Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Wahrheit'

Zwischen Liebe und Hass liegt nur eine Stufe

Versucht nicht aus einem Menschen ein Tier zu machen und die spirituelle Welt an ein mechanisches Schema anzuketten.

Diese Welt ist voll von Abenteuern und Ungewissheiten, die sich plötzlich unterwegs enthüllen, und du erkennst, dass es anders war, als du geglaubt hast, oder vielleicht sogar umgekehrt.

Wenn die Verbindung zwischen den Dingen sich auf einer tieferen Ebene enthüllt, machst du ein vollständiges „Upgrade“ (eine neue Einstellung) auf dein gesamtes „Programm“. Du siehst, dass du jetzt ein neues Werkzeug/neue Kelim, neue Verbindungen nutzen kannst.

Es ist klar, dass die Grundlage die gleiche bleibt: der Schöpfer, die Schöpfung, der Entwicklungsprozess mit Hilfe des umgebenden Lichtes, die Verlangen GE und ACHaP, eine größere Verbindung der Seelen – die konkreten Erscheinungen können jedoch vollkommen gegensätzlich sein.

Innerhalb des gleichen Verlangens zu geben enthülle ich plötzlich in einer größeren Tiefe/Awiut vollkommen neue Verbindungen! Ich habe nicht gedacht, dass der Feind auf meiner Stufe zu einem geliebten Freund auf einer höheren Stufe werden kann! Und auf der höchsten Stufe umarme ich Haman – dieser vollendete Verbrecher wird zu einer heiligen Gestalt.

Wie kann es sein, dass es auf der untersten Stufe mein größter Feind, dem ich mich unmöglich nähern kann, ist und ich auf der höchsten Stufe mit ihm verschmelze?

Und wenn zwei Kabbalisten sich auf diesen Stufen, die beide spirituell sind, befinden, werden sie nicht miteinander einverstanden sein! Wie kannst du nur meinen Feind lieben? Können wir keine Freunde mehr mit dir sein?

Für einen Menschen, der die Endkorrektur/Gmar Tikun erreicht hat, sind Haman, Hitler, Ahmadinedschad, alle Menschenhasser Kräfte der Heiligkeit. Du hast sie auf den früheren Stufen gehasst und schließt auf der höchsten Stufe Frieden mit ihnen.

Das ganze Problem besteht darin, dass wir mit unserem begrenzten Verstand nicht in der Lage sind, zwei Gegensätze miteinander zu verbinden: wie kann ein Elektron gleichzeitig Welle und Teilchen sein, wie kann ein Teilchen sich gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten befinden?

Umso weniger verstehen wir, wie darüber, in der spirituellen Welt, alles aus zwei Gegensätzen, die zusammen existieren, bestehen kann: der Todesengel und der heilige Engel, der Schöpfer und der Pharao.

Wir können das mit unserem irdischen Verstand nicht begreifen und wollen hören, welche von zwei gegensätzlichen Antworten die richtige ist, dabei entsprechen sie beide der Wahrheit! Gerade bei der Verbindung von Gegensätzen enthüllt sich die spirituelle Welt, der Schöpfer!

Aus dem Unterricht nach „Beit Shaar haKavanot“ vom 04.11.2010

Der Schöpfer und Israel im Exil

Ich habe euch mit dem Exil bestraft, doch wenn ihr sagt, dass Ich euch verlassen habe, so bin ich doch bei euch“ (Der Sohar, Abschnitt „BeChukotai“, 49).

Obwohl wir von den Handlungen „nicht der Belohnung wegen“ sprechen, kann es in Wirklichkeit eine solche Handlung in der Natur nicht geben.

Wir brauchen immer eine Belohnung als Energie für die Handlung. Denn nur Verrückte und kleine Kinder handeln ziellos.

