Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Immer mit mir – Teil 89

Die Liebe

Die Liebe steht über dem menschlichen Egoismus. Wir haben mit RABASH nicht viel darüber gesprochen, aber es ist sein Satz: „Die Liebe ist ein Haustier, das aus gegenseitigen Zugeständnissen wächst…“.

So lebten sie mit Jochewed. Sie haben die Liebe in zwei Ebenen aufgebaut. Es gab Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten auf einer Ebene. Ich wiederhole, sie waren sehr unterschiedlich, eine Jerusalemer Aristokratin, die im orthodoxen Geist aufgewachsen ist, und er, ein Kabbalist. Und die andere Ebene ist die Verbindung, die sie über all den Widersprüchen aufgebaut haben, und das nennt man „alle Sünden wird die Liebe bedecken“. Betrachtet man sie, so war klar, dass nur solche zwei Menschen in einer guten, starken, gesunden, wirklich menschlichen Verbindung miteinander verbunden werden können.

 

[# 246965]

Fortsetzung folgt…

New Life 1207 – Die Entwicklung des Antisemitismus

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Yael Leshed-Harel

Antisemitismus leitet sich aus dem Empfinden ab, dass es bei Juden eine entgegengesetzte, altruistische Eigenschaft gibt, die bei anderen nicht vorhanden ist. „Israel“ ist – im Gegensatz zur Menschheit, die die egoistische, negative Kraft anstrebt – auf die positive höhere Kraft ausgerichtet, die in der Natur existiert. Ein „Jude“ stellt keine Nationalität, sondern das Erwachen eines Punktes in einem Menschen dar, der ihn zur positiven Kraft der Natur hinzieht. Die gesamte Menschheit verspürt keine Anziehungskraft zur Vereinigung und empfindet deshalb eine Kluft, einen Riss zwischen sich und den Juden. Jede einzelne Nation hat entsprechend ihrer Wurzel und ihrem egoistischen Entwicklungsstand ihr eigenes Empfinden von Antisemitismus gegenüber den Juden. Es ist die Aufgabe der Juden, sich mit Liebe zu verbinden und der Welt ein Modell für ein neues Leben zu eröffnen.

[260265]

Aus KabTVs „Neues Leben 1207 – Die Entwicklung des Antisemitismus“, 11.02.2020

Immer mit mir – Teil 88

Im Krankenhaus

Ich sah, wie Rabash sich um sie gekümmerte.

ADMOR[1], ein angesehener Mann, der größte Kabbalist, ein Lehrer, kümmerte sich um sie mit solcher Zärtlichkeit, Sorgfalt und Vorsicht wie um ein Baby. Ich hätte es mir nicht vorstellen können. Ich saß erstaunt da, als ich es am ersten Tag sah, und auch danach konnte ich mich auch nicht daran gewöhnen.

Mit der Zeit wurde bei ihr die Sprachfunktion wiederhergestellt, einige Körperteile auch, aber nicht ihre Beinen.

Ja, ihre Töchter kamen, meine Frau hat Wache gehalten. Aber Feiga, während all dieser vier Jahre. Vom Abend und die ganze Nacht, mit ihr blieb nur RABASH. Er kümmerte sich um sie, säuberte, fütterte, trank, bewegte sich nicht von ihr weg. Er fühlte, dass sie ihn brauchte. Sie hatten eine erstaunliche innere Verbindung.

Noch einmal sah ich, wie er sich selbst aufheben konnte, bis zu einem unverständlichen, unmöglichen Zustand, wie er sich ganz aufgeben konnte, damit er nicht existierte.

Und du schaust es dir an und verstehst, was für ein Pygmäe du im Vergleich zu ihm bist, wie du dich nicht auf ein Millimeter dem nähern kannst und du staunst wegen seiner Höhe.

Es war die wahre Liebe. Es war nicht unsere, irdische, durch und durch egoistische Liebe. Das war die treue Liebe zwischen den zwei schönen Menschen.

