Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Familie'

Familie, Mann und Frau

Frage: Wenn wir mit einem größeren Publikum über das Thema Familie sprechen wollen, womit sollen wir dann diese Unterhaltung im Rahmen einer Einführungsvorlesung beginnen?

Antwort: Man sollte diese Konversation mit der Erklärung über die Natur des Mannes und die Natur der Frau beginnen, denn dies ist eine Art Grundlage. Es ist ein sehr ernstzunehmendes Thema. Zunächst muss man erklären, dass die Familie sich nicht auf die Liebe gründet sondern auf gegenseitigem Respekt. Auf Ergänzung des anderen, Freundschaft und gegenseitiger Hilfe. Man sehnt sich danach, den anderen zu verstehen und das wichtigste, auf dem sich die Familie gründet, sind gegenseitige Zugeständnisse.

Eine wahre Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau gründet sich auf gegenseitigen Zugeständnissen. In keinster Weise korrigieren wir den Partner, wir versuchen nicht, über seine Fehler zu sprechen, viel mehr akzeptieren wir ihn, wie er ist und versuchen jemand zu werden, der den anderen ergänzt. Jeder Mensch ist eine egoistische Einheit, der selbstverständlich in Richtung des eigenen Vorteils strebt. Wenn jemand neben ihm ist, den er nicht ausbeuten und zu seinem eigenen Vorteil nutzen kann, ist es so, als würde er elektrische Ladungen ansammeln, die dann in ihm zu funken beginnen. Denn der andere ist auch ein Egoist.

Können wir gemeinsam in Frieden in einer solchen Situation leben? Für eine gewisse Zeit, wenn die Liebe uns treibt, reicht das; wir sind glücklich und zu allem bereit. Doch wenn die Zeit vergeht und der Schleier der Liebe sich von unseren Augen löst, bemerkt man, dass man neben einem Egoisten lebt, der gleich wie man selbst ist, obwohl man gedacht hat, dass alles zum eigenen Vorteil sein würde. Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall. Daher ist es notwendig, nicht länger unter dem Einfluss des „Wahnsinns der Liebe“ zu bleiben, der uns vernebelt, sondern dass wir uns dem Wissen nähern.

Wie können wir in Frieden koexistieren? Wir beginnen also langsam, untereinander die komplizierten Beziehungen neutral zu bearbeiten und sie als physiologisches Thema zu betrachten. Wir müssen dazu keine spezielle Familie betrachten, doch herausfinden, was eine Familie ist und was ein menschliches Wesen ist; das wird uns weg von uns selbst bringen. Es wird uns aus uns herausführen, da, wenn es ein Problem für jeden ist, man eigentlich über ein allgemeines Problem sprechen kann. Dies senkt die inneren Spannung zwischen den Paaren und bewegt uns zur Philosophie, wo man allgemeiner spricht und die Natur des Mannes und der Frau entdeckt.

Sie sind sich auf gewisse Weise ähnlich aber doch wieder unterschiedlich. Sie sind sich ähnlich in dem, dass sie beide Egoisten sind. Und sie unterscheiden sich darin, dass das Ego sich in unterschiedlicher Weise in jedem von ihnen ausdrückt, entsprechend dem hormonellen und physiologischen System, indem sie sich befinden.

Danach können wir uns dem nächsten Problem widmen: Dem Problem der Ehe. Die Ehe ist ein Bund, sie ist ein sich ergänzendes Bündnis: ich brauche sie und sie braucht mich. Wenn wir das verstehen, wird uns klar, dass die Essenz unserer Natur das Empfangen ist.. man möchte immer vom Partner empfangen. So beginnen wir, die Menschen die Grundlagen der Kabbala zu lehren. Es gibt hier keinerlei Provokation! Ich möchte saubere Kleider, dass das Abendessen fertig ist und eine saubere Umgebung. Und meine Partnerin möchte einen Mann im Haus sehen, einen Ehemann und einen Vater, mit allem, das damit verbunden ist. Ist es möglich, die Verlangen des Partners zu befriedigen? Wollen wir das überhaupt?

Da im Allgemeinen beide von uns arbeiten, wir Kinder haben und Verpflichtungen nach der Arbeit (Bank, einkaufen und so weiter), ist es objektiv überhaupt möglich, von unserem Partner die Erfüllung all unsere Verlangen zu verlangen? Wenn wir die Liste der gegenseitigen Bedürfnisse betrachten, verstehen wir, dass wir tatsächlich den anderen gar nie kannten. Ich verstand nie, was sie von mir wollte, denn letztendlich ist es nicht meine Natur. Sie erzählte mir nie etwas, sondern erwartete vielmehr, dass ich es von selbst erraten würde.

So zeigen wir den Menschen, dass die Probleme einer Familie deswegen entstehen, weil wir Egoisten sind; jeder von uns sitzt und wartet darauf, dass der andere ihn erfüllt. Selbst wenn der andere gar nicht sagt. Daher ist jeder stets in seiner Erwartung verletzt, wann sein Partner ihn endlich verstehen würde. Dieser Weg ist völlig falsch. Wir sollten einander nicht aus einer Distanz nähern, entsprechend der Liste unserer Erwartungen. Ich tue dies, sie tut das… Selbst wenn wir die Liste des anderen kennen, können wir sie nicht erfüllen.

Lass uns das etwas einfacher betrachten: Wir fangen an, Zugeständnisse zu machen und einander gefallen zu wollen, wir transformieren uns zu Freunden, dir einander helfen. Ich denke darüber nach, was ich für sie tun kann, und sie überlegt, was sie für mich tun kann. Wir fangen an, dasselbe Spiel zu spielen, das „Spiel der gegenseitigen Zugeständnisse“. Das ist zwar ein Spiel, aber wir können es beginnen. Jeder denkt darüber nach, wie er dem Partner das geben kann, was dieser gerade von einem braucht.