Doch unser Ziel ist, die Enthüllung zu erlangen, den wahren Zustand zu sehen, dessen Gründe zu verstehen, unseren eigenen Platz zu erkennen. Wir brauchen die Wahrheit im vollen Umfang, hier und in allen Welten.

Die Enthüllung dieser Wahrheit ist die Enthüllung des Schöpfers. Das ist unsere Belohnung. So wird auch das Wesen der Wissenschaft der Kabbala bestimmt: die Enthüllung des Schöpfers der Schöpfung in dieser Welt.

Wir streben nach der größten Belohnung, doch erlangen sie nicht in Form einer egoistischen Erfüllung, sondern in unserem Bestreben von der Lüge zur Wahrheit.

Mein gesamtes Leben kann mir als reich und bis zum Erbrechen süß vorkommen. Doch zugleich empfinde ich eine Leere, weil es keine Wahrheit darin gibt. Und dann wechsle ich das Ziel: anstelle der direkten Erfüllung durch die Süße möchte ich die Fülle der Wahrheit erlangen.

Es ist nicht leicht, dies zu erreichen. Auf Hebräisch besteht das Wort Wahrheit aus drei Buchstaben: אמת. Alef ist der erste Buchstabe des Alphabets, Mem bedeutet Bina, die Eigenschaft des Gebens, Taw ist der letzte Buchstabe des Alphabets.

Mit anderen Worten, müssen alle meine Eigenschaften sich um Bina, die Absicht um des Gebens willen, versammeln – dann werde ich begreifen, was das ist, also den Schöpfer enthüllen.

Die Wahrheit ist ein Kriterium für mein Exil. Wenn ich sehe, dass ich mich im Exil in Bezug auf die Wahrheit befinde, bedeutet das, dass ich mich im Exil in Bezug auf den Schöpfer befinde.

Denn in dem erwünschten Endzustand sind wir miteinander verbunden, verschmolzen, zusammengeschweißt in einem gemeinsamen, vollkommenen, ununterbrochenen Siwug. Das bedeutet also, dass wir beide uns im Moment in einem unerwünschten Zustand befinden – anders gesagt, sowohl ich als auch Er befinden uns im Exil.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 03.11.2010

Alles befindet sich innerhalb unserer Verbindung

Eine Frage, die ich erhielt: Was hat die Enthüllung der Wahrheit mit der Enthüllung des Systems der gegenseitigen Verbindung aller Seelen zu tun?

Meine Antwort: Das ist ein und dasselbe. Die gegenseitige Verbindung ist die Wahrheit. Das Netz unserer Verbindungen nennt sich „Gefäß“, Kli.

Der Schöpfer hat einen Abdruck von Sich im Material des Verlangens zu genießen hinterlassen, hat diesen Seinen Abdruck in dessen Masse eingetaucht. Nun gibt es in mir eine „Vertiefung“ mit einem Reliefmuster.

Dieses Muster stellt eine Verflechtung von Verbindungen zwischen den Verlangen dar, die der Schöpfer erfüllt, wenn sie korrigiert sind. In diesem Fall ist Er ihr Netz. Das gemeinsame Netz dieser Punkte nennt sich „Malchut der Welt der Unendlichkeit“.

Nach und nach verbirgt Sich der Schöpfer und hinterlässt ein Seelensystem – und dann findet das Herabsteigen der Welten statt. In dem Maße Seines Verschwindens fühlen sich die Seelen immer mehr einander entgegengesetzt, während sie zur Kehrseite (Sitra Achra) übergehen, wo die Verbindung gestört, geschwächt ist und einen egoistischen Charakter annimmt.

Im Endeffekt landen wir in dieser Welt und nehmen anstelle der gegenseitigen Verbindung, anstelle des Schöpfers, der uns erfüllt, die Leere, die Trennung voneinander wahr.

In Wirklichkeit nehme ich immer den Schöpfer wahr. Denn es gibt nichts mehr, was ich wahrnehmen könnte, es gibt nur mich und Ihn. Doch in der jetzigen Realität nehme ich Ihn entsprechend meinem momentanen egoistischen Zustand wahr.

