Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verlangen'

Leben und Genuss, Teil 2

Das spirituelle Gegen-Mittel

Frage: Was ist so schlecht daran, wenn man sich nach dem ultimativen Vergnügen sehnt und warum gibt es so viele Probleme und Leiden in dieser Welt?

Antwort: Das Problem ist, dass jeder auf Kosten eines anderen Freude empfängt. Bekomme ich Genuss für mich, nehme ich die Freude einem anderen weg, ich stehle sie und begrenze sie auf irgendeine Art.

Dies ruft Krieg zwischen den Menschen hervor. Außerdem sind wir mit dem Übel der egoistischen Natur geschaffen; wir möchten mehr Vergnügen haben, speziell mehr als die anderen. Genuss auf Kosten der anderen zu erhalten ist weitaus größer. Denken Sie daran, wie wir uns auf der Straße verhalten. Wir nehmen uns gegenseitig die Vorfahrt weg und lassen den anderen nicht vor. Kann eine Minute schneller zu sein so lebenswichtig erscheinen? Mitnichten, wir freuen uns nur, wenn wir dem anderen voraus sind. Das ist unsere böse Neigung. Es ist nichts Schlechtes daran, für sich selbst zu genießen, es ist typisch für jedes Tier. Wie auch immer, eine Person hat besondere Freude daran, sich auf Kosten anderer zu erheben und sie zu unterdrücken; doch dies zerstört unsere Gesellschaft und deshalb hat unsere Welt solche Krisen.

Frage: Es gibt doch aber viele Menschen, die sich für eine gute Gesellschaft selbst aufopfern.

Antwort: Sie schauspielern für ihr Verlangen zu empfangen, für nichts anderes. Sie verstehen nur die wahre Motivation ihrer Handlungen nicht. Wenn wir den Menschen die Freude wegnähmen, die sie empfinden, wenn sie anderen helfen, könnten sie nicht die kleinste Handlung ausführen. Wenn eine Mutter auf einmal keine Freude mehr an ihrem Baby hätte, würde es verhungern.

Alle Angelegenheiten folgen nur diesem einfachen Prinzip. Es gibt vieles, das „spirituell“ genannt wird, aber nicht von uns gefühlt wird. Es folgt einem anderen Prinzip: Vergnügen und Genuss zu geben anstelle zu empfangen. Die Spiritualität basiert darauf, Freude zu geben und nicht Freude zu empfangen. Das ist Antimaterie und die umgekehrte Welt. Die spirituelle Welt existiert; sogar die gewöhnliche Wissenschaft entdeckt einige Grenzphänomene, die wir mit unseren Werkzeugen noch nicht „messen“ können. Eine Person kann insbesondere durch die Wissenschaft der Kabbala das Gefühl für die Höhere Welt oder die Antimaterie erreichen. Durch spezielle Übungen können wir unsere alten Angelegenheiten zu neuen Angelegenheiten umwandeln, indem wir ein Verlangen zu geben anstatt ein Verlangen zu nehmen entwickeln; dann können wir das Geben genießen anstatt das Nehmen.

Vom Israelischem Radioprogramm 103FM, 11/29/15

Hirnforschung

Kommentar: An der Universität von Tel Aviv wird eine Studie geleitet, die zu dem Schluss gelangte, dass es keinen Unterschied zwischen dem männlichen und dem weiblichen Gehirn gibt.

Antwort: Sicher, da das Gehirn einer Maschine, einem Computer gleicht. Es gibt keine Unterschiede zwischen den Strukturen vom männlichen und weiblichen Gehirn. Alles hängt von dem Verlangen, oder wie sie sagen, vom Herz ab. Das Herz ist nur ein Motor, eine Pumpe. Das Verlangen einer Person findet man nicht in einer physikalischen Formel.

Es gibt in unserem Körper keinen Urheber für Verlangen, dies wird außerhalb von uns gefunden, der Körper ist der Empfänger, welcher das Verlangen aufnimmt, den Prozess einleitet und auf eine spezielle Art reagiert. Männer erhalten eine eigene Art des Empfangens und Frauen eine andere, in dieser Weise werden ihre Hirne aktiviert. In sich selbst haben ihre Gehirne keine Unterschiede.

