Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Liebe'

Ob die zweite Hälfte meiner Seele existiert?

Frage: Gibt es jemanden, der für mich als Ehemann vorbestimmt ist, und zwar jemanden, der die zweite Hälfte meiner Seele ist?

Meine Antwort: Ja, eine solche Seele existiert. Idealerweise wäre es wünschenswert sie zu finden, aber ich denke nicht, dass es möglich ist, sie sofort zu bestimmen. Wenn wir eine wirklich gute, große, breite Gesellschaft schaffen werden, in der sich Paare junger Menschen im Alter von 18-20 Jahren bilden werden, indem jeder einzelne in einem passenden Kreis untergebracht wird, so könnte man das ideale Paar bestimmen.

Aber dafür sollten sie im andern den tiefsten, inneren Teil fühlen. Diese Empfindung wird durch eine mühsame „Reinigungsarbeit“ zur Abtragung der künstlichen Schichten erreicht und das ist nur mittels der Gesellschaft, der Umgebung, die dich darin unterstützt und dir bei deiner Arbeit hilft, möglich. So als ob wir uns in eine spezielle Maschine für die Kartoffelreinigung begeben würden, welche die ganze Schale von uns abschält.

Auszug aus dem 198. Gespräch über das neue Leben, 20.06.2013

Wo es Liebe gibt, gibt es keine Fragen!

Frage: Warum richtet sich unsere ganze Aufmerksamkeit auf die Arbeit im Unternehmen? Wann findet endlich der wichtigste Teil – das Vorankommen in der spirituellen Arbeit – Beachtung?

Meine Antwort: Wir müssen uns mit dem Unternehmen befassen, weil wir den Rezipienten studieren müssen: was ist besser für ihn, wie kann das Material am besten an ihn weitergegeben werden, wie kann er bedient werden usw. Du baust eine Verbindung zu der Außenwelt auf, deswegen musst du Tausende verschiedene Fragen klären, die Kommunikation und Verbreitung betreffen.

Doch was für Fragen kann es in der Gruppe geben, wenn Liebe zwischen uns herrscht? Wenn es Liebe gibt, gibt es keine Fragen. Also besteht das Problem darin, dass es keine Liebe gibt! Erlangt die Liebe und es wird keine Fragen geben!

Denn alle Fragen gehen aus dem Egoismus hervor. „Wie können wir das am besten einrichten: so oder anders? Sollen wir uns vielleicht trennen oder doch zusammen kommen? Haben Frauen hier Platz oder nicht?“ Wenn das Ziel klar ist und man begreift, dass es gemeinsam erreicht wird, dann gibt es keine Fragen mehr. Erhebt euch also über euren Egoismus, und alle Fragen werden sich von allein erledigen.

Folgt ihr dem Schöpfer oder dem Egoismus?! Was führt euch an? Man muss sich dessen im Klaren sein, dann wird alles einfach sein.

Ich habe viele Probleme mit unserem weltweiten kabbalistischen Unternehmen: Von früh bis spät gibt es Meetings, Treffen, Lösungsfindungen – alles Mögliche. Doch was die Gruppe betrifft, finde ich, darf es keine Fragen geben.

Die Beziehungen zwischen den Freunden müssen nur auf die Liebe gerichtet sein. Und ich will über nichts anderes mit dem Freund sprechen, als über die Liebe zwischen uns und die Erhebung des Schöpfers. Genau darin ist er ein Freund für mich! Und wenn nicht, dann gibt es hier nichts zu bereden.

Versucht, konkreter zu sein. Dann wird eure Zeit und Kraft nicht für unwichtige Dinge vergeudet, alles wird sich vorwärts bewegen, und ihr werdet sehen, wie ihr vorankommt.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 11.11.2012

 

Werft diese krumme Brille weg

Frage: Könnten Sie ein konkretes Beispiel für die korrigierten familiären Beziehungen vorführen? Bis jetzt war es für mich nicht ganz klar.

Meine Antwort: Zum Beispiel scheint es bei der Frau so zu sein, dass der Mann sie nicht unterstützt und sie sich deshalb einsam fühlt. Aber sie muss sich ihm gegenüber so verhalten, als ob sie seine hundertprozentige Unterstützung empfinden würde. Statt sich dadurch beleidigt zu fühlen, weil ihr Mann sie gar nicht unterstützt, bedankt sie sich dafür, dass seine Unterstützung ihr sehr hilft.

