Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Der Casimir-Effekt oder der Schritt in eine höhere Dimension

Frage: Wenn man die Richtung zum Licht als positiv und die Richtung zur spirituellen Dunkelheit, zur Nacht, als negativ betrachtet und wir uns aus diesem Minuszustand ins Plus hocharbeiten sollen, wo befindet sich dann der spirituelle Nullpunkt? Was ist das für ein Zustand?

Antwort: Im Spirituellen gibt es keinen Nullpunkt. Wir können ihn uns nicht vorstellen.

Es gibt einen Zustand, der Klipa Noga (die leuchtende Schale) genannt wird, wenn man sich nicht entscheiden kann, zu welcher Seite man sich neigen soll: nur für sich, oder zur Eigenschaft des Gebens.

Dieser Zwischenzustand, der kein Gleichgewicht hat, wird als Null bezeichnet.

Man befindet sich zwischen zwei Kräften der Natur, eine dritte Kraft existiert nicht. Daher ist dieser Zustand instabil und erfordert von mir, sofort eine Entscheidung zu treffen.

Das heißt, der Nullzustand existiert nur in meiner persönlichen Wahrnehmung und nur in dem Moment, in dem ich endlich entscheiden muss, was ich tun soll!

Genau diesen Nullzustand erlebt man wie einen Abgrund… – denn man hat weder das eine noch das andere.

Das ist ein sehr guter Zustand, denn wenn man den vollständigen Nullpunkt spürt, hat man keinen Halt mehr.

Zu anderen Zeiten befindet sich der Mensch entweder im Geben (Heiligkeit) und er muss sich keine Sorgen machen, oder er befindet sich in egoistischen Wünschen (Klipa, Unreinheit) und fühlt sich wie ein Komplize des Pharaos.

Entweder genießt man das spirituelle Leben oder das materielle.

Ein Mensch, der Klipa Noga erreicht, hat das Gefühl, dass er keine Wahl hat: weder Plus noch Minus.

Man befindet sich plötzlich an einem Scheideweg, ohne einen Weg nach vorne. Ein völlig unbestimmter Zustand. Was vorher wie ein schmaler Spalt aussah, öffnete sich plötzlich, und man erkennt einen Abgrund!

Doch genau hier befindet sich der Zugang zur höheren Dimension. Wenn man sich in diesem Moment an den Schöpfer wendet und erkennt, dass es keinen anderen Weg gibt, dann erhebt man sich auf die Stufe höherer spiritueller Energie.

Es ist, als würde man in ein spirituelles Vakuum eintreten und dort den Schöpfer entdecken. In dem Moment, in dem man bereit ist, den Schritt zu tun kommt Er einem entgegen…

In der Quantenphysik wird ein ähnliches Phänomen als Casimir-Effekt bezeichnet: Wenn zwei ungeladene Leiter in einem Vakuum in geringem Abstand voneinander platziert werden, beginnt Energie aus dem Vakuum in sie zu fließen und erzeugt eine Kraft, die sie zueinander hinzieht.

Führt dieses physikalische Experiment durch und man erhält einen anschaulichen Beweis für die Existenz des Schöpfers!

 

Aus dem Abendunterricht zum Buch Sohar

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Lebenskraft anziehen

Kommentar: Vor dem Sündenfall am Baum der Erkenntnis war der Unterhalt des Menschen nicht vom Brot abhängig, das heißt, er musste kein Licht und keinen Unterhalt anziehen – das Licht leuchtete ihm auch so. (Baal HaSulam, Shamati 36. Was sind die drei Körper im Menschen?)

Frage: Was bedeutet „Lebenskraft anzuziehen”?

Antwort: Solange man nicht mit dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse arbeitet, besteht keine Möglichkeit, in Verbindung mit Gut und Böse zu sein, um sie voneinander zu unterscheiden, voneinander zu trennen und sich selbst zwischen ihnen einzuordnen.

