Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wo ist das Ergebnis?

Frage: Gestern habe ich den ganzen Tag darüber nachgedacht, dass das Weltkli sich auf das Ziel ausrichten soll. Hat es geholfen, die Bürgschaft zwischen uns zu stärken?

Meine Antwort: Wir können die Ergebnisse unserer zufälligen, momentanen Handlungen nicht sehen. Alles, was wir tun, wird von dem Gesamtsystem „absorbiert“. Der Mensch muss viele Jahre arbeiten – und plötzlich erhält er das Ergebnis. Warum? Er hat Dinge korrigiert, die sehr weit von ihm entfernt sind, und dennoch gehören sie zu der gleichen Seele, zu seiner Seele. Und solange sie in ihrer unteren, in der tiefsten Schicht nicht korrigiert ist, wird er sie nicht im geringsten Maße wahrnehmen können.

Und darum bedarf es Zeit, bis alle Teile seiner Seele sich in seiner Wahrnehmung untereinander vereinen. Erst dann wird er sie als sein eigenes System empfinden können.

Gestern hast du den Gedanken an das Ziel nicht losgelassen und dennoch kein Ergebnis gespürt. Mehr noch: ein ganzer Monat solcher Überlegungen kann genau auf die gleiche Weise enden. Es kann aber auch sein, dass das richtige Ergebnis genau das Gefühl dessen Fehlens ist, welches in dir einen neuen, starken Impuls auslöst.

Wir müssen einfach arbeiten. Das Gesamtsystem ist groß und vor uns verborgen. Wir investieren unsere Anstrengungen darein, ohne zu wissen, mit welcher Geschwindigkeit sich das Ergebnis nähert und wie es sein wird – doch die Enthüllung kommt schlagartig!

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 02.03.2011

Ein Augenblick der Schwäche für den großen Eroberer

In unserer Welt sind wir es gewohnt, unabhängig zu handeln. Ich brauche meine ganze Kraft, mein ganzes Wissen, alle Energie, das ganze Potential, um mit meiner Umgebung verbunden zu sein, meine angeborenen Fähigkeiten, sowie Gewohnheiten, die ich durch Erziehung und Bildung habe. Ich bin die Quelle; ich bin der Mittelpunkt. Ich handle aus mir selbst und bahne mir meinen Weg in der Welt.

Bei jedem Schritt auf dem Weg sehen wir, wie effektiv diese Einstellung ist. Schließlich wurden wir durch die Kraft des Egoismus, den Willen zu genießen, geboren. Und weil wir dieses Verlangen dazu nutzen, um „erfolgreich“ zu sein und für uns selbst Gewinn zu erlangen, nutzen wir daher alles, was wir haben, unsere inneren Fähigkeiten und die äußeren Mittel.

Ich habe Kraft, Vernunft, Antrieb und Mut – all die Dinge, die mir angeboren sind und ich nutze sie außerhalb, aus mir heraus nach außen hin. Doch das ist es nicht, was bei der Korrektur der Seele geschieht. Wenn mein Ziel, das ich habe, nicht ist, in dieser Welt, sondern in der spirituellen Welt erfolgreich zu sein, wenn ich in diese Welt hindurchbrechen und sie erlangen will, dann entdecke ich, dass ich dazu am Anfang nicht tauge. Ich habe nicht die Kräfte, das Verständnis oder die Eigenschaften, die mich befähigen, selbst näher zu kommen und zu attackieren, durchzubrechen und die Höhere Welt zu erobern.

Es braucht Zeit, um das zu realisieren. Doch danach, wenn ich erkenne, dass meine normalen „Werkzeuge“ hier machtlos sind, erlebe ich Schwäche, gebe auf und weiß nicht, was ich tun soll. Normalerweise hat der Mensch dadurch einen großen Abstieg. Schließlich besitzt er keine Mittel, um zu erlangen, wonach er verlangt. Was also soll er tun?