Verlangen entsteht durch ein Netzwerk zwischen uns, wir fühlen es jedoch nicht. Alle unsere Aktionen funktionieren so:  mentale, physische, moralische, ethische usw.. Alle unsere Reaktionen, auf allen Ebenen gehen auf dieses Netzwerk zurück. Ich bekomme Stimuli von diesem Netzwerk, reagiere darauf und diese Reaktionen gehen wieder zum Netzwerk. Das Problem ist es, wie wir die Signale die uns erreichen, akzeptieren und begreifen können, wie wir auf sie richtig reagieren und sie korrekt weiterleiten können.

Wenn ich das schaffe, kann ich das Netzwerk als eine neue Welt empfinden, eine höhere Welt enthüllen. Die Wissenschaft der Kabbala spricht sehr präzise darüber, wie man dieses System korrekt benützen und regeln kann. Die Kybernetik der Zukunft ist die Weisheit der Kabbala.

(171965)

Das Gebot Parzufim Aba we Ima zu respektieren

Frage: Was bedeutet konkret jedes einzelne der zehn Gebote aus der kabbalistischen Sichtweise: „du sollst nicht stehlen, nicht töten“ usw.?

Antwort: Die wahre Bedeutung der zehn Gebotet, die uns als einfache moralische Befehle dargestellt werden, verstehen wir nicht.

Das Gebot „achte deinen Vater und deine Mutter“ symbolisiert eigentlich die Verbindung Parzufim SoN (Seir Anpin und Nukwa) und Aba we Ima (Höherer Vater und höhere Mutter).

Das Gebot „du sollst nicht stehlen“ ist das Verbot, die  Verlangen zu genießen eigennützig zu verwenden, was als Diebstahl bezeichnet wird. Wen beraubst du? Das Licht, den Schöpfer.

Alle zehn Gebote betreffen den richtigen Einsatz des Verlangens zu genießen. Es handelt sich um die Beschränkungen, die man in Malchut begehen muss. Diese Beschränkungen heißen: Schirm und das reflektierte Licht. Infolge dieser Beschränkungen von Malchut können sie ein Gewand für die Sefirot werden, weshalb sie auch als zehn Reden bezeichnet werden.

Die Rede ist das, was im Mund von Parzuf (in pe de Rosch) aufkommt. Diese Handlungen werden in der Welt Azilut erzeugt.

Erst wenn wir zu einem Menschen mit einem Herzen werden, bekommen wir diese Gebote. Vorher können wir sie nicht hören. Man muss sich auf der Stufe Bina befinden, um über das Gehör zu verfügen, das fähig ist, zehn Gebote vom Berg Sinai zu empfangen.

Zuerst muss man in der Periode der Vorbereitung die Vereinigung zu einem Menschen mit einem Herz erreichen und dann die Gebote studieren. Ohne dies besitzen wir keine Instrumente, um sie zu verstehen.

Während des Studiums gibt es jeden Tag neue Verwirrung und ein neues Verständnis. Du stellst die Frage und danach wirst du hundert Mal verwirrt, um dich in den Zustand zu bringen, den du befragtst. Alles hängt von den Gefäßen ab.

Frage: Aber diese Gebote gelten doch in der materiellen Welt auch: „du sollst nicht töten, nicht stehlen“?

Antwort: In unserer Welt muss man dasselbe machen, was im spirituellen Sinn geschrieben ist. Aber die Korrektur der Seele erfolgt in der Spiritualität. Jedoch sind wir verpflichtet, die richtige Umgebung in der materiellen Welt zu finden, um darin die spirituelle Korrektur zu erreichen.

Vor allem muss man verstehen, dass „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“  das Hauptgebot der Tora und die Grundlage aller Korrekturen ist. Das heißt alle Korrekturen, alle in der Tora beschriebenen Details sind nur eine Erklärung dessen, wie man den Zustand der Nächstenliebe einhalten kann.

Meine Beziehungen zu den Freunden, zur Außenwelt und allen spirituellen Welten sollten nur die Liebe widerspiegeln – und zwar in dem Maße, in welchem ich mich selbst liebe. Das ist alles! Jede meiner Handlungen soll dieser Gedanke begleiten, dass ich alles für die Nächstenliebe tue. Und diese Liebe ist in Wirklichkeit mein Verlangen, das mich verpflichtet so zu handeln – anderenfalls ist das kein Gebot. [136546]

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 03/06/14

Frage und Antwort zu den verschiedenen Seiten des Machsoms

Es ist wichtig zu verstehen, aus welchem Blickwinkel heraus die Frage gestellt ist. Sie verweist auf die Situation, in der du selbst stehst und gibt auch einen Hinweis darauf, ob du in der Lage bist, ihre Quelle zu verstehen. Ich denke nicht, dass es in deinem Zustand möglich ist, die richtige Antwort auf deine Frage zu finden. Unterhalb des Machsoms ist es unmöglich.