[1] Admor oder ADMOR ([adˈmɔr], hebräisch אדמו“ר, zu Deutsch: Wunderrabbi, außerordentlich hoch geschätzter Rabbiner

 

 [# 246855]

Fortsetzung folgt…

Neues Leben 1206 – Jüdischer Selbsthass

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Yael Leshed-Harel

Jeder Jude verspürt eine innere Unruhe und Selbsthass, weil er aus zwei gegensätzlichen Kräften besteht. Wir sind hin und her gerissen zwischen dem Verlangen zu Empfangen und dem beginnenden Verlangen zu Geben. Der Zweck unserer Entwicklung liegt in der Erforschung der Natur, von der die beiden Kräfte abgeleitet sind, und daran, an deren Ursprung festzuhalten. Ein Jude kann sich in seinem Inneren nur dann vollständig fühlen, wenn er versteht, dass es sein Ziel ist, die Liebe zu anderen zu erlangen. Juden haben schon immer das Bedürfnis verspürt, die Welt durch Revolutionen zu korrigieren, und sie drängen die Menschheit, sich weiterzuentwickeln. Die Weisheit der Kabbala ist eine Methode, die diese beiden Kräfte ins Gleichgewicht bringt. Wenn wir der Welt ein Beispiel für das Gleichgewicht geben und andere lehren, wie man eine liebevolle Verbindung erreicht, wird der Antisemitismus ein Ende finden.

[259933]

Aus KabTVs „Neues Leben 1206 – Jüdischer Selbsthass“, 02.04.2020

Immer mit mir – Teil 87

Rabbanit Jochewed

Rebbe liebte seine Frau sehr. Er lebte 64 Jahre lang mit ihr zusammen. Sie war ein oder zwei Jahre älter als er und kam aus einer sehr berühmten Familie aus Jerusalem. Sie waren die Alteingesessene von Jerusalem, die so genannte „edle Aristokratie“. Ihre Familie lebte seit sieben Generationen in dieser Stadt.

Rabbanit Jochewed war groß, schön und statisch. Ich kannte sie sehr gut. Wir hatten eine Art innere Verbindung. Vielleicht lag es daran, dass sie fühlte, wie ich RABASH behandelte, als die am nächsten stehende Person, wie ein Sohn zu seinem Vater. Und sie nahm mich als Sohn wahr. Jeden Shabbat schickte sie uns Fisch, niemand sonst bekam ihn, nur meine Familie.

Sie hatte einen starken Charakter als wahre Eingeborene aus Jerusalem. Der Rabbi liebte sie, respektierte sie und beugte sich ein wenig vor ihr.

Ich wusste, wie sehr sie miteinander verbunden waren, obwohl so unterschiedlich, aber was ich im Krankenhaus sah, war erstaunlich.

 

[# 246821]

Fortsetzung folgt…

Das Geschäftsrad neu erfinden

Veröffentlicht in Thrive Global am 24.06.2020

Diejenigen, die sich der Umsetzung des Integrationsgesetzes in ihrem Unternehmen oder ihrer Organisation verschreiben, werden Erfolg haben.

Die globale Wirtschaft braucht eine Intensivstation. Und so wie noch kein Medikament zur Verfügung steht, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern oder zu bekämpfen, steht auch kein Heilmittel für die prekäre Gesundheit von Unternehmen und Industrien in Aussicht. Steigende Arbeitslosigkeit und eine sich abzeichnende Wirtschaftsprognose stellen Amerika und den Rest der Welt vor immense Herausforderungen.

Jeden Tag wird es immer deutlicher, dass sich vor unseren Augen etwas Neues ereignet, das unsere Einstellung zum Leben, zum Geschäft, zur Familie, zu uns selbst und zur Welt deutlich verändern wird. Wenn wir aufhören, an der Vergangenheit festzuhalten, und den globalen Prozess, den wir durchlaufen, mit offenem Geist begrüßen, werden wir die Geburtswehen einer neuen Welt mit relativer Leichtigkeit durchstehen können.

Im Laufe der Geschichte haben sich die sozioökonomischen Strukturen viele Male verändert: von der Stammesgesellschaft in der Antike über Sklaverei und Feudalismus bis hin zu Kapitalismus und Kommunismus. Wir treten nun in eine neue Konfiguration ein, die sich von allen ihren Vorgängern völlig unterscheiden wird, weil sie auf neuen Prinzipien in den menschlichen Beziehungen aufgebaut sein wird.

