Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Funken, die die Dunkelheit erhellen

Warum sollten wir auf dem Weg zur Heiligkeit, zur Offenbarung des Schöpfers, zur Anhaftung, zur Korrektur der gesamten Schöpfung, uns an unreine Wünsche, Klipot, nähren? Wozu sind sie notwendig? Wir müssen verstehen, dass der Schöpfer das Zerbrechen bewusst vorgenommen hat, um egoistische Wünsche und Wünsche des Gebens zu vermischen.

Während wir daran arbeiten, zu klären, was Unreinheit (Klipot) bedeutet und was Heiligkeit bedeutet und wie wir Heiligkeit aus den Klipot hervorbringen können, wachsen wir dadurch und erlangen Verstand, Sensibilität und Verständnis dafür, was der Schöpfer erschaffen hat: warum Er die Schöpfung schuf, die aus Licht und Dunkelheit, aus dem Wunsch zu genießen und dem Wunsch zu geben gewoben ist und wie wir das eine vom anderen trennen können.

Unser ganzes Leben ist eine Suche, Enttäuschungen, und Schwierigkeiten. All das, damit wir aus all diesen Reibungen zwischen Nehmen und Geben, zwischen Licht und Dunkelheit Funken gewinnen können. Einfach nur Licht oder nur Dunkelheit können uns nicht helfen, sondern nur wenn wir sie miteinander kollidieren lassen, als würden wir einen Stein gegen einen anderen schlagen und Funken sprühen lassen.

Genau diese Funken erfüllen uns und führen zu so hohen Erkenntnissen über die Materie hinaus, dass wir darin den Schöpfer zu erkennen beginnen. In der Schöpfung gibt es keine Möglichkeit, den Schöpfer direkt zu erfassen, Ihn zu verstehen und zu fühlen.

Doch gerade durch diese Reibung, die die Funken erzeugt, welche die Dunkelheit erhellen, können wir beginnen, den Weg zu verstehen, den der Schöpfer für uns vorbereitet hat. Wir durchlaufen viele schwierige Zustände und plötzlich blitzt in völliger Dunkelheit des Unverständnisses eine Erkenntnis auf, dann noch eine und noch eine, die es uns ermöglicht den Schöpfer zu erkennen.

Nachdem wir mehrere solcher Funken entzündet haben, spüren wir bereits, wie wir den Schöpfer und Seine Handlungen kennenlernen müssen.

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Aus dem Unterricht zum Artikel Nr. 36 aus dem Buch „Shamati“

 

Eine neue Art der Verbindung

Bemerkung: In unserer Zeit kommunizieren die Menschen immer weniger miteinander. Sie starren in ihre Handys und Computer und tauschen nur noch Emojis aus.

Antwort: Das dient dazu, die Illusion von Kommunikation zu erschaffen. Jemand schreibt dir etwas, du antwortest irgendwie, liest es halb, tippst irgendwas zurück – und das war’s, man „hat sich ausgetauscht“.

Frage: Und was bedeutet Kommunikation aus der Sicht der Kabbalisten?

Antwort: Kabbalistische Kommunikation ist um ein Vielfaches höher.

Wenn wir miteinander in Kontakt treten, sprechen wir darüber, wie wir unsere inneren Empfindungen so abstimmen können, dass sie in Einklang kommen – sodass wir einander verstehen. Das geschieht nicht nur über Schrift, Ton oder andere Informationskanäle – nicht nur über die sinnlichen Verbindungen zwischen uns. Wir streben danach, uns auf eine gemeinsame spirituelle Wellenlänge einzuschwingen – auf die Welle, mit der das ganze Universum erfüllt ist.

Wir versuchen, eine Ebene der gemeinsamen Schwingung zu erreichen, auf der wir sie alle gemeinsam spüren können – jeder auf seine Weise. So wie wir alle dieselbe Melodie hören und sie jeder nach seinen eigenen Eigenschaften empfindet, und dennoch gibt es etwas Gemeinsames: Etwas Gemeinsames in der Melodie, die aus einer Quelle stammt und in uns verschiedene, aber in Bezug auf die Quelle adäquate Reaktionen hervorruft. Deshalb begegnen wir uns in ihr.

Wir bleiben verschieden – aber wir fühlen diese Unterschiede zueinander. Und das Wichtigste ist: Wenn jeder von uns sich mit der Quelle verbindet, dann verbindet uns gerade diese Quelle miteinander. In ihr sind wir gleich.

