Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Meine Gedanken auf Twitter 04/03/2018


Frage: Was ist mit dem Ego gemeint?

Antwort: Das Ego ist der Widerstand gegen die Einheit.

Auf dem spirituellen Weg  wird der Mensch von  weltlichen Gedanken gefangen gehalten und ihnen untergeordnet. Und nur wenn er sich blind an den Lehrer und die Bücher anhaftet, kann er zurückkommen zu den richtigen Gedanken und Wünschen. Und keine klugen Einwände werden helfen – nur ein blindes Anhaften an den Lehrer und die Quellen.

Wenn du aufwachst, dann verbinde den ersten Augenblick mit dem Schöpfer, damit Er dich 24 Stunden lang in der Verbindung hält und nichts Ihn vor dir verhüllt. Und überprüfe ständig, ob irgendetwas den Schöpfer vor dir verhüllt. Und wenn dem so ist, dann bitte den Schöpfer sofort um eine ständige Anhaftung an Ihn.

Wenn man Unterstützung erhält, empfindet man bereits Geschmack an der spirituellen Arbeit. Die Hilfe besteht darin, das Ego zu bekämpfen. Wenn man die Hilfe gegen das Ego nicht nutzt und nichts sieht, worum es sich zu kämpfen lohnt, dann verschwindet die Hilfe und man sehnt sich wieder nach weltlichen Dingen. Deshalb muss man sich selbst überwinden bis man Hilfe von oben erhält.

Wenn man mit der spirituellen Arbeit beginnt und nicht darauf wartet, dass man den Wunsch dazu vom Schöpfer bekommt, wenn man von dem Wunsch nach Wahrheit vorangetrieben wird und wenn man fürchtet, die Einheit mit dem Schöpfer zu verlieren, dann wird man um Hilfe bitten und sie vom Schöpfer bekommen. Wenn man Hilfe vom Schöpfer erwartet, wird man sie nicht bekommen.

Wenn man den Willen des Schöpfers angenommen hat, dann fühlt sich der Mensch von der spirituellen Arbeit nicht belastet und er kann sich ständig an den Schöpfer anhaften. Nur ein Narr leidet nicht unter der Abtrennung vom Schöpfer oder durch eine Handlung des Gebens oder eines Gebetes, in dem er vom Schöpfer verlangt, dass Er ihm hilft.

Der Glaube sollte derart sein als würdest du in Liebe und Erzittern vorm Schöpfer stehen. Bis du einen solchen Glauben erreichst – ruhe dich nicht aus und verkaufe dich nicht für weltliche Belohnungen, die deine spirituellen Wünsche und Leiden neutralisieren. Wenn man sich um eine solche Gefahr sorgt, dann ist das ein Schutz vor Abstiegen.

Heute füllt eine kleine Illumination die egoistischen Wünsche, deshalb steckt die Welt und die Wissenschaft in einer Sackgasse, einer Krise, es gibt keinen Durchbruch. Es ist uns überlassen, uns die verschiedensten Phänomene von Verbindungen klar zu machen. Dies erlaubt uns, die Grenzen und vollkommenen Verbindungen der Welt in all ihren Teilen zu erkennen.

Michael Laitman auf Twitter (englisch)

Wie kommt man mit dem Gesetz der Natur zurecht?

Im Vorwort zu TES (P.4) schreibt Baal HaSulam: „ Der Schöpfer legt die menschliche Hand auf das gute Schicksal. Und jemandes Wahl bezieht sich nur auf dessen Verstärkung.“

Der Schöpfer führt den Menschen zu Freunden, zum Studium. Alles andere hängt vom Menschen ab. Warte nicht, dass jemand deine Arbeit erledigt. Du musst selber alle Mittel finden und sie richtig aufbauen.

„Ich verstehe aber noch nichts! Ich verstehe nicht wie man studiert, ich weiß nicht wie ich mich den Freunden gegenüber verhalten soll, ich verwirre mich im Äußeren und im Inneren…“

Beschweren kannst du dich bei deiner Mama, dem Gesetz der Natur macht man keine Vorwürfe. Das ist genauso sinnlos wie dem Gesetz der Schwere trotzen zu wollen.