Das Ziel des Prozesses ist, die Wahrheit, den wahren Zustand zu erreichen, indem man alle Hüllen von sich wirft. Indem ich die Verbindung zwischen uns aufs Neue enthülle, werde ich in einem bestimmten Moment sehen, dass sie nicht die Menschen, sondern die Seelen, die Verlangen verbindet. In dem Charakter dieser Verbindung, in deren Wesen, in deren Stärke enthüllt sich uns der Schöpfer.

Es gibt keine andere Realität außer der allgemeinen gegenseitigen Verbindung. Sie füllt alles aus, und wir sind so erschaffen worden, dass wir nichts außer ihr wahrnehmen können. Wir befinden uns innerhalb von ihr.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 03.11.2010

Sich mit der Quelle des Lebens verbinden

Da wir dem Licht völlig entgegengesetzt sind, leben wir in der Welt der Leiden. Wie sehr wir uns auch bemühen, vor den Leiden zu fliehen, wir fühlen uns nur schlimmer, denn wir versuchen, zu vergessen und die Wahrheit vor uns selbst zu verstecken. Bis zu einem Grad, dass wir gar keine Ahnung von dem richtigen Weg und den Korrekturen, die wir durchführen müssten, haben.

Nur wenn wir dieses schwere Exil bis zum Ende durchgehen, bekommen wir letzlich ein Wissen, eine Erinnerung daran, dass eine Methode der Korrektur existiert, die Kabbala heißt, und die uns mit dem Licht richtig verbinden kann.

Und dann werden wir auch wissen, es zu benutzen, um unsere Verbindung mit ihm zu korrigieren, damit es uns Erfüllung geben kann, anstatt gegen uns auszubrechen und uns aus der Ferne zu scheinen, was Leiden in uns verursacht!

Darüber hinaus haben wir keine Willensfreiheit in dieser Welt, ausser das Licht, das zur Quelle zurückfuehrt, anzuziehen. Das Licht korrigiert uns, ändert uns und verbinder uns mit ihm. Es existiert keine wichtigere Wissenschaft , als Kabbala, die uns dazu verhilft, diese Handlung umzusetzen.

Es existiert kein anderes Mittel, eigenes Leben und Schicksal zu beeinflusssen. Wir können unser Leben nicht verbessern, weder mit Hilfe der Wissenschaften, der Kultur, noch durch Bildung, wenn wir sie nicht entsprechend der Kabbala studieren. Das heißt, indem wir uns mit der Quelle unseres Lebens, mit dem Licht verbinden.

Wenn du erfolgreich sein willst, ist dies nur in einem einzigen Fall möglich: Wenn du das Licht, das zur Quelle zurückbringt auf dich ziehst. Das Licht korrigiert dich und verändert deine ganze Welt. Und wenn du versuchst, die Welt ohne dem Licht zu korrigieren, verdirbst du sie nur, denn du versteckst die Wahrheit immer tiefer, anstatt einen guten und angenehmen Weg zu wählen.

Aber gerade jetzt haben wir eine besondere Chance: Die Wissenschaft der Kabbala zu enthüllen und zur Korrektur durch den schnellen Weg des Lichtes zu gelangen, anstatt einen langen und quälenden Weg der natürlichen Entwicklung gehen zu müssen.

Denn im Laufe unserer langen Geschichte haben wir mit der Korrektur noch nicht einmal angefangen, wir bereiteten uns bloß darauf vor. Nur ab diesem Zeitpunkt beginnt die wahre Rechnung mit uns.

Aus einem unterricht über den Artikel von Baal HaSulam „Die Lehre der Kabbala und ihr Wesen“, 18.10.2010

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In der Absicht leben

Der Schöpfer schickt uns Unglück und Probleme, alle möglichen unangenehmen Dinge – und wir müssen in ihnen eine gute Absicht und Vaterliebe erkennen. Denn der Schöpfer ist gut und tut sowohl Guten als auch Schlechten Gutes.

