Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gruppe'

Kläre alles mit dem Schöpfer

Frage: Sollte der Schüler der Gruppe voll und ganz zustimmen? Oder gibt es hier einen Platz für seinen inneren Kampf?

Antwort:  Selbst wenn der Schüler der Gruppe nicht zustimmt, muss er verstehen, dass seine Meinungsverschiedenheit vom Schöpfer kommt.
Warum sollte er die Gruppe bekämpfen? Er muss mit dem Schöpfer kämpfen, mit den Hindernissen, die von Ihm kommen!

Alles kommt vom Schöpfer! Ich muss alles mit Ihm regeln. Warum gibt Er mir solche Hindernisse? Damit ich den Kontakt zu Ihm aufbaue. Ich muss ihn mit Ihm aufbauen und nicht mit der Gruppe.

Der Schöpfer erweckt im Menschen alle möglichen negativen Eigenschaften. In der linken Linie nimmt er die schlechten Eigenschaften auf und in der rechten Linie die Guten. Deswegen bezieht er sich zur Gruppe in der Weise, dass beide Linien in ihm der Schöpfer sind, in der entgegengesetzten und in der direkten Form.  Er sollte beide in die Gruppe bringen und sie darin einschließen, um ihr die richtige Ausrichtung zu geben.

Und so arbeiten wir: es gibt zwei Linien und die Dritte wird aufgebaut, wenn man bereits in Kontakt mit der Gruppe ist und dem Schöpfer in ihr.

Die Menschen müssen sich ständig selbst kontrollieren, um nicht zu vergessen, dass all ihre Gedanken und Gefühle vom Schöpfer kommen, der ihnen die ursprünglichen Parameter und die Verlangen von jedem gibt. Mit diesen Gedanken und Gefühlen werden wir uns richtig zum Zehner verhalten und so den Schöpfer in ihm offenbaren.

 

Aus KabTV’s “Die Letzte Generation” 10/30/17

[225627]

Meine Gedanken auf Twitter 06/06/2018


Das Studium des Buches Sohar ist erhabener als alle anderen Studien. Auch wenn man nicht versteht was man liest, auch wenn man beim Lesen Fehler macht, ist das trotzdem eine große Korrektur der Seele. Das Buch Sohar beinhaltet verborgene Geheimnisse, und obwohl diese unverständlich sind, beschleunigen sie die Offenbarung des Geschöpfes. (ChIDA)

Das Studium des Buches Sohar ist gerade in unserer Zeit für unseren Schutz vorm Bösen äußerst notwendig. Wer sonst könnte uns denn in unserer Generation, die weit weg von der höheren Wurzel ist, beschützen, wenn nicht die Wissenschaft der Kabbala?! Damit wird alles Verborgene offenbar. (J. Zemach)

Es gibt viele Dumme, die vor den Geheimnissen des Buches Sohar, in denen unser ganzes Leben steckt, fliehen. Wenn ihr auf mich hören würdet, dann solltet ihr all eure Tage mit dem Studium des Buches Sohar und mit der Korrektur verbringen. Ihr würdet dabei alle Katastrophen abwenden und könntet das Licht der Fülle anziehen. (Nozach Chessed)

Die Bedeutung des Studiums des Buches Sohar ist bekannt. Wie der Ari sagte, gleicht ein Tag des Studiums des Buches Sohar und der Geheimnisse der Tora einem Jahr des Studiums von Pschat (die schriftliche Tora). (Vorwort zum Buch Sohar, Liborno Verlag)

Das Studium des Buches Sohar ist die größte Korrektur der Seele. Es erleuchtet die Seele und heiligt sie. (ChIDA)

Es gibt in unserer Welt kein größeres Vergnügen für den Schöpfer, als wenn man sich mit der Weisheit der Kabbala beschäftigt. Und mehr noch: der Mensch ist nur dafür erschaffen worden, um die Weisheit der Kabbala zu studieren.  (MARChU)  

Raschbi konnte das Buch Sohar dank dem Leuchten schreiben, welches er bei seiner Korrektur in der Höhle bekommen hat.  Es ist ein großes und furchterregendes Werk. Es offenbart die gesamte Tiefe der Geheimnisse klarer als die Tora selbst und heißt die Offenbarung der inneren Tora. (Ramchal)