Der Schöpfer ist das Gesetz der Natur, das ist das absolute Geben. Wenn du damit übereinstimmst, fühlst du dich gut, wenn nicht, geht es dir dementsprechend schlecht. Wobei sowohl das eine als auch das andere mit dem Niveau deiner Entwicklung korrespondiert. Genauso ist es in unserer Welt. Wir verhalten uns unterschiedlich gegenüber Babys, Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Alten.

 Indem wir uns den Schöpfer launisch vorstellen, unterstellen wir Ihm eine gewisse Menschlichkeit, wir statten Ihn mit Gefühlen aus, die uns eigen sind. Wir versuchen Ihn zu „besänftigen“, wir hoffen, dass Er sich das anders überlegt. Das ist der schwerwiegendste Fehler, der sich aus unserer Natur ergibt.

Seit jeher begehen die Menschen ein und derselben Fehler: sie übertragen ihre Eigenschaften auf die umgebende Welt. Wir verlangen sogar von den Haustieren gewohnheitsgemäße Reaktionen. Und überhaupt, auf allen Niveaus der Natur, das Menschliche eingeschlossen, erwarten wir eine Ähnlichkeit mit uns selber, eine Übereinstimmung mit unseren Vorstellungen.

Dabei unterscheidet sich die Wissenschaft der Kabbala prinzipiell von allen Religionen und Glaubensrichtungen. Es heißt:“ Das Gesetz wurde gegeben und man kann es nicht übertreten“, „Ich habe mich nicht geändert“. Das höhere Licht befindet sich in absoluter Ruhe. Alle Veränderungen geschehen nur in den Gefäßen. Entweder ich bitte den Schöpfer, dass Er sich ändern soll, oder ich weiß, dass ich mich selber ändern soll.

Mein Gebet ist mit mir „verbunden“. Zu bitten bedeutet, sich zu beurteilen und sich zu ändern. Nur so kann ich eine andere Reaktion bei dem unveränderbaren Gesetz hervorrufen. Darauf kommt es an.

Die Religionen sprechen nicht über die Verklärung des Menschen, sondern sie schlagen vor, dass ich den Schöpfer mit mechanischen Handlungen oder einer begeisterten Bitte „besteche“. Die Menschen hoffen, dass ihnen dies hilft, obwohl die Geschichte das Gegenteil beweist.

Die Kabbala spricht darüber, dass DU dich ändern sollst und kein anderer. Wende dich weiter an den Schöpfer wie du es früher getan hast, mach das aber bitte aus einem völlig anderem Grund: so ist Sein Wille und du machst es gegen dein Verlangen. Du befindest dich vor dem Licht. Indem du dich änderst und ihm in den Eigenschaften ähnlich wirst, beginnst du seine Wirkung auf dich zu spüren. Früher blieb diese Wirkung außerhalb deiner Wahrnehmungen. Du wirst zu einem Gefäß für das Licht und du wächst bis es dich ganz ausfüllt.

Auf das Höhere Licht zu warten bedeutet nicht, auf besseres Wetter zu warten. Mache eine innere Bewegung ihm entgegen, sei bereit dich zu ändern und es wird auf dich wirken. Alle Veränderungen im Licht, die wir wahrnehmen, sind Veränderungen in uns selber.

 

 

[#30067]

Zum neuen Fixpunkt

Die Kabbala ist eine praktische Wissenschaft. Sie spricht davon, dass wir die Menschen in kleinen Gruppen miteinander verbinden sollen, dazu werden Zehnergruppen empfohlen, weil so das Höhere System aufgebaut ist. Genauso sind auch wir aufgebaut.

Wenn sich zehn Menschen versammeln und sie versuchen, ihren Egoismus für die Einheit zu annullieren, erlangen sie eine neue Eigenschaft: die Eigenschaft des Gebens. Jeder von ihnen beginnt statt „ich“ „wir“ zu spüren. Dieses „wir“ ist wirklich lebendig.

