Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Überwindung des letzten Widerstands des körperlichen Egos

Wenn ein Mensch von anderen getrennt ist, überkommen ihn verschiedene Ängste, Sorgen, Bedenken, Enttäuschungen und Zweifel. Er fühlt sich verloren und weiß nicht, was zu tun ist. Hier wird ihm empfohlen, zu studieren, über den Verstand zu gehen und sich in die Gruppe zu integrieren, sich unter die Freunde zu mischen und ihre Meinung zu hören. Dies ist ein guter Weg, um wieder Sicherheit zu erlangen.

Niemand kann diesen Hindernissen mutig ins Auge sehen. Wenn man also irgendwelche Zweifel, Ängste und Sorgen bezüglich des Wegs und der Arbeit hat oder den Drang verspürt, wegzulaufen, ist dies ein Indiz für die schwache Verbindung zur Gruppe.

Auf solche Weise ist man niemals in der Lage, Ängste zu überwinden, sondern man sollte sich in die Gruppe einbringen und auf die Freunde vertrauen – wie ein kleines Kind hinter dem Rock seiner Mutter. Nur dadurch erlangt man Sicherheit und das Recht, ins Buch des Lebens aufgenommen zu werden.

Jeder wird noch viele Zweifel, Ängste, Gedanken – dafür und dagegen – und Scham erleben. In diesem Fall muss man sich einfach mit der Gruppe verbinden, die Meinung der Freunde annehmen und sich annullieren. Man nimmt alles, was sie haben, und das wird dich sicherlich zum Ziel führen. Zähle nicht auf das, was du sonst noch außer deinem Ego hast. Wandle es um in die allgemeine Meinung der Gruppe, und du wirst Erfolg haben.

Du kannst nur in der Mitte der Gruppe, an der Stelle, die ein Mensch mit geschlossenen Augen betritt, gerettet werden – er akzeptiert die Meinung anderer und lebt auf diese Weise. Es gibt keinen anderen Weg. All die Widerstände unseres Egos, die Probleme und die Zweifel sollen uns zwingen, in die Mitte der Gruppe integriert zu werden. Also lasst uns dies nicht vergessen und einander unterstützen. Die Hauptsache ist, alle an unserer Einheit und Verbindung teilhaben zu lassen. So erwerben wir einen allgemeinen gemeinsamen Geist und werden die gegenseitige Fürsorge erreichen.

Wenn ich von den Widerständen erfahre, denen wir begegnen, bin ich glücklich. Lasst die Widerstände noch größer werden. Kritiker mögen uns angreifen wie ein Rudel Hunde, die unsere Kleidung mit den Zähnen packen, jedoch nicht in unser Fleisch beißen können. Dies zeigt uns, wie stark und mächtig wir sind – und die Notwendigkeit für diesen starken Widerstand wird der letzte Push sein, die letzten Bemühungen, um die Einheit, die wir brauchen, zu erreichen, um die Sklaverei aus Ägypten zu verlassen.

Dank der Widerstände können wir uns über das Niveau, auf dem sich unser Ego und all die Kritiker befinden, erheben. Sie werden unsere Sehnsucht nach Erfüllung nicht aufhalten können, da sie sie nicht sehen und nicht fühlen. Sie bemerken nur unser Ego und versuchen zu beißen, was übrig bleibt; aber wenn wir uns darüber erheben, verschwinden alle Hunde, und es bleibt kein Widerstand übrig.

Es ist wie eine Rakete, die mit schrecklichem Lärm abgeschossen wird und enormen Antrieb benötigt, um die Erdatmosphäre zu verlassen. Doch plötzlich überwindet die Rakete die Erdanziehungskraft und alles beruhigt sich. Der Widerstand endet und wir befinden uns schwerelos im Raum. [118694]

Aus dem Gespräch während der Mahlzeit, 18/10/13

 

Unser Sieg hängt von unserem Glauben ab

Ich hoffe, dass wir alle das Bedürfnis nach der äußeren bösen Kraft verspüren, die uns zwingt, uns zu verbinden. Ohne diese sehen wir keine Notwendigkeit, uns zu verbinden und können es auch nicht. Wir können die Intensität der Verbindung, die benötigt wird, um uns an den Schöpfer anzuhaften, nicht selbst entdecken. Auch bin ich froh, dass wir angegriffen werden. In der Tat sind die Angreifer machtlos, aber sie verwirren uns und zwingen uns zur Besorgnis.

