Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Unsere Aufgabe ist es, zu verlangen – den Rest erledigt das Licht.

Wir befinden uns in der entscheidenden Woche vor dem Kongress – es sind besondere Tage, die dem Erlangen eines neuen Zustandes vorausgehen. Wir müssen uns richtig vorbereiten, sicher sein, dass wir ihn erlangen, bereit sein, nach dem neuen Zustand zu verlangen. Und dann geschieht es.

Alles hängt von uns ab. Wir haben die Möglichkeit, alles ist bereit und hängt nur von dem Verlangen unsererseits ab, davon, inwieweit es uns gelingt, danach zu verlangen.

Wollen wir hoffen, dass wir es schaffen, unsere Kräfte zu vereinen und zum Schrei zu kommen. Im Grunde genommen brauchen wir nur diesen Schrei, nicht mehr. Die andere Hälfte kommt von oben.

Darum sollten wir nicht Vabanque spielen und versuchen, artig zu sein, um alles selbst zu erreichen. Wir können nicht artig sein, wir müssen lediglich wollen, dass es geschieht.

Eine Hälfte ist bereits eine Erleichterung. Nur daran sollten wir denken – daran, wie wir uns anstrengen und zum Schrei kommen können. Weiter soll die Höhere Kraft arbeiten. Wir müssen eine Grenze ziehen und begreifen, wo unser Teil endet. Es erleichtert sehr die Vorbereitung des Menschen auf die erste Enthüllung des Schöpfers.

Aus dem Gespräch während der Mahlzeit, 25.11.2011

Der Schlüssel zur Verbindung mit dem Schöpfer

Frage: Was soll ich machen, wenn ich einen Aufstieg und eine Erweckung während des Lesens des Sohar empfinde? Wie kann ich in diesem Zustand um die Korrektur bitten?

Meine Antwort: Während des Lesens des Sohar, oder der anderen Originalquellen (Artikeln, Briefe, oder „TES“) soll ich mir vor allem das richtige Bild davon machen, wo ich mich befinde. Die Realität, in der ich mich befinde, wird in meinen Sinnesorganen, in meinen Verlangen wahrgenommen. Das Licht lässt mich glauben und empfinden, dass es die wahre Realität, meine Welt ist. Auf diese Weise habe ich die Verbindung mit dem Licht, mit der höheren Kraft, die mich erkennen lässt, wo genau ich mich befinde: ursprünglich begreife ich nichts und kann nichts sehen, wie ein neugeborenes Kind.

Darum muss ich zuerst dieses Bild auf die richtige Weise formen. Es gibt ein Verlangen, worin das Licht wirkt und es von innen zu erwecken versucht, um sich darin nach dem Gesetz der Gleichheit von Eigenschaften zu enthüllen. Das Licht befindet sich innerhalb des Verlangens, und keinesfalls außen, wird aber in Bezug auf dieses Verlangen als umgebendes, äußeres, inneres, entferntes Licht, als Kreis, Linie, usw. bezeichnet. All das sind die Formen, in welchen sich das Licht dem Verlangen offenbaren kann. Wir sprechen über alles von der Seite des Verlangens.

Wenn ich verstehe, dass die gesamte Welt, die gesamte Realität, alle Welten, das gesamte Licht, sich in mir befinden, dann soll ich mich richtig organisieren: wie und warum handele ich, um für den jetzigen Zustand das größtmögliche Verständnis und das Begreifen zu erlangen, um jedes Mal möglichst viel zu enthüllen. Die Enthüllung erfolgt mithilfe von zwei Kräften – der Kraft der Verhüllung und der Kraft der Enthüllung.

Es sind immer diese zwei Gegensätze vorhanden. Und genauso passiert es in unserer Welt: die Realität, die ich momentan wahrnehme, enthält ebenfalls die Verhüllung und die Enthüllung, beides zusammen. Denn ohne einen richtigen Wettstreit zwischen ihnen nehme ich nichts wahr, keine Farben, keine Töne, nichts. Je mehr Kräfte der Enthüllung und Verhüllung ich in mir einschließe, je mehr Gegensätze ich in mir vereine, desto mehr nehme ich wahr, desto klüger werde ich.