Dieser Zustand existiert in der integralen, vor uns verborgenen Natur. Aber in unserer Welt, in dem engen Egoismus eines jeden von uns, gibt es einen solchen Zustand nicht. Deswegen können wir eine völlig andere Welt nur durch eine Gruppe sehen, die aus zehn Menschen besteht. Dann werden wir einen anderen Fixpunkt haben. In diesem Punkt wird die gesamte Natur existieren. Die Natur ist einzigartig, da alles vollkommen miteinander verbunden ist. In diesem Fall werden wir uns in der Verschmelzung mit ihr sehen und nicht so wie wir es uns in unseren missgebildeten, egoistischen Empfindungen vorstellen. Wir werden die Welt durch die Linse des Zehners sehen, wo alles miteinander verbunden ist.

Indem wir unseren Egoismus annullieren, erlangen wir ein neues Gefühl. In diesem Zustand können wir feststellen, was Wahrheit und was Lüge ist, was vorzuziehen ist. Dann haben wir einen Fixpunkt.

Frage: Kann man so ein Modell so programmieren, dass Wahrheit und  Lüge immer reine Kriterien ohne eine Beimischung von Egoismus sind?

Wir sagen, dass der Mensch ein einfacher Sensor ist, der eine gewisse Information empfängt, die er jedes Mal auf eine bestimmte Art und Weise interpretiert. Und jedes Mal ist diese Interpretation anders und jedes Mal verfälscht.

Meine Antwort: Der Mensch hat aber keinen Fixpunkt. Wir müssen ihm einen grundlegenden Fixpunkt vorgeben, einen der in der Natur vorkommt. Die Natur ist integral und verbunden. Das ist ein absolut klares, integrales System, das nur für die Erhaltung seiner Homöostase und Harmonie arbeitet.

Wir müssen danach streben, dass wir auch auf unserer Ebene, wo wir von der Wahrheit abgetrennt sind, uns ihr ständig annähern. Das dient dazu, dass wir durch die Gruppe ständig neue Möglichkeiten der Verbindung entdecken und dabei sehen können, dass unsere Welt viel tiefer, innerlicher und integraler ist. Und auf diese Weise können wir uns in unseren Empfindungen und Erkenntnissen dem Zustand der wahren Natur und ihrer Harmonie annähern.

Dafür müssen wir unsere Wahrnehmung der Realität korrigieren. Wir brauchen nur das. In Wirklichkeit ist die Welt um uns herum ideal und harmonisch, aber wir nehmen sie in dem Maße unserer egoistischen Verdorbenheit wahr. Wir müssen den Egoismus nach und nach so organisieren, dass er zu unserem Helfer wird.

Wenn wir immer mit der Korrektur der egoistischen Ebene beginnen, indem wir uns an das absolut integrale System adaptieren, dann wird uns unser Egoismus, wie der Widerstand in einem elektrischen Netzwerk, zusätzliche Energie geben. Im Maße des Widerstandes gegen den Egoismus werden wir im Stande sein die wahre Welt zu enthüllen. Das Ego wird zu unserem Helfer.

Ihm ist es zu verdanken, dass wir zwischen „Plus“ und „Minus“ die riesigen Gesetzmäßigkeiten, Kombinationen und Vergleiche gegensätzlicher Eigenschaften erkennen, die uns dann als komplementär erscheinen. Deswegen ist unser Egoismus, unser jetziger Zustand, für unser Wohl bestimmt. Wir müssen ihn nur richtig anwenden.

 

Aus dem TV Programm „Zusammen über das Wichtigste. Alexander Zhdanov“ 08.12.2017

[#220894]

Der Bund für die Geburt der Seele   

Die gesamte Realität wird durch die Verbreitung des Lichtes erschaffen. Das Licht hat das Verlangen „aus dem Nichts“ erschaffen und hat es dann entwickelt. Ausgehend vom Urknall wird das Verlangen immer gröber, ebenso die Wellen, Gase und die unbelebte Materie.