Hier gibt es zwei Dinge, die man erkennen muss:

1.Ich gehöre oder entspreche in keiner Weise zur spirituellen Welt, sei es in Form oder Aussehen. Jetzt ist das für mich völlig klar. Und dieser Augenblick der Schwäche ist ein guter Anfang. Denn im Wesentlichen sagt das etwas über die Wahrnehmung meiner eigenen Natur aus, die von der spirituellen Natur losgelöst ist und mir nicht im Geringsten helfen wird. Ich habe keinerlei Triebe, Mittel, Werkzeuge oder Möglichkeiten, meinen Weg zu dem Ort zu finden, an dem ich sein möchte. Ich werde daraus nicht schlau. Ich bin spirituell unbeweglich und gesperrt.

2. Ich kann eine Kraft bekommen, die mir helfen wird und einen Verstand, der mich durch die Umgebung auf die Erlangung der Höheren Welt ausrichten wird. Denn die Unmgebung ist schließlich das Mittel, um die Höhere Welt zu erreichen und sie ist genau neben mir gegenwärtig. Es ist die Gruppe, zu der ich von Oben gebracht wurde und durch die ich Höhere Kräfte bekommen kann, damit sie auf mich einwirken.

Ich erlange die spirituelle Welt nicht, indem ich aus mir selbst heraus nach außen gehe. Ich kaufe sie nicht, absorbiere sie nicht oder breche zu ihr durch, sondern ich muss mich selbst nur angleichen, um sie zu erobern. Dann werde ich entdecken, dass ich in ihr bin.

Diese Weise, diese Einstellung zur Arbeit und ihrem Ergebnis, sowie die Übereinstimmung meiner selbst mit der Höheren Welt ist das völlige Gegenteil von dem, womit wir in unserer Welt arbeiten. Hier muss ich das, was ich mir wünsche, erreichen, aneignen odere erobern, während die spirituelle Welt hingegen von Anfang an für mich bereit ist Ich befinde mich schon in ihr und alles, was ich tun muss, ist, mich zu verändern, damit es sichtbar wird.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 28.02.2011, Schriften von Rabash

Durch das Prisma der beiden Verlangen

Wir müssen uns ändern um den Schöpfer erreichen zu können, weil wir Ihn in neuen Gefäsen der Wahrnehmung erlangen, in neuen Verlangen. Offensichtlich sind die Verlangen selbst nicht neu, sondern sie verbinden sich in uns, auf neue Weise.

Wir besitzen das Verlangen, Vergnügen zu empfangen und das Verlangen zu schenken. Um den Schöpfer zu enthüllen, müssen wir eine solche Verbindung zwischen diesen Verlangen in uns selbst schaffen, die es uns ermöglicht, Ihn zu erkennen. Der Schöpfer besitzt 125 aufeinanderfolgende Formen der Enthüllung, während Er Sich Selbst für uns mehr und mehr enthüllt, genauer und genauer. Es sind 125 Stufen entlang denen wir aufsteigen und fähig werden Ihn immer mehr zu sehen, und zu spüren.

Wie finden wir den Schöpfer? Sobald wir eine Verbindung zwischen unserem Verlangen zu empfangen und dem Wunsch zu schenken geschaffen haben, wo der Wille zu schenken über den Willen zu empfangen auf der ersten spirituellen Stufe herrscht, indem er eine Form gleich zum Schöpfer annimmt, sehen wir unmittelbar den Schöpfer durch diese Verlangen und ihre Einheit.

Mit anderen Worten, ich muss in mir eine gemeinsame Eigenschaft zwischen dem Verlangen zu geniessen und dem Verlangen zu schenken schaffen, so dass es identisch, gleich und vollwertig zum Schöpfer auf der kleinsten Stufe Seiner Enthüllung wird. In diesem Fall werde ich Ihn erkennen, verstehen und spüren.

Auch in unserer Welt existieren verschiedene Naturerscheinungen. Um sie zu verstehen muss ich intelligenter werden, zusätzliche Wahrnehmungen erlangen und mehr studieren. Dann werde ich beginnen zu verspüren was geschieht, auf welche Art und Weise, und was diese Phänomene sind.

