Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Gebet zeigt, wo sich der Mensch befindet

Sich prüfen kann man nur daran, inwiefern sich dein Herz um andere sorgt – sowohl um die Gruppe als auch um unsere ganze weltweite Gesellschaft, um die ganze Welt. Möglicherweise wirst du es nicht sofort erreichen, sondern stufenweise, aber schließlich soll das alles für dich sehr wichtig werden.

Anfangs wirst du erkennen, dass die Gruppe für dich wichtig ist, dann unsere ganze weltweite Gesellschaft und dann die ganze Welt. Aber später wird alles ins Gegenteil umgekehrt: die ganze Welt wird für dich das Wichtigste sein, und die internationale Gemeinschaft, deine Gruppe und du selbst sind nur die Mittel für die Verbreitung des höheren Lichts an die ganze Welt.

Deshalb kannst du deinen Aufstieg anhand der Wichtigkeit bewerten, die du den anderen Menschen entgegenbringst und dich darum sorgst, dass alle den Schöpfer erkannt und offenbart haben. Somit ist das Gebet ein Zeichen für den Ort, wo sich der Mensch befindet.

Auszug aus der Vorbereitung auf den Unterricht, 16.07.2013

Mein persönlicher und unser gemeinsamer Schöpfer

Frage: Wie kann der Mensch seine Faulheit überwinden und selbstständig vorankommen, ohne dass er auf die Nadelstiche warten muss, die ihn zum Fortschreiten anregen?

Meine Antwort: Alles hängt nur von der Umgebung ab. Mann muss verstehen, dass die Kraft des Aufstiegs bzw. des Fortschritts nur innerhalb der Gruppe zu finden ist, nicht im Menschen selbst, nicht im Studium, nicht im Lehrer und nicht im Schöpfer. Der Fortschritt ist nur möglich, wenn der Mensch eine Spannung  in der Verbindung mit seinen Freunden erzeugt. Diese Spannung zeugt von der Bereitschaft der Seele, die Korrektur zu erhalten.

Wir erzählen unter uns, dass wir uns verbinden möchten, da wir aber alle Egoisten sind, sind all unsere Verlangen zur Verbindung ebenso egoistisch, eigennützig und selbstverliebt. So enthüllt sich uns der Egoismus. Dann bitten wir darum, dass unsere Verbindung nicht für den Egoismus geschieht , sondern dass daraus ein Verlangen des gegenseitigen Gebens wächst, wobei jeder aus sich heraustritt und nicht kalkuliert, wie viel Eigennutzen er aus dieser Verbindung ziehen kann und in der Zukunft noch ziehen wird.

Das ist eine Bitte, um aus sich heraustreten zu können. Das kann in mir nur dann entstehen, wenn ich die anderen darum beneide, wenn ich sehe, wie erfolgreich sie darin sind und ich nicht, denn diese Bitte ist für den Menschen unnatürlich.

Auf diese Weise wird der Fortschritt, die Weiterentwicklung umgesetzt: zuerst aus Neid, ich muss von der Umgebung das Verlangen bekommen, mich um jeden Preis verbinden zu wollen. Danach soll  mir die Umgebung einflößen, dass diese Verbindung nur um des Gebens willen erforderlich ist, dass heißt, dass sie außerhalb von mir existiert. Mir ist das völlig fremd und das passt meinem Egoismus nicht, dennoch will ich es, da ich den anderen nicht nachstehen möchte, oder kleiner sein möchte als sie.

Dann bringen sie mich zu der Kenntnis, dass es notwendig ist, sich an den Schöpfer zu wenden.

Der Schöpfer, an den ich mich wende, unterscheidet sich völlig von dem Schöpfer, an den mich die Gruppe zu wenden verpflichtet. Er ist ein ganz anderer Schöpfer, eine andere Form, die ich mir vorstelle.

Wenn ich mir den Schöpfer selbst vorstelle, ist Er etwas oder jemand, der einen Bezug zu mir hat und der verpflichtet ist, sich um mich persönlich zu kümmern. Wenn ich mich aber an den Schöpfer wende, an den sich die Gruppe wendet, ist es schon unser gemeinsamer Schöpfer der ganzen Gruppe. Das ist ein vollkommen anderes Bild, eine andere Form.

