Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Neues Leben 1202 – Der Spiegeleffekt

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe

Wir sehen andere nicht so, wie sie sind, sondern formen unsere inneren Bilder von anderen unbewusst nach unserem eigenen Willen.

Die Welt hat keine eigene Form. Vielmehr wird die Form subjektiv in unserem Verlangen nach Genuss erfasst. Wir sind eine Art emotionale Kamera, die genießen will, ein Identitätsmuster zusammenstellt und Charaktere hervorbringt, die diese Wünsche erfüllen könnten. Naturgemäß betrachten wir andere in einer besitzergreifenden und zweckdienlichen Weise. Das Verhalten der anderen uns gegenüber beeinflusst die Form ihres Erscheinungsbildes in unseren Augen. Wenn jemand „mich in einem negativen Licht betrachtet“, kann ich meine Wahrnehmung dieser Person verändern, indem ich ihre positiven Eigenschaften schätze und liebe.

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Aus KabTVs „Neues Leben 1202 – Der Spiegeleffekt“, 28.01.2020

Neues Leben 1201 – Verhaltensänderung

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe

Die Menschen werden von Vergnügen und Leiden beeinflusst, wodurch unterschiedlicher Druck ausgeübt wird, der das eigene Verhalten prägt.

Wenn einem Menschen eine gewisse Freiheit gelassen wird, kann er sich von innen heraus entwickeln, indem er etwas über sich selbst, seine Umgebung und die Harmonie des gesamten Systems, in dem er lebt, lernt. Wenn er auf die Stufe eines Tieres absteigt, kann sein Verhalten entsprechend dem Druck von Lust und Leid geformt werden; er kann durch Belohnung und Bestrafung oder durch positive und negative Beeinflussung gelenkt werden. Um sich spirituell entwickeln zu können, muss ein Erziehungssystem dem Menschen helfen, sich mit der Umwelt in einer sich gegenseitig ergänzenden Weise zu verbinden. Die Natur verlangt, dass wir ein richtiges inneres Muster der Außenwelt aufbauen, damit wir wissen, wie wir in liebevoller Weise mit der Umwelt in Beziehung treten können.

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Aus KabTVs „Neues Leben 1201 – Verhaltensmodifikation“, 28.01.2020

Vom Anfangszustand zur vollständigen Perfektion

Frage: Der Schöpfer hat uns aus dem Nichts erschaffen, wir waren in einem perfekten Zustand. Müssen wir, um Ihn wieder wahrnehmen zu können, zu dem Gefühl gelangen, dass ich weder jemand noch etwas bin? Ist das richtig?

Antwort: Nein. Nichts dergleichen!

Wir sind vom Schöpfer im perfekten Zustand erschaffen worden und sind dann aus diesem Zustand herabgestiegen. Wir haben diese Vollkommenheit verloren. Damit wir sie selbst erlangen können, müssen wir die Vollkommenheit 613 Mal stärker empfinden, als der vom Schöpfer künstlich geschaffene, ursprüngliche Zustand.

Wenn wir jetzt zu diesem Zustand kommen und ihn als das Ergebnis unserer Bemühungen empfinden, wird er von uns auf eine ganz andere Weise wahrgenommen werden- in unseren Gefühlen, in unserem Verstand und in unseren Gedanken. Daher ist der Unterschied zwischen dem, was war und dem, was noch kommen wird, sehr groß.

Zum Beispiel befindet sich ein Fötus in der Gebärmutter in einem absolut glückseligen Zustand: Er empfindet keinen Druck, fühlt sich wohl, denkt an nichts und wird ausnahmslos vom Körper der Mutter versorgt. Dieser Zustand ist jedoch nicht vollkommen.

Der Mensch wird geboren und beginnt sich zu entwickeln. Das tun wir auch. Wir waren einmal in Adams Zustand, der ursprünglichen Form der Seele. Sie war vom Licht des Schöpfers erfüllt. Es fühlte sich wie ein sehr schwaches Licht an – das Licht von Nefesh.

Nun müssen wir den vergangenen Zustand selbst erreichen, dann werden wir ihn als die höchste Verbindung mit dem Schöpfer, in Form der fünf Lichter von NaRaNCHaY wahrnehmen, d.h. auf der Stufe des Schöpfers, und nicht auf der Stufe eines Embryos.

Das ist der Unterschied zwischen unserer ursprünglichen Wahrnehmung, die uns durch die Idee der Schöpfung vermittelt wurde, als wir wie ein Fötus waren. Wir müssen hin zu dem vollendetem Zustand, den wir selbst erreichen müssen.

