Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wenn die Zeit verschwindet

„Vorwort zum Buch Panim Meirot“, Punkt 12: Das ist die geheime Bedeutung der Existenz von Zeit in unserer Welt.

Zunächst teilten sich die zwei oben genannten Gegensätze in zwei voneinander getrennte Wesen auf, also in ein System von reinen Welten und Sitra Achra, was der verborgene Sinn des Gesagten ist: „Eines gegenüber dem Anderen erschuf der Schöpfer“, in denen sich immer noch keine Korrektur verwirklichen kann, da sie sich in einem Träger befinden müssen – dem Menschen.

Somit brauchen wir die Existenz von Zeit, damit diese zwei Gegensätze im Menschen einer nach dem Anderen entstehen.

Es ist unmöglich, die zwei Gegensätze – die Eigenschaften des Schöpfers und der Schöpfung – sofort direkt miteinander zu verbinden.

Aus diesem Grund müssen wir uns schrittweise fortbewegen, indem wir zuerst in ein leeres Verlangen eintauchen und dann die Korrektur vornehmen und uns mit dem Licht erfüllen, und darauf folgen wieder die Leere, die Korrektur und das Licht.

Während wir auf diese Weise ab- und aufsteigen, kommen wir von unten nach oben voran, indem wir unser Verlangen vergrößern und es durch die Absicht zum Geben korrigieren.

Nur diese Veränderungen geben uns das Zeitempfinden. Und wenn sich das Verlangen und die Absicht in uns nicht verändern würden, hätten wir die Zeit nicht wahrgenommen und würden in einem unveränderlichen Zustand bleiben. Deshalb gibt es in der Welt der Unendlichkeit, wenn alles bereits korrigiert ist, keine Zeit.

Sich in dem spirituellen Raum zu befinden bedeutet, sich an einen Zustand, an ein Prinzip, das über allen Dimensionen liegt, anzuheften. Deshalb empfinden wir dort keine Zeit.

Dieser Zustand ist uns sogar aus dem alltäglichen Leben bekannt: wenn wir mit Spielen oder Arbeiten beschäftigt sind, merken wir nicht, wie die Zeit vergeht.

Wahrscheinlich durchlaufen wir eine Menge Zustände, doch darüber hinaus sind wir auf einen einzigen Punkt fixiert – dann nehmen wir die Zeit nicht wahr.

Das heißt, die Zeit hängt nicht davon ab, wie wir uns durch Auf- und Abstiege, durch Zustände des Klein- und Großseins bewegen, sondern inwieweit wir dieser einen Richtung, dem einzigen Punkt der Verschmelzung, trotz aller Schwankungen ergeben sind. Dann empfinden wir die Zeit nicht.

Deshalb erheben wir uns in der spirituellen Welt über die Zeit. Denn den Machsom zu durchqueren bedeutet, sich an dieses Prinzip zu halten. Dann fängst du an, wahrzunehmen, was es bedeutet, über der Zeit zu sein.

Hier gibt es nichts Mystisches – wir erheben uns in unseren Empfindungen über die Dimensionen, und aus diesem Grund verschwindet die Zeit.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 07.07.2010

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Wozu brauche ich diese Welt?

In der Natur gibt es zwei Kräfte – die Kraft des Erhaltens und die Kraft des Gebens. Diese zwei Kräfte zeichnen die Bilder auf unserem Wunsch zu genießen, wie am Bildschirm des Computers, so sehe ich das Weltbild, mich und meine Umgebung.

Laut Baal HaSulam gibt es im hinteren Teil unseres Gehirns den Bildschirm, auf dem wir das Weltbild wahrnehmen.

Dieses Bild entsteht mit Hilfe zweier Kräfte – mit Hilfe der erhaltenden (linken) Kraft und der gebenden (rechten) Kraft. Die Kombination dieser zwei Kräfte auf meinem egoistischen Material zeichnet mir das ganze Bild der Realität.

Ich empfinde dieses Bild – und mir scheint es so zu sein, dass diese Realität eine äußere ist.

Dabei projiziere ich selbst mein inneres Bild – und „sehe so die Welt“. Als ob ich dieses Bild nach außen herausziehen würde.

Warum funktioniere ich auf diese Weise? Warum sehe ich meine Innenwelt in der äußerlichen Form? – Um sich dazu egoistisch, missachtend und feindlich zu verhalten. Also habe ich die Möglichkeit, sie zu erforschen und mich zu korrigieren.

