Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Egoismus'

Der Pharao ist die Quintessenz des Übels

bildFrage: Ich glaube, dass die Selbstsucht eine positive Eigenschaft ist, ohne die sich der Mensch nicht entwickeln kann. Wenn ein Kind keine Selbstsucht hat, strebt es nicht nach Lernen und nach Wachsen.

Antwort: Das Streben nach Wissen, Bildung, Kultur, die Welt zu sehen, in den Kosmos zu fliegen bedeutet nicht eine böse Selbstsucht. Der böse Trieb bedeutet schlechte Beziehungen zwischen uns, den Wunsch, den Nächsten zu benutzen, ihn zu unterdrücken.

Der Wunsch, einfach groß zu werden, ist kein Egoismus; vielleicht will ich damit der Menschheit doch etwas Gutes geben. Der Egoismus ist der Wunsch, andere zu unterdrücken , sie zu unterjochen.

Der Pharao, der Zar Ägyptens, ist eine Quintessenz des ganzen Übels. Es ist die besondere Kraft, die jeder Mensch von Natur aus hat; sie wird der böse Trieb genannt und schädigt unsere Beziehungen. Es geht nur um sie, und nicht um das Streben des Menschen nach Entwicklung.

Der Pharao ist der Zar Ägyptens; er beherrscht uns doch absolut, ohne nach unserem Wunsch zu fragen. Er befiehlt uns nur, was wir machen sollen, belastet uns mit der erschöpfenden Arbeit.

Der Pharao befiehlt uns zu bauen, das heißt, vereinigt zu werden. Aber, wenn wir nicht vereinigt werden wollen, steht er zwischen uns und verursacht Streit unter uns und hat Spaß daran.

Der heutige Mensch ist ein Sklave dieser besonderen Kraft, die Pharao heißt. In der Natur gibt es diese Kraft, die die ganze Welt durch die Evolution schiebt. Sie trägt zur allgemeinen Entwicklung der Technologie, der Wissenschaft, der Kultur, der Bildung bei.

Aber innerhalb dieser Entwicklung ist eine Kraft versteckt, die uns zwingt, uns schlecht und egoistisch zueinander  zu verhalten und zu genießen, dass wir höher als andere, erfolgreicher als andere sind, und sie unterdrücken können.

Jeder will Pharao werden und andere verwalten. Wenn er eine Möglichkeit hat, andere so zu kränken, dass sie keine Möglichkeit haben, zu fliehen, hat er daran Spaß. Es heißt, dass jeder von uns in seinem Inneren einen Pharao hat.

 

Aus dem 538. Gespräch über das neue Leben, 22.03.2015

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Vom letzten Exil zur endgültigen Erlösung

Die Tora, „Levitikus“ 20.1-20.5:
Der Herr sprach zu Mose: Sag zu den Israeliten: Jeder Mann unter den Israeliten oder unter den Fremden in Israel, der eines seiner Kinder dem Moloch gibt, wird mit dem Tod bestraft. Die Bürger des Landes sollen ihn steinigen.Ich richte mein Angesicht gegen einen solchen und merze ihn aus seinem Volk aus, weil er eines seiner Kinder dem Moloch gegeben, dadurch mein Heiligtum verunreinigt und meinen heiligen Namen entweiht hat.Falls die Bürger des Landes ihre Augen diesem Mann gegenüber verschließen, wenn er eines seiner Kinder dem Moloch gibt, und ihn nicht töten,so richte ich mein Angesicht gegen ihn und seine Sippe und merze sie aus der Mitte ihres Volkes aus, ihn und alle, die sich mit ihm dem Molochdienst hingeben..

Ein Sohn ist unsere nächste Stufe…“der eines seiner Kinder dem Moloch gibt“ bedeutet, es seinem Ego zu übergeben, so dass die nächsten Stufen sich in eine egoistische Richtung entwickeln werden.

Daher bedeutet das Verbot, die Kinder dem Moloch zu übergeben, die absolute Notwendigkeit, sich in Vorbereitung auf die nächste Stufe, in der jetzigen Stufe absolut klar und bewusst zu sein, sich garantiert in die richtige Richtung zu begeben.
Falls du das nicht tust, wird dein nächstes Level wieder der Egoismus sein. Es ist nur dein Problem und nicht das Problem der Kinder, der nächsten Stufe.

