Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Korrektur'

Um der Gesellschaft Willen

Frage: Es gibt verschiedene humanitäre Gruppen, deren Mitglieder zum Wohle anderer sich verbinden. Sie wollen z. B. bedürftigen Kindern helfen und wenigstens einen kleinen Beitrag zur Linderung des Leids leisten. Wie unterscheiden sie sich von den anderen Menschen?

Meine Antwort: In der Welt existieren tatsächlich eine ganze Menge derartiger Organisationen, die sich zum Wohle anderer Menschen verbinden. Aber man sieht wenig gute Ergebnisse in ihren Handlungen. Es spielt keine Rolle, wie viel  Essen oder Kleidung  man den Menschen gibt, trotzdem herrscht in der Welt Hunger, Not und Leid, und das verschlimmert sich von Tag zu Tag. Wir sehen, dass dies nicht  der Weg zur Korrektur der Welt ist.

Die Kabbalah bietet eine Methode, unsere Welt durch das System der Höheren Lenkung zu korrigieren. Nicht durch einzelne Taten, sondern durch radikale Korrektur durch die Höhere Lenkung, damit die Menschen Güte, Wohlstand, Gesundheit erlangen. Und das ist möglich! Man muss nur erkennen, wie man das realisiert und es gemeinsam anzupacken. Jene Menschen, die das Verlangen haben, der ganzen Menschheit  zu helfen, täten besser daran, eine neue, korrigierte Verbindung zu den anderen aufbauen. Erst dann wird die gute Kraft in der Welt entstehen, die uns allen hilft.

Aus der russischen Lektion

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Erleuchtung durch Leid

Frage: Ist es möglich, Gott zu offenbaren, ohne dass man etwas über ihn liest, hört, oder an irgendwelche Erzählungen und Andeutungen glaubt?

Meine Antwort: Es ist möglich, aber schwierig. In der Geschichte gab es Kabbalisten, die sehr hohe spirituelle Stufen erlangt haben, ohne zu studieren. Ich weiß von einem Menschen, der in einem sowjetischen Konzentrationslager war und die Höhere Welt offenbart hatte. Dort begann er auf Hebräisch zu schreiben, ohne einen einzigen Buchstaben der Sprache zu kennen.

In Jahre 1980 zog er nach Israel und gab mir das Buch, das er im Lager schrieb und welches hier veröffentlicht wurde. Dieses Buch wurde auf Hebräisch geschrieben. Ich zeigte das Buch meinem Lehrer Rabash, und er sagte, dass dies eine sehr hohe spirituelle Errungenschaft sei. Aber es sei so individuell wie z. B. die Psalmen König Davids.

Ich fragte Rabash: „Wie konnte jemand, der die Sprache nicht kennt, so etwas schreiben?“. Er antwortete: „Es spielt keine Rolle. Gerade durch das große Leid, das er spürte, wurde ihm die Höhere Welt offenbart. Und seine Gefühle schrieb er auf Papier nieder“. So geschaht es. Wir existieren in der Höheren Welt, aber wir haben nicht das Verlangen danach! Doch dieser Mann erzielte den Durchbruch.

Das gleiche geschah mit einem Menschen Namens Vudka. Er war ebenfalls Insasse in einem Konzentrationslager und erlitt große Angst und Leiden. Er begann die Höhere Welt zu spüren, wenn auch nicht explizit, als würde er von einer Wolke umhüllt und gehalten. In der Tat ist es die erste Wahrnehmung der Höheren Welt, was er in seinem Buch beschrieb.

Ein paar Jahre später, als er nach Israel kam, trafen wir uns, aber zu dem Zeitpunkt verlor er jeglichen Bezug zur Spiritualität. Wenn er in der Haft geblieben wäre, hätte er vielleicht mehr erlangt. Er hatte die Erleuchtung und die Möglichkeit, gerade durch das Leid die Höhere Welt zu offenbaren.

Meinung: Viele Menschen leiden und kommen nicht zu solchen Offenbarungen.

Meine Antwort: Es hängt davon ab, woran sie leiden! Wenn ein Mensch leidet, weil er nach dem Sinn des Lebens sucht, und nicht, weil er eine Revolution, oder etwas anderes machen will, dann ist es möglich, zur Offenbarung zu gelangen. Schließlich befinden wir uns im Ozean des Höheren Lichts. Aber wir haben nicht das richtige Verlangen. Doch wenn das Verlangen wächst und die richtige Form annimmt, wird es auch mit Licht erfüllt. Es gibt keinen Gott, der oben sitzt und das Licht „verteilt“. Wir sind ja umgeben von dem Höheren Licht. Und wenn man ein starkes Verlangen nach dem Licht hat, spürt man es auch.