Mit anderen Worten: Er teilt uns nicht in Gute und Schlechte auf, denn so hat er uns erschaffen, jeder von uns nimmt aber die Haltung des Schöpfers, d.h. sein eigenes Leben, auf seine Art und Weise wahr.

Mit jeder beliebigen Erscheinung in unserem Leben müssen wir unsererseits eine Haltung Ihm gegenüber aufbauen: „Alles kommt vom Guten, der Gutes tut“, vom „Es gibt niemanden außer Ihm“. Hier muss der Mensch sich über die Empfindung „süß-bitter“ zur Bewertung „Wahrheit-Lüge“ erheben.

Die Wahrheit besteht darin, dass alles, „Süße und Bittere“, von einer Kraft und nur zu meinem Wohl, der Wahrheit wegen, ausgeht. Und süße und bittere Empfindungen werden hinterher gegeben, damit ich mich über der Bitterkeit zur Wahrheit ausrichte.

So lernen wir nach der Höheren Kraft zu streben, sie zu verstehen, sie in den eigenen Eigenschaften ausfindig zu machen: wie verhält sie sich uns gegenüber, was bringt sie uns, wonach verlangt sie.

Sie verlangt nach dem Glauben über dem Verstand, nach der Ergebenheit, nach dem Geben über all dem Empfangen, über allen Empfindungen. Letztendlich verlangt sie von uns, uns über die Empfindung „süß-bitter“ zur Absicht „Wahrheit-Lüge“ zu erheben.

Dadurch erkennen wir ihr Ziel und beginnen, es zu verstehen: sie will, dass wir uns allem gegenüber, was es in der Realität gibt, nur entsprechend der Absicht und nicht der Empfindung verhalten.

Dann enthüllt sich uns ein neues Sinnesorgan – das reflektierte Licht, Chassadim, der Glaube über dem Wissen. Genau in diesem Sinnesorgan beginnen wir, den Schöpfer zu erkennen, der uns alle Gefühle und Situationen schickt, über die wir uns erheben müssen, indem wir die Haltung Ihm gegenüber über jeglichen Empfindungen aufbauen.

Uns wird klar, dass die gesamte Arbeit über dem Egoismus, über den Empfindungen, die der Schöpfer in unserem egoistischen Verlangen erschafft, stattfindet.

All das ist nur dazu da, damit wir immer mehr die Absicht zum Geben – die „Wahrheit“ – entwickeln. In ihr werden wir leben und in ihr werden wir genießen, indem wir alles aus uns heraus auf das Geben an den Nächsten und den Schöpfer ausrichten.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 14.10.2010

Das Geheimnis der Gruppe

Wir sind vollständig von der Spiritualität, von der Eigenschaften des Gebens abgerissen, aber es gibt „das Demonstrationstrainergerät“ – die Gruppe, den Teil der Menschheit, der bereit ist, sich im gegenseitigen Geben aufzuhalten, um dem Licht verglichen zu werden.
Deshalb, können wir uns nur bezüglich der Gruppe prüfen. Inwiefern wir fähig sind, ihr zu geben, insofern erkennen wir uns selbst.

Es ist die richtige Arbeit in ihrer Grundlage, weil ein Fremder uns den Schöpfer, das Licht ersetzt. Denn wir hassen ihn, und geben ihm nur, um daraus den Vorteil herauszuziehen.

Wenn wir aber verstehen, dass die einzige Möglichkeit das Licht zu erlangen, unser Geben an die Gruppe ist, sogar dann wenn es egoistisch ist, dann rufen wir dadurch das Licht der Korrektur hervor.

Denn die Korrekturen erfordern keine Absicht (mizwot lo zrichot kavana), und die Handlungen des Gebens in der Gruppe führen zur Korrektur, nach der Regel „Tue und erhöre“ (naasse we nischma), aus den Handlungen wirst du die Eigenschaften der Bina (schmia, lo lischma) erreichen.

