Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Und nur die Helden werden das Schloss des Königs betreten…

Kommentar: Baal HaSulam, Einführung zur Lehre der Zehn Sefirot:
„Und nur die Helden unter ihnen, die ein gewisses Maß an Geduld hatten, überwanden die Wächter, öffneten den Eingang und wurden sofort gewürdigt, das Antlitz des Königs zu erblicken…“

Frage: Was ist “das Maß an Geduld“?

Antwort: Ein Mensch kommt zur Kabbala, brennt vor Ungeduld, alles auf einmal zu erlangen. Wenn es ihm nicht gelingt, wird er wütend auf sich, auf den Schöpfer und auf die ganze Welt. So zeigt sich sein gesundes, starkes egoistisches Verlangen, das erkennt, dass es keine Chance hat, sich zu erfüllen, da es im völligem Gegensatz zur Quelle der Erfüllung steht.

Ein gewisses Maß an Geduld bildet sich im Menschen, wenn er zu verstehen beginnt, worin der spirituelle Weg besteht, die Notwendigkeit jeder seiner Etappe erkennt und wie mit einer Pinzette, gezielt alle angesammelten Eindrücke sammelt – im Bewusstsein, dass er ohne sie das„Lego- Stück“ seiner Seele nicht zusammensetzen kann.

Schließlich besteht die menschliche Seele aus Tausenden verschiedenen Teilen, von denen jedes bearbeitet werden muss. Daher ist es unmöglich, eine Stufe zu überspringen.

Baal HaSulam schreibt, dass derjenige, der den langen Weg der Korrektur geht, mehr gewinnt, da er tiefere Klärungen vornimmt. Denn unsere gemeinsame Seele ist kein einfaches zweidimensionales Puzzle, sondern eine komplexe Struktur, die sich in alle Richtungen ausdehnt,  in die Tiefe  erstreckt, denn jede Seele muss alle Seelen einschließen.

Es handelt sich um einen multidimensionalen spirituellen Raum, in dem der Mensch mit seinem Wesen vollständig mit jeder anderen Seele verbunden ist, als gäbe es außer ihr niemanden. Deshalb muss der Mensch sehr große Klärungen vornehmen.

Das Maß an Geduld bedeutet also nicht das Maß der Zurückhaltung oder das Gegenteil – die Ungeduld. Der Schöpfer ist ein unveränderliches Naturgesetz und nichts wird dem Menschen helfen. Man kann eine Maschine anschreien, die man nicht in Gang setzen kann, aber es wird sich nichts ändern.

Das Maß an Geduld besteht darin, dass der Mensch mithilfe der Umgebung versucht, den richtigen Zugang zu seinem spirituellen Fortschritt zu finden.

Mit anderen Worten, solange wir nicht alle miteinander verbunden sind, wird unser Kli/ Verlangen nicht vollkommen sein und wir werden nicht in den Palast des Schöpfers eintreten können. Wir müssen ein gewisses Mindestmaß an Verlangen erreichen, das so genannte „S’eah“ – erreichen, das erfordert Geduld.

Der Mensch muss sich ständig an die Gruppe wenden und sie um Unterstützung bitten, um von ihnen Geduld zu lernen. Es wird nur „Geduld“ genannt, in Wirklichkeit ist es ein gegenseitiges Einbeziehen in die anderen.

Geduld bedeutet, dass dem Menschen bewusst ist, dass er die Spiritualität nicht vor den anderen erlangen wird. Er muss sich mit ihnen verbinden, sie vorantreiben, und dann wird er die spirituelle Welt betreten.

Gerade das Wissen, dass man der Letzte ist, nennt man “das Maß an Geduld“. Es ist eine sehr wichtige Eigenschaft, die aus dem Verständnis hervorgeht, dass es nichts anderes gibt außer dem einen Kli/Verlangen und dem Licht und dass man nur dazu da ist, sie zur Verbindung zu bringen.

Wenn alle danach streben, den Berg zum Palast des Königs zu erklimmen, dann rennt man nicht voraus, sondern schiebt die Freunde von hinten an. Selbst ist man der Letzte. Wenn der Mensch dazu bereit ist, bedeutet das, dass er ein Maß an Geduld hat. Wenn man allen hilft, dann wird man, nachdem sie korrigiert sind, auch korrigiert sein.

