Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Der Sohar ist ein spiritueller Verstärker

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann ich Hilfe von meinen Gefährten in der Gruppe empfangen und ihnen helfen, während wir das Buch Sohar lesen?

Meine Antwort: Sie müssen an die gegenseitige Verantwortung denken (Arwut). Wir besitzen keine Mittel, um spirituell voranzuschreiten, außer der gegenseitigen Verantwortung füreinander. Ich bin abhängig von jedermann und jedermann hängt von mir ab. Es ist wie ein Kreis, ein geschlossener Kreislauf.

Wir müssen uns gegenseitig die Kraft der spirituellen Entwicklung gewähren, denn wenn wir das nicht tun, sind wir so gut wie tot. Wir können mit dem beginnen, was wir bereits besitzen – eine kleine Kraft der gegenseitigen Bürgschaft. Der Sohar wird dann diese Kraft ausdehnen und weiterentwickeln, wie ein Verstärker. Und zur gleichen Zeit müssen wir Anstrengungen machen, um ebenso dazu beizutragen.

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Einen gesegneten Samen in den Garten pflanzen

Aus dem Sohar, Abschnitt „Bo“, Punkt 57:

Und Er pflanzte diesen Samen in einen Gerechten, in Jessod de Seir Anpin.

Ich muss mir vorstellen, dass ich diese Eigenschaft, Jessod von Seir Anpin, besitze, was als Gerechter bezeichnet wird. Dies ist der Ort, an dem mein Same eingepflanzt ist, der Ausgangspunkt von welchem ich heranwachse.

Er ist der Gärtner des Gartens. Und die Saat im Garten (Malchut) ist die Verhüllung und das Verbergen dieses Lichtes. Dies bedeutet, dass die Verhüllung keine Abwesenheit, sondern im Gegenteil, eine Saat voller Segen ist. Die Verhüllung selbst wird wieder zu Licht werden, wie eine Pflanze, die aus dem Samen sprießt.

In seinem Artikel „Die freie Wahl“ gibt Baal HaSulam folgendes Beispiel: Wir müssen uns selbst in eine kabbalistische Gruppe einpflanzen, so wie wir ein Samenkorn in die Erde pflanzen, wo wir uns selbst vollkommen vor der Umgebung annullieren. Dann werden wir zu einem Samenkorn, das sich vollständig auflösen und in der Erde verrotten muss, damit daraus ein Baum wachsen kann.

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Nahrung für die Seele


Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ich das Buch Sohar lese, kann ich mich nicht mit ihm verbinden. Was soll ich tun? Wir haben diesem Augenblick erwartungsvoll entgegen gesehen, an dem wir das Buch Sohar öffnen werden,aber jetzt sind wir enttäuscht.

Meine Antwort: Baal HaSulam schrieb, dass es keinen besseren Moment im Leben eines Menschen gibt, als wenn er vollkommenen Verdruss für alles verspürt, was er bis zu diesem Zeitpunkt getan hat. Er sieht, dass ihm nichts geholfen hat, dass es keine Quelle der Rettung gibt und keine Hoffnung auf spirituellen Aufstieg, wenn alles so weiter geht wie bisher.

Wenn er sich dessen einmal bewusst ist, dann enthüllt er eine neue Empfindung der Hoffnung. Allerdings weiß er nicht, auf wen er sich verlassen kann. Letzten Endes wird er begreifen, dass nur der Schöpfer ihm helfen kann und dann ist der Zeitpunkt, wenn er aufschreit: „Rette mich!“ Dann erhält er Hilfe.

Den Sohar zu studieren, ist nicht wie ein reguläres Studium, in dem man das Wissen unmittelbar durch das Prinzip, „du bemühst dich und empfängst“ erhält. In diesem Fall tritt ein anderes Prinzip in Kraft, „du strengst dich an und du findest.“

Möglicherweise haben Sie gehofft, dass sobald Sie das Buch Sohar öffnen, Wunder geschehen werden. Jedoch kann ganz am Anfang nichts geschehen. Mein Lehrer Rabash erzählte ein Beispiel von einem Mann, der ein kleines Gänseküken kaufte und dieses in eine große, fette Gans verwandeln wollte. Also begann er damit, unaufhörlich Futter in dessen Hals zu stopfen. Er stopfte das Gänseküken voll und unverzüglich danach prüfte er, ob es schon fetter geworden sei, was jedoch nicht geschah. Er setzte fort, mehr Futter in es hineinzustopfen, jedoch das Gänseküken gewann immer noch nicht an Gewicht. Kluge Leute sagten ihm: „Du solltest einen Monat oder zwei warten, um den Unterschied sehen zu können.“ Das Gleiche gilt für ein Kind – die Eltern müssen eine Menge Mühe investieren, bevor ein Kind aufstehen, gehen und kräftig werden kann.

