Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Lösungen – am runden Tisch

Frage: Manchmal können wir beim Initialisieren einiger Projekte zu keiner allgemeinen Lösung kommen. Dann praktizieren wir einen runden Tisch, um das Problem gemeinsam zu lösen. Soll man von Zeit zu Zeit solche Versammlungen veranstalten?

Meine Antwort: Die Besprechungen soll man aus einem beliebigen Anlass veranstalten. Alle Fragen soll man gerade auf diese Weise besprechen, dabei aber prinzipiell bleiben. Das heißt, sich nicht wie „der Gotteslöwenzahn“ benehmen und alles liebevoll miteinander entscheiden, aber dennoch keine Lösung finden.

Wenn sich jeder Einzelne annullieren wird, dann werdet ihr nichts entscheiden. Deshalb lehrt uns die Kabbala, sich in der mittleren Linie zu bewegen. In der linken Linie findet man eine deutliche, harte Lösung der Frage, in der rechten Linie erfolgt die absolut entgegengesetzte Entscheidung unter dem Aspekt der Liebe, und im Endeffekt bleibt die mittlere Linie erhalten.

Ihr sollt gemeinsam eine reale Lösung finden.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 27.01.2013

Was inspiriert die Kunst?

Frage: Für künstlerisch begabte Menschen ist es sehr kompliziert, sich im Betrieb zu realisieren, da diese Struktur einen bestimmten Rahmen erfordert, und  für diese Menschen die Freiheit notwendig ist.

Meine Antwort: Welche Freiheit gibt es beim künstlerisch begabten Menschen? Befindet er sich nicht in den Rahmen seines Werkes, denn er soll sich bewusst sein, was er gerade erschafft?

Er ist nicht einfach der freischaffende Künstler, welcher reiche Verwandte hat und alles machen kann, was er nur will. Selbst in solch einem Zustand kann er nichts schaffen. Er soll entweder genauso arm wie Modigliani sein, der kaum was besaß, oder ihn soll etwas bedrücken, andernfalls wird er nichts gebären. Und wenn er „in der Luft“ aufgehängt ist, dann ist das keine Schöpfung. Alle bekannten Menschen arbeiteten unter den eingeschränkten Umständen.

Zum Beispiel litt der bekannte Modedesigner namens Wjatscheslaw Sajzew  lange Jahre sehr, weil man ihn nicht anerkannt hat, bis er einst im Ausland bekannt wurde.

Deshalb ist die Freiheit ohne Rahmen kein schöpferisches Herangehen. Ich glaube an solche Sachen nicht: „Jetzt werden wir uns isolieren, und nach einem halben Jahr oder später werden wir Ihnen das Ergebnis vorführen, oder vielleicht auch nicht“. Mit solchen Menschen braucht man nichts zu tun zu haben!

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 27.01.2013

Der Punkt, in dem das Erwünschte und das Wirkliche zusammentreffen

Es wird gesagt, dass sich das Höhere Licht  in absoluter Ruhe befindet, und dass es uns nur am Gefäß, am passenden Verlangen mangelt, um dieses Licht zu offenbaren. Das Verlangen soll exakt zu einer der fünf Stufen des Höheren Lichtes passen: Nefesch, Ruach, Neschama, Chaja, Jechida. In dem Maß, in dem sich unser Verlangen von Stufe zu Stufe ändert, offenbart es die neue Füllung.

Das Verlangen soll der Füllung sowohl quantitativ, als auch qualitativ entsprechen – darin besteht eben unsere ganze Arbeit. Im Licht geschehen keinerlei Veränderungen. Darin gibt es keine Lichter NaRaNCHaY (Nefesch, Ruach, Neschama, Chaja, Jechida). Über das Licht, das sich noch nicht in die Verlangen einkleidete, kann man überhaupt nicht sprechen, weil es eine abstrakte Form ist, über welche uns nichts bekannt ist. Wir können nur darüber sprechen, was sich in uns einkleidet: nicht über Sein Wesen, sondern, wie wir Sein Gewand in uns empfinden.

