Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Egoismus'

Alles unter Kontrolle

Frage:  Die Kabbala und ihr Licht entwickelt den stärksten Egoismus im Menschen und zwischen uns. Besteht die Gefahr, dass dieser Prozess außer Kontrolle gerät und Wellen des bestehenden Egoismus´ den Menschen und die Gruppe auslöschen? Und danach bleibt nur Hass, Wut und Enttäuschung?

Antwort: Natürlich wird ein gewaltiger Hass, Wut und Enttäuschung entstehen. Sie verwirklichen sich nur in dem Ausmaß, in welchem wir uns ihnen entgegenstellen können, um uns in der mittleren Linie vorwärts zu bewegen.

Deswegen wird es in jeder Gruppe unter den Schülern große Wiedersprüche, Missverständnisse und Hass geben, wie bei den Schülern von Rabbi Shimon, die das Buch Sohar schrieben.

Trotzdem wird dieser Prozess nicht außer Kontrolle geraten, weil alles vom Schöpfer kommt. Jede entstehende Situation kann gelöst werden, sonst würde sie uns nicht gegeben. Alles geschieht nach dem Prinzip „Stell keine Hindernisse vor einen Blinden“.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 12/17/2017

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Die inneren Schurken

Frage von Facebook: Woher haben Sie die Idee, dass ein Mensch in den Menschen nur seine eigenen Mängel sieht? Auch bei Mördern?

Antwort: Ja. In jedem und in allem sehen wir uns, unser Spiegelbild. Warum? Da wir alles im Spiegel unseres Egoismus wahrnehmen. Unsere Wahrnehmung ist so strukturiert: Wir können nichts sehen, was nicht in uns ist. Das Bild der Welt ist im Inneren aufgezeichnet. Tatsächlich ist vor mir weißes Licht – die perfekte Eigenschaft des Gebens und der Liebe. Auf diesem Hintergrund „zeichne“ ich meine eigenen Eigenschaften. Was auch immer auf den Bildschirm meines Bewusstseins projiziert wird, alles kommt von innen.  Das äußere Böse, das ich sehe, ist meine unkorrigierte Natur.

Nachdem ich alle Fehler in mir korrigiert habe, werde ich dasselbe weiße Licht, die ursprüngliche Liebe enthüllen. Auf diese Weise führt uns der Schöpfer zu Sich – durch eine allmähliche Erkenntnis der illusorischen Natur der äußeren Welt, so wie sie uns heute erscheint. Dies ist kabbalistische Psychologie.

 

Aus Kab TV „Nachrichten mit Michael Laitman“ 13.2.18

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Die Kabbala ist eine experimentelle Wissenschaft

Frage: Welchen Teil der Eigenschaften des Schöpfers können wir offenbaren und welchen nicht?

Meine Antwort: Von dem Teil, welchen wir offenbaren können, schreiben die Kabbalisten.

Es ist so, dass wir nur das offenbaren können, was uns betrifft. Das, was uns nicht betrifft, kennen wir nicht und können uns das auch nicht vorstellen.

In der Kabbala wird darüber gesprochen, was man im Verlangen zu Empfangen, welches der Schöpfer erschaffen hat, wahrnimmt. Wenn das Verlangen nichts erkennen kann, kann man nichts beschreiben. Die Kabbala ist eine rein experimentelle Wissenschaft.

 

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Den Schöpfer rechtfertigen

Frage: Wie soll ich den Schöpfer rechtfertigen?! Ich habe nicht darum gebeten, erschaffen zu werden, um auf so eine gemeine Art, durch große Leiden, Genuss zu empfangen. Angenommen, ich stimme bereits allem zu – mich gibt es nicht! Es gibt keine Gedanken, keine Wünsche, keine Handlungen. Aber was will Er dann von mir, wenn ich nicht existiere?!

Meine Antwort: Ich verstehe Sie sehr gut. Sie werden den Schöpfer nicht rechtfertigen können, bis Sie das ganze Bild der Welt und sich selbst darin sehen. Die Rechtfertigung wird schrittweise passieren, im Ausmaß Ihrer Enthüllung der Welt.

Frage: Was soll ich denn mit diesem  Schrei der Seele tun?

Antwort: Dafür dankbar sein, denn gerade durch  diesen Schrei gelangt der Mensch zur Wahrheit.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 01/07/2018 

[# 224391]

Das Gesetz der Weltlenkung, Teil 2

Wir können unsere Verlangen nicht weiter vergrößern, jetzt muss man ihre Nutzung ändern. Die Menschheit versteht das nicht und deswegen begreift sie nicht, was mit uns geschieht.

