Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Die Frau – Ein geheimnisvolles Geschöpf

Die Frau ist ein Geheimnis in der Natur, da sie unser Verlangen zu empfangen symbolisiert. Ein Verlangen, das in uns verborgen ist und sich nur in dem Maß offenbart, wie wir den Schöpfer enthüllen. Wenn wir also die Enthüllung des Schöpfers anstreben, offenbaren wir den weiblichen Teil in uns.

Wir werden das Konzept „Frau“ solange nicht verstehen, bis wir diese Wahrheit erlangen, denn der weibliche Teil ist das einzige, das der Schöpfer erschaffen hat. „Und Gott erschuf die Frau“ – der männliche Teil unterscheidet sich wenig vom Schöpfer und existiert in der Welt nur, um den weiblichen Teil zu befruchten und ihn zu erfüllen, um letztendlich ein Kind hervorzubringen, das in sich das Verlangen zu empfangen des weiblichen Teils mit dem Verlangen zu geben des männlichen Teils kombiniert. Das Kind symbolisiert somit den korrekten gemeinsamen Zustand.

Dieser Prozess beginnt, wenn der weibliche Teil bereit zur Korrektur ist. Der männliche Teil erfüllt hier eher die Rolle eines Vermittlers. Das Verlangen zu empfangen – die Frau – ist daher voll von Geheimnissen, die der Kabbalist stufenweise enthüllt. Er erkennt, wie sehr der weibliche Teil in ihm dem Schöpfer entgegengesetzt ist und in welchem Ausmaß er diesen Teil dem Schöpfer anzugleichen vermag.

Aus der russischen Kabbala Lektion vom 24.4.2016

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Kabbala Akademie

Was ist die Leere?

Frage: Gibt es in der Weisheit der Kabbala ein analoges Konzept zur Leere?

Antwort: Die Leere ist eine besondere Kategorie von Wünschen, die nicht erfüllt werden können, und deshalb fühlen wir eine Leere bzgl. des gewünschten Inhalts. Jemand, der solche Fragen stellt, fühlt dann den Wunsch, das Ziel des Lebens zu erreichen und seinen Sinn zu verstehen, warum dieses Leben zu Ende geht, was nach dem Tod geschieht und warum das Leben absurd und zufällig ist.

Mit anderen Worten, die Leere ist der Wunsch, etwas zu erreichen, was zunächst unerreichbar bleibt, weil unser Anliegen in der Erfüllung eines Wunsches mit Vergnügen und Befriedigung besteht. Und wenn diese Erfüllung nicht eintritt und nicht existiert, nennt man das Leere.
Aus der Kabbalalektion in Russisch vom 1/31/16

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Was uns stärker macht

Kommentar: Wissenschafter glauben, dass das Mantra „was dich nicht umbringt, macht dich stärker“ zutreffend und korrekt ist. Siebzehn Prozent der Welt -bevölkerung stimmen zu, dass alles, was ihnen im Leben passiert, sie stärker macht

Antwort: Alle Leiden die wir ertragen, machen uns stärker, kräftigen uns, erheben uns und ziehen uns vorwärts. Dies ist ein konkretes kabbalistisches Prinzip! Ich bin sehr erfreut darüber, dass die Menschen endlich zur richtigen Schlussfolgerung kommen. Die Frage ist, wie können wir diese Eigenschaft in einer realistischen, sinnvollen und produktiven Weise nutzen. Wenn auf mich eine Reihe Probleme zukommen, sollte ich wissen, wie ich einen Vorteil daraus ziehe – wie in der fernöstlichen Kampfkunst, in der die Kraft, Energie und das Gewicht des Gegners gegen ihn genutzt werden. Bei allen Begegnungen in unserem Leben sollten wir lernen, wie wir das umsetzen können.

Um sich darüber erheben zu können, muss ein Mensch einen Vorteil an der negativen Situation sehen. Wenn du eine negative Auswirkung loswerden willst, solltest du dich richtig darüber erheben; dann realisierst du, dass es sich um ein offenkundiges biblisches Prinzip handelt: Das Böse, dem du begegnest, ist eine erneute Hilfe – damit ist gemeint, dass du das Böse, das dir geschickt wurde, als Hilfe nutzen kannst. Auf diese Weise steigt ein Mensch in die Spiritualität auf, da er alle negativen Lebenserfahrungen in ein positives Verhalten umsetzen kann. So können wir uns schnell über uns selbst erheben.