Das gleiche geschieht in der Weisheit der Kabbala. Um in jedem von uns eine Verschmelzung hervorzurufen, eine gemeinsame Durchdringung des Verlangens zu empfangen mit dem Verlangen zu schenken auf der ersten spirituellen Stufe und weiter auf allen 125 Stufen, benötige ich das Licht, das diese Veränderung in mir schafft, ich selbst bin dazu nicht in der Lage, weil ich mich auf der untersten Stufe befinde, ich besitze nicht die geringste Idee, was ich auf der nächsten Stufe werden muss, wie ein kleines Baby, das nicht weiss, wie es aussehen wird, wenn es ein Jahr alt sein wird.

Daher wurde uns das Studium gegeben. Wir müssen uns hinsetzen und von den authentischen Quellen lernen, und die beste Quelle, aus der das Licht hervorkommen kann ist das Buch Sohar. Wenn wir dieses Buch zusammen studieren, wird das als „Glaube über dem Verstand“ angesehen, sofern, während wir das tun, jeder darüber nachdenkt, wie er sich mit den anderen vereinigen wird. Dies geschieht weil wir in der Verbindung zwischen uns die Form des Schöpfers erzeugen, die richtige Paarung zwischen dem Verlangen zu empfangen und dem Willen zu schenken, so dass das Verlangen zu schenken über das Verlangen zu empfangen herrscht, ihm hierbei die richtige Form gebend.

Wenn ich mir wünsche, dass es während des Studiums geschehe, ist das ausreichend. Es gibt kein grösseres Gebot und nichts lebenswichtigeres. In diesem Fall ziehe ich das Licht an, damit es diese Verlangen für mich angleichen wolle.

Es ist das Licht, das dies leistet. Ich benötige nichts anderes zu wissen. So wünscht ein kleines Kind zu wachsen und deshalb läuft, spielt und tut es, was immer es tun kann. So tue ich, wie ein Kind, alles was möglich ist, um das Licht zu veranlassen, zu kommen, mich umzugestalten und mich zurück zur Quelle zu bringen, zum Schöpfer.

Aus dem ersten Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 18/02/2011, „Einführung in den Sohar“

Erkenne dich selbst, erkenne den Schöpfer

Der Schöpfer hat einen vollkommenen Zustand erschaffen, wo wir vollkommen sind und in der Verschmelzung mit Ihm existieren. Doch um diesen Zustand zu empfinden, müssen wir zuerst eine Sensibilität dafür entwickeln und lernen, seine Komponenten zu unterscheiden. Diese Sensibilität muss aus unserm Innern kommen; wir müssen eine spirituelle Wahrnehmung erwerben. Es ist unmöglich, die Wahrnehmung außerhalb zu bekommen, obwohl der Schöpfer allmächtig ist.

Das Geschöpf muss seinen eigenen Zustand im Vergleich zu dem des Schöpfers spüren. Es soll sich in der Verschmelzung und der Vollkommenheit zwischen sich selbst und dem Schöpfer erfreuen und seine Ähnlichkeit mit dem Schöpfer spüren, denn es gibt nichts Vollkommeneres. Dazu muss das Geschöpf zwei Zustände in seinem Innern haben, zwei Elemente der Wahrnehmung oder zwei Eigenschaften: das, was es selbst ist und das, was der Schöpfer ist. Es muss fähig sein, die Unterschiede dieser Eigenschaften in ihrer Tiefe zu erkennen. Nur dann wird das Geschöpf den Wert und die Erhabenheit der Verschmelzung mit dem Schöpfer spüren.

In dem erschaffenen Wesen muss es zwei Gegensätze geben. Aus einem vollkommenen Zustand und erschaffen vom Schöpfer, müssen wir zuallererst unsere eigene Natur erkennen, als ob es den Schöpfer nicht geben würde. Und dann, Schritt für Schritt, müssen wir die Stufen gehen, um die Natur des Schöpfers zu erkennen.

Dann werden wir das Ziel erreichen: Wir werden unsere Natur und die Natur des Schöpfers, und die Trennung und Einheit zwischen ihnen erkennen. Schließlich wird uns das Kraft und eine Empfindung der Größe des vollkommenen Zustandes geben, in welchem wir jetzt schon existieren.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 22.02.2011, Schriften von Rabash

Schlechte Nachrichten für den Egoismus

Kabbalisten bringen uns den Weg zu der Wurzel bei, damit jeder die Wurzel seiner Seele erreichen kann. Und das Wichtigste, sagen sie, ist die Absicht.