Frage: Wenn man die Erleuchtung durch Leid bekommt, bedeutet dies, wir werden geboren, um zu leiden?

Meine Antwort: Nein, wir werden geboren, um zur Ewigkeit, Vollkommenheit, Liebe und Harmonie zu gelangen. Leid ist der falsche Weg, um die Spiritualität zu erreichen. Außerdem birgt es nur einen vorübergehenden Kontakt mit der Höheren Welt. Dieser Zustand  dauert nicht lange, weil derjenige kein dauerhaftes Verlangen nach der Spiritualität hat, deswegen verschwindet so ein Zustand wieder.

Ich rate Ihnen, sich kein Beispiel daran zu nehmen. Zu so einer vorübergehenden Erleuchtung kommt man im Zustand vollkommener Frustration, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit – absoluter Dunkelheit! Die so genannte „leuchtende Malchut“ ist dann der Abgrund! Es ist ein Zustand, in welchem die ganze Materie einfriert. Das heißt, man kehrt zur Quelle der Schöpfung zurück. Immerhin bewegen wir uns alle wie auf einer Skala aufwärts.

Also man braucht nicht auf solche Zustände neidisch zu sein. Wenn man den richtigen und schnelleren Weg gehen möchte, um zur Spiritualität zu gelangen, ist es nur durch die Verbindung in einer kabbalistischen Gruppe möglich. Alles andere wäre nicht richtig.

In den Augenblicken großen Leides kann ein Mensch eine gewisse Trennung vom Egoismus erleben, weil die Qualen des Körpers ihn dazu zwingen. Sein ganzes Wesen leidet und er möchte einfach aus seinem Körper fliehen. In so einem Zustand kann man ein wenig diese Trennung fühlen. Und obwohl dies ein nicht materieller Zustand ist, ist es bei weitem kein spiritueller Zustand.

Aus der Lektion inrussischer Sprache, 20.12.2015

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Zwischen Fleisch und Milch

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Yael Leshed-Harel

Zusammenfassung

Fleisch und Milch symbolisieren die zwei Kräfte, die in der Natur arbeiten. Plus und minus, die Kraft des Empfangens und die Kraft des Gebens. Koscherer Fisch hat Flossen und Schuppen; diese repräsentieren die Charakterzüge eines Menschen, der nicht direkt für sich selbst Freude empfängt sondern in Übereinstimmung mit dem Geben handelt. Fleisch symbolisiert das egoistische Verlangen, Fisch symbolisiert ein kleineres Verlangen, und die Milch ein noch kleineres, während ein Schwein das größte egoistische Verlangen symbolisiert.

Ein Mensch, der das obere System fühlt, verdeutlicht die inneren Wünsche beim Essen, und das obere System beginnt in seinem Inneren zu leben. In uns gibt es eine Kraft, die uns belebt und die wir „Schöpfer“ nennen. Wenn wir uns auf alles, das um uns herum ist, in Liebe beziehen, spüren wir in uns die göttliche Kraft.

Die Schlachtung bedeutet, dass ein Mensch das wilde Tier in sich töten muss, indem er es richtig benutzt, was bedeutet, dass seine Kraft auf das Niveau von Adam (Man) erhoben  werden muss. Unser Inneres ist ebenso wie die Natur in Ebenen unterteilt: In unbelebte, pflanzliche, tierische und sprechende. Kabbalisten entdeckten die oberen Wurzeln und schrieben die Gesetze der Kaschrut gemäß Zweig und Wurzel, in dem der innere Metzger das Licht ist, das reformiert, und es liegt am Menschen, dieses  Licht herbeizurufen, um das Tier in sich zu schlachten.

Über diesem Kräftesystem gibt es eine besondere Kraft, die der Mensch dazu auffordert, ihn entsprechend des Systems zu korrigieren; der Mensch hat keine Kraft, sich selbst zu korrigieren; es ist alles Ego, und wenn der Mensch eine Seele haben will, muss er diese korrigierende Kraft akzeptieren. Wir sprechen über das Lenkungs- und Kontrollsystem in der Natur, das in uns arbeitet und uns lenkt.

Dem System ist es egal, was oder wie ein Mensch isst, aber die Speisegesetze zeigen, was ein Mensch als Jude in sich selbst korrigieren muss.