Antwort: Ja, mit allen negativen Erfahrungen! Auf diese Weise steige ich tatsächlich täglich über alles, was mit mir geschieht auf; über hunderte Gefühlsregungen, negative Erlebnisse und Schläge!

Frage: Was heißt es, über sie aufzusteigen?

Antwort: Der Aufstieg zum Schöpfer, der die Ursache von allem ist, ist die Quelle von allem, was uns widerfährt. Er ruft mich, damit ich aufsteigen und Ihm näher kommen kann; daher schickt Er mir all die negativen Erfahrungen; so kann ich Ihn enthüllen.

Frage: Wird der Schöpfer tatsächlich in den negativen Erfahrungen gefunden?

Antwort: Ja. Seine Gedanken sind in diesen Schlägen – wenn ich sie löse und sie richtig einsetze, dann finde ich Ihn. Es ist eine einfache Regel, steige auf!

Aus Kab TV „Neues mit Michael Laitman“ 20/3/16

Die Weisheit der Kabbala ist ein kollektives Studium

Frage: Was ist nötig, um mit dem Studium der Weisheit der Kabbala zu beginnen? Gibt es dafür Beschränkungen?

Antwort: Wir schließen Niemanden an einen Lügendetektor an. Ein Mensch, der die Weisheit der Kabbala studieren möchte, sollte geistig gesund sein. Der Grund dafür ist, dass dieses Studium eine gewisse Stufe an innerer Konzentration erfordert. Es ist ein Studium über die Bedeutung des Lebens, des Menschen, über unsere Verbindung mit der Natur und über den Weg, wie wir uns miteinander verbinden können, etc. Die Weisheit der Kabbala beschäftigt sich mit Informationen, die an einen Menschen gewisse Anforderungen stellt. Meiner Beobachtung nach verschlechtert sich in manchen Fällen der geistige Zustand eines Menschen mit schwachen Nerven. Diesen Fall gibt es sehr selten, aber er kommt vor.

Frage: Kann ein Mensch die Weisheit der Kabbala alleine studieren oder braucht es dazu eine bestimmte Struktur?

Antwort: Wenn er alleine studiert, wird er nichts erreichen. Das Studium der Weisheit der Kabbala teilt sich in theoretisches und praktisches Lernen auf. Ein Mensch erkennt schrittweise den Plan der kabbalistischen Anweisungen und wie er damit arbeiten soll. Sich und sein Schicksal zu ändern, ist nur im Kreis seiner Freunde möglich.

Frage: Ist die Weisheit der Kabbala ein Studium in der Gemeinschaft?

Antwort: Ja, entsprechend der Weisheit der Kabbala lebt die gesamte Menschheit in einem Kollektiv, in einem völlig verhülltem Raum.

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Vom Webinar am Zahav.ru 10/2/16

Spiel mit Empfindungen

Frage: Du sagst oft, dass die Weisheit der Kabbala eine Wissenschaft ist, die mit den Sinnen begriffen wird. Aber eine Wissenschaft kann doch nicht ohne den Intellekt studiert werden und ohne zu denken?

Meine Antwort: Natürlich ist das unmöglich. Die Weisheit der Kabbala wird nicht mit den Sinnen begriffen, sondern wir fühlen die Emotionen. Dann überprüfen wir diese Emotionen: wir teilen auf, wir stellen Vergleiche unter ihnen an, wir geben ihnen abgestufte Nummerierungen, als würden wir sie abwägen. In der Tat spielt die Kabbala mit Empfindungen. Aber sie ordnet sie systematisch an, und wir beginnen die Interaktionen der Wünsche zu sehen und erkennen, welches Gefühl in jedem von ihnen aufsteigt.

