Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Der Amoklauf in Connecticut

Ich betrauere alle Opfer und tue das mehr als alle anderen, weil ich mich wie ein Mitschuldiger fühle, ich nehme mich als verantwortlich für das wahr, was passiert ist. Immerhin ist dieses Vorkommnis eine Folge unserer Gleichgültigkeit darüber, wie unsere Kinder aufwachsen und der Tatsache, dass sie gewalttätige Mörder werden… Wir sind schuldig; das Bildungssystem und ein Mangel an Erziehung ist schuld. Wann werden wir verstehen, dass Kinder nicht nur lesen und schreiben lernen sollen, sondern dass wir Menschen aus ihnen machen und sie erziehen müssen? Der Mangel an integraler Erziehung wird immer offensichtlicher werden, aber wie viele ähnliche Fälle müssen geschehen, bevor wir beginnen, zu handeln!

Wiedergeburt der Familie

Frage: Im Familienleben passiert es manchmal, dass du versuchst, eine gemeinsame Sprache zu finden und zu helfen, aber danach das Ergebnis bedauerst. Wie kann ich ein solches Feingefühl entwickeln, welches mir erlaubt, vorher zu wissen, ob meine Versuche von Nutzen sind.

Meine Antwort: Versuche aus der Liebe heraus zu handeln, ganz gerade.

Übrigens lehrt uns die integrale Erziehung genau das, und zwar wie die Wechselbeziehungen geregelt werden. Denn nur das fehlt uns, um von der jetzigen erbärmlichen Stufe zum Leben in Harmonie und Vollkommenheit aufsteigen zu können. Der Mensch entwickelt sich, um im Endeffekt alle Menschen in der Welt spüren zu können.

Die Familie ist nur die erste, die nächstliegende Etappe auf diesem Weg. Und dann, wenn der Mensch sich weiter entwickelt hat, beginnt er alle Menschen in seiner Umgebung zu spüren: wie sie leben, woraus sie bestehen, was sie denken, wie sie sich zu ihm verhalten und wie er sich zu ihnen verhält. Er „liest sie ab“, er wird zu einer Art Röntgenapparat, er sieht durch sie hindurch. Die Welt ist jetzt durchsichtig für ihn. Dadurch weiß er, wie er die Verbindung mit den Menschen herstellen kann und welche Reaktionen er auslösen soll.

Genau deswegen sprechen wir so viel über die Regelung der Familienbeziehungen. Im Grunde genommen ist das ein Sprungbrett zur Einheit mit der gesamten Umgebung und dadurch mit der ganzen Wirklichkeit. Alles kommt dank „der Feinheit der Seele“, der Schärfe der Wahrnehmung, die der Mensch aus den integralen Übungen schöpft. Genau auf diese Weise kommen wir voran. Das Einzige, was von uns verlangt wird, ist, ein solches „Auflösungsvermögen“ zu erlangen, das uns ermöglichen würde, eine höhere Dimension zu erreichen. Dann entdecken wir um uns herum eine Welt, die viel farbenprächtiger und tiefer ist, als die, die wir hier und jetzt wahrnehmen.

Wir können das nur erreichen, indem wir  unsere Beziehungen mit den Nächsten üben. Zuerst erscheinen diese Übungen für mich als ein infantiles Spiel, aber das ist nicht so. Denn dadurch enthülle ich meine feinsten Gefühle und Eigenschaften, mache sie präziser und dringe durch die jetzige Welt in die höhere Dimension durch. Ich beginne Dinge zu unterscheiden, die sich über der Zeit befinden, nehme die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft als Parameter wahr, die in der Natur enthalten sind. Ich unterscheide eine Vielzahl an Erscheinungen – und das alles dank unserer „Wohnzimmerübungen“ mit dem Ehepartner, wenn wir unsere „Spiele“ bei einer Tasse Kaffee spielen.

In Wirklichkeit haben wir einfach nichts anderes mehr zu tun. Die Zeit der äußeren, mechanischen, groben Eroberung der Welt ist vorbei. Wir haben die Technologien, die Wissenschaft, die Technik und die Wirtschaft genug entwickelt. Damit ist Schluss. Der nächste Abschnitt kommt, und jetzt müssen wir die Verbindung mit der Natur und der Welt mit Hilfe der Selbstvervollkommnung herstellen.