Wir sind in eine Periode eingetreten, wo wir keine großen Verlangen mehr brauchen. Deswegen sieht die heutige Generation in ihrer Entwicklung so müde und enttäuscht aus. Die jungen Menschen sind nicht begeistert von Karriere, von Familie. Sie möchten überhaupt nicht an die Zukunft denken. Diese Zukunft ist für alle unklar.

Dies alles geschieht nur deswegen, weil in der Welt anstelle des linearen Gesetzes des Egowachstums (welches jeder einzelne für sich selbst bereits realisiert hat) ein neues Gesetz zu wirken beginnt. Das ist ein integrales Gesetz, das von uns die Verbindung zwischen uns verlangt. Jetzt wird die Entwicklung der Welt von der Kraft unserer Verbindung abhängen wie von den Zellen eines Organismus. Je mehr Güte und Gegenliebe in unseren Wechselwirkungen existieren, desto weiter werden wir voranschreiten.

Wir sehen, dass diese Tendenz auch in der Technik genutzt wird: je komplizierter die Programme und Mechanismen werden, je mehr innere Komponenten sie beinhalten, desto vollkommener werden die Geräte. Das Voranschreiten geschieht nicht dank der Vertiefung in konkrete Details, sondern dank der stärkeren Verbindung zwischen diesen Details. Die Entwicklung der Technik in den letzten Jahrzehnten basiert auf der Entwicklung der Verbindungen zwischen den Elementen.

In der menschlichen Gesellschaft sind wir nicht fähig zu solch einer Entwicklung, weil die Elemente in dieser Welt wir selber sind. Wir wollen uns nicht miteinander verbinden. Deswegen verstehen wir nicht, was das Gesetz der Entwicklung von uns verlangt. Das ist das größte Problem der Menschheit heutzutage. Dieses Problem wird durch das Unverständnis darüber hervorgerufen, dass wir in eine neue Epoche eingetreten sind. 

Baal HaSulam nennt diese Periode „die Letzte Generation“, weil die Menschen beginnen zu verstehen, dass die individuelle egoistische Entwicklung abgeschlossen ist und jeder weitere Fortschritt nur durch die Entwicklung der richtigen Verbindungen zwischen uns möglich ist. Wir sind verpflichtet  zu verstehen, dass wir zu einem System gehören, in dem die Gesetze der gegenseitigen Anteilnahme und des gegenseitigen Verständnisses vorherrschen.

Alle Menschen sollten sich als einen Organismus wahrnehmen, als Zellen oder Organe, die richtig miteinander verbunden sind. Wenn wir so eine Verbindung erbauen, spüren wir in ihr die gemeinsame Kraft, die die gesamte Natur durchdringt, welche „der Schöpfer“ genannt wird. Wir selber erschaffen dies mit unserer richtigen Verbindung und offenbaren Ihn darin.

Das ist der Auftrag des Menschen in dieser Welt  und das verlangt die Zeit von uns. Die Menschheit ist verpflichtet, sich auf solch ein Niveau zu erheben. Je schneller wir die Etappen begreifen, die schon im Programm der Natur eingeschlossen sind und sie selber realisieren wollen, desto gütiger und angenehmer wird unsere Entwicklung aussehen. Wir werden verstehen, was für ein Ziel vor uns ist und wir werden die richtige Reaktion der Natur auf all unsere Handlungen bekommen.  

Der Endzustand existiert schon in der Natur. Dort sind wir alle miteinander ideal verbunden. Solch ein System heißt „Adam“, der erste Mensch, also „ähnlich“ (dome) der gesamten Kraft der Natur: der Kraft des Gebens und der Einheit. Die richtige gegenseitige Verbindung nennt sich Liebe, bei der jeder die Bedürfnisse des anderen versteht und richtig mit ihm kommunizieren kann.

Zu lieben heißt zu wissen, wie man den anderen mit allem, was ihm fehlt, versorgt und der andere mir geben kann, was mir fehlt. So realisieren wir den gemeinsamen integralen Mechanismus der ganzen Menschheit. Man muss verstehen, dass in der Welt nichts Überflüssiges erschaffen wurde. Wenn wir das System kennen, werden wir für jeden einen passenden Platz finden, den nur er ausfüllen kann.