Was wird der Mann darauf antworten? Erstens wird er erstaunt sein, weil er doch auf die Auseinandersetzung, auf den Konflikt mit der Frau vorbereitet war. Er wird denken, dass sie ihn einfach verspottet. Aber diese Situation ist nicht nur verdreht, sondern sie ist das Gegenteil vom entgegengesetzten Gegenteil… Sie sieht deine Mängel, trägt sie auf sich über und spricht mit dir über deine Vorzüge, welche sie dann erkennen würde, wenn ihre Selbstsucht sie nicht daran hindern würde.

Frage: Es ist unverständlich, wie ich etwas sagen kann, wenn ich es doch nicht empfinde?!

Meine Antwort: Verstehen Sie, wir sehen nicht die Welt um uns herum, sondern nur uns selbst! Jeder Mensch besitzt einen „Filter“ vor den Augen, der ihn nur das erkennen lässt, was für ihn gut oder schlecht ist. Anhand dieses Filters kann ich mich entweder entfremden oder mich dem Nützlichen nähern. Auf diese Weise agiere ich eben in dieser Welt.

Ich erkenne die reale Welt nicht, die außerhalb von mir existiert, weil ich ständig die Augen zudrücke. Ich verstehe die Außenwelt nicht und kenne nichts darüber. Sie erscheint vor mir in Form des Bildes, welches mir mein egoistisches Verlangen zeichnet.

Wenn ich jedoch beginne, dieses egoistische Verlangen wie den Feind wahrzunehmen, weil ich die Welt als das Gute erkennen möchte, dann werde ich sofort diese egoistische, krumme Brille abnehmen wollen. Deshalb spreche ich positiv über alles, was mir als schlecht vorkommt. Dabei lüge ich nicht, weil ich mich dir gegenüber wie eine Mutter zu ihrem Kind verhalte und mir alle deine Eigenshaften gefallen.

Wenn ich also die egoistische Brille abnehmen werde, dann werde ich dich anders wahrnehmen, denn um mich herum existiert nur die vollkommene Welt .

Frage: Aber diese krumme, kritische Brille habe ich immer noch an?!

Meine Antwort: Du willst jedoch erkennen, was sich in Wirklichkeit dahinter verbirgt, dich über deinen Verstand erheben. In diesen Linsen ist doch deine natürliche Selbstsucht eingelötet. Und deshalb schaust du durch diese Linsen deine zweite Hälfte an und siehst in ihr nur die Mängel.

Wenn es die gewöhnliche Brille wäre, dann hättest du sie einfach abnehmen und wegwerfen können – aber diese Linsen sind in dir eingepflanzt Und deshalb sollst du alles Schlechte als das Gute erkennen, weil du dich daran erinnerst, dass du immer durch die krumme Brille schaust.

„Alle Verbrechen wird die Liebe überdecken“, was bedeutet, dass anstelle der Verbrechen nur die Liebe bleiben wird. Du magst alles, was in deinem Partner ist. Du bemerkst einfach keine Mängel, weil die Gewohnheit zur zweiten Natur wird. Bemühe dich ununterbrochen, bis deine neue Wahrnehmung zur Gewohnheit wird!

Lasst uns an der Stelle vereinbaren, dass wir uns von diesem Augenblick und weiter zu Hause so benehmen werden, als ob wir beide vollkommen wären und zwischen uns keinerlei Widersprüche entstehen würden. Als ob wir füreinander das Maximum an Gutem tun wollen, um folglich wie ein Körper zu sein. Nicht physisch, im Bett, sondern seelisch, innerlich. Nach einer Menge solcher Übungen werden Sie sehen, wie diese Beziehung sich plötzlich verwirklicht.

Aber natürlich ist hierfür der öffentliche Druck seitens der Umgebung nötig, als ob ihr dieses endlose Seminar niemals verlassen würdet. Ihr befindet euch ständig in der richtigen Absicht. Dann wirst du plötzlich erkennen, wie die Natur innerhalb und außerhalb von dir beginnt, sich zu verändern. Die Welt wird dir anders vorkommen, du selbst und alle Beziehungen werden sich verändern. Wie geschrieben steht: „Ich habe die andere Welt gesehen“.