Andernfalls könnten wir überhaupt nicht miteinander kommunizieren – und würden entdecken, dass wir nur noch über Mobiltelefone kommunizieren können.

Deshalb ist die kabbalistische Kommunikation völlig anders – sie geschieht ohne Worte. Wir senden einander keine Nachrichten, sondern versuchen gemeinsam, auf dieselbe Wellenlänge zu kommen, das Feld des Schöpfers zu offenbaren und uns darin zu befinden.

Frage: Was bringt uns dazu, auf diese Weise zu kommunizieren? Wir sehen doch, dass die Menschheit heute gar nicht mehr miteinander in Kontakt treten will.

Antwort: Das stimmt – der Mensch will überhaupt nicht mit anderen kommunizieren. Nur wenn es ihn beruhigt und erfüllt. Im Grunde genommen braucht er keinen Austausch.

Aber in der Kabbala ist das etwas ganz anderes, denn dabei erkennen wir unser inneres, spirituelles Leben. Wir enthüllen einen ewigen, unveränderlichen Zustand, der sich ständig erhöht und alles Existierende in sich einschließt – etwas, das ein gewöhnlicher Mensch nicht wahrnimmt.

Wenn wir anfangen zu begreifen, was uns durch die Kabbala offenbart wird, ist das überwältigend. Dann hören wir auf, uns mit technischen Kommunikationsmitteln zu beschäftigen, und versuchen stattdessen, im Zehner durch Gedanken- und Gefühlskontakt Verbindung zu schaffen. Dieser Kontakt umfasst die ganze Wirklichkeit – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft –, mit uns und mit der ganzen Menschheit.
Das ist eine vollkommen andere Art der Verbindung.

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Aus dem russischen Unterricht vom 22.10.2017

Unterschiedliche Wahrnehmungen von Primärquellen

Frage: Wenn man sich mit den Primärquellen beschäftigt und liest, dann versteht man kaum etwas. Wenn Sie dagegen lesen und man sie gemeinsam durchgeht, werden sie ganz anders wahrgenommen.

Antwort: Selbstverständlich. Wozu bin ich denn hier? Ohne eine Erklärung würde man nichts verstehen. Millionen von Menschen können diese Quellen lesen und werden nichts verstehen. Außerdem gibt es auch eine innere, sinnliche, spirituelle Übertragung vom Lehrer zum Schüler.

Dennoch ist die Vorarbeit mit den Quellen gut, denn man lernt sie direkt aus seinem Gefühl, aus seiner Erkenntnis heraus.

Man sieht nun, wie viel davon auf der nächsten Stufe erklärt werden kann. Ich erkläre praktisch eine Stufe höher als die, auf der ihr euch befindet. Ich versuche, nicht wirr zu reden, sondern im Gegenteil, alles zu zerkauen und es euch wie einem Baby auf einem Löffel zu servieren.

Aber wenn man sich anstrengt, auch wenn man nichts versteht, dann wird diese Anstrengung zu dem Verlangen, mit dem man Licht, Offenbarung und Verständnis erhält. Es ist also nicht umsonst.

Bevor ich zu Rabashs Unterricht kam, las ich zum Beispiel die Lehren der Zehn Sefirot und andere Quellen und ich hatte Fragen. Ich schrieb sie auf, prüfte sie, wählte sie aus, um in mir analytische Fähigkeiten zu entwickeln, damit ich mehr von meinem Lehrer wahrnehmen konnte.

Anders ausgedrückt, nicht um zu verstehen, sondern um bereit zu sein zu verstehen, was er sagt. Es ist gut, dass man es vom Lehrer anderes hört. So sollte es auch sein. Auf der nächsten Stufe wird es einfacher und immer einfacher. Das Einfachste ist das einfache höhere Licht.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Arbeit in der Verhüllung“.

Wo beginnt die spirituelle Stufe

Frage: Es heißt: „Es gibt nichts außer Ihm“. Jeder Gedanke, jede Bewegung, jede Wahrnehmung, ist der Schöpfer. Alles ist vorherbestimmt. Andererseits sagt man, dass der Mensch sich selbst die Schuld gibt und jede Minute über andere urteilt, aber das ist ihm verborgen. Was ist zu tun?