Aus KabTV; Neues Leben #683 – Zwischen Fleisch und Milch, 1/26/16

 

Zika Virus

Frage: Was hat es mit dem Zika Virus auf sich? Ist er eine Bedrohung für die Menschheit?

Meine Antwort: Die rapide Verbreitung des gefährlichen Zika Virus, die die Weltgesundheitsorganisation als einen Globalen Gesundheitsnotstand deklariert hat, ist unser Weckruf. Die Gefahr der Verbreitung von tödlichen Viren steigt wie Ebola und Schweinegrippe von Saison zu Saison an. Das deutet darauf hin, dass die Natur aus dem Gleichgewicht geraten ist, und sie drängt uns zu einer signifikanten Veränderung in der Art, wie wir diese Krankheiten bewältigen. Kurz bevor das Gesundheitssystem komplett außer Kontrolle gerät und die Natur uns mit weiteren Epidemien trifft, sollten wir besser anfangen, das Problem an der Wurzel zu behandeln.

Wenn man die Natur beobachtet, kann man sehen, wie alle ihre Teile in Harmonie zusammenarbeiten. In dem Maße wie auch nur ein Element geschädigt wird, gerät das gesamte System aus dem Gleichgewicht. Die einzige Ausnahme ist der Mensch. Der Mensch lebt vor allem auf Kosten der anderen, und seine ausbeuterische Haltung gegenüber anderen verletzt konsequent das Gesetz des Gleichgewichts der Natur. Aber die Unkenntnis des Gesetzes schützt uns nicht vor Strafen … Jeder Verstoß gegen die Gesetze der Natur führt zu einer schmerzhaften Gegenreaktion. Dieses Mal trifft uns der gefährlich bedrohliche Zika Virus. Das Gleichgewicht liegt in unseren Händen. Im Gegensatz zu allen Teilen der Natur, die aus einem natürlichen Instinkt heraus in Balance und Harmonie zusammen arbeiten, müssen wir Menschen diese Harmonie bewusst und aus freien Stücken herbeiführen.

Wenn wir ein korrektes System anwenden, das wie die Weisheit der Kabbala auf den Gesetzen der Natur basiert und den Schwerpunkt auf wertschätzende zwischenmenschliche Beziehungen nach dem Prinzip der Nächstenliebe legt, werden wir ein Gleichgewicht im System der Natur schaffen können. Sobald wir einen Schritt in diese Richtung machen, werden wir sofort diese positive Kraft erwecken, die in der Natur verborgen ist. Das wird das Negative ausgleichen und unsere Welt kommt wieder ins Gleichgewicht. Und damit auch der Zika Virus.

Ich wünsche uns allen eine gute Gesundheit!

In Richtung einer neuen Welt – durch einen guten Weg.

Frage: Was geschieht mit unserer Welt, wenn die Menschen untätig sitzen bleiben?

Antwort: Wenn man sich zurücklehnt, kommt es zu dem dritten Weltkrieg. Von der Weltbevölkerung wird wenig übrig bleiben, und dieser kleine Anteil der Menschen wird dann die Methode anwenden müssen, die zeigt, wie man die Verbindung zwischen den Menschen korrigiert und einen Zustand erreicht, in dem die gesamte Menschheit auf die nächste Stufe des Bewusstseins übergeht. Wir haben schon alles ausgeschöpft, was uns die Natur auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe bietet.

Wir müssen jetzt die Stufe „Mensch“ erreichen. Mensch (Adam) – ähnlich der Höheren Kraft, der Höheren Natur – das ist die nächste Entwicklungsstufe der Existenz. In jedem Bereich unseres Lebens, der Wissenschaft, Kultur, Kunst, Familie, Beziehungen zwischen den Menschen, sind wir in einer Sackgasse angelangt. Die Welt versinkt in Drogen, spürt keine Nützlichkeit, und erkennt die Sinnlosigkeit des Daseins. Veraltete Paradigmen müssen durch neue ersetzt werden.

Frage: Vielleicht brauchen wir tatsächlich einen dritten Weltkrieg, damit der Prozess beschleunigt wird?

Antwort: Warum? Schließlich kann man das auch ohne Krieg erreichen. Zum Beispiel lernt ein unartiges Kind alles durch „Schläge“, aber ein kluges Kind versteht, dass man alles auf gute Art und Weise schnell erreichen kann. Die Kabbalah erzählt über diese beiden Möglichkeiten, denn sie wurde uns gegeben, damit wir nicht durch Leiden automatisch zur nächsten Stufe gelangen, wie es seit Tauschenden von Jahren ist, sondern damit wir den guten Weg der Nächstenliebe wählen.