Daher liegt die Verantwortung auf den Schultern des vorigen Levels, das sich für den Aufstieg falsch vorbereitet hat. Es liegt also in der Verantwortung des Vaters und nicht des Sohnes.
Wenn ein Mensch geboren wird, ist er nichts.
Womit du ihn allerdings füllen wirst – mit Plänen, Attributen, Qualitäten und Werten, ist das, was er sein wird.

Es steht geschrieben, dass, wenn Menschen dem Mann vergeben, der die Kinder dem Moloch übergeben hat, so richtet der Schöpfer sein Angesicht gegen ihn und merzt ihn und seine Sippe aus.
Das bedeutet, falls die meisten Menschen glauben, dass es auf der nächsten Stufe vorzuziehen sei, in unsere Welt hinabzusteigen, es notwendig würde, all ihre Wünsche erneut anzuheben und sie zu korrigieren.
Das ist eine sehr ernsthafte Arbeit mit schweren Verlusten.

Das ist schon vorher in unserer Geschichte passiert und aktuell befinden wir uns ebenfalls wieder auf der Stufe, vom spirituellen Pfad abgekommen zu sein, was „die Kinder dem Moloch übergeben“ genannt wird.
„Und die Wünsche erneut anzuheben“ bedeutet, sich vom letzten Exil zur endgültigen Erlösung zu erheben.

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aus KabTV’s “Secrets of the Eternal Book” 4/16/14

Die Gemeinschaft als Herausforderung für den Kapitalismus

Laitmann Blog

Frage: Die Soziologen sagen, dass der Mensch ein soziales Wesen ist – und die Notwendigkeit zu einer Gesellschaft oder Gemeinschaft zu gehören seine Basis ist. In letzter Zeit hat die Gemeinschaftsstruktur viele Veränderungen und Krisen durchgemacht, so dass wir uns heute nicht vorstellen können, was das Leben in der Gemeinschaft bedeutet und wie es sich sich anfühlt, und wie sie den Einzelnen beeinflusst. Wie sehen Sie das Leben in der Gemeinschaft in unserer Zeit?

Antwort:  Seit Anbeginn der Menschheit wird der Mensch in Gemeinschaften geboren, in welchen er aufwuchs und lebte. Die Gemeinschaft ist seine Heimat, seine Familie, die ganze Welt. So war es in Afrika, Asien und Europa. Es war ein kleines Dorf,  ein Stamm – eine Umgebung, die ihn ständig umhüllte, sich um ihn kümmerte, ihn aufgefangen hatte. Diesen Umgang erlebte er nicht nur von den Eltern. Er gehörte allen, alle gehörten ihm, und es gab nicht viele Unterschiede zwischen den Menschen. Doch unsere weitere Entwicklung basiert auf dem Wachstum des Egoismus. Er wuchs nach und nach, und wir distanzierten uns weiter und weiter voneinander.

Daher begann das natürliche Gemeinschaftsleben zu verfallen:  die einen wurden reicher und die anderen ärmer, dem einen ging es besser, dem anderen schlechter, einer wurde  stärker, der andere schwächer. In den letzten Jahren ist unser Egoismus exponentiell gewachsen, und jetzt erleben wir so einen Schwung, der vergleichbar mit der Explosion des Egoismus im alten Babylon ist.  Bis jetzt hatten wir noch etwas gemeinsames Leben innerhalb eines Staates oder einer Stadt gehabt. Im Mittelalter wurden die Städte mit Mauern umrundet, damit man sich gegen äußere Feinde verbinden und schützen kann.

Jetzt ist es anders: Ich lebe in einer  Wohnung und grenze mich so ab, dass ich von niemandem abhängig bin. Ich kenne meine Nachbarn nicht, und will es auch nicht. Am Morgen gehe ich mit meinem Kind aus der Wohnung, setze es ins Auto, bringe es in den Kindergarten oder zur Schule. Abends kommen alle wieder nach Hause, das Kind geht in sein und nicht in das  gemeinsame  Zimmer, schließt die Tür ab und kommt nicht einmal zum essen. So läuft das Leben in der Regel ab.

Die allgemeinen Gesetze der Natur drücken uns  jedoch näher und näher  zusammen, wir dagegen wollen diese Grenzen im Inneren mehr und mehr brechen. Diese beiden Richtungen in unserer Entwicklung bezeichnen  wir als Krise. Dank der Globalisierung sind wir in der Lage, alle mit lebenswichtigen Dingen zu versorgen, aber weil keiner mit dem anderen  innerlich  verbunden sein will, ist es unmöglich, das Gute im Leben zu erreichen, so leiden wir nun.