Niemand kann die Korrektur früher erreichen als das Umfeld. Das nennt man, dass ein Mensch sich nicht höher erheben kann als sein Kreis – denn es ist ein ganzheitliches System, in dem alle Teile miteinander verbunden sind. Wie kann dann ein Teil korrigiert werden, während ein anderes es noch nicht wird?

Je mehr man sich also bemüht, seine Umgebung zu erheben, desto mehr erhebt man sich selbst. Nur ein solcher Ansatz führt zum Erfolg.

Außerdem misst sich das Maß an Geduld eines Menschen daran, wie gut er die Leiden, die durch das Zurückhalten seiner Selbst entstehen, in Geben und Freude umwandelt. Dann wird das Maß der Geduld, das während dieser Arbeit „standgehalten“ hat, in ein großes Kli/Verlangen verwandelt.

Denn jegliche Ungeduld ist der wahre Ausdruck des Egos, das „brennt“, sich selbst erfüllen will und alles hasst, was es daran hindert, die Erfüllung zu erreichen. Das Maß der Geduld eines Menschen zügelt sozusagen dieses Ego, korrigiert es und ist das Kriterium für den spirituellen Fortschritt eines Menschen.

Letztlich ist das Maß an Geduld die, unkorrigierten Kelim/Verlangen, die zwischen mir und dem Schöpfer stehen. Denn darin erlebe ich die Ungeduld.

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(Aus dem Unterricht zum Artikel „Einführung zur Lehre der Zehn Sefirot“, 25.02.2011)

 

Der Lautsprecher des Schöpfers

Kongress in Arava. Gespräch beim Essen.

Ihr versteht nicht, wie sehr wir alle von oben gesteuert werden. Der Lehrer ist hier wie ein Lautsprecher, Teil eines höheren Systems, der euch Wissen vermittelt, und nichts weiter. Ihr verehrt doch auch nicht den Lautsprecher dafür, dass er euch etwas Interessantes erzählt. Genauso solltet ihr auch den Lehrer betrachten – ihr solltet das Gerät respektieren, über das euch von oben etwas vermittelt wird, aber mehr auch nicht.

Ich möchte euch warnen, denn genau darin liegt der Unterschied zwischen blinder Verehrung und der Wahrheit. Ich spüre mehr als alle anderen, dass ich von oben gesteuert werde und nichts von mir selbst habe. Ich spiele euch nichts vor, ich führe wirklich nur Befehle von oben aus. Und die ganze Arbeit des Menschen besteht darin, gesteuert zu werden. Je höher er steht, desto mehr wird er gesteuert. Das nennt man ein Sklave des Schöpfers sein, die Stufe Mosche.

Deshalb dürfen wir nicht vergessen, dass wir sensibel dafür sein müssen, was der Schöpfer uns sagt – in uns sagt! Und dann müssen wir entsprechend handeln. Ich spüre, dass dies bereits näher rückt. Und dann steigen wir bereits auf die Stufe von  Bina – wir können hören, was der Schöpfer sagt, das ist bereits die Stufe von Bina. Und danach erlangen wir „das Sehen“.

Lasst uns also versuchen, nicht vom Lehrer abhängig zu sein (er ist begrenzt und vergänglich), sondern alle zusammen zu einem „Gefäß“ (Kli) zu werden, das, wenn es verbunden ist, sehen und auf das reagieren kann, was der Schöpfer ihm sagt. Das ist das Wichtigste. Lechaim! Dieses Hören, dieses Empfinden, das ist das Leben.

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Aus einem Gespräch bei einem Essen vor dem Kongress in der Arava-Wüste

Das Gespräch des Schöpfers mit dem geliebten Geschöpf

Wenn ich beginne, meine Beziehung zur ganzen Welt zu korrigieren – zu allen anderen Seelen, zu meinen Freunden in der Gruppe und beim Studium –, entdecke ich plötzlich, dass es nur mich und den Schöpfer gibt – und sonst niemanden …

Das bedeutet: Alle Freunde, die ganze Welt, die unbelebte, pflanzliche und tierische Natur, die Menschen, die Seelen – all das sind im Grunde Erscheinungsformen des Schöpfers mir gegenüber. Denn der Schöpfer kann sich mir nicht als Licht ohne Gefäß (Kli) offenbaren – ich hätte nichts, womit ich Ihn wahrnehmen könnte.

Deshalb teilt der Schöpfer die Schöpfung in zwei Teile: das Geschöpf selbst, seine Seele – und alle übrigen Wünsche außerhalb dieses Geschöpfes, die dem Schöpfer zugeordnet sind.