Wir steigen von der Stufe eines Embryos, der von sich aus nichts fühlt, nichts hat und nichts weiß, zur Stufe des Schöpfers auf. Dann werden wir die ganze Schöpfung sehen, verstehen und fühlen.

Aus dem Unterricht, 08.12.2019

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Wozu hat die Natur den Menschen erschaffen?

Frage: Wozu hat die Natur den Menschen erschaffen?

Antwort: Der Mensch wurde erschaffen, um sich der positiven Kraft der Natur anzunähern, indem er zwischen beiden, der positiven und der negativen Kraft existiert. Deshalb heißt es „Adam“ vom hebräischem „dome“ (ähnlich) – ähnlich wie die allgemeine Natur.

In der Tat umfasst der Mensch absolut alle Naturkräfte. Gegenwärtig empfinden wir ihn als ein kleines, einseitig entwickeltes, egoistisches, schlechtes Wesen. Er ist nicht einmal ein Mensch, da er nicht wie das umfassende System der Natur ist.

Er wurde erschaffen, um alle Kräfte der Natur aufzunehmen, sie in der richtigen Weise zu verbinden und das gesamte Universum zu regieren.

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Aus dem TV-Programm „Treffen mit der Kabbala“, 29.03.2020

 

Zwei Quellen der Verbindung zur spirituellen Welt

Frage: Erlangen wir unsere Verbindung mit der spirituellen Welt durch ein kabbalistisches Buch oder durch Menschen, die dieses System bereits begriffen haben?

Antwort: Nein! Es ist sehr schwierig, die Verbindung durch ein Buch zu erhalten. Es funktioniert nur mit einem Lehrer. Das geht von Generation zu Generation so weiter.

Das Buch ist kein Ersatz für die Kommunikation mit einem Kabbala-Lehrer. Man kann viele Bücher lesen, die einen zum Ziel führen. Das Ziel kann man nur erreichen, wenn man von einem richtigen Lehrer unterrichtet wird.

Es können nicht alle Kabbalisten d.h. diejenigen, die den höheren Zustand der Natur erfassen, Kabbala unterrichten. Es kommt auf die Wurzel der Seele an. Manche Menschen können es, andere nicht. Es ist wie in unserer Welt: ein Mensch kann ein großer Wissenschaftler, aber ein schrecklicher Lehrer sein, d.h. er besitzt diese Fähigkeit für einen Lehrer nicht. Im Gegensatz dazu gibt es diejenigen die perfekt unterrichten dabei aber nicht hochbegabt sind.

Frage: Die Verbindung mit der Höheren Welt findet also durch zwei Komponenten statt: einem Lehrer und einem Buch?

Antwort: Ja, deshalb wird diese Wissenschaft „Kabbala“ genannt, d.h. „Empfangen“, auch vom Lehrer.

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Aus der Fernsehsendung „Grundlagen der Kabbala“, 10.06.2019

In einem Verlangen mit dem Schöpfer

Bemerkung: In der Arbeit der Gruppe besteht ein kabbalistischer Grundsatz darin, das Ziel zu erheben. Unser Ziel ist es, den Schöpfer zu erlangen. Der Schöpfer ist die Eigenschaft des Gebens. Wir beginnen damit, die Eigenschaft des Gebens zu spielen, dabei entsteht ein Problem: „Warum muss ich das alles spielen? Ich möchte wahre Empfindungen und keine Spielchen“.

Antwort: Macht es bitte, es ist alles möglich! Ihr seid jedoch noch nicht in dem Beziehungszustand, um euch untereinander zu geben.

Ihr habt keine Ahnung was es bedeutet, wenn sich alle egoistischen Gedanken und Verlangen vollständig auflösen. Alles löst sich auf und es bleibt nur unser innerer Teil zurück. Mit anderen Worten, alle unsere Verlangen verbinden sich mithilfe des Lichts zu einem einzigen Verlangen mit dem Schöpfer.

Wir sind noch nicht so weit. Wir müssen uns trotzdem in diese Richtung bewegen, wir bezeichnen das als Spiel. Damit sich der Schöpfer zwischen uns offenbaren kann, muss jeder von uns mechanisch und künstlich handeln, um sich und den Freunden zu erklären, wie wir verbunden sein müssen.