In der Kabbala messen wir sehr genau all diese Empfindungen und geben ihnen einen numerischen Namen, bestimmen ihre Kraft, ihre Richtung, ihre Eigenschaften usw. Deshalb handelt es sich um eine Wissenschaft der Empfindungen. Die Weisheit der Kabbala wird als die Wissenschaft der Empfindungen beschrieben, weil der einzige Stoff in unserer Welt der Wunsch ist; und was man in dem Wunsch fühlt, wird Empfindung genannt, die sich anfühlt wie das Licht, das auf den Wunsch einwirkt und ihn beeinflusst. Das bedeutet, dass wir beim Messen der Veränderungen im Wunsch das Licht messen, das auf ihn einwirkt und ihn beeinflusst.

Frage: Was kommt zuerst, der menschliche Verstand oder der Wunsch?

Meine Antwort: Zuerst kommt der Wunsch und der Verstand folgt, so entwickeln wir uns. Woher kommt der Verstand eines Kindes? Er ist nur das Ergebnis der Entwicklung des Wunsches. Je größer der Wunsch eines Menschen ist, umso mehr braucht er den Verstand, um all seine Wünsche zu erfassen und sie zu kontrollieren.

Aus der Kabbalalektion in Russisch 1/17/16

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Väter und Söhne

Es wurden Forschungen des Adler Instituts in Sachen Kindererziehung durchgeführt. 48% der israelischen Eltern reden fast nie mit ihren Kindern. Laut Umfrage unter 300 israelischen Kindern und Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahre bestätigten 40% der Befragten, dass sie mit den Eltern keinen richtigen verbalen Kontakt haben. Sie kennen weder ihre Geschichte noch die Geschichte der Vorfahren – Nichts.

Meine Antwort: Das ist klar. Denn in der jetzigen Zeit steigen wir in unserer Entwicklung über die tierische Ebene, in der alles auf der traditionellen häuslichen Erziehung aufgebaut war. Eltern und Kinder waren sehr eng miteinander verbunden. Der Sohn übernahm häufig das Handwerk des Vaters, hatte sein Haus neben dem Hau des Vaters erbaut und so weiter.

Wir sind jetzt aus diesem Zustand längst heraus. Mit der Entwicklung der industriellen Produktion sowie der damit entstandenen beruflichen Perspektiven zog die Jugend vermehrt in die Städte. So ist die Verbindung „Vater – Sohn“ zerbrochen.

Durch die rasante Entwicklung in den Generationen ändern sich die Weltanschauungen der Kinder und auch der Eltern im Vergleich zu früher sehr rasant. Während früher die Kinder mit 18 – 20 Jahren aus dem Haus waren und Eigenverantwortung übernahmen, sind die Kinder heutzutage mit 11 – 12 Jahren schon nicht mehr in der Lage, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Sie sind im ständigen Verlangen, von den Eltern zu bekommen. Auch die Eltern können ihren Kindern nicht mehr vermitteln, was diese heutzutage brauchen. Ebenso in der Bildung. Die Kinder brauchen eine ganz andere Bildung, eine ihrer Generation entsprechende, damit sie in ihrem Leben voranschreiten können.  

Wir befinden uns in einem sehr interessanten Zustand, in dem die Notwendigkeit der Verbindung zwischen den Generationen neu entstehen muss. Dies geschieht beim Übergang von einer Generation zur anderen. Ein guter Übergang ergibt sich dann, wenn ein gemeinsames Verlangen entsteht, Die Kabbala gibt uns die Möglichkeit, das zu erlangen, was notwendig ist, damit sich die Kinder von den Eltern „ernähren“ können. 

Die Eltern werden den Kindern geben, was sie brauchen. Diejenigen, die vom Säuglingsalter an diese häusliche Bildung kriegen, werden das richtige Fundament fürs ganze Leben haben. Die Kinder und die Eltern werden in einem Streben sein, im Fluss, in innerer und äußerer Bewegung. Sie werden etwas zu sagenuni etwas weiterzugeben haben.

Die Verbindung zwischen den Generationen wird nicht mehr auf der tierischen Ebene geschehen, wie es während der bisherigen Menschheitsgeschichte der Fall war, sondern auf der spirituellen Ebene – auf der Ebene der „Seelenverbindung“. Dann wird sich ihre tiefe spirituelle Verbindung offenbaren. Warum sind genau dies meine Eltern und das genau meine Kinder? Wieso sind zwischen ihnen genau solche Kontakte entstanden – auf materieller sowie auf der Körperebene? Jetzt geschieht das alles auf der Seelenebene. 