Wir dürfen nicht gleichgültig bleiben sondern sollten entsprechend reagieren; aber mit der Hilfe der Kraft der Tora. Wir brauchen nur das Licht, das uns erneuert. Wir brauchen uns nur an den Schöpfer wenden, der uns wie Klebstoff verbindet, damit die Kraft der Einheit auf uns einwirkt. Er ist derjenige, der diese bellenden Hunde schickt, damit wir uns noch stärker verbinden.

Wir werden die letzte egoistische Generation der Welt sein. Ich bin sehr froh, zu sehen, was passiert und erwarte viele Kämpfe in der Zukunft. Ich erwarte, dass unser Ego alle Schläge wie die Zehn Plagen von Ägypten erduldet; dass sie uns dazu bringen, laut zu schreien, damit wir endlich aus der Dunkelheit heraus kommen. Dieses Ziel ist bereits sehr nahe.

Lasst uns darauf mit all unserem Geist und Herz konzentrieren, uns daran erinnern was wir gelernt haben und uns gegenseitig unterstützen. Ihr alle seid großartige, besondere Menschen, die vom Schöpfer für diese große Mission auserwählt wurden, um die Verbindung unter uns herzustellen. Die Höhere Kraft, die in diesem Zusammenhang enthüllt wird, wird alle unsere Feinde besiegen. Wir müssen nur unsere Hände im Gebet erheben, damit der Schöpfer zwischen uns arbeiten kann.

Wir müssen alle Ereignisse, die uns der Schöpfer sendet, um die Verbindung zwischen uns zu prüfen und uns näher zueinander zu bringen, akzeptieren. Alles geschieht nur, damit wir uns verbinden. Es gibt keine böse Macht in der Welt. Pharao soll die Kinder Israels näher zum Schöpfer bringen, und das ist es, was mit uns geschieht. Je früher wir verstehen, desto schneller werden wir das Ziel erreichen.

Wir werden die Sklaverei Ägyptens mit „großem Vermögen“ verlassen, wenn wir stärker wachsen, verbinden und verstehen, dass all die Hindernisse nur von Vorteil für uns waren. Ich bin froh alles zu sehen was geschieht, und ziehe das Schlechte dem Guten vor denn es kann uns viel mehr beeinflussen als das Gute. So hoffe ich, dass die Kraft des Widerstands jeden von uns schüttelt, damit wir zur Verbindung angehalten werden.

Baal HaSulam, Brief 10: Tut was ihr könnt, und das Heil des Herrn ist wie ein Wimpernschlag. Das Wichtigste für heute ist die Einheit der Freunde. Übt das mehr und mehr, all eure Fehler können damit abgegolten werden. Das ist so, weil wir durch die Verbindung die Höhere Kraft entdecken.

Wer einen Drang verspürt, zu fliehen, auszureißen oder sich zu verstecken und meint, sich selbst schützen zu müssen, muss verstehen, dass der Schöpfer ihm diese Schwierigkeiten mit der Absicht sendet, um ihm zu helfen – um die eigene Seele zu suchen. Es ist gut, dass er all die bösen Mächte fühlt, da er sich dann auf die Mitte der Gruppe konzentrieren und sich über diese bösen Kräfte erheben kann. Nur dort können wir die Kraft entdecken, die uns aus Ägypten rettet.