Frage: Können wir diese Lebenskraft im Zehner erkennen?

Antwort: Nein. Im Zehner müssen wir so handeln, dass wir mit dem inneren Körper arbeiten, d. h. mit dem, was die Heiligkeit betrifft (Guf de Kedusha), und das von der Klipa Noga trennen, was wir trennen können und es dem inneren heiligen Körper anhaften. Was wir im Moment noch nicht korrigieren können, lassen wir unberührt.

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Aus dem Unterricht zum Artikel aus dem Buch „Shamati“

 

Zauber der Heiligkeit

Die ganze Welt ist so aufgebaut, dass sie uns hilft, die spirituelle Welt zu erlangen. Wir durchlaufen von Generation zu Generation den Kreislauf des Lebens, um eines Tages unsere Bestimmung zu erreichen und in die Spiritualität einzutreten.

Das gesamte Ziel unserer Welt, alles, was in ihr geschieht, sowie die uns gegebene Natur, die wir unaufhörlich weiterentwickeln, sind ausschließlich darauf ausgerichtet.  Alle individuellen, allgemeinen Schwierigkeiten und Probleme sollen uns zum Spirituellen hinführen.

Zunächst muss klar unterschieden werden, was materiell und was spirituell ist – ein Punkt, in dem sich viele irren. „Materiell“ ist das Streben nach dem eigenen Vorteil, „Spirituell“ dagegen das Handeln zum Wohl des Nächsten, einschließlich des Schöpfers. Dieses einfache, klare und konkrete Verständnis muss uns ständig vor Augen stehen.

Von Natur aus sind wir nicht in der Lage, wirklich zum Wohl des Anderen zu handeln. Genauso ist es aber vorgesehen, damit wir die Notwendigkeit empfinden, um Hilfe zu bitten. Wir müssen den aufrichtigen Wunsch entwickeln, aus unserem Egoismus herauszutreten und zur Eigenschaft des Gebens zu gelangen – nicht, weil es uns in der Hingabe besser und im Egoismus schlechter gehen würde. Sonst tauschten wir nur ein egoistisches Ziel gegen ein anderes – und blieben dennoch im Materiellen verhaftet.

Das Spirituelle müssen wir um seiner selbst willen wollen, da es eine große, einzigartige, erhabene Eigenschaft ist, der wir mit Ehrfurcht begegnen. Wir streben danach, weil es uns plötzlich innerlich wichtig wird. In ihm liegt ein besonderer Zauber – der „Zauber der Heiligkeit“.

Das Spirituelle suchen wir nicht aus Eigennutz. Der Gedanke an einen Vorteil verschwindet mit der Zeit. Unter dem Einfluss von Oben beginnen wir uns zu wandeln und spüren, dass das Spirituelle für uns kostbar ist, dass es eine innere Anziehungskraft besitzt. Wir wollen in der Hingabe leben – nicht, um Probleme zu vermeiden, sondern aus reiner Wertschätzung gegenüber dieser Eigenschaft.

Aber warum ist dieser Weg so schwer? Warum lässt man uns die Hingabe nicht sofort erlangen? Warum empfangen wir sie nicht auf einmal, sondern nur langsam, Schritt für Schritt? Warum werden wir so sehr geprüft und ausgezehrt?

Damit wir auf allen Etappen dieses Weges ständig Hilfe brauchen und uns an den Schöpfer wenden.

So wie wir zuerst das Materielle gegen das Spirituelle eintauschen, so tauschen wir dann das Spirituelle gegen den Schöpfer ein. Für uns ist nicht die spirituelle Erkenntnis wichtig, sondern die Verbindung mit dem Schöpfer. Darin liegt der Grund für unseren langen Weg.

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Aus dem Unterricht zum Artikel „Die Gabe der Tora”

 

Der Eseltreiber

Kommentar: Auf allen Stufen, bis zum Ende der Korrektur, offenbart sich uns eine besondere Kraft von der höheren Stufe, die den Menschen immer begleitet und ihm hilft, von einer Stufe zur nächsten Stufe aufzusteigen.