Oben gibt es eine Kraft, die dazu bestimmt ist, uns zu korrigieren und durch alle Etappen zu dem finalen hohen Zustand zu bringen. Wir müssen jedoch den Aufstieg durch eigene Handlungen einleiten, dem durch die Bitte, durch das Verlangen vorgreifen.

Denn letztendlich müssen wir das wahrnehmen, was wir im Moment nicht in der Lage sind wahrzunehmen. Wir haben nichts, woran wir uns festhalten könnten, wir haben keine Möglichkeit dazu. Dieses Etwas stellt sich uns als nichtig und sinnlos dar. Warum? Weil die Erscheinung, die wir wahrnehmen sollten, das Geben und die Nächstenliebe ist. Genau das ist die Kraft des Schöpfers, die Eigenschaft namens „Schöpfer“, die die gesamte Realität umfasst und ausfüllt.

Doch wir begreifen und spüren es nicht, wir sind nicht in der Lage, uns dem anzunähern. Wir sind dem absichtlich entgegengesetzt erschaffen worden, um das Licht aus der Dunkelheit heraus erkennen und es dann verstehen, spüren und an den Tag legen zu können.

Es ist aber so, dass das Licht an sich uns lediglich blenden würde. Doch wir befinden und entwickeln uns in der Eigenschaft des Empfangens, während wir immer mehr Details der Wahrnehmung erlangen. Und anschließend kommt der Moment, in dem wir am Empfangen verzweifeln und einen Anstoß zur Eigenschaft des Gebens bekommen. Dieser in uns erwachte Funke nennt sich „der Punkt im Herzen“.

Und dann werden wir an die Realisierung herangeführt – wir werden zu dem Lehrer, den Büchern und der Umgebung geführt. Nun können wir aus diesem Funken die echte Eigenschaft des Gebens und der Nächstenlieben entwickeln.

Unsere Arbeit besteht aus allen möglichen Handlungen, dank welchen wir immer mehr den Lehrer, die Urquellen und die Umgebung schätzen lernen, indem wir sie über unseren Egoismus, über die Eigenschaft des Empfangens erheben, damit die Eigenschaft des Gebens in unseren Augen wichtiger als die Eigenschaft des Empfangens ist, damit das Licht in uns ein größeres Ansehen als die Finsternis genießt, damit der Schöpfer mehr als die Schöpfung geschätzt wird.

Ich lese darüber in den Urquellen, also muss ich mich bemühen. Wenn ich jedoch direkt damit zu tun habe, wenn ich einen Plan erstelle, um damit anzufangen, das Geben über das Empfangen in meinen Augen zu erheben und zu achten, offenbart sich in mir die Hilflosigkeit und das Fehlen jeglichen Interesses. Im Gegenteil, ich fühle, dass der Lehrer, die Gruppe und die Bücher mich gar nichts angehen. Alles wirkt fad.

Warum? Weil mein Egoismus, mein Verlangen zu genießen, hier keinen Nutzen erkennt. Im Gegenteil, von diesem Moment an spürt er, dass ihn Verluste erwarten.

Wie kann ich mir selbst etwas Schlechtes zufügen, wenn ich gänzlich aus dem Verlangen zu genießen bestehe? Ich bin dazu einfach nicht in der Lage, eine solche Möglichkeit – sich selbst etwas Schlechtes zu tun – ist in mir nicht vorgesehen.

Wie dann? Meine Annäherung an den Schöpfer ist also eine permanente Entfernung von dem, was mir im Moment als „gut“ vorkommt. Mehr noch, es ist eine Annäherung an das „Böse“. Ist denn so etwas möglich?

Eine Antwort auf diese Frage bekommt man nur von der Wissenschaft der Kabbala.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 23.02.2011


Die Korrektur der Seele kommt zuerst

Frage: Kann ein Kabbalist gleichzeitig zwei Ideologien aufrechterhalten und gleichzeitig religiös und Kabbalist sein?