Deshalb möchte ich während des Lesens der Originalquellen das möglichst wahrhafte, kraftvolle Bild der Realität enthüllen. Dabei ist es unwichtig, welche Quelle und in welchem Stil man gerade liest. Wenn es um die Bücher geht, mit deren Hilfe ich die Kräfte meiner Seele erwecke – sowohl von der Seite des Verlangens, als auch von der Seite seiner Auffüllung, dann spielt es keine Rolle was man liest, es können „Talmud der Zehn Sefirot“, der Sohar, die Briefe oder die Artikel sein. Entscheidend ist dabei, meine spirituelle Entwicklung in Gang zu bringen.

Und dann beginne ich, die Wichtigkeit meines Studiums der Tora zu verstehen: das in ihr (der Tora) enthaltene Licht führt zur Quelle zurück, d.h. sie befördert mich zur Enthüllung des wahren Bildes der Realität, zu einem noch vor mir verhüllten Zustand, in welchem ich mit dem Schöpfer verbunden bin.

Deshalb vergegenwärtigen wir uns zunächst das Bild: es gibt mich und alles ist in mir eingeschlossen, in meinem Inneren verborgen. Ich soll die Kräfte meiner Seele erwecken und darin die wahrhafte Realität enthüllen, wobei ich und der Schöpfer in ein Ganzes verschmelzen.

Nachdem ich mich auf diese Weise eingestimmt habe, komme ich zum nächsten Schritt: Wie kann ich mich mit Hilfe des Studiums erwecken? Folglich spricht alles, was ich lese, meine fortgeschrittenen Zustände an, die noch entfernt oder auch schon nah bei mir liegen. Wichtig ist, dass ich mit Hilfe des Textes versuche, in mir diese Kräfte, diese Formen zu finden.

Dabei vergesse ich nicht, dass die Rede nur von meinen Verlangen, von inneren Kräften meiner Seele ist: von Kräften des Empfangens und des Gebens. Es ist unwichtig, ob sie seltsame Namen tragen oder Namen, die mir aus der gegenwärtigen Realität bekannt sind. Ich denke ständig darüber nach, wie ich all diese Kräfte enthüllen werde – die Teile meiner Verbindung mit dem Schöpfer.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 16.11.2011

Drei Tage vor dem Kongress

Frage: Sie haben von der Wichtigkeit der letzten drei Tage vor dem Kongress gesprochen. Wie können wir in diesen Tagen die Vorbereitung am besten organisieren?

Meine Antwort: Es gibt den Begriff „drei Tage des Übergangs“ von einem Zustand zum nächsten, in denen man den früheren Zustand verlassen und aus dem neutralen Zustand nach und nach zum neuen übergehen sollte.

Aus diesem Grund empfehlen wir sehr den Menschen, die sich richtig dem Kongress anschließen wollen (Kongress bedeutet im Grunde genommen unsere Einheit), zu versuchen, in diesem Gedanken, in diesem Gefühl, in der Vorfreude auf die gemeinsame Verbindung besonders in den drei Tagen davor zu sein. Das wird ihnen helfen, die Vereinigung besonders intensiv zu durchleben und in ihr wenigstens einen Teil der Höheren Welt für sich zu enthüllen. Genau das erwarten wir von unserer gemeinsamen Handlung.

Kongress ist nicht einfach eine Veranstaltung, auf der wir alle zusammenkommen, auf der wir singen, tanzen, an den Unterrichten und Freundesversammlungen teilnehmen. Nein, Kongress bedeutet in erster Linie unsere Vereinigung zu einem Verlangen des gegenseitigen Gebens. Wenn wir dieses Verlangen formen können, werden wir darin unverzüglich die nächste Stufe unserer Entwicklung wahrnehmen, die sich über unserer Welt befindet, – was wir eigentlich auch anstreben.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 20.11.2011

Begreife mehr als ich!

Kongress in Arava. Lektion 1

Frage: Wie kann man einander auf diesem Kongress helfen, damit sich jeder über sich selbst erhebt?