Bereits im letzten Jahrhundert begannen der Schmetterlingseffekt und andere Modelle dynamischer komplexer Systeme zu veranschaulichen, wie eng wir miteinander verbunden und voneinander abhängig sind. Bis jetzt waren wir nicht in der Lage, die Bedeutung dieser gegenseitigen Abhängigkeit zu verinnerlichen, aber unsere Erfahrungen mit der Pandemie und ihren Folgen haben uns keine andere Wahl gelassen, als soziale, politische, industrielle und wirtschaftliche Strukturen mit einer neuen Vision aufzubauen.

Das Coronavirus zeigt uns, dass wir, ob wir es wollen oder nicht, diesen Wandel akzeptieren müssen, denn ohne ihn haben wir keine Zukunft.

[Rest des Beitrags lesen →]

Warum werden Tiere vom COVID-19 kaum beeinflusst?

Veröffentlicht in Linkedin am 24.06.2020

Das Coronavirus hat sich weltweit verbreitet. Doch von allen Arten, die auf dem Planeten leben, scheinen die schädlichen Auswirkungen davon fast nur die Spezies Mensch zu betreffen. Warum ist das so? 

Wenn wir uns die Verhaltensregeln die wir befolgen müssen um das Coronavirus einzudämmen, genauer ansehen, sagen sie etwas darüber aus, warum die Auswirkungen fast nur uns Menschen betreffen. 

Um das Virus einzudämmen, müssen wir soziale Distanz einhalten, Gesichtsmasken tragen und unsere Hände waschen. Von den drei Vorschriften sind die ersten beiden entscheidend dafür, um zwischen uns die Verbreitung des Virus zu verhindern. Die dritte Vorschrift ist wichtig um zu vermeiden, dass wir selbst angesteckt werden. Eigentlich müssen wir uns vor allem auf die ersten beiden Anweisungen konzentrieren, denn wenn wir sie einhalten, werden wir das Virus nicht auf andere übertragen und müssen uns dann keine Sorgen mehr darüber machen, uns selber anzustecken.  

Die zwei Meter Abstand halten, bedeuten aber genau genommen nur „physische Distanzierung“ und nicht „soziale Distanzierung“. Doch „Soziale Distanzierung“ ist das, was das Virus uns aufzwingen will, nämlich das wir uns sozial und emotional voneinander fernhalten müssen, nicht nur körperlich.

Betrachten wir die anderen Spezies in der Natur, sehen wir, dass zwischen Tieren keine schädlichen Beziehungen untereinander existieren. Selbst zwischen Gejagtem und Jäger gibt es im Tierreich keinen bösen Willen. Und obwohl sie sich gegenseitig Viren und andere potenziell schädliche Keime übertragen können, geschieht das eher selten. 

Wenn man es genau betrachtet, hat sich nur in der Spezies Mensch im laufe ihrer Entwicklung dieser böse Wille – die Kultur des Wettbewerbs, der Diskriminierung und der Bigotterie – ausgebildet. Die Kultur des Hasses hat sich heute etabliert. Infolgedessen sind die Viren, die wir auf andere übertragen, genauso bösartig und schädlich wie unsere Gedanken. Tatsächlich ist unser Hassgefühl gegenüber anderen so intensiv, dass es nicht ausreicht zwei Meter Abstand zu halten, sondern wir müssen auch noch unsere Gesichter bedecken. 

Doch bis wir nicht unser Grundproblem, den Hass aufeinander, beheben können, werden wir COVID-19 nicht loswerden. Selbst wenn wir medizinische Lösungen oder einen Impfstoff dagegen finden, wird es sich anpassen und einfach noch komplexer und aggressiver werden. Genauso wie auch der Mensch darauf reagiert, wenn jemand ihn verletzen will. Wenn wir also nur daran arbeiten, ein Heilmittel oder einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu finden, müssen wir damit rechnen, dass wir dadurch nur auch noch härter daran arbeiten müssen, die Pandemie des Hasses zu heilen, die sich über die gesamte Menschheit verbreitet.