Die ganze Realität steigt von oben herab nach unten, alles befindet sich oberhalb des Machsoms. Unterhalb des Machsoms befindet sich die vorgestellte Welt. Wir sehen hier nur eine verzerrte Projektion der spirituellen Welt, die es unmöglich ist, zu verstehen. Du hast die gleiche Wahrnehmung, wie alle übrigen Menschen, die ihre materiellen Verlangen erfüllen wollen, sei es Ernährung, Sex, Familie, Geld, Macht oder Wissen.

Im Gegensatz dazu lernst du im Studium, dass das Geben erwünscht ist. Auf der einen Seite stellst du die Frage, auf der anderen willst eine Antwort darauf finden. Das wird uns so lange nicht gelingen, bis dieses Bild nicht zu einem einheitlich Ganzen vereint ist: entweder unterhalb des Machsoms oder oberhalb. Aber es ist nicht erlaubt, Fragen darüber zu stellen, was oben geschieht. Deshalb gibt es auch keine Möglichkeit, auf solche Fragen zu antworten. [131503]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 31/03/14

Ein unendlich langer, gedeckter Tisch

Frage: Warum ist der Aufstieg ein Weg der unendlichen Schläge: der Mensch bemüht sich und zieht das Licht heran, welches seinen Zustand noch mehr erschwert?

Antwort: Erstens ist dieser Weg nicht unendlich. Und zweitens hängen die Schläge davon ab, wie ich sie wahrnehme. Warum ist es unmöglich, diesen Weg eigenständig zurückzulegen? Nicht, weil es mir an Unterstützung fehlt, sondern deshalb, weil ich kein Fernglas habe, in welchem ich die Zukunft sehen könnte. Somit ist immer das äußerliche Instrument notwendig.

Es sind keine Schläge! Ich sollte jeden Schlag als Möglichkeit für den Aufstieg empfinden. Wie es im Psalm Davids № 23 gesagt wird: „Du bereitest mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.“ Wenn ich vor mir den gedeckten Tisch mit allerlei Gerichten sehe, dann nehme ich das Gefühl des Hungers wie einen Segen wahr. Alles hängt von der Vorbereitung, der Unterstützung, von jenen Instrumenten ab, mit deren Hilfe ich die Zukunft sehen kann.

Dies eben wird als Unendlichkeit bezeichnet.. Die unendliche Füllung tritt nicht ein, wenn ich satt bin und keinen einzigen Bissen mehr aufnehmen kann. Dieser Weg ist wirklich unendlich, aber in positivem Sinn. Unendlichkeit bedeutet, dass ich ein unendliches Gefäß und  unendliche Füllung habe.

Wenn ich solch eine Korrektur erreicht habe, dass ich jedes Mal mehr und mehr Gerichte probiere, die der Gastgeber für mich vorbereitet hat: gibt es noch einen weiteren Kilometer des gedeckten Tisches. Dementsprechend wächst mein Hunger und mein Appetit die ganze Zeit an, deshalb genieße ich die Empfindung des Hungers, und die Füllung, die zusammen kommen. Das wird eben als Welt der Unendlichkeit bezeichnet.

Das heißt, alles hängt von der Grundlage ab, die ich mir vorbereite. Ich kann mich so vorbereiten, dass ich mich über das Gefühl des Hungers freuen werde. Ich weiß, dass ich jetzt hungrig bin, aber in einer Stunde das Mittagessen bekommen werde, das ich mit Appetit aufesse. Ich muss  mir selbst so eine Impression vorbereiten, dass der Hunger notwendig ist, weil ich mich bald an den Tisch setzen werde, und zwar zusammen mit den Freunden. Und deshalb leide ich nicht unter dem Gefühl des Mangels, weil er ein Bestandteil der Füllung ist. Innerhalb dieses Hungers beginne ich schon die neuen Details herauszufinden, wie ich später genießen werde.