Meine Antwort: Nein, kann er nicht. Die Kabbala gewinnt die Oberhand über die religiöse Ideologie. Ein Kabbalist kann infolge seiner Erziehung, seiner Kultur oder religiösen Traditionen seines Volkes allerlei Bräuche durchführen. Und ich denke, es ist gut, das zu tun.Ich schaue nicht auf die Religion herab.

Doch dies sollte die Kabbala nicht ersetzen, denn das Wichtigste ist für einen Menschen die Enthüllung und Verschmelzung mit dem Schöpfer zu erlangen. Alles, was damit kollidiert, sollte aus dem Weg geräumt werden. Nicht die Religion selbst ist im Weg, sondern ihre falsche Wahrnehmung, zu denken, dass sie die Erlangung des Schöpfers ersetzen kann, dass es ausreicht,anstatt spiritueller Enthüllung, irgendwelche materiellen Handlungen auszuführen, geschriebene Worte nachzubeten und zu denken, dass dies genug ist.

Dem ist überhaupt nicht so. Es steht geschrieben „Jeder muss den Schöpfer erkennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen“. Wir müssen zur Verschmelzung mit Ihm gelangen. Jeder stimmt dem zu, denn das steht geschrieben und es ist unmöglich, zu widersprechen. Jedem ist klar, dass wir „die Arbeit des Schöpfers“ erlangen und uns an Ihn binden müssen. Es steht ebenso geschrieben, dass es das Hauptgebot der Tora ist, deinen Nächsten zu lieben wie dich selbst. Doch überall reden die Menschen nur darüber, aber sie realisieren es nicht.

Man weiß nicht mal, was Verschmelzung mit dem Schöpfer bedeutet, wie man sich Ihm annähert und Ihm ähnlich wird. Das Problem ist, dass die Religion die Kabbala nach der Zerstörung des Tempels ersetzt hat, nachdem das Volk Israel von der spirituellen Stufe auf die materiellen Stufe zurück fiel und alles was den Menschen blieb, waren die physischen Handlungen als Tradition, um der vorherigen spirituellen Handlungen zu gedenken.

Nun müssen wir lernen, zurück zur spirituellen Stufe aufzusteigen und diesen nationalen Traditionen, die Erlangung des Schöpfers hinzuzufügen. Religion scheint einen Menschen aufzuhalten, scheint ihm zu sagen, dass es genügt, nur die mechanischen Handlungen durchzuführen, die religiöse Menschen tun.

Doch viele Quellentexte sagen, das es nicht genügt, nur die materiellen Handlungen auszuführen, dass es dem Schöpfer egal ist,wie ein Tier geschlachtet wird – koscher oder nicht – und dass die Gebote dazu gegeben wurden, um die Geschöpfe dadurch zu korrigieren. Das bedeutet, dass die Handlung mit der richtigen Absicht ergänzt werden muss. Die Absicht ist das Allerwichtigste, tatsächlich ist es der Mensch selbst. Seine Gedanken und Verlangen sind wichtiger, als die Handlungen. Ein religiöser Mensch führt üblicherweise Handlungen aus Gewohnheit durch, weil er sie von Kindheit an ohne nachzudenken ausführt. Es gibt keine Korrektur, indem er dies tut.

Deshalb wollen wir die Traditionen, den gewohnheitsmäßigen Lebensstil oder das, was Religion genannt wird, die wir als die Kultur oder Tradition eines Volkes wahrnehmen, mit der „Arbeit des Schöpfers“ ergänzen, d.h. die innere Arbeit eines Menschen, wodurch er seine Verlangen korrigiert, um dem Schöpfer ähnlich zu werden. Adam, Mensch, bedeutet „ähnlich“.

Jeder Mensch, säkular oder religiös, muss verstehen, dass Kabbala seinem Leben etwas Zusätzliches geben kann. Sie gibt ihm die Enthüllung des Schöpfers, die Höhere Kraft, die alles lenkt, hinzu. Und wenn man das erkennt, versteht und spürt, dann versteht man, wie man ohne Fehler zu machen voranschreiten kann, sowohl in dieser Welt, als auch in der „kommenden“ Welt, der spirituellen Welt, die einem enthüllt wird.