Der hebräische Begriff für Schöpfer, Bore, setzt sich zusammen aus den Worten Bo – Re, also: „Komm und sieh“. Wenn sich das Geschöpf mit diesem scheinbar äußeren Kli verbindet, drückt es dadurch seine Beziehung zum Schöpfer aus – und in diesem Gefäß offenbart sich das Licht. All dies gibt dem Geschöpf die Möglichkeit, die Höhere Kraft zu enthüllen.

Dann beginnt das Geschöpf, die „Sprache“ des Schöpfers zu verstehen – das Gespräch, das der Schöpfer mit ihm führt. Manchmal scheint es ihm, als sei dieses „äußere“ Kli höher, über ihm, manchmal niedriger, unter ihm. Manchmal erscheint ihm die Welt wie ein leerer Raum, in dem es absolut nichts gibt. Aber wenn das Geschöpf versteht, dass der Schöpfer für es absichtlich diesen leeren Raum freigemacht hat, damit es ihn selbst mit seinem Verlangen zu geben füllen kann – dann hat es ein Arbeitsfeld erhalten.

In dieser Leere fehlt das Licht des Glaubens, das Licht des Gebens – Chassadim. Und wenn das Geschöpf bereits in der Lage ist, diesen leeren Raum mit dem Licht von Chassadim zu füllen, dann verbindet es sich dadurch mit dem Schöpfer und kann darin auch das Licht von Chochma (Weisheit) offenbaren.

Und es gibt auch umgekehrte Zustände, in denen der Schöpfer das Geschöpf spüren lässt, dass es erfüllt ist. Zuerst fühlt es sich an, als würde man vor einem gewaltigen Licht stehen, das sich aber noch außerhalb von einem befindet – dieses Empfinden wird uns in den ersten neun Sefirot (den TET Rishonot) gegeben.

Der Mensch muss auf diesen Genuss ein Zimzum (eine Einschränkung) machen, seine innere Grenze – bis zu welcher er das Licht aufnehmen kann – auf die Höhe von Nikwej Ejnaim (Öffnungen der Augen) anheben und in den drei Linien arbeiten, um mit dem Massach (Schirm) dieses Licht zu messen, das vor ihm steht – um zu klären, inwieweit man es um des Gebens willen annehmen kann.

So schreiten wir voran, durchlaufen verschiedene Zustände – oft auch unbewusst. Aber sie offenbaren sich nur unter der Bedingung, dass wir nicht vergessen: Es gibt nur ein Licht und ein Gefäß – das für uns in viele Teile aufgeteilt wurde, die wir nach und nach mit der Absicht zu geben an uns anschließen müssen.

Auf diesem Weg stehen uns zwei Hauptetappen bevor:

  1. Die Stufe von Bina (Chafez Chessed, das Verlangen nach Barmherzigkeit), auf der der Mensch noch nicht wirklich in Verbindung mit anderen treten kann. Er lernt lediglich, seinem Egoismus zu widerstehen, sich über seine Wünsche, über all seine enthüllte böse Neigung zu erheben, und erlangt so die Gefäße von GE (Galgalta we Ejnaim – Kopf und Augen).

  2. Danach beginnt er mit der ”Verbindung der Eigenschaften der Barmherzigkeit und des Gerichts“  zu arbeiten– das heißt, er beginnt auch seine empfangenden Wünsche, die in ihn eingeschlossen sind, zum Geben zu nutzen.

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Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash

Wenn kein Verlangen besteht

Frage: Ist es gut oder schlecht, wenn der Mensch ohne ein Verlangen durch Überwindung lernt?  

Antwort: Es ist gut. Das bedeutet, dass das Ziel erhabener ist, als das eigene, kleine, egoistische Verlangen. Das heißt, man setzt Kräfte ein, um das Ziel zu erreichen. Wenn man ohne Überwindung lernt, stellt sich die Frage, wo die eigene Anstrengung bleibt. Noch problematischer ist es, wenn man Freude beim Lernen empfindet.

Am besten ist es, wenn kein Wunsch besteht und man wie tot die Gruppe darum bittet, irgendeine Gelegenheit zu bekommen, um die Bedeutung des Ziels zu erkennen. Indem man sich vor den Freunden annulliert und alles für sie tut, um die Wichtigkeit des Ziels zu erfahren, wird man durch ihre Inspiration motiviert, in der Früh zum Unterricht zu kommen- das ist das Beste.  