Es heißt, das Buch Sohar –  das Buch des Scheins. Weil das Licht, das von ihm ausgeht, aus dem höheren Scheinen ausströmt. Durch dieses Licht wirken die Studierenden auf die höhere Lenkung ein, damit die Geheimnisse der Tora für sie offenbart werden. Deswegen heißt das Buch Sohar, weil Sohar vom Wort Schein kommt. (Ramack)

Der Mensch hat immer die Möglichkeit, sich an den Schöpfer zu wenden und die Korrektur auszulösen, WENN er das ganze Geschehen als vom Schöpfer kommend annimmt und all seine eigenen Taten als vom Schöpfer kommend sieht. Versuch so zu denken und beobachte, wie sich dein Leben ändern wird!

Je unterschiedlicher die Menschen in einer Gruppe sind, desto schneller werden sie den Widerstand spüren und sie werden gezwungen sein, ihn zu überwinden. In ihrer Unterschiedlichkeit werden sie die Kraft der Verbindung und die Größe der Offenbarung des Schöpfers wahrnehmen. Aber auch zwischen charakterlich gleichen Menschen organisiert der Schöpfer Hindernisse.

Diejenigen, die das Buch Sohar erfassen, werden durch ihre Rückkehr zur Quelle wie das Firmament erstrahlen.

Kabbala Akademie auf Twitter

Was in einem Streit geboren wird?

Frage: Woher kommen alle Regeln des Seminars? Im Kreis nacheinander sprechen, sich annullieren und nicht kritisieren? Im Gegenteil, im Streit wird die Wahrheit geboren.

Antwort: Alle Regeln der Seminare basieren auf den Prinzipien, die von den Kabbalisten beschrieben wurden. Es begann mit dem Buch Sohar, als zehn große Kabbalisten in einer Höhle zusammenkamen und Schutz suchten. Dort schrieben sie dieses Buch. Von da an gibt es das Verständnis, was ein „Zehner“ ist, wie man sich darin verbindet und was man damit macht.

Später beschrieb mein Lehrer Rabash sehr detailliert die Beziehungen im Zehner. Er betonte, dass alle Grundlagen der Zusammenarbeit zwischen den Menschen im Kreis nichts mit psychologischem Training zu tun haben.

Die Aussage, dass die Wahrheit in einem Streit geboren wird, ist absolut falsch. Wie kann in einem Streit Wahrheit entstehen, wenn alle Egoisten sind und falsch denken? Aus der Tatsache, dass sie streiten, werden aus ihren zehn egoistischen Meinungen zwanzig, dreißig und vierzig geboren.

Ich habe nie gesehen, dass die Wahrheit in einem Streit geboren wird. Dafür sollten die Menschen besonders sein und verstehen, wie es bei dieser begrenzten Kapazität möglich ist, dieses Prinzip anzuwenden.

In der Kabbala ist das völlig inakzeptabel. Es kann keine Streitigkeiten geben, weil die Wahrheit von der nächsten Stufe der Erkenntnis zu uns kommen muss, und nicht von unserer Stufe. Wir können nichts in uns selbst suchen. Es scheint mir, dass die Menschheitsgeschichte uns bereits deutlich gezeigt hat: wir können nichts aus uns selbst ausgraben.

Deshalb suchen wir nichts, auch nicht die “Wahrheit“. Wir müssen uns nur in der Weise versammeln, dass wir den höchsten Glanz, das höchste Licht auf uns ziehen. Und dann werden wir Erfolg haben.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 08.10.2017

[# 220875]

Ein temporärer Rückzug, um noch einmal zu springen

Frage: Wenn ich das Ego in mir enthülle, fühle ich manchmal, dass ich es nicht loswerden kann, dass ich das Ziel nicht erreichen kann.

Antwort: Das stimmt. Aber das ist schon die nächste Ebene. Zum Beispiel brachte ich gestern einem Freund ein Geschenk und ich dachte, dass ich ihn wirklich liebte und dass ich ihm sehr ergeben war. Und heute entdecke ich, was ich gestern nicht verstanden habe: Es stellt sich heraus, dass ich das getan habe, um die Sache für meinen eigenen Vorteil zu berechnen. Gestern konnte ich meinen Gedanken nicht bis zum Ende sehen, ich konnte mein Verlangen nicht erkennen, nur meine Liebe zu dem Freund wurde mir offenbart. Und nun stellt sich heraus, dass ich an dieser Liebe mein eigenes Interesse verfolgt habe.