Wenn wir so miteinander kommunizieren, fangen wir an, uns zu erziehen und in uns eine Gewohnheit der gegenseitigen Verbindung zu verinnerlichen. Und als Ergebnis davon entsteht zwischen uns etwas, das wir „gegenseitige Liebe“ nennen. Das ist nicht die gleiche Liebe, bei der wir uns unter dem Sternenhimmel küssen, sondern eine Liebe, die auf der Basis gegenseitiger Zugeständnisse gründet. Wir erbauen sie in uns selbst und dann erschaffen wir etwas gemeinsames, nicht „er“ oder „sie“, sondern etwas, das man Familie oder ein Paar nennt. Das Wichtigste hier ist es, dem Partner zu zeigen, dass man, obwohl man selbst vor Wut kocht und nicht mit ihm übereinstimmt, sich dennoch anstrengt, sich dem anderen ruhig zu nähern, so als wäre nichts passiert.

Diese Zugeständnisse werden gemacht, während das Ego in einem wächst. Und man versteckt das nicht – damit kann man den anderen lehren und ihm ein Vorbild sein. Und wenn einer der Partner noch nicht bereit dazu ist, über sich selbst aufzusteigen, dann muss der andere dem einen helfen. Der Mensch muss sich in etwas verwandeln, das in sich selbst zumindest zwei Bilder erschafft. Im einen Bild hasse ich meine zweite Hälfte. Doch andererseits verhalte ich mich zu ihr/ihm korrekt, ja sogar nett und dann sieht sie/er, dass ich mich über mich selbst erhebe.

Wir müssen damit spielen. Wir haben keine andere Wahl, um die Familie zu retten. Das Ego ist gewachsen, wenn wir das jetzt nicht tun, werden die Menschen bald nicht mehr in der Lage sein, miteinander zu leben. Sie müssen in dieses Bild eintreten und es erfahren, damit sich ein Abdruck davon in ihnen abbildet. Danach geben wir ihnen die Aufgabe: „Bis morgen sagt zueinander kein schlechtes Wort, sondern lächelt und erfahrt Freude aus eurem inneren Aufstieg und dem Kampf gegen euch selbst.“ Danach werden die Menschen zur Freude gelangen, zunächst dadurch, dass sie sich von sich selbst lösen; im weiteren verbinden sie sich dadurch mit den anderen, was ihnen zusätzliche Freude beschert, die sie zu vorher nicht kannten. In anderen Worten entsteht hier eine spirituelle Komponente.

Eine Familie ist ein Maß, welches sich aus gegenseitigen Zugeständnissen formt und als Ergebnis daraus erzeugen die Menschen eine Verbindung, die sich „Liebe“ nennt. Diese Liebe entsteht nur, wenn wir verstehen, dass es an uns liegt, den anderen zu ergänzen und das zu versuchen.

Was bedeutet es „und du solltest deinen Freund wie dich selbst lieben?“ Ich nehme ihre Verlangen und versuche, sie zu erfüllen. Sie nimmt meine Verlangen auf und versucht, diese zu erfüllen. Doch wir sprechen nicht darüber; viel mehr bringen wir einander zu gegenseitigen Zugeständnissen, zu Handlungen entsprechend der Weisheit der Kabbala im Rahmenwerk der Familie. Und langsam verschwindet unsere vorherige Natur irgendwo in uns und darauf bildet sich eine Ebene einer neuen Beziehung zum anderen, was unsere gemeinsame Erreichung sein wird – ein Besitz – ein Familienschatz. Daraus entsteht Liebe. Sie wird wahre Liebe genannt: „Und du sollst deinen Freund lieben wie dich selbst.“

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From A Talk on “Family” 5/28/14

Generation von Weisen

Rav Laitmann BlogFrage: Wie kann ich mit Hilfe der Wissenschaft der Kabbala mein Schicksal ändern? Oder soll ich die Kabbalisten – die diese Kraft erlangt haben – fragen?

Antwort: Zunächst einmal muss man selbst die Weisheit der Kabbala studieren. Der Mensch kommt zur Kabbala, weil er mehr über sein Schicksal erfahren möchte.

Frage: Wenn der Mensch Kabbala studiert, bekommt er dann die Kraft, sein Schicksal zu ändern?

Antwort: Natürlich nicht sofort, aber mit der Zeit wird er dazu in der Lage sein. Dafür muss er lernen.

Frage: Und wenn ich einen anderen Kabbalisten darum bitte, mein Schicksal zu ändern – könnte er es tun?

Antwort: Nein, das ist unmöglich. Man muss selbst lernen, wie man sein Schicksal ändert. Ein Kabbalist kann sein eigenes Schicksal beeinflussen, aber nicht das eines anderen. Schließlich ist jeder selbst verpflichtet, sein eigenes Schicksal zu korrigieren. Deswegen existieren wir in dieser Welt und laufen verschiedene Entwicklungsphasen durch, um zum gewünschten Zustand zu gelangen. Wir gehen durch diesen Prozess der Entwicklung wie ein Kind, das in der Schule lernen muss. Das Kind wird sowieso lernen müssen: Entweder unter Zwang und Strafe oder es strengt sich freiwillig an, macht seine Hausaufgaben, beendet die Schule mit gutem Abschluss und einem Gefühl voller Liebe, Freude und Genuss.

An diesem Beispiel können wir feststellen, dass es notwendig ist, sowohl unser persönliches als auch das Gesamtprogramm zu kennen: welche gewünschte Form müssen wir erreichen? Ob es uns gefällt oder nicht, wir werden gezwungen, das zu erreichen, was  unser Schicksal bestimmt – wie  bei einem Kind, das nicht gefragt wird, ob es zur Schule gehen will oder nicht. Es ist verpflichtet, zur Schule zu gehen und einen Abschluss zu machen. Aber wie es später als Erwachsener lernen wird, ist schon seine Sache. Wenn es schlau ist und erkennt, dass es keine andere Wahl gibt, strengt es sich an und versucht herauszufinden, was von ihm in jeder Phase verlangt wird und wird alles Notwendige tun, aber in der bequemsten Form. Oder es ist sogar in der Lage, die Schule oder das Studium zu verkürzen.

Frage: Das heißt, der Mensch muss selbst das Gesamtprogramm lernen, um sich besser zu integrieren. Aber wenn ich einen großen  Kabbalisten um Segen bitte, wie wird dadurch mein Leben beeinflusst?