Danach entstehen auf der Erdoberfläche die Pflanzen, Tiere, der Mensch, der viele Etappen der Entwicklung durchläuft bis er die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erreicht.

Es ist interessant, dass das Licht und das Verlangen im Geschöpf als zwei Eigenschaften eingeprägt sind: männliche und weibliche Eigenschaften, nach dem Beispiel der zwei spirituellen Parzufim: Aba (der Vater) und Ima (die Mutter). Chassadim und Chochma verbinden sich miteinander und gebären eine neue Generation, mit männlichen und weiblichen Eigenschaften.

Die Verbindung zwischen Mann und Frau ist deswegen so besonders, weil sie einerseits einander entgegengesetzt sind, andererseits spüren sie, dass sie ein Ziel haben. Das gemeinsame spirituelle Ziel verbindet sie so stark, dass sie zusammen handeln und Nachwuchs gebären. Hieraus wird klar, woher der Begriff „Familie“ kommt und das natürliche Streben, als Paar zusammen zu leben, sich fortzupflanzen und Kinder zu gebären und zu erziehen.

Wir sind alle eine Familie. Nicht nur die Großeltern, Vater und Mutter, Kinder usw., von Generation zu Generation, sondern ganz allgemein sind alle Männer und alle Frauen eine Familie, die Nachkommen von Adam und Eva. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Spiritualität.

Die Folge unserer Verbindung, das Kind, welches wir gebären können, heißt „die Seele“. Wenn wir uns in dieser Verbindung dem Schöpfer nähern, gibt Er uns dafür den Geist des Lebens. In dieser Seele, wie in der korrekten Verbindung zwischen uns, erreichen wir die Verschmelzung mit dem Schöpfer, wie geschrieben steht: “Der Mann und die Frau und die Shechina zwischen ihnen“.

Das Wichtigste ist zu wissen, dass unsere Verbindung miteinander dem Erbauen der Seele dienen soll. Das bedeutet, dass ich ohne die Freunde keine Seele erlangen kann.

Wenn ich mich mit den Freunden mit meinem Verlangen zu empfangen verbinde, ist ihrerseits das Verlangen zu geben beteiligt und umgekehrt, wenn von ihrer Seite das Verlangen zu empfangen auftaucht, kommt dann von meiner Seite das Verlangen zu geben. Wir handeln zwischen uns immer als Sachar (die männliche Eigenschaft) und Nekewa (die weibliche Eigenschaft), die beide in jedem Geschöpf vorhanden sind.

Das Wichtigste ist, die Verbindung zwischen uns, in deren Folge wir die Seele gebären, zu organisieren. Das erwarte ich ständig von meinem Freund und genauso von mir selber. Bei jedem Kontakt: bei einem Gespräch oder irgendeiner Zusammenarbeit bauen wir in jedem Augenblick unsere Seele, also den Platz für die Offenbarung des Schöpfers, damit das Höhere Licht unsere miteinander kommunizierenden, gemeinsamen Verlangen füllt.

 

[#222020]

Im Netz der gegenseitigen Verbindung

Frage: Wofür genau trägt der Mensch Verantwortung in der Gesellschaft?

Meine Antwort: Es kommt darauf an, in welcher Gesellschaft wir leben. Im Prinzip müssen wir aber verstehen, dass sich die Menschheit  in einem Sozialgefüge befindet, wo wir alle miteinander verbunden sind. Auch wenn wir von egoistischen Gegensätzen zerrissen werden, befinden wir uns trotzdem in einem Netz der gegenseitigen Verbindung.

Wie in der Familie, wo Eltern, Kinder und Großeltern miteinander verbunden sind, und zwar so, dass das Vorhandensein von allen möglichen Widersprüchen bis zur Manifestation von Hass, ihre Verbindung nicht zerreißen kann, sie sind trotzdem voneinander abhängig.

Es könnte sein, dass sich dies in einer Familie nicht wirklich widerspiegelt, aber in der Gesellschaft ist eine solche gegenseitige Abhängigkeit absolut! Deswegen ist es notwendig allen zu zeigen, wie wir miteinander verbunden sind. Und das müssen wir verstehen.