Wir fühlen Es schon entsprechend unserem Verlangen und Bedürfnis, und diese Erscheinung bezeichnen wir als das Licht, gleich dem Sonnenlicht oder der Erleuchtung, oder eben irgendeiner angenehmen Empfindung. Deshalb besteht unsere ganze Arbeit in der Empfindung des Verlangens, das als „Tore der Tränen“ bezeichnet wird.

Über ein solches Verlangen habe ich keine Macht. Ich habe viele Bemühungen auf mich genommen, hab alles Mögliche getan, habe die maximale Größe des Wunsches erreicht, und sehe, dass seine Füllung von mir nicht abhängt. Würde sie von mir abhängen, so würde man dieses Verlangen nicht als Durst bezeichnen – dann würde ich einfach weiter an seiner Erfüllung arbeiten. Der leidenschaftliche Durst bedeutet, dass ich keine Möglichkeit habe, den Wunsch zu verwirklichen.

Ich ersehne es leidenschaftlich, hundert Prozent vollständig zu realisieren, und bin mir gleichzeitig hundertprozentig sicher, dass diese Verwirklichung nicht meinen Kräften obliegt. Dieser Punkt, wo sich das Erwünschte und das Wirkliche treffen, heißt Tore der Tränen. Der Mensch ist vollkommen verzweifelt, aber kann das erwünschte Ziel nicht loslassen, denn es ist für ihn das einzig Wichtige in seinem Leben.

Unsere ganze Arbeit besteht darin, diesen Punkt zu erlangen. Natürlich sind wir so geschaffen, dass wir alle in uns  einschließen. Und deshalb ist es ohne gegenseitige Arbeit unmöglich, einen solchen Zustand zu erreichen. Nur die intensive Arbeit in der Gruppe, in einer Richtung, wird zum Ergebnis führen und dann werden diese Tore geöffnet. Und alle übrigen Verlangen eignen sich weder der Form nach, noch nach der Qualität für die spirituelle Enthüllung.

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 30.01.2013

Gebe dich dem Schöpfer hin

Frage: Was bedeutet „mit dem Schöpfer zu verschmelzen“?

Meine Antwort: Die Verschmelzung geschieht entsprechend der Gleichheit der Eigenschaften. Der Schöpfer ist die Stufe Bina. Auf diese Weise zeigt sich uns Keter – durch Bina, die sich vollständig im Geben aufhält. Somit soll ich auch gebend sein, um den Schöpfer zu erreichen.

Auf welche Weise vollziehe ich die Handlung des Gebens an den Schöpfer? – Ich stelle meine Gefäße-Verlangen für Sein Geben bereit. Dafür ist von meiner Seite die Absicht notwendig: „Bitte, gib mir Dein Wohl, weil ich Dir dadurch eine Freude, eine gute Empfindung, einen Genuss bereiten will“. Auf diese Weise gebe ich mich dem Schöpfer hin.

Früher wollte ich das Wohl nur für mich alleine bekommen. Jetzt mache ich stattdessen die Beschränkung (Zimzum alef – Z“A), stelle den Schirm auf, produziere das reflektierte Licht (Or Chozer – O“Ch) und das alles tue ich wegen der Sorge um Ihn, um den Gebenden. Danach erlange ich schon eine richtige Absicht und bin bereit, vom Schöpfer alles zu empfangen.

Denn Sein Wunsch ist doch mein Empfangen. Deshalb will ich alles empfangen – damit Er meine Handlungen genießt. Ich erkenne das, wenn ich Seine Freude offenbare. Mein Ziel ist eben – Ihm die Freude zu bereiten, ebenso, wie Er wünscht, für mich der Gute und der das Gute Schaffende zu sein.

Somit wird von uns nur das Eine gefordert: das Gefäß für die Durchdringung, für die Offenbarung des Schöpfers bereitzustellen. Deshalb streben wir eben nach Seiner Enthüllung.

Frage dich selbst, warum du den Schöpfer offenbaren willst? Um dadurch Ihn oder dich selbst zu erfreuen? Darin besteht eben der Sinn der Sache.

Auszug aus dem Unterricht nach „dem Artikel zur Vollendung des Buches Sohar“, 30.01.2013

Mit den Augen der Liebe sehen

Frage: Sie sagten, dass man infolge des Studiums  im Sinne der integralen Methode beginnen wird, die negativen Eigenschaften der anderen Menschen als positive wahrzunehmen. Was soll das bedeuten?