Wenn ein Kind mit Legosteinen spielt, bleiben bei ihm normalerweise einige Steine übrig. Dies geschieht nur deswegen, weil es nicht das ganze System kennt. Derjenige aber, der dieses System erschuf, wusste genau, wo sich jedes Teilchen verbinden soll und was seine wahre Funktion ist.

Genauso auch wir, wenn wir das gesamte System kennenlernen, werden wir verstehen, wie wichtig und notwendig jeder von uns darinnen ist. Daraus werden wir das richtige Verhältnis zwischen uns entwickeln, weil nichts Überflüssiges in der Natur erschaffen wurde.

Wenn wir verstehen, dass in Wirklichkeit das System der Natur integral ist, dass es vollkommen ist, und nur wir das nicht sehen wegen unserem Egoismus, dann nennt man solch einen Zustand „Glaube über dem Verstand“.

Ich werde nicht von dem geleitet, was ich jetzt sehe und verstehe, wie ein Kind, das ein Puzzle nicht zusammensetzen kann, sondern ich versuche den richtigen Platz für die Verbindung von jedem Detail zu finden, um sie schließlich in ein vollkommenes System zu verbinden. Das nennt sich die Arbeit „über dem Verstand“.  

Deswegen lernen wir, dass wir uns auf der Suche befinden, wir studieren die Gesetze der Natur, versuchen uns kennen zu lernen und herauszufinden, wie wir uns in irgendeiner Form verbinden können. Dabei offenbaren wir unsere Unterschiede, wie Kinder, die Teile eines Puzzles verdrehen und sie nicht miteinander kombinieren können.

Dabei muss man verstehen, dass alle „Puzzleteile“, jeder Mensch heutzutage, bereits zu seinem Endzustand herangewachsen ist und sich nirgendwo anders weiterentwickeln kann. Wenn wir Druck auf ihn ausüben und ihn zwingen werden, sich wie zuvor zu entwickeln, dann werden sich in ihm Mutationen  und bösartige Formen offenbaren.

Das ist genau das, was wir jetzt in unserer Gesellschaft und unseren Kindern sehen, weil wir ihnen nicht die Methode der richtigen Verbindung untereinander geben. Und das muss die nächste Etappe der Evolution werden. Nur indem wir die Gesetze der richtigen Wechselwirkungen studieren, werden wir daraus die Gesetze der Lenkung der Welt verstehen und wir werden fähig sein unser Leben zu stabilisieren.

 

Europäischer Kongress in Deutschland 2017 „Die Zukunft beginnt jetzt“, Lektion 1

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Liebe zu sich selbst

Frage: Es wird gesagt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Das heißt, wenn du dich selbst nicht liebst, kannst du deinen Nächsten nicht lieben? Was ist Liebe zu sich selbst? Was unterscheidet sie von Selbstsucht?

Antwort: Selbstliebe ist keine Selbstsucht. Eine wahre Liebe zu sich selbst ist der Wunsch, sich in dieser Welt und im gesamten Universum korrekt auszudrücken, um das beste Ziel zu erreichen, das du jemals erreichen kannst.

Das wird nur durch die Verbindung mit anderen erreicht. Und genau dann fängst du an zu denken: „Was ist das Beste für mich? Wie sollte wahre Liebe zu mir selbst sein?“.  Sie sollte so sein, dass du die anderen liebst wie dich selbst.

Auf diese Weise erreichst du den höchsten, besten und ewigen Zustand, und die Nächstenliebe kann man als höchsten Egoismus und wahre Liebe bezeichnen.

 

Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 13.03.2018

Das wichtigste kabbalistische Prinzip

Das wichtigste kabbalistische Prinzip lautet: „Es gibt niemanden außer Ihm.“

Es bleibt das immer wiederkehrende Thema in der spirituellen Entwicklung, die auf der Offenbarung des Schöpfers beruht.

Der Schöpfer offenbart sich als der einzige, der existiert, regiert und bestimmt. Er steht in ständiger Kommunikation mit uns und sendet uns alle möglichen Gedanken und Wünsche, die scheinbar aus dem Nichts in uns aufsteigen: Plötzlich möchte ich etwas, plötzlich taucht ein Gedanke auf und ich verstehe nicht, woher er kommt.

Daher ist unsere allererste Aufgabe, uns auf die Tatsache zu konzentrieren, dass „es außer Ihm niemanden gibt“, der die Quelle von allem ist, was mir geschieht und was in mir geschieht.