Wir erlangen die Enthüllung des Schöpfers nicht durch religiöse Handlungen, sondern indem wir uns mit anderen vereinen. Doch diese Handlungen werden nicht ausgelöscht. Sie sind einfach wie ein Zweig, der die spirituelle Wurzel symbolisiert und ein Mensch kann in dieser Kultur bleiben. Dies ist ein Brauch, der weder sein spirituelles Vorankommen behindert, noch ihm hilft. Er erinnert einen einfach daran, dass es spirituelle Handlungen gibt und darum wurde er während der Jahre des Exils bewahrt.

Dem Schöpfer sind unsere physischen Handlungen egal. Ihm ist nur die Absicht wichtig, die man hinein gibt.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 20.02.2011, „Einführung ins Buch ‘Panim Meirot uMasbirot'“

Die Melodie der spirituellen Welt hören

Das Bild, das sich einem Anfänger, der das Buch Sohar liest, zuerst zeigt, ist sehr unordentlich. Er wird verwirrt, versteht nicht, welche Art von Sprache es genau benutzt – die Sprache der Kabbala, oder spricht es durch die Lichter, Kelim und Parzufim oder die Sprache von Geschichten.

Oft wird im gleichen Abschnitt im Sohar eine Mischung von Sprachen benutzt. Zum Beispiel spricht er einerseits von Adam, Eva, die Schlange und so weiter. Andererseits spricht er von Malchut und Seir Anpin und wie sie sich vereinigen und SaT oder GaR von Bina erlangen. Das ist so, weil die gleiche Sünde und ihre Korrektur, die in der Tora beschrieben werden, in vier Sprachen beschrieben werden können – jene des Tanach, der Halachot, Hagadot (Geschichten) und der Kabbala. Doch ein Mensch verbindet sie noch nicht alle miteinander.

Trotzdem wird er in dem Maße, in dem er voranschreitet, in seinem mehr korrigierten Kli oder Verlangen, verstehen, wie Dinge aus einer Sprache in eine andere übersetzt werden. Dann kann er die Sprache des Tanach oder Halachot benutzen, um die Dinge, die in der Sprache der Sefirot geschrieben sind, zu erklären. Die Sprache der Geschichten geht tiefer und daher ist es schwieriger, Dinge in ihr zu erklären.

Er kann von einer Sprache zur anderen übergehen, von einem Ausdruck zum anderen, weil er im Wesentlichen ausdrückt, was seine inneren Empfindungen sind oder wie seine normalerweise gegensätzlichen Gedanken sich jetzt in seinem Innern vereinen.

Das ist das Einzige, das wir ausdrücken. Ich brauche keine Sprache, Briefe oder irgendwas! Ich habe Empfindungen (Wahrnehmungen im Verlangen) und den Verstand. Vorher wurden sie durch Hass angetrieben, während ich sie jetzt in Einheit und Liebe umwandle. Mehr als das haben wir nicht. Alles was wir tun ist, die Uneinigkeit und den Zerbruch zu enthüllen und indem wir dies korrigieren, erwerben wir die Inkraftsetzung der Liebe.

Aber es ist möglich darüber zu sprechen, indem wir Worte aus vier Sprachen benutzen, und außerdem ist es möglich, es nur im Innern zu spüren, anstatt es mit Worten zu erklären. Darum ist es einem Menschen, der Spiritualität erlangt hat egal, in welcher Sprache es geschrieben wurde. Er wechselt zwischen den Sprachen hin und her, denn für ihn ist das alles das Gleiche.

Es ist das Gleiche, wie wenn ein erfahrener Musiker auf Noten schaut, die Melodie hört, die die Noten in seinem Innern spielen oder wie wenn ein Chefkoch auf ein Rezept schaut und schon den Geschmack des Gerichtes wahrnimmt.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 16.02.2011, Der Sohar

Erste Fragen eines Anfängers

Frage: Was ist der Schöpfer?