Was gestern vor mir verborgen war, offenbart sich heute. Was soll ich jetzt tun?

Erstens bereue ich nicht, was gestern passiert ist. Ich tat, was ich tat, gemäß meinen Kräften, und dank meiner Handlung kann ich heute die nächste Ebene enthüllen, ein stärkeres Verlangen, das viel tiefer ist in der Absicht, für mich selbst zu empfangen. Na und? Jetzt nähere ich mich der Korrektur.

Das passiert immer wieder und so heißt es: „Was für den Oberen Verschwendung ist, ist für den Niederen Nahrung.“ Jetzt versuche ich mich zu bemühen, mich dem Oberen anzugleichen, und Er gibt mir ein Beispiel: „Schau, das bin Ich, kannst du wie Ich sein, was bedeutet, nicht die Gefäße des Empfangens zu benutzen, sie einzuschränken und an Mir festzuhalten, und dein Bestes zu geben, um so zu handeln wie Ich“.

Das bedeutet, dass ich mein ACHaP einschränke und mit meinen GE an Sein ACHaP anhafte und so aufsteige. Zuerst muss ich meine GE von meinem ACHaP isolieren. Ich annulliere sie und führe die erste Einschränkung (Zimzum Alef – SA) darauf aus und benutze nur die Gefäße des Gebens gegenüber dem ACHaP des Oberen.

Wenn wir gleich werden, werden meine GE und Sein ACHaP zu zehn Sefirot. Dadurch halte ich mich am Oberen fest und „komme“ zu Ihm, und werde jetzt ein „Embryo (Ubar)“ genannt, und der obere ACHaP wird für mich zum Mutterleib. So steige ich ständig zu Ihm auf, indem ich mich immer mehr annulliere.

Frage: Aber gerade in diesem Moment möchte ich normalerweise aus der Gruppe fliehen. Wie kann ich drinnen bleiben? Wie kann ich trotz allem die Arbeit fortsetzen?

Antwort: Ich kann nur eines sagen: Dein Drang, aus der Gruppe zu fliehen, zeigt an, dass der Schöpfer, das Licht, dir mehrere zusätzliche Wünsche zeigt, durch die du nun in den Oberen eintreten kannst. Ohne diese Störungen könntest du in Ihn nicht eindringen. So entwickelst du jetzt die richtige Einstellung zu Ihm.

Die Flucht ist auch notwendig, da du sonst das zusätzliche Verlangen nicht spüren würdest. Du musst das zusätzliche Verlangen spüren, es bereuen, wieder zu der Gruppe zurückkehren und anfangen zu arbeiten, um das Licht zu empfangen, das das Verlangen korrigiert. Wenn du den zusätzlichen Wunsch korrigierst, wirst du wieder in den oberen Teil aufgenommen. Ein solcher Kreis sollte gezeichnet werden.

Angenommen, du haftest dich an den Oberen, aber du hast die obere Welt noch nicht betreten. Jetzt kommt eine gewisse Störung: (Boom!), und von dem Schlag, den du auf den Kopf bekommst, vergisst du alles. Dies geschieht, damit du den gesamten Kreis durchläufst, dich wieder mit der Gruppe verbindest, zum Ausgangspunkt zurückkehrst und fortfährst.

                               

So „verdaust“ du den Wunsch, der erwacht ist, der dich in verschiedene Richtungen wirft. Plötzlich kommst du nicht mehr in den Unterricht oder du nutzt deine Freizeit nicht gezielt (du gehst ins Kino anstatt zu verbreiten). Du musst das starke Verlangen, das du empfangen hast, spüren (+), es bereuen (-) und dich der Gruppe zuwenden. Dann, wenn die Gruppe dich durch das reformierende Licht (O“M) beeinflusst, entscheidest du dich, wieder am Oberen anzuhaften, egal was passiert.

Schließlich kehrst du zurück, nachdem du eine größere Kraft erlangt hast, die es dir ermöglicht, die Störung zu überwinden, du gelangst wie ein Embryo in die obere Welt und bleibst an der „Wand der Gebärmutter“ anhaften.