Wenn der Mensch alles sofort bekommt, ohne Mangel zu empfinden, dann wird er keine Empfindung der Füllung haben. Wir sind die Schöpfung, und wir brauchen diese Dunkelheit damit aus dem Kontrast das Licht unterschieden wird. Aber die Dunkelheit kann sehr kurzfristig empfunden sein, um alles andere aus der Liebe aufzuklären. Angenommen, ich würde das Treffen mit dem einstigen Freund erwarten, und erfahren, dass es jetzt unmöglich ist. Und ich beginne, mich an alle unsere Treffen zu erinnern, ich stelle  mir unsere Gespräche vor.

Ich vergrößere diesen winzigen Punkt, den minimalen Wunsch, den leichten Hunger – entwickle alles selbst. Deshalb sind die Schläge nicht nötig. In mir wird sogar die Empfindung des Mangels positiv, erwünscht sein. Ich genieße schon den Vorgeschmack der Zukunft, genieße diese Erwartung. Mein Mangel verwandelt sich in einen Genuss, worin ich das umgebende Licht empfinde, das von weitem leuchtet.

Deshalb schreibt Baal HaSulam, dass er sich über die offenbarten Sünder freut, weil er seine Erwartung mit den schönen Hoffnungen ausfüllt. Wenn es heißt, dass „das Licht die Finsternis schafft“, wird nicht gemeint, dass es in uns eine schlechte Empfindung schafft. Wir segnen die linke Linie: unreine, dunkle, schlechte Linie  – küssen den uns schlagenden Stab. Vor uns können die schrecklichsten Gefahren entstehen, aber wie gesagt wird: „Wende deinen Blick, und sie werden sich in einen Haufen Knochen verwandeln“. Auf dem ganzen spirituellen Weg begleitet uns die Vollkommenheit. [124428]

Auszug aus der Vorbereitung zum Kongress, 31/12/13

Kannst du für jemanden anderen zu Abend essen?

Frage: Ich verstehe nicht, wie ich die Absicht im Bezug zu körperlichen Verlangen verändern kann. Wie kann ich für jemand anderen zu Abend essen? Sollte ich das zuerst verändern? Ich höre so oft, dass wir unsere körperlichen Verlangen nicht anrühren sollten….

Antwort: Deine Verlangen sollst du keineswegs verändern, sondern deine Absichten. Warum nicht? Weil ich mein ganzes Leben der Erlangung des höheren Zustandes widme und in weltliche Umstände verwickelt zu sein, dient einzig und allein der Korrektur meiner Absichten.

Die Reshimot (Erinnerungen) steigen ab in unsere Welt, damit wir in ihnen arbeiten können. Zur selben Zeit sind unsere Absichten ein Minus, während eine Handlung immer eine Kombination aus Minus und Plus sein muss.

Du sagst: „Ich liebe es zu essen, ich liebe ein Mädchen, ich liebe es mit Freunden in einer Bar zu sitzen oder ein Fußballspiel anzusehen, etc.“

Es stimmt, du liebst all das. Das sind deine Verlangen, also warum kannst du sie nicht in der richtigen Absicht benutzen um dem Ziel näher zu kommen? Zurückzukehren in diese Welt, aber nicht auf dem selben Niveau wie du in die Reshimot gefallen bist, sondern um zur Welt von Ejn Sof (Unendlichkeit) hinaufzusteigen auf der spirituellen Leiter.

Warum denkst du, dass du das nicht tun kannst? Durch deinen Aufstieg von einem Level der Reshimo zu einem anderen vervollständigst du bereits eine gute Reinkarnation und lebst dadurch nicht umsonst.

Du kannst das Ende der Korrektur in diesem Leben erreichen, das ist  in unserer Zeit möglich.

Selbst wenn du noch eine “Runde machen” musst, wirst du das nächste Mal bereits in einem anderen Zustand sein, auf einem anderen Niveau. In unserer Zeit sind wir in Zuständen die uns das Ende der Korrektur ermöglichen. Das ist das Ziel!

