Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verschmelzung'

Die Unendlichkeit ist eine grenzenlose Vereinigung

Für eine richtige Realitätswahrnehmung muss man alle Formen, die uns offenbart werden, mit einander verbinden. Es existiert nur die Innere Welt eines Menschen. Dabei ist die Unendlichkeit keine unendliche Entfernung, sondern eine grenzenlose Vereinigung! Und später entsteht in dieser Welt der Unendlichkeit eine Grenze, welche bestimmt, wie nah du zu mir sein kannst. Innerhalb dieser Unendlichkeit wird der egoistische Wunsch offenbart, er schafft die Entfernung zwischen verschiedenen Teilen. Diese Entfernung ist irreal, eine Distanz zwischen den Wünschen, zwischen den Egos.

Folglich beginnen sich die Welten, von der Unendlichkeit aus nach unten zu erstrecken, das heißt es entsteht das Gefühl der Distanz zwischen verschiedenen Teilen. Man spricht in diesem Zusammenhang über den Abstieg der Welten oder über die Verstärkung der Verhüllung zwischen uns, denn es ist keine physische Entfernung – sondern nur eine sinnliche. Wir müssen uns mehr an der inneren Wahrnehmung ausrichten. Ich kann irgendwelchen Menschen physisch nah oder fern sein, und sie als nachstehend oder entfernt empfinden – eins hängt nicht vom anderen ab. In der Spiritualität existiert diese vorgestellte Welt der Entfernungen nicht – es gibt nur das Gefühl. Die sinnliche Empfindung wird in Sefirot, Parzufim, Welten gemessen – laut der Ähnlichkeit der Eigenschaften zwischen den geistigen Objekten, zwischen den Wünschen.

Einerseits, gibt es zwischen den Wünschen einen Unterschied – denn die Wünsche sind verschieden! Aber andererseits sind sie auch einander ähnlich, weil sie zusammen sein wollen, ungeachtet ihres natürlichen, konstanten Unterschiedes. Allein diese „Entfernung“ wird in der Spiritualität gemessen, und wir wollen solche Nähe erreichen.

Auch wenn sich unsere ursprünglichen Wünsche voneinander unterscheiden, weil sie unendlich stark voneinander entfernt sind, können wir dennoch mittels des Bildschirmes und des widergespiegelten Lichtes (des gegenseitigen Gebens), das heißt mittels des allgemeinen Strebens, die gegenseitige Nähe und die sinnliche Vereinigung erreichen, die keine Grenzen hat. In den Wünschen werden wir eine Art unendlicher physischen Distanz empfinden – und in unserem sinnlichen Streben, zusammenzusein, werden wir diese Grenze überschreiten und die unendliche, grenzenlose Vereinigung fühlen, als ob wir uns an einem Punkt befänden.

Und zwei diese Arten der Messungen: die unendliche Distanz, die unsere Wünsche eingrenzt, welche einander entgegengesetzt sind, und die Vereinigung ohne Ende und Grenzen, alle an einem Punkt, in der allgemeinen Absicht, in der Bestrebung – sie sollen zusammen existieren und die Macht unserer Vereinigung und der Verschmelzung gewährleisten.

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Was hinter jedem Wort des Sohar steht

Der Sohar, Abschnitt „WaJeze“, Paragraph 133: …Und weil eben diese NeHJ sich während des Zustands des Kleinseins (Katnut) mit dem Unteren verbinden, wird sich später, während des Zustands des Erwachsenseins (Gadlut), wenn der Höhere seine NeHJ vom Ort des Unteren wieder zurück auf seine Stufe bringt, auch der Untere, der an sie angeheftet ist, zusammen mit ihnen zum Ort des Höheren erheben. Auf diese Art erhält der Untere die Lichter des Höheren.

Nehmen wir an, wir haben einen Abschnitt aus dem Sohar gelesen. Worum ging es hier? Um die Verbindung der Seelen zwischen den Teilen der Realität – und um nichts anderes.

Was macht es für einen Unterschied, welche Wörter dafür benutzt werden – ChaGaT, der Höhere, Lea… So oder so verstehe ich nichts von dem, was hier geschieht. Die Kabbalisten benutzen die Worte unserer Welt, um das Verhältnis der Kräfte in der Spiritualität – in einer vollkommen anderen Realität – zu erklären.