Denn ein Mensch, der sich auf einer bestimmten Stufe befindet, ist niemals in der Lage, aus eigener Kraft zur höheren Stufe aufzusteigen, da er nur über die Kraft jener Stufe verfügt, auf der er sich befindet. Hätte er schon die Kraft der höheren Stufe, befände er sich bereits dort.

Zwischen den einzelnen Stufen gibt es immer eine Art Zwischenglied, einen Vermittler auf dem Weg. Zwischen Tier und Mensch ist ein solcher Vermittler der Affe, zwischen Pflanze und Tier ein Seestern und so weiter“, so gibt es auch im Spirituellen solche Übergangsformen.

Der Mittler zwischen den Stufen im Spirituellen ist der „Eseltreiber“. Neben ihm gibt es andere „Engel“, also Kräfte, die uns auf unterschiedliche Weise helfen, von einem Zustand in einen anderen aufzusteigen.

Auch jetzt, wenn wir bestimmte Handlungen ausführen wollen, kommt immer eine höhere Kraft zu uns und hilft uns. Es spielt keine Rolle, wie wir sie nennen – umgebendes Licht oder Engel. Gerade diese Kraft führt uns voran und hilft uns, von einer Stufe zur nächsten aufzusteigen. Vom Untersten hängt nur der Wunsch, das dringende Bedürfnis ab, mit seinem „Esel“ danach zu streben, aufzusteigen, beinahe bereit zu sein und gleichzeitig klar erkennen, dass er aus eigener Kraft es nicht schafft. Deshalb nehmen die zwei Weisen, die sich auf den Weg machen, im Voraus einen Führer – einen „Eseltreiber”. Sie haben ihre Esel, sie tragen ihre Lasten, sie kennen ihr Ziel, sie brauchen jemanden, der sie leitet.

In der Regel kommt diese Hilfe von oben von Rabbi Hamnuna Saba (siehe „Einleitung zum Buch Sohar“ / Die Buchstaben des Rabbi Hamnuna Saba). Das ist eine sehr hohe Stufe, von der das höhere Licht kommt, um uns zu helfen – und sie wird „Eseltreiber” genannt.

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Aus dem Unterricht zum Buch Sohar

 

Funken, die die Dunkelheit erhellen

Warum sollten wir auf dem Weg zur Heiligkeit, zur Offenbarung des Schöpfers, zur Anhaftung, zur Korrektur der gesamten Schöpfung, uns an unreine Wünsche, Klipot, nähren? Wozu sind sie notwendig? Wir müssen verstehen, dass der Schöpfer das Zerbrechen bewusst vorgenommen hat, um egoistische Wünsche und Wünsche des Gebens zu vermischen.

Während wir daran arbeiten, zu klären, was Unreinheit (Klipot) bedeutet und was Heiligkeit bedeutet und wie wir Heiligkeit aus den Klipot hervorbringen können, wachsen wir dadurch und erlangen Verstand, Sensibilität und Verständnis dafür, was der Schöpfer erschaffen hat: warum Er die Schöpfung schuf, die aus Licht und Dunkelheit, aus dem Wunsch zu genießen und dem Wunsch zu geben gewoben ist und wie wir das eine vom anderen trennen können.

Unser ganzes Leben ist eine Suche, Enttäuschungen, und Schwierigkeiten. All das, damit wir aus all diesen Reibungen zwischen Nehmen und Geben, zwischen Licht und Dunkelheit Funken gewinnen können. Einfach nur Licht oder nur Dunkelheit können uns nicht helfen, sondern nur wenn wir sie miteinander kollidieren lassen, als würden wir einen Stein gegen einen anderen schlagen und Funken sprühen lassen.

