Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Habt Geduld mit den Anfängern

Kongress in Georgien. Lektion 4

Wenn ein Anfänger in die Gruppe kommt und wir bereits nach der Methode der integralen Verbindung studieren, müssen wir sanft mit ihm umgehen, denn wir könnten die Menschen verschrecken. Wie auch wir einst, verstehen sie nicht, wozu diese ganzen Vereinigungen, Kinderspiele und Workshops gut sind.

Das alles kommt ihnen sehr merkwürdig vor: „Wir beschäftigen uns mit angenehmen Dingen, sprechen über Liebe und Freundschaft, doch das Gleiche erzählte uns unsere Mutter, das wurde uns bereits im Kindergarten beigebracht, und jetzt hier auch. Wir sind zum Studieren hergekommen, doch es stellt sich heraus, dass das die Kabbala ist?! Schon wieder Kinderspiele?!“ Bis ein Anfänger verstanden hat, was der Sinn der Methode ist, kann er uns zehnmal davonlaufen. Deshalb sollten wir sanfter zu ihm sein.

Man sollte die Anfänger nicht sofort in die Gruppe lassen, weil sie als erstes einen Kabbala-Grundkurs absolvieren müssen.  Dieser Kurs beinhaltet folgende Themen: der freie Wille, die Wahrnehmung der Realität, der Aufbau der Höheren Welt, der Einfluss des Menschen auf die Höhere Welt und der umgekehrte Einfluss der Höheren Welt auf den Menschen, die Geschichte der menschlichen Gesellschaft, ihre kausale Entwicklung, Anfang, Bewegung und Ziel, dem wir uns entgegen bewegen, usw. Der Mensch muss die ganze Schöpfung erfassen, um sich vorstellen zu können, wie grandios, allumfassend, alles durchdringend sie ist, und das alles wird unter seiner Gewalt stehen.

Wir müssen Geduld mit den Anfängern haben, selbst wenn alle möglichen Mystiker kommen, die plötzlich beginnen, die Kabbala mit Religionen, verschiedenen Glaubensrichtungen und eigenen Erfindungen zu kombinieren. Denn wir stapeln alles auf die Vergangenheit auf – das, was wir im Laufe mehrerer Jahre unseres Lebens gehört haben: Seelen, Reinkarnationen, Hölle, Paradies und alles andere – das heißt, wir verstehen das alles nicht, bilden uns aber etwas ein. Fragt sie: „Was ist das?“ – und ihr werdet sehen, dass genauso viele Meinungen existieren, wie es Menschen gibt.

Und dennoch haben wir es. Deshalb muss der Mensch langsam die richtigen Begriffe für alle Elemente der Welt finden, von denen er je gehört hat. Denn alles geht von der Kabbala aus: sowohl Religionen als auch Wissenschaften – weil es eine Wissenschaft über die integrale Welt ist. Darüber haben griechische und deutsche Philosophen bereits im Mittelalter geschrieben. Das haben wir aus Babylon.

Deshalb müssen wir ganz behutsam mit den Anfängern umgehen, um sie nach und nach von allen Täuschungen zu befreien.

Obwohl die Menschheit sich dessen allmählich entledigt, gibt es noch viel zu tun. Denn in Wirklichkeit, wenn die Kabbala sagt, dass es nur die Materie und die Erkenntnis gibt, sprich das Verlangen zu empfangen, zu genießen, erfüllt zu werden, und die Erkenntnis, das Licht, welches es erfüllt, dann bestimmt sie dadurch ganz genau ihre Position: es gibt nichts anderes. Es gibt keine Mystik, es gibt nur eine Abstufung des Verlangens und eine Abstufung der Erkenntnis bzw. der Erfüllung dieses Verlangens. Das ist das, womit wir uns beschäftigen. Und wir entdecken wirklich nichts andres mehr in der Natur.

Aus diesem Grund sollten die Anfänger ein Dutzend Grundlektionen absolvieren. Die Ausbilder sollten sich ständig abwechseln, ansonsten werden die Kursteilnehmer anfangen, den Ausbilder sozusagen zu vergöttern, auf Händen zu tragen, und er wird darum bitten, ihn noch höher zu erheben. Das alles sollte berücksichtigt werden, und die Ausbilder sollten alle fünf Lektionen wechseln.