Deswegen bitte ich darum, dass ich ihnen ähnlich sein möchte und genauso geben möchte, wie sie es schon tun. Die Bitte ist an den Schöpfer gerichtet, der der ganzen Gruppe und der ganzen Welt gibt.

Daraus resultiert, dass das Geschöpf, also ich selbst, welches sich an den Schöpfer gewendet hat, kein Egoist ist, der nur für sich selbst bittet, sondern für etwas anderes. Und mein „Ich“ wird zu etwas völlig anderem, und das Bild vom Schöpfer verändert sich, ich bitte auch um andere Dinge, um ein neues Gefühl. So nähert sich der Mensch den spirituellen Begriffen an.

 Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 03.05.2013

Der Gedanke ist die Erkenntnis des Schöpfers

Frage: Was ist der Gedanke?

Meine Antwort: Der Gedanke ist ein Punkt der Verbindung zwischen dem Geschöpf und dem Schöpfer. Das ist die besondere Bitte, mit der sich das Geschöpf nach oben wenden kann. Einerseits stammt sie aus dem tierischen Verlangen, weil der Mensch sich im hilflosen Zustand befindet und nicht versteht, was er mit seinem Leben machen soll, wie es zu verbessern geht. Alles fängt mit gewöhnlichen, materiellen und körperlichen Problemen an.

Aber wenn es ihm gelingen wird über diese Probleme hinaufzusteigen, wobei diese nicht ausradiert, sondern zum Mittel, zum Anfang, zum Fundament werden, dann kann er dadurch zum Schöpfer aufsteigen und Ihm für das Erwachen danken.

Wenn der Mensch erkennen will, wie die richtige Absicht, die richtige Einstellung zum Leben sein soll, dann bedeutet das, dass er den Gedanken fordert. Er erhebt den Punkt des tierischen Leidens in Bina, aber stellt dabei keine egoistischen Fragen, sondern Fragen darüber, was sein Leiden in Zusammenhang mit der Spiritualität bringen soll: wie kann er gegründet auf dieses Leiden den Schöpfer erkennen? Die Erkenntnis des Schöpfers heißt der Gedanke.

So wird dieser schwarze Punkt zur Nukwa für Chochma, das heißt er reiht sich in Bina ein und fordert das Verständnis. Dieser Wunsch verpflichtet Aba we-Ima zur Verbindung und zur Geburt des zukünftigen Menschen, zur Geburt deiner nächsten Stufe.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar. Das Vorwort, 14.05.2013

Der Relaissender der Signale zwischen mir und dem Schöpfer

Frage: Was außer dem Gebet hilft dem Menschen, auf seinem Weg jedes Mal die Selbstsucht „zu zerstören“?

Meine Antwort: Die Fragestellung ist falsch. Es gibt kein anderes Mittel außer dem Gebet. Ein Gebet ist eine Vollendung aller richtigen Etappen der Analyse, wenn sich herausstellt, dass ich mich auf nichts mehr verlassen kann, da ich ein Geschöpf bin, die Folge höherer Gründe. Und das einzige, was mir übrig bleibt, ist die Bitte an jene Quelle zu richten, aus der alles niedersteigt, an die Quelle, die mich hundertprozentig lenkt.

Die Systemgesetze haben eine unveränderliche Geltung. Und wenn ich “die Ableitung” darstelle – was kann ich dann tun? Meine Vernunft erkennt nur, dass ich von der Kraft gelenkt werde. Und von hier aus kann sie mir den guten Rat geben: „Wende dich an den Lenkenden“.

Das ist alles. Welche Varianten kann es noch geben? Der Streit und die Reibungen zwischen uns werden uns nicht helfen, sondern den allgemeinen Mechanismus brechen – wobei sogar dieser Bruch nur in unseren Augen geschieht. Denn in Wirklichkeit fügen wir weder etwas hinzu noch vermindern wir etwas: wir führen einfach jene einzige Handlung, die uns in dieser materiellen Welt gegeben ist, nicht aus.