Infolge dessen, anstelle der Einschätzung „bitter-süß“, gehen wir zur Skala “ Wahrheit-Lüge“ über, wir möchten die Freunden nur als korrigiert, als groß wahrnehmen, und in sich die falschen Eigenschaften sehen.

Somit haben wir alle Bedingungen für die Korrektur: die Gruppe, in der wir uns aus der vollen Selbstsucht korrigieren können, und prüfen können, inwiefern wir dem Licht, dem Schöpfer entsprechen.

Denn der Schöpfer hat absichtlich unser Kli zerschlagen und ließ uns seine Teile als etwas fremdes fühlen – damit wir lernen, sich zu diesen Teilen, wie zu Ihm zu verhalten. Er gab diesen fremden Teilen die Eigenschaft des Gebens, die uns entgegengesetzt ist, und deshalb uns verhasst ist.

Die ganze Schwierigkeit der Korrektur besteht darin, sich in der Prüfung bezüglich der Umgebung zu verpflichten, die egoistisch nicht für wichtig gehalten wird.

Aber gerade diese Prüfung bestimmt die Größe der Selbstsucht in uns eben. Nach dem man eigenen Egoismus enthüllt hat, kann man dieser Empfindung nicht mehr entlaufen, so dass man sie zur Korrektur, mittels der Handlung in der Gruppe und der Bitte im Studium führt.

Es erweist sich, dass die Gruppenarbeit für die Erreichung der Verbindung, das in ihr verborgene Licht, den Schöpfers erweckt, damit man durch die Gruppe, um die Korrektur bittet.

Also haben wir vor uns nur zwei verborgene Stufen: die Gruppe, die uns allmählich geöffnet wird, und den Schöpfer, der vollständig verborgen ist.

Infolge unserer Arbeit in der Gruppe, sollen wir in uns den Hass, die Abtrennung enthüllen, um dann mit Hilfe des in ihr vorhandenen Lichtes, die Korrektur zu erreichen. Im Endeffekt werden ich, die Gruppe und der Schöpfer in ein Ganzes verbunden, damit das Gefäß und das Licht einheitlich werden.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 06.10.2010

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Von der Wahrheit lernen

Eine Frage, die ich erhielt: Wie soll man den Kindern das Gesetz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ erklären?

Meine Antwort: Die Bildung für Kinder und Erwachsene muss in gleicher Weise gestaltet werden. Nur enthüllst du dem Kind alles in einem kleineren Maße, du verwendest für das Kind verständliche, bis zu seiner Stufe „verkleinerte“, jedoch keine märchenhaften Beispiele. Es muss aber bei allem die Wahrheit erzählt werden!

Wir müssen nur dafür sorgen, dass es uns richtig, entsprechend seiner Stufe, versteht. Genauso wie wir die Sprache von Kabbalisten anpassen, um sie einem modernen Menschen näher zubringen und für jeden verständlich zu machen.

Um einem Kind einen Teil davon zu erklären, was Erwachsene während des Unterrichts lernen, braucht man sehr viele Unterrichte.

Ich überprüfe, ob alle vergangenen Lektionen gründlich durchgearbeitet wurden und enthülle ein neues Problem, damit es in der Kindergruppe gelöst wird, als ob ich „einen halben Löffel“ zum „Probieren“ geben würde.

Doch danach soll das Kind anfangen, selbst Fragen zu stellen, weil es nicht versteht und Zweifel hat, es soll versuchen, während einer gemeinsamen Diskussion mit Freunden zu verstehen, was in Wirklichkeit geschieht, was das Problem und dessen Lösung ist.

Der Lehrer schließt sich dieser Diskussion im gleichen Maße an und lenkt sie nur aus einer gewissen Entfernung in die richtige Richtung.

