Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Warum hält man den Tag an dem die Tora übersetzt wurde für einen Trauertag?

Frage: Warum gilt der zehnte Tag des Monats Tevet – der Tag der Tora (Übersetzung aus dem Hebräischen in 70 Sprachen), als Tag der Trauer? Die Tora wurde an diesem Tag angeblich von ihrem Platz genommen. Was bedeutet das?

Antwort: Da dieser Übersetzung der Tora ihr wahres spirituelles Fundament, ihre wahre Erscheinung entzogen wurde. Es blieb nur eine oberflächliche Übersetzung übrig. Sie konnte nicht einmal methodisch korrekt sein, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass das Spirituelle in keine Sprache übersetzt werden kann.

Selbst das Hebräische ist keine Sprache, es ist ein Buchstabencode. Die Buchstaben folgen in einer bestimmten Reihenfolge und nach bestimmten Regeln aufeinander. Sie dürfen nicht geändert werden. Für jedes Wort gibt es eine bestimmte Wurzel aus zwei oder drei Buchstaben, den sogenannten „Binyan“ (“ Aufbau“).

Wenn man mit der Übersetzung des Hebräischen beginnt, wird das verworfen und es bleibt fast nichts mehr von der Sprache übrig. Man nimmt eine einfache Übersetzung dieses Wortes das typisch für unsere Welt ist. Es spricht überhaupt nicht über materielle Dinge, man gibt ihm irgendeine Ähnlichkeit aus unserer Welt.

Bemerkung: Es gibt viele Diskussionen darüber, dass die Frau angeblich aus der Rippe des Mannes gemacht wurde oder das bei Moses die Hörner geglüht hätten. Das alles kommt durch die fehlerhafte Übersetzung…

Antwort: Da kann man nichts machen. Das ist ein Problem.

Frage: Werden die Menschen, wenn sie in die spirituelle Welt zurückkehren, die Tora an ihren Platz zurückbringen?

Antwort: Wir haben nichts zurückzubringen! Die Tora ist nicht heruntergefallen, sie ist nicht zerbrochen, ihr ist nichts passiert.

Die Tora ist eine Beschreibung, wie die Höhere Welt aufgebaut ist. Wenn ein Mensch beginnt sich mit ihr zu beschäftigen, steigt er auf und erkennt den Aufbau.

Wenn der Mensch denkt, dass sich diese Struktur bereits in seiner Tasche in Form eines Buches befindet, die nicht einmal auf Hebräisch, sondern in einer Übersetzung geschrieben ist, die keine spirituelle Bedeutung hat, dann nimmt er die Tora als reine Geschichte wahr. Wenn er liest, dass Gott zuerst den Himmel und die Erde erschaffen hat, denkt er: „Ich kenne den Himmel, ich kenne die Erde, lasst uns weitermachen“.

Deshalb sollte man es einem Menschen, der sich nicht vollkommen auf die spirituelle Welt einlassen will, nicht erlauben.

(245214)

Aus dem Unterricht vom 06.01.2019

Die innere „Religion“ der Seele

Baal HaSulam benutzt die Wörter „religiös“ und „profan“ in seinen Artikeln für gewöhnlich nicht in dem Sinne, wie das in unserer Welt üblich ist.

„Religiöser“ Mensch im kabbalistischen Gebrauch bedeutet keinen traditionellen Begriff, der eine der Weltreligionen meint: Judentum, Islam, Christentum oder alle möglichen Glaubensrichtungen.

Als „religiös“ gilt derjenige, der sich danach sehnt während seines Daseins in dieser Welt korrigiert zu werden und in die spirituelle Welt bis hin zur Welt der Unendlichkeit, bis hin zur Ähnlichkeit mit dem Schöpfer aufzusteigen.

Darin besteht das Ziel der Existenz eines jeden Menschen in dieser Welt, welches Baal HaSulam im Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“ erklärt.

Doch manchmal meint er wirklich die traditionelle Religion, wenn er bestimmte Momente erklären möchte. Aus diesem Grund muss immer dem Kontext entnommen werden, wie seine Worte zu verstehen sind.

„Profane“ Menschen sind diejenigen, die sich nicht mit der eigenen Korrektur beschäftigen, sondern alles um der Belohnung willen, ob in dieser oder in der zukünftigen Welt, tun.

„Religiös“ ist derjenige, der sich bis zur Stufe des Schöpfers korrigiert und dafür die „Wahre Tora“, sprich die Wissenschaft der Kabbala benutzt. „Ich erschuf den bösen Trieb und die Tora als Mittel zu dessen Korrektur“.

Das heißt, du musst zuerst den egoistischen Trieb in dir enthüllen, und erst dann wirst du die „Tora“ zu dessen Korrektur brauchen, weil sie nur diesem Zweck dient.

Und dann wird dich ihr Licht, welches du infolge des korrekten Studiums enthüllst, zu seiner Quelle zurückführen, d.h., der böse Trieb wird sich in den guten verwandeln.

Dabei verändert sich das Verlangen selbst nicht – es verändert sich lediglich seine Absicht: von „für sich selbst“ zu „für den Nächsten“.

Aus den Unterricht nach dem Artikel „Exil und Erlösung“ vom 03.11.2010

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