Aus der Sendung im Radio „Echo von Moskau“, 2015.11.25

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Die Lebensenergie vervollständigen

Frage: Ist es möglich, dass ein Mensch seinen Verlust an Vitalität durch die Nutzung einer höheren Kraft  oder anderer Quellen ausgleichen kann?

Meine Antwort: Es ist möglich und nötig! Wenn ein Mensch beginnt, sich für die  Entwicklung seiner Seele zu engagieren, erhält er enorme Energie von der höheren Kraft der Natur. Natürlich durchlebt er dabei auch schwierige Stadien  wie Enttäuschungen, Schwäche, etc. Schließlich erwirbt er aber aufgrund  seiner Ausdauer und der Wichtigkeit des Ziels, genannt „Liebe deinen Nächsten“ und der Notwendigkeit, für das Wohl der anderen zu existieren, eine ungeheure Kraft. Ein Mensch fühlt, dass er die körperlichen Begierden dieser Welt satt hat und erkennt gleichzeitig seine Verbindungen zu den Menschen aus der Liebe zum Nächsten, die er erworben hat. Er entwickelt sich und kann weiterhin in dieser Welt leben, zusammen mit dem Gefühl der höheren Welt.

Aus der Kabbalah Lektion auf Russisch 11/08/15

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Der Terrorismus ruiniert das Image des Islam

Kommentar: Der iranische Präsident Hassan Rouhani sagte bei einer internationalen Versammlung in Teheran, dass viele Terror Organisationen tatsächlich muslimisch seien und dies der Niedergang des Islam sei. Er fügte hinzu, dass sich die islamische Welt in einer tiefen Krise befinde und eine Imagekorrektur erforderlich sei, denn Israel profitiere von diesem negativen Image des Islam.

Meine Antwort: Die Welt entwickelt sich entsprechend ihrer natürlichen Taktrate, die sich solange nicht ändert, bis die Höhere Kraft, die sie korrigieren kann, in der Welt wirken kann.

Es gibt zwei Optionen: Entweder lassen wir die Kraft weiterhin so wirken wie bisher – negativ, bezeichnet als der Weg des Leids – oder wir versuchen, die Kraft stärker anzuziehen, damit der Weg ein schneller und süßer wird, genannt Weg des Lichts. Entlang des Wegs des Leids haben wir keine Möglichkeiten irgendetwas zu ändern, da es sich um eine objektive Realität handelt. Der Islam ist die jüngste der drei Weltreligionen; er muss die gleichen Phasen durchlaufen wie das Christentum und das Judentum. Islam und Christentum wollen die Welt erobern. Während dieses Vorhaben im Christentum in den letzten Jahrzehnten abnahm und daher schon der Vergangenheit angehört, steht dieser Prozess dem Islam erst bevor. Der Islam will die Macht in der Welt übernehmen.

Das könnte schnell gehen, wobei der Islam im Prinzip eine Geisteshaltung von bestimmten Menschen in Bezug auf die Welt darstellt. Diese Geisteshaltung muss zunächst entwickelt und demonstriert – letztendlich aber wieder losgelassen werden. Das momentane Problem ist jedoch der extreme Fanatismus, welcher auf religiösen „Grundsätzen“ beruht und die Anwendung von Waffengewalt zur Erreichung des Ziels – die Eroberung der Welt – billigt. Daher werden die Worte Hassan Rouhanis nichts ändern und die Gewalt nicht verringern. Seine Sorge jedoch gilt eindeutig dem Krieg in der islamischen Welt.

Kommentar: Ja, er rief alle islamischen Staaten auf, auch jene, die gegeneinander Krieg führen, die Gewalt zu beenden und auf den richtigen Weg zurückzukehren.

Meine Antwort: Es ist unmöglich, diese Kriege zu vermeiden, denn der Weg des Islam in Richtung Einheit führt nicht an einem innerem Kampf vorbei. Die Moslems müssen sich einem ernsthaften Bruderkrieg stellen und erkennen, dass der Hass unter ihnen selbst viel größer ist als der Hass gegen die restliche Welt. Es ist ein natürlicher Prozess, gegen den nichts unternommen werden kann und der sich daher ungebrochen fortsetzt. Ich wünsche dem Islam, Weisheit walten zu lassen und die Sufis zu stärken, die den wahren Islam kennen und in ihm eine Religion der Brüderlichkeit, Liebe, Verbindung und Einheit sehen. Dies müsste Priorität haben und die Sufis müssten respektiert werden, denn es wäre eine Schande, würde dieser wahre Teil des Islam verschwinden.