Wir wissen, dass die Gemeinschaft in der Lage ist, die Lieferanten, die Firmen, die gemeinsamen Dienste, die wir brauchen, zu beeinflussen. Zum Beispiel in einer kleinen Stadt könnte man viel Gutes für die Bewohner tun. Wir würden unsere eigenen Preise für Unternehmen bestimmen, die uns  Produkte, Strom, Gas und Wasser liefern. Der Preis hängt von uns ab, weil wir ein wichtiger Kunde sind. Daher können wir verlangen.

Wenn es uns gelingen würde eine Gemeinschaft  mit modernen Rahmbedingungen  zu schaffen, und wenn  es viele dieser Art der Gemeinschaften gäbe, wären wir in der Lage, mit der egoistischen kapitalistischen Herangehensweise, die uns ausbeutet und mit offener Aggression und Zynismus alle ausnutzt, zu konkurrieren. Besonders in unserer modernen Zeit, wo es so viele Bedingungen gibt, hätten wir die Möglichkeit zu entscheiden, an wen wir uns wenden, um unser Leben so gut wie möglich zu gestalten.

Wir können sicherstellen, dass die Gemeinschaft selbst auf der Grundlage ihrer Eigeninitiativen ihr Leben selbst gestaltet. Das würde bedeuten, dass wir keine Dienstfirmen oder Polizei beauftragen, sondern uns selbst organisieren würden. Aber zuerst müssen wir  uns viel näher kommen, um die Verbindung zwischen uns aufzubauen, die dem globalen Charakter entspricht. Und das ist nicht einfach.

Folge 237 aus „New Life“, 10.08.2013

Wenn das Ego beginnt, weich zu werden

Frage:  Jeder von uns lebt sein Leben mit den typischen Schwierigkeiten, Erfolgen und Enttäuschungen. Wir würden unsere Leben gerne glücklicher leben, aber es stellt sich doch die Frage, wie? Woher bekommen wir das Gefühl von Wärme uns Sicherheit?

Antwort: Die Antwort liegt in dem Bauch unserer Mutter, dann in ihren Armen und später in der Wärme unseres Hauses und Herzens. Wir entfernen uns von diesen Werten mehr und mehr, obwohl das Bedürfnis, solche Strukturen und Wertesysteme zu erhalten, stark in uns wirkt. Nichtsdestotrotz wollen wir unabhängig den Wünschen unseres Ego nacheifern. Wir merken, dass unser Ego durch die Intensität der Gefühle in der Gemeinschaft beginnt, weicher zu werden. Wir finden uns immer öfter in den Diskussions-Kreisen und wir suchen nach den Elementen, die wir im Ego loslassen können.

Ich annulliere es nicht, aber es beginnt mir dabei zu helfen, mich mehr und mehr in das Leben dieser Gesellschaft einzubringen und im Bewusstsein zu verankern, dass ich Teil eines Ganzen bin. Unser Ego kann uns „Hilfe gegen uns selbst“ sein.

Wenn wir uns egoistisch weiterentwickeln, zerstören wir kontinuierlich unser gesellschaftliches Leben. Wenn wir unsere Gemeinschaft wieder herstellen – zumindest in Form eines Spieles – wird das Ego, welches sich unter Druck gesetzt fühlt, zur Hilfe eilen. Es ist nicht annulliert, aber es nimmt eine neue Form an. Dies bezeichnen wir als Integrale gesellschaftliche Erziehung.

Lasst uns hoffen, dass wir in der Lage sein werden, diesen Zustand zu erlangen. Wir balancieren die generellen globalen Kräfte der Natur und dies verbindet die Menschheit entsprechend ihren inneren Gegebenheiten. Wenn beide Kräfte, die uns beeinflussen, harmonisch balanciert werden, wird unser Leben glücklicher ablaufen.

[149655]

Aus KabTV`s „Ein neues Leben“ 8/10/14

Kenne den Gott Eurer Väter und diene ihm

Rav BildDie Tora, „Leviticus“, Kedoshim, 19,4: Wende Dich nicht an Götzen und mach dir keine eigenen Götter:  Ich bin der Herr, Dein Gott. Ein Götze ist etwas, das wir ohne jeglichen Beweis im vornherein erhalten. Wir haben keinen Beweis dafür und müssen ihn akzeptieren ohne das ganze zu verstehen. Das kann auf der Stufe des Menschen nicht getan werden.