Das Gleiche geschieht auch im Familienleben: Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir einander nicht mehr ertragen und nicht miteinander zurechtkommen können. Es geht gar nicht um gegenseitige Vorwürfe, im Grunde genommen leben wir nur wegen der Kinder zusammen. Ohne etwas Attraktives aneinander zu finden, gehen die Eheleute oft fremd, und ihr Zuhause wird zu einem „Hotelzimmer“ für sie. Einige hält das gemeinsame Geschäft zusammen. Dabei verstehen die Menschen alles sehr gut und führen oft ein sehr freies Leben, das man aber nicht als Zusammenleben bezeichnen kann.

Und so haben wir eine sehr ernste Krise in der Familie erreicht, und uns bleibt nichts anderes übrig, als uns selbst zu verbessern. Man kann ein Schloss für Eheleute bauen und es mit den besten Möbeln und modernsten Haushaltsgeräten ausstatten, nichts wird helfen. Heute wohnen „die Lebensgefährten“ ohnehin in getrennten Zimmern und haben kaum Kontakt miteinander. Jeder isst zu seiner eigenen Zeit, jeder hat seinen eigenen Schrank, seinen eigenen Computer usw.

Wir haben also keine weitere Möglichkeit, uns äußerlich zu verbessern, sowohl grundsätzlich in der Welt als auch im Familienleben. Auf dieser Ebene haben wir das ganze Potenzial erschöpft und sind nun einfach verpflichtet, eine neue Etappe einzuläuten. Es ist an der Zeit, den Menschen zu verändern, ihm neue Möglichkeiten beim Kontaktieren mit der Umgebung zu bieten, ihm beizubringen, wie gute Wechselbeziehungen über dem ganzen jetzigen „Müll“ aufgebaut werden können. Eben darin besteht das Wesen der neuen Ära, an deren Schwelle wir stehen.

Dank der Veränderungen in der Familie verändern wir auch alles andere: die Gesellschaft, die Technologien, die Wirtschaft, die Wissenschaft, die Kultur, die Bildung … Doch so oder so wird das alles durch innere Veränderungen in jedem hervorgerufen, deswegen gibt es genau hier das wichtigste Problem. Wir müssen die Aufmerksamkeit von äußerlichen Veränderungen, von den Banken und der Industrie, auf den Menschen verlegen.

Und wir beginnen mit dem Punkt der Vereinigung in der Familie. Als erstes müssen wir akzeptieren, dass die Pyramide unserer Beziehungen von dem Punkt der Vereinigung gekrönt wird. Dieser Punkt befindet sich über allem. So lasst uns doch diesen Punkt mit Herz und Verstand bewahren – und ausgehend davon werden wir sehen, wie unsere ganzen Probleme unten gelöst werden können.

Wir müssen einander nicht korrigieren, etwas voneinander fordern. Es steht geschrieben: „Der Mensch helfe seinem Freund“. Nur so müssen wir handeln – indem wir dem Partner gegenüber Zugeständnisse machen und uns selbst mit Hilfe von speziellen Übungen vor ihm annullieren.

In jedem Fall darf jeder Schritt nur mit dem Punkt der Vereinigung begonnen werden. Unser ganzer Plan besteht darin, die gemeinsame Verschmelzung zu erreichen. Ohne diesen finalen Orientierungspunkt werden wir nicht auskommen können, denn „das Ende der Handlung ist im ursprünglichen Gedanken enthalten“. Wir brauchen ein reales Programm, das zum Ziel führt.

Deswegen müssen wir die Spitze der Pyramide immer vor Augen haben. Auf diese Weise verschwinden mein Partner und ich als einzelne Personen und werden zu einem Ganzen –  zu einer wahren spirituellen Struktur. Dieses Ziel legen wir von Anfang an fest und klären und verstärken es dann ständig. Womit auch immer wir uns beschäftigen mögen, alles muss  letztendlich dazu berufen sein, diesen Punkt zu verstärken. Er ist für uns nicht nur das Endziel, sondern auch das Ziel jeder einzelnen Handlung. Denn anderenfalls wird diese Handlung nicht richtig sein und uns nicht dem Ziel näher bringen.