Es scheint eine Art psychologischer Übung zu sein, aber darin gibt es eine sehr große Tiefe. Wir brauchen eine kollektive Kraft, die uns beeinflussen und helfen wird, solche Trainings zu beginnen. Aber hier gibt es eine sehr wichtige Bedingung: der Lehrer in solcher Gruppe soll aus „Bnei Baruch“ sein.

Auszug aus dem 33. Gespräch über das neue Leben, 12.07.2012

Frage unseres Blog-Lesers über die Kinderlosigkeit 05.08.2012

Frage: Schon länger als ein Jahr beunruhigt mich die Unmöglichkeit meiner Frau, schwanger zu werden. Wir beide sind schon längst über dreißig, sind aber immer noch kinderlos. Wir haben nicht rechtzeitig an die Kinder gedacht, und müssen jetzt dafür büßen. Meine Frau ist ständig krank, sie hat gynäkologische Probleme. Jeden Monat warten wir mit der Hoffnung auf die Schwangerschaft, aber sie tritt nicht ein. Wir sind so traurig und nervös geworden. Ich studiere schon ca. ein halbes Jahr an der Kabbala-Akademie. Ich bitte Sie, sagen Sie mir, was ich tun muss, welche Veränderungen ich verwirklichen muss, um endlich Vater zu werden.

Meine Antwort: Lassen Sie sich nicht in die Ecke treiben. Solche Beunruhigung, besonders bei den Frauen, verhindert vollkommen ihre Möglichkeit der Empfängnis.

Deshalb ist es Ihre Pflicht, vor allem zu lernen, sich über die Familie, über die Frau zu freuen, unabhängig von Ihrem unerfüllten Verlangen. Die Freude – wie wir lernen – ist ein Zeichen des Lebens, eine wichtige Bedingung.

Weiterhin sollen Sie ab diesem Moment und weiterhin Ihr Zusammenleben so führen, dass Sie Ihrer Frau ununterbrochen die Zeichen der Aufmerksamkeit schenken, und ihr ständig andeuten, dass Sie nur sie mögen, und nicht „ihr Gerät“ für die Geburt der Kinder.

Wir lernen diese tiefen Grundlagen der notwendigen Korrekturen in der Kabbala: Erstens existieren das natürliche Verlangen, Kinder zu haben, sowie alle Vorbedingungen dafür nur im weiblichen Teil der Schöpfung, innerhalb der Frau, deshalb sollen diese nicht durch die psychologischen Störungen, durch die Beunruhigung oder Vorurteile, wie sie in der gegenwärtigen Gesellschaft üblich sind, beansprucht werden. Zweitens ist für das Geschöpf jede Erscheinungsform des Schöpfers, „das Zeichen der Aufmerksamkeit“ von seiner Seite eine Quelle des Lebens. Ebenso erfolgt es in den Beziehungen zwischen dem Mann und der Frau: sie (die Schöpfung) wartet auf das Licht, deshalb nimmt sie jedes beliebige Wort und die Handlung des Mannes als das Zeichen der Aufmerksamkeit oder der Unaufmerksamkeit wahr. Seine Beziehung ihr gegenüber erhöht oder vermindert ihre Lebenskraft und alle ihre natürlichen Möglichkeiten und die Vorbedingungen.

In der Liebe gibt es keine Berechnung

In jedem Volk liegt eine innere Stärke, die es vereint. Doch die Söhne Israels, wie bereits Baal HaSulam erklärt hat, sind nicht wie die anderen Völker, welche in dieser natürlichen wechselseitigen Beziehung stehen. Wenn es keine Liebe zwischen ihnen gibt, dann verlieren sie sich schnell aus den Augen. Nur der Hass der anderen Völker hält sie zusammen und schützt vor der vollständigen Assimilation.

Baal HaSulam führt das Beispiel mit dem Sack voller Nüsse vor: Diese wünschen sich so sehr die Einheit, dass sie sogar klappern, wenn sie aneinander stoßen. Aber der „Sack“, d.h. Antisemitismus, erlaubt ihnen nicht, auseinanderzufallen.

Allerdings ist es nicht die wahre Liebe und Einheit. Wie lange kann es noch dauern?