Nach den theoretischen Erklärungen kann dir nur eine starke vereinte Gruppe helfen, nur darin kannst du Fortschritte machen. Dementsprechend sollte sich ein Mensch, der weit weg von den Freunden lebt, darüber noch mehr Sorgen machen.

Es ist nicht gut, wenn ein Mensch über große Entfernungen mit Freunden in Kontakt treten muss; es ist noch schlimmer, wenn er nicht live am Unterricht teilnehmen kann, und was noch schlimmer ist, wenn er nicht zu einer Gruppe gehört. Man sollte ständig darauf achten, dass die Störungen in der Verbindung zwischen uns vorteilhaft und nicht schädlich sind.

 

Aus dem 4. Teil der täglichen Kabbalalektion, Shamati 9 vom 1/23/13

[98724]

Meine Gedanken auf Twitter 29/05/2018  Teil 2


Der Zehner erschafft mithilfe des gegenseitigen Gebens ein Netz (Kli). Dieses Netz ist kein individuelles Geben von jedem für alle, sondern ein gegenseitiges Geben unter den Gruppen. Dadurch erlangen sie ein neues Niveau des Gebens. Das gemeinsame Geben lässt Keter, den Schöpfer, erscheinen und auch die gemeinsame Malchut: das gemeinsame Verlangen, Ihm zu geben.

Indem ich mir wünsche, dem Licht ähnlich zu sein, anderen zu geben, verwandle ich mich in einen spirituellen Parzuf. Denn ich schränke dadurch mein Verlangen zu genießen ein und verbinde mich mit den anderen Verlangen, die sich in meine neun Sefirot verwandeln.

Es gibt keinen größeren Genuss als die Offenbarung des Schöpfers. Dieser Genuss durchdringt den Horizont. Alles wird nur vor diesem Hintergrund gesehen, der die gesamte Realität erhellt. Wir sollen die gesamte Realität mit dem Schöpfer verbinden und sie nur als Mittel für die Offenbarung Seiner Erhabenheit annehmen.

Der Schöpfer genießt, wenn die Geschöpfe Ihn voll auskosten. Die Ähnlichkeit zum Schöpfer bedeutet, Ihm den Genuss zu bereiten. Ich muss mich überprüfen, ob ich die Erhabenheit des Schöpfers wahrnehme. Wenn ich nicht mit der Freude erfüllt bin, dass ich in einer Welt des Schöpfers lebe, heißt das, dass es mir an Seiner Erhabenheit mangelt.

Der Verstand des Schöpfers ist das Geben, der Glaube. Der Verstand des Menschen ist das Wissen, das Empfangen. Den Verstand des Schöpfers zu erlangen heißt, das Verlangen des Gebens und des Liebens zu bekommen.

Wenn ich ein Problem wahrnehme, verstehe ich, dass es vom Schöpfer kommt, damit man mich erweckt, auf Seine Stufe aufzusteigen. Deswegen bitte ich um die Kraft Seiner Erhabenheit, um auf die Stufe des Glaubens über dem Verstand (des Gebens über dem Problem) aufzusteigen.

Wann hört der Mensch von dem Schöpfer: „Lass uns zum Pharao gehen“?

Dann, wenn er versteht, dass das Böse nur dafür offenbart wird, um über dieses Böse zum Schöpfer zu streben. Man braucht den Schöpfer als Partner, um in jedem Zustand den Schöpfer im Glauben (das Geben) über den Verstand (das Empfangen) zu erheben.

 

Kabbala Akademie auf Twitter

Meine Gedanken auf Twitter 29/05/2018  Teil 1


Es scheint uns als würden wir unsere Handlungen selbständig ausführen. In Wirklichkeit aber arbeitet das System für uns. Auch unsere Empörung über das System und seine Ablehnung sind schon in diesem Programm enthalten. Das System reagiert nicht auf unseren Schrei, es leitet uns durch alle Handlungen zu einem bestimmten Zustand.

Alle Ursachen, Folgen und Handlungen sind darauf ausgerichtet, dass man die Geschöpfe zur Vollkommenheit bringt, indem man sie dem vollkommenen System der Natur ähnlich macht. Darin verbirgt sich die Absicht des Schöpfers.

