Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Grundstein für Glück

Kongress in Villnius. Lektion 4

Frage: Wir alle streben nach Einheit, aber nach dem Naturgesetz ist es für die Frauen ungewöhnlich, vereinigt zu sein. Wenn der ganze Organismus, die ganze weltweite Gruppe die Einheit erreichen wird, werden die Frauen dann abgesonderte Teilchen und nicht als das einheitliche Ganze bilden?

Meine Antwort: Wenn die Männer sich untereinander verbinden, verbinden sich dadurch auch die Frauen. So erfolgt es im spirituellen System.

Die Frau in diesem System ist eine Trägerin des Verlangens – Chissaron und der Mann verbindet dieses Verlangen mit den Verlangen der anderen. So ist die Frau, Malchut – die Grundlage der Natur. Wir eifern der Natur immer nach und versuchen ihr gleich zu sein. Der Grundstein für Glück und Erfolg in unserem Leben liegt nur in der Gleichheit mit der Natur.

Die Integralmethodik basiert darauf, dass wir die Natur erforschen und ihre Gesetze den Menschen erklären. Die Menschen verstehen diese Gesetze manchmal nicht, weil sie sich immer noch auf einer unteren Entwicklungsstufe befinden. Vor 15-20 Jahren glaubte noch keiner an uns, jetzt können die Menschen schon einige Tatsachen nachvollziehen. Sie beginnen zu verstehen, dass wir recht haben.

Man darf dem Menschen nicht vorzeitig sagen, was mit ihm geschieht. Er soll reifen.

Alles erfolgt nur entsprechend den Naturgesetzen. Die Natur ist unser Gesetzgeber. Wenn Sie sich an die Biologen, Psychologen und andere Naturforscher wenden, dann werden diese bestätigen, dass unsere Methodik auf den wahren Naturgesetzen gegründet ist.

Auszug aus der 4. Lektion des Kongresses in Villnius, 24.03.2012

Eine Frau ist eine große Sehnsucht

Europäischer Kongress. Lektion 3

Frage: Wir alle, Männer wie Frauen, suchen nach Wegen, zur nächsten Stufe aufzusteigen. Wie kann eine Frau ein korrektes Verständnis dafür entwickeln? Immerhin vereinigen sich die Männer und diskutieren diese Fragen in der Gruppe, während eine Frau nicht an diesem Prozess beteiligt ist?

Meine Antwort: Eine Frau ist das Gefäß, das ein Mann bei seiner Arbeit dem Schöpfer entgegen füllen muss. Womit füllt er dieses Gefäß? Mit dem Schöpfer. Hier wirkt ein Mann nur als ein Mittel. Das ist, was wir als einen Schirm und das reflektierte Licht bezeichnen. Das ist die Arbeit der Männer. Und die Arbeit einer Frau ist ein gewaltiges Verlangen nach der Enthüllung des Schöpfers.

Wo sehr ihr also eine zu kleine Rolle für eine Frau, wenn sie doch in Wirklichkeit genau das Verlangen darstellt, ohne das ein Mann nichts zu tun hat? Deswegen wurden unverheiratete Männer niemals bei der Kabbala aufgenommen. Was gibt es denn dort für ihn, wenn er keine Frau hat? Das wird als „halber Körper“ bezeichnet. Es gibt so ein Konzept in der Kabbala: Ein unverheirateter Mann ist ein halber Körper. Mit nur einem halben Körper sollte man nicht zum Studieren kommen.

Deswegen müssen wir verstehen, was die Rolle einer Frau ist.

Wen bilden wir heran:´´Meister´´oder Arbeiter ?

Eine Person sollte stets mit Bedacht handeln, denn jeden Moment, wie die Weisen sagen, kann sie die Waagschale nicht nur zu ihren Gunsten, sondern auch zugunsten der ganzen Welt neigen. Aber das bedeutet nicht, dass wir keine Fehler begehen können. Heute durchlaufen wir eine Vorbereitungsphase, und natürlich können wir Fehler machen.