Wäre diese Empfindung nicht außerhalb von mir, sondern innerhalb, könnte ich mich niemals korrigieren, weil ich alles mögen würde, was aber außerordentlich egoistisch wäre.

Weil aber mein Ego nach draußen erscheint und als fremd empfunden wird, verhalte ich mich zu meinem Äußerlichen negativ und egoistisch, wie zu einem Fremden, während ich mich zu meinem inneren Teil positiv verhalten würde – somit habe ich die Möglichkeit, zwischen dem „Äußeren“ und „Inneren“ zu unterscheiden.

Die Welt wurde in zwei Teile geteilt: ich und die Anderen! Und ich verstehe nicht, dass alles Äußere sich in meinem Inneren befindet!

Es wurde mir ermöglicht, mein inneres Wesen im äußerlichen Bild zu sehen: Schaue an, wer du eigentlich bist und wie du dich gegenüber deiner Umgebung verhältst! So bist du auch in deinem Inneren.

Du sagst: „Seht mal, was für ein Idiot er ist! Der da ist ein Faulenzer, und der hier – ein Dummkopf! Wie hasse ich sie alle!“ – und dies alles sind deine inneren Eigenschaften, und nicht die fremden Eigenschaften!

Diese Offenbarungen helfen mir gerade. Andernfalls könnte ich niemals „den bösen Anfang“ – den egoistischen Wunsch – bis zum Ende enthüllen, erst alle zu hassen – um dann zu verstehen, dass es meine inneren Eigenschaften sind, die nach draußen projiziert werden.

Dann beginnst du zu verstehen, welche Hilfe der Schöpfer geleistet hat, als dir solche Wahrnehmung der Realität gegeben wurde – dein Inneres draußen zu sehen.

Du beginnst zu verstehen, inwiefern es dir hilft, weil du sonst innerhalb deines Ich vollständig geschlossen wärst. Und hier gibt es „etwas in mir, dass ich nicht für meines“ halte.

Deshalb wird unsere ganze Arbeit auf die Harmonisierung meines inneren Ich – mit der Außenwelt und besonders mit der Gruppe gerichtet. Man praktiziert eben in der Gruppe.

Wenn ich mich bemühe, mit der Gruppe zu arbeiten und verhalte mich zu den Freunden wie zu mir selbst – dann stelle ich die Unmöglichkeit der Vereinigung fest, da hilft leider keine Selbstüberzeugung.

Ich kann mich sogar zum kleinen Teil der Menschheit, der das gleiche Ziel verfolgt, zur Gruppe, nicht wie zu mir selbst verhalten – das heißt über die egoistische Vernunft hinweg.

Dann beginnst du, diese Selbstsucht, die vom Schöpfer künstlich geschaffen wurde, gerade zwecks ihrer Annullierung zu benutzen.

Alleine kannst du es nicht machen, du musst es nur wünschen und den Schöpfer bitten, die Selbstsucht zu korrigieren. Warum muss man bitten? Um die Verbindung mit dem Schöpfer aufzubauen!

„Wie denn?!… Verstehe, dass du es bist! Verhalte dich zu den anderen mit Liebe, denn sie sind die Teile deiner Seele!“ – „Ich kann es … nicht“

„Aber es sind doch deine Freunde, deine Nächsten, sie verfolgen das gleiche Ziel! Schließlich, was trennt euch voneinander?!“ – Die Kraft des Zerbrechens, die der Schöpfer als eine Art Hindernis stellte – und ich kann es nicht überwinden.

Dann bittest du gerade darum, dich zu korrigieren – du bittest um die Korrektur – und bringst die ganze äußere Welt in die innere Harmonie.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 24.06.2010

Warum brauche ich diese eingebildete Welt?

Eine Frage, die ich erhielt: Welche Sichtweise über die Wahrnehmung der Realität hat die Wissenschaft der Kabbala?

Meine Antwort: Der Ansatz ist sehr einfach. Ein menschliches Wesen ist ein Verlangen. Dieses Verlangen imaginiert sich selbst von innen heraus – wer bin ich, was bin ich, woraus bestehe ich, wie existiere ich und was und wie fühle ich? Zusätzlich stellt es sich vor, dass es außerhalb von diesem Verlangen existiert, als ob es eine andere Form von Verlangen gibt, auf irgendeine Weise außerhalb von sich abgebildet.