Zuerst klären wir vollständig das Problem selbst, dann versuchen wir eine Lösung zu finden. Und anhand dieses Prozesses bewertet der Lehrer, wie die Kinder vorankommen – jede vorherige Stufe schließt sich mit ihrem unteren Teil in die nächste Stufe mit ein.

Es werden keine Noten vergeben, alle sind gleichgestellt, bewertet wird nur die gemeinsame Lösung eines beliebigen Problems.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen“ vom 04.10.2010

Kabbala Akademie

 

Die Erziehung durch die Wahrheit

Die Erziehung des Kindes bedeutet seine Einführung sowohl in unsere, als auch in die spirituelle Welt.

In dem kurzen Zeitraum, hauptsächlich im Alter von 9 bis 13 Jahren, soll es sich in allem zurecht finden.

Im Alter von 12-13 Jahren hört die Erziehung auf, weil die Kinder nicht mehr auf uns hören möchten, sie handeln und begreifen selbst, wollen von uns nichts mehr bekommen.

Deshalb sollen wir ihnen die Wahrheit darüber erklären, was in der Welt geschieht.

Wenn wir sie mit der Lüge vergiften, dann geht dieses Gift nicht mehr aus dem Bewusstsein heraus, verzerrt die Weltwahrnehmung und reißt die Kinder von der Realität ab, bildet eine Illusion.

Natürlich bedeutet es nicht, dass man in der Erziehung keine Analogien oder Allegorien vorführen darf, ihre Form und Rahmen sollen jedoch deutlich bestimmt werden.

Eine Sache ist es, wenn das Kind versteht, dass man gerade metaphorisch spricht, und eine ganz andere Sache ist es, wenn es denkt, dass im Wald nur die sprechenden Tiere leben, die es auf den Bildern gesehen hat.

Alles hängt von unserer Vorgabe ab: Im ersten Fall lernt das Kind die reale Welt kennen, und im zweiten Fall werden die falschen Gestalten in sein Bewusstsein und sein Gedächtnis imprägniert.

Außerdem muss man sich daran erinnern, dass alle Märchen in vieler Hinsicht dem altertümlichen Glauben und den Mythologien entspringen, als jedem Objekt die Seele, die höhere Kraft und der besondere Einfluss auf den Menschen verliehen wurden.

Aus dem Gespräch über die Erziehung, 29.09.2010

Kabbala Akademie

Den Augenblick schätzen

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet, dass wir Persönliches tun, zum Allgemeinen aber nicht kommen?

Meine Antwort: Wir können alle die Korrektur begleitenden Handlungen ausführen (Freundesversammlungen organisieren, studieren, der Gruppe und den Freunden helfen), wir können wie Ameisen in einem Ameisenhaufen geschäftig hin und her laufen, doch das Wichtigste ist: Was wollen wir dadurch erreichen?

Wollen wir Einheit, Bürgschaft, Liebe – eine solche Verbindung zwischen uns, in der wir den Schöpfer enthüllen werden?

Das vergessen wir. Der Mensch müht sich ab und fragt anschließend: „Und wo ist die Bezahlung?! Wo ist die Spiritualität? Wo ist die Kraft des Gebens?“ – Er versteht nicht, dass er noch nichts dafür getan hat.

Er hat viel Kraft aufgewendet, viel in der Verbreitung mitgewirkt, d.h. die Welt wirklich in Richtung Korrektur bewegt und ist in allgemeiner Hinsicht vorangekommen.

Er ist nicht von diesem Weg abgekommen und akkumuliert eine richtige Forderung in sich. Das heißt, in einigen Jahren kommt er zur Wahrheit – er wird verstehen, dass ihm die richtige Absicht gefehlt hat.