Wir wurden nicht zur Strafe dem System entgegengesetzt erschaffen, sondern umgekehrt sollen wir durch das System zu den Geschöpfen werden, die ihm genau entsprechen: wissende, wahrnehmende, fühlende, liebende Wesen.

In der Welt gibt es nichts Überflüssiges, nichts was nicht aus Ursache und Folge besteht.

Mit der Gruppe laden wir uns gegenseitig auf wie ein Akkumulator. Wir pumpen die Luft in sie hinein wie in ein Rad und bringen auch den Mangel an Luft: die Aufstiege und die Abstiege.

Unser gemeinsames Kli akkumuliert in sich viel Kraft (+ und -) und erreicht das Volumen, die Leistungskraft, wenn der Schöpfer sich innerhalb unserer richtigen Verbindung offenbart.

Die Fähigkeit zur Kommunikation und zur Teamarbeit ist heutzutage das Wichtigste.

Die Juden sind individuell stark, aufgrund des vor 2000 Jahren entstandenen unbegründeten Hasses halten sie sich aber von der Kollektivarbeit fern.

Kabbala Akademie auf Twitter

Wie man einen Tunnel in die spirituelle Welt baut

Wir versuchen, die Kabbala den Menschen näher zu bringen und zu erklären, dass dies eine Wissenschaft ist, die uns unser Leben erklärt, die dazu beiträgt, Probleme mit der Gesundheit, der Erziehung  und allem anderen zu lösen. Aber das alles ist nur der äußerliche Aspekt.

In Wirklichkeit spricht die Kabbala einzig und allein von der spirituellen Welt und reißt auf der Ebene von Bina de-Malchut de-Malchut der Welt von Assija ab. Zwischen dieser Bina und unserem Zustand in dieser Welt, Malchut de-Malchut de-Malchut der Welt von Assija, gibt es einen Riss.

Diesen Abgrund können wir weder überspringen noch die Distanz verkürzen oder ihn mit etwas auffüllen. Solange bis du diesen Riss nicht übersprungen hast, wird dir die Kabbala wie eine abstrakte Wissenschaft, Philosophie oder Mystik vorkommen, das heißt, als etwas Unwirkliches. In Wirklichkeit nimmst du ausschließlich das wahr, was du sehen und in die Hände nehmen kannst. Was kann man dir aber geben, wenn man dir weder rote Bändchen noch „heiliges Wasser“ verkaufen kann?

Dieser Riss zwischen unserem gegenwärtigen Zustand und der nächsten Bina wird nur durch intensivierte Arbeit im Inneren des eigenen Materials überwunden – dem egoistischen Verlangen zu genießen. Ich versuche dies mit Hilfe einer Umgebung zu tun, die anfangs selber egoistisch ist, mit Hilfe des Studiums, welches ich ebenfalls für mich selbst mache – aber ich versuche, mit meiner ganzen Kraft, wie ein kleines Kind, zu wachsen und über mich selbst hinaufzusteigen.

Die Kabbala wird niemals in der Lage sein, sich direkt in die Materie unserer Welt zu kleiden – du wirst immer zu ihr hinauf springen müssen! Mit dem allerletzten ACHaP (der untere Teil des höheren spirituellen Objekts) wirst du nie etwas machen können  – du hast keine Galgalta we Ejnaim, mit denen du dich in ihn einkleiden könntest.

So sind alle Welten und die ganze spirituelle Leiter aufgebaut: GE des Unteren kleiden sich in ACHaP des Höheren ein und dann können sie von ihm empfangen. Möge eine völlige Dunkelheit im ACHaP des Höheren herrschen, es ist unwichtig, ich bin dennoch bereit, diese Dunkelheit mit meinen GE zu empfangen, sie zu akzeptieren, damit ich mich an den Höheren anheften kann. Ich bin bereit, diese Dunkelheit dem Licht vorzuziehen, welches ich jetzt in meinen GE habe.

 

                                              

Aber ich habe keine GE für den letzten ACHaP zwischen Bina und Malchut de-Malchut de-Malchut de-Assija! Immerhin befinde ich mich mit meinem Egoismus unter diesem ACHaP – ich habe nichts, womit ich mich in den Höheren einkleiden kann. Ich kann nichts tun, und deshalb ist die Kabbala für mich vorerst ein abstraktes Wissen.