Antwort: Es hat nur eine psychologische Wirkung. Ein Kabbalist kann das Schicksal der anderen nicht beeinflussen. Schließlich kann er dir nicht deine freie Wahl nehmen und deine Mühen, Anstrengungen, dich aus eigener Kraft zu ändern. So wie die Eltern nicht anstelle der Kinder zur Schule gehen, die Hausaufgaben erledigen oder Prüfungen ablegen können. Aber der Mensch glaubt, dass der Segen von einem großen Mann Erfolg bringen wird. Das gibt ihm Vertrauen, wie ein Kind, das sich unter der Obhut der Eltern sicher fühlt. Und wenn der Mensch sich sicherer und beruhigter fühlt, kann er  seine Probleme besser lösen. Daher scheint es, als helfe der Segen ihm. Aber das ist nur ein psychologischer Effekt und ändert nicht das Schicksal. Nur der Mensch selbst ist in der Lage, sein Schicksal zu ändern, vom Ausgangspunk bis zum Ende, wenn er sich genügend anstrengt.

Frage: Um also mein Schicksal zu ändern, muss ich mich weiterentwickeln, den Plan kennen und meinen Platz darin finden.

Antwort: Das ist erst in unserer Generation möglich geworden. Davor hatten  die Menschen nicht danach gefragt – sie lebten einfach so. Noch vor hundert oder zweihundert Jahren hatten sich nur besondere Weise und Philosophen die Frage gestellt, zu welchem Zweck der Mensch erschaffen wurde. Der gewöhnliche Mensch selbst stellte sich kaum solche Fragen. Er wusste, wenn sein Vater ein Schmid war, würde auch er ein Schmid sein, und sein Sohn später auch. So ging es von Generation zu Generation. Alles änderte sich erst in den letzten Jahrzehnten.

Frage: Heißt das, dass die Menschen von Generation zu Generation intelligenter wurden und nun die Möglichkeiten haben, die gleiche Macht über ihr Leben zu erreichen wie sie einst vor tausend Jahren die größten Weisen hatten?

Antwort: Ja, die Menschheit hat sich so sehr entwickelt, dass gewöhnliche Menschen heute den gleichen Entwicklungstand haben wie ihn vor zweitausend Jahre die großen Weisen wie Aristoteles, Platon, usw. hatten.

„New Life“  Folge 478, 21.12.2014

Das Unvorhergesehene der persönlichen Entwicklung

Rav Laitmann BlogFrage: In der Schule bekommen wir alle Arten von Informationen, aber die Hauptsache lehren sie uns nicht: Wer wir sind. Warum ist es wichtig für jeden Menschen zu entdecken, zu erkennen und sich selbst zu verstehen?

Antwort: Wenn ich mich selbst verwirklichen möchte, muss ich wissen, wer ich bin und welche Quellen der persönlichen und geistigen Kräfte in mir zu finden sind. Wenn ich sie nicht habe, wo kann ich dann Hilfe von außen erhalten um sie zu bekommen? Worin bin ich schwach, und wo liegt meine Stärke? Für welche Tätigkeit bin ich geeignet, für welchen Lifestyle? Und ganz allgemein, wer bin ich? Manche Menschen haben selbstzerstörerische Tendenzen, während andere ständig um ihr Leben und ihre Gesundheit besorgt sind. Es gbit diejenigen, die das Publikum anziehen, andere, die es ablehnen und so weiter. Zu entdecken und zu sich selbst zu kommen bedeutet dass Du die Quelle des Erfolgs entdeckst und kennst.

Wir sehen dass Kätzchen und Welpen innerhalb zwei oder drei Wochen unabhängige Wesen sind. Während für einen Menschen Jahre des Leidens für seine Entwicklung erforderlich sind, und letztlich wird ihn seine Fähigkeit, aus der Umwelt aufzunehmen, auf die Beine stellen. Ein Baby kommt rein und sauber aus dem Mutterleib, ohne Bakterien und Viren, nichts. Innerhalb ein paar Stunden ist es mit Billionen von Bakterien bedeckt, bis zu 30.000 pro Quadratzentimeter auf der Haut. Wiederum, in dem Moment wenn es zu atmen beginnt, süß, und Antikörper produziert, fängt es bereits an seine Umgebung zu beeinflussen.

Wenn es zur Erziehung des jungen Menschen kommt, hat man sofort eine Vielzahl von Möglichkeiten in Bezug auf eine Beratung: Das Neugeborene muß der Musik zuhören, Du mußt mit ihm reden, ihm zulächeln. Es wird gesagt dass die Musik von Mozart die Gehirnzellen beeinflusst und die mathematischen Fähigkeiten verbessert. Ohne jeden Zweifel, alles von diesem ist gut. Die Wahrheit ist, wenn ein Kind bis zum Alter von zwei Jahren mehrere Sprachen regelmäßig spricht, wird es für ihn zur zweiten Muttersprache.

Zu diesem Thema existieren verschiedene Studien, aber in der Tat wissen wir nur sehr wenig über uns, und dieses Wissen ist komplett erfahrungsgemäß (empirisch). Die Abhängigkeit eines Menschen von seiner Umgebung ist die Hauptsache die berücksichtigt werden muss. Ich werde in einer bestimmten Familie geboren, zu einer bestimmten Zeit, unter bestimmten Bedingungen, in all dem muss ich die Hand des Schicksals erkennen. Aber es gibt auch eine andere Seite der Medaille.

Eine Mutter kann fünf komplett unterschiedliche Kinder haben. Zum Beispiel habe ich einen Bruder der einige Jahre jünger ist als ich, und er übernimmt komplett gegensätzliche Qualitäten der Gesellschaft als ich. Es ist zu sagen – es ist nicht nur die Umgebung – sondern genau was ein Mensch aus der Umgebung absorbiert, es ist also abhängig vom Menschen selbst. [150590]

KAB TV`s „New Life“ 07.11.14

Die Gemeinschaft als Herausforderung für den Kapitalismus

Laitmann Blog

Frage: Die Soziologen sagen, dass der Mensch ein soziales Wesen ist – und die Notwendigkeit zu einer Gesellschaft oder Gemeinschaft zu gehören seine Basis ist. In letzter Zeit hat die Gemeinschaftsstruktur viele Veränderungen und Krisen durchgemacht, so dass wir uns heute nicht vorstellen können, was das Leben in der Gemeinschaft bedeutet und wie es sich sich anfühlt, und wie sie den Einzelnen beeinflusst. Wie sehen Sie das Leben in der Gemeinschaft in unserer Zeit?