Und das Wichtigste ist, dass die Anfänger die Kabbala nicht nur als Mahlzeiten mit Singen und Tanzen betrachten, denn es ist eine ernsthafte Wissenschaft und kein Gerede über Annäherung, gegenseitige Verantwortung und gegenseitige Liebe. Anderenfalls werden sie es anderen Methoden und Theorien, mit denen sie sich einst beschäftigt haben, und verschiedenen altruistischen Strömungen zuordnen. Das ist alles unnötig! Wir bringen ihnen einfach das System – das Schöpfungssystem – bei.

Wenn der Mensch das richtige Wissen vermittelt bekommen hat, kann er sagen: „Das ist nichts für mich. Ich verdiene lieber noch eine Million oder gehe auf Reisen“, – er kann alles Mögliche sagen, doch er wird nicht bestreiten können, dass es die Wahrheit ist. An einen solchen Zustand soll er vom ersten Kennenlernen, von den ersten zehn Lektionen an herangeführt werden.

Auszug aus der 4. Kongresslektion in Georgien, 08.11.2012

Was fehlt uns?

Frage: Der Mensch sitzt und beobachtet sich: ich will Wasser, dann noch etwas, und dann weiß ich nicht mehr, was ich will. Dieser einfache Versuch zeigt ihm, dass er von Natur aus Wünsche  hat, die er genießen kann?

Meine Antwort: Der Mensch sieht, dass er immer irgendwelche Wünsche hat. Woher sie kommen, weiß er nicht: zuerst will er etwas, dann plötzlich etwas anderes, noch etwas usw..

Er kann sich auf der einen Seite programmieren, das heißt, er bestimmt irgendwelche Wünsche, und erinnert sich daran, was ihm Genuss breitete. Dabei bekommt er so große Lust, diesen Genuss zu empfangen, dass er beginnt, die Verwirklichung dieses Wunsches zu erlangen: „Was will ich? Ah, ich habe vergessen – ich habe Eis im Kühlschrank“ und er nimmt sich das Eis. Oder er erinnert sich, dass er zu irgendeinem interessanten Ort gehen wollte oder sich mit  einem interessanten Menschen treffen wollte, ein Buch lesen oder einen Film sehen wollte usw..

Also regen wir uns auf, wenn wir keinen Genuss empfinden. Und wir empfinden keinen Genuss, wenn wir gesättigt sind. Ich bin satt und alles ist scheinbar gut, aber ich habe keinen Geschmack am Leben, das gleicht sich einer italienischen Prinzessin, die an einem heißen Tag auf dem Balkon sitzt, Eis isst und sagt: „ Ah, wäre es doch eine Sünde.“

Wenn wir  alles haben, fehlt uns genau dieser Zusatz – das Gefühl dieser Schärfe. Und wir erforschen für uns verschiedene zusätzliche Genussquellen, Aufregungen, aber grundsätzlich ist das alles nur unser Egoismus.

Auszug aus dem TV-Programm „Gespräche mit Michael Laitmann“, 11.03.12

Vergessener Geburtstag

Frage: Eheleute machen die Übung „Alle Verbrechen werden von der Liebe bedeckt“, bei der sie über ihre Mängel reden. Und danach erheben sie sich über dieses Negative, über diesen „Müll“. Und wenn ihre Erwartungen von dieser Übung nicht erfüllt werden?

Meine Antwort: Also, „der Müll“ erscheint ständig, deshalb beschränken wir uns nicht nur mit einer Schicht von „ Biskuit in Schokolade“, wir geben mehr und mehr hinzu. Am Ende ist unser „Kuchen“ dick und saftig.
Es geht um die konsequente Arbeit; dabei machen wir jedes Mal die Analyse auf einer höheren Stufe, nicht auf derselben wie gestern. Wir drehen dieselbe Platte nicht, schalten denselben Film nicht an – wir bekommen ja jeden Tag neue Erfahrungen und Verständnis.