Die Spiritualität endet in der letzten Bina, auf dieser roten Markierung. ACHaP des Höheren ist für mich eine undurchdringliche Finsternis.  Wenn ich aber in diesen Zwischenraum „Gruppe, Bücher, Lehrer“ hineingehe und beginne mit ihnen zu arbeiten, dann habe ich eine Möglichkeit, mich mit dieser Bina zu verbinden.

Das bedeutet, dass diese Gruppe sich nicht einmal im Spirituellen befinden muss. Aber diese Mittel (Gruppe, Bücher, Lehrer) besitzen so eine wundertätige Eigenschaft (Segula), dass sie sich in meiner Vorstellung auf einer höheren Ebene befinden. Wenn ich mich ihnen anschließen möchte und mein Ego sich vor ihnen verbeugt, dann kristallisiert sich ihre  spirituelle Komponente aus ihnen heraus. Durch sie dringt aus GE des Höheren das Licht zu mir durch.

Meinerseits  bringe ich das Verlangen (das egoistische Verlangen!) ein, als Antwort darauf kommt Licht zu mir. Wir treffen uns in dem Bereich, der „Lehrer, Bücher, Gruppe“ genannt wird. Es handelt sich dabei um einen qualitativen Begriff und nicht um physische Menschen oder Bücher. Es ist genau dieser Ort, an dem ich den ACHaP des Höheren, der spirituellen Welt offenbare.  

Deswegen muss ich mir vorstellen, dass sie erhaben und groß sind und dass sich in ihnen der Schöpfer befindet. Nur in dieser Form kann ich mir den ACHaP des Höheren vorstellen – eine höhere Stufe, und mich an ihr festhalten, denn ich habe weder GE noch eine andere Möglichkeit.

 

Aus der Lektion nach dem Artikel „Das Wesen der Wissenschaft der Kabbala“, 26.01.2011

[#34131]

Verbindung durch Unterschiede

Erfolg hängt von der Verbindung mit der Gruppe ab, da die Umgebung uns mit vielen inneren Wahrnehmungen versorgt, die wir nicht mehr selbst erleben müssen.

Das liegt daran, dass wir jeden in uns einschließen und wenn ich mit zehn anderen Freunden verbunden bin, nehme ich alle persönlichen Zustände jedes Freundes auf. So komme ich voran.

Unsere Verbindung spart uns nicht nur Zeit, ohne sie werde ich niemals die spirituelle Geburt erreichen. Beginnend mit einem Samentropfen, geschieht das Wachstum des Körpers durch die Vermehrung der Zellen und deren Verbindung miteinander. Wir nennen das Entwicklung oder Wachstum. Alles hängt von der Verbindung zwischen uns ab.

Es ist gut, dass wir alle unterschiedlich sind, anders wahrnehmen, verstehen und reagieren. Das gibt uns die Möglichkeit, über alle Unterschiede hinweg ineinander eingeschlossen zu sein und dadurch ein integrales Gefäß zu formen – das gemeinsame Verlangen, das in einer sehr komplexen, vielschichtigen Weise organisiert ist, bereit, das Höhere Licht zu empfangen.

Schließlich kann die Offenbarung des Schöpfers nicht in einem individuellen Verlangen geschehen: es ist zu primitiv, eindimensional und flach.

Daher verbinden wir viele verschiedene, entgegengesetzte Eigenschaften miteinander.
Aus dieser Vielfalt der Verbindungen und verbundenen Qualitäten (die ihre Einzigartigkeit erhalten wollen, während sie gleichzeitig, unabhängig von ihren Unterschieden, verbunden sind) erschaffen wir ein komplexes, spirituelles Gefäß, das es wert ist, den Schöpfer zu offenbaren.

Deshalb ist unsere Verbindung zueinander so wichtig: diese Verbindung erbaut das spirituelle Gefäß (Kli). Der Schöpfer, das Höhere Licht, füllt den gesamten Raum.

Das Problem besteht nur darin, wie wir aus unserem egoistischen Verlangen zur Ähnlichkeit mit dem Licht kommen und es entsprechend der Ähnlichkeit unserer Qualitäten annehmen können.