Frage: Bedeutet das, wenn ein Schüler zu Ihnen kommt und sagt: „Was soll ich tun? Ich kann nicht mehr, wie soll ich weiterleben?“ – Ist das der beste Zustand?

Antwort: Ja. Dann sage ich ihm: „Herzlichen Glückwunsch! „Du erkennst, dass du nur ein Tier bist, das nach tierischer Befriedigung strebt und nichts anderes.” 

Frage: Bedeutet das, dass das Lernen mit Freude nur die Anfangsphase ist, wenn man noch nichts erreicht hat?  

Antwort: Das Wichtigste ist die Verbindung mit der Gruppe, mit den Freunden. Denn dadurch empfängt man von ihnen ein zusätzliches Verlangen und steigt höher auf.

Frage: Und wenn man die erste spirituelle Stufe – den Machsom – überschritten hat, ändert sich dann die Wahrnehmung seiner Ablehnung?

Antwort: Wenn der Mensch den Machsom überschritten hat, wirken auf ihn ganz andere Kräfte, andere Berechnungen.  

Frage: Es ist also so, dass vor der endgültigen Korrektur immer eine Art Hinterlist gegen die eigene Natur stattfindet?  

Antwort: Ja, genau. Sonst kann der Mensch, wenn er nicht immer weiter seinen Egoismus offenbart und ihn gleichzeitig korrigiert, um darüber aufzusteigen, nicht vorankommen.

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Aus der Fernsehsendung „Mein Telefon klingelte. Wenn kein Verlangen besteht“

 

Wunsch, Fortschritt, Wichtigkeit des Ziels

Frage: Beginnt die wahre Kabbala in dem Stadium, in dem man gegen seine Wünsche vorgeht?

Antwort: Nein, man kann nicht gegen das Verlangen vorgehen. Man kann nicht gegen das Verlangen vorgehen, da man am Ende die Kraft haben muss, um voranzukommen. Die Kraft entsteht, wenn man gegen sein ursprüngliches Verlangen handelt.

Aber dennoch, wenn man eine Bewegung macht, bedeutet das, dass man von irgendwoher Energie bekommt, es bedeutet, dass man das Verlangen hat, diese Bewegung zu machen.

Woher kommt es? Von der Wichtigkeit des Ziels. Woher kommt die Wichtigkeit des Ziels, wenn das Ziel nicht sichtbar ist? Die Gruppe gibt sie einem.

Wenn man die Bedeutung des Ziels durch die Gruppe verinnerlicht und auf dieses Ziel zusteuert, dann kann man sogar den Schöpfer bitten, sich zu offenbaren. Selbst seine Offenbarung wird man schließlich nur zum spirituellen Fortschritt und nicht nur zum Eigennutz verwenden.

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Aus dem Vortrag „Mein Telefon klingelt. Wenn kein Verlangen da ist.“

 

Der Nutzen des gemeinsamen Lesens von Artikeln

Frage: Wie können wir lernen, das Verlangen unserer Freunde nach Spiritualität richtig aufzunehmen?

Antwort: Versucht, euch mit ihnen zu verbinden, sodass ihre Fragen zu euren eigenen werden und ihre Wünsche und Sehnsüchte zu euren. Es ist wie bei einer Mutter, die die Wünsche ihres Kindes so stark in sich aufnimmt, dass sie zum Mittelpunkt ihres Lebens werden – sie lebt für ihn.

Frage: Im Prinzip geschieht diese Art der Aufnahme sogar auf körperlicher Ebene, wenn wir uns zu unseren Treffen versammeln. Wenn jemand etwas mit anderen teilt, ist es, als würde er sich selbst eine Antwort geben. Funktioniert das auch auf der Ebene des Denkens, wenn ein Mensch seine Gedanken durch einen anderen verarbeitet?

Antwort: Natürlich, absolut. Das geschieht, sobald ein Mensch beginnt, etwas anderen zu erklären oder auch nur für sich selbst aufzuschreiben – ohne sich direkt mit jemand anderem zu verbinden.

Frage: Ist das der Grund, warum Sie sagen, wir sollten alle Artikel Ihres Lehrers Rabash verinnerlichen?

Antwort: Das ist etwas völlig anderes. Wenn du die Artikel von Rabash verinnerlichst, verbindest du dich mit dem Autor – also mit einer Stufe, die weit über deiner eigenen liegt.

Frage: Was geschieht, wenn Menschen diese Artikel gemeinsam lesen und diskutieren?