Entsprechend verändert sich „der Müll“ mit der Zeit. Wir beide finden uns in unseren Beziehungen besser zurecht, deswegen erscheinen immer neue Probleme zwischen uns. Wir haben das nicht erwartet, das Übel wächst weiter und wir entdecken natürlich jedes Mal, „der Müll“ hat eine höhere Qualität.

Das ist doch kein Abfallstoff, sondern Dünger für unser Familienleben. Wir arbeiten doch an diesem Dünger – und jetzt lässt er uns die neuen Punkte der Berührung und des gegenseitigen Verständnisses finden, statt unsere Familie zu zerstören und uns zu trennen.

Und deshalb verzweifeln wir nicht. Im Gegenteil, wir üben weiter und weiter im Rahmen der integralen Erziehung.

Frage: Und wie lösen wir kleine tägliche Konflikte?

Meine Antwort: Vielleicht nicht nur kleine, sondern große, mit zerbrochenem Teller. Jeder solcher Fall wird ein Gesprächsthema zum Grund des Fortschritts.

Probleme werden wachsen – und zwar qualitativ. Man fragt sich, warum müssen wir streiten? Gibt es einen richtigen Anlass? Aber die flüchtige Differenz wird bei uns zu einem großen Konflikt, denn wir sehen ihn mit anderer, höherer Pixelauflösung, unter dem eigenen „Vergrößerungsglas“.

„Wie kann es so sein?“ – denkt sie – . “”Wir enthüllen die Liebe zwischen uns – und er vergaß plötzlich meinen Geburtstag??“

Frage: Das heißt, wenn wir uns der guten Verbindung nähern, geben wir mehr Licht auf die laufenden Mängel?

Meine Antwort: Natürlich. Nicht zufällig ist es gesagt, dass unabhängig davon wie hoch der Mensch aufgestiegen ist, ist das Übel sowieso höher als er. Wir wachsen ständig und unsere Probleme auch, denn sie bekommen langsam eine neue Qualität. Zum Beispiel, in einer normalen Familie hätte der vergessene Geburtstag keinen Brand entzündet. Und für uns ist jede Unaufmerksamkeit, jede Verstimmung scheinbar ein ernstes Problem.
Wieder und wieder müssen wir natürliche, „mütterliche“, hingebungsvolle Liebe zueinander enthüllen. Jedes Mal werden wir uns wieder auf sie einstellen, Geschehenes mit ihren Positionen bewerten und dank dessen auf das richtige Beziehungsniveau zurückkehren.

Auszug aus dem 35. Gespräch über das neue Leben, 16.07.2012

Beziehungen mit Menschen beeinflussen die Gesundheit

In den Nachrichten (aus New Scientist): Deine Einstellung anderen Menschen gegenüber kann eine große Wirkung auf deine Gesundheit haben. Einsam zu sein erhöht das Risiko von allem, von Herzattacken bis zur Demenz, Depression und Tod, wohingegen Menschen, die mit ihrem gesellschaftlichen Leben zufrieden sind, besser schlafen, langsamer altern und besser auf Impfstoffe reagieren. Die Wirkung ist so stark, dass das Heilen der Einsamkeit für die Gesundheit so gut ist wie das Rauchen aufzugeben, gemäß John Cacioppo von der Universität von Chicago, Illinois, der durch das Studium der Wirkung sozialer Isolation Karriere gemacht hat.
„Es ist wahrscheinlich der einzige und aussagekräftigste Verhaltensbefund weltweit, stimmt Charles Raison von der Emory Universität in Atlanta, Georgia, der die Wechselwirkungen zwischen Geist und Körper studiert, zu. Menschen, die ein reiches gesellschaftliches Leben und warme, offene Beziehungen haben, werden nicht krank, und sie leben länger‘.

„Cacioppo berichtete, dass bei einsamen Menschen die Gene an der Cortisolanzeige beteiligt sind und die Entzündungsreaktion verstärkt wurde, und die Immunzellen, die wichtig beim Kampf gegen die Bakterien sind, auch aktiver waren.

Mein Kommentar: All die letzten Studien beweisen noch einmal, dass ein Mensch ein soziales Wesen ist und sein korrekter Status in der Einheit mit der Gesellschaft besteht.