Doch ich, während ich jedes Wort lese, muss zu mir selbst sagen: „Das ist die Verbindung zwischen den Seelen. Das ist die Eigenschaft des Gebens, welche zwischen uns herrscht. Und das höhere Licht, das die Seelen, d.h. unsere Verlangen, füllt und sie zu einem gemeinsamen spirituellen Gefäß vereint. Und das ist der Schöpfer, der sich in der Schöpfung enthüllt. Und das ist die Schöpfung, die den Schöpfer wahrnimmt“.

Hinter all diesen Worten muss ich immer nur eine einzige Realität sehen. Dann ist es mir nicht mehr wichtig, was für Worte ich lese. Doch ich lese, um mir nach jedem Wort zu sagen, dass es um die Einheit, um die Eigenschaft des Gebens, die das gesamte Verlangen, zu genießen füllt, geht.

Doch der richtigere, der innerere Weg ist, ständig gefühlsmäßig wahrzunehmen, dass es um die Einheit, die Verbindung, die Liebe, die Verschmelzung, die vereinte Realität, die Bürgschaft geht.

Und alle Worte erklären mir nur detaillierter in Gedanken und im Verstand jene Wahrnehmungen, in denen ich mich befinde. So wird es viel leichter und richtiger sein, alles, wovon wir im Sohar lesen, wahrzunehmen.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 25.06.2010

 

Kabbala Akademie

Der erste Kontakt mit der Spiritualität

Eine Frage, die ich erhielt: Wie muss unsere Verbindung mit dem Text während des Lesens des Sohar sein, außer den Gedanken daran, dass wir gemeinsam studieren und uns korrigieren wollen?

Meine Antwort: Die Verbindung mit dem Text des Sohar kommt später, und ihr beginnt zu spüren, welche Aufregung er in euch auslöst.

Der Sohar berührt das innere Herz des Menschen, wie ein Brief, der von jemandem geschrieben ist, der dir sehr nahe steht und dir lieb und teuer ist, ein sehr persönlicher und intimer Brief, der dein Leben erfüllt.

Du kannst unterschiedliche Zustände durchlaufen, dich in irgendwelche Gedanken und Handlungen vertiefen, doch wenn du zum Sohar zurückkehrst, spürst du, wie er dich belebt – er erfüllt, beruhigt, streichelt, umarmt, umhüllt dich.

Dieser Text stellt den Zustand der Seele dar, die sich in der absoluten Verschmelzung mit dem Schöpfer befindet.

Wenn der Mensch nur das anfängliche Empfinden der Spiritualität zu spüren bekommt, begreift er gleich, was es bedeutet. Er kann nicht mehr ohne!

Für ihn ist es wie eine persönliche, innere Botschaft von oben, wie „kaltes Wasser für die durstige Seele“.

Und nach diesem ersten Gefühl entstehen kompliziertere und vielfältigere Empfindungen, die sich zu einem ganzen Drama entwickeln.

Doch zunächst ist der erste Kontakt erforderlich, dafür braucht der Mensch einige Jahre ernsthafter Arbeit.

Wenn man das gemeinsam macht und wirklich will, einander hilft und verpflichtet, dann nimmt das weniger Zeit in Anspruch.

Wir müssen in Berührung mit der Spiritualität kommen – noch nicht einmal zu der ersten Verschmelzung, sondern zu einer Art Vorahnung dessen, zu einer Wahrnehmung, die die Grenzen der gesamten normalen Realität übersteigt.

Alles bleibt wie früher, doch über all dem gibt es einen Zustand, von dem ausgehend sich der Mensch weiter mit dem Sohar verbindet.

Aus einem Soharunterricht, 14.06.2010

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Die Reise des Menschen

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeuten die drei Linien?

Meine Antwort: Die linke Linie bedeutet das unkorrigierte Verlangen, das zuerst eingeschränkt werden muss (Zimzum Alef).

Die rechte Linie ist die Kraft des Gebens, die Kraft des Lichtes. Und die mittlere Linie ist das Resultat der Arbeit an der Verbindung dieser zwei Linien.

Unsere gesamte Arbeit spielt sich in der mittleren Linie ab. Darüber erzählt der ganze Stoff der Kabbala.

Die rechte und die linke Linie sind uns von Natur aus, von oben, vom Schöpfer, gegeben. Und wenn wir nicht in der mittleren Linie arbeiten, dann bleiben wir gesteuerte Tiere, die mittels dieser zwei Zügel – des rechten und des linken – gelenkt werden.

