wie Er zu werden?

Meine Antwort: Du bittest den Schöpfer, genauso wie Er zu werden, gerade ausgehend davon, dass du nicht existierst, dass alles Er ist. Später wirst du ebenfalls den Punkt deines Ichs enthüllen.

Du hast lediglich einen einzigen unabhängigen Punkt, den Er dir gegeben hat, – den Punkt im Herzen, damit du von diesem Punkt an beginnst, deine Unabhängigkeit aufzubauen.

Deine Unabhängigkeit besteht genau darin, dass du von Ihm verlangst, genauso wie Er zu werden. Dann beginnst du zu bitten, zu fordern, Ihm ähnlich zu werden, über Seine Kräfte zu verfügen – dann wird alles, was du von Ihm empfängst, auf deine Rechnung gehen.

Denn du hast dieses Verlangen zusammengesetzt und es realisiert. Genau das wirst du sein. Und alle deine irdischen Verlangen und Eigenschaften zählen überhaupt nicht, als ob sie gar nicht existieren würden.

Fortsetzung der Frage: Doch damit ich den Höheren um Hilfe bitten kann, muss ich wissen, wer Er ist. Wie baue ich in mir jenes Abbild des Schöpfers auf, an das ich mich richten soll?

Meine Antwort: Das Abbild des Schöpfers wird aus deinen Fragen, Bitten und Widersprüchen aufgebaut. Das ist eine Form, die dem Schöpfer entgegengesetzt ist und in der sich Sein Abbild allmählich enthüllt.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 16.11.2010

Gibt es noch jemanden?

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn es niemanden, außer Ihn gibt, warum soll ich dann am Kongress physisch teilnehmen, mich mit allen verbinden, sie alle zu lieben?

Meine Antwort: Damit man zur Wahrnehmung der wahrhaften Realität in den Empfindungen kommt.

Genau deshalb sollst du ankommen und verstehen, dass wir alle existieren, du sollst alle Handlungen erfüllen, damit wir „aufhören, weiterhin zu existieren“.

Eine Frage, die ich erhielt: Aber Sie sagten doch eben, dass es hier niemanden gibt…

Meine Antwort: Dies aber habe ich gesagt! Und du sollst selbst ein solches Begreifen erlangen, sich darin überzeugen, dass es hier niemanden, außer Ihn gibt. Dann wirst du selbst zur Malchut der Welt der Unendlichkeit…

Aus der 6. Lektion des Kongresses, 10.11.2010

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Ersetze die Brille, und du wirst sehen…

Was bedeutet es eigentlich, die Unendlichkeit zu erreichen? Wenn ich die Unendlichkeit erreiche, dann verwandle ich mich in Malchut der Welt der Unendlichkeit – ich schließe somit alles ein.
Denn „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“ bedeutet, dass alles, was ich sehe und außen empfinde, zur unzertrennlichen Komponente meiner Seele wird.
Meine Seele bekommt all jene Teile zurück, die von ihr entfernt waren, so dass sie zur ganzen, vollkommenen Seele wird.

Und alles, dass mir außen zu existieren scheint: die unbelebten Objekte, (stelle dir vor, du würdest alle Sterne verschlucken!) – sind Bestandteile des unbelebten Niveaus deines egoistischen Wunsches, alle Pflanzen – des Pflanzenniveaus, die Tiere – des tierischen Niveaus.

Als ob der Abdruck deines egoistischen Wunsches dir gezeigt hätte, dass sich all die Objekte außen befinden würden.
Aber kaum beginnst du, das Organ des Gebens, die Eigenschaft des Gebens zu enthüllen, so wirst du alles in deinem Inneren empfinden. Sie sind – deine Bestandteile!
Und du wirst sie gerade auf diese Weise fühlen! Solange du aber innerhalb deines Egos lebst, ist es schwierig, das Gesagte zu verstehen!

Physiker behaupten, dass sogar infolge der Anschauung irgendwelchen Objektes, wird ihm ein gewisser Defekt zugetragen.

Und deshalb siehst du nicht das wahrhafte Bild, sondern den Mittelwert aus deinen Eigenschaften und dem wirklichen Wesen des Objekts.