Die soziale Verantwortung besteht darin, dass alle Handlungen von einem Individuum und von jedem Teil der Gesellschaft in erster Linie auf die Konsolidierung und Solidarisierung der Gesellschaft ausgerichtet sein müssen.

Im Endeffekt, nach all den jüngsten Erschütterungen und Krisen, die sich aus der Ferne schon abzeichnen, müssen wir verstehen, dass der Weg der großen Schläge und Leiden, vielleicht sogar der Weltkriege (unter anderem auch Atomkriege) uns zu der Notwendigkeit führen wird, eine richtige Gesellschaft als Ebenbild der Natur zu erschaffen.

Die Natur zwingt uns gewaltsam in einen solchen Kreis, damit wir richtig miteinander verbunden werden. Deswegen ist es besser freiwillig danach zu streben.

Ob die Menschheit dies will oder nicht, sie wird in jedem Fall zu einer solchen Verbindung kommen, weil das eine natürliche Entwicklung der gesamten Natur ist, einschließlich der menschlichen Gesellschaft. Und obwohl unser Egoismus sich quer stellt und dies nicht will, wird die Natur uns trotzdem dazu zwingen, trotz allem: mit dem Stock im Nacken – von hinten, oder mithilfe des Seils – von vorne.

Deswegen ist es vorzuziehen, korrekte Beziehungen zwischen uns zu entwickeln; auf leichte Art und Weise, mit Verständnis und Erkenntnis. Und dann werden wir ernsthafte Probleme vermeiden.

 

Aus dem TV Programm „Die Letzte Generation“

[#221942]

Sich trennen und vereinen

Replik: Die Welt rutscht in ein Zerwürfnis ab, und mit jedem Tag mehr und mehr. Katalonien will sich von Spanien trennen. Laut Umfrage sind sich 50% der Spanier sicher, dass sie für die katalanischen Güter nicht bezahlen würden. 7,7% der Befragten unterstützen die Lösung von Unternehmen, Katalonien zu verlassen und seine Rechtsvorschriften an andere Gemeinden zu übertragen. Spanien erlebt gerade eine sehr starke Absonderung.

Meine Antwort: Die Menschen sind nicht fähig ihre natürlichen Lebensbedürfnisse zu befriedigen. Welche? – Ich möchte selbständig leben. Gleichzeitig aber will ich, und vielleicht kann ich auch gute Beziehungen zu ihnen bewahren. Du aber denkst: “Nein! Wenn du gute Beziehungen willst, wirst du dich mir unterwerfen müssen!“

Ich bin aber aus diesem Zustand herausgewachsen. Ich habe meine eigene Sprache. Wir sind ein souveränes Volk. Wir fühlen uns als eine unabhängige Einheit: sowohl administrativ als auch kulturell, finanziell und politisch. Wieso kann ich mich nicht von dir trennen?

Wir werden uns trennen, werden aber dabei gute Verhältnisse bewahren. Lass uns das so machen: wir werden beginnen uns zu trennen und uns gleichzeitig über unserer Trennung miteinander verbinden. Damit wir uns dort, wo wir uns unabhängig fühlen wollen, unabhängig werden; und dort, wo wir uns verbinden müssen, damit es für uns nützlich wird, werden wir uns verbinden.

Replik: In diesem Fall würde Spanien nichts verlieren…

Meine Antwort: Ja, aber man muss dazu den Prozess, der in der Welt vor sich geht, verstehen. Aufgrund des ständig wachsenden Egoismus´ wird es in der Welt immer mehr Aufteilungen auf unterschiedliche administrative Bezirke geben. Man wird nichts damit anfangen können. Überall, in jedem Land kann man eine enorme Anzahl von Gebieten finden, die administrativ unabhängig sein wollen. Gibt ihnen diese Möglichkeit!

Gleichzeitig aber muss man ihnen beibringen zusammen zu sein! Das lehrt uns die Wissenschaft der Kabbala. Wir können das alles unterrichten.