Wenn wir unsere Seele beobachten, werden wir feststellen, dass sie auf dieselbe Art wächst. Wenn ich meinen Punkt im Herzen zu einer Seele heranwachsen lassen möchte, muss ich ihn wie ein neugeborenes Baby in mir behandeln, das gerade begonnen hat, sich zu entwickeln. Es braucht Zeit für eine Seele, um aus diesem Punkt heranzuwachsen.

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Wenn der Morgen graut


Der Sohar, Kapitel VaYeshev (Und Jakob setzte sich nieder), Punkt 114: Es gibt nicht einen Menschen in der Welt, der des Nachts nicht den Geschmack des Todes kostet und auf dem Körper liegt der Geist der Unreinheit. Denn weil die heilige Seele sich vom Menschen entfernt hat, liegt der Geist der Unreinheit auf diesem Körper und er ist geschändet.

Das bedeutet, dass ein Mensch einen Schirm hat, das Licht der Einheit, das Licht der Verschmelzung und dass die Eigenschaft des Gebens in ihm herrscht. Doch dann verschwindet alles. Der Parzuf wurde entleert und alles Licht ist daraus entschwunden. Das kann aus einem äußeren oder inneren Grund geschehen, wie, wenn des Menschen innerer Wille zu genießen wächst und neue Reshimot sich in ihm zeigen.

Das geschieht dann, wenn in ihm ein neues, unkorrigiertes Verlangen erwacht und über ihn herrscht. Der Mensch ergibt sich ihm und, geführt durch dieses Verlangen, beginnt er, über sein Leben, über Selbsterfüllung nachzudenken und darüber wie er dieses Verlangen erfüllen kann.

Nur wenn er sich rechtzeitig für diese Dunkelheit vorbereitet hat, für die Nacht, den Zustand, wenn seine Verlangen über ihn herrschen, ist er fähig, alle Kraft zusammenzunehmen und die Dunkelheit als Mittel zum Aufstieg auf eine neue Stufe zu betrachten. Dann richtet er eine wahre Forderung nach Oben, an Abba ve Ima, und bittet sie, für ihn zu sorgen (das wird „Verschmelzung um Mitternacht“ genannt).

Ab Mitternacht beginnt er mit den Korrekturen. Ein Mensch beginnt, das gesamte zusätzliche Verlangen zu genießen zu korrigieren, dass er bekommen hat und das er als Geschmack des Todes gefühlt hat. Doch jetzt versüßt er ihn.

Das bedeutet, dass ein Mensch gen Morgen voranschreitet, wenn er von Oben das Licht, das umgestaltet, die erste Eigenschaft des Gebens empfängt. Und dann kommt das Morgenrot. Ein Mensch beginnt, in seinem Zustand das Licht zu fühlen, da er einen Schirm über sein voriges Verlangen zu genießen erlangt hat und nun befindet er sich in der Eigenschaft des Gebens.

Darum war es für ihn notwendig, den Geschmack des Todes zu kosten.

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Das Soharstudium hängt von der Einheit zwischen uns ab


In Bezug zur spirituellen Welt werden wir nicht in Kluge und Dumme unterteilt. Wenn du Einstein zur Kabbala bringen würdest, wäre er genauso verwirrt wie jeder andere. Bis du die Eigenschaften der nächsten spirituellen Stufe erworben hast, ist es unmöglich, sie zu kennen oder zu spüren, da sie zuerst in dir enthüllt werden müssen. Erst dann beginnst du, sie zu empfinden und zu verstehen. Tatsächlich enthält dies eine neue Ordnung der zehn Sfirot, welche alles Neue bilden.

Deshalb gibt es keine klugen oder dummen Studenten in der Kabbala.Wir sitzen alle im selben Boot und in Bezug zur nächsten spirituellen Stufe sind wir alle gleich: ein Intellektueller oder ein Ignorant, ein Streber oder ein Tölpel, ein Professor wie ein Student – es gibt keine Unterschiede zwischen ihnen. Alles was benötigt wird, ist ein Verlangen, um das Ziel zu erreichen, starke Nerven und Geduld. Daher solltest du üben, in einem guten körperlichen Zustand sein und den Rest deiner Energien auf deine innere Arbeit zusammen mit der Gruppe ausrichten.