Genau diese Funken erfüllen uns und führen zu so hohen Erkenntnissen über die Materie hinaus, dass wir darin den Schöpfer zu erkennen beginnen. In der Schöpfung gibt es keine Möglichkeit, den Schöpfer direkt zu erfassen, Ihn zu verstehen und zu fühlen.

Doch gerade durch diese Reibung, die die Funken erzeugt, welche die Dunkelheit erhellen, können wir beginnen, den Weg zu verstehen, den der Schöpfer für uns vorbereitet hat. Wir durchlaufen viele schwierige Zustände und plötzlich blitzt in völliger Dunkelheit des Unverständnisses eine Erkenntnis auf, dann noch eine und noch eine, die es uns ermöglicht den Schöpfer zu erkennen.

Nachdem wir mehrere solcher Funken entzündet haben, spüren wir bereits, wie wir den Schöpfer und Seine Handlungen kennenlernen müssen.

(289112)

Aus dem Unterricht zum Artikel Nr. 36 aus dem Buch „Shamati“

 

Vertraue deinem Herzen

Frage: Als Sie bei Rabash studierten, hat er Ihnen bestimmt gesagt: „Stell keine Fragen. Die Zeit wird kommen, und du wirst alles verstehen.“ Haben Sie damals geglaubt, dass Sie zur spirituellen Erkenntnis gelangen können?

Antwort: Es gibt so etwas wie „Glauben an die Weisen“, wenn ein Mensch keine andere Wahl hat, als an jene Menschen zu glauben, die die höhere Welt erkannt haben. Man kann sich entscheiden, entweder nicht zu glauben, die anderen zu überprüfen oder selbst etwas zu versuchen – das ist die eigene Entscheidung.

In unserer Welt befindet man sich in einem Schwebezustand. Es stellt sich die Frage: Wie wird man vorankommen? Mit dem Verstand? Dann wird man bis zum Ende seines Lebens ein Perpetuum mobile erfinden, von Schlag zu Schlag gehen, wie alle anderen Menschen oder wie alle möglichen Erfinder, Liebhaber oder Pflanzenzüchter.

Man hat keine andere Wahl, als seinem Herzen zu vertrauen: Was sagt es einem, woran man sich halten soll? Die Welt ist voller Weisen, die alle gegensätzlich sind und alle haben Recht und sind klüger als man selbst. Was kann man also tun? Man hat nur eines – sein Herz. Der Verstand ist mit wer weiß was vollgestopft! Das Herz ist auch verwirrt!

Deshalb muss man versuchen, in den verborgenen Winkeln seines Herzens, mit seinem ganzen Innersten zu spüren, wo die Wahrheit liegt, was man braucht. Man versucht dabei sich von allen möglichen Schichten, die das Leben einem auferlegt hat, zu befreien und in seinem Innersten zu spüren: Wo ist der eigene Weg? Vielleicht stellst man fest, dass man Meditation, Scientology, neue psychologische Erfindungen braucht, was auch immer. Oder man muss sich doch hier versuchen – in der Kabbala. Es ist das Herz, das dem Menschen seinen Platz weisen muss. Nichts anderes.

Nimm niemanden und nichts in Betracht. Unsere Welt hat bereits gelernt, dass es keine Schlaumeier gibt. Wenn man mit einem Klugscheißer spricht, wird man nach ein paar Tagen, wenn nicht sogar noch am selben Tag, im selben Gespräch, verstehen, dass all sein Wissen begrenzt ist, aus irgendwelchen Primärquellen stammt und auf Halbwahrheiten, Halbvermutungen und Halbglauben basiert.

Warum sollte man jemandem oder etwas vertrauen, das vom menschlichen Verstand erfunden wurde? Man sollte nur seinem Herzen vertrauen. Denn in Bezug auf das eigene Herz gibt es weder Kabbalisten noch Philosophen noch Buddhisten, niemanden. Vertraue dem, was in seiner Tiefe verborgen ist.

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Aus dem Gespräch „Mein Telefon klingelte. Dem Kabbalisten vertrauen“