Antwort: Durch das gemeinsame Studium investieren die Menschen auch ineinander. Dadurch entsteht eine gewaltige Gelegenheit – ein breites, gemeinsames Gefäß, in dem sie erfassen können, was Rabash tatsächlich sagen wollte. Denn ihre kleinen individuellen Verstände verbinden sich und vervielfachen sich dadurch um ein Vielfaches.

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Aus KabTVs „Ich bekam einen Anruf. Rabashs Artikel“ 

Die Einsamkeit hält uns in Ägypten zurück

Frage: Was hält einen Menschen am meisten in Ägypten zurück?

Antwort: Der Mensch vergisst, dass das Spirituelle nur innerhalb der Verbindung empfangen wird. Ansonsten wird seine Arbeit zu der der Ägypter. Wenn man alleine arbeitet, wird man als Sklave des Pharaos bezeichnet.

Man muss sich immer durch die Gruppe überprüfen, denn man hat kein anderes Bezugssystem. Man hat uns zerbrochene Gefäße und Wünsche gegeben, die unter uns verteilt sind, denn jeder ist in allem einbezogen. Deshalb versteht man nicht, was geschieht. Man muss beginnen, sich in der Gruppe zu organisieren, um sie in die Form eines spirituellen Parzufs zu bringen.

Diese Form sollte so beschaffen sein, dass die höchste Kraft, der Schöpfer, in diesem Gefäß offenbart wird. Darin besteht die Arbeit: Zehn Sefirot zu bilden, nicht neun oder elf – zehn, nicht mehr und nicht weniger. Jedes Geschöpf besteht aus zehn Sefirot.

Man muss seinen Platz in diesem Parzuf finden – jene, die sich im Geben miteinander verbinden wollen. Das entspricht dem Galgalta we Ejnaim, dem „Israel“. Die anderen sind ACHaP, die sich uns anschließen und uns helfen. Wie kann man wachsen? Man wächst mithilfe von ACHaP. Je größer die ACHaP ist, desto größer kann unser Teil von GE über ihm sein. Also bauen wir Awiut (Dicke, Verlangen) auch in GE auf und beginnen danach, mit der wahren ACHaP zu arbeiten.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash

 

Ohne Exil kann keine Erlösung erreicht werden.

Die Stufe „Nefesh Ruach de Ruach“ (WaK de Ruach) bedeutet Exil. GaR de Ruach bedeutet hingegen die Erlösung. Ruach ist bereits der Beginn der Arbeit.

WaK de Ruach sind unsere Bemühungen, alles Mögliche zu unternehmen, bis wir den Kontakt mit dem Licht erreichen, deswegen wird dies als Exil bezeichnet.

Es ist unmöglich, das Exil auf einer geringeren Stufe als WaK de-Ruach zu erfahren.

Ein Mensch kommt zum Studium und versteht nicht, von welchem Exil die Rede ist. Aber wenn wir die Verbindung zwischen uns richtig entwickeln, indem wir den Schöpfer offenbaren, wird das als Erlösung bezeichnet. Die fehlende Verbindung zwischen uns, aufgrund derer die Eigenschaften des Gebens und der Liebe, die man Schöpfer nennt, in uns nicht geweckt werden, bezeichnet man als Exil.

Auf diese Weise können wir beginnen, unsere Beziehungen zu klassifizieren: Wenn die Kraft unserer Verbindung größer ist als die unbelebte Stufe, und sie WaK de Ruach erreicht hat, wird sie als Exil betrachtet. Wir spüren aber dabei, dass wir uns im Exil befinden, wir haben das Bedürfnis, das volle Licht von Ruach zu offenbaren, d.h. GaR de Ruach, was bereits Bewegung, d.h. das Gefühl des Lebens, der inneren Kraft, bedeutet.

Das Wichtigste ist, sich an die Tatsache zu gewöhnen, dass es die ganze Zeit um den Aufbau der zehn Sefirot in der Verbindung zwischen uns geht. Im Laufe dieser Arbeit gehen wir durch alle möglichen Veränderungen, Zustände, von denen einige als Exil bezeichnet werden. In dem Maße, wie wir uns bemühen, Hilfe von oben heranzuziehen, kommen wir voran. Das ist die Arbeit im ägyptischen Exil.