Dies wird gerade durch die Vielzahl der widersprüchlichen Qualitäten erreicht, die trotz ihrer Unterschiede mit einem gemeinsamen Ziel verbunden sind: den Schöpfer in unserer Verbindung zu offenbaren. Die Verbindung zueinander wird „der Schöpfer“ (Bore) genannt, das heißt „komm und siehe“ (Bo-Re).

Daher sollten wir die Vorbereitung, die die Natur geschaffen hat, wertschätzen, das heißt, das Zerbrechen der gemeinsamen Seele und die Möglichkeit, verschiedene Verlangen für ein Ziel zu vereinen: die Offenbarung des Schöpfers. Unsere Einheit erlaubt es uns, die Form der Verbindung zu schaffen, die der Schöpfer genannt wird.

 

Aus Teil 1 der täglichen Kabbala-Lektion 18.3.2018
Schriften von Rabash, Vol.2, Artikel 19, „Komm zum Pharao“

[223460]

„Ich schlafe, aber mein Herz ist wach…“

Jeder Mensch entscheidet selbst, was er als Tag und was er als Nacht betrachtet: was gut, was schlecht für ihn ist. Manchmal wird ihm Erweckung zuteil, Erhebung des Geistes, großes Licht und er versteht, wie wunderbar es ist, sich der Spiritualität zu nähern und sich an ihr zu erfreuen. Er nennt es Tag, aber in Wirklichkeit ist es nur Licht in seinem egoistischen Verlangen. Egoismus genießt und das wird nicht spiritueller Fortschritt genannt.

Oder vielleicht fühlt er sich im Dunkeln, erschöpft, aber gefühlsmäßig versteht er, dass dieser Zustand dem Vorankommen nützlich ist. Und obgleich es ihn zu genießen verlangt, durchlebt er unangenehme Gefühle; es wird gesagt: “Ich schlafe, aber mein Herz ist wach…“ Das  Verlangen nach Genuss führt zum Gefühl der Dunkelheit, aber der Punkt im Herzen empfindet Licht. Dieser Mensch versteht, dass die Dunkelheit nützlich für ihn ist, der Abstieg geht dem Aufstieg voran, und er soll sogar noch größere Verlangen dafür vorbereiten. Und das Verlangen kommt aus der Erfahrung der Dunkelheit.

Daher hängt alles davon ab, wie ein Mensch bewertet, was er als Tag und was er als Nacht ansieht – in seinem schlafenden egoistischen Herzen oder im Punkt im Herzen, der brennt und sich nach Spiritualität sehnt.

Wenn der Mensch dann beginnt, das eine vom anderen zu trennen, dann hat er zwei Bezugspunkte, gemäß derer er streben und sich exakt auf das Ziel ausrichten kann. Ein Punkt ist das Ego. Und es ist gut, dass Egoismus sich schlecht anfühlt. Je schlechter ich mich in meinem Egoismus fühle, desto größer wird mein Verlangen (Awiut), über welchem der Punkt, der das Ziel sucht, existiert.

Die Hauptsache besteht darin, diese zwei Punkte zu trennen und sie die ganze Zeit genau einander gegenüber zu halten, um herauszufinden, mit welchem ich mich identifiziere. Wähle ich die Richtung, die mich zum Schöpfer führt, obwohl mein Weg in der Dunkelheit liegt, halte ich das für richtig?     Dann kann ich sicher sein, dass ich mich richtig bewege, denn mein Egoismus hat kein Interesse, sich dorthin zu stürzen, vergleichbar einem Dieb, der allen Leuten voranläuft und ruft:“Haltet den Dieb!“

Mein Ego will keine Dunkelheit, und ich erhebe mich übers Ego, über den Verstand und wünsche mir mein Geben, um über dem Empfangen zu stehen. Und das ist ein guter Zustand, in welchem mein Tag und der Tag des Schöpfers identisch sind.

Und wenn ich daran leide, mich schlecht zu fühlen und kein Interesse an Fortschritten zu haben, bedeutet es, dass ich meinem Verlangen nach Genuss, meinem Ego folge. Ich laufe dorthin, wo mich mein egoistisches Herz, aber nicht der Punkt im Herzen mich ruft. Das ist der Unterschied.