Doch wenn wir den ersten Funken aus der mittleren Linie, der sich Punkt im Herzen nennt, erhalten, dann ist das eine Einladung, selbst die Zügel in die Hand zu nehmen und sich nicht wie ein Pferd, durch zwei Zügel von oben angetrieben, fortzubewegen.

Wir müssen diese Zügel annehmen, und der Punkt im Herzen ist der Beginn eines Menschen in uns, der sein Tier mit Hilfe von Zügeln lenken und sich der Angleichung an den Schöpfer entgegenbewegen wird. Die ganze Arbeit entstammt nur diesem Punkt und besteht in der Steuerung seiner selbst in Richtung einer Verschmelzung mit allen anderen.

Dann begegnen wir allen unseren Eigenschaften wie den von oben gegebenen Bedingungen, ohne dass wir uns mit unserem Körper und seinen angeborenen Eigenschaften oder mit dem Licht, das uns zur Korrektur dieses Körpers gegeben wurde, identifizieren.

Das heißt, wir begegnen diesen zwei Linien – der rechten und der linken – wie einer Vollkommenheit, die vom Schöpfer erschaffen wurde – wie Seiner Einladung, mit der Erschaffung unseres Selbst zu beginnen.

Dann mache ich mir weder Sorgen, noch freue oder ärgere ich mich über die rechte oder die linke Linie, sondern nehme die mir gegebenen Zustände als eine Möglichkeit an, diese zwei Linien richtig miteinander zu verbinden und mich vorwärts zu bewegen, indem ich mein Tier lenke und es zum Ziel steuere.

Jeden Augenblick zieht es mein Tier mal zu einer Seite mal zur anderen, in eine mir unbekannte Richtung.

Ich muss mir aber das Ziel vorstellen – den Schöpfer, die Verschmelzung mit Ihm, die Angleichung an Seine Eigenschaften. Ich muss es mir, so gut es geht, vorstellen und versuchen, meine Umgebung als ein vollkommenes, ausgewogenes System zu sehen, das von innen durch Gleichheit aller seiner Teile und durch gegenseitige Bürgschaft verbunden und vereint ist, damit es vom höheren Licht erfüllt werden kann.

Und wenn das Ziel für mich klar ist, muss ich mein Tier korrigieren, um es mit Hilfe von zwei Zügeln genau in diese Richtung zu lenken. Diese Arbeit hört niemals auf.

Jedes Mal werde ich mir das spirituelle Ziel genauer vorstellen können, mit mehr Details und dementsprechend mehr Verwirrung, denn das Licht wird nur aus der Dunkelheit heraus erkannt.

Und ich muss mich die ganze Zeit diesem Ziel entgegenbewegen, d.h., mich in das Gesamtsystem als einer seiner untrennbaren Bestandteile einordnen.

Deshalb muss ich mich während des Lesens des Sohar wie ein Autofahrer verhalten, der gleichzeitig auf das Gaspedal drückt, die Straße im Auge behält, am Lenkrad dreht und die Bremse ertastet.

Genauso höre ich, was der Sohar erzählt, und will all das, wie während einer Fahrt, mir vorstellen können, versuchen, mich gemeinsam mit ihm zu bewegen und aktiv teilzunehmen.

Das heißt, ich will wissen, was ich studiere, mich mit dem Stoff verbinden, mich in diesem Prozess befinden.

Wissen bedeutet Verschmelzung, wie geschrieben steht: „Und Adam erkannte Chawa (sein unkorrigiertes Verlangen)“.

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Das Haus, in dem sich der Schöpfer und die Schöpfung treffen

Wir werden noch feststellen, dass wir alle Menschen, die es auf der Erde gibt, brauchen – jeden von den sieben Milliarden.
Die Umgebung wirkt wie ein Kraftverstärker auf den Menschen, denn die eigene Kraft jedes einzelnen ist sehr klein.
Je mehr Menschen der Gesellschaft angehören, in deren Einfluss ich mich begebe, desto größer ist die Kraft, die ich erlange.
Das wird die Höhe der Stufe, auf der ich mich dem Schöpfer angleichen kann, und das Maß der Verschmelzung mit Ihm bestimmen.
Allein werde ich das nicht erreichen können. Eine kabbalistische Gruppe ist der Ort, an dem ich mich an den Schöpfer anhefte, und sie bestimmt, in welcher Höhe ich mich Ihm angleichen werde.