Wir sollten daher nicht denken, dass „ tausende einen Raum betreten und nur einer zum Licht gelangt.“ Das ist nicht mehr wahr. Du solltest dir keine Sorgen darüber machen, dass du gewisse negative Bedrängnisse erfährst, wie es dir scheint. Wenn du dich darauf konzentrierst deine Absichten zu korrigieren, solltest du dir gleichzeitig um nichts Sorgen machen. Setze einfach fort dich selbst zu fragen, ob du die Handlungen die du machst für dich selbst oder für jene mit denen du handelst machst. Ist es gegenseitige Kooperation mit den Freunden, mit einer Frau, etc. Wenn es gegenseitig und verbunden ist, ist es gut. [123410]

Auszug aus der ersten Lektion des Virtuellen Kongresses in Moskau „ Einheit ohne Grenzen“, 13/12/13

Von der „Verbundenen Gesellschaft“ hin zur Enthüllung des Schöpfers

Ich erwarte keine dramatischen globalen Ereignisse bis zum Herbst 2014, obwohl sich in diesem Jahr viel Übel offenbaren wird. Die Menschheit hat selbst sich eine Vielzahl von „Blasen“ angesammelt – Gift, das neutralisiert werden muss.

Dieser Prozess wird 2014 beginnen; dennoch haben wir noch Zeit, die wir effizient nutzen sollten, um uns so schnell und so gut wie möglich darauf vorzubereiten.

Wir alle müssen im Bereich der Integralen Erziehung aktiv werden. Es genügt nicht, „nur“ die Kabbala zu studieren. Wir studieren sie nun seit 15 Jahren – doch nun ist die Zeit für diese Methode gekommen und das verpflichtet uns zum Handeln.

Bisher haben wir uns nicht mit der praktischen Anwendung der Kabbala beschäftigt. Genauso wie die gesamte Menschheit durchliefen wir in der Vergangenheit alle Stufen der Vorbereitung. Doch ab 2014 beginnen wir, das Schöpfungsprogramm an uns selbst praktisch umzusetzen. Wir werden daher Gruppen bilden, um das Prinzip der Nächstenliebe in der Welt zu implementieren.

Wir nennen dies „Integrale Methode“, obwohl es für uns das Gleiche ist wie die Kabbala. Wir nutzen dazu dieselben Anleitungen von Baal HaSulam und Rabash – nur passen wir sie an die höheren, weniger „groben“ Verlangen zu empfangen an.

Durch diesen Ansatz erreichen wir ein angenehmeres Gefühl auf einer niedrigen Spirituellen Stufe – eine Art „Verbundene Gesellschaft“, ein bisschen Egoismus und ein bisschen Gutes. Das ist aber noch nicht der Schöpfer, eher ein Übergang vom Negativen (-) zum Positiven (+) und nicht mehr.

Die Weisheit der Kabbala beinhaltet alle anderen Ebenen in sich selbst; zuerst sehnst du dich nach Verbindung und enthüllst deine böse Neigung, die der Verbindung entgegen steht. Danach erhebst du dich im Ausmaß deiner Anstrengungen für die Verbindung zur guten Neigung. Das nennt sich „Wissenschaft der Kabbala“ oder die „Enthüllung der Göttlichkeit“.

Daher variieren die Integrale Methode und die Weisheit der Kabbala in ihrer Breite. Die erste geht der zweiten voraus – es gleicht der Öffnung einer Tür für die Massen; und dann sehen wir, wie die Menschen eintreten.

Dies wird stufenweisen geschehen – genauso wie wir mit ihnen die Struktur des Systems der Vorsehung studieren, die spirituellen Welten, die innere Natur des Menschen, Wünsche und Neigungen – und  auch die Methode, mit ihnen umzugehen, Einschränkungen, den Schirm und das Reflektierte Licht.

Im Allgemeinen entwickeln wir uns durch Psychologie und wenden uns langsam der Sprache der Kabbala zu – doch moch immer im Kontxt mit unseren Verlangen, Interaktionen etc.

Die Menschen werden lernen, wie wir die Verbindung unter uns herstellen und wie wir darin die Kraft enthüllen, die uns das ermöglicht. Es spielt keine Rolle, ob wir sie „Schöpfer“ oder vielleicht den „Integralen Faktor“ nennen. Ich sehe keinerlei Probleme in dieser stufenweisen Hinwendung zur Kabbala. Wir müssen uns nur an die Arbeit machen. [123819]

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Baal HaSulam, 23/12/13

Unter einer Decke stecken

Frage: Warum wird das umgebende Licht angezogen, wenn ich den Freunden gebe?

Antwort: Weil ich dem Freund geben, ohne ihn täuschen zu wollen, auch will ich ihn nicht locken oder mir dadurch weltliche Belohnungen verschaffen, sondern ich mache es im Sinne des spirituellen Zieles.