Meine Antwort: Das bedeutet, dass, solange ich mich nicht über die Selbstsucht erhebe, ich nicht den anderen, sondern nur mich selbst betrachten können werde. Aber wenn ich mich erhebe, dann bewerte ich den anderen plötzlich genauso, wie er sich selbst bewertet. Das heißt, ich erkenne, dass er richtig handelt, richtig denkt. Ich begreife auch, dass ich nicht im Recht war und ihn nur vom eigenen, früheren, egoistischen Standpunkt aus betrachtet hatte.

Kommentar: Dann wird bei uns nicht nur das subjektive „Ich“ verschwinden, sondern auch die ganze Ethik.

Meine Antwort: Es gibt keine Ethik in unserer Selbstsucht, außer, wie man mehr bekommt und sich von allen isoliert. Ich spreche über unsere Natur.

Wenn wir den anderen ansehen, dann bemühen wir uns nur darin, seine Nachteile zu finden, ihn niedriger als sich selbst zu empfinden, sich selbst besser als ihn zu stellen. Das ist die natürliche Schutzreaktion unserer Selbstsucht. Gerade auf diese Weise sehen wir die ganze Welt.

Ich sehe das eigene Kind an und betrachte gleichzeitig das fremde Kind. Mein Kind ist in meinen Augen immer besser als das fremde.

Ich bringe mich ständig in eine vorteilhafte Position, anderenfalls macht es für mich keinen Sinn zu existieren. Die Schutzreaktion meiner Selbstsucht ist darauf gerichtet, mir die Unterstützung zu geben, dass ich für die Existenz berechtigt bin.

Und wenn ich über mich, über meine Selbstsucht hinaufsteige, dann sehe ich andere Menschen mit anderen Augen.

Auszug aus dem TV-Programm „die integrale Welt“, 27.11.2012

Niemand ist durch die Aufmerksamkeit des Lehrers benachteiligt

Der gewöhnliche und uralte Anspruch der Schüler an den Lehrer besteht darin, das er ihnen ausreichend Aufmerksamkeit zu schenken hat, welche für sie, laut ihrer Meinung, notwendig wäre. Jedoch liegt es am Mangel ihrer Gefäße der Wahrnehmung (Kelim), auf grunddessen sie nicht fähig sind, mehr “einzusaugen”, weshalb sie auch nicht empfinden, dass sie sogar mehr als notwendig vom Lehrer bekommen, aber von selbst auf keine Weise aufwachen.

Der Lehrer soll nicht kommen, um die Schüler zu wecken. Es wird nicht helfen, denn das Erwachen bekommt man von Oben. Und ich komme an solche Orte, wo die Menschen schon bereit und aufgewacht sind, so dass ich ihnen besser helfen kann, sich zu organisieren, sich zu verbinden. Aber davor, müssen sie viele Bemühungen anstellen.
Der Schüler versteht nicht, dass ihm der Platz fehlt, um das wahrzunehmen, was ihm der Lehrer gibt. Sie haben einfach keine Gefäß. Ihr sollt nicht darauf warten, dass ich komme und euch erwecken werde – denn es ist unmöglich, auf diese Weise aufzuwachen, wenn man dafür sein Verlangen nicht vorbereitet hat. Und sobald eine solche Bereitschaft sichtbar wird, werde ich natürlich sofort kommen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 27.01.2013

 

Die Feinheiten des Empfangens um des Gebens Willen

Frage: Wie kann eigentlich das Verlangen zu empfangen für das Geben arbeiten?

Meine Antwort: Es kann nur dann möglich sein, wenn das Verlangen über eine gebende Absicht verfügt. In diesem Fall wird es vom Verlangen anderer Menschen durchgedrungen, wonach sich die Möglichkeit zu geben ergibt.

Keter hat das empfangende Verlangen – Chochma geschaffen. Im Ergebnis dieses Stadiums hat das Verlangen den Funken des Gebens empfunden, ihn als die Grundlage übernommen und wollte dann nur geben.