Frage: Was würden Sie dem iranischen Präsidenten raten, wie er die Sufis unterstützen und stärken kann?

Meine Antwort: Einerseits wissen die Sufis bereits, wohin sich die Welt bewegt, doch andererseits erkennen sie jetzt deutlich, womit sie es tatsächlich zu tun haben. Es geht um das riesige Ego, das nun in der arabischen Welt aus dem Winterschlaf erwacht. Dagegen ist nichts zu machen und die Menschheit muss diese Phase durchlaufen.

Alles hängt von jenen ab, die sich in Israel und auf der ganzen Welt mit der Weisheit der Kabbala befassen; wenn jene richtig studieren und sich präzise in Richtung Ziel bewegen, welches darin liegt, die gesamte Menschheit zur Einheit zu führen, wird dies auch den Sufismus wiederbeleben. Und damit einher auch eine Bewegung der Nächstenliebe.

So werden wir eine große Hilfe von der arabischen Welt erhalten. Gemeinsam werden wir die Realität auf friedliche Weise ändern. Wir müssen nur versuchen, uns richtig zu verbinden, damit alle, die sich mit der islamischen Ideologie identifizieren, die wahre Wurzel erkennen, aus welcher sie abstammen.

Aus KabTV „News mit Michael Laitman“, 28.12.2015

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600000 Seelen

Aus dem Buch „ Früchte der Wahrheit. Die Gespräche“

Es wurde gesagt, dass es 600000 Seelen gibt und jede Seele sich auf viele Funken geteilt hat. Wie soll man das verstehen? Das Spirituelle teilt sich nicht und es wurde ursprünglich nur eine Seele erschaffen – Adam haRishon. In Wirklichkeit gibt es nichts in der Welt außer einer einzigen Seel, wie es in „Bereshit“ gesagt wurde: „Und atmete in seine Nasenlöcher den Atem des Lebens ein“. Und dieselbe Seele befindet sich in jedem der Söhne Israels – in jedem vollkommen, als ob sie in Adam haRishon wäre. In 600000 Teile und jede Menge spirituellen Funken teilt sich die Seele mithilfe des Egoismus des Menschen. Am Anfang stößt der egoistische Körper das Licht der Seele ab und entfernt es von sich. Aber wenn es mithilfe der Kabbala der Körper korrigiert wird, fängt in dem Maß der Korrektur in ihm die gemeinsame Seele an zu leuchten.

Deswegen gibt es bezüglich der materiellen Körper zwei Zustände: Der Mensch fühlt seine eigene Seele und versteht nicht, dass diese die gemeinsame Seele für ganz Israel ist. Das ist eigentlich die große Untugend, die zur Trennung führt. In Wirklichkeit scheint ihm die gemeinsame Seele noch nicht in ihrer ganzen Kraft, sondern nur im Maß seiner Korrektur und Verbindung mit den Seelen. Und das ist das Zeichen der vollen Korrektur, wenn der Mensch fühlt, dass seine Seele sich in ganz Israel befindet. Deswegen fühlt er sich nicht mehr abgetrennt von den anderen, da sie voneinander abhängig sind. Dann wird er vollkommen, ohne jeglichen Mangel, und es scheint in ihm die Seele in voller Kraft wie in Adam HaRischon, wie gesagt wurde: „Der, in den Er den Atmen einatmete.“

Daraus ergeben sich drei Perioden des spirituellen Wachstums des Menschen: Der Funken der Seele, der entflammt oder erlischt. Darauf weist „ist erlaubt und verboten“ hin. Die einzelne Seele – wo man sich wie ein Teil der 600000 Seelen fühlt (ein Teil der gemeinsamen Seele), die für immer bei einem bleibt, aber noch nicht von seiner Untugend befreit ist. D. h. der Körper ist nicht in der Lage, die allgemeine Seele anzunehmen und fühlt sich abgetrennt, was in ihm die größten Leiden der Liebe erzeugt. Und danach nähert er sich der Vollkommenheit an, d.h. dem Geheimnis der gemeinsamen Seele, weil sein Körper (egoistisches Verlangen) sich voll korrigiert hat und nicht mehr als Maß der Beschränkung und der Abgrenzung dient und ihm erlaubt, mit dem Volk Israel zu verschmelzen. Es wurde gesagt: „und auch wenn ein Mensch zur völligen Rückkehr zum Schöpfer kommt,    kommt sofort der König Mashiach.“