Antwort: Das richtige Verstehen der Welt beginnt damit, dass der Mensch zum Nullpunkt kommt und erkennt, dass er nicht existiert. Alles ist vom Schöpfer durchdrungen, alles ist vom Schöpfer gemacht und der Mensch existiert nicht.

Das heißt, alle seine körperlichen Bewegungen, alle seine Gedanken, alles was er sich als sein Eigenes vorstellen kann – das ist seine Wahrnehmung des Schöpfers, der in ihm ist und alle seine Handlungen, Gefühle, Gedanken bestimmt.

Wenn ein Mensch zu so einer Empfindung kommt, beginnt seine gemeinsame Arbeit mit dem Schöpfer. Erst dann kann man alle Fragen lösen, die in einem auftauchen. Bis dahin sollte man nur daran arbeiten, sich selbst zu annullieren.

Es ist notwendig, danach zu streben, zu spüren, dass es nichts außer Ihm in einer Vielzahl von Zuständen gibt.

Das ist die Grundlage, die erste Stufe mit der alles beginnt. Dann wird jeder Schritt mit, „es gibt nichts außer Ihm“, beginnen.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Fragen und Antworten“

Gebet und Gebetsbücher

Frage: Eine Frage zum Gebet. Wenn man um etwas bitten möchte, gibt es dann sprachliche Grenzen? Wie kann man seine Bitte erweitern?

Antwort: Erstens kann man darüber mit seinen Freunden sprechen. Zweitens gibt es Texte, die von Kabbalisten verfasst wurden und als kanonische Gebete gelten. Sie enthalten nichts Besonderes – einfach eine Bitte an den Schöpfer für verschiedene Arten der Unterstützung. Das Definieren von Verbindungen, Entwicklung und so weiter.

Jede solcher Anrufung fördert den Menschen, wenn er über die Worte nachdenkt, die die Kabbalisten geschrieben haben. Alle Gebete wurden von großen Kabbalisten verfasst.

Vor mehr als zweitausend Jahren existierte in Jerusalem eine Vereinigung von Kabbalisten, die als „Große Versammlung“ (Knesset ha-Gdola) bezeichnet wurde. Vor ihrer Zeit gab es überhaupt keine Gebete, da jeder Mensch wusste, wie er den Schöpfer bitten musste, um seine Verbindung mit anderen zu verbessern. Daher gab es keinen Bedarf an Gebetssammlungen.

Aber diese Kabbalisten spürten, dass die Menschen ihren spirituellen Stand verlieren würden, und schrieben deshalb eine Sammlung von Gebeten. Diese nutzen wir heute.

Worum geht es grundsätzlich in diesen Gebeten? Nur um die Verbindung zwischen uns. Man muss diese Worte verstehen. Im Allgemeinen preisen sie den Schöpfer als Eigenschaft des Gebens, der Liebe, als die höchste Eigenschaft der Natur. Es wird gesagt, dass Er uns nicht vergisst, dass Er versucht, uns einander näher zu bringen, um in uns zu verweilen. Und wir versuchen all das zu verwirklichen, um wie gute Kinder unseren Eltern Freude zu bereiten. Das ist alles, es gibt nichts anderes.

Ihr könnt diese Gebetsbücher also verwenden. Im Wesentlichen ist ein Gebet jedoch das, was der Mensch in seinem Herzen empfindet. Das ist das Erste.

Und das Zweite: Ein Gebet ist eine richtige Selbsteinschätzung des Menschen. Denn das Verb „beten“ („lehitpalel“) bedeutet „sich selbst beurteilen“. Das ist die Essenz des Gebetes. Dass ich meine Handlungen und die Umstände, in denen ich mich befinde, beurteile und wie ich mich aus ihnen erheben kann.

Man muss verstehen, dass der Aufstieg nach einem unerschütterlichen Prinzip erfolgt: „Von der Liebe zu den Geschöpfen zur Liebe zum Schöpfer“. Nur auf diese Weise und nicht anders. Wir können uns nur an ihn wenden. Wenn wir eine Gruppe von Zehn sind, und wir uns bemühen, die gesamte Menschheit in einer solchen Zehnergruppe zu versammeln und dadurch dem Schöpfer die Möglichkeit zu geben, diese zu erfüllen.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Fragen des Weltkli“

Dank Gedanken

Frage: In Rabashs Artikel „Aus Deinen Handlungen haben wir Dich erkannt“ steht geschrieben, dass das menschliche Denken völlig unfähig ist, den Schöpfer zu verstehen. Warum brauchen wir so viele Gedanken und Klärungen auf dem Weg dorthin?