Ein Mensch muss das Niveau des Gebens und der gegenseitigen Liebe zwischen uns erreichen, offenbaren, studieren und mit diesem arbeiten. Er sollte es vollständig verstehen und das System mit Herz und Verstand fühlen. Nur dann kann er sagen, dass er keine Götzen anbetet und nichts nach dem Zufallsprinzip akzeptieren kann.

Trotz der Tatsache, dass dies ein sehr schwieriges Leben ist, stellt der Schöpfer solche Probleme vor uns, damit wir die Stufe von Adam (Mensch) erreichen, und nicht auf der tierischen Stufe bleiben.

So können wir es uns nicht leisten, alles als selbstverständlich anzunehmen. Der Schöpfer möchte, dass wir ihn studieren, „Kenne den Gott Eurer Väter und diene ihm“. Der größte Punkt unseres Aufstiegs ist die Wahrnehmung und das Erreichen des Schöpfers.

Kommentar: Manchmal möchte man von allem abgetrennt sein, damit man einfach so vorwärts getragen wird.

Antwort: So arbeitet unser Egoismus mit uns. Einerseits begleitet uns das Ego während der korrekten Entwicklung, andererseits gibt es eine Notwendigkeit für eine bestimmte spirituelle Verwirklichung, Entwicklung und Vertiefung, sonst würde man nicht seinen Durst stillen oder sich selbst fühlen.

Geben ist die Quelle reinen Wassers, das den  Durst stillt. [147912]

Aus KabTV’s “Geheimnisse des Ewigen Buches” 3/26/14

Für ein neues Leben ist altes Gepäck ein Hindernis

Frage: Dem Volk Israel fehlen Einheit und ein gemeinsames Ziel. Was ist der Grund für diese Entfremdung? Sind wir mit dem Strom des Lebens der westlichen Gesellschaft mitgeschwommen, wo jeder seine eigenen Ideen und Ziele hat?

Antwort: Wir haben das Exil verlassen und tragen dennoch dessen Merkmale in uns. Doch das bedeutet nicht, dass wir so bleiben müssen. Warum sind wir in dieses Land zurückgekehrt, um hier als Volk Israel im Land Israel zu leben?

Vor einigen Jahrzehnten gehörte ich zu einer Nation, Sie zu einer anderen und jener wieder zu einer anderen. Wir lebten in unterschiedlichen Kulturen und Orten. Dann kamen wir nach Israel, doch nichts änderte sich. Dies ist eine Ansammlung von Exilen, jeder kommt mit seinem eigenen „Rucksack“ und beschützt dessen Inhalt. Wollen wir nun diesen Rucksack und uns selbst öffnen, um uns zu verbinden und tatsächlich ein Volk zu werden?

Die Kraft der Einheit ist die wichtigste Kraft der Natur, welche uns am Leben erhält. Doch die Kraft der Trennung steht ihr gegenüber. Diese beiden Kräfte müssen im Gleichgewicht sein. Dies geschieht immer und überall: Plus – minus, heiss – kalt, Spannung – Entspannung.

Diese beiden Gegensätze scheinen sich immer in den Haaren zu liegen, doch in Wirklichkeit sind sie verbunden. Das Leben ist eine Kombination dieser beiden Kräfte.

Doch der Mensch hat nur eine negative Kraft und er verfügt nicht über die Stärke der Verbindung. Selbst wenn wir uns verbinden, tun wir das nur aus egoistischen Gründen: Man möchte den anderen zum eigenen Vorteil benutzen; daher tut man etwas Gutes für ihn, um näher an ihn heranzukommen.

Wir haben nichts ausser dieser negativen Kraft. Doch es heißt: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen; ich schuf die Mittel, um ihn zu korrigieren – das Licht, das erneuert“. Es gibt tatsächlich eine Kraft, die unserem bösen Trieb gegenüber steht – es ist das Licht, eine besondere innere Kraft der Natur, die sich uns enthüllt, sobald wir uns verbinden.

Wenn wir uns zusammentun um diese Kraft zu suchen, werden wir sie auch finden. Sie wird uns erlauben, uns über unseren Egoismus zu erheben. Es bedeutet, dass die Kraft der Einheit sich mehr enthüllen wird als jene des Egoismus.