Wir reden nicht von Körperlichkeit oder irgendwelchen Spielen. Das ist eine spirituelle Angelegenheit. Wir müssen uns auf das Niveau erheben, das unseren Anforderungen entspricht. Die Ereignisse, die wir durchlaufen, sind sehr verschieden von denen, die anderen Menschen geschehen, da der Schöpfer ganz besondere Anforderungen an uns hat und uns zu diesem Zweck die Hindernisse schickt. Es dienst alles nur dazu, um uns zu helfen, uns zu verbinden. [118697]

Aus dem Gespräch während der Mahlzeit 18/10/13

Du wurdest erweckt – erwecke andere!

Stell Dir vor: Unsere Welt ist geteilt in zwei Teile. Es gibt diese Art von Menschen, Arten von Verlangen, die fähig sind, sich mit der höheren Kraft der Natur zu verbinden, und deshalb werden sie Yashar-Kel (Israel) genannt. Ob sie ihre Mission nach außen tragen oder nicht – sie sind fähig, harmonisch mit der Natur zu leben. Sie haben schon dieses informative Gen, Reshimo. In anderen ist dieses Gen noch sehr tief verborgen. Deswegen sind sie unfähig, eine Verbindung zur Höheren Kraft herzustellen.

Der Teil Israel hat die Chance und die Bereitschaft, sich mit der höheren Kraft zu verbinden. Deswegen müssen sie die “Weisheit der Kabbala” studieren und ihre gebrochenen Reshimot korrigieren. Diese Reshimot erwachen, klären und verbinden sich mit Malchut der Welt Atzilut, und verwandeln sich in Teile der Shechina.

Aber es gibt auch Arten von Wünschen, die unfähig sind, von selbst zu erwachen und können nur von jenen erweckt werden, die Israel genannt werden. Diese Wünsche können sich nicht an die unteren neun Sefirot von Malchut der Welt Atzilut anhaften – daher liegen sie ganz unten. Sie haben keine aktive Galgalta ve Eynaim, daher ist es ihre Aufgabe, bereit zu sein, ihren materiellen Egoismus aufzugeben, ihr Ego zu vermindern und sich mit allen anderen zu vereinen, damit sie ein gutes Leben führen können. Auch alle externen Bedingungen verhelfen ihnen dazu.

Sie benötigen keine Korrektur, indem sie im Glauben über dem Verstand gehen – so wie Israel, für die es notwendig ist, einen Zustand der kompletten Annullierung vor dem Höheren zu erreichen, der den unteren einschließt und auf eine neue Stufe erhebt. Wenn am Ende alle verbunden sind, wird das Erneuernde Licht alle um viele Stufen erheben. Jedoch war das bisher noch nicht notwendig.

Israel ist gegenwärtig in einem Zustand, der ihnen erlaubt, sich mittels einer Verbindung zu einer Kabbalistischen Gruppe zu korrigieren, um sich dem Höheren anzuhaften. Damit befinden wir uns im Höheren und offenbaren dies, wohingegen andere das nicht können, da sie kein Verlangen danach empfinden und auch ihre Wünsche nicht dazu bereit sind. Und so verbinden sie sich nur, um ihr aktuelles Leben zu verbessern, jeder nach seinem Verlangen. Sie haben Erfolg da sie ein kleines Stück von Galgalta ve Eynaim erhalten und ihre AHaP annullieren.

Alle Kabbalistischen Schriften teilen sich in zwei Kategorien. Ein Teil betrifft die Korrektur des Menschen, der eine Neigung dazu hat – den Punkt im Herzen. Der andere Teil vermittelt denjenigen, die einen Punkt im Herzen oder Spiritualität erreicht haben und wissen, wie sie die gesamte Menschheit schrittweise auf die Offenbarung und Erkenntnis vorbereiten.

Es ist bekannt, dass sich Baal HaSulam mit Ben Gurion traf – um in Polen mit streikenden Arbeitern zu sprechen. Natürlich erwartete er nicht Kabbalisten unter ihnen zu finden. In seinem Artikel, “The Last Generation”, beschreibt er Wege für die umfassende Bildung der allgemeinen Öffentlichkeit und gibt an, dass sich nur dann das Licht des Schöpfers an alle offenbart werden wird: “Alle sollen Mich kennen, vom Kleinsten bis zum Größten von ihnen”. (117466)

Auszug aus dem 3. Teil des täglichen Kabbalaunterrichts, TES – Lehre der Zehn Sefirot, 27/09/13.