Und das Ziel ist die Einheit, die Vereinigung. Wir ergänzen einander bis zu dem Punkt, an dem die besten und sogar die schlechtesten Sachen, die wir in uns und in dem anderen sehen, nicht unrealisiert bleiben. Wir stellen plötzlich fest, dass alle unsere „Vorsprünge“ und „Vertiefungen“, alle Vorzüge und Mängel dermaßen übereinstimmen, dass jeder von uns ideal in den andere reinpasst und ihn vervollständigt. In der Kabbala-Sprache wird es so definiert: Der weibliche Teil (Nukwa)  und der männliche Teil (Seir Anpin) sind von Angesicht zu Angesicht in einem unentwegten Zusammenwirken in allen zehn Sefirot miteinander verschmolzen. Das heißt, dass alles Schlechte und Gute, das wir ständig enthüllen, nur zur Verstärkung dieses Punktes der Vereinigung dient. Dadurch wächst er ständig – angefangen mit einem einfachen Einvernehmen – immer mehr.

Und dann sehen wir, dass in diesem Punkt eine neue Eigenschaft geboren wird, eine neue Empfindung, die wir früher nicht hatten. Sie befindet sich dort, wo wir als Einzelne nicht mehr zu unterscheiden sind. Es wird als „Tropfen der Einheit“ bezeichnet – denn in einem Tropfen sind einzelne Teile, jene zwei Tropfen, die zu einem Tropfen geworden sind, nicht zu sehen. Genau diese Empfindung, dieser Tropfen der Lebensenergie ist die Liebe. Die Eigenschaft, das Gefühl, das wir in diesem Tropfen enthüllen, kommt nicht von dieser Welt. In ihm ertasten wir unsere Wurzel, ein gewisses höheres Schicksal, die Höhere Kraft, die uns zusammengebracht, vereinigt und zur Verschmelzung geführt hat. Das heißt: „Ein Mann und eine Frau und die Shechina zwischen ihnen“.

Das alles erfordert schwere Arbeit, und dafür ist eine breite öffentliche Unterstützung nötig. Allein können wir diese Aufgabe nicht bewältigen, wir können nicht immer wieder zu ihr zurückkehren, hartnäckig und unermüdlich. Hier brauchen wir Hilfe von der Umgebung, wir müssen sehen, dass andere es auch machen, wir müssen uns mit ihnen treffen und darüber reden.

Ja, wir sind nur Menschen, doch wir haben die Möglichkeit, den Punkt der höheren Vereinigung zu erreichen. Deswegen brauchen wir uns nicht zu schämen und uns vor den anderen zu verschließen. In der Küche und im Schlafzimmer passiert mit uns allen das Gleiche.

Anders gesagt, das „ideale“ Bild, das wir gemalt haben, krönt eine sehr schwere Arbeit, sehr komplizierte innere Schlachten. Das sind keine rosa Träume, sondern der Krieg des Menschen gegen sich selbst, das sind ständige Anstrengungen, die er unternimmt, um sich zu öffnen, dem Partner zu helfen – und das alles nur um der Vereinigung willen. Die innere Arbeit hat viele entgegengesetzte Gefühle und verschiedenartige Details. Stell dir vor, zum Beispiel, dass eine Fabrik unter deiner Leitung mit dem Herstellen eines neuen Produkts beginnt. Diese Innovation erfordert viel Kraft und Ressourcen, du musst dich mit Leib und Seele reinhängen, um alles zu analysieren, durchzudenken und richtig miteinander zu verbinden.

Kurzum, fangt an und ihr werdet sehen, dass es nicht einfach ist. Es werden sofort Fragen und Probleme entstehen: „Wie geht es weiter? Warum sind wir plötzlich stehengeblieben? Warum haben wir keine Kraft mehr?“ Hier ist wichtig, die Übungen jeden Tag fortzusetzen.

Frage: Wie wird das Leben der Eheleute, die ihr Ziel – die Vereinigung – bereits erreicht haben, aussehen?

Meine Antwort: In erster Linie sind sie ständig in Bewegung, im Prozess, bis die ganze Welt das Gleiche erreicht. Plötzlich stellen sie fest, dass sie sich in einer integralen Verbindung mit allen anderen Paaren der Welt befinden. Denn jedes Paar ist wie ein Dipol, in dem zwei Potenziale – positiv und negativ – zu einem System verbunden sind. Eine Kompassnadel  ist ebenfalls ein Dipol, der sich nach der Position der magnetischen Pole dreht. So ist jedes Paar wie diese Nadel mit zwei entgegengesetzten Ladungen. Doch gemeinsam bilden die Partner eine „Bedeckung“ und werden zu einem vollwertigen einheitlichen „Modul“.