Antwort:  Seit Anbeginn der Menschheit wird der Mensch in Gemeinschaften geboren, in welchen er aufwuchs und lebte. Die Gemeinschaft ist seine Heimat, seine Familie, die ganze Welt. So war es in Afrika, Asien und Europa. Es war ein kleines Dorf,  ein Stamm – eine Umgebung, die ihn ständig umhüllte, sich um ihn kümmerte, ihn aufgefangen hatte. Diesen Umgang erlebte er nicht nur von den Eltern. Er gehörte allen, alle gehörten ihm, und es gab nicht viele Unterschiede zwischen den Menschen. Doch unsere weitere Entwicklung basiert auf dem Wachstum des Egoismus. Er wuchs nach und nach, und wir distanzierten uns weiter und weiter voneinander.

Daher begann das natürliche Gemeinschaftsleben zu verfallen:  die einen wurden reicher und die anderen ärmer, dem einen ging es besser, dem anderen schlechter, einer wurde  stärker, der andere schwächer. In den letzten Jahren ist unser Egoismus exponentiell gewachsen, und jetzt erleben wir so einen Schwung, der vergleichbar mit der Explosion des Egoismus im alten Babylon ist.  Bis jetzt hatten wir noch etwas gemeinsames Leben innerhalb eines Staates oder einer Stadt gehabt. Im Mittelalter wurden die Städte mit Mauern umrundet, damit man sich gegen äußere Feinde verbinden und schützen kann.

Jetzt ist es anders: Ich lebe in einer  Wohnung und grenze mich so ab, dass ich von niemandem abhängig bin. Ich kenne meine Nachbarn nicht, und will es auch nicht. Am Morgen gehe ich mit meinem Kind aus der Wohnung, setze es ins Auto, bringe es in den Kindergarten oder zur Schule. Abends kommen alle wieder nach Hause, das Kind geht in sein und nicht in das  gemeinsame  Zimmer, schließt die Tür ab und kommt nicht einmal zum essen. So läuft das Leben in der Regel ab.

Die allgemeinen Gesetze der Natur drücken uns  jedoch näher und näher  zusammen, wir dagegen wollen diese Grenzen im Inneren mehr und mehr brechen. Diese beiden Richtungen in unserer Entwicklung bezeichnen  wir als Krise. Dank der Globalisierung sind wir in der Lage, alle mit lebenswichtigen Dingen zu versorgen, aber weil keiner mit dem anderen  innerlich  verbunden sein will, ist es unmöglich, das Gute im Leben zu erreichen, so leiden wir nun.

Wir wissen, dass die Gemeinschaft in der Lage ist, die Lieferanten, die Firmen, die gemeinsamen Dienste, die wir brauchen, zu beeinflussen. Zum Beispiel in einer kleinen Stadt könnte man viel Gutes für die Bewohner tun. Wir würden unsere eigenen Preise für Unternehmen bestimmen, die uns  Produkte, Strom, Gas und Wasser liefern. Der Preis hängt von uns ab, weil wir ein wichtiger Kunde sind. Daher können wir verlangen.

Wenn es uns gelingen würde eine Gemeinschaft  mit modernen Rahmbedingungen  zu schaffen, und wenn  es viele dieser Art der Gemeinschaften gäbe, wären wir in der Lage, mit der egoistischen kapitalistischen Herangehensweise, die uns ausbeutet und mit offener Aggression und Zynismus alle ausnutzt, zu konkurrieren. Besonders in unserer modernen Zeit, wo es so viele Bedingungen gibt, hätten wir die Möglichkeit zu entscheiden, an wen wir uns wenden, um unser Leben so gut wie möglich zu gestalten.

Wir können sicherstellen, dass die Gemeinschaft selbst auf der Grundlage ihrer Eigeninitiativen ihr Leben selbst gestaltet. Das würde bedeuten, dass wir keine Dienstfirmen oder Polizei beauftragen, sondern uns selbst organisieren würden. Aber zuerst müssen wir  uns viel näher kommen, um die Verbindung zwischen uns aufzubauen, die dem globalen Charakter entspricht. Und das ist nicht einfach.

Folge 237 aus „New Life“, 10.08.2013

Ein Mensch der geliebt wird, ist immer wunderschön!

lachend

Frage: Die heilige Schrift nimmt oft Bezug auf die Schönheit der Frau, im Sinne ihrer Erscheinung. Dennoch gibt es keine detaillierte Beschreibung der perfekten Eigenschaften einer Frau, wie in dem „Lied der Lieder.“ Was will König Solomon uns hier lehren?

Antwort: Er will uns vermitteln, dass unsere Realität – das Unbelebte, Pflanzliche, Tierische und die menschliche Natur – schön sind, gut und perfekt. Dass es nur meine persönliche Korrektur ist, die definiert, ob ich im Stande bin, mich dazu in absoluter Liebe zu beziehen.

Es handelt von unserer Einstellung der Natur als Gesamtem gegenüber und der Korrektur des Menschen: In welchem Ausmaß habe ich meinen Bösen Trieb mit Liebe bedeckt. Dann realisiere ich, dass es keine Mängel in der Realität gibt und dass alles wie eine wunderschöne Frau ist.

Wir haben keine anderen Worte, um diese Liebe zum Ausdruck zu bringen. Dies kommt daher, dass wir gewohnt sind, Liebe als „Benutzen des anderen“ zu verstehen. Das ist die Sorte von Liebe, in der ich bereit bin zu geben und den anderen zu füllen wie man mir im Gegenzug an Freude bereitet.

Hier ist von einer anderen, entgegengesetzten Liebe die Rede: Ich gebe einer Person und erfülle sie, weil ich ihr etwas Gutes tun will. Dennoch brauche ich den Bösen Trieb, um meine Einstellung zu der Person zu überprüfen: Handle ich über dem Hass, der Distanziertheit, dem Ekel?