Es ist schwer, Gott zu sein, aber möglich

Frage: Welchen absolut unglaublichen Wunsch könnte man sich vorstellen, der die Menschen rufen ließe: „Nein, so was!“?

Meine Antwort: Stellen Sie sich vor, dass der Mensch alles kann! Er kann unsterblich, allwissend, unendlich, allmächtig sein, aber nur in dem Maße, in dem er wünscht, alles, was er erlangt, an andere Menschen weiterzugeben , ohne etwas für sich zu lassen, er soll einfach nur Überträger sein.

Zwischenbemerkung: In der Schule habe ich einen Besserwisser sagen gehört: „Ich will  Gott sein! Ich will, dass mein Genuss keine Grenzen kennt und immer schneller und weiter  wächst, und zwar exponentiell“. Gibt es ein solches Wachstum in dieser Welt?

Meine Antwort: Natürlich. Doch einen Gott gibt es nicht. Die Stufe, die wir bei der allgemeinen Lenkung erreichen, ist auch die Stufe Gottes, die Stufe des Schöpfers.

Ist es schwer, Gott zu sein? Vielleicht. Aber es ist möglich.

Zwischenbemerkung: Er hat außerdem gesagt: „Ich möchte mein eigenes Universum erschaffen und dass dort Menschen leben…”

Meine Antwort: Er erschafft es auch. Nicht nur ein, sondern viele Universen, die ineinander eingebettet sind. Am Ende erreicht er den Zustand der absoluten Enthüllung  und Erfüllung, der als die Welt der Unendlichkeit bezeichnet wird, über der keine Wünsche mehr in ihm aufkommen. Dort ist Schluss.

Und was kommt weiter? Wir können nichts darüber sagen, was weiter kommt, denn wir kennen in unserem begrenzten Rahmen keinen Zustand, der Unendlichkeit heißt, wenn wir über das Ende bzw. ohne  dieses Ende reden, das wir noch ein bisschen weiter fortsetzen können.

Ein “Weiter” gibt es einfach nicht, es verschwindet die Kategorie der Entfernung, der Grenze an sich.

Auszug aus der TV-Sendung „Gespräche mit Michael Laitman“, 11.03.2012

Was bewegt den Menschen?

Frage: Wenn wir den Hund beobachten, so sind seine Hauptbedürfnisse:  Essen, schlafen, sich paaren. Was bewegt aber den Menschen?

Meine Antwort: Den Menschen interessiert dasselbe: Nahrung, Sex, Familie. Das sind die tierischen physischen Verlangen.

Das folgende Niveau der Verlangen ist gesellschaftlich, da es in uns unter dem Einfluss der umgebenden Gesellschaft entsteht. Dieses Niveau regt in uns die zusätzlichen Wünsche an: die Verlangen zum Reichtum, zum Ruhm (zur Macht) sowie zu den Wissenschaften (zur Erkenntnis). Das heißt, die ersten drei Arten der Verlangen sind körperlich, und die zweiten drei Arten sind spirituell.

Frage: Solche Sachen, wie die Überzeugung für den morgigen Tag für sich sowie für die Kinder gehören nicht hierher?

Meine Antwort: Alles gehört zum Inneren! Absolut alles.

Alles wird in diese Arten der Verlangen untergebracht: in drei körperliche und in drei „spirituelle“, wenn man diese so bezeichnen kann, da sie sich außerhalb des menschlichen Körpers befinden und nicht direkt für die Befriedigung des Körper verwendet werden.

Frage: Das Verlangen “nichts zu tun” oder dass “mich alle in Ruhe lassen und verschwinden”, gehört auch hierher?

Meine Antwort: Dieser Zustand wird von unseren allgemeinen Verlangen – von der Selbstsucht – angestrebt.