Wenn wir nicht bitten, nicht beten, keine Versuche zur Verbindung unternehmen, die uns zum Gebet führen, gehen wir nicht durch das Exil, wir machen keine Fortschritte in Richtung Erlösung. Schließlich ist die Zeit in der Spiritualität die Anzahl der Veränderungen, die wir versuchen vorzunehmen.

[131661]

Aus dem Unterricht von „TES“

Umarmung des Schöpfers

Der Schöpfer stößt uns mit starker Hand weg, damit wir uns stärker verbinden können. Und dann werden wir seine starke Hand als eine starke Umarmung spüren.

Wenn wir uns nicht gegenseitig wegstoßen, sehen wir, dass der Schöpfer uns auch nicht wegstößt. Und wenn wir einander umarmen, werden wir spüren, dass der Schöpfer auch uns in eine Umarmung einschließt.

Es ist, als ob spitze Dornen uns daran hindern, einander zu umarmen. Aber wir verstehen, dass diese Dornen dem Schöpfer gehören und nicht dem Freund.

Wenn ich versuche, meine Freunde zu umarmen, und scharfe Dornen und Ablehnung spüre, dann sind es meine Dornen und mein Hass, nicht ihre, egal wie sehr ich glaube, dass meine Freunde daran schuld sind.

Also umarmen wir uns, egal was passiert, mit Glauben über Verstand: zuerst durch Zwang und dann freiwillig. Und dann verschwinden all die Dornen nicht einfach, sondern werden zum Klebstoff unseres unzerstörbaren Bandes.

[296663]

Aus einer Lektion zu Pessach

Eine doppelte Sicht auf die Welt

Frage: Wie haben die Kabbalisten der Vergangenheit die Wichtigkeit des Ziels vermittelt und sich gegenseitig unterstützt?

Antwort: Genauso wie man es heute tut. Man braucht die Unterstützung der Gruppe, da man sonst das Verlangen nach dem Spirituellen nicht erreichen kann, man kommt nur mit dem Verlangen voran, das man von der Umgebung, von der Gesellschaft bekommt. Deshalb braucht man die richtige Umgebung.

Man muss Druck ausüben, sich bei ihnen einschmeicheln, sie lieben, buchstäblich Staub von ihnen wegblasen, nur um von ihnen die Begeisterung zu bekommen, die Wichtigkeit des Ziels, egal ob auf schlechte oder gute Weise.

Mit dieser Begeisterung kann man sich an den Schöpfer wenden. Deshalb braucht man eine Umgebung, die auf der gleichen Stufe ist, als Quelle des Verlangens, mit der man sich an den Schöpfer wendet. Von dort erhält man die Kraft, die korrigiert und erhebt.

Frage: Es gab Zeiten, in denen die Kabbalisten sich gegenseitig und sich selbst ausgelacht haben, zum Beispiel haben sie sich Krümel in die Bärte gesteckt. Warum taten sie das?

Antwort: Sie haben über sich selbst gelacht. Das ist eine ganz besondere Selbstironie für den Zustand, in dem sie sich befanden. Ja, so etwas gab es.

Generell liegt Humor, Satire, Lachen über sich selbst in der Natur der Juden. Im Prinzip verfassen sie alle Anekdoten über sich selbst. Das ist eine notwendige Voraussetzung für die Selbstkontrolle, die Analyse, die ihnen hilft, weiterzukommen.

Frage: Sie sagen, dass die Gruppe einen Menschen absichtlich unter Druck setzt und ihm viele Hindernisse in den Weg legt. Aber gleichzeitig gibt sie ihm die Wichtigkeit des Ziels. Warum ist genau dieser Weg notwendig? Warum muss man sich gegenseitig auf die Nerven gehen?

Antwort: Der Grund dafür ist, dass man grundsätzlich aus zwei Teilen besteht. Man besteht aus einem egoistischen Teil, der alles für sich selbst nutzen will und aus einem zweiten Teil- dem Punkt im Herzen, der nach Altruismus, Geben, Anhaftung an den Schöpfer, d.h. nach der Gleichheit der Eigenschaften des absoluten Gebens und der Liebe strebt.

Entsprechend diesen beiden Teilen nimmt man die Welt um sich herum auf zwei Arten wahr. Deshalb hat man immer ein Ungleichgewicht, einen Unterschied, einen Zwiespalt, Plus und Minus in sich. Außerdem sieht man Plus und Minus in allem um sich herum: Es gibt nichts Gutes ohne Böses und umgekehrt.

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Aus dem Gespräch „Bei mir klingelt das Telefon“, Unterstützung in der Gruppe