Indem wir uns für die Verbindung anstrengen, offenbaren wir mehr und mehr diese Kraft der Einheit. Sie wird mit der Zeit stärker als die Kraft der Trennung und beginnt, diese zu beherrschen. Auf diese Weise werden wir Träger zweier Kräfte und nicht nur einer: Die Kraft der Trennung, die innerlich wirkt und die Kraft der Verbindung, die nach außen wirkt.

Die menschliche Gesellschaft wird sich daher auf ein neues und besonderes Leben freuen dürfen, da uns dann beide Kräfte zur Verfügung stehen. Durch die Weisheit der Kabbala werden wir eine besondere Verbindung erlangen und zur wahren Kraft der Einheit gelangen. Und letztere wird nicht egoistisch sein; sie wird uns über unser Ego erheben. Die Kraft der Einheit und die Kraft der Trennung  werden gleichzeitig existieren und einander ausbalancieren. Dies wird uns auf eine neue Stufe bringen, zu einem neuen Leben! [142877]

From KabTV’s “A New Life” 8/27/14

Betäubt durch den Egoismus

Die ganze Welt – das ist mein Gefäß. In der Welt wurde nur ein Mensch erschaffen. Es ist ein Paradox, das auch in der Quantenphysik bekannt ist. Unsere Wahrnehmung der Welt kann sich in einem Moment verändern und völlig anders erscheinen, so wie in den Quantenüberlagerungen.

Es gibt keinen Widerspruch zwischen der Tatsache, dass ich in der Welt alleine existiere und alle Teile der ganzen Welt als meine eigenen betrachte. Es scheint wegen einem psychologischen Effekt so zu sein, dass sich all diese Teile außerhalb von mir befinden.

Als hätte ich eine Betäubungsspritze ins Bein bekommen, welches ich anschließend nicht mehr als einen Teil meines Körpers spüre. Es kann jetzt jemand mit einer Säge kommen und mir dieses Bein absägen, ohne das ich darauf reagiere, denn ich empfinde keinen Schmerz. Ich bin wie benebelt, ich spüre nicht, dass es zu mir gehört.

Unter so einer Narkose befinden wir uns in Bezug auf die ganze Welt. Die unbelebte Natur, Pflanzen, Tiere und Menschen – das sind alles Teile meines Gefäßes, sie gehören zu mir, zu meinem Verlangen zu empfangen. Ich bin in Malchut der Unendlichkeit, die ganze Schöpfung und damit die ganze Welt, die für meinen Nutzen erschaffen ist. Meine Selbstsucht trennt mich von der Welt und zeigt alles außerhalb, und das nicht zu mir gehörende.

Der Egoismus arbeitet als Narkosemittel, der mich von allen Organen trennt und mich nur einen sehr kleinen Teil des gesamten Universums wahrnehmen lässt. Ich muss mit der Korrektur meines Egoismus  beginnen, um mit Hilfe des umgebenden Lichts alle Teile, die scheinbar abgeschnitten und entfernt waren, wieder zu verbinden, als wären sie meine eigenen.

Genau das versuchen wir in der Gruppe zu machen: uns anzunähern, wie ein Mensch mit einem Herzen zu sein und die Realität als ein Ganzes zu sehen. Wir sind selbst bemüht, dahin zu kommen, ohne abzuwarten, dass die Krise uns vorantreibt, wie den Rest der Welt, der gezwungen wird, die gesamte Wirklichkeit aus Hilflosigkeit, als ein ganzes System anzunehmen.

Ich habe die Möglichkeit, ohne auf die Krise und durch Leiden, die mich vorantreiben, zu warten, mich mit dem Argument, dass die ganze Wirklichkeit mir gehört, zu überzeugen.