Wenn wir das Spiel richtig spielen, werden wir zwischen uns die Gegenwart des Schöpfers entdecken – darum geht es in diesem Spiel. Die Anwesenheit des Schöpfers wird dabei immer offensichtlicher werden und wir werden verstehen, wie wir das Spiel spielen müssen. Er wird uns dabei führen. So werden wir gemeinsam mit Ihm an unserer immer enger und effektiver werdenden Verbindung arbeiten. Dadurch kann er sich zwischen uns immer deutlicher offenbaren.

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Aus der TV-Sendung „ Grundlagen der Kabbala“, 25.03.2019

“Die Spiritualität wird im Zehner verwirklicht”

Frage: Bezieht sich der Ausdruck „wie ein Ochse unter dem Joch“ auf solche Zustände, in denen keine Zukunft sichtbar wird? Und wie kann man sich in diesen Zuständen gegenüber der Außenwelt verhalten, wenn alles böse scheint?

Antwort: Du wirst nie aus den schlechten Zuständen in gute übergehen, wenn du keine Gruppe hast. Nur im Zehner. 

Wenn ihr euch im Zehner verbindet und aus euch trotz der Tatsache, dass ihr unterschiedlich seid, ein Ganzes formt, baut ihr in euch eine Eigenschaft auf, die aus vielen verschiedenen Elementen besteht, von denen ihr nicht einmal etwas ahnt.

Schließlich ist jeder von euch ein riesiges verbundenes System. Denn wenn ihr zusammen kommt, stellt sich heraus, dass da ein einziges Ganzes entsteht, welches in Wirklichkeit aus einer Vielzahl von gegensätzlichen Teilen besteht. 

Es ist wie jedes moderne technische System, wie ein elektronisches oder Computersystem, das viele gegenseitige und gegensätzliche Kombinationen hat. Aber miteinander verbunden ergeben sie ein System, das als Ganzes funktioniert.

Ohne dieses System gibt es keine Möglichkeit, vorwärts zu kommen. Wenn es also einem schlecht geht, sich in einem Abstieg befindet, kann nur der Zehner helfen. Indem sich die anderen neun Menschen miteinander verbinden und ihn herausziehen.

Nur so und nicht anders! Deshalb wird jedem ein Abstieg gewährt, um den Zehner zu vereinen. Heute falle ich, morgen du, dann er usw. Jeder wird einen solchen Zustand durchlaufen.

Auf diese Weise werden wir den Namen des Schöpfers erbauen, indem sich alle gegenseitig tragen. Jedoch ohne den Zehner kann man nichts tun. Die Spiritualität wird nur im  Zehner verwirklicht. Innerhalb eines einzigen Menschen gibt es nichts. Denkt daran.

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Die Willensfreiheit befindet sich im Aufstieg über den Egoismus

Frage: Wenn wir über den freien Willen sprechen ist es klar, dass uns in dieser Welt etwas vorgegeben wird, im Spirituellen ist das nicht so. Das bedeutet, dass der Schöpfer uns führt und wir Ihm zustimmen müssen. Wie unterscheiden wir die Willensfreiheit in Bezug auf das Spirituelle und auf das Materielle?

Antwort: Ich kann es nicht erklären. Unsere Freiheit besteht darin, uns über unseren Egoismus zu erheben, der uns zwingt das zu tun, was er will. Deshalb besteht die Willensfreiheit darin, dass wir uns darüber erheben.

Es gibt in unserer Welt keine Freiheit, denn wir sind unserem Ego völlig unterworfen. Egal ob wir glauben, kurz vor einem Aufstieg zu stehen oder meinen gleich frei zu sein- es gibt so etwas nicht.

Freiheit besteht ausschließlich aus der Erkenntnis, die Eigenschaft des Altruismus zu entwickeln. Wenn wir uns darüber erheben, werden wir sowohl größere Egoisten als auch größere Altruisten werden. Dann entsteht eine Schnittlinie, die sogenannte mittlere Linie. Sie ist ein Zustand der Freiheit, wir gehören dann keiner der beiden Zustände an.

Wir sind frei, sowohl vom Schöpfer, als der Eigenschaft des Gebens und der Liebe, sowie auch von der eigenen Eigenschaft des Hasses und des Empfangens. Wir begreifen den Zustand der wahren Freiheit dadurch, dass wir zwischen ihnen in der Mittellinie stehen.

Dieser Zustand ist nicht fassbar. Er ist höher als alle Manifestationen von Kräften und Eigenschaften auf jeder Stufe der Welten.

Aus dem Unterricht, 05.01.2020.