Meine Antwort: Vor allem, wenn ich daran denke, wie ich über mich hinauswachsen kann, helfe ich dadurch den anderen Menschen. Es genügt, wenn ich mein persönliches „Loch im Boden des Bootes repariere“. Dies ist das eine.

Das andere ist: Wenn ich an die anderen denke und mich um sie sorge, dann helfe ich ihnen natürlich.

Das dritte ist: Meine Sorge um die anderen drückt sich darin aus, dass ich – wenn ich die Freunde betrachte, die so viele Bemühungen, Zeit, Kräfte und Geld aufgewendet haben, und das alles als Gegengewicht zu einer Unmenge von Hindernissen – dann sofort einen solchen Zustand erreichen will, in welchem meine Bemühungen zu ihrem spirituellen Begreifen beitragen, denn sie verdienen es mehr als ich.

Ich mache mir Sorgen darüber, dass sie von den richtigen Absichten, von den richtigen Verlangen, von der Verbindung zwischen ihnen nicht abgeschnitten werden. In meinem Verlangen sorge ich mich also darum, dass sie nicht „fallen“- und nur daran denke ich.

Diese Sorge ist der beste Schutz, welcher in unserem Zustand nur möglich ist, damit kein Mensch diese gegenseitige Bürgschaft zwischen uns verpasst, und wir uns immer weiter über unser Ego erheben. Jeder soll diese Besorgnis empfinden, um nur an die Freunde zu denken, wie eine Mutter es tut, wenn sie sich um ihre Kindern Sorgen macht.

Auszug aus der 1. Lektion des Kongresses in Arava, 18.11.2011

Die Freude auf der festen Grundlage

Frage (aus der italienischen Gruppe): Wir wollen den Freunden die Freude vermitteln. Fühlen Sie die Freude auch?

Meine Antwort: Ich fühle nicht bloß Freude. Denn Freude kann leichtsinnig oder sorglos sein.

Ich fühle eine andere Freude, die auf Tatsachen, auf fester Materie, auf einer starken Gruppe, auf dem jetzigem Zustand der Welt basiert. Meine Freude ist die Freude eines Menschen, der auf einer sehr festen Grundlage steht. Er weiß, dass seine Freude schöpferisch ist und für die Menschheit einen neuen Weg offenbart. Natürlich macht alles die Höhere Kraft, aber wir sind auch in diesen Prozess involviert, wir nehmen daran teil – und deshalb empfinde ich große Freude.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“, 21.11.2011

Unser Schatz ist die Einheit

Frage: In den Programmen des Bildungsministeriums gibt es eine Menge Gerede über die Werte, welche wir Kindern einimpfen (beibringen) sollten. Wie definieren wir unsererseits diese Werte?

Meine Antwort: Die Werte müssen so beschaffen sein, dass wir auf ihrer Grundlage die Menschen zu einer Einheit bringen können. Die Werte sind die Basis, mit der ein Mensch geboren wurde, das Prinzip der Nächstenliebe.

Zu seiner Zeit versammelte Abraham die Babylonier, die bereit waren, zur Umsetzung dieses Prinzips in die Wüste zu ziehen, sich vom Glanz Babylons loszulösen und sich auf den Weg in das unbekannte Land Kanaan zu machen. Sie waren bereit, es zu tun, um nun ihre Liebe zueinander, das gegenseitige Geben und die Einheit zu verwirklichen. Sie entschieden, ein Volk zu begründen, welches nach diesen Gesetzen leben würde.

Dies sind die so genannten Werte des jüdischen Volkes. Heute sind wir in der gleichen Situation: es wäre besser, wenn wir einfach nicht existiert hätten. Der Druck von Außen und der Hass erlauben uns nicht, den anderen Menschen näher zu kommen. Das ist ein absichtlicher Zustand. Baal HaSulam und Rabash schreiben, dass der Hass um den Menschen herum sein Schutz ist. Dank ihm kann der Mensch sich mit niemandem vereinigen, und ist daher mit seiner eigenen Korrektur beschäftigt, ohne dem fremde Gedanken, Wünsche und Einflüsse beizumischen.