Wenn ich den Rat von Kabbalisten annehme und beginne, mich dem ganzen Universum zu nähern, alle seine Teile wie: unbelebt, pflanzlich, tierisch und menschlich, als meine eigenen Teile ansehe, dann erhalte ich zusätzlich riesige Verlangen. Sie erlauben mir, die Wirklichkeit nicht nur durch meinen persönlichen, winzigen Bruchteil zu sehen, sondern durch alle Teile – durch die unbelebte Natur, Pflanzen, Tiere, Menschen, somit erhebe ich mich über den Egoismus. So baue ich eine Brücke über all den Hass, wie es geschrieben steht: „Die Liebe deckt alle Sünden zu.“ [136111]

Auszug aus dem Unterricht, 28/05/14

Großes Herz

Und Moses sprach zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel: „Das ist es, was der Herr geboten hat: Gebt unter euch ein Hebopfer dem Herrn also, daß das Hebopfer des Herrn ein jeglicher willig bringe, Gold, Silber, Erz, blauen und roten Purpur, Scharlach, weiße Leinwand und Ziegenhaar,“ [Tora, „Exodus“, „Wajakel“, 35:04–35:06]

Unser Herz ist die Selbstsucht. Das Herz, in dem die Bestrebung zum Geben, zur Verbindung, zur Liebe offenbart wird, welches versteht, dass es unmöglich ist, im egoistischen Modus zu existieren, ist eben großzügig.

Uns ist heute durch Leiden schon bewusst geworden, dass man die Menschheit irgendwie ändern muss: unsere Natur, die Gesellschaft, alle Beziehungen zwischen uns. Die Welt  hat sich genügend entwickelt, um zu erkennen, dass sie  durch die egoistische Entwicklung enttäuscht wird.

Das Wort „großzügig“ bedeutet im spirituellen Verständnis „gebend“.

„Großzügiges Herz“ ist die Anerkennung unserer egoistischen Natur und die Arbeit an ihr. [130804]

Aus dem TV-Programm „Geheimnisse des ewigen Buches“, 10/10/13

Unnatürliche Mutation der tierischen Stufe

Frage: Warum wächst das tierische Verlangen mit der Zeit nicht, und nur das menschliche Verlangen wird größer?

Antwort: Der Mensch ist eben ein Tier, dessen Verlangen zu genießen wächst. Der Mensch ist eine gewisse unnatürliche Mutation der tierischen Stufe. In Wirklichkeit heißt er Mensch erst dann, nachdem er den Schöpfer begriffen hat, und bis dahin lebt er noch immer auf dem tierischen Niveau.

Der Mensch ist eine Form des Gebens, die wir finden, nachdem wir die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erreichen. Davor nennen wir uns  “Menschen” mit dem Visier auf die Zukunft, da es in uns solch eine potentielle Kraft gibt, die wir entwickeln können, um zum spirituellen Menschen zu werden.

Schaut nur, welche Unruhen es in der modernen Welt gibt – sind diese Leiden den Menschen würdig? Die Menschen gleichen den wütenden Tieren. Laut seinem Verhalten hat sich der Mensch nicht geändert, und ist sogar noch schlechter geworden. Die Selbstsucht ist seit dem Altertum nur angewachsen und verursacht immer größeren Schaden. Unsere ganze Entwicklung ging in die Gegenrichtung, und als Mensch wird nur jener Teil in uns bezeichnet, der sich dem Schöpfer angeglichen hat. [129280]

Auszug aus dem Unterricht nach „dem Vorwort zum Buch „Panim Meirot“, 06/03/14

Schritte zum Schöpfungsziel

Frage: Ich verstehe nicht, was ich weiter zu tun habe; ich verstehe den Sinn Ihrer Handlungen nicht. Geben Sie mir bitte einen Orientierungspunkt – wie kann ich nützlich sein, was kann ich tun? Eine Sturzhilfe?

Antwort: Unsere Handlungsanordnung ist wie folgt: Zunächst studieren wir die Struktur der Höheren Welten, die Artikel über die Verbindung in der Gruppe – Arvut, dann realisieren wir die Artikel, indem wir uns in den Seminaren versammeln.

Von jedem einzelnen „Ich“ streben wir zum „Wir“, um daraus das einheitliche Ganze „Eins“ zu bilden. Aus “Eins” – entsprechend dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften versuchen wir, uns mit dem Schöpfer zu verbinden.

Hier beginnen wir zu empfinden, dass es uns am Verlangen bzw. an Anstrengung fehlt. Wir empfinden, dass ohne Verbreitung diese Kräfte nicht offenbart werden.

Erst wenn wir beginnen, uns um die äußerliche Gesellschaft zu sorgen wie wir uns um unsere Kinder sorgen, und den Wunsch äußern, für sie die notwendige Erfüllung zu erreichen, dann gehen wir mit IHREN Wünschen zum Schöpfer, und werden die Einheit mit Ihm finden, was auch das Ziel der GANZEN Schöpfung ist. [125121]