Frage: Welches Ziel wird dabei offenbart?

Meine Antwort: Das Ziel der Menschheit besteht darin, zu einer einheitlichen Verbindung zu kommen, die mithilfe der spirituellen Verkettung fester wird. Die materiellen Verbindungen werden auf dem gleichen Niveau bleiben und werden noch selbständiger.

Es ist ein total anderes System der Zusammenwirkung, das die gesamte Gesellschaft übernehmen wird. Dadurch wird zwischen den Eltern und den Kindern ein neues Verhältnis – die „neue“ Verbindung entstehen.

Aus dem TV Programm „Nachrichten mit Michael Laitman“ vom 29.02.2016

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Korrektur der zwischenmenschlichen Beziehungen

Das Problem in der Welt ist, dass es zwischen den Menschen keine richtige Verbindung gibt. Eine richtige Verbindung ist ein System, in dem sich alle in einer gegenseitigen und harmonischen  Beziehung  untereinander befinden und sich alle nicht um ihr eigenes Wohl sondern um einander kümmern; dies wäre ein perfektes System. Wenn die Menschen so eine Verbindung zwischen sich erreichen, spüren sie mehr die Natur und weniger sich selbst. Die Natur wird „Schöpfer“ genannt, durch den die Menschen ihre Seele und ihr Ziel entdecken.

Mit der Hilfe Abrahams erreichten die Menschen die Übereinstimmung mit der Natur durch eine enge gegenseitige Verbindung – so entdeckten sie den Schöpfer. Abrahams Schüler verhielten sich entsprechend dem allgemeinen Gesetz der Natur und näherten sie sich so dem Schöpfer an. Dieses Verhalten äußerte sich in den täglichen Aktivitäten, in der Beziehung zur Umgebung und leitete sich ganz natürlich und direkt von ihren Gefühlen ab. Die Arbeiten, welche die Mitglieder der Gruppe von Abraham durchführten, erschienen jedoch allen Außenstehenden als mechanische Handlungen.

Eine harmonische wechselseitige Verbindung zwischen den Menschen wird „Liebe“ genannt. Es wird gesagt: „Ich erschuf den bösen Trieb und die Tora als Gewürz“. Die Absicht des Wortes „Tora“ ist die Kraft des Schöpfers, der die Beziehungen zwischen uns korrigiert und die gegenseitige egoistische Ablehnung auflöst. Die Korrektur mit der egoistischen Natur eines Menschen zu verbinden, wird Einhaltung der Tora genannt; und das Studium der Tora wird als die Möglichkeiten für die Korrektur des Egos bezeichnet.

Die allgemeine Mitzvah (Gebot) des Schöpfers ist die Korrektur des Ego auf der Stufe „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Leviticus 19:18). Wenn ein Mensch die Verbindungsarbeit automatisch, ohne sich selbst zu korrigieren ausübt, wird dies als Einhalten der Regeln bezeichnet. Als die Menschen Israels von der Nächstenliebe auf die Stufe „grundloser Hass“ abfielen, sind sie in diesen Zustand der bloßen Einhaltung von Bräuchen übergegangen.

In ihrem innersten Wesen entspricht das Volk Israel aber jener Gruppe von Menschen, die sich auf gegenseitige Bürgschaft eingeschworen haben. Sie haben ein Verlangen danach, „ein Mensch mit einem Herzen“ zu sein und sich gegenseitige zu lieben und zu achten.

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Antworten auf wiederkehrende Fragen

Kommentar: Das Problem in der Welt ist, dass es keine richtige Verbindung zwischen den Menschen gibt. Die richtige Verbindung bedeutet ein System, in dem alle miteinander in Harmonie leben und sich um das Wohl des gesamten System sorgen, und nicht nur um ihr eigenes. In dem Fall wäre das ein vollkommenes System.