Das Verlangen nach der Ruhe kann sogar dann gezeigt werden, wenn Sie hin und her laufen, da gerade diese Beschäftigung in Ihnen die Empfindung der Ruhe schafft. Versuchen Sie, das Kind zu stoppen; das Gegenteil geschieht: denn die Unterbrechung ruft in ihm den Zustand der Unruhe hervor, weil es eben dann genießt, wenn es läuft, das ist für ihn die Ruhe. Das heißt, die Ruhe wird aufgrund des eigenen Verlangens empfunden, wenn es sich im Gleichgewicht, in der Füllung, in der Sättigung befindet, wenn der Wunsch also beruhigt ist.

Auszug aus dem TV-Programm “ Gespräche mit Michael Laitman“, 11.03.2012

Das Leben ist wie ein Traum

Frage: Weiß der Mensch eigentlich, was er in Wirklichkeit will?

Meine Antwort: Er weiß es niemals. Fragen Sie die älteren Leute, und sie werden Ihnen sagen, dass sie nicht einmal bemerkt haben, wie sie durchs Leben gegangen sind und was sie darin getan haben. Das Leben ist plötzlich vorbeigelaufen. Ich erinnere mich an die Zeiten, als ich 20 Jahre alt war, ein wenig an die mit 30 Jahren, und an die letzten drei, vier Jahrzehnte erinnere ich mich nicht.

Frage: Aber man kann doch bewusst leben. Was hindert uns daran? Angenommen, meine Eltern hätten mir in der Kindheit erzählt: „Beobachte dich: du stellst ein Verlangen dar …“?

Meine Antwort: Wenn wir nur darin erzogen worden wären, wie das Leben richtig wahrzunehmen ist!

Wenn uns die Familie und die Schule darin erziehen würde, dann wäre das etwas Anderes! Wo ist diese Familie und wo ist diese Schule?! Es gibt sie nicht mehr!

Meine Eltern wussten nicht, wie sie mich großziehen sollen, sie wurden darin nicht in der Schule unterrichtet, und ich auch nicht. Im Endeffekt ergibt sich, dass ich als solcher das Leben unbewusst lebte und die Kinder großgezogen habe; und sie ziehen schon meine Enkel groß und wissen auch nicht, wie es richtig gemacht werden soll.

So erleben wir eine Generation nach der anderen. Wenn wir die Menschheit von der Seite her betrachten würden, dann könnten wir erkennen, dass unser Verhalten unserem Intellekt und unseren inneren Möglichkeiten niemals entsprochen hat! Sie könnten dann sehen, wofür wir unsere Zeit verschwendet haben!

Deshalb ist das größte Problem der Menschheit die Erziehung. Wenn wir nur eine Generation richtig erzogen hätten, dann hätten wir dadurch die ganze Menschheit korrigiert und wir könnten dadurch das ganze Leben auf der Erde ändern.

Auszug aus dem TV-Programm „Die Gespräche mit Michael Laitman“, 11.03.2012

Die Balance zwischen der inneren Arbeit und der integralen Methodik

Frage: Helfen Sie uns, das Gleichgewicht, die Balance zwischen der inneren Arbeit und der integralen Methodik zu finden, weil oft die Frage aufkommt: „Was ist wichtiger? Womit sollen wir uns beschäftigen?“

Meine Antwort: Das Wichtigste ist, uns mit uns selbst zu beschäftigen. Wenn ihr euch nicht mit euch selbst beschäftigt und all das, was ihr erlebt, nicht wie eine Walze über euch rollen lasst, werdet ihr das nicht an die anderen weitergeben können. Die integrale Methodik basiert auf Gefühlen. Mensch bedeutet Verlangen, und Verlangen ist das, was du fühlst.

Deswegen ist es unausweichlich. Ihr müsst in erster Linie daran denken, inwieweit wir vorankommen, inwieweit wir uns verbinden. Vorankommen bedeutet Verbindung. Und das darf auf keinen Fall aus den Augen verloren werden.

Und erst wenn ihr einen bestimmten Abschnitt erreicht habt und Zeit habt, geht ihr zum außenstehenden Publikum. Anderenfalls werdet ihr dort nichts erreichen.

Wenn ihr zu den außenstehenden Menschen geht, ohne euch vorher untereinander verbunden zu haben und zu spüren, dass ihr buchstäblich nicht ein Teil, sondern eine riesige Gemeinschaft seid, wird es nichts bringen.