Antwort: Wir nähern uns Ihm durch Gedanken an. Der Schöpfer selbst kann nicht durch unsere Gedanken verstanden werden.

Frage: Wodurch begreifen wir Ihn dann? Oder sollten wir gar nicht erst versuchen, Ihn zu verstehen?

Antwort: Ja, man sollte sich nicht einmal bemühen, Ihn zu verstehen. Wir sollten versuchen, die Handlungen des Schöpfers auf uns zu spüren und uns daraus an Ihn wenden.

Frage: Unser Gehirn findet die Verbindung zwischen allen Ereignissen als Teil des großen Ganzen und es hört nicht auf. Sollten wir diese Gedanken einschränken?

Antwort: Zum Teil, ja. Im Laufe des Studiums lernen wir alles einzuschränken außer den Verlangen und Gedanken, die uns zum Ziel und zur Verschmelzung mit dem Schöpfer führen. Das ist es, was ich zuallererst empfehle.

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Aus einer Lektion über Rabashs Notizen, 04.08.2024

Vereint für ein gemeinsames Ziel

Bemerkung: Wenn man etwas erklärt, versteht jeder einen auf seine eigene Weise. Energie wird von jedem unterschiedlich gefiltert. Sie erreicht hinter jedem Menschen eine bestimmte Schicht des Verlangens, ob er Musiker, Künstler oder Techniker ist.

Antwort: Ja, jeder von ihnen versteht es so, wie es für ihn am besten ist. Die Menschen gruppieren sich nach bestimmten Merkmalen. Sie sind alle unterschiedlich, im Prinzip ist jeder von ihnen etwas Besonderes.

Wenn man sie mit einer erhöhten Sensibilität untersucht, wird man sehen, dass keiner wie der andere ist. In keiner Weise! Sie haben eine derart spezifische innere Kombination zwischen allen Wünschen, Eigenschaften, Gedanken, Ausgangsdaten, besonders nachdem sie sich in unterschiedlichen Gesellschaften, unter dem Einfluss verschiedener Umgebungen entwickelt haben, dass es einfach unmöglich ist, sie miteinander zu vergleichen.

Frage: Wie können wir diese Schwelle mit all unseren Unterschieden, selbst wenn wir uns nahe stehen, überwinden?

Antwort: Wir verbinden uns nicht wegen gemeinsamen Eigenschaften, da es praktisch keine gibt, sondern durch ein gemeinsames Ziel und die Ergänzung der Eigenschaften des jeweils anderen. Das heißt, es ist mir egal, wer sie sind. Mir ist wichtig, dass wir das gleiche Ziel und den gleichen Weg dorthin haben.

Frage: Es kommt vor, dass sich Menschen aufgrund gemeinsamer Eigenschaften zusammenfinden: Jemand mag dies, jemand mag das, aber innerlich sind sie völlig verschieden. Ist es gut, wenn sich Menschen aufgrund ähnlicher Vorlieben gruppieren?

Antwort: Nicht wir gruppieren uns, sondern es kommt von oben. Der Schöpfer/die Höhere Kraft gruppiert uns, da wir uns auf diese Weise gegenseitig ergänzen können.

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Aus dem Vortrag „Mein Telefon hat geklingelt. Ein Wort hat eine Million Bedeutungen.“

Baal haSulam. Das Buch „Die Früchte der Weisheit. Briefe“. Brief 1. Teil 2

Zunächst einmal sind solche Umstände, in denen ein Mensch den Schöpfer in sich entdecken, seine Lenkung ergreifen könnte – diese Umstände, diese Gedanken, diese Handlungen – nicht gut. Ich selbst schäme mich, dass ich sie in mir habe – einerseits. Andererseits kann ich nur in ihnen den Schöpfer spüren.

Um einen Menschen zu dieser Möglichkeit zu bringen, trotz schlechter Handlungen, Gedanken, Wünsche, in ihnen den Einen zu finden, der sie dir gibt – zu diesem Zweck spielt der Schöpfer mit einem Menschen. Und nun wird Baal HaSulam uns sagen, welches die beiden Arten der Spiele des Schöpfers mit uns sind, damit wir im Prozess Seiner Spiele mit uns beginnen, Seine Lenkung zu suchen und zu finden und zu verstehen, trotz der schlimmsten Umstände, genau in ihnen.