Folglich entstand Bina, deren drei ersten Sefirot (GAR de-Bina) Keter ähnlich sind. Genauso wir der rote Punkt darin, das Wesen bestimmt, bestimmt auch das Geben in Bina ihr Wesen. Daraufhin wurde das Geschöpf dem Schöpfer gleichgesetzt und folgte seinem Beispiel: Keter hat Chochma geschaffen – und  Bina bekam ihre untere Hälfte, die sieben unteren Sefirot (SАТ de-Bina) von Chochma.

Dabei entsteht folgende Frage: wenn der untere Teil von Bina das Licht Chochma empfängt, geht es dabei ums Empfangen, oder ums Geben?

Eigentlich, handelt es sich um die Handlung des oben erwähnten Punktes, welcher infolge dieser Handlung das Geben empfindet.

Der obere Teil von Bina ist ein gebendes Verlangen, das zum Schöpfer gewandt ist: sie will, wie Er (↑) geben – und dafür empfängt sie auch (↓). Ihr Geben besteht gerade in der Füllung der sieben unteren Sefirot.

Genauso füttert die Mutter ihr Kind und freut sich dabei – mit anderen Worten kann man die empfangenden Gefäße ausfüllen und dadurch die Handlung des Gebens begehen.

Frage: Auf welche Weise werden in unserem Fall die egoistischen Gefäße des Empfangens gebend?

Meine Antwort: Nachdem darin die Beschränkung erfolgt, füllen sie sich mit dem Licht Chassadim aus, was schon das Geben um zu Geben, Lischma ist. Dann können wir diese Verlangen sogar für das Empfangen zwecks des Gebens verwenden. Auf diese Weise werden sie eben zu den gebenden Gefäßen. Denn das Empfangen für das Geben ist das reine Geben. Nur so wird das Geschöpf für das Geben bereit.

Andererseits, bedeutet das Geben für das Geben nicht das wahre Geben. Es ist nur die Vorbereitung auf das Geben als solches, der Prozess der Korrektur der Gefäße.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 24.01.2013

Unter welchen Bedingungen Liebe geprüft wird

Frage: Was symbolisiert die Wahrnehmung der Realität in Form von „Israel, die Tora und der Schöpfer sind eins?

Meine Antwort: Die Wahrnehmung von „Israel, die Tora und der Schöpfer sind eins“ ist die einzig wahre Realität, die besteht.

Auf der anderen Seite sind wir in einem Zustand der imaginären Verhüllung, dies bedeutet die Verhüllung in „Welten“, die nur im Hinblick auf uns bestehen, so dass wir korrigiert werden können.

Der Gastgeber, der seinen Gast ansieht, akzeptiert die Wünsche seines Gastes, schafft diese Verhüllung zwischen ihnen, so dass der Gast den Gastgeber und seine guten Taten nicht spürt. Dies ist so, da dieses Geschenk den Gast lähmt! Der Gast möchte wie der Gastgeber sein, jedoch kann er nichts tun, solange der Gastgeber ihn mit allem was gut ist, füllt. Unter diesen Bedingungen kann der Gast nicht behaupten, dass er den Gastgeber liebt und ihn beschenken möchte. Auch wenn er diese Worte sagt, werden sie nur aus Dankbarkeit gegenüber dem Gastgeber für seine Freundlichkeit, die er seinem Gast zeigt, gesagt. Dies ist keine erprobte Liebe und Beziehung.

Liebe wird geprüft, wenn du bereit bist, alles was du hast, zu geben! Erst dann ist es offensichtlich, dass du liebst und verschenkst. Deshalb stimmt der Gastgeber mit seinem Gast überein, dass er die richtigen Voraussetzungen haben sollte, um seine Haltung auszudrücken. Ansonsten hat der Gast kein Recht, die Güte des Gastgebers zu empfangen und wird nur Leid erfahren. Anstatt die Erfrischungen zu genießen, die der Gastgeber vorbereitet hat, wird er sich selbst quälen. Dies fügt dem Gast großes Leid zu und so ist er bereit, seinen Wunsch einzuschränken (1. Einschränkung).