Zweitens bedeutet dieses Prinzip, dass das, was ich tue, praktisch vom Schöpfer getan wird.

Drittens, wenn ich denke, dass ich selbst handle, dann täusche ich mich. Aber es gibt solche Zustände, in denen ich den Schöpfer bitten kann, mich handeln zu lassen. Wenn diese Handlungen gegen meine Natur gerichtet sind, gegen mein Ego, dann bitte ich Ihn, sie durch andere zu ersetzen.

Es ist meine Bitte, die mit der richtigen Vorgehensweise bei meiner Interaktion mit der Umwelt aufsteigen kann; und nicht die Handlung selbst, die sowieso vom Schöpfer unter dem Einfluss des höheren Lichtes kommt.

Es stellt sich heraus, dass all meine Gefühle und alles, was von mir zu kommen scheint, tatsächlich vom Schöpfer kommt, obwohl dies vor mir verborgen ist.

Jedoch kann ich mich mit meiner Umwelt verbinden und von ihr solche positiven und negativen Anregungen in Gedanken und Gefühlen erhalten, in denen ich selbst beginnen werde, etwas Zusätzliches zu dem zu erzeugen, was der Schöpfer durch mich tut. Und dann werden diese Handlungen meine sein. In diesen Handlungen, Gedanken und Wünschen werde ich ich sein.

Was bedeutet „ich“? Wann erscheint ein Mensch (Adam)? Wenn er beginnt mit seiner Umgebung zu interagieren, dann geschieht das derart, dass er von ihr die Gelegenheit bekommt, ungeachtet des Schöpfers zu arbeiten, in entgegengesetzter Form zum Schöpfer. Dann gewinnt er Kraft und handelt. Dies wird „Meine Söhne haben mich besiegt“ genannt.

Frage: Wie kann ich den gegenwärtigen Lebensprozess mit dem Prinzip „Es gibt niemanden außer Ihm“ in Verbindung bringen?

Meine Antwort: Um dies zu tun, müssen Sie sich ernsthaft mit der Kabbala beschäftigen, denn nur die Kabbala verwirklicht das Prinzip „Es gibt niemanden außer Ihm“ in allen Welten.

Das Licht regiert alle Welten, den Menschen und die ganze Menschheit, und verursacht all unsere Handlungen, Fragen usw. Daher passt die gesamte Weisheit der Kabbala praktisch in ein Prinzip rein – die Schlussfolgerung, dass es keinen anderen als die einzige vereinte Kraft der Natur gibt.

 

Aus dem Kabbala-Unterricht in Russisch 19.11.17

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Religion ist eine imaginäre „spirituelle Schale“

Der Mensch verfügt über eine intellektuelle Basis, und dank dieses Vorteils entwickelte er sich durch Handlungen und Leiden, nahm eine Religion, Politik und ein Weltgericht an, bis er schließlich zu einem zivilisierten Menschen wurde. (Baal HaSulam, „Die Letzte Generation“)

Was bedeutet Religion? Der Mensch schafft in seinem egoistischen Verlangen eine vermeintlich spirituelle Welt, aber nicht durch eine Geburt im spirituellen Raum, sondern in sich selbst, innerhalb seines Egoismus´.

Die Religion ist eine Widerspiegelung jener „spirituellen Schale“, die er sich vorstellt: Engel mit Flügeln, Schöpfer auf der Wolke sitzend, Paradies, Hölle, usw. All dies wird innerhalb der Selbstsucht erschaffen, zum eigenen Vorteil.

Dabei wurde diese ganze Entwicklung nur einer qualitativen Mehrheit der Zivilisation auferlegt, während die Massen ihr als eine „formlose Substanz“ folgten.  

Zweifellos wurden alle Wissenschaften, die Kunst, Pädagogik und die Religionen erschaffen und bei den Massen eingeführt, damit das Volk als eine Herde der qualitativen Minderheit folgt.

Aber auch der Kopf der Menschheit ist immer noch ein egoistischer Teil, der für sich selbst ein System von Führung und Verständnis für Religionsausübungen entwickelt hat, um sich in jedem Zeitalter so bequem wie möglich einzurichten.