Es gibt eine tiefe Kluft zwischen dem Verlangen, welches erscheint, als gehöre es zu mir (in dem ich mich selbst einbilde) und dem Verlangen, in welchem ich alles um mich herum wahrnehme. Das Verlangen, in dem ich mir meine äußere Umgebung einbilde, ist getrennt von meinem inneren „Ich“.

Dieses äußere Verlangen fühlt sich fremd an in Bezug zu meinem inneren Verlangen; ich analysiere es allerdings nur in dem Maße, in dem das innere Verlangen davon profitieren kann, das heißt, daraus Genuss erhält. Deshalb kann ich dieses äußere Verlangen abtöten; ich kann es aus dem gesamten Leben und Licht beseitigen, da es mir egal ist, was damit geschieht. Das Wichtigste für mich ist, etwas für mein inneres Verlangen zu erwerben.

Warum nehmen wir die Welt und uns selbst auf diese Weise wahr? Baal HaSulam erklärt, dass es nur ein Verlangen gibt, aber es hat zwei innere, inhärente Unterscheidungen – die Trennung in das Innere und das Äußere. Durch diesen Bruch hat uns der Schöpfer befähigt, den Unterschied zwischen Ihm und uns zu fühlen – zu empfinden, wie gegensätzlich wir zueinander sind und wie entfernt Er von uns ist. Aber anstatt Ihn zu fühlen, imaginieren wir die Welt, die sich nun um uns herum befindet.

Wie sonst kann Er Sich, die Eigenschaft des Gebens, in uns, die Eigenschaft des Empfangens, einflößen? Er tut dies, indem er uns ein Beispiel darüber gibt, woraus diese zwei Formen der Natur gebildet sind, was es bedeutet, zu empfangen und zu geben.

Individuelle Arbeit mit dem Buch Sohar

In meinem Inneren wünsche ich mir, den Schöpfer und alle Teile meiner Seele zu sehen: Keter, Chochma, Bina, Daat, Chessed, Gwura, Tiferet, Nezach, Hod, Yesod, Malchut und deren Verbindungen untereinander.

Diese Eigenschaften können auch Abraham, Isaak, Esau, Ismael, Jakob und die 12 Brüder (Söhne Jakobs), Josef, David und Salomon genannt werden. Und von allen Seiten kleiden sich darin gute und böse Kräfte wie Hiob, Pharao usw.

Wir müssen uns den spirituellen Körper nicht nur als drei Linien vorstellen, sondern multidimensional. Genauso wie der menschliche Körper aus einer Vielzahl von verschiedenen Systemen besteht: das Lymphsystem, das Nervensystem, der Blutkreislauf und viele andere, über welche wir noch nichts wissen. Und zusätzlich gibt es dort Energien, Flüssigkeiten und chemische Substanzen, die hindurch fließen. Der spirituelle Körper enthält noch mehr Bestandteile und Verbindungen, weil jeder Abschnitt aus verschiedenen Eigenschaften, verschiedenen Arten von Verbindungen und verschiedenen Formen auf den unterschiedlichen Stufen besteht.

Wir sind unfähig dies zu lernen, bevor wir es tatsächlich fühlen können. Jeder der denkt, dies lernen zu können, ist ein Narr. Was wir brauchen, ist nur das Verlangen danach, in diesem integralen System zu existieren, in dem alles in der Absicht zu geben handelt. In diesem System werden wir den Schöpfer und die Schöpfung finden. Kurz gesagt, befindet sich alles darin. Wir müssen alles gemäß dem Prinzip „Ein Mensch ist eine kleine Welt“ betrachten.

Allerdings sprechen wir nicht über unsere Welt und unsere physischen Körper. Ein „menschliches Wesen“ bin ich, und eine „kleine Welt“ ist das Buch Sohar und seine Geschichten.

Ein Buch, das unsere Augen öffnet

Die Wissenschaft der Kabbala enthüllt uns eine riesige neue Welt, die spirituelle Welt, die unsere gesamte heutige Welt wie ein winziges Sandkorn im gesamten Universum einschließt. Jedoch wie können wir eine Empfindung der spirituellen Welt erlangen? Es ist wie bei einem Baby, das kein Wissen oder keine Gefühle dafür besitzt, dass es sich mit der umgebenden Welt in einer Beziehung befindet. Jedoch allmählich sammelt es Eindrücke dieser Welt, hört und erkennt Töne, sieht Bilder, unterscheidet Farben und fühlt den Unterschied zwischen heiß und kalt. Es muss all dies von den Eindrücken, die es empfängt, erlernen.