Und es wird mit den Worten erklärt: „Moses allein gleicht den 600000 Seelen“. Und es ist so, als gäbe es zweimal 600000 Seelen: die Seele Moses’ und die Seele Israel? Es gibt aber in Wirklichkeit nichts außer einer eintigen Seele, wie es sich im Maß der Klärung der einzelnen Seele, die sich von ihrem Schmutz reinigt, rausstellt. Da man die Seelen nicht vorbereiten kann besteht eine Anziehung von Azilut. Denn das Geistige ist nicht teilbar, und dann „wird der Schöpfer über die ganze Welt herrschen“. Aber wenn nur eine einzelne Seele unkorrigiert bleibt, fehlt ihr das Licht aller Seelen Israels. Und auch zieht jede Seele mit ihrer Korrektur das ganze Licht der gemeinsamen Seele an, und damit erzeugt sie die Korrektur allen Seelen der Generation. Und so sind alle Seelen voneinander abhängig, wie gesagt wurde: „Wurde er würdig, dass Shechina in ihn eintrat – nur seine Generation war noch nicht dafür bereit.“ (Sanhedrin 11)

Jede Seele unternimmt Anstrengungen, nachdem sie korrigiert wurde, damit sie ihre Generation erheben kann; und sie bittet für letztere, bis sie diese bis auf ihr spirituelles Niveau erhebt. Und da verbirgt sich der Sinn des Gesagten: „Moses ist gleich 600000 Seelen.“ Weil er der Anführer für sie war, hatte er die Heiligkeit erlangt, die für die ganze damalige Generation vorausbestimmt war, und verstehe das. Und tatsächlich befindet sich in jedem einzelnen das Ganze, weil letztendlich verbinden sich alle Seelen zu Einer und kehren zu ihren spirituellen Wurzeln zurück. Und deswegen durchläuft jede einzelne Seele die gleichen hervorragenden Wunder und Abenteuer, die diese Welt innerhalb der 6000 Jahre durchgelaufen ist. Und eine gute Seele absorbiert in sich alle Eigenschaften der Heiligkeit, die vor ihr da sind und nach ihr da sein werden, die schlechte Seele aber umgekehrt.

Diese sind die Generationen, welche alle ihrem eigenen Richter und dessen Vernunft gehorchen. Diese Vernunft kommt von der Heiligkeit dieser Zeit. Deswegen ist jede Seele bereit, in sich die Seele Moses’ zu empfangen, die Seele Aarons, Shmuels, Davids und Shlomos, als ob sie die Zeiten durchliefe. Bei der Befreiung aus Ägypten und bei der Überreichung der Tora erwacht in ihm die Seele Moses’, des treuen Führers. Und in der sieben Jahren der Eroberung des Landes Israels —  die Seele des Jehoshuas Ben Nun. Und bei der Erschaffung des Tempels – die Seele des Königs Shlomo.

Es sind keine einzelnen Seelen gemeint, sondern die Gesamtheit der Seelen, weil es eine Regel gibt — dass das Spirituelle unzertrennbar ist. Und sobald der Mensch der Seele würdig wird, erlangt er die Seele Israels entsprechend seinem Platz und dem Grad der Korrektur. Und wenn dieses Wunder geschieht, erlangt er das ganze Licht der Enthüllung der Seele und deswegen wird er nach dem Namen des Entdeckers dieser Enthüllung genannt. Es wurde gesagt: „Ganz Israel – das sind die Söhne des Königs.“ Und „jeder aus Israel ist würdig, das Königreich zu erben“ (Jerusalem Talmud). Und darin ist das größte Geheimnis verborgen.

Denn in allen vorherigen Generationen wurde erst die Vorbereitung für das Königreich durchgeführt, weil besondere Kelim gebraucht wurden, damit sie in sich ihre Richter einschließen könnten – solche wie die Seele Moses’, Shmuels und der anderen.  Aber das Erreichen des Endziels ist von dem ganzen Volk Israel abhängig. Weil solange das winzigste Teilchen von dem kleinstem Funken fehlt, kann sich die endgültige Absicht nicht offenbaren. Und deswegen ist jeder aus dem Volk Israel des Königreiches würdig, weil aus dieser wahrhaften Sicht alle gleich sind und es keine besondere Kelim für das Erlangen der Vollkommenheit gibt, sondern jeder, der sich korrigiert und seine Seele reinigt, wird würdig, Malchut (das Königreich des Schöpfers) der Welt zu enthüllen und König David heißen. Und darüber wurde gesagt: „David, der König Israels – lebt und existiert!“ weil er nicht gestorben ist und sein Kli sich in jeder Seele Israels befindet. Wogegen die Seele Moses’ nur in den Kabbalisten der Generation existiert und auch in den Propheten und in den Hohepriester. Und deswegen wurde es gesagt: „Jeder aus Israel ist würdig, das Königreich des Königs zu erben“ und nimmt die Schulden von vielen Menschen.