Der Punkt im Herzen ist mir wichtig und ich arbeite von diesem Punkt aus hinsichtlich seines Verlangens zu empfangen, um es zu erfüllen. Dies bedeutet, ihm ein Geschenk zu machen. Ich mache dies, weil es mir ein Anliegen ist, den Schöpfer zu erlangen; er ist die Wurzel und die Ursache für alles (No.1). Deshalb navigiere ich mein Ego (No.2) und gebe dem Ego meines Freundes (No.3) ein Geschenk.

Es ist möglich, sein Ego mit dem Geschenk zu beeindrucken, aber vor allem beeinflusse ich seinen Punkt im Herzen durch das korrigierende Licht (No.4). Ich kann seinen Punkt im Herzen nicht beeinflussen; dieser ist ein Funke von oben. Das umgebende Licht beeinflusst ihn, weil ich mit meiner ersten Handlung eine Kalkulation gemacht habe, die dazu dient, den Schöpfer zu erfreuen, was mir mehr Freude bereitet als mein eigenes Ego zu befriedigen. Dies ist der Grund für all diese Schritte, obwohl ich lieber auf der Couch liegen würde und faulenzen.

Mein Freund beginnt sich zu fragen: Warum mache ich das für ihn? Wenn wir zusammen studieren, könnte ich ihm direkt sagen, dass die Absicht des Geschenkes unserer spirituellen Entwicklung dient, dass ich ihm das Geschenk gebe, um mir einen Freund zu kaufen, um mit seiner Hilfe den Schöpfer zu enthüllen. Wenn der Freund erweckt wird durch meine Worte, mein Geschenk und das umgebende Licht, wird er auch die Kalkulation machen, die notwendig ist, um den Schöpfer zu erlangen (No.5).

Nach vielen dieser Geschenke (eines ist nicht genug), „kaufe“ ich den Freund. Im normalen Leben ohne den Zusatz der Wichtigkeit des Schöpfers „bestechen“ wir die Menschen und deren Egoismus einfach nur mit unseren Geschenken. Als Ergebnis wird er mir auch Gefallen tun, mir helfen, wie üblich: “du gibst mir, ich gebe dir.“ Oder wir haben gemeinsame Interessen und helfen uns gegenseitig dabei, unsere egoistischen Verlangen zu erfüllen: Wir gehen fischen oder spielen Fußball zusammen.

Wie dem auch sei, so ist dieses Schema sehr speziell, weil ich durch den Schöpfer anfange, den Freund zu beeinflussen, seinen Punkt im Herzen. Dadurch beginnt sein Punkt im Herzen zu erwachen und er fühlt sich verpflichtet, die gleichen Handlungen mir gegenüber auszuführen. Er muss es tun! Aus seinem Punkt im Herzen wird sein Egoismus beeinflusst (No.6), dadurch gibt er mir Geschenke (No.7). Es stellt sich heraus, dass er den gleichen Zyklus an Handlungen mir gegenüber ausführt.

Nachdem wir beide in solchen „Zyklen“ arbeiten, schaffen wir es, unsere Punkte im Herzen näher zueinander zu bringen. Sie beginnen, auf der gleichen Wellenlänge zu schwingen, so nahe als würden sie unter einer Decke (No.8)  stecken. Durch das umgebende Licht verwandelt sich die „Decke“ in einen Schirm (Massach, No.9).

Es ist ein unaufhaltsames Gesetz. Der Mensch kann tausende Jahre weinen und klagen, aber bevor er diese Gesetze nicht erfüllt, wird es nicht helfen. Wenn die Voraussetzungen des Gesetzes erfüllt sind, ist auch der Erfolg garantiert. Es wird gesagt: „Das Gesetz ist festgeschrieben und kann nicht gebrochen werden.“

Wir müssen verstehen, dass wir innerhalb der Natur in einem System von Gesetzen existieren. Wir müssen diese Gesetze verinnerlichen und herausfinden, wo wir sie nicht berücksichtigt haben, bis wir zum erwünschten Ergebnis gelangen. [122927]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash „Mache dir einen Rav und kaufe dir einen Freund“. 11/12/13

 

Ein paar Worte über die Akribie

Ich empfehle, ganz genau und gewissenhaft zu überprüfen, wobei wir uns selbst einbringen. Wir können noch eher mit den “tierischen Verlangen” –  der Befriedigung der Bedürfnisse nach Essen, Sex, Familienleben usw. – fertig werden, als in der Gruppe ohne Analyse und Kontrolle zu handeln.