Wir lesen nun seit zwei Monaten den Sohar und er beginnt bereits, uns zu berühren. Wie auch immer, gerade jetzt schwankt jeder in seiner Richtung, wie auf ziellosen, chaotischen Wellen.
Die Einheit ist noch nicht erreicht, wir fühlen noch nicht, dass wir Teil einer kollektiven Bewegung sind, wo eine Reihe von starken Wellen nach jeder Lektion über uns schwappen und uns wie ein Tsunami durchschütteln.

Der Sohar muss jeden auf die gleiche Weise erreichen, gleichgültig wie lange eine Person studiert, in welcher Sprache, welcher Herkunft, welches Geschlecht oder Alter sie hat. Die eigentliche Quelle, die wir studieren, muss jeden von uns berühren.

Ist es zum Beispiel draußen hell, weiß jeder, dass es Tag und nicht Nacht ist, egal ob du ein Baby, ein Mann, eine Frau, ein Greis oder sogar eine Katze oder Maus bist. Ähnlich müssen wir zu einem Zustand einer Verbindung gelangen, in der jeder beim Lesen des Sohar auf die gleiche Weise im Einklang reagiert.

Unser gegenwärtiges Ziel ist es, an unserer Verbindung zu arbeiten, damit der Sohar beginnen kann, uns alle sofort wie ein einzelnes Ganzes zu beeinflussen. Wenn wir es auf diese Weise machen, arbeiten wir an der Enthüllung, da dies nur in einem vereinten Verlangen enthüllt wird, durch die Verbindung der Punkte im Herzen.

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Der Lichtstrahl, der uns erhebt


Eine Frage, die ich erhielt: Was ist das Licht, das uns erneuert und uns angeblich erheben soll?

Meine Antwort: Es ist eine Kraft, die als Folge deiner Studien und deines Verlangens kommt. Es gibt einen sehr dünnen Lichtstrahl, der dich zu beeinflussen beginnt, wenn du in ihn „hinein gehst“. Du und dein Verlangen wirken in der gesamten Sphäre, aber du musst diesen dünnen Strahl finden, indem du dich zum spirituellen Ziel hin bewegst. Dieses Licht beginnt dich dann zu beeinflussen und bringt dich zu seinem Ursprung zurück.

Das Licht kommt aus diesem Ursprung und wenn du dich genau auf dieses Licht ausrichtest, wirst du unter seinen Einfluss kommen. Es beginnt, auf dich zu scheinen und dich entlang seinem Strahl zum Ziel zu ziehen.

Was hat das mit dem Lesen des Sohar und der Denkweise von der Einheit der Seelen zu tun? Dieser Strahl schlägt direkt in der Quelle der Einheit seine Wurzeln – in der kollektiven Seele vor ihrem Zerbruch, wo alle Seelen zu einer Einheit verbunden sind, in Malchut der Welt der Unendlichkeit. Aus diesem Grund ist es so wichtig für dich, dem Verlangen, unter den Einfluss des erneuernden Lichtes zu kommen, zu folgen und zu spüren, dass du vollkommen von ihm abhängig bist.

Zudem musst du diesen Strahl selbst finden. Er ist deutlich von Oben nach unten gerichtet, von der Welt der Unendlichkeit, der Wurzel deiner Seele. Er erstreckt sich über alle Welten und reicht bis in diese Welt, wo er dich „berührt“. Er scheint von Oben jedoch nur von einem bestimmten Punkt aus in diese Welt und du kommst zu diesem Punkt, wenn du die richtige Absicht hast. Nur wenn du diesen Punkt findest, wirst du den dünnen Lichtstrahl von Oben sehen und dann wird deine Seele entlang des Strahls zu seiner Wurzel emporsteigen.

Du musst dich ändern, um diesen Punkt zu entdecken. In der Zwischenzeit ist das Licht überall um dich herum, aber du kannst es nicht sehen. Du wirst es erst sehen, wenn du einen Weg hinein findest; darin liegt die Herausforderung.

Bestiehl dich nicht selbst


Der Sohar: Wenn ein Mensch mit Vollkommenheit erfüllt ist, dann wird er als jemand betrachtet, der im „Haus“ wohnt. Das Wort „Haus“ steht für Nukwa von Seir Anpin, welche das Licht von Mochin de GAR ausströmt, wie geschrieben steht: „Die Weisheit erbaut das Haus“. Darum ist jeder, der von Nukwa empfängt, ein Hausbewohner. Wenn jedoch jemand aufgrund seiner Unvollkommenheit Korrektur benötigt, dann fordert er Schutz von jenen außerhalb, die sich an ihn heften und zur Sünde führen können.