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Die spirituelle Rolle der Frauen, Teil 7

Möge der Schöpfer alles entscheiden

Frage: Wie wirken sich die Schwierigkeiten irdischer Frauen auf die Entwicklung und den Erwerb der spirituellen Eigenschaft des Gebens aus? Beeinträchtigt z.B. das Unvermögen, eine Familie zu gründen, zu heiraten, Kinder zu bekommen usw. dies irgendwie oder hilft es?

Antwort: Wenn dich gewisse Umstände daran hindern, eine Familie zu gründen und du denkst, dass dich das zur Kabbala drängt und du dich nicht mit Kindererziehung und Pflichten im Haushalt auseinandersetzen möchtest, dann wird dies natürlich geschehen.

Ich denke, dass wir diesbezüglich keine Pläne schmieden müssen, weil wir die Pläne des Schöpfers nicht kennen. Wir sollten einfach weitermachen.

Es bietet sich die Gelegenheit, zu heiraten – nur zu, heirate. Es gibt eine Gelegenheit, sich in der Kabbala zu engagieren – mache es. Bist du verheiratet und hast eine Familie, dann sei für deine Familie da. Wenn es darüber hinaus die Möglichkeit gibt, auch Lektionen zu hören, studiere weiter.

Man muss sich allerdings nicht entscheiden: „Das war’s, ich werde nicht heiraten, ich werde mich nur mit Kabbala beschäftigen“.  Auf diese Weise kann man es nicht machen. Solange wir in unserer tierischen Ebene bleiben, müssen wir dem Schöpfer vertrauen. Möge Er entscheiden, was wir sein sollten.

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Aus Kab TV „Grundlagen der Kabbala“ vom 08.03.2020 

Die spirituelle Rolle der Frauen, Teil 6

Der letzte Halt ist das Erreichen der Wurzel deiner Seele

Frage: Was sind die Besonderheiten des Erlangens der Eigenschaft des Gebens für eine Frau? 

Antwort: Frauen haben eine spezielle Art von Seele, anders als jene der Männer. Man kann nicht sagen, dass es in der Kabbala besser oder schlechter ist, ein Mann oder eine Frau zu sein. In der Tat werden einem Menschen entsprechend der Eigenschaft seiner Seele alle anderen Bedingungen gegeben: Familie, Ehemann oder Ehefrau, Arbeit und alles andere, was ihr widerfährt.

Ich denke nicht, dass wir das ganz genau verstehen müssen. Wenn ich als Frau geboren würde, dann hätte ich natürlich andere Eigenschaften, andere Funktionen, ein anderes Schicksal. Doch darüber braucht man sich keine Gedanken zu machen, denn das Endziel beim Schicksal eines jeden Menschen ist für jeden ein und dasselbe: das Erreichen der Wurzel der eigenen Seele.

Deshalb hat jeder Mensch, egal ob Frau oder Mann, seinen eigenen Ursprung seiner Seele, den jeder trotzdem erkennen und begreifen sollte. Egal, wer man im Moment ist. Es ist nicht nötig zu fragen, wer mehr oder weniger glücklich ist.

Der Schöpfer ist absolut gerecht. Es gibt keine Präferenz für den einen oder den anderen. Jemand kann zum Beispiel ein Arbeiter in Afrika sein. Jedoch befinden sich die endgültige Eigenschaft und der Zustand seiner Seele auf derselben Ebene wie jene, aller großen Kabbalisten und großen Seelen. Der Unterschied besteht nur in der Erfüllung seiner irdischen Funktion, d.h. in der Korrektur.

Im Spirituellen hingegen ist die Chance, einen größeren Aufschwung zu erreichen und sich selbst zu korrigieren, umso größer, je schlechter die Bedingungen sind. Folglich stellt sich heraus, dass wir alle absolut gleich werden, und niemand irgendwelche Ansprüche an den Schöpfer stellen kann, warum er ihn oder sie so gemacht hat.

Vielleicht wird dadurch jeder Geschmack und Wettbewerb ein wenig eingeschränkt, aber man vergisst es, weil man trotzdem alles durch den irdischen Rahmen, irdische Eigenschaften betrachtet. Und erst, wenn man die spirituelle Welt betritt, erscheint es einem: „Warum bin ich nicht schlechter?“  Tatsächlich kann man sich angesichts der Tatsache, dass man sich schlechter fühlt als die anderen, eine größere Erhabenheit erreichen und dem Schöpfer größere Freude bereiten.

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Aus Kab TV „Grundlagen der Kabbala“ vom 08.03.2020