Die Gruppe wird für mich zu dem Haus, in dem sich der Schöpfer und die Schöpfung treffen. Und wenn wir uns mit Ihm treffen, dann gibt es mich nicht mehr – es gibt ein „WIR“, das für mich zu meinem „ICH“ geworden ist.

„Ein Gefangener kann sich nicht selbst aus dem Gefängnis befreien“, doch das können für ihn seine Freunde tun, indem sie ihn mit Spiritualität begeistern und ihm ihre Kräfte geben.

Und jeder muss daran denken, wie er dem Freund helfen kann, jeden seiner Zustände mit dem Ziel zu verbinden, ihre Notwendigkeit zu begreifen und sich über die „Sünder“ zu freuen, die sich in ihm enthüllen.

Es ist unwichtig, welche Zustände wir durchlaufen, ob Aufstiege oder Abstiege. Wichtig ist, dass wir dem Ziel näherkommen.
Dann verstehen wir, dass wir sie durchlaufen müssen, wie auch ein Kranker eine Behandlung durchläuft, die für ihn vielleicht unangenehm ist, aber er freut sich bereits auf seine Genesung.

Deshalb muss man einander gegenseitig die Stimmung heben, aber sich nicht einfach leichtfertig vergnügen, sondern einander den Lebensgeist, d.h. das spirituelle Leben, das den Menschen erfreut, schenken.

Die Stimmung ist deshalb so wichtig, weil sie Lebenskraft spendet. Gehobene Stimmung erreicht man nicht mit Hilfe des materiellen Lebens, weder durch Reichtum noch durch Macht.

Hier kann nur ein Mensch dem anderen helfen, der die Kraft des Glaubens, die Kraft des Lebens – d.h. die Unterstützung der Umgebung, das einzige Mittel, das uns voranbringt – verloren hat.

Nur ein anderer Mensch kann uns die Empfindung der Wichtigkeit des Gebens, der Sicherheit und des erfüllten Lebens suggerieren.
Hier muss jeder seinem Freund helfen und selbst vorleben, wie man zu dem Ziel, das jeden Augenblick erreicht werden kann, strebt.

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Innere Arbeit eines Kabbalisten, 23.05.2010

„Liebe zu Freunden“

1. Wozu brauche ich die Liebe zu Freunden?

Liebe zu Freunden bedeutet Verbindung zwischen den Seelen.

„Ich“ bedeutet meine Seele, „Freund“ bedeutet eine fremde Seele, und „Liebe“ bedeutet eine solche Verbindung zwischen uns, bei der er für mich und ich für ihn wichtiger sind, als jeder für sich selbst. Ich muss seine Verlangen wichtiger als meine eigenen wahrnehmen, das bedeutet „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“.

Das ist aber nicht die Wahrnehmung von Verlangen unserer Welt und ihre Befriedigung, sondern die Vereinigung von unseren Verlangen, den Schöpfer zu erreichen.

Das heißt, ich baue eine vollkommen neue spirituelle Konstellation auf – die gemeinsame Seele von Adam Rishon, die vorher niemals existiert hat und die über allem Materiellen steht.

2. Warum habe ich ausgerechnet diese Freunde und die Freunde mich ausgesucht?

Habe ich denn wirklich diese Freunde ausgesucht? Die höhere Kraft hat mich zu dieser Gruppe geführt. Wo fängt denn mein freier Wille an?

Unseren freien Willen bauen wir jeden Tag selbst auf, indem wir ständig überprüfen, wofür wir uns mit den Freunden verbinden müssen:

– Sehe ich in ihnen und sie in mir den Punkt im Herzen – das Verlangen, uns zu vereinigen und die Verschmelzung mit dem Schöpfer zu erreichen?

– In welcher Beziehung zueinander müssen wir stehen, um Ihn zwischen uns zu enthüllen, gemäß dem Gesetz der Ähnlichkeit von Eigenschaften?

3. Muss jeder der Freunde seine Liebe offen zeigen, oder reicht es, wenn sie in seinem Herzen verborgen ist?

Jeder muss seine Liebe gegenüber der Gruppe offen zeigen. Dadurch wird er die Liebe in den Herzen seiner Freunde vergrößern und lässt sich später selbst von ihnen begeistern. Wenn er vorher nur eine – seine eigene – Kraft der Liebe zu Freunden gehabt hat, wird er jetzt Kräfte von allen Freunden in der Gruppe bekommen.