Wenn jemand einen mit Licht von Chochma gefüllten Zustand erreicht, dann braucht er Schutz und erhebliche Korrektur. Das Licht von Chochma versorgt uns mit riesengroßem Genuss und veranlasst größere Korrekturen, indem es alle menschlichen Verlangen erweckt und den Durst nach Erfüllung durch das Licht vergrößert. Darum muss der Mensch vor seinen eigenen egoistischen Verlangen geschützt werden, damit er nicht das Licht von sich selbst stiehlt und er die spirituelle Stufe bewahren kann, die er bereits erreicht hat. Aber wie kann er sich schützen?

Es folgt, dass er das Haus verlassen muss (den mit Licht von Chochma erfüllten Zustand), da es ihm nicht erlaubt ist, dieses erhabene Licht zu empfangen, aus Angst, dass äußere (egoistische) Verlangen sich an ihn klammern könnte.

Hier sprechen wir über jemanden, der sich mit der Eigenschaft des Gebens identifiziert. Die Eigenschaft des Gebens (das Licht von Chassadim) ist mit dem Licht von Chochma gefüllt, welches das Verlangen zu geben erfüllt. Aber außer dem Verlangen zu geben besitzt der Mensch auch das Verlangen zu empfangen und hat Angst, dass dieses Verlangen erwachen und sich an das Licht von Chochma (den Genuss, den man durch das Verlangen zu geben fühlt) innerhalb des Lichtes von Chassadim anheften wird. Darum muss er diesen Zustand verlassen und „aus dem Haus herausgehen“.

Durch das Verlassen des Hause bleibt er auf der gleichen spirituellen Stufe, doch diesmal auf der Seite von Chassadim. Wenn seine unkorrigierten, egoistischen Verlangen, denen die Absicht des Gebens fehlt, das Licht von Chochma von oben nach unten anziehen, dann wird er von seiner spirituellen Stufe fallen und wie alle anderen Sünder werden. Die Flutwellen werden steigen und ihn ertränken.

Indem er das Haus verläßt, korrigiert er sich erheblich. Er wird stärker und erwirbt einen zusätzlichen „Schirm“, welchen er benutzen kann, wenn er sich später Eintritt zum Haus verschafft und dort bleibt. Die Folge dieser Austritte aus dem Haus (eine spirituelle Handlung) ist, dass der Mensch einen Schirm erwirbt. Auf diese Weise zieht er die Kraft der Überwindung an, die er das nächste Mal verwenden kann, wenn er das mit dem Licht von Chochma erfüllte Haus betritt und dort bleibt.

Der Geschmack des Todes

Der Sohar, Kapitel VaYeshev, Punkt 114:

Es gibt nicht einen Menschen in der Welt, der in der Nacht den Geschmack des Todes nicht spürt…

Wenn das Licht (das Geben) nicht auf einen Menschen scheint und Dunkelheit (egoistische Verlangen) zu ihm kommt, um über ihn zu herrschen, dann wird selbst der gerechteste Mensch mit den stärksten Schirmen den Geschmack des Todes empfinden, denn in dieser Lage ist er vom Licht, vom Schöpfer, abgetrennt. Später wird er diese Kluft überwinden und sein Verlangen korrigieren, doch zuerst, für den Bruchteil einer Sekunde, trennt er sich noch immer von der Heiligkeit (dem Geben und der Liebe) und fühlt den Geschmack des Todes. Er fällt unter die Macht des Verlangens zu empfangen, schmeckt sie und erklärt sie zum Geschmack des Todes.

Wir müssen diesen Geschmack empfinden, um zu spüren, dass wir unter seiner Macht und Kraft stehen. Dann müssen wir dies mit der Hilfe der Gruppe überwinden, da wir alleine dazu nicht fähig sind. Nur eine andere, äußere Kraft – der Einfluss der Gruppe – kann mir helfen, zur der Schlussfolgerung zu gelangen, dass das Verlangen sich zu freuen, dass in diesem Moment über mich herrscht, in Wirklichkeit Tod bedeutet.

Wenn ich keine Hilfe von außen erhalte, dann kann nichts helfen und ich bleibe unter der Macht des Verlangens zu genießen und kann nicht erkenne, dass das dem Tod gleichkommt. Ich fühle mich, als ob ich lebe und alles ist gut, genau wie wir das jetzt tun.