 

Aus der Fernsehsendung „Neues von Michael Laitman“, 16.11.2017

[# 219583]

Die Wissenschaft der Gesetze der Höheren Welt

Frage: Sie behaupten, dass die Kabbala nicht über diese Welt spricht. Was bedeutet dann, dass sie in der Gesellschaft realisiert wird?

Meine Antwort: Die Kabbala spricht nicht über unsere Welt, sie erforscht nicht ihre Gesetze, sondern erzählt über sie wie über etwas, was uns gegeben wurde. Das Wichtigste worüber die Kabbala spricht, was sie studiert, ist: wie man zum nächsten Niveau der Gesetze, welche auf dem Verlangen zu geben basieren, aufsteigt.

Die Gesetze unserer Welt basieren auf dem Empfangen, die Gesetze der Höheren Welt dagegen auf dem Geben. Das sind zwei entgegengesetzte Welten. Deswegen können wir nicht mit unseren materiellen Gefühlsorganen die Höhere Welt, die höhere Ebene  wahrnehmen, weil sie mit der Eigenschaft des Gebens wahrgenommen wird.

Wir haben diese Eigenschaft noch nicht erlangt. Ihre Entstehung heißt „die Seele“. Also, in unserer Welt leben wir im Körper, aber in der spirituellen Welt leben wir in der Seele.  

Das sind im Prinzip zwei Leitungssysteme: entweder für sich selbst in unserer Welt, oder für das Geben in der Höheren Welt. Deswegen, wenn du die höhere Welt offenbarst, verlierst du die Wahrnehmung der Zeit, weil du „aus dir heraus“ in die äußeren Gegebenheiten austrittst.

 

[#220420]

Der Schöpfer erhört das Gebet aller Menschen

Frage: Was bedeutet: „Der Schöpfer hört das Gebet aller?

Antwort: Der Schöpfer ist das höhere System, das System von Bina, genannt Elokim. Dieses System hört alle unsere Bitten, da wir dessen Folge sind; wir leben innerhalb von Bina – nicht auf diesem Niveau, aber innerhalb davon – wir werden darin geboren, werden dort beschützt und unsere Existenz wird dort unterstützt. Wir erhalten dadurch das Verlangen genauso zu werden. Dieses System ist vollkommend gebend, wir alle sind die Empfänger. Wir sind so geschaffen worden. Bina hat uns zur Welt gebracht, kümmert sich um uns und so erlangen wir nach und nach einen Zustand, in dem wir feststellen, dass wir ihr entgegengesetzt sind. Uns ist es egal, dass wir dem entgegengesetzt sind; wir erkennen es nicht einmal, aber in uns erwacht das Streben, diese Stufe von Bina zu erreichen.

Diese Sehnsucht wird der Punkt im Herzen genannt. Dieser Punkt erweckt uns, da die Stufe von Bina immer an uns arbeitet. Dies geschieht so lange, bis wir uns ihr zuwenden und ihr näher kommen wollen. Plötzlich fühlen wir die Wichtigkeit. Wir trachten danach, als wollten wir nach hause zurückkehren, um unseren Ursprung zu erreichen.

Nach was streben wir? Nach der Wurzel unseres Lebens, nach dem Ort an dem es entsteht. Nach unserer Quelle, um Antworten auf unsere Fragen zu bekommen, wie: „Woher komme ich? Warum existiere ich? Für welches Ziel?“ Die Wurzel beinhaltet alles. Wir wissen nichts über unsere Zukunft, aber die Wurzel existiert zweifellos. Aus diesem Grund streben wir zu Bina und von dort erhalten wir einen Funken. Dieser Funke verbindet uns mit der Stufe Bina. Unser Wille zu empfangen, welcher von Bina geboren wurde, befindet sich vollständig auf der Stufe von Malchut.

Wir existieren in einer inneren Empfindung zwischen zwei Welten: zwischen der Stufe von Bina, der höheren Welt und der Stufe von Malchut, der niederen Welt. Dies ist bereits in uns enthalten. Es ist unsere Aufgabe, diesen Funken zu respektieren, ihn zu erwecken und wachsen zu lassen. Das ist es, was wir mit Hilfe der Gruppe machen.