So lasst uns aufhören, uns wie die mit Hörnern ineinander verhakten Stiere zu benehmen und lasst uns darüber nachdenken, was wir tatsächlich tun können. Anderenfalls wird nichts gutes passieren. Es bleibt uns nur das Gebet.

Wie ist allerdings ein Gebet zu formulieren? Wie ist diese Bitte um Korrektur von Malchut, die die Eigenschaften von Bina erlangen will, zu erheben? Gerade daran sollen wir arbeiten. Wenn es schon eine Kraft gibt, die im gesteuerten System wirkt, dann soll man sie in Betrieb setzen. Und ich muss hier unten so eine Möglichkeit schaffen, die diese Kraft im Maß meines Verlangens, die menschlichen Stufe zu erreichen, hervorruft.

Und umgekehrt, wenn ich sie nicht hervorrufe, dann bin ich mit ihr nicht verbunden und bleibe auf dem “tierischen“ Niveau. In diesem Fall wirkt sie auf mich unmittelbar ein, und zwar von oben nach unten, ohne eine Teilnahme meinerseits.

Damit ich zur richtigen Frage kommen und die Bitte erheben kann, ist mir der Punkt im Herzen gegeben. Aber zuerst soll ich die Analyse durchführen und alles Notwendige vorbereiten, indem ich kläre, was von mir abhängig ist, wo ich mich gerade befinde, wie ich meine Bitte formuliere, damit sie ankommt und ihren Einfluss wahrnimmt.

Denn die lenkende Kraft stellt das System der unerschütterlichen Gesetze dar, denen das Gefühl und die Vernunft entzogen wurden. Somit soll ich die Struktur HaWaYa von unten nach oben richtig aufbauen, und zwar innerhalb der zehn Sefirot des reflektierten Lichtes. Auch wenn ich hinaufschreie ohne alle Mechanismen zu verstehen, soll dennoch in meinem Schrei alles richtig angeordnet sein.

Deshalb gibt mir der Höhere die Umgebung, die mir hilft, meinen Schrei richtig zu “formatieren”. Wenn ich die Gruppe als das fertige Gefäß betrachte und durch sie das undeutliche Wehklagen leite, das noch ein formloses, „kindliches“ Verlangen darstellt, dann nimmt dieses Wehklagen die richtige Form an, die zulässt bis zur Wurzel durchzudringen – bis zu der Kraft, die im Geschöpf liegt.

Und als Antwort steigt diese Kraft herunter und kommt zu mir wiederum durch die Umgebung. Denn anderenfalls werde ich nicht in der Lage sein, dieses Licht zu empfangen, und es wird mich einfach „verbrennen“. Das höhere Licht wirkt gerade auf meine Wechselbeziehung mit den Freunden ein – und zwar in dem Maß, in dem ich ihnen ergeben bin. Es wirkt am Ort der Verbindung ein, weil ich ihm gerade dort entspreche.

Somit ist meinerseits eine durch die Umgebung geleitete Bitte nötig, die es zulässt, gehört zu werden; und seitens des Schöpfers geht das Licht durch die Umgebung durch und passt sich an mich an, damit ich es empfangen, empfinden und verstehen kann.

Somit erweist sich die Umgebung als ein zweiseitiger, gegenseitiger „Puffer“, „Adapter“ zwischen mir und dem Schöpfer. Alles geschieht innerhalb dieses Systems, das „die Gruppe“, „das Volk“ genannt wird, und eine einheitliche Seele darstellt.

 Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „die Bürgschaft“, 22.04.2013

Zwei notwendige Bestandteile eines Gebets

MaN wird mit „weibliche Gewässer“ übersetzt, d.h., dass ein Gebet immer zwei Punkte beinhalten soll: Malchut und Bina. Das Wasser ist Bina und die weibliche Eigenschaft ist Malchut. Nur dann spricht man von der Erhebung eines Gebets, vom МaN.