Die Welt erwartet den nahenden Shabbat

Es wird gesagt, dass die Korrektur der Welt 6.000 Jahre dauert, die sechs Wochentagen entsprechen. 6.000 Jahre sind uns für die Vorbereitung gegeben, damit wir die spirituellen Gefäße, Verlangen, Instrumente vorbereiten. Nach der Korrektur unserer Verlangen, fängt  das siebte „Jahrtausend“ (Shabbat) an, das heißt die nächste Stufe – der Zustand der endgültigen Korrektur der Welt (Gmar Tikun).

Der Zustand des Shabbat oder des siebten Jahrtausend heißt „Ähnlichkeit der zukünftigen Welt“ (mi-ejn olam aba). Dieser Zustand repräsentiert noch nicht die zukünftige Welt, hinter ihm folgen noch 8, 9 und 10 Jahrtausende, die den drei ersten Sefirot entsprechen (GAR).

Aber der Shabbat beginnt früher – noch vor dem Ablauf des 6. Jahrtausend. Der Zustand des Shabbat (der erste Aufstieg der Welten, welcher uns das zusätzliche Licht offenbart) fängt schon um „fünf Uhr nachmittags des sechsten Tages“ an, das heißt am Freitag. Deshalb wird der sechste Tag (das heißt unser 6. Jahrtausend) auch vom Leuchten des Shabbat durchgedrungen.

Der sechste Tag heißt Vorabend des Shabbat, und wir befinden wir uns jetzt in dieser besonderen Periode. Wir fühlen, wie in unserer Welt die Bewegung und die Veränderungen an der Schwelle des Shabbat anfangen. Wir müssen noch den bleibenden Abschnitt bis zur Vollendung der Korrektur erleben, aber er wird sehr kurz sein. Der Shabbat ist schon sehr nahe, bald werden wir ihn erreichen! [118858]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar. Das Vorwort, 16/10/13

Zwei Gebete: Das persönliche und das der Gruppe

Es gibt zwei Gebete. Das erste Gebet (МaN ) existiert, um sich in АCHaP des Höheren einzureihen, der die in ein Ganzes verbundene Gruppe repräsentiert. Galgalta Ejnaim des Unteren, die sich mit dem Höheren verbindet, bin ich, der sich in die Gruppe wie in eine Gebärmutter einfügt, d.h. ich möchte in der Umgebung existieren, die auf mich einwirkt und mich vollständig versorgt.

Innerhalb dieser Gebärmutter gibt es allerlei Systeme, die für mein Wohlbefinden verantwortlich sind. Ich muss an nichts mehr denken, außer darin eingeschlossen und aufgenommen zu werden. Die drei ersten Tage der Aufnahme des Samens sind das Wichtigste.

Durch mein Verlangen zur Verbindung mit dem Höheren erwecke ich Ihn und zwinge Ihn, den großen Zustand zu erreichen. Ich wende mich an die ganze Gruppe, weil mir klar ist, dass ich alleine keine Chancen auf Erfolg habe. Deshalb erwecke ich die Gruppe und bete darum: “Lasst uns das Licht, die Kraft der Korrektur vom Schöpfer empfangen, die in uns offenbart wird”. Sie wird in uns offenbart, um die Verbindung zwischen uns zu festigen und zu entwickeln. Als würden wir unseren Inkubator bauen und gemeinsam drum bitten

Das erste МaN ist mein persönliches Gebet, dank dem ich mich in die Gruppe einreihe. Und das zweite Gebet ist allgemein, da wir uns zusammen wie eine Gruppe an den Schöpfer wenden. Der Schöpfer beginnt, sich zu offenbaren, denn als Antwort auf das gemeinsame МaN kommt sofort die Antwort, МaD. [118792]