So ist die Welt geschaffen: es gibt kein Plus ohne Minus, kein Licht ohne Dunkelheit, keine Erfüllung ohne Gefäß, keinen Schöpfer ohne Geschöpfe. Das bezieht sich genauso auf die Familie.

Und dann sehne ich mich plötzlich danach, das Leben nicht nur in meiner „Zelle“, sondern in dem ganzen Körper zu spüren. Dieses Gefühl, dieses Bedürfnis kommt zu mir durch den Punkt der Vereinigung. Selbst wenn ich die Einheit und die Vollkommenheit in der Familie erreicht habe, enthüllt sich in dieser Vollkommenheit ein Mangel – es stellt sich heraus, dass es Einheit von einer höherer Qualität, eine höhere Vollkommenheit gibt. Genau dann stellt sich heraus, dass ich von der ganzen Welt abhängig bin. Alle Zellen in der Welt sind Zellen eines einzigen Körpers. Alle Dipole sind verbunden und voneinander abhängig, was bedeutet, dass ich mich nicht korrigieren und ein wahres Leben führen kann, solange die anderen nicht korrigiert sind.

Somit, wenn wir die Familie korrigiert haben, kommen wir zu den weitreichenderen Korrekturen. Die ganze Menschheit wird sich allmählich an diesen Korrekturen beteiligen, angefangen mit den einzelnen „Familienzellen“ bis hin zu den komplizierteren Systemen, „den Organen“ des gemeinsamen Körpers, bis wir die vollständige Korrektur der ganzen „Konstruktion“ erreicht haben.

Auszug aus dem 35. Gespräch über ein neues Leben, 16.07.2012

 

Kongress: Einen Lebenspartner suchen

Frage: Beim Kongress in Nowosibirsk sind Single-Events für jüngere und ältere Leute mit dem Zweck, kabbalistische Familien zu gründen, geplant. Was sind Ihre Vorschläge?

Meine Antwort: Achtung! Es wird für junge und zukünftige Kabbalisten während des Kongresses ein spezielles Single – Event organisiert. Ich unterstütze das sehr. Ein Mensch braucht Unterstützung auf seinem Weg. Ich denke, das braucht jeder.

Wenn man die Möglichkeit hat, dorthin zu kommen, sollte man das auch tun. Wenn ihr noch keine Familie gegründet habt, rate ich euch dringlich, zu versuchen, einen Partner unter den Kabbalisten zu finden.

Ich bin sehr froh, dass solch eine Veranstaltung während des Kongresses stattfindet. Im Grunde genommen muss man sagen: Je mehr kabbalistische Familien es gibt, desto besser.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 25.11.2012

Habt Geduld mit den Anfängern

Kongress in Georgien. Lektion 4

Wenn ein Anfänger in die Gruppe kommt und wir bereits nach der Methode der integralen Verbindung studieren, müssen wir sanft mit ihm umgehen, denn wir könnten die Menschen verschrecken. Wie auch wir einst, verstehen sie nicht, wozu diese ganzen Vereinigungen, Kinderspiele und Workshops gut sind.

Das alles kommt ihnen sehr merkwürdig vor: „Wir beschäftigen uns mit angenehmen Dingen, sprechen über Liebe und Freundschaft, doch das Gleiche erzählte uns unsere Mutter, das wurde uns bereits im Kindergarten beigebracht, und jetzt hier auch. Wir sind zum Studieren hergekommen, doch es stellt sich heraus, dass das die Kabbala ist?! Schon wieder Kinderspiele?!“ Bis ein Anfänger verstanden hat, was der Sinn der Methode ist, kann er uns zehnmal davonlaufen. Deshalb sollten wir sanfter zu ihm sein.

Man sollte die Anfänger nicht sofort in die Gruppe lassen, weil sie als erstes einen Kabbala-Grundkurs absolvieren müssen.  Dieser Kurs beinhaltet folgende Themen: der freie Wille, die Wahrnehmung der Realität, der Aufbau der Höheren Welt, der Einfluss des Menschen auf die Höhere Welt und der umgekehrte Einfluss der Höheren Welt auf den Menschen, die Geschichte der menschlichen Gesellschaft, ihre kausale Entwicklung, Anfang, Bewegung und Ziel, dem wir uns entgegen bewegen, usw. Der Mensch muss die ganze Schöpfung erfassen, um sich vorstellen zu können, wie grandios, allumfassend, alles durchdringend sie ist, und das alles wird unter seiner Gewalt stehen.