Wenn ich nur darunter leide, dass es mir schlecht geht, dann ist das nur Malchut. Man fragt dann: Warum leide ich, an wen soll ich mich wenden, was möchte ich bekommen? Somit ist eine deutliche Vorstellung der Bitte, welche Malchut und Bina verbindet, notwendig: das Verlangen und seine Ausrichtung. Ich soll verstehen, an wen meine Trauer, mein Leiden gerichtet ist. Denn ich kann einfach infolge einer schlechten Stimmung leiden, was nicht als Gebet anerkannt wird.

Wenn es mir jetzt schlecht geht, weil der Schöpfer vor mir verborgen ist, und ich keine Wichtigkeit des spirituellen Aufstiegs empfinde, sowie nichts lernen und nur schlafen will, dann ist mein Zustand auch nicht für die Erhebung des Gebets, für das МaN geeignet. Denn es geht nur um die Empfindung in meinen leeren, egoistischen Verlangen.

Alles hängt davon ab, was ich will, was ich bedauere – wen ich vermisse? Das heißt, der Grund meines Bedauerns soll außerhalb meiner selbst liegen. Erst dann formuliere ich aus zwei dieser Mängel zwei Malchut: Malchut de-Bina und Malchut de-Malchut, mein Gebet МaN. Mein Gebet soll eine deutliche Ausrichtung haben.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 17.04.2013

Anstrengung mit außermenschlichen Kräften

Frage: Was bedeutet die Anstrengung mit außermenschlichen Kräften?

Meine Antwort: Die Anstrengung mit außermenschlichen Kräften ist die, die nicht auf die natürliche, menschliche Bestrebung zum eigenen Nutzen gerichtet ist. Diese Anstrengung wird innerhalb der Gruppe, in der Hingabe an die Umgebung offenbart und liegt deshalb außerhalb der menschlichen, persönlichen Kräfte.

Und außerdem, wenn der Mensch dies enthüllt, dann erkennt er, dass er alleine nicht in der Lage ist, diese Anstrengung zu machen. Deshalb wendet er sich an den Schöpfer mit der Bitte, ihm zu helfen diese Handlung auszuführen.

Darüber steht geschrieben: “ Um meine Brüder bitte ich Dich, um den Frieden“. Es ist unmöglich, sich an den Schöpfer zu wenden ohne die Absicht Ihm geben zu wollen. Alle anderen Bitten, deren Absichten in der Dimension dieser Welt liegen, werden nicht akzeptiert.

Aber dem Menschen ist es erlaubt den Schöpfer um Hilfe zu bitten, um sein spirituelles Gefäß aufzubauen. Das alleine ist das einzig vertretbare Gebet.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 09.04.2013

Einheit und ein bisschen Frechheit

Frage: Heute Abend führen wir einen besonderen Unterricht durch, der den Ausgang des Feiertages Pessach, den Auszug aus dem Egoismus symbolisiert. Wie soll hier unsere Herangehenweise sein, um eine maximale Forderung zu erlangen, die ausreicht, um den Machsom zu überqueren?

Meine Antwort: Das kommt unerwartet. Keiner weiß, wann genau, keiner kann etwas bestimmen. Baal HaSulam schreibt jedoch , dass die Pessach – Zeit eine sehr wichtige ist. In unserer Welt ist es eine besondere Zeit und zwar in Bezug auf die umgebenden Lichter. Im Allgemeinen kann der Übergang jederzeit geschehen, jeden Tag, wir müssen jedoch gleichzeitig das Bestmögliche tun und zwar  entsprechend der materiellen Zweige und spirituellen Wurzeln. Wir haben alle Chancen dafür,  benötigen aber eine große gemeinsame Anstrengung, sowie ein bisschen Frechheit:

–          Es steht uns zu!

–          Warum?

–          Darum!

Genau das ist notwendig. Darüber wird auch gesagt „Meine Söhne haben mich besiegt“. Auch wenn ich weiß, dass ich es nicht verdient habe, fordere und dränge ich trotzdem, diese Frechheit ist sehr gesund. Aus den Rahmen des Egos steigend, glaube ich daran, dass ich vom Schöpfer abhängig bin und eben von Ihm fordere ich das Ersehnte. Dahinter steckt kein Emotionausbruch, sondern ein gezielter Schrei, ein hartnäckiger und eindringlicher Aufruf an Ihn: „Mach es“! So werden in mir die neuen Kelim (Gefäße) – Verlangen erweckt, zusätzliche Bedürfnisse.