Man muss immer das Ziel der Gruppe im Kopf behaltendie Verschmelzung mit dem Schöpfer.

Eine kabbalistische Gruppe gründet auf der Liebe zu Freunden, weil das ein Sprungbrett zum Erreichen der Liebe zum Schöpfer ist.

Deshalb müssen wir einander Beispiele der Nächstenliebe geben.

4. Muss man genau wissen, woran es jedem Freund fehlt, um ihn zu erfüllen, oder reicht es, die Freunde im Allgemeinen zu lieben?

Es reicht, die Freunde im Allgemeinen zu lieben, um sicher zu sein, dass es dem Freund an der Motivation, an der Unterstützung auf dem Weg, an der Begeisterung, an der Empfindung der Wichtigkeit des Schöpfers und der Gruppe fehlt – und ihm all das nach Möglichkeit anzubieten. [Rest des Beitrags lesen →]

Die innere Arbeit des Kabbalisten 2

„Ziel der Gemeinschaft 2“

RaBaSCH schreibt in seinem Artikel „Ziel der Gemeinschaft 2„, dass der Mensch nur als sich selbst Liebender geboren wird und deswegen unfähig ist, auch nur die kleinste Bewegung ohne eigenen Profit zu machen. Aber ohne Verzicht auf die egoistische Liebe in uns, ist es unmöglich, zu einer Verschmelzung mit dem Schöpfer zu gelangen – zu einer Ähnlichkeit der Eigenschaften mit Ihm. Deswegen ist eine Gruppe notwendig, in der die Wünsche und Kräfte von jedem einzelnen sich gegenseitig addieren, und jeder kann diese riesige, gemeinsame Kraft gebrauchen, um auf seinen egoistischen Wunsch zu verzichten, der ihm nicht erlaubt, das Ziel, für welches er geboren wurde, zu erreichen.

Ein Fenster in die neue Welt
Der Schöpfer ist die Kraft der Liebe und des Gebens, Kraft des Verzichtens auf sich selbst. Deshalb brauche ich die Gruppe – als eine äussere, fremde Kraft, die wie ein Hebel, der mich meine eigene Natur umdrehen lässt, funktioniert.
Die kabbalistische Gruppe ist ein spiritueller Verstärker.
Die Gruppe ist ein Modell der Spiritualität . Sie ist dir im Materiellen gegeben, aber durch deine Einstellung zu ihr als Ansammlung der Seelen, und nicht der Körper – verwandelst du sie ins Spirituelle.
Lasst eure Esel unten weiden!
Um mich vor der Gruppe zu annullieren, muss ich die guten Eigenschaften meines Freundes sehen und nicht die schlechten. Ich muss in ihm ein spirituelles, göttliches Punkt sehen:
1) Der Schöpfer liebt ihn.
2) Er ist besonders und gross, weil sich in ihm ein Teil des Schöpfers befindet.
3) Er wurde als mein Partner auf dem spirituellen Weg gewählt. Als der Schöpfer ihn geschaffen hat, wusste er, dass ich nur mit ihm gemeinsam den Schöpfer erreichen kann.
Punkte des Eingangs in den spirituellen Raum
Die Punkte im Herzen sind der Schöpfer in jedem von uns! Er befindet sich in jedem Menschen auf der Welt!
Aber in meinen Freunden aus der Gruppe befindet er sich in einer offenen Form, denn es war er, der dich zu ihnen gefuehrt hat, zu diesen spirituellen Punkten, damit du dich mit ihnen verbindest und durch sie zu ihm gelangst.
Deswegen musst du ihm dankbar sein, dass dir so eine Gelegenheit gegeben wurde.

Wo soll man den Schöpfer suchen?

Eine Frage, die ich erhielt: Warum reden wir immer nur über die Verbindung zwischen uns und nicht über die Verbindung mit dem Schöpfer?

Meine Antwort: Im Moment geht es uns um die Umsetzung unserer Aufgabe, darum schenken wir so viel Aufmerksamkeit der Verbindung zwischen uns.