Bild von Katrin B. auf Pixabay

Neues Leben 1205 – Leben in meiner Blase

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Yael Leshed-Harel

Um das Leben von meiner eigenen komfortablen und sicheren “Scheinblase” in eine höher entwickelte zu transzendieren, bedarf es einer Höheren Kraft. Die Weisheit der Kabbala kann mich lehren, wie ich meine Blase verlassen und mich von meinem Ego lösen kann. Ich muss aufhören, darüber nachzudenken, was gut für mich ist, und anfangen, darüber nachzudenken, was anderen nützt. Selbstsüchtige Gedanken schränken mich ein und halten mich von der Wahrheit ab, während das Denken darüber, was gut für andere ist, die Grenzen meiner Blase erweitert und die Welt dadurch unendlich wird.

[259794]

Aus KabTVs „Neues Leben 1205 – Living Inside My Bubble“02.04.2020 

Die Roboter kommen

Müssen wir uns wirklich davon überzeugen lassen, dass uns Roboter ein perfektes Leben ermöglichen? Können wir es nicht selbst tun?

Einerseits wird vermutet, dass Roboter die ganze Welt erobern werden. Auf der anderen Seite gibt es die Meinung, dass sie uns helfen werden. Sie kochen für uns, bauen und fahren Geländewagen. Sie sind hoch intelligent. Und wir glauben, dass sie unser Leben perfektionieren werden.

Roboter sind unfähig zu geben und zu lieben. Es ist vollkommen egal welche Software wir ihnen laden. Es wird nicht geschehen. Ein Mensch ist dazu genauso unfähig. Doch er wird in sich selbst einen neuen Menschen erschaffen müssen und zwar einen spirituellen. 

Denn im Gegensatz zum Roboter hat der Mensch einen zusätzlichen, höheren Anteil, nämlich die Seele. Sie zieht ihn vorwärts, damit er die höhere Welt erreichen kann. Dorthin können wir keinen Roboter bewegen. Sie werden nie fähig sein, sich statt des Menschen zu entwickeln und seine höhere Aufgabe in der Natur zu erfüllen. Ein Mensch kann nicht ersetzt werden.

Veröffentlicht in ML michaellaitman.com

https://pixabay.com/de/illustrations/roboter-3d-liebe-verwirrend-3197226/

Immer mit mir – Teil 86

Das Unerwartete

Dann geschah das Unerwartete. Wir kamen aus Tiberias zurück, und am Ende der Woche wollten wir wieder hinfahren. Es gab eine kleine Mahlzeit, ich kann mich nicht erinnern, worum es ging. Meine Frau Olga und unsere Töchter waren oben im zweiten Stock mit den Frauen und mit der Frau von Rabash, Jochewed.

Plötzlich sehe ich Olga und weiß, dass etwas nicht stimmt. Sie rief mir aus dem zweiten Stock auf Russisch zu: „Mischa, komm nach oben! Schneller!“ Alle sahen mich an – niemand verstand auf Russisch. Ich sagte: „ich muss nach oben kommen“ und rannte sofort nach oben.

Ich gehe nach oben, Rabbanit[1] liegt ohne Bewegung auf dem Boden. Aber sie schaut mit offenen Augen, atmet. Sie kann sich einfach nicht bewegen. Wie sich später herausstellte, hatte sie einen Schlaganfall!

Die Gruppe hatte einen Arzt, und ich rief ihn sofort, ohne es jemandem zu sagen. Ich habe geschrien: „Doktor, komm hier hoch!“ Der Arzt ging nach oben und verstand sofort die Lage.

Und dann haben wir einen Fehler gemacht. Der Arzt sagte: „Lass es uns sie auf die Couch legen.“ In diesem Fall darf man eine Person nicht berühren. Wir haben sie auf die Couch gebracht, und ich wollte RABASH rufen, aber er tauchte von selbst auf.

Er sah alles und…verstummte. Er hielt inne, ging vorsichtig in die Ecke des Raumes, setzte sich hin und behielt sie im Auge. Er beobachtete schweigend, was wir taten. Sehr vorsichtig, respektvoll, ohne ein Wort zu sagen. Ich werde nie vergessen, wie er sie ansah. Und sie hat ihn angesehen… Sie schien ihn zu beruhigen, und er verstand bereits alles.

Ein Krankenwagen kam und brachte sie ins Krankenhaus.

[1] Rabbanit: so nennt man die Ehefrau von Rav

 

[# 246663]

Fortsetzung folgt…