Wenn die Menschen diesen  Zustand erreichen, beginnen sie allmählich die Natur zu fühlen, und nicht sich selbst. Es werden der Plan der Schöpfung, der Zweck und das Ziel offenbart. In den Zeiten Abrahams begannen die Menschen, in der Verbindung unter einander die Harmonie der Natur zu spüren. Sie offenbarten den  Schöpfer. Aus der Offenbarung handelten die Schüler Abrahams entsprechend des Allgemeinen Gesetzes der Natur – im Alltag und in Bezug auf die Umgebung.

Die Menschen außerhalb der Gruppe Abrahams, die den Schöpfer nicht spürten, vollzogen ihre Handlungen nach Bräuchen und mechanischem Tun. Eine harmonische Beziehung unter den Menschen nennt man Liebe. Es steht geschrieben: „Ich habe den Bösen Trieb erschaffen und die Tora als Gewürz dazu“. Gemeint ist die Kraft des Schöpfers, die unsere egoistische gegenseitige Abstoßung korrigiert.

Wenn ein Mensch sich mit der Korrektur seiner egoistischen Natur beschäftigt, wird dies Ausführung der Tora und der Gebote (Mizwot) des Schöpfers genannt. Die Gesamtheit aller Gebote ist „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“.

Das Studium der Tora gibt uns die Möglichkeit, das eigene Ego zu korrigieren. Solange der Egoismus nicht korrigiert ist, führen die Menschen mechanische Handlungen durch; das nennt man Ausführen der Gebräuche (Minhagim). In diesem Zustand befindet sich das Volk Israels seit dem Abstieg von der Stufe „Liebe deinen Nächten wie dich selbst“ auf die Stufe „unbegründeter Hass“ (sinat hinam). Das Volk Israel bezeichnet eine Gruppe von Menschen, die sich in einem Zustand der gegenseitigen Bürgschaft befinden (Arvut), im Streben, „wie ein Mensch mit einem Herzen“ zu sein, bis zur vollkommenen gegenseitigen Liebe.

[#179543]

Aus der Illusion in die Wirklichkeit

Frage: Einige Jahre lange versuchte ich zu verstehen, wer ich bin und welche Aufgabe ich im Leben habe. Wie kann man diesen Weg fortsetzen ohne verwirrt zu sein und zwischen Wahrheit und Illusion unterscheiden?

Meine Antwort: Wir leben tatsächlich alle in einer illusorischen Welt. Doch das Problem ist, wie wir die wahre Welt finden können, in der wir leben und nicht dieses Trugbild, in dem wir uns momentan wähnen? Daher sollten wir das Studium der Kabbalah wählen, um die Zusammenhänge zu verstehen.

Die Kabbalah „übersetzt“ Empfangen, Wahrnehmung und Gefühl. Unsere imaginäre Welt, die wir nur durch unsere fünf beschränkten Sinne aufnehmen, splittert sich auf und öffnet sich uns, sodass wir eine völlig neue Welt vor uns sehen – sie ist die nächste Stufe der menschlichen Entwicklung.

Um jedoch einen „neuen Sinn“ zu entwickeln, müssen wir aus uns heraustreten und die Wahrnehmung durch unsere fünf Sinnesorgane verlassen. Sie geben uns die Illusion, als wären wir in dieser Welt, wo wir von Menschen umgeben sind, die uns gleichen, die ebenfalls ihren wahren Zustand und die umgebenden Realität erfassen wollen.

Aus uns herauszutreten bedeutet, dass wir anfangen, uns mit anderen Menschen, die uns gleichen, zu verbinden und an ihrem Leben teilzuhaben. Dadurch wird unsere gegenseitige Verbindung stärker und hilft uns, auch das wahrzunehmen, was außerhalb von uns liegt. Dann erkennen wir auch die Welt außerhalb von uns.

Dies ist unsere Hauptaufgabe, die sich durch ein einfaches Gesetz beschreiben läßt: „Und Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst“ (Levitikus 19:18). Wir beziehen uns dadurch auf die anderen Menschen wie zu uns selbst und wir erkennen die Welt durch deren Gefühle und Empfindungen. Das bedeutet „aus sich heraustreten“.