Das Endziel ist die Verschmelzung mit dem Schöpfer nach dem Gesetz der Gleichheit der Eigenschaften, was für uns, „Mensch“, Adam (dem Schöpfer „gleich“) zu werden bedeutet.

Dafür müssen wir unser spirituelles Gefäß (Kli) vorbereiten, indem wir es an den Höheren angleichen. Dieses Gefäß muss für alle eins sein, wo sich alle seine Teile wie ein Mensch mit einem Herzen vereinen.

Im Gefäß sind unser ganzer Hass, Neid, Ehrgeiz, Hochmut und Machtgier enthalten, und über all dem müssen wir uns erheben und vereinen, um uns an den Schöpfer anzugleichen und Verschmelzung mit Ihm zu erreichen.

Uns kommt es vor, als ob befände sich der Schöpfer irgendwo außerhalb von uns , doch letztendlich enthüllt Er sich innerhalb  jenes gemeinsamen Gefäßes, das wir zwischen uns aufbauen.

Deshalb, um den richtigen Durchblick zu haben, müssen wir alles so wahrnehmen, als ob es sich alles an einem Ort befinden würde. Dieses Gefäß bauen wir zur Enthüllungen des Schöpfers auf! Es befindet sich genau dort, wo wir uns über unserem Egoismus verbinden.

Unser Egoismus bleibt unten, und darüber bauen wir Verbindungen untereinander auf. Und wenn unsere Verbindung wirklich stark ist und auf der Kraft des Lichtes, das zur Quelle zurückführt, aufgebaut ist, werden wir darin den Schöpfer (Bore) enthüllen, was  „komme und siehe“ (Bo-Re) bedeutet.

Und Es ist nicht etwa so, dass Er irgendwo dort oben im Himmel sitzen würde und ich hier unten irgendetwas machen würde, um Ihn im Himmel zu enthüllen.

Sondern genau innerhalb der Verbindung zwischen den Seelen, enthülle ich ihn, zwischen den Organen des spirituellen Organismus, als das ihn erfülltende innere Licht.

Und die Menschen glauben, dass wir den Schöpfer ausschließen und nur über die Verbindung untereinander reden, weil sie in ihrem Inneren nicht bereit sind, zu akzeptieren, dass es eine Verbindung zwischen unserer Arbeit, dem Studium, der Verbreitung, der Vereinigung miteinander und dem Schöpfer gibt.

Jeder nimmt den Schöpfer als etwas Großes wahr und ist bereit, sich mit Ihm zu vereinen, und mit einem anderen Menschen nicht. Sie verstehen aber nicht, dass das ein und dasselbe ist.

Eine innigere Verbindung zwischen den Menschen nennt sich „Schöpfer“, die Eigenschaft des Gebens, doch die Natur des Menschen lässt ihn das nicht akzeptieren…

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Verpasse nicht unseren Zug

Eine Frage, die ich erhielt: Wie soll man im Laufe des Tages am Aufbau einer kabbalistischen Gruppe arbeiten – eines Gefäßes, das von uns vorbereitet wird, um es mit dem Licht des Schöpfers, mit Seiner Enthüllung zu füllen? Wie soll man seinen eigenen Zustand und den Zustand der gesamten Weltgruppe bewerten?

Meine Antwort: Die gesamte Botschaft des Schöpfers, die wir von Baal HaSulam und Rabash bekommen, soll man als einen einzigen Appell verstehen – als einen Aufruf zur Verschmelzung.

Diesen Zustand, diesen Berührungspunkt erläutert Rabash. Er erklärt uns, was darin enthalten ist. Doch man kann ihn nur erreichen, indem man alle gegensätzlichen Eigenschaften in sich vereint.

Da du unvollkommen bist, kommen diese Eigenschaften dir verschieden vor. Doch je mehr du dich damit beschäftigen wirst, desto schneller wirst du sehen können, wie alles sich zu einem einzigen Punkt, der Einheit heißt, zusammenzieht.

In diesem Punkt der Einheit verschmelzen du, der Schöpfer, deine Anstrengungen, die Gruppe, die Korrektur des Bösen Triebes, die Wichtigkeit des Ziels und deine eigene Nichtigkeit, die Absicht zu geben und darunter der egoistische Trieb – alles vereint sich zu einem Ganzen.

Man darf nicht irgendeinen einzelnen Punkt herausreißen und darauf verharren. Jeder muss im Laufe des Tages an dem gesamten Artikel arbeiten, ihn einige Male durchlesen, eine kurze Zusammenfassung schreiben.