Zuerst, beispielsweise, entwickelt es einfach seine Sinne und lernt, die Anwesenheit oder Abwesenheit von Geräuschen wahrzunehmen. Später beginnt es, verschiedene Wahrnehmungen in jedem der Sinne zu unterscheiden. Was einen entwickelten Menschen von anderen Menschen unterscheidet, ist, dass seine Sinne fähig sind, Dinge feiner zu empfinden. Für einen Musiker erwecken Töne eine komplette Welt der Gefühle. Ein Künstler lebt in der Welt der Farben, ein Schriftsteller fühlt die Nuance jedes Wortes.

Jedoch all dieses erlangt ein Mensch stufenweise. Wir existieren in einer Art der Realität, die sich uns stufenweise offenbart. Sie beeinflusst uns, lässt uns Fortschritte machen und formt in uns die Fähigkeit, sie wahrzunehmen. Auf diese Weise ist die materielle Wirklichkeit, diese Welt, eingerichtet; und wir entwickeln und offenbaren die spirituelle Welt entlang der genau gleichen Stufen und durch die gleichen Gesetzmäßigkeiten.

Es gibt ein besonderes Buch, das beständig unsere Wahrnehmung der spirituellen Welt zusätzlich zu dieser Welt entwickelt. Dem Wesen nach leben wir in einer einheitlichen, gemeinsamen Welt, jedoch relativ zu uns teilt sie sich in einen Teil, den wir wahrnehmen können, und in einen Teil, der vor uns verborgen ist. Um den verborgenen Teil der Welt zu enthüllen, müssen wir beginnen, ihn in direkter Art und Weise zu spüren, so wie Babies. Das ist, was das einzigartige Buch, Das Buch Sohar, für uns tut.

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Buchstaben sind Verlangen

„Vorwort zum Buch Sohar„, Punkt 9: Wie im Buch Sohar bezüglich der Zweiten Einschränkung geschrieben steht, spricht der Sohar nicht von der Welt Azilut als solcher, weil diese als der weiße Hintergrund im Buch betrachtet wird. Untersucht wird vielmehr nur deren Leuchten in den drei Welten BYA, welche die Farben, die Buchstaben und deren Kombinationen im Buch darstellen, auf dem Hintergrund der Welt Azilut.

Alles geschieht innerhalb des Verlangens zu empfangen. Alle Buchstaben sind Gefäße der Wahrnehmung (Kelim), sie sind verschiedene Formen des Verlangens zu empfangen, die sie unter dem Einfluss des Lichts annehmen.

Wenn das Licht das Verlangen beeinflusst, führt es dieses durch alle Phasen der Entwicklung – Schoresch (O), Alef (1), Bet (2), Gimel (3) und Dalet (4). Das Ergebnis ist Malchut, das sogenannte „Kli“ – das Gefäß der Wahrnehmung.

Eine andere Möglichkeit dies auszudrücken ist, dass es Keter – Rosh (Kopf) gibt, und von dort „Taamim“ (Geschmäcker), „Nekudot“ (die Punkte bei den Buchstaben, welche für die Vokale stehen), „Tagin“ (die Kronen über den Buchstaben) und „Otiot“ (Buchstaben) sich nach unten ausbreiten. Die Buchstaben sind die letzten Reshimot (Erinnerungen) der Nekudot (des Verschwindens des Lichtes).

In jedem Fall sprechen wir ausschließlich über das Verlangen; dies ist das Einzige, wovon das Buch Sohar spricht. Wir müssen uns genau auf diese Art von Wahrnehmung ausrichten – darauf, dass alles, worüber wir sprechen, nur von unserem Verlangen handelt, und was darin geschieht.

Der Sohar spricht nicht darüber, wie das Licht sein Handeln plant, wie es zu uns herabsteigt, uns kontrolliert und im Hintergrund arbeitet. Dies ist nicht unsere Angelegenheit, denn wir können nicht die abstrakte Form und das Wesen begreifen. Wir befinden uns in einem Raum, genannt „das Verlangen zu empfangen“, in dem wir leben. Dieser gehört uns und wir gehören ihm.

Dies sollte uns dabei helfen, den richtigen Ansatz für das Studium der gesamten Wissenschaft der Kabbala zu finden, einschließlich des Buches Sohar. Die Kabbala spricht nie über etwas anderes, als über die Seele.