Auszug aus dem Unterricht nach „TES“, 13/10/13

Das Leben und der Tod mit den Augen eines Kabbalisten

Krasnojarsk: Die erste Lektion vor dem Kongress

Frage: Wir sind mit Ihnen die Menschen einer Generation. Wie kann man heute, wenn man die Offenbarung verschiedener Laster der heutigen Jugend beobachtet, die für uns einst ein Tabu waren, in sich dennoch die Kräfte finden, diese Menschen zu lieben? Angenommen ein Autofahrer überfährt ein Kind, so dass es in den Armen seiner Mutter stirbt. Wie kann man danach den Mörder lieben?

Meine Antwort: Es geht nicht darum, den Mörder zu lieben. Sie führen ein äußerstes Beispiel vor, aber ich werde versuchen, es zu erklären. Es ist notwendig, dass die Mutter bis zu dem Niveau hinaufsteigt, auf dem sie alles sehen wird, was in Wirklichkeit geschehen ist: dass nichts in unserer Welt durch den Menschen selbst realisiert wird, sondern entsprechend des Systems der Wechselwirkung aller Menschen erfolgt, sowie von der einzigen Höchsten Kraft initiiert wird, das uns zum Ziel führt.

Was bedeutet „ihr Kind“? Das gestorbene Kind ist ihr Kind auf dem tierischen Niveau, und auf dem folgenden, menschlichen Niveau ist es ein Teil des Systems, das zuerst erscheint (geboren wird) und dann verloren geht (stirbt). Wenn ich das ganze System offenbare, dann sehe ich darin keine Laster. Ich erkenne, dass alles nur eine einzige Kraft lenkt.

Aber in diesem Fall befinde ich mich nicht auf dem Niveau, auf dem sich die Mutter befindet, die, Gott behüte, sieht, wie ihr Kind getötet wird. Ich empfinde das alles anders. Ich bin schon keine Mutter mehr, und es gibt kein Kind. Wir alle sind verbunden, und ich verstehe schon, dass sowohl das Leben als auch der Tod von mir ganz anders wahrgenommen werden sollen. Das ist die ununterbrochene Veränderung der Zustände. Denn worin liegt eigentlich der Unterschied zwischen dem, was wir in unserem Körper empfinden und den Empfindungen außerhalb des Körpers? Das sind verschiedene Niveaus der Wahrnehmung. Wir studieren das alles in der Wahrnehmung der Realität.

Deshalb gibt es auf Ihre Frage, in der Art, wie Sie diese Frage gestellt haben, keine Antwort. Man kann der Mutter, die sich auf dem gewöhnlichen materiellen Niveau der Entwicklung befindet, nicht erklären, was mit ihrem Kind geschehen ist. Aber der Mensch, der die spirituelle Realität begreift, nimmt alles natürlich anders wahr.

Ich sah das an meinem Lehrer. Nach einigen Monaten, nachdem ich zu ihm gekommen bin, ist die Mutter eines seiner Schüler gestorben. Traditionell sollen die Verwandten des Verstorbenen nach seinem Tod eine Woche lang das Haus hüten, um die Trauer zu beachten. Ich bin zu ihnen gekommen, um mitzutrauern, und was sah ich da, keine Trauer?! Sie unterhielten sich miteinander, wie auch vorher, als ob es nichts passierte. Ich war geschüttelt. Damals hat es mich sehr gewundert.

Das heißt, ich habe verstanden, dass diese Menschen das Leben und den Tod ganz anders wahrnehmen. Das ist für sie nicht die Tragödie, kein Abgang aus dem Leben. Wenn du beginnst, das ganze Netz der Kräfte zu empfinden, dann wirst du erkennen, dass nichts verschwindet und niemand nirgendwohin weggeht, sondern nur aus deiner Wahrnehmung der Realität verschwindet. Aber bis heute ist es schwer, alles zu erklären. Man muss sich zur Offenbarung bewegen, dann wird beim Menschen die eigene Lösung aller Fragen erfolgen.