„Und es vermehrt sich die Dreistigkeit vor dem Kommen Mashiachs“ und „es werden sich die Menschen gegenseitig unterdrücken —  und jeder seinen Nächsten, und es wird sich der Jungspund frech zum Greis benehmen und der Widerling zum ehrenwerten Menschen.“ (Prophet Ieshajagu). D.h. dass der Jungspund und der Widerling werden tapfer kämpfen in ihren Seelen, mit dem Ziel „Sein Reich über die Welt zu erschaffen“, als wären sie die Weisen und ehrenwerte Menschen der Generation. Der Widerling ist derjenige, der die niedrige und kleinste Seele entsprechend seiner Wurzel besitzt. Wenn er aber sein Herz zum Geben wendet und seine Taten auf würdige Weise korrigiert, zieht er zur seiner Seele die ganze Seele des heiligen Volkes, mit allen den Wundern, die das Volk bis zu heutigem Tag erlangt hat, weil all das nicht mehr als die Vorbereitung zum Erlangen dieser Vollkommenheit war.

Und deswegen ist die einzelne Seele verpflichtet, alles zu erfahren und ihre Welt zu erlangen und mithilfe der Kraft dieser Generation Keter von Malchut anzuziehen – die Krone des Königreiches des Schöpfers, in der sich alles verbirgt. Wie gesagt wurde: „Alles ist nötig, damit man der Sünde gegenübersteht, und diese Pflicht liegt auf jeder einzelnen Seele“. (Talmud, Bracht) Und darüber wurde gesagt: “Und wenn ein Mensch sich der völligem Rückkehr zum Schöpfer nähert, kommt sofort der König Maschiach.“ Das bedeutet, dass wenn ein Mensch in der Generation die gemeinsame Seele erreicht hat, kann er die ganze Generation korrigieren. Weil jeder, der sein Pflicht erfüllt hat, das Vergehen der Generation aufhebt und sein Gebet vermehren kann, bis er die Befreiung für die ganze Generation erlangt.

Anders war es aber in allen anderen Befreiungen, die nur als Vorbereitung dienten und sich nicht auf jede einzelne Seele bezogen. Z.B. das Schenken der Tora bezog sich genau auf die Generation der Wüste und ihres Führers Moses, und alle andere Generationen, die reiner sein könnten, haben dieses Licht nicht angezogen wie kein anderer Mensch außer Moses, weil eine von dem anderen abhängig ist. Aber die Kraft des Mashiachs ist für jede Generation bereit und deswegen ist sie auch für jede einzelne Seele vorbereitet, damit sie das Licht des Mashiachs anziehen kann und dazu ist jeder verpflichtet. Und der Sinn der Sache liegt darin, dass das Licht des Mashiachs zu der allgemeinen Korrektur gehört und für ihn sind alle Kelim gleich, weil sie sich nur in ihren Kelim ChaBaD unterscheiden (Chochma, Bina, Daat), ihrem Grad.

Wegweisender Stab

Dann sprach der Herr zu Mose:

Num. 17,17: Rede zu den Israeliten und lass dir jeweils von einer Großfamilie einen Stab geben, und zwar von der Großfamilie des Stammesführers, im Ganzen also zwölf Stäbe, und schreib ihre Namen darauf! Num. 17,18: Auf den Stab Levis schreib den Namen Aaron; denn auf jede Großfamilie eines Stammesführers kommt ein Stab. Jeder der Oberhäupter der 12 Stämme („shwatim“) hatte seinen Stab. Der wegweisende Stab ist eine Idee, die den Menschen leitet und an ein Ziel bindet. Alle Stämme haben ein Ziel, aber verschiedene Wege. Das Endziel ist die vollkommene Verbindung mit dem Schöpfer, wenn der Pharao und alle Stämme sich im Schöpfer verbinden.