Wir müssen Geduld mit den Anfängern haben, selbst wenn alle möglichen Mystiker kommen, die plötzlich beginnen, die Kabbala mit Religionen, verschiedenen Glaubensrichtungen und eigenen Erfindungen zu kombinieren. Denn wir stapeln alles auf die Vergangenheit auf – das, was wir im Laufe mehrerer Jahre unseres Lebens gehört haben: Seelen, Reinkarnationen, Hölle, Paradies und alles andere – das heißt, wir verstehen das alles nicht, bilden uns aber etwas ein. Fragt sie: „Was ist das?“ – und ihr werdet sehen, dass genauso viele Meinungen existieren, wie es Menschen gibt.

Und dennoch haben wir es. Deshalb muss der Mensch langsam die richtigen Begriffe für alle Elemente der Welt finden, von denen er je gehört hat. Denn alles geht von der Kabbala aus: sowohl Religionen als auch Wissenschaften – weil es eine Wissenschaft über die integrale Welt ist. Darüber haben griechische und deutsche Philosophen bereits im Mittelalter geschrieben. Das haben wir aus Babylon.

Deshalb müssen wir ganz behutsam mit den Anfängern umgehen, um sie nach und nach von allen Täuschungen zu befreien.

Obwohl die Menschheit sich dessen allmählich entledigt, gibt es noch viel zu tun. Denn in Wirklichkeit, wenn die Kabbala sagt, dass es nur die Materie und die Erkenntnis gibt, sprich das Verlangen zu empfangen, zu genießen, erfüllt zu werden, und die Erkenntnis, das Licht, welches es erfüllt, dann bestimmt sie dadurch ganz genau ihre Position: es gibt nichts anderes. Es gibt keine Mystik, es gibt nur eine Abstufung des Verlangens und eine Abstufung der Erkenntnis bzw. der Erfüllung dieses Verlangens. Das ist das, womit wir uns beschäftigen. Und wir entdecken wirklich nichts andres mehr in der Natur.

Aus diesem Grund sollten die Anfänger ein Dutzend Grundlektionen absolvieren. Die Ausbilder sollten sich ständig abwechseln, ansonsten werden die Kursteilnehmer anfangen, den Ausbilder sozusagen zu vergöttern, auf Händen zu tragen, und er wird darum bitten, ihn noch höher zu erheben. Das alles sollte berücksichtigt werden, und die Ausbilder sollten alle fünf Lektionen wechseln.

Und das Wichtigste ist, dass die Anfänger die Kabbala nicht nur als Mahlzeiten mit Singen und Tanzen betrachten, denn es ist eine ernsthafte Wissenschaft und kein Gerede über Annäherung, gegenseitige Verantwortung und gegenseitige Liebe. Anderenfalls werden sie es anderen Methoden und Theorien, mit denen sie sich einst beschäftigt haben, und verschiedenen altruistischen Strömungen zuordnen. Das ist alles unnötig! Wir bringen ihnen einfach das System – das Schöpfungssystem – bei.

Wenn der Mensch das richtige Wissen vermittelt bekommen hat, kann er sagen: „Das ist nichts für mich. Ich verdiene lieber noch eine Million oder gehe auf Reisen“, – er kann alles Mögliche sagen, doch er wird nicht bestreiten können, dass es die Wahrheit ist. An einen solchen Zustand soll er vom ersten Kennenlernen, von den ersten zehn Lektionen an herangeführt werden.

Auszug aus der 4. Kongresslektion in Georgien, 08.11.2012

Was fehlt uns?

Frage: Der Mensch sitzt und beobachtet sich: ich will Wasser, dann noch etwas, und dann weiß ich nicht mehr, was ich will. Dieser einfache Versuch zeigt ihm, dass er von Natur aus Wünsche  hat, die er genießen kann?

Meine Antwort: Der Mensch sieht, dass er immer irgendwelche Wünsche hat. Woher sie kommen, weiß er nicht: zuerst will er etwas, dann plötzlich etwas anderes, noch etwas usw..