Frage: Wie formulieren wir diese Forderung während des Tages?

Meine Antwort: Es ist notwendig, sich auf den Widerstand zu fokussieren, welcher sich während des Auszugs aus Ägypten ergibt, sich auf die Einheit und Erhebung über unseren persönlichen sowie allgemeinen Egoismus zu konzentrieren. Im Großen und Ganzen, benötigen wir eine Mischung aus Forderung und Frechheit, aber das Wichtigste ist und bleibt die Einheit. Auf nichts Weiteres sollte man sich zerstreuen.

Frage: Wie frech sollte ich in dieser Forderung sein, aber gleichzeitig für alle, mit allen zusammen bitten?

Meine Antwort: Es wird erwähnt, dass wir aus Ägypten während der nächtlichen Dunkelheit ausziehen. Das heißt aber nicht, dass wir darauf warten,  bis die Dunkelheit anbricht und das Licht  zu Hause ausgeschaltet wird. Nein, dies ist die Dunkelheit des Egoismus, die wir in unserem Inneren spüren, wenn uns nichts mehr retten kann und es kein Schlupfloch zur Flucht gibt. Und flüchten müssen wir ins Zentrum der Gruppe, zur Freundesliebe, zur Nächstenliebe. Darauf müssen wir uns konzentrieren und fordern, dass für uns nur eine solche Bitte zählt! Das Licht offenbart sich im Kli (Gefäß) und korrigiert es, alles kommt vom Licht außer die Bitte um die Hilfe.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel vom Rabash, 31.03.13

Der Schöpfer wartet

Europäischer Kongress. Lektion 3

Frage: Was bedeutet, sich an den Schöpfer zu wenden?

Meine Antwort: Sich an den Schöpfer zu wenden bedeutet, von der inneren Kraft des Universums, die diese Welt hält und lenkt, ihre wahrhaftige Offenbarung in uns zu fordern. Wir sollen diese Kraft erkennen, mit ihr in Kontakt treten und mit ihrer Hilfe handeln. Deshalb bitten und fordern wir, dass diese Kraft sich in unserem Inneren offenbart.

Für den Schöpfer spielt es keine Rolle, wie ihr euch an Ihn wendet. Selbst dann, wenn ihr Ihn verflucht. Das Wichtigste ist, ihr bleibt mit Ihm in Kontakt und gebt nicht auf!

Auszug aus der 3. Lektion des Europäischen Kongresses, 22.03.2013

Zu bitten bedeutet zu verlangen

Europäischer Kongress. Lektion 1

Frage: Wenn Sie sagen: „Wir sollen darum bitten, auf die nächste Ebene aufzusteigen“, was wird dann unter dem Wort „bitten“ verstanden? Ist es eine bestimmte  Bitte, in deren Wurzel eine pragmatische Anfrage liegt?

Meine Antwort: Zu bitten bedeutet zu wollen.

Natürlich sind wir alle Pragmatiker und wollen alles nur für uns haben. Ich will mit allen nur eigennützig vereinigt werden. Ich will mich mit Europa und dann mit der ganzen Welt nur eigennützig verbinden. Ich will die Höhere Welt erlangen. Und sogar dann, wenn in uns das uneigennützige Streben offenbart wird – ist es doch auch egoistisch.

Und wenn das Licht kommt, dann wird es uns korrigieren und uns im vereinten Verlangen zeigen, dass wir anders sein sollen. Das Licht wird uns helfen und nicht wir selbst. Bis mich das Licht korrigiert hat, soll ich mir selbst treu bleiben und mich selbst nicht belügen.

Auszug aus der 1. Lektion des Europäischen Kongresses, 22.03.2013

Der Punkt, an dem sich das Anflehen und die Dankbarkeit treffen

Es gibt zwei Arten der Arbeit: infolge der Empfindung eines Mangels und bei vollem Wohlergehen. Wir sind aus einem Material geschaffen, dem es an Vielem mangelt. Deshalb streben wir nach der Verbindung mit dem Schöpfer, Der uns geschaffen hat und über alles verfügt, was uns fehlt.