Die Kabbalisten gaben uns eine vollständige Liste an Ratschlägen, wie wir die richtige Verbindung zwischen uns herstellen können. Wenn wir diese Ratschläge in unserem Handeln in der Gruppe  beherzigen, erreichen wir einen Zustand, in welchem jeder den anderen fühlt und nicht sich selbst. Der Mensch spürt dann in den anderen Menschen einen höheren, erhabeneren Zustand und kann sich dadurch leichter von seinem eigenen Ego trennen. Dadurch erkennt er ein neues System des Aufbaus der Welt jenseits seiner eigenen Empfindung.

Dadurch lösen sich alle Schranken der eigenen Wahrnehmung auf und es entsteht ein neues Sinnesorgan zusätzlich zu unseren herkömmlichen fünf Sinnen. Das neue Sinnesorgan bewirkt, dass sich der Mensch „über“ seinem egoistischen Verlangen wiederfindet, das alles für sich selbst verschlingen will. Er erlangt neue Eigenschaften – jene des Gebens, der Liebe – Eigenschaften, die sich außerhalb von ihm befinden.

Das neue Sinnesorgan nennt sich „Seele“, in welcher wir die Höhere Welt fühlen und nicht länger durch unsere normale Wahrnehmung begrenzt sind. Wir verstehen, erreichen und spüren dann alles, was tatsächlich mit uns und der Schöpfung geschieht.

Aus der russischen Kabbalalektion, 13.12.2015

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Neues Leben #616 – Die Flüchtlingskrise in Europa

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe

Zusammenfassung

Jeder, der behauptet, dass wir den Flüchtlingen helfen sollten, darf gerne sein Zuhause für sie öffnen. Worte werden hier nicht helfen. Nicht nur Griechenland hat Probleme, auch so starke Länder wie Deutschland und Frankreich können die Flüchtlingskrise nicht in den Griff bekommen.

Warum passiert das gerade heute? Weil die Welt eine neue Form ohne Grenzen annimmt. Alles ist darin eingeschlossen und alles ist rund. Stell dir vor, dass du in deiner Küche auf einen Fremden triffst, jemand schläft in deinem Bett. Ist das nicht furchterregend! Du kannst dem nicht entkommen. Es gibt keinen Platz auf der Welt, wo du alleine sein kannst, noch nicht einmal 10 Quadratmeter Ruhezone.

Warum fühlen wir auf so eine Art und Weise? Damit wir die Verpflichtung erkennen, unsere Natur zu verändern und unsere inneren Grenzen zu überschreiten. Die Natur verpflichtet uns, dass wir uns zu einer Ebene hin entwickeln, auf der wir fühlen werden, dass wir alle ein Herz sind, ein Körper und ein Gedanke. Die Korrekturen, die wir in unseren Beziehungen nicht gemacht haben, werden uns jetzt von der Dampfwalze der Entwicklung aufgezwungen.

Es sind tatsächlich die egoistischen Europäer, denen eine derart kritische Situation mit den Flüchtlingen gegeben wird. Die Natur zwingt uns, unsere Haltung Fremden gegenüber zu ändern, so als wären sie unsere Kinder „Liebe deinen Freund wie dich selbst“. Was gibt es sonst noch? Es wird auch finanzielle Schläge geben und verschiedene Naturkatastrophen, die uns lehren werden, dass wir alle im selben Boot sitzen, das ist alles! Dann wird die Welt eine Lösung in der Weisheit der Kabbala finden, in der Weisheit der Verbindung.

Die Flüchtlingskrise in Europa ist keine vorübergehende Welle, sondern Teil einer Reihe von beabsichtigten Schlägen, die uns allesamt zwingen werden, uns zu korrigieren. Die Vermischung der Weltbevölkerung wird die Welt waschen. Südamerikaner werden Nordamerika überfluten und die Muslime werden überall auf der Welt sein.

Die Europäer werden fühlen, dass sie so nicht weitermachen können, es sei denn, wir verändern unsere Einstellung andern gegenüber. Dann werden sie der Korrektur der menschlichen Natur würdig und sie werden fühlen, dass die Menschen Israels die Methode zur Korrektur haben. Wenn wir die Fähigkeit entwickeln, zu fühlen, dass wir alle eine Familie sind, dann wird das Leben der Himmel auf Erden sein.

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Aus KabTV’s “Neues Leben #616 – Die Flüchtlingskrise in Europa”, 27.08.2015