Später entwickelt sich ein System, das es dem Gast ermöglicht, sich selbst zu korrigieren. Es ist so, als wenn er vom Gastgeber weg zum anderen Ende der Schöpfung, der Wirklichkeit geworfen würde, als würde er von einer Klippe in den Abgrund fallen. Aber darüber ist er glücklich, da er durch das weitere Absinken entdeckt, wer er ist. Davor löste er sich im oberen Licht, welches für alles sorgt und alles bedeckt auf. Das Licht erfüllte das Verlangen zu  empfangen, ohne dass das Verlangen überhaupt versteht, was es tatsächlich ist.

Das ist wie bei einer Person, die einen wichtigen und einflussreichen Gönner hat, so dass sie selbst gar nichts ersinnen kann und sich dadurch zu verlieren beginnt.

Aber das Geschöpf, welches vom Schöpfer an das andere Ende der Realität geworfen wird, kann nun überprüfen, ob sein Verlangen Wirklichkeit in der Welt von Ein Sof (Unendlichkeit) war und kann alles für den Gastgeber tun, genauso wie der Gastgeber für ihn. Kann das der Gast wirklich tun und möchte er das? Hier beginnt seine Arbeit. Zuerst gibt es eine lange Zeit der Vorbereitung, tausende von Jahren unserer Geschichte, in welchen wir hinsichtlich der spirituellen Welt noch nicht mal als existierend betrachtet werden können. Vorerst ist es nur ein Prozess, der in uns wie in einem Traumstattfindet. Wie in einem Traum vergehen 50 Jahre unseres Lebens in 5 Minuten.

Das gleiche gilt für uns, die wir beim Betreten der spirituellen Wirklichkeit, der spirituellen Leiter, zurück blicken, und der ganze Weg, den wir in unserem Leben zurückgelegt haben, erscheint uns als eine kurze und bedeutungslose Episode von höchstens ein paar Tagen. Die Skala der Ereignisse verändert sich völlig.

Nachdem der Gast seinen Wunsch beschränkt, kann er jetzt mit seiner Arbeit beginnen und sich an den Gastgeber anpassen. Er ist bereit, vom Gastgeber in dem Ausmaß zu empfangen, indem er IHM geben kann. Er ist bereit, in der Dunkelheit zu sein und in der Dunkelheit Licht zu empfangen.

Das bedeutet, dass er das Gefühl, den Geschmack und die Füllungen des Gastgebers nicht für sein eigenes Vergnügen braucht.

Er erhält diese Füllungen nur zum Geben und um dem Gastgeber Zufriedenheit zu schenken.

Auszug aus dem Unterricht nach der „Einführung in das Studium der Zehn Sefirot“, 08.01.2013

Ich gebe – also existiere ich

Ich bin in zwei Teile geteilt: Galgalta we-Ejnaim (GE) und АCHaP. Wobei gerade Galgalta we-Ejnaim wichtig ist, weil darin der unveränderliche Zustand herrscht.

Andererseits, setze ich ACHaP nur für die Bedürfnisse meines Nächsten ein: als ob ich sein Verlangen „verschlucken“ würde und beginnen würde, es zu bedienen. Von Oben kommt das Licht und ich gebe dieses Licht an meinen Nächsten durch ACHaP weiter, den ich gerade dafür brauche.

Wenn mein Nächster dagegen nichts braucht, dann existiert mein АCHaP nicht – er „rollt sich in Galgalta we-Ejnaim zusammen“, und ich kehre in den kleinen Zustand, in die Beständigkeit zurück.

Denn ich brauche nichts, außer Galgalta we-Ejnaim. Sogar diese Verlangen brauche ich nur, damit ich zum Geben an andere Menschen bereit werde. Bei jedem Kontakt prüfe ich sofort nach, was mein Nächster will, und nachdem ich bei ihm das unerfüllte Verlangen gefunden habe, betone ich und entwickle in mir nur jenen Teil, der für ihn das von Oben Erwünschte gewährleisten wird. Nur in diesem  Maß setze ich mein ACHaP ein.