Es ist für uns notwendig, im Volk eine Einheit zu bilden, wobei wir alle anderen Werte, mit denen wir aufgewachsen sind – seien es sozialistische oder kapitalistische Illusionen – hinter uns lassen müssen . Unser Ziel heute ist die gegenseitige Verbindung, die Bürgschaft.

Heute verlangen die Menschen die soziale Gerechtigkeit und die Umverteilung des staatlichen Budgets. Ich bin nicht dagegen, jedoch ist es nicht wichtig, wie viel des Staatsetats verteilt wird. Baal HaSulam schreibt in der Zeitung „Das Volk“: „Wir müssen für uns eine besondere Erziehung durch eine breit angelegte Aufklärungsarbeit organisieren, jedem von uns ein Gefühl der Liebe zum Volk vermitteln, vom Individuum zum Individuum, vom Einzelnen zur Gesellschaft, um für uns wieder die Menschenliebe zu offenbaren, die einst in unserer Umgebung verwurzelt war, als wir in unserem Land lebten, als eines der Völker der Welt. Diese Arbeit ist eine Vorarbeit und die Basis, welche die Höhe und den Erfolg aller weiteren Aktivitäten vorherbestimmt, die wir an dieser Stelle vollziehen wollen “

Im Grunde genommen wird die Verteilung der Mittel nicht helfen. Selbst wenn man Milliarden verteilen würde, würde man sehen, dass die Situation nur noch schlimmer würde. Jegliche Nachträge und Subventionen schaden allen, wenn sie nicht von einer neuen, altruistischen Erziehung begleitet werden.

Auszug aus dem Unterricht nach der Zeitung „Das Volk“, 31.08.2011

Unsere außergewöhnliche Generation

Kongress in der Arava. Lektion 1

Aus dem Brief von Baal HaSulam (Nr. 13): „Ihr sollt daran glauben, dass es viele Funken des Gebens in jedem Freund gibt, und wenn sie an einem Ort, im brüderlichen Zusammenhalt, in Liebe und Freundschaft versammelt werden könnten, würde es selbstverständlich für alle ausreichen, eine bedeutende spirituelle Stufe zu erreichen, von nun an und für immer“.

Es wurde nichts außer einer gemeinsamen Seele in der Welt erschaffen. Teile dieser gemeinsamen Seele, Funken, erwachen von Generation zu Generation und erreichen die Korrektur. Alle Generationen, die ihre Korrektur erreicht haben, vereinen sich in der letzten Generation, die mit uns beginnt.

Unsere Generation ist besonders. Sie muss alle vorangegangenen Generationen in sich vereinen – von Adam ha Rishon über Abraham und Rabbi Schimon bis hin zu Ari und Baal HaSulam, die große Korrekturen in der gemeinsamen Seele vollbracht und deren bedeutenden, besonderen, den hellsten Teil für uns vorbereitet haben. Doch darüber hinaus müssen wir alle zukünftigen Gefäße/Verlangen (Kelim), die die Korrektur beenden, an uns anschließen.

Wir vereinen in uns diejenigen, die vor uns waren, unsere Vorväter, und diejenigen, die nach uns kommen, unsere Söhne. Denn wir haben bereits den Zustand erreicht, in dem die Welt beginnt, nach der Korrektur zu verlangen – die Seelen erwachen bereits. Und obwohl die Menschen es noch nicht verstehen – es ist auch nicht nötig -, weil sie alle zu jenem Teil der gemeinsamen Seele gehören, der die Korrektur nicht bewusst, sondern durch die Verbindung mit uns erreicht.

Unsere Pflicht besteht darin, uns zu verbinden, alle jene heiligen Funken des Gebens in uns zu vereinen, die dieses System vor uns korrigiert haben, – und die Korrektur abzuschließen.

Es ist eine außergewöhnliche Zeit, wir spüren, dass es ein besonderer Zustand ist. Und wir sehen, wie der Schöpfer uns hilft – uns die Möglichkeit gibt, uns zu vereinen und uns zu reinigen, um das zu verwirklichen, wonach wir uns so sehnen.