Auszug aus der ersten Lektion vor dem Kongress in Krasnojarsk, 13.06.2013

Mehrere Reinkarnationen in einem Körper

Frage: Was wird als Kreislauf des Lebens bezeichnet?

Meine Antwort: Ich befinde mich innerhalb des Verlangens zu genießen, und darin wird mir ein zerbrochenes Reshimo offenbart, das heißt, ich empfinde, dass meine Verbindung mit der Umgebung und meine Verbindung mit dem Schöpfer zerbrochen sind. Und deshalb bemühe ich mich, mich mit der Umgebung zu verbinden, um ein passendes Gefäß für die Offenbarung des Schöpfers, des Lichtes, vorzubereiten.

Angenommen, ich habe innerlich gearbeitet, ich habe gebetet, habe trotz meinem egoistischen Verlangen gehandelt, und erreichte dadurch die Einwirkung des Lichtes, das meine Verbindung mit den benachbarten zerbrochenen Verlangen korrigiert hat, so dass wir uns verbunden haben und die noch größere Ähnlichkeit mit dem Licht erreichten.

Jetzt hat sich das von mir korrigierte Gefäß mit dem Licht Nefesh angefüllt. Auf diese Weise habe ich das zerbrochene und von mir enthüllte Verlangen realisiert. Somit habe ich ein Leben gelebt und die Korrektur durchgeführt.

Dann wird mir die nächste Stufe offenbart. Das vorige Verlangen stirbt, da ich es nicht mehr brauche. Das Licht verlässt den vorigen spirituellen Parzuf und das folgende höhere Reshimo wird offenbart. Das heißt, es ist noch mehr zerbrochen! Aber aufgrund meiner Erfahrung des vorigen Lebens weiss ich schon, wie ich es zu korrigieren habe. Deshalb komme ich voran und setze meine Korrektur fort.

Ich soll die Verlangen verbinden, die noch mehr zerbrochen sind und einander widersprechen. Außerdem soll ich das Licht um die Verbindung bitten. So vergeht ein Kreislauf des Lebens hinter dem anderen, bis ich die vollkommene Korrektur erreiche. Die zerbrochenen Reshimot wachen nicht mehr auf, weil ich das gesamte Zerbrechen korrigiert habe, das heißt, ich ging durch alle lebenswichtigen Kreisläufe durch.

Diese Kreisläufe sind mit unserem materiellen Körper, der gleich einem Tier existiert, auf keine Weise verbunden. Außerdem bedeutet unser Leben den Aufstieg des Verlangens zu genießen.

Im Gegensatz zu der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur sind wir solche einzigartige Individuen, in denen sich das Verlangen zu genießen ständig entwickelt und im Endeffekt eine Sackgasse erreicht, in welcher wir uns heutzutage befinden. Folglich verstehen wir das Leben und unseren Weg nicht mehr. Die Leiden zwingen uns, über den Sinn des Lebens, sein Ziel, seine Wurzel zu fragen.

Das heißt, in diesem Verlangen, das sich auf den unbelebten, pflanzlichen und tierischen Niveaus der Entwicklung befindet, ist ein Keim des neuen Strebens vorprogrammiert, das uns beginnen läßt, danach zu fragen, was auf der höheren Stufe passiert.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 08.06.2012

Eine Krankheit ist eine Korrektur

Frage: In der Psychologie wird eine Krise als ein schmerzhaftes Phänomen beschrieben, aber wenn jemand dies bewältigt und nicht aufgibt, erreicht er ein neues Niveau, auf dem eine große Menge Energie freigesetzt wird und er beginnt, ein neues Leben zu leben.

Meine Antwort: Noch mehr, jede Krankheit ist auch ein Akt der Heilung. Angenommen, eine Fehlfunktion tritt auf. Jetzt wird sie in irgendeiner Weise korrigiert oder kompensiert. Und in dem Zeitrahmen, in dem sie kompensiert und korrigiert wird, betrachten wir sie als eine Krankheit. In Wirklichkeit aber ist dies schon die Korrektur.