Daher ist jetzt die Zeit angebrochen, dass sie sich nicht wegen dem „Sack“ miteinander verbinden, der sie umgibt, sondern auf der Grundlage der Liebe und der wechselseitigen Beziehungen. Dann wird der Druck von außen nicht mehr notwendig sein, so dass er aufhört; plötzlich werden die Araber ihre Haltung ändern und für sie wie Brüder sein. Immerhin – es geht nicht um jemand anderen, sondern auf diese Weise wirkt die höhere Kraft auf das jüdische Volk.

Wenn sie sich fügen, wird der „Sack“ nicht mehr benötigt, und somit werden alle negativen Kräfte in der Welt beseitigt – einfach durch die Verbindung. Durch die Verwirklichung dieser Methode werden die Menschen etwas verspüren, was in ihrer Seele hinterlegt und schon lange in Vergessenheit geraten ist. Das Korn ist schon gepflanzt, und so schreibt Baal HaSulam, dass das jüdische Volk in sich wieder die Liebe wachrütteln muss.

In diesem Fall muss man offen für alle Stämme sein. Denn es ist uns nicht bekannt, was mit den zehn Stämmen geschah, die während der Zeit des ersten Tempels gefallen sind. Wer weiß, wo sich jetzt ihre Nachkommen befinden und wie viele es sind.

Und überhaupt, wenn die ganze Welt zu der gleichen Einheit kommen soll, ist das jüdische Volk natürlich bereit, alle zu empfangen, die sich diese Einheit wünschen. In der Liebe gibt es keine Berechnung: Wer sich die Verbindung wünscht, der soll sich anschließen.

Auszug aus dem Gespräch vom 05.06.2012

Eine kurze Übersicht des Kurses über die integrale Erziehung. Die familiären Beziehungen

Heute existieren keine familiären Beziehungen als solche.

Selbst wenn eine Familie gegründet wird, fühlt sich jeder innerhalb der Familie als das abgesonderte Element, das von seinem Partner unabhängig ist. Außerdem fühlen die Kinder sich absolut unabhängig von den Eltern oder wollen sehr unabhängig zu sein. Und die Eltern wollen auch nicht, dass die Kinder sie beschweren. Wir haben unter dem Einfluss des Egoismus die familiären Beziehungen zerstört.

Deshalb müssen wir für unsere Zukunft etwas tun. Wenn heutzutage bis zu 70 % der jungen Menschen sich keine Ehe und keine Kinder wünschen, so erwartet uns bei weitem keine fröhliche Perspektive. Ich spreche nicht mal darüber, dass es niemanden geben wird, um die alternde Bevölkerung zu ernähren – heute ist diese Tendenz besonders in Europa sichtbar.

Wir sollen den Menschen den „Zauber des Familienlebens“ zurückgeben, denn dieser ist heute absolut nicht vorhanden! Alles erfolgt notgedrungen – während die Frauen noch die Kinder haben wollen, sind die Männer passiv und wollen überhaupt nichts.

Die integrale Erziehung erklärt dem Menschen die Verbindung zwischen den Menschen, führt ihn zur Verbindung mit den anderen hin. Er beginnt plötzlich, die Feinheit, die Liebe, irgendwelche Gefühle gegenüber den anderen Menschen zu empfinden, er beginnt, alle mehr als früher zu fühlen. Heute hören die Menschen ganz auf, einander zu fühlen, ihnen genügt die Kommunikation mittels der SMS-Mitteilungen.

Die integrale Erziehung ruft im Menschen die guten Gefühle bezüglich den anderen hervor, regt in ihm den besonderen Sensor an: er wird empfindlicher gegenüber dem, wie sich die Menschen zu ihm verhalten, wie er sich zur Annäherung bzw. zur Entfernung verhält. Er beginnt, darauf sinnlicher zu reagieren, und so wacht in seinem Inneren die wegen der Selbstsucht verlorene Notwendigkeit der Empfindung zu anderen Menschen auf. Er wird fühlen, dass sich darin die Quelle der Wärme, der Freude, des Erfolges, der Überzeugung befindet, statt sich in der Wohnung wie in einer Muschel abzuschließen.

Das Bedürfnis der Wärme, der Anteilnahme, der gegenseitigen Kommunikation, das die integrale Erziehung kultiviert, wird den Menschen motivieren, eine Familie gründen zu wollen.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 22.05.2012

Warum sollte man seinen Nächsten lieben?