Auszug aus der ersten Lektion des Kongresses in der Arava, 18.11.2011


Wir haben eine zweite Chance

Kongress in der Arava. Lektion 1

Natürlich habt ihr davon gehört, dass Ari einmal zu seinen Schülern sagte: „Wenn wir heute nach Jerusalem hochgehen, werden wir die Endkorrektur (Gmar Tikun) realisieren können. Lasst uns in einer Stunde zusammenkommen und hochgehen, diesen Weg fortsetzen!“

Doch als eine Stunde später die Schüler eintrafen, sagte der eine, dass er aus irgendeinem Grund nicht kann, und der andere aus einem anderen Grund, den dritten lässt die Frau nicht gehen, der nächste kann der Kinder wegen aufgrund von Krankheit oder wegen anderer Probleme nicht. Und so konnten sie nicht zum Zustand von Gmar Tikun aufsteigen.

Wir verstehen nicht, wie solche Hindernisse die Schüler von Ari aufhalten konnten – im Vergleich zum Zustand der Endkorrektur, den sie erreichen konnten?

Wir begreifen jedoch nicht, welche Hindernisse dem Menschen von oben in den Weg gestellt werden, damit er sich der Korrektur nähert.

Wir sind nicht die stärksten und nicht die außergewöhnlichsten – gerade wir sind die schwächsten von all den großen Generationen, die vor uns da waren. Wir leben jedoch in einer besonderen Zeit, und diese Zeit verlangt nach einer großen Korrektur, deren Realisierung möglich geworden ist! Und darum, selbst wenn wir dessen nicht würdig sind, nicht stark genug sind und nicht besonders gut verstehen, was wir tun, bringt uns die höhere Kraft dennoch zusammen und treibt uns an.

Deshalb dürfen wir nicht vergessen, dass uns auferlegt wurde, uns lediglich nach unseren Möglichkeiten zu bemühen! Und der Schöpfer ist derjenige, der diese Arbeit für uns beendet.

Auszug aus der ersten Lektion des Kongresses in der Arava, 18.11.2011

Das Licht soll sich enthüllen und die Welt erleuchten

Kongress in der Arava. Gespräch während der Mahlzeit.

Wir stehen an der Schwelle eines sehr wichtigen Ereignisses – wir können aufsteigen und sogar hochspringen, wir haben alle Bedingungen dafür.

Es ist wirklich ein besonderer Zustand, der uns von oben geschenkt wurde. Es ist kein Ereignis, das lange geplant, organisiert, durchdacht wird und endlich kommt. Es gibt „Erweckung von unten“ (Itaruta de Letata) und „Erweckung von oben“ (Itaruta de Leila), wenn die Möglichkeit von oben gegeben wird, und das Wichtigste ist, diesen Moment nicht zu verpassen!

Deshalb haben wir es so spontan veranstaltet, und es ist schön, dass unsere Freunde aus der ganzen Welt es verstehen. Ich spüre darin eine wahre höhere Gunst, die uns erwiesen wurde – damit wir sowohl auf dem großen Kongress als auch danach bereit sind, das auszuführen, was uns für die Korrektur der Welt auferlegt wurde. Deshalb eröffnen sich uns solche Möglichkeiten.

Wir sind sehr aufgeregt. Ihr habt gefragt, wie wir diese Aufregung aufrechterhalten können; sie wird von allein kommen, von all den Freunden, die hierher kommen – alle werden die Begeisterung spüren. Und ihr werdet eine noch größere Begeisterung spüren, wenn ihr beginnt, diese „Tropfen der Barmherzigkeit“, die von oben hinuntertropfen, aufzufangen.

Wir müssen aus diesem ganzen Zustand eine sehr große Kraft gewinnen, die uns für die Korrektur der Welt bereit macht, und es fortsetzen. Das kommende Jahr ist wirklich entscheidend und schicksalsträchtig. Wollen wir hoffen, dass wir es schaffen, die Welt aus jenem Abgrund des Egoismus herausziehen, in dem sie sich befindet, und sie zur Stufe von Bina zu erheben – alle zusammen. Und dann werden wir ebenfalls eines Aufstiegs würdig sein.