Kann ich das leisten? Hier kann ich überprüfen, ob es sich um wahre Liebe handelt, die aus dem Guten Trieb entsteht und nicht eine egoistische Form der Liebe, die aus dem bösen Trieb erwächst. Diese Form der Liebe nennt man unabhängige Liebe. Wovon ist sie unabhängig? Vom Empfangen, da sie auf dem Geben beruht. Woher stammt der Name des Buches „Das Lied der Lieder“? In gewöhnlichen Liedern wird von Genüssen gesprochen: “Ich liebe dich und ich will dich genießen.“ Im „Lied der Lieder“ bedeutet es, dass ich dem anderen geben möchte.

Frage: Wir sehen die Referenzen an die Schönheit im gesamten Buch. Was wird mit dem Konzept der Schönheit zum Ausdruck gebracht? Warum scheint die Welt für einen Liebenden schön zu sein?

Antwort: Dies bezeichnen wir als „Liebe bedeckt alle Vergehen“. Hast du jemals eine Mutter gesehen, die dir voller Stolz ihren Säugling zeigt und sagt: „Sieh ihn dir an, wie schön er ist!“ Sie ist stolz auf ihn und das ist ganz natürlich. Ein Mensch, der geliebt wird, ist immer wunderschön und aus diesem Grund gibt es keinen Standard für Schönheit.

Wenn ich den anderen erfüllen möchte und dieses Verlangen genieße, so wird meine Liebe zu ihm wachsen, je mehr er von mir braucht. Desto mehr ich ihn erfüllen und vervollständigen kann, desto schöner wird er in meinen Augen sein. Alles an ihm wird für mich schön. Adoptiveltern lieben ihre adoptierten Kinder manchmal mehr als ihre biologischen. Sie strengen sich mehr an, um ihre Liebe zu erlangen, um sie mehr zu erfüllen und daraus entsteht automatisch eine größere Form der Liebe.

Es steht geschrieben: „Liebe bedeckt alle Vergehen“. Liebe kann nicht enthüllt werden, ohne einen Disput, der dem vorausgeht. Es braucht ein Gefühl der Abnabelung, des Konfliktes, des Wiederstandes und über all dem die Verbindung, die Umarmung, die Liebe. Die Schönheit entsteht dann als natürliches Resultat: Ein Mensch der geliebt wird, erscheint wunderschön, ganz wie ein Baby in den Augen der liebenden Mutter.

Frage: König Solomon sagt: “Einer ist meine Taube, mein Wertvollstes“. Was ist die Bedeutung des Ausdrucks „Einer“?

Antwort: Es gibt nichts außer dem. Es existiert eine Schöpfung, ein perfektes System. Im Grunde ist es der Verschmelzung der positiven und der negativen Attribute zu verdanken, dass die Schönheit sichtbar wird. Schönheit ist Ganzheit. Die Gesamtheit wird fassbar, wenn ich erkenne, dass die positiven und negativen Dinge einander ergänzen und nicht ohne einander existieren können. Das Gute kann nicht ohne das Böse existieren und das Böse ist die Basis für die Enthüllung des Guten.

Nun entdecken wir nur das Schlechte in der Frau, was bedeutet in der gesamten Schöpfung, da wir die Situation aus unserem bösen Trieb heraus betrachten und somit können wir nichts Schönes sehen. Dies ist eine essentielle Phase, weil bis zum „Lied der Lieder“ jeder Mensch alle Mängel erkennen muss, um dann die Liebe darüber zu enthüllen.

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Aus KabTv`s „ Ein neues Leben“ 28/5/14

Liebe fühlen und nicht mich selbst.

rav empfängt

Frage: Einer der Verse „des Liedes der Lieder“ beinhaltet folgende Worte: „Ich bin liebeskrank.“ Über wen spricht diese Frau? Über sich selbst?

Antwort: Wenn ich mich zur  Natur und der gesamten Realität mit Liebe beziehe, erhalte ich dadurch eine warme und liebevolle Einstellung. Dies umhüllt, beschützt und umgibt mich mit angenehmen warmen Wellen des Wohlwollens, die mich permanent unterstützen.

So spreche ich nicht aus der Perspektive eines „Mannes“, sondern aus der Sicht einer „Frau“, die eine liebevolle Einstellung als Antwort erhält. Automatisch sprechen wir hier über einen Menschen, der fühlt, dass er gibt und empfängt.

Derjenige, der erfüllt, wird „Mann“ genannt. Derjenige, der von anderen im Gegenzug empfängt, wird „Frau“ genannt. Es stellt sich heraus, das der Zustand, in einem zufriedenen Verhältnis zur Welt zu stehen, „Mann“ genannt wird und die Wellen von Wärme und Liebe der Welt nennen wir „Frau“.

Frage: Ist es von Bedeutung, ob ich ein Mann oder eine Frau bin?

Antwort: Selbstverständlich. Wir sprechen über eine Person, die den bösen Trieb in sich selbst korrigiert hat und somit den guten Trieb durch die Gruppen Arbeit und die Integrale Erziehung erlangt hat.

Nun fühlt er das Geben und das Empfangen in Relation zur gesamten Natur und zur gesamten Menschheit. Dieses Gefühl bringt ihm eine Wahrnehmung der Unendlichkeit und ermöglicht ihm, sich über alle Schwächen zu erheben, womit sich die Konzepte von Zeit, Raum und Bewegung auflösen.

Frage: Was bedeutet es, „liebeskrank“ zu sein?

Antwort:  Eine neue Wahrnehmung entsteht in ihm und hinterlässt einen so starken Eindruck, dass er sich selbst nicht mehr fühlt.

Er fühlt Liebe, die ihn erfüllt, aber es ist nicht mehr er selbst, der diese Liebe empfängt. Er steigt zu einem Gefühl der generellen Natur auf, er verlässt sich selbst und ist nicht mehr present.

Es existiert nur noch ein Gefühl der universellen Liebe. Das ist der Punkt seiner Vereinigung, die Anhaftung und die Erlangung  einer höheren Verbindung mit der Natur, mit dem Schöpfer. Die Schwäche beruht auf der Tatsache, dass die Liebe über allem herrscht.

Frage: Warum ist es eine Krankheit?