Wir sollen versuchen, uns in zwei Teile zu teilen: Da ist der Punkt im Herzen, der treu am Ziel festhält, am Geben in jeder Situation, was auch immer geschieht, und da ist das Herz selbst, immer begierig zu empfangen. Sein Appetit wächst ständig. Dunkelheit herrscht in meinem Herzen, aber da ist ein Lichtstrahl im Punkt im Herzen, das bedeutet, dass ich die richtige Richtung eingeschlagen habe. Und ich vollende diesen Weg mit der Hilfe der Umgebung, der Gruppe, der Kraft von außen, die nötig sind, um den Punkt im Herzen aus dem egoistischen Herzen heraus zu ziehen und ihn in die Richtung des Ziels zu bringen.

 

Aus der Vorbereitung zum täglichen Kabbalaunterricht 4/5/12

[74550]

Das Ergebnis des Kongresses „Anhaftung an den Oberen“

Das Ergebnis des Kongresses: das Fazit, dass „es niemanden außer dem Schöpfer gibt“. Wir müssen das jeden Moment unseres Lebens entscheiden und sicher sein, dass Er gut und Gutes tuend ist, so dass wir Ihn in all Seinen Handlungen rechtfertigen.

Das ist die allererste Bedingung, mit der die Wissenschaft der Kabbala anfängt, mit dem Artikel „Es gibt niemanden außer Ihm“, und alles, was von uns auf dem Pfad verlangt wird, ist, nur dieses zu erkennen.

Das Einzige, was sich ändert, sind die Bedingungen, unsere inneren und äußeren Zustände. (In Wirklichkeit gibt es nur einen Zustand, aber wir nehmen seine Teilung in innere und äußere Zustände wahr).

Um anzufangen, mit diesem Prinzip „es gibt niemanden außer Ihm, der Gute, der Gutes tut“ zu leben, ist es notwendig, in einer Gruppe von zehn Menschen zu arbeiten. Und dieser Zustand beginnt auf der Stufe eines „Embryos“ (Ibur), in dem ich mich in allem nach dem obigen Prinzip annulliere.

Es bedeutet, dass ich mich bei jedem Umstand, den Er vor mich stellt, an den Oberen anhefte und mich vollständig annulliere. Auf diese Weise werde ich zum spirituellen Embryo.

Diesen Zustand versuchen wir zu erreichen und deshalb sprechen wir während des Kongresses nur darüber: wie so ein Zustand zu erreichen ist, was für Beziehungen in der Gruppe sein sollten, was jeder den anderen schuldet usw.

Es ging alles darum, den Zustand „Es gibt niemanden außer Ihm, der gut ist und Gutes tut“ zu erreichen auf der Stufe eines Embryos.

Warum haben wir so lange über etwas gesprochen, das in einer halben Minute gesagt werden könnte?

Die Sache ist die, dass dieser Zustand nicht in einer einzelnen Person verwirklicht wird, sondern in der Verbindung unter vielen von uns. In diesem Zusammenhang zeigen sich in der Verbindung Probleme, weil wir hier unseren Bruch enthüllen.

Die ganze Arbeit im Aufbau des Prinzips „Es gibt niemanden außer Ihm, der Gute, der Gutes tut“ liegt darin, die zerbrochenen Wünsche zu verbinden, so dass Er zwischen uns realisiert wird. Er ist zwischen uns und nicht in jedem von uns.

Es reicht nicht zu sagen, dass ich an den Schöpfer angehaftet bin, dass ich morgens mit dem Gedanken an Ihn aufwache und alles als von Ihm kommend akzeptiere.

Es reicht für jetzt, aber es ist eine abstrakte Idee, keine praktische Handlung. Wenn ich dieses Prinzip tatsächlich in seinem richtigen Zustand erkennen will, muss ich das in der Gruppe tun. Darum geht es in der gesamten Arbeit. Deshalb ist es notwendig für uns, einen Kongress für die gemeinsame Arbeit abzuhalten.

Es reicht nicht, allein die Artikel zu lesen oder sie sogar auswendig zu lernen. Die Hauptsache ist, sie zwischen uns zu verwirklichen. Zusammen beginnen wir, mehr und mehr Informationen aus den Artikeln herauszuarbeiten und jedes Mal nehmen wir etwas Neues wahr: tiefer und tiefer.

 

Vom 1.Teil der täglichen Kabbalalektion  7.1.2018

[219492]