Unter uns gibt es Freunde, die viele Jahre an unserer Seite sind und noch von der gleichen Hoffnung leben müssen. Weil sie auf das allgemeine Erwachen, auf die allgemeine Realisierung warten. Man könnte es mit einem Ehepaar vergleichen, das lange zusammenlebt und immer noch keine Kinder hat. Und ständig leben sie von der Hoffnung, dass sie endlich Kinder haben werden. So erlangen auch wir momentan den Zustand, in dem wir es endlich verwirklichen können!

Ich bin sicher, dass dieser Kongress wunderbar und sehr schön, mit großer Begeisterung verlaufen wird. Und das Wichtigste ist, diese Begeisterung bis zu unserem großen Kongress aufrechtzuerhalten und dort eine riesige Kraft der Vereinigung zu erreichen. Die Vereinigung ist unsere Sorge, und das, was diese Vereinigung erfüllt, ist dem Schöpfer auferlegt.

Wollen wir hoffen, dass wir eine so große Kraft, eine solche Kompression zur Vereinigung zwischen uns erreichen werden, dass uns wirklich das höhere Licht enthüllt wird, zumindest in dem allerersten Maße, und dann werden wir die ganze Welt erleuchten, was bedeutet, „das Licht für die Völker der Welt zu sein“. Für all diejenigen, die es noch nicht besonders gut verstehen und spüren können – und dann wird es sie näher bringen und anziehen. Auf diese Weise werden wir die Anweisung des Schöpfers erfüllen und uns mit Ihm verbinden. Für das Leben!

Auszug aus dem Gespräch während der Mahlzeit vor dem Kongress in der Arava-Wüste, 18.11.2011

Es ist die Zeit der Enkelkinder gekommen

Baal HaSulam: Artikel „Die Bürgschaft“ (gekürzte Version): Der Verdienst der Vorväter liegt darin, dass sie aus der Höhe ihrer Seelen und ohne vorausgehende Handlungen den Prinzip der Nächstenliebe realisiert haben. Sie hatten auch keine Möglichkeit, solche Handlungen umzusetzen. Darum wurde nur das Volk Israel mit Hilfe der gegenseitigen Bürgschaft verbunden.

Der Schöpfer hat ein Verlangen zu empfangen erschaffen, welches aus vier „Schichten“, aus vier Stufen der Tiefe (Awiut) besteht. Wir beginnen die Enthüllung der Schichten des Egoismus in der Reihenfolge vom Leichten zum Schwierigen hin. Die Seelen, welche die Analyse und die Korrektur bereits vollzogen haben, helfen anschließend bei der Arbeit an den folgenden Seelen, an den gröberen Schichten des Verlangens einer gemeinsamen, vereinten und zerbrochenen Seele.

Anfangs korrigieren sich die Seelen, die sich auf der Stufe der Vorväter befinden. Wir nennen sie auch „das Haus von Abraham“. Es geht um die Tausende von Menschen, die unter seiner Leitung die spirituelle Welt offenbarten. Ihr Awijut war sehr gering, und darum hatten sie es nicht nötig, im Unterricht das Licht, das zur Quelle zurückführt, heranzuziehen. Es reichte auch, wenn sie sich nur ein wenig verbanden, denn unter ihnen herrschte noch keine Entfremdung, sie waren noch nicht in den Egoismus, in seine ganzen vier Stufen abgestürzt.

Der Abstieg kam später, im ägyptischen Exil, wonach das Volk Israel das Licht brauchte, das zur Quelle zurückführt – d.h. die Methode, die am Berg Sinai erhalten wurde. Denn ein Mensch kann nur das korrigieren, was sich in seinem Inneren offenbart hat. Die Tora ist die Methode der Korrektur und dient der Arbeit mit dem bösen Trieb. Als dieser Trieb in Ägypten enthüllt wurde, offenbarte sich auch die Kraft des Lichts, welche fähig war, den bösen Trieb zu korrigieren.

Jedoch war die Korrektur auf der Stufe der Vorväter noch nicht erforderlich. Sie ist die „klarste“, die reinste Stufe des Awiut (0), die an sich dem Zustand einer Geburt gleicht . An dieser Stelle braucht man keine Tora und kein Licht, das zur Quelle zurückführt – es gibt noch gar nichts, was zur Quelle zurückzuführen wäre.