Antwort: Wenn etwas von außen kommt, mich erfüllt und dominiert, dann nennen wir diese fremde Kraft eine Krankheit. Das ist die Ausdrucksform der Liebe, die mich überwältigt und vollständig erfüllt.

Frage: Aber es ist doch gut, liebeskrank zu sein?

Antwort: Stimmt. Es sollte uns nur bewusst werden, dass es keine Begrenzungen darin gibt. Du befindest dich unter dem Einfluss dieser fremden Kraft in deinem eigenen Tempo, durch die Anstrengungen, die du permanent auf dich nimmst. Du hast diese Stufe erreicht und als Resultat dessen erlangst du die Kraft der Liebe.

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Aus Kab Tv´s „Neues Leben“ 28/5/14

Ideale Familie in einer idealen Gesellschaft

Ich möchte zu dem, was über den Aufbau einer erfolgreichen ehelichen Beziehung gesagt wurde, etwas sehr Wichtiges ergänzen. Es wird nicht funktionieren, wenn wir versuchen diese Methode nur in einzelnen Fällen umzusetzen.

Wir denken, dass wenn wir mit vielen Paaren arbeiten würden, wir dann in der Lage wären, ihnen diese Methode beizubringen. Aber sie werden damit keinen Erfolg haben.

Schließlich wird es uns an Geduld mangeln, und die Gesellschaft wird uns darin auch nicht unterstützen. Wir sind nicht in der Lage, alles alleine durchzusetzen, weil hier „Professionalität“ erforderlich ist, um solch ein System aufzubauen.

Erst dann, wenn die ganze Gesellschaft korrigiert ist und wir untereinander eine solche Beziehung aufgebaut haben, können wir auch den Menschen beibringen, wie man in der Familie eine innere Verbindung dieser Art aufbaut. Das heißt, es wird unmittelbar mit der integralen Bildung verknüpft.

In einer idealen Beziehung ergänzen wir uns gegenseitig und bereiten einander Genuss, was alleine so nicht zu erreichen ist. Diesen Genuss kann ich von keinem anderen erhalten, weil ich fühle, dass die gesamte innere Welt des Menschen, also dessen, der neben mir steht – oder mir gegenüber, sich hier befindet.

Wir sind in einer Verschmelzung (im Siwug) von Herz und Seele, dank der wir uns verbinden, was die tiefste gegenseitige Durchdringung bedeutet.

Das passiert, wenn wir in unserer inneren Verbindung den Einfluss der Umgebung spüren, die auf die gleiche Art und Weise miteinander verbunden ist. Aus Zweien wird ein Ganzes, und wir fühlen, dass man nur durch solch eine Verbindung untereinander in der Lage ist, sich mit der größeren Gesellschaft zu verbinden, um die Verschmelzung (Siwug) zu erreichen und somit größeren Genuss zu erhalten: ein Gefühl des Harmonischen, einer Einheit mit der Gesellschaft.

Auf diese Weise geschieht eine enorme Ausdehnung, eine komplettierende Erweiterung, selbst wenn in der Familie Liebe und friedvolle Eintracht herrscht. Erst wenn man als Paar, als eine Einheit der Familie in Bezug auf die Gesellschaft handelt, empfängt man einen milliardenfach größeren Genuss.

Die Liebe zueinander wird um ein Vielfaches wachsen, wenn in der Gesellschaft, in der wir leben, allseits Liebe herrscht! Doch erst die heutige Zeit versetzt uns in die Lage, der eigentlichen, richtigen Form von Familie Gestalt zu geben – was bisher unmöglich war. Und das, ich wiederhole es, ist ohne die integrale Bildung nicht zu erreichen.

Es wird der gesamten Gesellschaft zugute kommen, die dann auch die Liebe in sich selbst empfinden wird. Innerhalb einer kleinen Familie könnte man es als einen psychologischen Effekt bezeichnen, der sich bis auf die physische Ebene auswirkt. Wenn es uns gelingt, diese Liebe in der Gesellschaft zu entwickeln, werden wir damit eine ganz neues Stadium des Lebens erreichen.

Frage: Ist möglich, dass die Liebe unter zwei Menschen – einem Mann und einer Frau  –, auch die Liebe in der gesamten menschlichen Gesellschaft entfacht?

Antwort: Nein, denn wir müssen auf beiden Ebenen gleichzeitig arbeiten. Eine Liebe unterstützt die andere, sie können nicht unabhängig voneinander existieren. Wenn wir also versuchen, diese Methode nur innerhalb der Familie anzuwenden und sie nicht auch auf die gesellschaftliche Ebene beziehen, wird nichts passieren.

Liebe erfordert gegenseitige Unterstützung in der Familie aller untereinander und in der Gesellschaft. Und anscheinend ist es bewusst so eingerichtet, dass die ungeheuren Mängel und Schwächen – selbst innerhalb guter familiärer Bindungen –, so wie wir sie heute erleben, uns dazu zwingen, die Beziehungen in unserer Gesellschaft in Ordnung zu bringen. [133241]

Auszug aus dem Gespräch 169 über das neue Leben, 09/06/13

Wie ist das männliche Herz zu erobern?

Frage: Ich will fragen: wie kann ich das Herz des Mannes erobern? Womit ist es zu bestechen?

Antwort: Alles beginnt damit, dass die Frau dem Mann andeutet, dass sie verliebt ist: sie begeistert sich dafür, wie groß, klug und heldenhaft er ist – sie ermuntert ihn, wie ein kleines Kind.

Das kleine Kind und der erwachsene Mann unterscheiden sich darin nicht voneinander. Man muss dem Mann ständig die Empfindung verleihen, dass er stark, groß, klug und einzigartig ist!

Dadurch bindet die Frau ihn, wie einen kleinen Hund an der Leine, an sich. Wohin sie auch geht, wird er ihr folgen, da er eine solche Wahrnehmung seiner Persönlichkeit, wie die Luft braucht. Auf diese Weise zieht man anfangs den Mann heran.