Doch heute vergisst er, dass diese Absicht jede Handlung begleiten soll! Und aus diesem Grund hat er die spirituelle Enthüllung noch nicht erreicht…

Und so verlängert er die Zeit! Es heißt, dass man für den Eintritt in die spirituelle Welt drei bis fünf Jahre für die Vorbereitung der Absicht braucht – und in der heutigen Zeit noch weniger! Alles hängt jedoch von der Vereinigung und der richtigen Absicht ab.

Wir haben heute Bedingungen, von denen man früher nur träumen konnte. Noch nie gab es in der Welt dermaßen günstige Bedingungen für die Enthüllung des Schöpfers – es gibt Bücher, Kommunikationsmittel, gleichgesinnte Freunde überall auf der Welt.

Doch das Wichtigste fehlt – die Absicht zu geben – und das ist das Schwierigste, darin liegt die Ursache dessen, dass die Welt uns noch nicht als eine Quelle des Lichts wahrnimmt.

Alles hängt allein von unserer Absicht bei jeder, selbst der kleinsten Handlung ab. Hier kann es keine Kompromisse geben.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen“ vom 06.10.2010

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Wenn die Kräfte nachlassen

Der Mensch kommt voran, wenn er in der Lage ist, den beiden Linien – der rechten und der linken – zu widerstehen.

In der Linie, die sich von oben nach unter erstreckt, erlebt er einen Abstieg, Enttäuschung, Verzweiflung, Kraftlosigkeit und Niedergeschlagenheit. Und in der Linie, die von unten nach oben führt, ist alles umgekehrt: hier kommen wir zur Analyse.

Nehmen wir an, ich verspüre eine vollkommene physische, mentale und moralische Entkräftung – ich bin nicht in der Lage, meine Gedanken zu ordnen, mein Bewusstsein ist benebelt, nichts ist mir wichtig. Wie es in einem Lied heißt: „Ich will mich vergessen und einschlafen“, um nichts zu spüren.

Doch wenn ich mich für einen Moment über diesen Zustand erhebe, schätze ich ihn als gut ein. Wie in einem der Psalme geschrieben steht: „Wer gestorben ist, der ist frei!“ – genau jetzt bin ich frei von meinem Egoismus, er ist gestorben und verlangt nichts mehr von mir.

Wenn noch ein wenig Licht kommt, werde ich den Grund für diesen Zustand verstehen – ich werde verstehen, dass er vom Schöpfer kommt. Er will, dass ich anfange, mich darin zurechtzufinden: wozu brauche ich ein Verlangen, das nichts will und zu nichts in der Lage ist, wozu hat Er es mir gegeben?

Das Licht hebt den momentanen niederdrückenden Zustand hervor, deckt seine Ursachen auf, welche für mich zum Ausgangspunkt für ein neues Wachstum werden.

Die Weisen sagten: „Wo ein Egoist fällt, steigt ein Gerechter auf“ – der Egoist in mir ist gefallen und aus ihm ist ein Gerechter entstanden. In einer Linie sehe ich, dass ich untergehe, und in zwei Linien fange ich den Aufstieg an.

Die Verzögerung liegt nur an der Einwirkung des Lichts – das Licht muss mir diese zweite Linie dazu geben, mir helfen, anzufangen, über der Empfindung selbst zu denken, mich über die Empfindung „bitter/süß“ zur Analyse „Wahrheit/ Lüge“ erheben.

Man muss sich immer unter die Einwirkung des Lichts stellen, damit es über die Empfindung erheben und die Wahrheit, die Ursache, Wer das alles bewirkt, aufzeigen kann.

Selbst ein unklares Empfinden/Wissen der Ursache – des Schöpfers, der in mir das Weltbild zeichnet – verändert dessen Wahrnehmung durch mich zum Gegenteil, und ich freue mich, dass der Schöpfer mir ein dermaßen negatives und niederes Empfinden gab – ein Schwächegefühl, das zum Handeln anregt.

Die Situation ist klar, nun habe ich ein Ziel und die Mitteln. Wenn ich aufgewacht bin, stehe ich auf.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 04.10.2010

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