Anschließend folgt die Stufe der Söhne mit einem Awiut des ersten und zweiten Grades (1 und 2). Aber dann beginnt unsere Zeit, die Stufen des zweiten, dritten und vierten Grades von Awiut (2,3,4); sie zählen zu der Periode von „Maschiach“. In dieser Kette korrigiert jede Generation ihre eigene Schicht des gemeinsamen Verlangens, der gemeinsamen Seele.

Nun haben die Vorväter die Anziehung des Lichts während des Studiums, in den Zuständen der „Wüste“ nicht gebraucht. Die Situation, die sich in Babylon enthüllt hatte, genügte ihnen vollkommen. Jeder von ihnen enthüllte ein wenig seinen bösen Trieb, worüber die Tora metaphorisch berichtet. Sie erzählt, wie Abraham und Sara in das Land Kanaan gingen, wie Isaak seine Probleme mit Esav löste und spricht auch andere Fragen an.

Folglich gingen Jakob und seine Söhne nach Ägypten und starben dort (in diesem großen Verlangen zu empfangen). Danach durchlebten die Söhne Israels große Belastungen des Herzens und begannen an der Vereinigung zu arbeiten, um sich über den Hass zu erheben. Dennoch stiegen sie zuerst in ihrem Awijut noch tiefer ab, was sich in dem Satz „Sie bauten die Städte Pitom und Raamses“ äußerte. Anders gesagt, bei ihren Versuchen, eine Verbindung zu erreichen, bauten sie nicht die schöne Einheit, sondern etwas Armseliges, Elendes und Bedrohliches.

So gelangten sie zu der Notwendigkeit, ihrem Egoismus zu entfliehen, und erlebten die „zehn ägyptischen Plagen (Hinrichtungen)“, d.h. sie hatten zehn erfolglose Fluchtversuche. Jedes Mal, wenn sie sich an den Pharao wandten, um die Freiheit zu erbitten, erhielten sie eine Absage, bis die Bitterkeit unerträglich wurde. Erst dann, in einem Zustand vollkommener Dunkelheit, kann der Mensch seinem Egoismus entfliehen, und ist bereit, sich um jeden Preis über ihn zu erheben. „Ein Tod ist ihm lieber, als ein solches Leben“.

Folglich kommt er zur diese Phase abschließenden Überlegung und verlangt eine wahre Vereinigung mit den anderen, um wie ein Mensch mit einem Herzen zu werden, um die gegenseitiger Bürgschaft zu verwirklichen, und dann bekommt er die Methode der Korrektur.

Diese Methode führt ihn durch die verschiedenen Etappen auf dem spirituellen Weg: jedes Mal offenbart er in sich ein Zerbrechen und korrigiert es mithilfe des Lichtes, das zur Quelle zurückführt. Zum Schluss enthüllt und korrigiert er seinen gesamten, riesigen Egoismus.

Dieser Prozess findet nicht in der gesamten Menschheit, sondern in einer kleinen Gruppe der Nachfolger von Abraham statt. Auf dem Weg empfindet sie das Zerbrechen analog zum Zerbrechen in der spirituellen Welt, dann steigt sie herab und erst zum Schluss, in unserer Zeit, beginnt die wahre Arbeit an der Korrektur der gemeinsamen Seele.

Also, ungeachtet dessen, dass seit dem Sündenfall von Adam Ha Rischon die Vorväter und ihre Söhne Arbeit durchgeführt und ihren Abschluss der Korrektur auf der Stufe des ersten Tempels erreicht hatten, folgten dennoch Abstiege, die den spirituellen Brüchen entsprachen. Beide Tempel wurden zerstört, genauso, wie die zwei Parzufim in der Welt Nekudim zerbrochen waren.

Nach Tausenden von Jahren der Vermischung mit allen Völkern kommen wir zur Analyse und zur Korrektur – zu einer Realisierung unserer selbst. Genau jetzt, nach allen notwendigen „Präambeln“, beginnt wahre die Arbeit. Die Vorbereitung ist beendet, uns bleibt lediglich die Korrektur übrig.

Aus dem Unterricht zum Artikel „Die Bürgschaft“, 15.11.2011