Welche Art von Umständen gibt es? Sind sie in bestimmte Gruppen unterteilt, in denen sich der Schöpfer jeweils auf besondere Weise verbirgt? Er gibt mir zum Beispiel Gedanken an Essen, Sex – das ist eine Sache, Gedanken an Ruhm, Geld, Macht, Wissen – das ist eine andere. Sind diese Manifestationen der vermeintlich negativen Kontrolle des Schöpfers in mir irgendwie aufgeteilt? In welche Arten sind sie aufgeteilt, so dass ich Ihn dort in einem bestimmten Bild finden kann, wo Er in mir ist und mit Ihm in Kontakt treten kann?

…Und die beiden Mitteilungen weisen aufeinander hin,  aber  die Kraft der Verhüllung überwiegt.” Baal HaSulam

Das heißt, dass der Schöpfer den Menschen auf zweierlei Weise dazu anregt, seine Herrschaft zu offenbaren, obwohl er in diesen scheinbar schlechten Zuständen verborgen ist.

“Es ist wie in der Geschichte von dem König, dessen Diener in seinen Augen so erhaben war, dass der König ihn über alle seine Minister erheben und stellen wollte, weil er in seinem Herzen absolute Treue und Liebe sah.“

Der Mensch ist durch Jahrtausende von Lebenszyklen in einen Zustand gekommen, in dem er bereit ist (natürlich nicht aus eigenem Kalkül, sondern aus dem Kalkül des Schöpfers), die Lenkung des Schöpfers trotz all seines Wissens und Verstehens wirklich auf sich zu nehmen – als absolut gut und freundlich. Wenn der Schöpfer einen Menschen in einen solchen Zustand gebracht hat, weiß Er natürlich, dass dieser Mensch bereits dafür geeignet ist, und nun ist es möglich, mit ihm weiter zu arbeiten.

“Aber es gehört sich nicht für einen König, einen Bürgerlichen plötzlich über alle anderen zu erheben, ohne einen besonderen, klaren Grund. Aber es gehört sich für einen König, den Grund für sein Handeln allen in großer Weisheit zu offenbaren.”

Was bedeutet das? Wem soll der Schöpfer Rechenschaft ablegen und daran denken, dass Er nicht schlecht angesehen wird, dass Er jemandem einen Gefallen getan hat oder dass er als gerecht, als gut usw. bezeichnet wird? Was ist mit diesen Worten gemeint?

Gemeint ist die absolute Güte und Gerechtigkeit in Bezug auf jeden der Beteiligten – der Seelen von Adam Rishon, dass der Schöpfer in dieser Hierarchie der inneren Struktur der Gesamtseele Adams niemanden aus der Ordnung herausnehmen kann. Es gibt Seelen, die lichtvoller sind, es gibt Seelen, die mehr mit Egoismus belastet sind, es gibt solche, die von der rechten Seite kommen, es gibt solche, die von der linken Linie kommen, usw.

Jeder von uns unterscheidet sich sowohl in der Menge des Egoismus als auch in der Qualität des Egoismus. Und hier gibt es eine absolute Wechselbeziehung und Interaktion zwischen allen Elementen der Schöpfung innerhalb der allgemeinen Schöpfung Adams, d.h. zwischen allen einzelnen Seelen innerhalb dieser allgemeinen Seele.

Und es kann nicht sein, dass irgendeine Seele, irgendein Element, irgendeine Bestimmung plötzlich anfängt, sich zu offenbaren (oder der Schöpfer anfängt, es zu offenbaren), bevor das Vorherige, das Vorangegangene. Denn es ist alles in einem gemeinsamen System verbunden wie in einem Organismus. Und es kann nicht funktionieren, wenn es nicht in voller Verschmelzung, nicht in voller Wechselwirkung, nicht in vollem gemeinsamen Akkord, in Harmonie miteinander arbeitet.

Aus der Kongresslektion „Die Früchte der Weisheit“, Brief 1

Kabbalistisches Rätsel

Einige Studenten beklagen sich, dass sie das Material, das wir in dem Buch Das Studium der Zehn Sefirot studieren, nicht verstehen und es nicht fühlen können. Das ist nicht überraschend, niemand erwartet eine solche Fähigkeit von ihnen, aber was ist die richtige Reaktion?