Er kann sich auf der einen Seite programmieren, das heißt, er bestimmt irgendwelche Wünsche, und erinnert sich daran, was ihm Genuss breitete. Dabei bekommt er so große Lust, diesen Genuss zu empfangen, dass er beginnt, die Verwirklichung dieses Wunsches zu erlangen: „Was will ich? Ah, ich habe vergessen – ich habe Eis im Kühlschrank“ und er nimmt sich das Eis. Oder er erinnert sich, dass er zu irgendeinem interessanten Ort gehen wollte oder sich mit  einem interessanten Menschen treffen wollte, ein Buch lesen oder einen Film sehen wollte usw..

Also regen wir uns auf, wenn wir keinen Genuss empfinden. Und wir empfinden keinen Genuss, wenn wir gesättigt sind. Ich bin satt und alles ist scheinbar gut, aber ich habe keinen Geschmack am Leben, das gleicht sich einer italienischen Prinzessin, die an einem heißen Tag auf dem Balkon sitzt, Eis isst und sagt: „ Ah, wäre es doch eine Sünde.“

Wenn wir  alles haben, fehlt uns genau dieser Zusatz – das Gefühl dieser Schärfe. Und wir erforschen für uns verschiedene zusätzliche Genussquellen, Aufregungen, aber grundsätzlich ist das alles nur unser Egoismus.

Auszug aus dem TV-Programm „Gespräche mit Michael Laitmann“, 11.03.12

Vergessener Geburtstag

Frage: Eheleute machen die Übung „Alle Verbrechen werden von der Liebe bedeckt“, bei der sie über ihre Mängel reden. Und danach erheben sie sich über dieses Negative, über diesen „Müll“. Und wenn ihre Erwartungen von dieser Übung nicht erfüllt werden?

Meine Antwort: Also, „der Müll“ erscheint ständig, deshalb beschränken wir uns nicht nur mit einer Schicht von „ Biskuit in Schokolade“, wir geben mehr und mehr hinzu. Am Ende ist unser „Kuchen“ dick und saftig.
Es geht um die konsequente Arbeit; dabei machen wir jedes Mal die Analyse auf einer höheren Stufe, nicht auf derselben wie gestern. Wir drehen dieselbe Platte nicht, schalten denselben Film nicht an – wir bekommen ja jeden Tag neue Erfahrungen und Verständnis.

Entsprechend verändert sich „der Müll“ mit der Zeit. Wir beide finden uns in unseren Beziehungen besser zurecht, deswegen erscheinen immer neue Probleme zwischen uns. Wir haben das nicht erwartet, das Übel wächst weiter und wir entdecken natürlich jedes Mal, „der Müll“ hat eine höhere Qualität.

Das ist doch kein Abfallstoff, sondern Dünger für unser Familienleben. Wir arbeiten doch an diesem Dünger – und jetzt lässt er uns die neuen Punkte der Berührung und des gegenseitigen Verständnisses finden, statt unsere Familie zu zerstören und uns zu trennen.

Und deshalb verzweifeln wir nicht. Im Gegenteil, wir üben weiter und weiter im Rahmen der integralen Erziehung.

Frage: Und wie lösen wir kleine tägliche Konflikte?

Meine Antwort: Vielleicht nicht nur kleine, sondern große, mit zerbrochenem Teller. Jeder solcher Fall wird ein Gesprächsthema zum Grund des Fortschritts.

Probleme werden wachsen – und zwar qualitativ. Man fragt sich, warum müssen wir streiten? Gibt es einen richtigen Anlass? Aber die flüchtige Differenz wird bei uns zu einem großen Konflikt, denn wir sehen ihn mit anderer, höherer Pixelauflösung, unter dem eigenen „Vergrößerungsglas“.

„Wie kann es so sein?“ – denkt sie – . “”Wir enthüllen die Liebe zwischen uns – und er vergaß plötzlich meinen Geburtstag??“

Frage: Das heißt, wenn wir uns der guten Verbindung nähern, geben wir mehr Licht auf die laufenden Mängel?

Meine Antwort: Natürlich. Nicht zufällig ist es gesagt, dass unabhängig davon wie hoch der Mensch aufgestiegen ist, ist das Übel sowieso höher als er. Wir wachsen ständig und unsere Probleme auch, denn sie bekommen langsam eine neue Qualität. Zum Beispiel, in einer normalen Familie hätte der vergessene Geburtstag keinen Brand entzündet. Und für uns ist jede Unaufmerksamkeit, jede Verstimmung scheinbar ein ernstes Problem.
Wieder und wieder müssen wir natürliche, „mütterliche“, hingebungsvolle Liebe zueinander enthüllen. Jedes Mal werden wir uns wieder auf sie einstellen, Geschehenes mit ihren Positionen bewerten und dank dessen auf das richtige Beziehungsniveau zurückkehren.