Ein Führer bis zum Ende der Korrektur

Die fünf spirituellen Welten sind Stufen der Verhüllung zwischen uns und der Welt der Unendlichkeit, die wir überwinden müssen. Dahinter verbirgt sich die Kraft des Gebens und der Liebe, die uns gegenwärtig verborgen ist. Wir müssen sie enthüllen, indem wir Gleichheit der Form mit dieser Kraft des Gebens und der Liebe erlangen, die „der Schöpfer“ genannt wird.

Wie können wir Ihm zumindest ungefähr gleich werden? Wir müssen hoffen, dass das Buch Sohar in unserm Innern eine Eigenschaft enthüllen wird, die unserem korrigierten Zustand, dem Schöpfer, Malchut von der Unendlichkeit, Seir Anpin oder dem Licht gleicht. Wir müssen erwarten, dass das Buch in solch einer Weise auf uns einwirkt, dass sich in uns die Eigenschaft des Gebens und der Liebe entwickelt. Andernfalls gäbe es für uns keinen Grund, aufzuschlagen.

Eine Frage, die ich erhielt: Arbeiten wir also an allen 125 Stufen weiter mit dem Buch Sohar?

Meine Antwort: Ganz gewiss. Baal HaSulam schreibt das im „Vorwort zum Buch Sohar“. Er erklärt, dass das Buch Sohar von der Höhe der 125 Stufen geschrieben wurde. Deshalb wirkt es von dieser Höhe auf uns ein, von der Welt der Unendlichkeit und es korrigiert uns auf allen Stufen, bis wir das Ende der Korrektur erreichen.

Daher ist dieses Buch unser Führer auf dem Weg von nun an bis zum Abschluss der Korrektur.

Wie können wir die Tora verstehen?

Drei Fragen, die ich in Bezug auf die richtige Interpretation der Tora und anderer heiliger Bücher erhielt:

Frage: Ich bin sehr verwirrt bezüglich der „mündlichen Tora“ oder dem Talmud. Ich verstehe, dass die Tora ein Geschenk des Schöpfers ist, welches uns auf den rechten Weg im Leben führt und dass wir manchmal die Geschichten aus der Tora als Metapher zu verstehen haben und nicht wörtlich. Wie betrachten Sie aber den wörtlichen Aspekt des Talmuds und dass er dem Anschein nach von Rabbinern verfasst wurde? Bisher verstand ich es so, dass all die Priester und Sanhedrin korrupt waren, was letzten Endes zur Zerstörung des Tempels geführt hat.

Meine Antwort: Vor kurzem haben wir damit begonnen, den Sohar zu lesen. Wenn Sie diesen mit uns gemeinsam lesen, werden Sie auch in der Lage sein, zu erkennen, wie alle anderen heiligen Bücher verfasst wurden.

Frage: Ich habe Ihre Veröffentlichungen gelesen und finde diese sehr interessant. Aufgrund der Bilder von Ihnen kann ich erkennen, dass Sie ein Jude sind, daher meine Frage: Was hat die Kabbala mit der Religion von Moses zu tun? Ist das Lesen der Tora eine Art von Gebrauchsanleitung für die Menschen?

Meine Antwort: Es ist unmöglich, die Tora ohne die Kabbala zu verstehen, weil nach außen hin die Tora wie eine geschichtliche Erzählung erscheint, während die Kabbala uns enthüllt, dass sie eine Methode zur Korrektur und ein Lehrbuch über den Aufbau der Höheren Welt ist.

Frage: Wer (oder welche Kraft) ist Melchizedek, welcher in der Tora beschrieben wird? Und warum zahlte Abraham den zehnten Teil an ihn? Die Tora erzählt, dass Melchizedek ein Priester Gottes war, aber ich dachte immer, dass Abraham der erste war, der den Schöpfer erkannte.

Meine Antwort: Melchizedek verkörpert die Eigenschaft der Gerechtigkeit des Schöpfers. Genauso wie alle Charaktere in der Tora keine Männer und Frauen sind, sondern Beschreibungen von menschlichen Eigenschaften. Alles was in der Tora geschrieben steht, beschreibt spezielle aufeinanderfolgende Veränderungen, welche in einem Menschen stattfinden.

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Verwandtes Material:
Blog-post: Warum gibt es so viele Worte in der Tora?
Blog-post: So lesen Sie die Tora richtig
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