Einfach abzuschalten und auf die Stufe „Körperlicher Leidenschaft“ zu fallen, ist eine Sache, wenn du aber in der Gruppe nicht haargenau richtig arbeitest, dann ist das eine andere Sache. Du befindest dich in diesem Fall bereits auf der verdorbenen Stufe des Menschen, und das ist schlecht. Hier lohnt es sich mit größtmöglicher Akribie vorzugehen. [122073]

 Auszug aus dem Unterricht nach Artikeln von Rabash, 03/12/13

Die Schweißnaht der Seelen

Wir können einzig um Verbindung bitten, darum, dass zwei Teile zusammengefügt werden. Nur darüber sprechen wir und nur in Bezug darauf gibt es Probleme und Kriege.  Diese Schweißnaht zwischen zwei Komponenten ist für den Zustand dieser Welt essentiell. Der ganze Kampf und die Entwicklung unserer Wirklichkeit finden ebenfalls genau dort statt.

Selbst wenn ich für mich selbst bitte, dient es nicht ausschließlich meinem eigenen Vorteil, sondern auch den anderen, die mit mir verbunden sind. Die Welt ist ein Ganzes. Alles darin ist vollkommen bis auf ein einziges verdorbenes Gefäß. Es gab dieses Gefäß und es zerbrach. Wir sollten nur um die Korrektur dieses Gefäßes und sonst um nichts beten. Dennoch bittet man um viele andere Dinge.

Man sagt dir: „Es ist nicht wahr, du hast unrecht! Alles ist ok! Warum bist du nicht zufrieden damit? Du musst nur dieses Gefäß (die Beziehungen zwischen den Menschen) korrigieren. Wenn du es wieder zusammensetzt, wirst du großen Genuss darin finden: Erlesene Speisen, Erkenntnis, Gefühle, Wärme, Gesundheit, was immer dein Herz begehrt. Du musst nichts anderes tun – nur dieses Gefäß reparieren.“

Doch du sagst: „Nein, ich will etwas Schönes und Geschmackvolles.“ Und die Antwort, die du bekommst, ist nicht neu: Du wirst alles, was du suchst, nur in diesem intakten, wieder zusammengesetzten Gefäß finden. Und dennoch bittest du um alles andere – nur nicht darum! Es ist kein individuelles Problem, sondern das Problem jedes einzelnen Menschen auf dieser Welt. Die Leute verstehen nicht, dass dies der einzige Weg ist, die Korrektur zu erreichen.

Alle Religionen, Glaubensströmungen, Probleme und Kriege drehen sich allein um Verbindung oder Trennung. Uns ist ein Mittel in die Hand gelegt, das uns dabei hilft, uns zu verbinden und all die Probleme der Welt zu lösen und den Hass zu überwinden. Sobald wir uns verbinden, beginnen auch die anderen Stufen der Natur damit: Die unbelebte, pflanzliche und tierische. Der Wolf und das Lamm werden nebeneinander in Frieden leben und einem kleinen Kind gehorchen, so sagen es die Propheten.

Alles hängt nur von unserem Verlangen ab, eine gemeinsame Verbindung zu erreichen. Wir werden dadurch in der Lage sein, die ganze Wirklichkeit und unser ganzes Leben zu korrigieren. Es werden Veränderungen sein, die gar nichts mit unseren Problemen zu tun zu haben scheinen. Wir müssen allein um Verbindung beten, damit uns die gute Kraft beherrscht. Wir wenden uns an die gute Kraft (den Schöpfer, der Eigenschaft der Liebe und des Gebens), dass er uns korrigieren und erfüllen möge.

Die Welt, die sich nun vor mir offenbart, zeigt ein umgekehrtes Bild – es ist der Einheit entgegengesetzt. Sterne, Menschen, die Erde und all die Phänomene, die außerhalb dieser Einheit stehen, nennt man Welt.

Worüber sollte ich also nachdenken? Über diese Welt oder über die Einheit? Wenn ich mich nur um diese Welt sorge, verbleibe ich in der Illusion, in der ich lebe. Daher spiele ich ständig dieses Spiel und drehe mich im Karussell des Lebens. Doch wenn ich aus diesem Spiel aussteigen und keine Marionette mehr sein will, muss ich meine Gedanken auf die Einheit lenken. [121450]

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 25/11/13