Wenn du dich anstrengst und dabei Fehler machst, dann ist das normal. Während der Vorbereitungszeit korrigiert eine Person noch nichts, sondern bereitet seine Verlangen auf die Korrektur vor. Das ist dasselbe, was wir Kindern lehren. Wir verlangen von ihnen keine wirkliche Arbeit, die sie jetzt noch nicht leisten können. Wir beurteilen sie nicht nach ihren Endergebnissen, sondern entsprechend dem, was sie bis jetzt gelernt haben. Wenn wir zum Beispiel einem Kind ein Spielzeug geben, und es zerlegt und zerbricht es, dann ist das für das Kind ganz natürlich, und obwohl jetzt das Spielzeug zerbrochen ist, hat das Kind immer noch etwas dabei gelernt. Es entdeckt vielleicht, dass nichts darin enthalten ist, oder dass es eine Antriebsfeder gibt; das Kind hat etwas gelernt, und das ist der wichtigste Gewinn.

Ein Zehnjähriger wird für manche Dinge nicht einmal bestraft, für die ein Erwachsener vielleicht ins Gefängnis muss. Während der Vorbereitungsphase wird von einer Person nicht erwartet, dass sie irgendwelche echten Ergebnisse erzielt. Die Hauptsache ist, sich auf die Korrektur vorzubereiten und vorwärtszukommen, selbst wenn du dabei Unheil heraufbeschwörst oder entdeckst. Dies ist das Prinzip des Lernens. Das ist der Grund, warum der traditionelle Unterricht an unseren Schulen und Universitäten zwecklos ist; dort ist es jemandem nicht erlaubt, Fehler zu machen. Gute Noten und hohe Leistungen werden von ihm erwartet, und er denkt nicht über das Wesen des Materials nach, wie man die Dinge zusammensetzen kann, die ihm fertig vorgesetzt werden. Nein, er muss sein Zeugnis erlangen, und der Rest interessiert ihn nicht.

Also ist das keine Vorbereitung auf etwas Größeres mehr. Das Bildungssystem produziert Leute, die nicht wissen, wie man denkt.

Eigentlich sollte in der Vorbereitungsphase, während dem Lernprozeß, vor allem eines von einer Person erwartet werden: So viele gute und schlechte Dinge wie möglich in sich aufzunehmen, ständig aufzusteigen und auch wieder zu fallen. Das Niveau seiner Vorbereitung sollte abgeschätzt werden, und nicht, wie viel einer weiß. Es ist nicht schlimm, wenn er in diesem Prozess etwas kaputt macht. Eine Person, die auf einen lukrativen Posten aus ist, ist in keiner Hinsicht ein Meister. Ein echter Meister arbeitet nur um „seiner Kunst willen“. Die Bezahlung interessiert ihn nicht. Jemand, der wirklich ein Experte in seinem Fach werden will, sollte sich nur mit dem Material befassen, mit dem er arbeiten wird, es studieren, und tief in es eindringen.

Um das zu tun, muss er Rohmaterialien zerbrechen und in diese Bruchstellen selbst eintauchen, in die Tiefe des Ausgangsmaterials.

Dies ist eine grundlegend andere Methode, zu lehren und zu erziehen; diese Methode ist das Gegenteil der derzeitigen Methode. Dabei gibt es keine Zensuren, weil es während der Vorbereitung nichts gibt, das zu benoten wäre. Es gibt weiter keine Belohnung für zukünftige Ergebnisse, da andernfalls jeder diese Belohnung anstrebt.

In dieser Welt bevorzugen die Menschen etwas, das eine Belohnung verspricht. In den letzten 30 bis 40 Jahren sind die Leute sehr eingeschränkt in ihren Möglichkeiten geworden und können nicht einmal mehr für kleine Krisen Lösungen finden. Das ist so, weil sie ans Lernen nicht kreativ herangehen. Die Person wurde nicht aus dem Zersplittern in Einzelstücke heraus aufgebaut, so dass sie nicht wirklich komplex und facettenreich sein kann.

Ohne Einheit der Familie gibt es keine Einheit der Menschheit

Frage: Wie wichtig ist die Familie für den Aufbau der Integralgesellschaft? Wie soll sie in der neuen Welt aussehen?

Meine Antwort: Die Familie wird sich verändern. Heute werden viele Familien zerstört, und sie werden weiterhin auseinander fallen. Aber wenn wir über die Selbstsucht aufsteigen werden, um uns mit anderen in einer integralen Beziehung zu verbinden, dann werden wir erkennen, dass man über unserem Egoismus ein System normaler, richtiger, guter Kommunikation aufbauen kann: man kann entweder unten als Einzelgänger-Egoist auftreten, oder oben ein ganz anderes System der gegenseitigen Verbindung und der Vereinigung aufbauen.