Auszug aus dem 35. Gespräch über das neue Leben, 16.07.2012

Beziehungen mit Menschen beeinflussen die Gesundheit

In den Nachrichten (aus New Scientist): Deine Einstellung anderen Menschen gegenüber kann eine große Wirkung auf deine Gesundheit haben. Einsam zu sein erhöht das Risiko von allem, von Herzattacken bis zur Demenz, Depression und Tod, wohingegen Menschen, die mit ihrem gesellschaftlichen Leben zufrieden sind, besser schlafen, langsamer altern und besser auf Impfstoffe reagieren. Die Wirkung ist so stark, dass das Heilen der Einsamkeit für die Gesundheit so gut ist wie das Rauchen aufzugeben, gemäß John Cacioppo von der Universität von Chicago, Illinois, der durch das Studium der Wirkung sozialer Isolation Karriere gemacht hat.
„Es ist wahrscheinlich der einzige und aussagekräftigste Verhaltensbefund weltweit, stimmt Charles Raison von der Emory Universität in Atlanta, Georgia, der die Wechselwirkungen zwischen Geist und Körper studiert, zu. Menschen, die ein reiches gesellschaftliches Leben und warme, offene Beziehungen haben, werden nicht krank, und sie leben länger‘.

„Cacioppo berichtete, dass bei einsamen Menschen die Gene an der Cortisolanzeige beteiligt sind und die Entzündungsreaktion verstärkt wurde, und die Immunzellen, die wichtig beim Kampf gegen die Bakterien sind, auch aktiver waren.

Mein Kommentar: All die letzten Studien beweisen noch einmal, dass ein Mensch ein soziales Wesen ist und sein korrekter Status in der Einheit mit der Gesellschaft besteht.

Es ist schwer, Gott zu sein, aber möglich

Frage: Welchen absolut unglaublichen Wunsch könnte man sich vorstellen, der die Menschen rufen ließe: „Nein, so was!“?

Meine Antwort: Stellen Sie sich vor, dass der Mensch alles kann! Er kann unsterblich, allwissend, unendlich, allmächtig sein, aber nur in dem Maße, in dem er wünscht, alles, was er erlangt, an andere Menschen weiterzugeben , ohne etwas für sich zu lassen, er soll einfach nur Überträger sein.

Zwischenbemerkung: In der Schule habe ich einen Besserwisser sagen gehört: „Ich will  Gott sein! Ich will, dass mein Genuss keine Grenzen kennt und immer schneller und weiter  wächst, und zwar exponentiell“. Gibt es ein solches Wachstum in dieser Welt?

Meine Antwort: Natürlich. Doch einen Gott gibt es nicht. Die Stufe, die wir bei der allgemeinen Lenkung erreichen, ist auch die Stufe Gottes, die Stufe des Schöpfers.

Ist es schwer, Gott zu sein? Vielleicht. Aber es ist möglich.

Zwischenbemerkung: Er hat außerdem gesagt: „Ich möchte mein eigenes Universum erschaffen und dass dort Menschen leben…”

Meine Antwort: Er erschafft es auch. Nicht nur ein, sondern viele Universen, die ineinander eingebettet sind. Am Ende erreicht er den Zustand der absoluten Enthüllung  und Erfüllung, der als die Welt der Unendlichkeit bezeichnet wird, über der keine Wünsche mehr in ihm aufkommen. Dort ist Schluss.

Und was kommt weiter? Wir können nichts darüber sagen, was weiter kommt, denn wir kennen in unserem begrenzten Rahmen keinen Zustand, der Unendlichkeit heißt, wenn wir über das Ende bzw. ohne  dieses Ende reden, das wir noch ein bisschen weiter fortsetzen können.

Ein “Weiter” gibt es einfach nicht, es verschwindet die Kategorie der Entfernung, der Grenze an sich.

Auszug aus der TV-Sendung „Gespräche mit Michael Laitman“, 11.03.2012

Was bewegt den Menschen?

Frage: Wenn wir den Hund beobachten, so sind seine Hauptbedürfnisse:  Essen, schlafen, sich paaren. Was bewegt aber den Menschen?