Was ist die spirituelle Welt: die Welt, worin es mich nicht gibt. Ich existiere darin nur in dem Maß, in dem ich den anderen Menschen gebe. Solange es andere nicht gibt, bin ich „eine Null“, es gibt mich nicht. Somit ist Galgalta we-Ejnaim nicht ich selbst, sondern nur der Zustand der Bereitschaft, der Zustand der Suche: wem ich geben kann?

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 24.01.2013

Das Popcorn-Syndrom

Frage: Wenn der nächste Nachschlag des Egoismus uns wieder vom Ziel zurückwirft, holen wir uns Hilfe von der Gruppe. Wie kann dabei der neue Zustand nicht heruntergespielt, nicht vertuscht werden? Denn er soll Nutzen bringen.

Meine Antwort: Das hängt von der Gruppe ab: sie muss wie ein Sondereinsatzkommando sein, sie muss Anstrengungen schätzen.

Frage: Und was hängt dabei von mir ab?

Meine Antwort: Ich freue mich auf meine Verbindung mit der Gruppe und bedauere, dass ich noch nicht mit dem Höheren verschmolzen bin. Ich muss mir den erwünschten Zustand vorstellen, dann wird die Dissonanz mit der aktuellen Realität ein Bedauern in mir auslösen, welches später zu den Leiden der Liebe werden soll.

Nehmen wir an, ich habe irgendeinen spirituellen Zustand erreicht und dann „eins auf den Kopf bekommen“, wie man so schön sagt: ich habe plötzlich das Ziel vergessen und mich irgendwo in einem Kino wiedergefunden. Popcorn, Coca Cola, ein spannender Film – das sind keine Leiden, sondern Vergnügen, losgelöst vom Wichtigsten. Mehr noch: ich kann nicht nur einfach „tierische“ Freuden genießen, ich kann gerade dadurch genießen, dass ich von der Spiritualität losgerissen bin.

Doch dann macht sich das Fehlen des Sinns im Leben wieder bemerkbar und ich kehre langsam zurück. Ich tauche wieder in die Gruppe ein, höre auf die Freunde, neige den Kopf vor ihnen, weil es keine andere Wahl gibt – bis ich von ihnen mit der Erkenntnis der Wichtigkeit des Schöpfers und des Ziels durchdrungen werde. Ich werde mit unverhohlener Propaganda, die auf Falschheit basiert, einer Gehirnwäsche unterzogen, doch ich gehe absichtlich durch all das durch – und endlich wird das Ziel wichtig in meinen Augen.

Dann nehme ich alles, was ich erlebt habe, mit Liebe an: den Dämmerzustand, das Vergnügen im Kino und die völlige „Entwertung“ der Spiritualität in meinen Augen. Ob ich das wollte oder nicht, das kam vom Schöpfer, ich musste es durchmachen, um mich zu korrigieren.

Nun beginne ich, andere Leiden in mir zu sammeln – die Leiden der Liebe. Denn offenbar möchte ich die Verschmelzung und die Einheit erreichen, doch noch empfinde ich noch nicht einmal Bedauern darüber, was mir fehlt, ich habe kein wirkliches Verlangen danach und nicht einmal das Verlangen danach, es zu wollen. Ich habe lediglich einen kleinen Keim von etwas, und aus dieser Ferne beginne ich den Weg.

Es kommt die Frage auf: Weswegen genau soll ich leiden? Weil der Schöpfer mich wegzustoßen scheint? Oder weil ich das Ziel noch nicht erreicht habe? Und das Wichtigste dabei ist, dafür zu sorgen, dass meine Leiden immer süß sind. Denn wie dem auch sein mag, bekomme ich alles vom Schöpfer, und aus diesem Grund soll ich jeden meiner Zustände rechtfertigen und diesen an das Ziel anschließen, wo alle Zustände versüßt und korrigiert werden.

Darüber schreibt Baal HaSulam im Brief Nr. 5: „Ich bin erheitert und freue mich über die bereits aufgedeckten Mängel und jene, die aufgedeckt werden. Doch beklage ich mich und bedauere jene Mängel, die immer noch nicht aufgedeckt sind und noch aufgedeckt werden. Denn der verdeckte Mangel ist hoffnungslos, und eine große Erlösung des Himmels ist seine Enthüllung“.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 23.01.2013