Dann werden und wir uns gegenüber der Familie anders verhalten. Das heißt, auch wenn ich die anderen Menschen gar nicht brauche, werde ich erkennen, dass ich in der Familie unbedingt die Verbindung, die Einigkeit mit allen Übrigen realisieren kann. Ohne Vereinigung in der Familie ist es unmöglich, die Vereinigung innerhalb des Volkes, innerhalb des Landes, innerhalb der Menschheit zu erreichen. Das alles sind Elemente einer und derselben Konstruktion eines Systems.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 05.02.2012

Die Wiedergeburt der Familie

Frage: Sie reden die ganze Zeit über die Familie, aber heute befindet sich das System „der Familie“ im Wandel und verliert allmählich seine ursprüngliche Bedeutung. Was veranlasst Sie zu glauben, dass wir zum alten Modell der Familie zurückkehren werden?

Meine Antwort: Ich bin absolut davon überzeugt, dass wir nach einer riesigen Krise zwangsläufig zum alten Modell der Familie zurückkehren werden. Die moderne egoistische Familie wird nicht mehr existieren.

Das Entstehen der neuen Familie wird zur Bedingung unserer Bewegung zum Ziel, zur “ Wurzel“. Wir werden begreifen, dass wir das Ziel nur dann erreichen können, wenn wir in allen Dimensionen unseres Lebens mit anderen in absoluter Verbundenheit existieren: mit dem Partner, den Kindern, der Familie – mit anderen Familien, mit der Gesellschaft und mit der Welt. Das heißt, wir werden zum Modell einer gewöhnlichen Familie zurückkehren, welches dem Menschen ermöglichen wird, den Schöpfer über unserer materiellen Existenz zu offenbaren.

Wir werden uns nicht genieren, wenn wir in der Familie einfach Tiere sind, aber unabhängig von der physischen Anziehungskraft zwischen Mann und Frau entsteht eine besondere Beziehung, die als „wahre Liebe“ bezeichnet werden kann. In dieser Beziehung enthüllen wir den Schöpfer und erreichen das wahre Ziel der Schöpfung.

Für dieses höhere Ziel werden die Menschen Familien gründen, d.h. in physischen und spirituellen Kontakt mit ihrem Partner treten. So wird die Familie sowohl auf dem spirituellen, als auch auf dem physischen Niveau wieder aufleben. Dabei geht die spirituelle Stufe der physischen voraus.

Auszug aus der virtuellen Lektion, 12.02.2012

Der Charme eines unsympathischen Menschen

Frage: Für den Menschen ist das Streben nach Kompensation seines Minderwertigkeitskomplexes charakteristisch. Jeder zweite Radiomoderator hat beispielsweise einen Sprachfehler, das Fernsehen zeigt Menschen mit einem mittelmässigen Äußeren usw. Werden die Menschen, die im System der integralen Erziehung arbeiten, auch versuchen, ihre Mängel zu kompensieren, oder wird die Integrität alles ausgleichen?

Meine Antwort: Nein. Erstens sehen wir, dass das Äußere keine Rolle spielt. Unter unseren Lehrern gibt es ziemlich unangenehme und unsympathische Menschen, ich würde sogar sagen, mit sehr einfachen Manieren.

Aber wenn ein Mensch sich mit der inneren Arbeit beschäftigt, stoßen wir ihn nicht ab, denn er beginnt, diese Mängel zu lieben. Er wird darin sogar einen gewissen Charme entdecken.

Das gleiche betrifft die Frauen. Wenn ihre Aufrichtigkeit zum Vorschein kommt, verschwindet alles andere.

Aus dem 12. Gespräch über die integrale Erziehung, 16.12.2011

Die Übergangsperiode zur Stufe „der Mensch“

Frage: Wenn es die vier Stadien der Entwicklung gibt, wie kann man dann klären, auf welcher Etappe wir uns jetzt befinden?

Meine Antwort: Heute befindet sich die ganze Menschheit auf der Stufe des Überganges vom dritten Stadium zum vierten.