Das Einzige, wovon in der Kabbala gesprochen wird, ist, wie die Kabbalisten dieses Verlangen zu empfangen enthüllen, welches vom Schöpfer geschaffen wurde und als Seele bezeichnet wird und was in diesem Verlangen geschieht. Unser gesamtes Studium dient nur diesem Zweck: den Schöpfer in dem erschaffenen Geschöpf zu enthüllen, in der Seele.

Wenn ein Mensch jedoch die Tora oder die Kabbala aus irgendeinem anderen Grund außer der Enthüllung der Eigenschaft des Gebens im Verlangen zu empfangen studiert, ist dies kein wirkliches Studium der Tora. Mehr noch, er verwandelt es in einen „Todestrank“ und entfernt sich immer weiter von der Wahrheit.

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Wir leben in einer Epoche spiritueller Befreiung

Unsere Zeit ist ein Zeitalter der Befreiung vom Egoismus, eine Zeit, in der uns der Schöpfer enthüllt wird. Wir müssen handel, als ob diese Enthüllung jeden Augenblick stattfinden kann, denn egal, wie weit entfernt wir uns diesen Augenblick denken, findet die spirituelle Handlung immer spontan statt.

Der Augenblick vor dem Auszug aus Ägypten hat niemand daran gedacht, dass es möglich wäre. Plötzlich sprach der Schöpfer: „ Heute Nacht wird es geschehen!“ Und du wirst sofort in die Dunkelheit eingetaucht und musst rennen.

Die „Dunkelheit Ägyptens“ ist ein qualitatives Konzept, das die Abwesenheit des Schöpfers symbolisiert. Es hat nichts mit physischem Leiden zu tun. Physischer Schmerz und Leiden dienen nur als Vorstufe, um uns aus unserem egoistischen Kampf und Wettbewerb aufzuwecken und erhebt unsere Gedanken über unser materielles Leben.

Doch kann Leiden das menschliche Wesen in uns wirklich erwecken und uns verstehen lassen, was mit uns geschieht und wohin uns das Schicksal führt? Tatsache ist, dass wir die Kabbala brauchen, damit wir zu dieser Erkenntnis gelangen. Ohne sie werden wir noch jahrelang leiden, bevor wir den wahren Grund und den Zweck unserer Probleme verstehen. Darum ist die Verbreitung der Kabbala so wichtig.

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Wir müssen die Gesetze der Höheren Welt erlernen, bevor wir sie betreten können


Eine Frage, die ich erhielt: Die Wissenschaft der Kabbala ist die Methode, den geschaffenen Wesen dieser Welt den Schöpfer zu offenbaren. Aber wie können wir den Schöpfer enthüllen?

Meine Antwort: Nehmen wir an, ich möchte einem kleinen Kind die Quantenphysik erklären. Ich muss die Erklärungen mit den einfachsten Dingen und Grundgesetzen starten. Und für das Kind werden viele Jahre vergehen, um alle Formeln und Definitionen zu erlernen. In der Wissenschaft der Kabbala schreiten wir in der gleichen Weise voran, Schritt für Schritt, indem wir uns allmählich durch die Stufen der Welten bewegen, die jenes verbergen, was uns vorläufig schaden könnte. Schicht um Schicht enthüllen wir, was zu unserem Nutzen ist, soweit wir zum Lernen in der Lage sind.

Es ist unmöglich in die spirituelle Welt einzutreten, ohne ihre Gesetze zu kennen, ebenso wie wir in dieser Welt ohne die Kenntnis der Gesetze dieser Welt nicht überleben könnten. Tatsächlich werden wir in den ersten 15 bis 20 Jahren unseres Lebens über die Gesetzmäßigkeiten dieser Welt unterrichtet. Gleichfalls kann ein Mensch nur dann die spirituelle Welt betreten, wenn er alles notwendige Wissen über die Existenz der Seele in ihr besitzt.

Daher gibt es eine Periode der Vorbereitung, durch die wir jetzt hindurchgehen. Die nächste Stufe unserer Entwicklung wird uns offenbart werden, wenn wir dazu bereit sind.

Jeder Mensch ist verpflichtet, die Höhere Welt durch dieses Leben zu erreichen. Alles was wir dazu tun müssen, ist, durch die richtige Vorbereitung zu gehen, um in der Lage zu sein, sie zu empfinden und in ihr zu leben.

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Kabbala lehrt uns, wie wir empfangen, um zu geben


Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann das Verlangen zu empfangen die Form des Gebens annehmen?