Frage: Der Aufruf, oder, wie Sie sagen, das Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, wurde schon mehrmals besprochen und angestrebt, dass es sich zu einem häufigen Aufruf gegenüber Kindern verwandelt, um diese gegenüber anderen Kindern ruhig zu stellen, aber nicht zu einem realen Aufruf an die reifen Menschen, ihre Wechselbeziehungen zu ändern. Worin besteht der Unterschied Ihres Aufrufes von den anderen und worauf basiert Ihre Überzeugung in der Realisation Ihrer Phantasie?

Meine Antwort: Wenn die gewöhnlichen Menschen (99 %) über die Verbindung sprechen, dann meinen sie die Korrektur des menschlichen „Miteinander“, gleich dem, wie wir den Kindern raten, befreundet zu sein, statt sich zu zanken. Wenn aber die Kabbalisten (1 %) über die Verbindung sprechen, dann sehen sie diese Verbindung nicht als Ziel, sondern als Mittel für das Erreichen des noch höheren Ziels – die Offenbarung und das Begreifen des Schöpfers, der höheren Kraft der Natur, und das Erreichen des folgenden Niveaus der Entwicklung, das uns die Empfindung der höheren Welt ermöglicht.

Sich um andere sorgen

Frage: Was verstehen Sie unter dem Wort „Liebe“?

Meine Antwort: Ich meine, dass jeder von uns ständig mit den Sorgen der anderen Menschen lebt.

Ebenso, wie wir es in der Gruppe organisieren, wenn wir beginnen, nach einem Trainingsplan zu arbeiten, wenn jeder von uns wünscht, für den anderen eine Zustand zu erschaffen, der so aufgehoben wie möglich ist. Das heißt ich soll andere Menschen verstehen und ihre Bedürfnisse spüren können. Ich soll an sie entsprechende Signale senden können: verbal, physisch, innerlich usw.

Ich soll in gegenseitiger Bürgschaft mit ihnen sein, das heißt, dass jeder von uns den anderen das Empfinden gewährleistet, dass man überzeugt sein kann, aufeinander gleichermaßen in dieser Weise einzuwirken. Und deshalb erheben wir uns ständig über unsere Selbstsucht und korrigieren dadurch unsere egoistischen Eigenschaften.

Eine solche wechselseitige Arbeit ist die wichtigste Arbeit in der Gruppe.

Nach der Aneignung dieser Methode werden wir dennoch wiederholt in selbstsüchtiges Verhalten zurückfallen, und daher erneut Hindernisse empfinden – bis die vollständige Korrektur, bis der endgültige Aufstieg über die Selbstsucht erreicht sind.

Aber in beliebigen Zuständen innerhalb der Gruppe und sogar draußen – zu Hause und bei anderen Menschen – werde ich sofort dieselbe Idee, dieselbe Praxis erleben. Und im Ergebnis werde ich auf die richtige Weise mit der gesamten Welt zusammenwirken.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 27.02.2012

Die Liebe ist ein abgedroschenes Wort

Es gibt viele Wege, um zur Frage nach der Liebe und der Einheit zu gelangen. In der Regel bedeutet für uns das Wort „Liebe“ etwas völlig Gegensätzliches: Unsere egoistischen Wünsche nach Essen, Sex, Familie, Reichtum, Ehre und Wissen zu erfüllen.

„Ich liebe“ – ​bedeutet „ich will.“ Ich will bekommen – das heißt, ich liebe etwas, ich wünsche, dass es meins ist, will es näher zu mir bringen, mir den Bauch damit vollschlagen. Darum geht es bei meiner „Liebe“. Im Kern ist der Begriff dieser „Liebe“ definiert durch: „Ich will es um jeden Preis bekommen.“

Das ist so, weil wir uns in dieser Welt befinden, die sich infolge des Zerbrechens gebildet hat, wie uns die Wissenschaft der Kabbala erklärt. Unsere gesamte Welt ist vollkommen egoistisch, weshalb wir uns die Liebe als etwas ausschließlich auf uns selbst ausgerichtetes vorstellen.

Wenn ich etwas liebe, bedeutet das, dass ich es näher zu mir bringen will, um es zu besitzen, zu empfinden, mich damit zu erfüllen. Sich den eigenen Wunsch zu erfüllen, etwas Schönes zu genießen, nennen wir „ich liebe.“

Dabei vergessen wir vollständig die zweite Hälfte, die zweite Kraft, die in der Realität existiert – die Kraft des Gebens, worin das gleiche Wort „Liebe“ vorhanden ist – wobei dieses Wort hier bedeutet, die anderen zu lieben, sie zu erfüllen, ihnen etwas zu schenken, was sie sich wünschen, und nicht was ich will. Dies ist genau entgegengesetzt zu unseren Vorstellungen über die Liebe.