Innerhalb jedes Stadiums gibt es eigene Unterstadien. Angenommen, wir betrachten die Stadien der Entwicklung des Menschen, unabhängig von der unbelebten, pflanzlichen, tierischen Natur und dem Niveau “ Mensch“, so können wir, da wir hundert tausende Jahre existieren, die Entwicklung auch entsprechend der historischen Achse, in Form des ersten, zweiten, dritten und jetzt des vierten Stadium bewerten.

Im XVI. Jahrhundert, am Ende des Mittelalters, begann die technische Revolution, die Entwicklung der Kulturen, der Wissenschaften usw. Es ist schon das dritte Stadium, d.h. die Menschheit fing an, sich intensiv um das eigene Leben, um ihr eigenes Tier zu sorgen. Dies führte zu den bürgerlichen Revolutionen und letzten Endes zum Kapitalismus.

Und davor befand sich die Menschheit auf der pflanzlichen Stufe. Das Mittelalter, das Altertum sind alles Merkmale der Pflanzenart, des pflanzlichen Charakters der Entwicklung.

Und noch davor befanden wir uns auf dem so genannten unbelebten Niveau, als sich der Mensch mittels minimaler Anstrengungen und bei niedriger Effektivität in der Arbeit nur um seine Ernährung sorgte.

Aus dem 12. Gespräch über die integrale Erziehung, 16.12.2011

Eine unzumutbare Störung

Aus dem ersten Gespräch über die integrale Erziehung (Dr. Michael Laitman and Psychologe Anatoly Ulianov)

Frage: Der moderne Mensch flieht vor der Realität in seine eigenen vier Wände. Er sucht nach gesichtslosen, unaufdringlichen Informationen, schaut sich gerne anspruchslose Unterhaltungsserien an. Es ist mir nicht klar, wie die globale Verbindung auf so einen Menschen einwirkt. Wenn ich mich in meiner eigenen Wohnung isoliere, wie können mich dann all diese Probleme erreichen?

Meine Antwort: Die Probleme drücken sich in Form von unangenehmen Zuständen aus. Wenn nur alles so bliebe, wie es bisher war, wird es schon nicht so schlimm. Ihr habt euch in einen Kokon eingeschlossen und existiert darin – dort fühlt ihr euch wohl. Ihr wollt keine Familie, keinen Nachwuchs, keine enge Beziehung zu Freunden, weil all das oft als Pflicht wahrgenommen wird. Die Eltern stehen Kopf und verpflichten uns, sie anzurufen und zu besuchen.

Wenn das alles unveränderlich so bliebe, wäre es das Beste für mich, zu wachsen, mich von den Eltern zu trennen, eine eigene Zelle im Bienenstock zu bauen und dort zu existieren – mehr brauchte ich dann nicht.

Es geht aber darum, dass es Ziel der Natur ist, uns mit sich ins Gleichgewicht zu bringen, uns zu einem integralen, zusammenhängenden Teil eines analogen Systems zu formen. Alle Teilchen dieses System sind voneinander abhängig, und wenn ein Bruch oder eine Störung in einem der Teilchen stattfindet, wird sich das auf das gesamte System übertragen. Dieses gerät dadurch in einen unausgeglichen Zustand, der sich anschließend entsprechend der Naturgesetze langsam ausgleicht, bis der Ruhezustand erreicht ist.

Alle diese Zustände – Gleichgewicht und Ungleichgewicht – befinden sich in Wechselwirkung miteinander. Es existiert eine umfassende Koppelung! Diese Wechselbeziehung spürt der Mensch, vor allem dann, wenn er sich in einem unausgeglichen Zustand befindet.

In einem statischen Zustand beruhigt sich alles. Wenn alle Verbindungen ausgeglichen sind, befinde ich mich in der Mitte, wie eine Spinne in Zentrum des Spinnennetzes, und fühle mich ausgeglichen. Ich soll innerhalb dieser Rahmenbedingungen existieren, und weil ich mich in einer Gleichgewichtslage befinde, spüre ich ihren Druck nicht mehr. So fühlt sich jeder von uns.

Unser System der Natur ist lebendig. Die Natur lenkt uns stets zu einem bestimmten Zustand, der als Ziel ihrer Entwicklung vorgegeben ist. Bevor wir diesen Zustand erreichen, werden wir ständig solche Verzerrungen, Ausbrüche, Ungleichgewichte und Störungen der Homoöstase empfinden. Genau deshalb werden wir uns sehr schlecht fühlen.