Wenn ich vor einem außenstehenden Publikum stehe und spüre, dass ich im Namen der Gruppe spreche, dass in mir ein Gefühl der Gemeinschaftlichkeit, der Abhängigkeit, der Unterstützung entsteht, dass wir alle wie ein Mensch vereint sind, dann fangen die Menschen plötzlich an, zu spüren, dass meine Worte in sie eindringen, und sie beginnen, das mit dem sechsten Sinn zu verstehen.

Deshalb muss es eine eben solche Vorbereitung geben. Wenn du zu irgendeinem Vortrag oder einer Veranstaltung gehst, musst du in deinem Inneren eine sehr ernsthafte Vorbereitung durchmachen – nicht allein, sondern mit mehreren Freunden.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 21.10.2012

 

Ein unerträglicher Verlust

Frage: Während eines Ausfluges in St. Petersburg erfuhr ich, dass von den dreizehn Kindern des Zaren Peters der Erste nur ein Kind das Erwachsenenalter erreichte. Dennoch kam er mit diesen Zuständen irgendwie zurecht. Heutzutage sind viele Menschen, wenn sie ein Kind verlieren, schnell bereit, sich das Leben zu nehmen. Warum kann der gegenwärtige Mensch keine gewöhnlichen, normalen Schicksalsschläge ertragen?

Meine Antwort: Das Kind stellt das riesige System der Freude, des Genusses für den Menschen dar. Es ist seine Fortsetzung, etwas, was ihm sehr naheliegt, etwas Eigenes, was er ständig in seinem Inneren trägt, etwas, was ihn erwärmt und nach vorne ausrichtet und in dem er den Sinn des Lebens erkennt. Die Sorge um das Kind verleiht dem Menschen sehr viele gute Empfindungen, sie versorgt ihn mit vielen äußerlichen und inneren Kräften. Deshalb bringt der Verlust eines Kindes großes Leiden mit sich.

Im Prinzip gibt es keinen Unterschied, ob das Kind jetzt oder mit 50 oder 60 Jahren gestorben ist. Allgemein ist uns klar, dass ein Höherer Wille gewisses Unglück gibt. Aber der Mensch kann damit niemals einverstanden sein, denn er ist nicht in der Lage, diesen Verlust zu akzeptieren.

Es gibt nur eine Lösung, nämlich den Menschen auf das äußerliche Feld, das heißt auf das Wohlwollen und das Geben, auf die breitere Palette auszurichten, die ihn unterstützen wird. Oft beginnen solche Menschen sich mit Wohltätigkeit, gegenseitiger Hilfe oder mit dem Geben zu beschäftigen. Das heißt, sie beginnen zu suchen: auf wen können sie ihre Liebe und all das übertragen, was sie den Kindern gegenüber empfunden haben?

Man sollte ihnen dabei helfen, dieses Ziel, diese Beschäftigung zu finden, damit sie sich dadurch wieder beleben können.

Auszug aus der TV-Sendung „Die Konstruktion der sozialen Umgebung“, 24.09.2012

Zur neuen Welt mittels integraler Wechselwirkung

Frage: Kann das Streben nach einer neuen integralen Stufe unserer Beziehungen eine Lösung für die Leiden werden, die der Mensch empfindet?

Meine Antwort: Ich bin überzeugt, dass die integrale Vereinigung  jedes Plus und jedes Minus der gegenwärtigen Gesellschaft auf solche Art und Weise verteilen wird, dass diese ausgewogen sein werden und diese dadurch entstandene Harmonie von allen empfunden und tatsächlich alle beruhigen wird. Diese Harmonie wird nicht nur in den öffentlichen Beziehungen, sondern auch in den politischen, ökonomischen Beziehungen, in der Erziehung, in der Bildung usw. zu spüren sein.

Sie wird die Menschheit auf ganz anderes Niveau erheben, die Menschen werden fühlen, dass sie in einer integralen Welt leben. Ich denke, dass wir gerade durch die Erweiterung der integralen Wechselwirkung eine andere und bessere Welt sehen werden.

Auszug aus der TV-Sendung „Die Konstruktion der sozialen Umgebung“, 24.09.2012