Als die Massen ihre Augen öffneten und das Schicksal in die eigenen Hände nehmen wollten, mussten sie alle Korrekturen und Gesetze der Entscheidungsträger außer Kraft setzen: Religion, Weltgericht, Politik. Schließlich entstand das alles nur im Geiste der Entscheidungsträger und diente ihrer Entwicklung zu ihrem eigenen Vorteil.

Anmerkung: Gab es dann irgendwann eine Massenrevolte?

Antwort: Es kommt auf das Wo und Wie an. Natürlich gab es einige Versuche von ernsthaften Aufständen, zum Beispiel im christlichen Glauben: Calvinismus, Luthertum und andere Strömungen. In den christlichen und muslimischen Religionen gab es eine große Abkehr vom ursprünglichen, wahren Teil ihrer Religionen. Sie fielen wieder in die sich ständig weiter entwickelnde Selbstsucht.

Dasselbe geschah mit dem Judentum, welches sich zunächst unter dem Einfluss des altruistischen Teils – der Kabbala – entwickelt hat, der vom materiellen Zustand absolut abgetrennt ist. Danach ist alles zum Stillstand gekommen.

Zur Zeit des Zweiten Tempels fielen die Juden vollständig in den Egoismus zurück, in den gegenseitigen Hass, und seitdem existieren wir auch so. Wir vergaßen sogar, dass wir einmal nach den Gesetzen der Liebe gelebt haben, und jetzt verweilen wir im Hass, wie im gewöhnlichen Leben. Selbstverständlich fühlen wir uns als normale Menschen, sogar als Gerechte, ohne zu wissen, dass wir uns im reinsten Egoismus befinden.

 

[#224067]

Aus dem Unterricht „Vorbereitung zum Kongress in New Jersey“

Wir beginnen bereits zu fühlen, dass unsere Welt sich in einer Sackgasse befindet und in einer Krise steckt. Der Grund dafür ist, dass uns die Natur zu einer größeren Einheit drängt, zur Verbindung in ein System gegenseitiger Abhängigkeit von Menschen, Gesellschaften und Staaten.

In den letzten 50 bis 60 Jahren baute die Menschheit viele internationale Systeme und transkontinentale Konzerne auf, die sich plötzlich in der ganzen Welt rasant ausbreiteten. Sie überschritten Staaten und Grenzen bei ihren Aktivitäten und Interessen.

Andererseits werden Politiker und Völker immer egoistischer und können nicht kooperieren, ohne sich als ein Ganzes zu verhalten. Es stellt sich heraus, dass die Welt in eine sehr schwere Krise, so wie es sie noch nie zuvor gegeben hat, gestürzt ist.

Einerseits zwingt uns die Natur durch finanzielle und industrielle Systeme in ein Gesamtsystem, in die integrale Welt. Wir weigern uns aber, integral zu sein: Jede Nation fühlt sich eigenständig und möchte von niemanden abhängig sein.

Genau hier bricht eine große Krise aus, zu der es keine Lösung gibt. Die Welt tritt in eine globale Konfrontation ein. Baal HaSulam schreibt, dass wir keine andere Wahl haben, als zu erkennen, dass der menschliche Egoismus für alles verantwortlich ist, und wir sind verpflichtet, eine Vereinigung zu erreichen.

Der Egoismus bremst uns aus, wir müssen uns aber darüber erheben, wie uns die Methode der Kabbala lehrt. Wenn wir diese Methode anwenden, werden wir Erfolg haben. Ansonsten haben wir einen sehr langen Weg des Leidens vor uns.

Amerika fühlt diese Krise viel stärker als andere Länder. Daher besteht die Aufgabe des bevorstehenden Kabbala-Kongresses in New Jersey im Mai darin, wirklich zu fühlen, dass wir nicht durch ferne Kontinente getrennt sind, sondern zu einem System gehören, das höher ist als Geographie, Geschichte, verschiedene Sprachen, dass wir Teile eines Körpers, einer Seele sind.

Aus dem Unterricht  nach „Talmud der zehn Sefirot“

Alles hat seine Zeit, aber Israel beschleunigt die Zeit. Ich möchte daher dem Schöpfer zuvorkommen und als erster zu unserem Treffen kommen. Deshalb habe ich es so eilig.

Alles ist bereits festgelegt und vorgegeben, auch ich verletze nicht das Programm des Schöpfers – ich möchte einfach nur Ihm zuvorkommen. Genau dadurch, dass wir die Zeit beschleunigen, zeigen wir unser Streben und unsere Liebe.