Bringt keine Unruhe in mein komfortables Verlies

Aus dem ersten Gespräch über die integrale Erziehung (Dr. Michael Laitman and Psychologe Anatoly Ulianov)

Frage: Aus der globalen Sicht ist der integrale Ausdruck einiger Massen begreiflich, aber was bedeutet selbst integral sein als einzelner Mensch oder als Familie?

Meine Antwort: Das klassische integrale Beispiel – das ist die Verbindung durch die Art der Zahnräder. Wir sind wie ein Mechanismus, der aus Zahnrädern besteht, miteinander verbunden, miteinander verschlossen. Jegliche Bewegung verpflichtet jeden anderen, gleichartige immer fortführende Bewegungen in die eine oder andere Richtung auszuführen. Trotzdem ist die Verbindung in heutiger Zeit immer noch nicht aufrichtig : wir befinden uns noch in einem Schaltgetriebe, das uns voneinander entfernt, das uns aber nach und nach in die Verbindung zwischen uns eintreten lässt.

Das heißt, es besteht eine Berührung bei den Bewegungen im Verhältnis zueinander, welches ernsthaft beginnt, sich ineinander zu verhaken.

In den nächsten Jahren erreichen wir eine Verbindung, in der die Zahnräder sich aufeinander abgestimmt drehen. Stellt euch vor, ihr befindet euch auf sämtlichen Ebenen im Leben unter so einem harten Druck, sodass eure Gedanken, eure Verlangen, euer Handeln und eine Entscheidung zu treffen ganz von der Gesellschaft und von unseren umgebenden Verhältnissen abhängig sind. Ihr werdet euch wie in einem Gefängnis oder in der Sklaverei fühlen! Der Zustand ist nicht zu ertragen.

Der Mensch wird sich wünschen, aus dieser Situation zu entfliehen, einfach hinauszufliegen, sogar zu sterben, bloß nicht den ständigen, furchtbaren Druck auf sämtlichen Ebenen, wie mental, sinnlich und seelisch, zu empfinden.

Wir müssen den Menschen darauf vorbereiten, dass er den Kontakt zu allen herrlich und angenehm empfindet. Dieser Zustand ist im Prinzip das Gegenteil unserer Natur, aber er nähert sich uns unerbittlich; in meinen Gedanken fürchte ich mich davor, zu erkennen, wie die Menschheit beginnt, in diesen Zustand einzutreten.

Nach und nach nähern wir uns diesem Zustand. Ich sehe, wie dieser Zustand allerhand Revolutionen und staatliche Umstürze provoziert, hier scheitert eine Familie, dort scheitert das monetäre und wirtschaftliche System usw. Und genau das wird sich in den nächsten Monaten und Jahren zunehmend verstärken.

Wenn sich der Mensch in diesem Zustand nicht komfortabel genug fühlt, wird es zu einem Weltkrieg kommen.

Es wird nichts Wichtigeres mehr für ihn geben, als sich verpflichtet zu fühlen, sich aus den Fesseln zu befreien! Darum ist ein innerer psychologischer Ausgleich notwendig, um aus diesem unerträglichen Zustand zu entfliehen.

Ein Mensch von heute möchte mit niemanden mehr zu tun haben: er hat sich mit seinem Computer in seiner Wohnung eingeschlossen. Auf der Arbeit ist er auch allein mit seinem Computer. Nach der Arbeit geht er in den Supermarkt und kauft sich ein kochfertiges Gericht, macht es sich warm und isst es; dann sitzt er wieder vor dem PC, und anschließend geht er schlafen. Hin und wieder ist der dazu im Stande, sich mit einer Geliebten oder mit mehreren Kumpels zu treffen – und das war es auch schon.

Dieses Leben vollzieht sich beim Menschen nach seinen inneren Verlangen. Aber falls er spürt, dass in sein inneres Leben – in dieses komfortable Verlies, aus dem man nicht entkommen kann -, plötzlich andere hineinstürmen, ganz gleich oder: gleichgültig, ob er es gerne hat oder nicht, verspürt er, dass er nach und nach immer mehr verpflichtet ist.