 

Vom dritten Teil des täglichen Morgenunterrichts 5.12.17 “Arbeiten mit Störungen“

[217650]

Wie erhebt man sich über die Zeit?

Frage: Wie erhebt man sich über die Zeit?

Meine Antwort: Um sich über die Zeit zu erheben, musst du dir sagen, dass es keinen nächsten Moment für dich gibt, alles geschieht in diesem Augenblick. Und so lebe weiter, nur im Augenblick. Du kannst nicht in den nächsten Augenblick übergehen, sondern du beginnst und endest in diesem Augenblick, als ob das Leben wirklich enden würde.

Dann nimmst du plötzlich wahr, dass dieser Augenblick beginnt sich auszudehnen und in ihm befinden sich eine gewaltige Anzahl von Handlungen, Gedanken und Taten, aber die Zeit an sich verschwindet, weil die Zeit nicht existiert. Das ist unsere subjektive Wahrnehmung.

Frage: Was ist dann die Zukunft?

Meine Antwort: Die Zukunft hat mit der Zeit nichts zu tun. Die Zukunft ist das, was nach der Handlung, die ich jetzt unternehme, geschieht. Die Rede ist von einer anderen Dimension, in der es keine Zeitachse gibt. Die Zeitachse geht davon aus, dass unabhängig davon, ob ich existiere oder nicht, etwas unternehme oder nicht, die Zeit von alleine fließt, unabhängig von mir.

Aber die Wissenschaft der Kabbala besagt, dass dem nicht so ist. So eine Einstellung zum Leben solltest du aufgeben und entscheiden, dass nur du deine Zustände bestimmst. Wenn du sie aber nicht bestimmst, steht die Zeit still, nichts passiert von einem Augenblick zum nächsten von alleine. Von einem Augenblick spricht man, wenn du in diesem Moment etwas getan hast, und so weiter, in jedem weiteren Augenblick.

Wir leben in einer Welt, die nach der Wissenschaft der Kabbala als eine erfundene oder erdachte Welt bezeichnet wird. Die Hauptlüge, in der wir leben, ist die, dass wir innerhalb der Zeit existieren.

Deswegen hat Einstein wirklich eine Revolution in Gang gesetzt, indem er gesagt hat, dass die Zeit ein rein subjektiver Begriff ist und dass sie nichts Absolutes enthält, was mit dem Menschen oder ohne ihn fließen würde. Die Zeit ist eine innere Empfindung des Menschen. Wenn wir über unseren Egoismus aufsteigen, dann gibt es keine Zeit.

 

Aus einem Gespräch über die Zeit

[#221320]

Das Seminar: Man spricht nicht über seine Gefühle

Frage: Wieso darf ich während des Seminars nicht über meine Gefühle reden? Heißt das, dass ich sie verbergen soll?

Meine Antwort: Du musst sie nicht verbergen. Es ist einfach so, dass deine egoistischen Gefühle keinen interessieren; mit ihrer Hilfe kannst du uns nicht korrigieren, du kannst uns nicht erheben.

Wenn du wie aus einem Buch sprichst, mit gebrochenen Phrasen, wirst du die Freunde wenig begeistern können, weil alle wissen, dass du das auswendig gelernt hast. Es ist auch nicht empfehlenswert von ganzem Herzen zu sprechen, denn wenn wir alle (die Egoisten) das empfinden werden, was du empfindest, können wir dir damit schaden.

Gewöhnlich sprechen die Kabbalisten über die allgemeine Erhebung, über die Erhabenheit des Schöpfers, mit eigenen Worten. Im Prinzip aber ist es am besten über die Gruppe zu sprechen: Wie besonders dieses System ist, wie wir mit seiner Hilfe die Verschmelzung mit dem Schöpfer erreichen und die ganze Welt zu einem neuem Zustand bringen, den sie auch braucht.

 

Aus dem russischen Unterricht 

[# 220883]