Wir nehmen absichtlich Impfungen vor; Wir bringen Spuren einer Krankheit in den Organismus ein, um seine positive Reaktion darauf anzuregen, um ihn vor bedrohlichen äußeren Einflüssen zu schützen.

Würden wir all diese kritischen, schmerzhaften Symptome zusammentragen, würden wir entdecken, dass wir sie als die Geburt eines neuen Zustandes betrachten müssen, als eine Besserung unserer Gesundheit, als Korrektur, als unsere Ausrichtung und unseren Aufstieg auf die nächste Stufe.

Das Wichtigste ist, die Augen zu öffnen

Die Korrektur erstreckt sich vom Einfachen bis zum Schwierigen. Dennoch scheint uns die bevorstehende Korrektur auf jeder beliebigen Stufe als sehr schwierig – wir können uns nichts Schwereres vorstellen. Jeder begreift es gemäß seiner eigenen spirituellen Stufe.

Aber wenn wir die gesamte spirituelle Treppe betrachten, dann wird uns klar, dass wir um so schwierigere Verlangen korrigieren müssen, je höher wir aufsteigen. Es fällt einem Menschen mit Erfahrung und schon teilweise korrigierten Verlangen leichter, diese Schwierigkeiten zu überwinden und weiter aufzusteigen.

Es wird gesagt, dass „die Weisheit mit der Erfahrung kommt“, und deshalb lassen sich für jemand Erfahrenen die Korrekturen leichter umsetzen und ihre Notwendigkeit wird klarer. Das Wichtigste ist, die erste Stufe zu überwinden. Das ist am schwierigsten – die Augen zu öffnen. Wollen wir hoffen, dass wir das sehr bald tun. Es hängt von der Welt und von uns ab, denn wir und die Welt sind untrennbar.

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 09.03.2012

Wenn wir uns an alles erinnern werden

Frage: Der Mensch verdrängt vieles aus seinem Gedächtnis, z.B. seine nicht realisierten Vorhaben und nicht korrigierten Laster. Wie können wir diese Verlust an Identität auf dem spirituellen Weg vermeiden?

Meine Antwort: Jetzt ist es noch unmöglich. Erst zum Schluss werden alle Sonderfälle gesammelt und eine kollektive Korrektur unter der Bezeichnung „Rav paalim u-mekabziel“ ausgeführt.

Nachdem wir alle Gefäße – all unsere Verlangen gesammelt haben, vereinigen sie sich gleichzeitig zu einem einheitlichen Zustand und verwirklichen ihre endgültige Korrektur. Sie wird alle Generationen, viele Milliarden von Menschen und all ihr Schaffen umfassen. Dann wird die Zeit der vollkommenen Korrektur kommen, die uns alle zu einem Verlangen verbinden und mit dem Licht der Unendlichkeit ausfüllen wird.

Und solange dürfen wir uns unserer Vergangenheit nicht bewusst sein, denn wir könnten nichts von dem aushalten, was wir schon alles erlebt haben. Wir verfügen dazu nicht über die ausreichende Zähigkeit, anders gesagt, fehlt uns hierfür der Schirm – Massach. Uns würde es nicht gelingen, die früheren Zustände zu rechtfertigen.

Deshalb brauchen wir diese Bewusstlosigkeit. Sie hilft uns, von Zeit zu Zeit abzuschalten. Dieser periodische „Ausfall“ ist in Wirklichkeit nicht mehr als der Wechsel zwischen zwei Augenblicken, zwischen dem gestrigen und dem heutigen Tag, zwischen dem vorigen Leben und dem jetzigen, bis sich alle diese Augenblicke im Endeffekt zu einem einzigen Zustand vereinigen werden.

Auszug aus dem Unterricht im Lernzentrum „Arvut“, 17.01.2012