Gewiss entstehen da ernsthafte innerliche Explosionen. Ich kann mir einen solchen Zustand sehr gut vorstellen, auch die Psychologen können es nachvollziehen. Es gleicht dem, wenn ein Mensch sich aus dem hundertsten Stockwerk eines brennenden Gebäudes stürzt. ,, Mann ist ganz sicher Tod,, ,,Ja, aber in diesem Moment fürchte ich mich vor den Flammen mehr als vor den Sekunden in der Luft ohne Flammen.,,

Der Mensch denkt nicht, was danach geschieht. Ich fürchte, dass sich uns solche Zustände unerbittlich nähern.

Begeistern die Meisterwerke der Welt nicht mehr?

Frage: Sie sprechen die ganze Zeit über integrale Erziehung. Aber nicht alle Menschen werden sich nur mit Spirituellem beschäftigen, denn sie haben auch andere irdische Verlangen: den Tanz, die Musik, die Kunst usw.

Meine Antwort: Ich denke nicht, dass dem Menschen viele verschiedene nebensächliche Verlangen erhalten bleiben werden. Die Entwicklung der Integralgesellschaft wird all die Hobbys und übrigen Gewohnheiten, die die Menschen begeistern, in sich absorbieren, und er wird in dieser integralen Vereinigung alles finden, was ihn nur erfüllen kann, einschließlich einer neuen Kultur, Musik und Literatur.

Die Erfüllung, die der Mensch durch die integrale Verbindung mit den anderen empfinden wird, ist die höchste Erfüllung, die Erfüllung mit dem Licht. Es werden für ihn deshalb keine anderen Bedürfnisse übrigbleiben.

Natürlich werden sowohl die Musik, als auch die Literatur und die Kunst bestehen bleiben, aber in einer anderen Art und Weise als heute. Sie werden die neue Welt des Menschen, seine neue Vision, die neuen Bewegungen widerspiegeln.

Kommentar: Die Menschen reagieren mit Empörung auf Prognosen über das Verschwinden der gegenwärtigen kulturellen Werte: der Musik, der Malerei …

Meine Antwort: Ich vernachlässige die kulturellen Werte keinesfalls, ich vermindere weder ihre Bedeutung, noch rufe ich dazu auf, sie zu zerstören!

Sowohl die Musik, als auch die Literatur und die Malerei haben ein sehr großes Gewicht in meiner Wahrnehmung der Welt, in meiner Weltanschauung, sowie für die Empfindung positiver Emotionen.

Aber hier handelt es sich darum, dass entsprechend unserem Aufstieg eine Kultur, die auf dem egoistischen Begreifen der Welt aufgebaut ist, allmählich absterben wird. Jener Sinn, jene Gefühle, jene Füllungen, die Qualitäten, die Werte, die in den jetzigen Kunstwerken ausgedrückt sind, werden sich allmählich verlieren. Sie werden uns nichts mehr zu sagen haben.

Das heißt, die höchste Musik, die erlesenste Literatur, die schönsten Werke der Malerei werden mir dann wie etwas sehr Kleines vorkommen. Sie werden meinen neuen Bedürfnissen nicht mehr gerecht, weil sie von einem kleinen Männchen geschaffen wurden, das einfach schön zeichnen, schreiben oder komponieren kann.

Aber seine Schöpfung erfolgt auf einem so niedrigen, egoistischen Niveau, welches auch meine kleine physiologische Seele ausfüllt, dass ich nach der Entwicklung anderer Instrumente meiner Wahrnehmung und des Begreifens darin keine Größe mehr erkennen kann.

Ich sage euch die Wahrheit: ich war in Louvre, sah die Bilder und „konnte mich“ darin nicht finden. Und einst begeisterte ich mich für sie so sehr, dass ich in diese Hallen noch einmal zurückkehren wollte.

Allmählich beginnst du zu fühlen, dass sich das alles auf einem Niveau befindet, welches dich nicht mehr ausfüllt, nicht mehr begeistert, und du darin keine Werte mehr siehst.

Dann wird der Mensch beginnen, eine Erfüllung durch Höheres zu fordern.

So eine Perspektive erwartet uns, und sie wird in jedem Fall Wirklichkeit werden. Im Prinzip ist sie der Vektor unseres Wachstums.

Auszug aus dem der virtuellen Unterricht, 12.02.2012