Meine Antwort: Der Schöpfer ist die Höhere Kraft, die das gesamte System lenkt und zum Laufen bringt. Wir enthüllen Ihn so weit wie wir diesem integralen System ähnlich sind. In dem Maße verbinden wir uns mit dem Schöpfer, der allgemeinen lenkenden Kraft und werden genauso ewig und vollkommen wie Er.

Das ist der Grad, den jeder Mensch früher oder später erreichen muss. Jeder Mensch muss sich diesem allgemeinen Systems bewusst werden und den Schöpfer erreichen.

Frage: Gibt es in der spirituellen Welt Engel?

Meine Antwort: Engel sind Kräfte. „Engel“ (Malach) kommt von dem Wort Malchut, Kraft.

Frage: Was sind Sefirot?

Meine Antwort: Sefirot sind bestimmte Eigenschaften, die in jeder Seele gegenwärtig sind, jedoch in unterschiedlichen Kombinationen. Dies bestimmt alle Unterschiede zwischen uns.

Frage: Was ist „Korrektur“?

Meine Antwort: Korrektur ist die Angleichung unserer Sichtweise, unserer Wahrnehmung, die einen befähigt zu erkennen, wie die Welt in Wirklichkeit verbunden ist. Die Natur ist global und ganzheitlich. Die uns gewohnte Einteilung in separate Bestandteile, wie z.B in Biologie, Zoologie, Botanik, Geographie und so weiter, besteht nicht.

Die Natur schließt alles mit ein. Dies ist das allgemeine Bild. Die Korrektur besteht in meiner neu erworbenen Fähigkeit, alles in einem Bild verbunden zu sehen und ich selbst betrete es gemeinsam mit allen anderen. Darum ist die ganzheitliche Medizin in unserer Zeit so populär, da sie den Gesamtorganismus und die Welt im allgemeinen als Einheit betrachtet.

Frage: Was ist eine Seele?

Meine Antwort: Unsere Seele ist der Teil des ewigen Systems, das wir erlangen. Wir werden über 125 Stufen in dieses Sytem aufgenommen, bis wir uns mit dem allgemeinen System vereinen. Jeder Mensch muss die gesamten 125 Stufen aufsteigen.

Uns bleiben noch maximal 230 Jahre (bis die 6000 Jahre zu Ende sind), um unsere Korrektur zu vollenden, die globale ganzheitliche Welt zu enthüllen und vollständig in ihr aufgenommen werden. Doch wir können das früher tun.

Frage: Was ist „Reinkarnation“?

Meine Antwort: Ein Mensch muß sich solange als ein Teil in dieses allgemeine globale System eingliedern und sich darin vermischen und ausbreiten, bis er seine Korrektur beendet hat.

Aus meinem Vortrag in Paris, 1.02.2011

Wenn die Seele mit der Welt schwingt

Frage: Ich bin ziemlich überzeugt von dem, was Baal HaSulam über die Tatsache sagt, dass für uns keine Möglichkeit besteht, die Spiritualität mit unserer physischen Denkweise zu begreifen, denn wenn mich jemand in sie hineinlocken wollte, würde man mir exakt das Gegenteil versprechen. Jedoch ist es immer noch schmerzhaft zu erkennen, dass ich unfähig bin, irgendetwas zu verstehen. Warum ist das so?

Antwort: Das ist so, weil du keine geistigen Organe der Wahrnehmung, Erkenntnis oder des Gefühls besitzt. Ich erinnere mich immer an eine anschauliche Begebung, als wir an einer musikalischen Bearbeitung von Baal HaSulams Melodien arbeiteten. Neben uns lag immer eine fette Katze des Hauseigentümers. Wir weinten und waren von Gefühlen überwältigt, während das Haustier völlig ungestört dalag. Lediglich sein Ohr zuckte gelegentlich, wenn die Musik allzu laut wurde.

Wir beide leben in körperlichen Leibern, in genau der gleichen Welt, jedoch eine Katze kann mich nicht verstehen. Sie entbehrt der Fähigkeit zu fühlen. Wie kann man einer Katze erklären, welche Gefühle wir durch die Musik auszudrücken wünschen?