Meine Antwort: Den Menschen interessiert dasselbe: Nahrung, Sex, Familie. Das sind die tierischen physischen Verlangen.

Das folgende Niveau der Verlangen ist gesellschaftlich, da es in uns unter dem Einfluss der umgebenden Gesellschaft entsteht. Dieses Niveau regt in uns die zusätzlichen Wünsche an: die Verlangen zum Reichtum, zum Ruhm (zur Macht) sowie zu den Wissenschaften (zur Erkenntnis). Das heißt, die ersten drei Arten der Verlangen sind körperlich, und die zweiten drei Arten sind spirituell.

Frage: Solche Sachen, wie die Überzeugung für den morgigen Tag für sich sowie für die Kinder gehören nicht hierher?

Meine Antwort: Alles gehört zum Inneren! Absolut alles.

Alles wird in diese Arten der Verlangen untergebracht: in drei körperliche und in drei „spirituelle“, wenn man diese so bezeichnen kann, da sie sich außerhalb des menschlichen Körpers befinden und nicht direkt für die Befriedigung des Körper verwendet werden.

Frage: Das Verlangen “nichts zu tun” oder dass “mich alle in Ruhe lassen und verschwinden”, gehört auch hierher?

Meine Antwort: Dieser Zustand wird von unseren allgemeinen Verlangen – von der Selbstsucht – angestrebt.

Das Verlangen nach der Ruhe kann sogar dann gezeigt werden, wenn Sie hin und her laufen, da gerade diese Beschäftigung in Ihnen die Empfindung der Ruhe schafft. Versuchen Sie, das Kind zu stoppen; das Gegenteil geschieht: denn die Unterbrechung ruft in ihm den Zustand der Unruhe hervor, weil es eben dann genießt, wenn es läuft, das ist für ihn die Ruhe. Das heißt, die Ruhe wird aufgrund des eigenen Verlangens empfunden, wenn es sich im Gleichgewicht, in der Füllung, in der Sättigung befindet, wenn der Wunsch also beruhigt ist.

Auszug aus dem TV-Programm “ Gespräche mit Michael Laitman“, 11.03.2012

Das Leben ist wie ein Traum

Frage: Weiß der Mensch eigentlich, was er in Wirklichkeit will?

Meine Antwort: Er weiß es niemals. Fragen Sie die älteren Leute, und sie werden Ihnen sagen, dass sie nicht einmal bemerkt haben, wie sie durchs Leben gegangen sind und was sie darin getan haben. Das Leben ist plötzlich vorbeigelaufen. Ich erinnere mich an die Zeiten, als ich 20 Jahre alt war, ein wenig an die mit 30 Jahren, und an die letzten drei, vier Jahrzehnte erinnere ich mich nicht.

Frage: Aber man kann doch bewusst leben. Was hindert uns daran? Angenommen, meine Eltern hätten mir in der Kindheit erzählt: „Beobachte dich: du stellst ein Verlangen dar …“?

Meine Antwort: Wenn wir nur darin erzogen worden wären, wie das Leben richtig wahrzunehmen ist!

Wenn uns die Familie und die Schule darin erziehen würde, dann wäre das etwas Anderes! Wo ist diese Familie und wo ist diese Schule?! Es gibt sie nicht mehr!

Meine Eltern wussten nicht, wie sie mich großziehen sollen, sie wurden darin nicht in der Schule unterrichtet, und ich auch nicht. Im Endeffekt ergibt sich, dass ich als solcher das Leben unbewusst lebte und die Kinder großgezogen habe; und sie ziehen schon meine Enkel groß und wissen auch nicht, wie es richtig gemacht werden soll.

So erleben wir eine Generation nach der anderen. Wenn wir die Menschheit von der Seite her betrachten würden, dann könnten wir erkennen, dass unser Verhalten unserem Intellekt und unseren inneren Möglichkeiten niemals entsprochen hat! Sie könnten dann sehen, wofür wir unsere Zeit verschwendet haben!

Deshalb ist das größte Problem der Menschheit die Erziehung. Wenn wir nur eine Generation richtig erzogen hätten, dann hätten wir dadurch die ganze Menschheit korrigiert und wir könnten dadurch das ganze Leben auf der Erde ändern.

Auszug aus dem TV-Programm „Die Gespräche mit Michael Laitman“, 11.03.2012