Denn alles, was du siehst, wird von dir, entsprechend deinen Eigenschaften wahrgenommen. Alles hängt von deinen Sinnesorganen ab, von dem, wie du „das Gesehene“ entzifferst.
Aber irgendwann Einmal, infolge der langen Überlegungen, Fragen und Klärungen, wirst du plötzlich fühlen, dass die wahre Realität anders ist. Du wirst sie unter einem anderen Winkel betrachten und verstehen, dass nur diese Vision real ist. Du wirst eben die Brille ersetzen…
Aus der 6. Lektion des Kongresses, 10.11.2010

Der Lügner, der sich selbst belügt

Die Wahrnehmung der Realität, welche wir in der Wissenschaft der Kabbala studieren ist sehr subjektiv: sie wird nur bezüglich uns, bezüglich unserer Sinnesorgane wahrgenommen.

Und außer ihnen gibt es keine Realität, die existiert. Wir nehmen sie in Form der Fotografie am Bildschirm wahr, der sich im „hinteren“ Teil des Gehirns befindet, als ob etwas außer uns, draußen existiert.

Laut dem Buch Sohar, sehe ich die Teile meines Wunsches, das Maß ihres Unterschiedes vom Licht: inwiefern mein Wunsch des Erhaltens sich von der Eigenschaft des Lichtes (des Gebens) unterscheidet.

Unser allgemeiner Wunsch, das einzige Geschöpf, war anfangs im Zustand „der Unendlichkeit“, und stieg folglich aus dieser Eigenschaft „der Unendlichkeit“ in die Eigenschaft „Diese Welt“ herunter und ging durch das so genannte „Zerbrechen“ hindurch – die Veränderung seiner Eigenschaft vom Empfangen zum Geben.

Infolge des Zerbrechens wurde die große Seele in 600 000 einzelne Seelen geteilt, und später auf noch eine größere Menge der Einzelteile, die in „Unsere Welt“ – in die egoistische Eigenschaft geraten sind. Deshalb scheint es uns so zu sein, dass es uns vielfach gibt, aber in Wirklichkeit sieht jeder von uns nur die Teile seiner Seele.

Wir lernen, dass die Seele zehn Sefirot einschließt. Sie werden in G“E und АCHAP geteilt. Dabei besteht G“E aus den Sefirot Keter, Chochma, Bina, Chessed, Gwura, Tiferet – aus den Wünschen des Gebens, und АCHAP – aus Nezach, Hod, Jessod, Malchut – aus den Wünschen des Empfangens.

Somit nehme ich die Wirklichkeit mittels dieser zehn Wünsche, Gefäße wahr. Das, was ich innerhalb G“E wahrnehme, bin ich. Und das, was ich innerhalb ACHAP wahrnehme, ist die scheinbare, äußere Welt.

Eigentlich geschah in meinem Inneren nur der Bruch zwischen den Gefäßen G“E und АCHAP. Infolge dieses Bruches, empfinde ich die größten Wünsche, die mir die größten Genüsse bringen sollten, als die fremden, zum Beispiel als andere.

Sie alle sind die Wünsche meines ACHAP, und mich selbst fühle ich in G“E meiner Seele. Und in meinem Ego sorge ich mich ständig um diesen Teil, d.h. alle meine Berechnungen sind auf den eigenen Vorteil gerichtet.

Und den Teil, der sich zu АCHAP bezieht, fühle ich als den fremden Teil, ich bin sogar bereit mit ihm alles Mögliche zu machen, nur um daraus einen Vorteil für mich selbst zu ziehen.

Somit belüge und bestehle ich ständig nur mich selbst, aber ich begreife und fühle es nicht.

Wenn der Mensch beginnt diese Tatsache zu begreifen, dann erlangt er eine große Enttäuschung.

Deshalb ist die Methodik der Kabbala darauf gegründet, dass wir uns vereinigen müssen, wobei diese Vereinigung nicht gerade auf dem materiellen Niveau (zwischen mir und ihnen) geschehen soll.

Die ganze Methodik ist darauf gerichtet, die Seele zu verbinden und zu korrigieren, d.h. diese zwei Teile in meiner Wahrnehmung zusammen zu führen.

Somit sollen diese zwei Teile, der äußere und der innere – ein Ganzes werden. Folglich wird dem Menschen klar, dass es außer ihm nichts mehr gibt, und dass das was ich außen und innen sehe, mein „ich“, mein Wunsch ist.

Aus der 2. Lektion des Kongresses, 09.11.2010

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