Aber glaube mir, es ist eine weniger komplizierte Aufgabe eine Katze zu lehren, eine Symphonie zu verstehen, als für uns die Spiritualität zu begreifen. Im Grunde ist das Tier auf der gleichen Stufe in dieser Welt, während wir einen viel stärkeren Einfluss des Höheren Lichts benötigen um die spirituelle Welt zu fühlen.

Und dann, gemäss dieser Wahrnehmung wirst du unmittelbar anfangen zu verstehen, was jedes Wort, das ein Kabbalist sagt, bedeutet. Du wirst einige Wörter mit dem äusseren Hören vernehmen, jedoch die inneren Empfindungen werden beginnen sich in dir zu entfalten. Stelle dir vor, du würdest mit einer Katze sprechen und plötzlich versteht sie dich …

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichts vom 13.02.2011 – „Das Wesen der Weisheit der Kabbala“

Ich lüge, aber ehrlich

Frage: Eine Sache ist es, mit jemandem oder mit etwas zu spielen, und eine andere, in meinem Inneren, künstlich zu spielen. Wie geht das?

Meine Antwort: Du bist dir darüber im Klaren, dass du von einem Zustand in den anderen übergehen musst. Der eine Zustand kommt jetzt in dir zum Vorschein, und der, den du erreichen willst, bleibt erst einmal in deiner Einbildung. Du malst ihn dir, stellst ihn dir so vor, wie er sein soll.

– Was genau stellst du dir vor? Was willst du erreichen?

– Das Geben und die Liebe.

– Du lügst es vor.

– Natürlich lüge ich es vor. Doch mir wird gesagt, dass ich geben soll, und ich stimme dem scheinbar zu.

– Sehr gut. Du hast deine Freunde – fang an, diese Beziehung der Liebe und des Gebens zwischen ihnen aufzubauen. Bitte. Was, du willst nicht?

– Natürlich nicht.

– Du musst es auch nicht wollen. Führe nur einfache mechanische Handlungen durch. Setz dich zusammen mit ihnen hin, denke wenigstens ein bisschen daran, soviel du kannst. Und was das Wichtigste ist: während du studierst, kommt das Licht – und plötzlich spürst du, wie du dieser Bestrebung, dieser Entwicklung zustimmst.

Nun ist es für dich wichtig, dich in diese Richtung zu bewegen. In deinem Inneren willst du es noch nicht besonders, verstehst jedoch bereits, dass es wichtig ist. Die Zustände ändern sich weiterhin – auf diese Weise kommst du voran. Du kommst unter Einwirkung des Lichts voran, kannst aber selbst das tun, was in deiner Hand liegt.

Genau dafür hat das Zerbrechen von Kelim stattgefunden – um die nötige Bedingung für uns zu schaffen: selbst ohne es zu wollen, allein durch physische Handlungen können wir anfangen, das Licht, das zur Quelle zurückführt, anzuziehen.

Ich bin von allen umgeben und hasse alle, ich bin nicht darauf bedacht, ja kann noch nicht einmal an die Liebe und das Geben denken. Die Freunde interessieren mich nicht, ich will allein auf der ganzen Welt sein, allein mit dem Schöpfer… Und dennoch führe ich äußerlich nach und nach irgendwelche Handlungen durch, selbst wenn sie mir unangenehm sind und mir diktiert werden – doch damit fangen wir an.

Und anschließend kommt der Hass noch mehr zum Vorschein. Doch zusammen mit dem Hass kommt auch die Wichtigkeit des Ziels. Ich sehe, wie wichtig es ist, das Geben zu erreichen, und wie weit ich davon entfernt bin.

Letztendlich steigert sich die Wichtigkeit ins Unermessliche, du willst nur geben, hasst es jedoch andererseits, bist dazu nicht in der Lage und vollkommen davon getrennt. Wenn diese beiden Pole eine endgültige Form in deiner Wahrnehmung angenommen und finale Stärke erreicht haben, dann schreist du.

Genau das bedeuten die „Tore der Tränen für die Armen im Geiste“. Du fühlst, dass du nichts hast und kannst dich nicht mehr damit abfinden.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 15.02.2011