Meine Antwort: In meinem Verlangen zu empfangen kann ich nur empfangen und bin nicht in der Lage, irgendetwas an irgendjemand zu geben. Ich bin nicht die Quelle der Freude oder das Licht, da nur der Schöpfer gibt, weil Er das Licht hat. Indem ich jedoch von dem Einen empfange, der mich liebt, um Ihn zu erfreuen, werde ich zum Gebenden! Die Handlung des Empfangens ändert sich nicht, da ich als geschaffenes Wesen nur empfangen kann. Ich füge lediglich eine korrekte Absicht zu meinem Genuss hinzu, was mir erlaubt, jemand anderen mit Freude zu füllen.

Dennoch, die Bande der gegenseitigen Liebe helfen mir, die Freude des Empfangens in Mittel des Gebens für jemand anderen umzuwandeln. Das ist genauso, als würde ein Gast bei einem Mahl zugreifen, um dem Gastgeber Freude zu bereiten. Die Freude eines anderen wird vorrangig für mich, da ich Freude empfange, wenn ich ihm Freude bereite.

Das ist, was Kabbala uns lehrt; wie man empfängt, um ein Gebender zu werden.

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Es ist sinnlos die USA für die Finanzkrise verantwortlich zu machen

Eine Frage, die ich erhielt: Stehen Sie, wie die meisten Menschen den USA kritisch gegenüber? Sind Sie der Meinung, dass die USA für die Finanzkrise verantwortlich ist? Und denken Sie, dass nur die USA eine Lösung finden kann?

Meine Antwort: Die ganze Welt beschuldigt die USA. Aber wenn ein anderes Land die Gelegenheit gehabt hätte dasselbe zu tun, hätte es dies nicht getan? Die Amerikaner haben ein System aufgebaut, dass sie in die Lage versetzt hat die ganze Welt „auszunutzen“. Wer hätte nicht das gleiche getan? Die USA waren damit erfolgreich und alle anderen sind nun beleidigt, weil die USA es geschafft hat und nicht sie selbst. Man sollte sich also selbst für das eigene Versagen anklagen und nicht die Amerikaner für ihren Erfolg schimpfen.

Der Grundsatz des Kapitalismus „meines ist meins und deines ist deins“ hat für eine ganze Weile gut funktioniert und die Menschen waren stolz darauf. Nun fühlt es sich jedoch zunehmend unfair an. Das liegt daran, dass die Welt eine spirituelle Schicht offen legt, und es mehr und mehr klar wird, dass die Menschen in ihrem Wesen ungleich sind.

Aus diesem Grund können nicht alle Menschen dieselben Gelegenheiten erhalten. Dies zerstört die Gesellschaft, statt sie aufzubauen. Die Möglichkeiten sollten nicht einfach gleich sein, sie sollten unter Einbeziehung der persönlichen Fähigkeiten, Bildung und Können gleichwertig sein.

Je weniger ein Mensch zu tun in der Lage ist, desto mehr sollte die Gesellschaft dafür sorgen diesen Mangel auszugleichen. Wenn Du stärker bist als ich, solltest Du weniger Hilfe bekommen. Wir haben alle Fähigkeiten von der Natur, vom Schöpfer erhalten und ihr Ausgleich sollte von der Gesellschaft kommen.

Sind also gleiche Chancen gut? Nein, sie sind zerstörerisch. Wir müssen wissen, wie viel jeder Einzelne von Geburt an mitbekommen hat, wie er aufgewachsen ist und dann müssen wir das ergänzen, was er benötigt um mit den anderen gleichberechtigt leben zu können.

Das ist Gerechtigkeit, die zu Frieden führen wird. Niemand wird dann einen Grund haben sich darüber zu beklagen, dass er etwas entbehren muss oder ungleich behandelt wird. Und so lange dies nicht geschieht, wird es keinen Frieden in der Welt geben.

Ist es jedoch möglich solches umzusetzen? Ja, aber dazu müssten wir die inneren Daten jedes Einzelnen kennen und dies ist nur möglich, wenn wir die Seelen der Menschen entdecken, die inneren Kräfte und Eigenschaften jedes Menschen. Diese Enthüllung geschieht, wenn wir alle zur Einheit streben.

In Kabbalistischen Worten ausgedrückt, werde ich Dich beispielsweise als einen Achap zu meinem Galgalta Enayim hinzufügen und dies wird in einem vollen Gefäß (Kli), das aus den zehn Sefirot zusammengesetzt ist, resultieren. So erfüllt jeder die Wünsche aller. Und dies ist der einzige Weg Gleichberechtigung und Vollkommenheit zu erreichen.

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