Außerdem, beginnt man ihn ein wenig zu „dressieren“, ihn an allerlei Formen zu gewöhnen, ihm vorzuführen was für sie angenehm ist und was nicht. Folglich will er die ganze Zeit eine Bestätigung dafür haben, dass sie sich für ihn begeistert, ihn liebt und schätzt. Man muss dem Mann dabei andeuten, dass er das alles nur unter der Bedingung bekommen wird, wenn er  ihr gegenüber eine solche Beziehung, die ihr sehr gefällt, zeigt. Ich verrate euch alle Geheimnisse…

Die Frau beginnt, dem Mann ihren persönlichen Eindruck zu vermitteln, der darauf basiert, wie er mit ihr umgeht. So unterrichtet sie ihn darin, wie er sich zu ihr verhalten soll, sie führt vor, welches Verhalten für sie angenehm ist und solche entgegenkommenden Handlungen ihrerseits hervorrufen wird, die auch ihm angenehm sein werden.

Frage: Wie kann ich ihn spüren lassen, dass er großartig ist, ohne sich dabei zu erniedrigen? Wie kann ich ihm andeuten, dass er so lange König ist, wie ich die Königin bin?

Antwort: Es ist viel zu schwer und verpflichtet zu vielem. Der Mann will neben sich keine Königin haben. Sie soll ihn, ohne weitere Bedingungen, wie die Mutter ihren Sohn schätzt, lieben. Die Mutter liebt das Kind und schätzt es unabhängig davon, wie es ist.

Wenn die Frau sagt, dass der Mann großartig ist, dann ist er wirklich großartig, nicht nur unter der Bedingung, dass sie großartig ist. Wenn er klug ist, dann nicht deshalb, weil sie klug ist. Seine Einschätzung soll unabhängig sein, aber niemand außer ihr, wird ihm solche Wörter sagen, und deshalb bleibt er bei ihr.

Anschließend beginnt sie, ihre Bedingungen vorzubringen. Wenn der Mann etwas falsch macht, dann zeigt die Frau ihre Unzufriedenheit, ihre Verwirrung, als ob “die Wolke herabfällt”. Er ist ihrer Stimmung gegenüber sehr empfindlich, da er ununterbrochen ihr Entzücken sehen will, sich als der Mann, „Macho“ empfinden will – wenn nicht stark, dann klug, wenn nicht klug, dann als Helden.

Wenn sie zeigt, dass seine Beziehung sie traurig macht, weshalb er sie nicht mehr begeistert, woran er sich schon gewöhnt hat, dann beginnt er zu suchen, wie ihr Herz zu erobern ist, um von ihr weiterhin ständig Komplimente zu bekommen.

Der Mann braucht die Komplimente noch mehr, als die Frau, so gewöhnt man ihn an die gute, richtige Beziehung. Folglich wird er wirklich lernen, sich mit ihr so zu verhalten, wie es wünschenswert ist und ihr gefällt: respektvoll und gut, er wird sie schätzen. Aber er schätzt nicht sie selbst, sondern ihre Beziehung zu ihm. Dadurch bestechen wir einander, mehr ist nicht erforderlich.

Damit in der Familie die Liebe entsteht, ist von vornherein nichts Großartiges erforderlich. Für uns soll es einfach angenehm sein, sich neben einander zu befinden: einander zu sehen, zu berühren, mit einander zu essen, sich um einander zu sorgen. Alles andere wird infolge des Spieles zustandekommen. [133235]

Auszug aus dem 196. Gespräch über das neue Leben, 09/06/13

Überschneidende Kreise

Frage: Worauf muss man bei der Wahl nach dem richtigen Partner achten?

Antwort: Man braucht nur dem allgemeinen Naturgesetz folgen, welches nach dem Gleichgewicht strebt. Je mehr  Ähnlichkeiten es zwischen den Partnern gibt, umso besser passen sie zusammen.

Man ist sich ähnlich, wenn man innerlich wie äußerlich, die gleiche Erziehung bekam, gleiche Werte, Lebensansichten und gleiche Reaktionen auf verschiedene  Situationen hat. Je mehr Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten man besitzt, umso größer ist der Erfolg auf eine gute Ehe.

Es ist eine Feststellung, dass der Mensch zuerst erkennen muss, wer der Andere ist, dies kann durch verschiedene Gespräche, gemeinsame Veranstaltungen und Seminare erreicht werden. Zunächst einmal muss man die Natur des Menschen, seine Psychologie studieren, erst dann beginne ich zu verstehen, wer ich bin, was mich motiviert und wie ich reagiere.

Damit wir uns gegenseitig besser verstehen lernen, müssen wir zuerst herausfinden, wie die verschiedenen Menschentypen auf unterschiedliche Probleme und in Standard-Situationen, reagieren. Wir werden dann erkennen, dass wir  sehr ähnlich auf die selben Probleme reagieren. Angenommen ich befinde mich in dem entgegengesetzten  Zustand wie mein Partner und seine Reaktion ist mir verständlich, dann würde ich in einer ähnlichen Situation auf die gleiche Art und Weise reagieren.

Deswegen muss der Mensch lernen sich selbst von der Seite zu betrachten. Man sollte seine Reaktion in unterschiedlichen Situationen überprüfen, dann erkennt man,  aus wie viel unterschiedlichen Verhaltensformen und Reaktionen der Mensch besteht. Folglich kann man verstehen, aus welchen Formen die andere Person besteht.

Diese Methode ist nicht nur auf der Suche nach einem Partner gültig, sondern auch für das allgemeine Verständnis einer Person. Es ist notwendig herauszufinden, in welchem Zustand, weicher Stimmung sich die Person befindet, wie sie reagieren könnte, wie weit ich sie verstehen und mich in ihre Lage versetzen kann. Kann ich mich in ihre Lage versetzen? Wir zeigen einander, dass wir uns verstehen und nehmen es an.

Dieses Studium ist dafür da, um den Menschen und sein Verhalten zu erforschen. Es gibt verschiedene Menschentypen: Choleriker, Sanguiniker, Melancholiker, Phlegmatiker. Die Psychologie hat klare Kriterien für solche Menschentypen und ist daher in der Lage festzustellen, welche besser zusammen passen. So ist es möglich und kein Problem, Menschengruppen zuzuordnen. Als Ergebnis in den Seminaren, bei Besprechungen und während der Spiele, werden sie erkennen, wer besser zu wem passt.