Jeder Stamm hat seinen Stab, d. h. seine Richtlinie, seine Aufgabe, die er erfüllen soll. Der Stamm ist etwas sehr abgegrenztes mit der Regel, dass es zu keiner Ehe zwischen verschiedenen Stämmen kommen und keine Vermischung geben darf. Und erst später, als die Juden schon im Land Israel waren und von der spirituellen Stufe gefallen sind, waren solche Ehen erlaubt, denn nur in der völligen Vermischung miteinander und in relativer Vermischung mit den Weltvölkern darf man mit der vollen Korrektur beginnen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren gemischte Ehen nicht erlaubt, weil jedes Verlangen seinen streng fixierten Zweck hat: entweder ist es der männliche oder der weibliche Teil des Verlangens. Und die Ehen damals wurden in strengem Zusammenhang mit  der allgemeinen Bewegung zur Korrektur geschlossen und durch die Stammesführer bewilligt.

Deswegen fragt bei den orthodoxen Juden auch in unserer Zeit keiner, wer wen heiraten soll. Das Paar wird zusammengeführt und man heiratet. Sie leben miteinander und lassen sich nie scheiden. In diesem Fall sind die Eltern das Stammesoberhaupt. Früher aber wurde alles auf der spirituellen Ebene gelöst und mit der spirituellen Bewegung verglichen. Denn damals war klar, wofür die Menschen leben.

Frage: Was bedeutet: Die Stammesführer haben ihre Namen auf dem Stab geschrieben?

Antwort: Mit dem Schreiben der Namen auf dem Stab deklarieren die Stammesführer: ich existiere nur für die Bewegung zur Verbindung mit dem Schöpfer. „Ich“ heißt die Gruppe von Menschen, die sich zu einem so genannten Stamm verbinden.Mit anderen Worten verkünden die Stammesführer mit dieser Aktion die Verbindung miteinander in der Bewegung zum Ziel. Und damit man sich erneut überprüfen und dieses Ziel genauer bestimmen konnte, gaben sie ihren Stab an Aaron. D.h. sie unterwarfen sich der höheren Entscheidung.

Jetzt sollen sie noch mal bestätigen, dass Aaron ihr Führer ist, dass der Stamm Levi der Oberstamm ist und alles regelt und alle lenkt. Und deswegen unterwerfen sie sich mit der Abgabe der Stäbe sozusagen dem höheren Gericht.

Aus der TV-Serie „Geheimnisse des ewigen Buches“ 27.05.2015 – Zum Buch (amazon)..

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Die Methode der „Guten Verbindung“

Wir leben in einer besonderen Zeit, in der sich die Menschen mehr und mehr verbunden und von einander abhängig fühlen. Das Problem liegt nur darin, dass diese Verbindungen nicht gut sind, sondern falsch. Und dabei fühlen wir diese völlige Abhängigkeit voneinander, was uns beunruhigt und uns aufregt.

Wenn diese Abhängigkeit nicht gut ist, bringt eine solche Verbindung nur Probleme mit sich; wie geschrieben steht: „Die Verbindung der Sünder ist für sie selber schlecht und fügt der ganzen Welt Schaden zu“. Wenn die Menschen sich und ihre Beziehungen nicht korrigieren, ist es besser, wenn sie sich voneinander trennen.

Das Ganze hat begann bereits in Babylon, wo der Egoismus so groß war, dass die Menschen anfingen, sich gegenseitig zu hassen. Im Endeffekt entstanden die vielen Sprachen, denn es geschah zum ersten Mal, dass der Egoismus die Menschen so zertrennt hat. Davor waren alle Menschen wie ein Volk, das alles miteinander teilte. Plötzlich fühlten sie, dass sie keine Einheit mehr sind und zu verschiedenen Gemeinden, Familien, Völkern gehörten, und deswegen konnten sie es nicht miteinander aushalten. In dieser Zeit entstand die Wissenschaft der Kabbala.

Einer der Gelehrten, der damals in Babylon lebte (er hieß Abraham), enthüllte, dass wir keinen  Widerstand gegen unsere Verbindung leisten können. Die Menschen sind auf jeden Fall verbunden, sie können sich gar nicht trennen. Man sollte nur wissen, wie man sich richtig verbindet, unabhängig vom Egoismus, der Tag für Tag zwischen uns wächst.

So ist die Wissenschaft der Kabbala entstanden –  die Methode der guten Verbindung zwischen den Menschen. Die Kabbala sagt, dass wir vor allem den Mensch korrigieren sollten und unsere Beziehungen  zueinander. Und dann wird alles, was wir machen, zum Guten führen.

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