Wenn wir diese zwei Kräfte an uns anschließen: die natürliche, empfangende Kraft, unser Material, und die gebende Kraft – den kleinen inneren Funken, den wir entwickeln und über unser Material stellen wollen -, dann stehen uns zwei Klärungen bevor: Wie verhält sich die eine Kraft bezüglich der anderen. Seitens des Materials müssen wir den Funken des Gebens erkennen, und seitens des Lichts müssen wird das Material erforschen. Mit anderen Wörtern, wir müssen seitens der Schöpfung den Schöpfer sowie das eigene Material erkunden.

Deshalb erfolgt die Arbeit mit dem Verlangen zu genießen, welche in den Bitten, Gebeten, in den Leiden der Shechina, in der Zerstörung des Tempels besteht. Wenn wir alle Lasten dieses Zustandes in ihrer ganzen Fülle nicht empfinden werden, dann werden wir kein richtiges Gebet, keine wirksame Bitte erlangen, die eine Handlung seitens des Lichts hervorrufen kann.

Das Licht antwortet nur dem vollkommenen Verlangen. Die Teile eines solchen vollkommenen Verlangens heißen die spirituellen Stufen, und wir müssen mindestens die erste kleinste Stufe erreichen.

Die zweite Art der Arbeit besteht in der Erkenntnis, dass wir uns gegenüber dem vollkommenen Schöpfer befinden, Der uns geschaffen hat, Der uns lenkt, Der sich um uns sorgt, uns korrigiert, uns bis zur Höhe der Vollkommenheit erhebt. Unsere ganze Arbeit besteht in der Dankbarkeit und der Verherrlichung.

Zwei Formen dieser Arbeit sind einander entgegengesetzt, und in beiden Arten soll sich der Mensch Mühe geben, damit die eine die andere nicht überwiegt. Sie beide sind in vollem, wahrhaften Maß notwendig. Folglich wird ihre Verbindung – die Anstrengung zwischen ihnen -, einen Punkt erschaffen, der starkes Licht an sich heranziehen wird sowie den Menschen erheben wird, so dass zwei Pole für seine Arbeit  Keter und Malchut erschaffen werden. Auf diese Weise wird innerhalb des Verlangens zu genießen seine erste Stufe aufgebaut, die ihrerseits aus zehn Sefirot besteht: aus Bitten, Gebeten, aus dem zerbrochenen Herz sowie aus der Dankbarkeit, dem Segen und der Verherrlichung des Schöpfers, des Punktes Keter. Auf diese Weise muss man vorankommen.

Der Mensch vergisst das ständig und ist deshalb verwirrt. Er denkt, dass seine Verwirrung zufällig ist, er sieht darin das Verschulden seines schwierigen Lebens. Er meint, dass er irgendwo alleine auf der unbewohnten Insel in der Mitte des Ozeans, fern von den Hindernissen des alltäglichen Lebens, besser leben könnte und sehr schnell und erfolgreich auf dem spirituellen Weg vorangekommen wäre. Er muss sich um Tausende verschiedene Sachen sorgen und mit dem Leben zurechtkommen, mit verschiedenen Problemen: innen und außen.

Aber diese Meinung ist falsch, weil alles einem System unterliegt. Es gibt deshalb keinen Grund dafür, dass man den Wohnort wechselt oder die äußeren Bedingungen verändert. In dem Augenblick, in dem sich der Mensch jetzt befindet sowie unter gegebenen Bedingungen, soll er sich ständig bemühen, in der richtigen inneren Arbeit zu bleiben, damit er mit Hilfe der ihm gegebenen Umgebung dem Schöpfer einen Genuss bereitet.

Man muss verstehen, dass diese Umgebung der Schöpfer für ihn geschaffen hat. Und später wird der Mensch verstehen, dass diese Bedingungen für seinen Aufstieg maximal nützlich waren.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 10.02.2013