Den Unterricht beginnt man mit Gesprächen und Lektionen, um einsamen Menschen zu erklären, was die menschliche Natur ist, wie stark wir zu egoistischen Tendenzen neigen und wie sehr wir von der Umgebung abhängig sind, somit sind wir gezwungen, unseren inneren Impulsen und dem äußeren Druck zu gehorchen.

Unser Verhalten wird durch Gewohnheiten bestimmt, die durch die Erziehung geprägt wurdet. Wir müssen versuchen zu erkennen, aus welchen Gewohnheiten wir selbst bestehen und dabei verstehen, dass die andere Person, die vor mir steht, eine komplexe Persönlichkeit mit vielen anderen Gewohnheiten ist und ich mit ihr nicht so umgehen kann, wie ich will.

Jeder von uns erwartet von dem Partner, dass er in der gleichen Art und Weise reagiert wie ich und sich in jedem Moment seines Lebens so verhält, wie ich es möchte. Wenn ich die andere Person verstehen möchte, und dabei akzeptiere, dass es in jedem von uns eine ganze Reihe von verschiedenen menschlichen Formen und Modellen gibt, dann werde ich mich anpassen müssen, ansonsten kann ich nicht mit ihr kommunizieren.

So beginne ich flexibel zu werden, damit man aus ihren und meinen inneren Formen und Modellen, etwas, das für uns beide passt und zwar in jedem Augenblick, aufbauen kann. So lernen wir diese einfache Soziologie des menschlichen Verhaltens und der ganzen menschlichen Gesellschaft kennen.

Es ist notwendig genau so zu handeln, denn die ganze Natur strebt nach Balance, nach einer Verbindung, um in jedem Moment die Gleichheit zu erreichen. Im Gesamtsystem hängt alles davon ab, wie die Elemente zusammenpassen und die Verbindung der Elemente zu einem Ganzen wird, bis eine einheitliche Gesellschaft entsteht. Jeder hat seine eigene Freiheit, er weiß, wie er sich der Gesellschafft  anpassen kann, davon hängt der gesellschaftliche Einklang ab.

Man muss jedem beibringen, dass die gleiche Regel auch in der Familie gilt, so wie sie für die ganze Gesellschaft gut ist, so ist sie es auch für die Familien notwendig. Es herrschen überall die gleichen Gesetze.

Um in einer Familie hormonisch zu leben, muss jeder ein Psychologe  werden – wir haben keine andere Wahl! Wir sind sonst nicht in der Lage die Verbindung zwischen uns zu festigen. Diese Verbindung war ursprünglich natürlich, so wie bei den Tieren. Jetzt sind wir aber nicht auf der Tierebene, sondern steigen auf das Niveau des neuen Menschen auf, daher sind  wir verpflichtet zu lernen, wie man zu dieser Verbindung kommt.

Der Mensch  ist kein primitives egoistisches  Tier. Er sollte seinen Egoismus so füllen, dass er sich nicht von den anderen entfremdet, sondern versucht, den Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Um dies zu tun, muss ich die ganze Zeit nach und nach mein Ego annullieren und dem anderen erlauben, in meinen Raum einzudringen. Der  Partner erlaubt es mir und so wird unsere Verbindung aufgebaut.

Ich – das ist ein Kreis, der Partner – ein weiterer Kreis, wir beginnen uns so zu verbinden, dass jeder von uns in das gemeinsame Segment hineingehen kann, auch wenn es noch so klein ist. Wir erkunden dann diesen allgemeinen Bereich, wir kümmern uns darum, erhalten ihn aufrecht. Dies ist nur durch die Selbstannulierung möglich.

Auszug aus dem Gespräch „Neues Leben“, 09/06/13

Minimale Wendung zum Glück

Frage: Wie kann man mit den suizidalen Veranlagungen des Kindes zurechtkommen?

Antwort: Die suizidalen Veranlagungen der Kinder kann man nur in einem guten Kollektiv behandeln. Ohne Kollektiv wird eine immer größer werdende Einsamkeit des Kindes und sein Ruckzug in sich selbst beobachtet. Das alles ist Psychologie: das Leben erscheint überflüssig, alles wird zerstört, in der Umgebung herrscht Hoffnungslosigkeit.

Von diesem Zustand bis zum Glück ist nur eine kleine Wendung nötig, aber wer wird sie realisieren? – Darin liegt das Problem. Ich meine, dass diese Kraft nur im Kollektiv zu finden ist.

Es ist sehr wichtig, im Kind zahlreiche Interessen zu entwickeln. Meine Eltern beschäftigten mich ständig.

Einst haben sie mir einen guten Fotoapparat gekauft, sie gaben das Geld für einen Film, die Entwickler und Fixiermittel aus. Ich habe mich sehr dafür interessiert. Davor haben sie mir ein Fahrrad geschenkt, und wir fuhren mit den Freunden oft in der Natur spazieren. Später war es Tischtennis, dann die Leichtathletik, in der ich die erste Kategorie erlangt habe.

Das heißt, sie zogen mich ständig in verschiedene Beschäftigungen hinein. Wobei, ich nicht alleine, sondern noch mit einem oder mit mehreren Freunden unterwegs war.

Ich meine, dass man so handeln muss. Das Kind soll nicht zu Hause bleiben, es soll außerhalb der Schule einen Freundeskreis haben. Wenn ihm etwas in der Schule misslingt, dann wird es an einem anderen Ort gelingen. Beispielsweise beim Tanzen oder beim Volleyballkurs.

Das Beste ist eine Gruppensportart. Wenn du nicht alleine an den Wettbewerben teilnimmst, so wie es auf verschiedene Distanzen beim Schnelllauf erfolgt. Viel wirksamer sind Tennis und andere Gruppensportarten. Das Kind muss unbedingt mit etwas beschäftigt sein.

Ihr könnt euch sogar mit anderen Familien verabreden, um gemeinsam Kurse für zehn-fünfzehn Kindern zu organisieren, um professionelle Ausbilder zu organisieren, die euch helfen werden. Für eine kleine Zahlung seitens jeder Familie kann man einen sehr guten Kurs organisieren.

Auszug aus dem TV-Programm „Gespräche mit Michael Laitman“, 11/12/13