Und plötzlich wirst du feststellen, dass diese kurze Übersicht das Thema von unterschiedlichen Seiten behandeln kann.

Doch das Wichtigste ist die Arbeit selbst! Sie zieht das Licht, das zur Quelle zurückführt, an uns heran.

Vom Menschen werden keine richtigen und erfolgreichen Überlegungen verlangt, und je weiter wir voranschreiten, desto weniger Erfolg haben wir bei den klugen Schlussfolgerungen. Wir werden uns immer zerschlagener und unfähiger fühlen.

Es scheint, als ob wir uns in die falsche Richtung bewegen würden, doch diese Empfindung wird in uns durch das Licht hervorgerufen, das zu uns kommt und uns erweckt!

Jeden Tag muss eine neue Aufgabe gestellt werden, die von jedem im Laufe des Tages erfüllt werden muss. Und wenn jemand diese Arbeit nicht erfüllt, fällt er heraus.

Am nächsten Tag wird er nicht mehr zusammen mit allen anderen weitermachen können, denn wir bewegen uns konsequent von einem Zustand zum nächsten.

Ich kann nicht mehrere Zustände überspringen, als ob ich in einen fahrenden Zug hineinspringen würde. Deshalb, wenn wir mit dieser Arbeit begonnen haben, müssen wir jeden Tag dafür sorgen, dass sie erfüllt wird, ohne Rücksicht auf unsere Stimmung.

Und wir müssen einander unterstützen, damit keiner fällt, denn sonst hindert er alle anderen daran, alles richtig zu begreifen und zu verinnerlichen.

Aus einem Unterricht nach Artikel von Rabasch „Das Ziel der Gemeinschaft I“, 16.05.2010

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Wenn der Morgen graut


Der Sohar, Kapitel VaYeshev (Und Jakob setzte sich nieder), Punkt 114: Es gibt nicht einen Menschen in der Welt, der des Nachts nicht den Geschmack des Todes kostet und auf dem Körper liegt der Geist der Unreinheit. Denn weil die heilige Seele sich vom Menschen entfernt hat, liegt der Geist der Unreinheit auf diesem Körper und er ist geschändet.

Das bedeutet, dass ein Mensch einen Schirm hat, das Licht der Einheit, das Licht der Verschmelzung und dass die Eigenschaft des Gebens in ihm herrscht. Doch dann verschwindet alles. Der Parzuf wurde entleert und alles Licht ist daraus entschwunden. Das kann aus einem äußeren oder inneren Grund geschehen, wie, wenn des Menschen innerer Wille zu genießen wächst und neue Reshimot sich in ihm zeigen.

Das geschieht dann, wenn in ihm ein neues, unkorrigiertes Verlangen erwacht und über ihn herrscht. Der Mensch ergibt sich ihm und, geführt durch dieses Verlangen, beginnt er, über sein Leben, über Selbsterfüllung nachzudenken und darüber wie er dieses Verlangen erfüllen kann.

Nur wenn er sich rechtzeitig für diese Dunkelheit vorbereitet hat, für die Nacht, den Zustand, wenn seine Verlangen über ihn herrschen, ist er fähig, alle Kraft zusammenzunehmen und die Dunkelheit als Mittel zum Aufstieg auf eine neue Stufe zu betrachten. Dann richtet er eine wahre Forderung nach Oben, an Abba ve Ima, und bittet sie, für ihn zu sorgen (das wird „Verschmelzung um Mitternacht“ genannt).

Ab Mitternacht beginnt er mit den Korrekturen. Ein Mensch beginnt, das gesamte zusätzliche Verlangen zu genießen zu korrigieren, dass er bekommen hat und das er als Geschmack des Todes gefühlt hat. Doch jetzt versüßt er ihn.

Das bedeutet, dass ein Mensch gen Morgen voranschreitet, wenn er von Oben das Licht, das umgestaltet, die erste Eigenschaft des Gebens empfängt. Und dann kommt das Morgenrot. Ein Mensch beginnt, in seinem Zustand das Licht zu fühlen, da er einen Schirm über sein voriges Verlangen zu genießen erlangt hat und nun befindet er sich in der Eigenschaft des Gebens.

Darum war es für ihn notwendig, den Geschmack des Todes zu kosten.

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