In vergangener Zeit waren die Menschen mit der Natur stärker verbunden und besaßen ein natürliches Gefühl dafür, dass es in ihr eine zweite Kraft gibt – die Kraft des Gebens, welche Nächstenliebe und Zuneigung beinhaltet. Die Kabbalisten haben diese Kräfte enthüllt – genauso wie es viele andere Menschen tun, denen eine achtsame Sensibilität für die Natur zuteil wurde. Und es gab viele Menschen außer den Kabbalisten, welche fühlten und für sich in allen möglichen Formen enthüllten, dass die Kraft des Gebens nicht weniger als die Kraft des Empfangens ist. In dieser zweiten Hälfte der Realität, in der Kraft des Gebens existieren die gleichen Handlungen, die auch in der Kraft des Empfangens vorhanden sind, aber ihre Deutungen sind anders, anders als in unserer Welt üblich ist.

Und wir befinden uns nur in einer Hälfte der Wirklichkeit, unter der Einwirkung der Kraft des Empfangens, unter der Macht des Verlangens, sich zu erfüllen, das als Folge der Teilung der Wünsche / Kelim gilt. Der Mensch befindet sich innerhalb dieser Teilung. Und die gesamte unbelebte, pflanzliche und tierische Natur, wie Baal HaSulam in der „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala (Pticha)“ schreibt, steigt zusammen mit dem Menschen auf und ab in dem Ausmaß, in welchem die Natur den Veränderungen nachhelfen muss, welche der Mensch zu durchlaufen hat.

Die Religionen und die Weltanschauungen basieren seit ihrer Entstehung darauf, dass sie diese zweite Kraft enthüllen, die in der Natur existiert. In ihrem Kern sprechen sie von Liebe und die Einheit. So war es, solange sie auf wenige beschränkt blieben. Aber als sich diese Gedanken in großem Maß unter egoistischen Menschen ausgebreitet haben, welche weniger sensibel waren – haben sie sich in eine Ansammlung von Zeremonien, Ritualen und diversen anderen Handlungen verwandelt. Von diesem Punkt an wurden sie auf egoistische Weise genutzt: Um sich selbst zu erfüllen, statt um die Menschen zur Vereinigung, zur Liebe, zur Eigenschaft des Gebens zu führen, und die beiden Systeme auszubalanzieren.

Während die Zeit vorwärts strömte und die Menschheit sich im Laufe der Geschichte entwickelte, angetrieben durch das unaufhörliche Wachstum des Egoismus in jedem Einzelnen und in der Menschheit im Allgemeinen, haben wir uns weit von dem natürlichen Verständnis des Menschen entfernt, welches die Menschheit früher besaß. Dieses Verständnis für die Kraft des Gebens und die wahre Bedeutung der Liebe müssen wir heute enthüllen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash, 13/12/2011

Kabbalisten über die Nächstenliebe und die Liebe zum Schöpfer. Teil 7

Liebe Freunde! Bitte stellt Fragen zu den Zitaten der großen Kabbalisten.

(Anmerkungen in Klammern sind von mir)

Die Liebe zum Nächsten stellt ein Mittel zur Erreichung der Liebe zum Schöpfer dar.

Die Menschheit kennt kein anderes Mittel zu ihrer Korrektur, außer der Befolgung bzw. Erfüllung des Gesetzes der Höheren Lenkung „das Geben einem Nächsten um Schöpfers willen“, die aus zwei Etappen besteht:

1. „ Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ – bedeutet, dass die Sorge über das Wohlergehen der Gesellschaft nicht geringer sein soll, und der natürlichen Sorge über sich selbst vorgezogen werden soll.

2. „Liebe den Schöpfer von ganzem Herzem und ganzer Seele“ – bedeutet, die Pflicht der Sorge über das Wohl des Nächsten und der Gesellschaft, und es nur mit der Absicht zu tun, um die Gunst in Augen des Schöpfers zu erlangen, was gleichzeitig seinen Wunsch erfüllt.

Baal HaSulam, „Frieden„.