Aus dem Unterricht nach Artikel „Shamati Nr. 190“

Der Auszug aus Ägypten ist vorerst bloß ein Auszug, aber kein Eintritt. Der Eintritt in die spirituelle Welt hat zur Bedingung die Überquerung des Endmeeres, die Aufnahme der Bürgschaft, die Gabe der Tora und das Zerbrechen des goldenen Stieres. Das ist ein kompletter Vorgang.

Die Freiheit kommt erst nach der Gabe der Tora, dem Zerbrechen des goldenen Stieres und dem Eintritt in die Wüste, d.h. nach dem Beginn der Enthüllung der Stufen von Bina. Bina heißt „Freiheit“. Der ganze Vorgang, der in der Wüste Sinai stattfindet, symbolisiert das Erreichen der Freiheit. Wir erheben uns höher und höher über unser Verlangen für uns selbst zu genießen, und dadurch erlangen wir die Freiheit vom Todesengel.

 

Aus dem Morgenunterricht von 08.04.2018

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Kabbala Blitz Tipps

Frage: Gibt es irgendwelche Objekte in der Schöpfung, bei denen der Schöpfer aufhört zu handeln und sie keine Chance haben, Ihn zu erkennen?

Antwort: Jeder Mensch hat die Möglichkeit, den Schöpfer zu erreichen. Es sind nur Objekte auf den Ebenen der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur, die dazu nicht bereit sind.

Frage: Wenn der Schöpfer für meine Verdorbenheit verantwortlich ist, warum zwingt mich dann der gute und wohlwollende Schöpfer, dass ich mich durch das Böse entwickle, wo Er mir Gefühle des Leidens gibt?

Antwort: Das tut Er, damit du dich über das Böse, das am Anfang in dir erschaffen wurde, erhebst und das absolute Gute erreichst.

Frage: Du sagst, dass es in der Liebe darum geht, sich mehr um andere zu kümmern als um sich selbst. Wie sollte ich auf mich selbst aufpassen, um das Gleichgewicht zu halten? Ist es nicht das Prinzip der Liebe in der Kabbala, dass ich mich selbst, andere und den Schöpfer gleichermaßen lieben muss?

Antwort: Ich könnte sagen, dass ich mich selbst liebe und deshalb möchte ich mich aus der Knechtschaft des Egos befreien und eine vollkommene Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erreichen. Im Prinzip ist das eigentlich eine sehr große Eigenliebe. Aber gleichzeitig unterdrücke ich meinen Egoismus mit aller Macht.

Frage: Versteht ein Kabbalist, wie der Schöpfer durch ihn handelt oder fühlt er nur die Handlung des Schöpfers?

Antwort: Ein Kabbalist fühlt die Handlungen des Schöpfers und durch dieses Gefühl versteht er Ihn. Das Gefühl kommt zuerst und dann das Verständnis.

Frage: Lohnt es sich, die Grundsätze der Kabbala auf Hebräisch auswendig zu lernen? Oder reicht es aus, sie auf Englisch zu kennen?

Antwort: Es ist möglich im Englischen, aber es ist wünschenswert, sie auf Hebräisch zu kennen, damit klar ist, woher sie kommen und warum sie so genannt wurden, weil die hebräische Sprache von der Kabbala abgeleitet ist.

Frage: Was ist mit einem Menschen passiert, der die Freunde und ihren spirituellen Zustand gespürt hat, ihre Gedanken gehört hat, und dann hört das auf? Wo ist das alles hingegangen? Schließlich verschwindet nichts. Hat sich das Gefäß erweitert?

Antwort: Sicher. Egoismus wuchs und alles, was vorher existierte, alles, was ihn mit seinen Freunden verband, ist im wachsenden Egoismus verschwunden. Aber er muss weitermachen, denn jetzt wird er in einem größeren Umfang ein Gefühl für die Freunde erreichen.

Frage: Wenn ich nicht der Schöpfer bin, wie kann ich dann völlig wie Er sein? Würde ich aufhören ein Geschöpf zu sein?

Antwort: Nein. Es ist eigens so angelegt, dass du als Geschöpf ganz wie der Schöpfer bist. So wird ein Mensch, der dem Schöpfer ähnelt, „Adam“ genannt, vom Wort „Adameh“, ähnlich dem Schöpfer. So nannten sie den ersten Kabbalisten, der dem Schöpfer ähnlich wurde.

 

Aus der Kabbala-Lektion in Russisch 19.11.17

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