Das gesamte Studium der Weisheit der Kabbala geschieht durch die Entdeckung, dass ein Mensch taub dafür ist; er ist nicht in der Lage, es mit seinem Verstand zu verstehen und mit seinem Herzen zu fühlen. Er versteht überhaupt nicht, was man von ihm will. Nach der Lektüre all dieser abstrusen Texte möchte er sich nur noch auf das Sofa legen und die Augen schließen oder zumindest den Fernseher oder das Internet einschalten. Dieses Unverständnis ist nichts Neues.

Das Neue ist, dass ein Mensch, um zu verstehen was man von ihm will, mit diesem Problem zum Zehner geht und dort versucht, die Antwort wie ein Puzzle zusammenzusetzen. Er muss seinen Freunden zuhören und mit ihnen reden. Wir sollten nicht glauben, dass wir dieses Problem mit unserem Verstand lösen können.

Nein, wir wenden uns damit an den Schöpfer und verlangen von ihm, damit wir es verstehen, dass er uns lehrt, uns in der richtigen Form zu verbinden und dieses Bild zwischen uns zu offenbaren. Es heißt: „An Deinen Taten werden wir Dich erkennen.“

Wir brauchen die ganze Weisheit, die sich in der Praxis, in unserer Verbindung offenbart. Wir werden andernfalls nicht in der Lage sein, sie zu verstehen. Die Kabbala kann nicht durch den körperlichen Verstand und die Gefühle erlangt werden. Es heißt: „Es sind nicht die Weisen, die lernen“.

Selbst wenn man Einstein oder Nobelpreisträger studieren lässt, wird es nichts helfen. Nur die Verbindung zwischen uns und die Bitte an den Schöpfer wird helfen, dann wird der Schöpfer den richtigen Zustand zwischen uns offenbaren, das heißt die Lösung.

Daher erfordert das Studium nicht viel Intelligenz, sondern vielmehr eine Verbindung mit dem Zehner, in der sich jeder vor seinen Freunden annulliert und den Schöpfer darum bittet, den Zustand, den wir studieren, innerhalb im Zehner zu offenbaren. Die Gruppe sind die zehn Sefirot, eine spirituelle Struktur, in der die Antwort offenbart wird. Das nennt man praktische Kabbala.

Ich mache mir deshalb keine Sorgen, wenn der Schüler den Text nicht versteht. Niemand versteht alles, das ist ganz natürlich. Alles, was von uns verlangt wird, ist, dass wir uns zusammenschließen und das Problem mit der Methode der praktischen Kabbala lösen, d. h. durch Verbindung und nicht durch den Intellekt. Schließlich sind wir nicht an der Universität. Wenn uns etwas nicht klar ist, dann haben wir es mit einem Problem zu tun, das eine Lösung erfordert.

Aus dem Unterricht, Schriften von Baal HaSulam, „Studium der Zehn Sefirot“, 3.5.22

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Das Bündnis der Augen

Frage: Gibt es in der Kabbala so etwas wie einen „Bund der Augen“? Was bedeutet es?

Antwort: Der Bund der Augen ist eine hohe Verbindung, die bereits im Licht des höheren Verständnisses im Licht von Chochma stattfindet.

In unserer Welt gibt es Menschen, die sagen: „Ich habe gehört“, und es gibt solche, die sagen: „Ich habe gesehen“. In der Kabbala symbolisiert das Sehen das Licht von Chochma und das Hören das Licht von Chassadim.

Was das Licht von Chassadim betrifft, so können wir nicht sagen, was wir fühlen. Wir hören, aber es ist keine vollständige Erkenntnis. Volle Erkenntnis ist Sehen.

Dementsprechend gibt es Propheten, die sagen: „Ich habe gesehen“ oder „Ich habe gehört“. „Ich sah“ ist eine absolut vollständige Erkenntnis des Schöpfers, und wir betrachten eine solche Prophezeiung als die Höchste.

Die Unterteilung in „gesehen“ und „gehört“ findet sich in allem, was uns wiederfährt. Was immer jedem von uns im Leben zu Teil wird, kommt vom Schöpfer.

Er allein erfüllt und bewegt uns die ganze Zeit. Das Wichtigste was wir uns wünschen ist absolutes Verstehen und das kann nur im Licht von Chochma, also in der Vision geschehen.

Aus der Fernsehsendung “ Spirituelle Zustände“, 28.12.21

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