Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verlangen zu empfangen'

Die Eigenschaft der Barmherzigkeit erlangen

Das Verlangen zu empfangen ist das Wesen der gesamten Schöpfung. Doch solange es nicht durch die Eigenschaft von Bina in die Absicht des Gebens korrigiert wird, ist eine richtige Verwendung unmöglich. Nur so kann Vollkommenheit und Ewigkeit erreicht werden.

Deshalb wird Abraham, der als Erster diese Korrektur erreicht hat, „Vater des Volkes“ genannt. Er erhielt den zusätzlichen Buchstaben „Hej“ zu seinem Namen Avram, was darauf hinweist, dass er die Eigenschaft von Bina erlangt hat.

Seine Eigenschaft heißt „Barmherzigkeit“ (Chessed). Wenn Bina, die zu den drei oberen Sefirot (GAR) gehört, ihre Eigenschaft an die sieben unteren Sefirot (SAT) weitergibt, also an die empfangenden Gefäße der unteren Ebenen, dann ist ihre Eigenschaft Barmherzigkeit. Genau das muss der Mensch erlangen, um die Korrektur des Kli seiner Seele zu vollziehen.

In dem Maße, in dem er die Korrektur von Bina über seine Malchut erlangt, messen wir sein spirituelles Niveau und seine Fähigkeit um des Gebens willen zu empfangen. Mit anderen Worten: Alles wird nicht anhand von Malchut gemessen, sondern daran, inwieweit sie entsprechend der Korrektur von Bina in ihr genutzt werden kann.

Um die Schöpfung zur Korrektur zu führen, kam es zu einem Zerbrechen der Gefäße, wodurch alle Eigenschaften von Bina in die Eigenschaften von Malchut einflossen und sich miteinander vermischten. An jedem Ort von Malchut ist die Eigenschaft von Bina in dem Maße vorhanden, in dem Malchut fähig ist, diese Eigenschaft zum eigenen Nutzen aufzunehmen bzw. zu erwerben.

Diese Vermischung muss die unterste Stufe erreichen, denn nur so kann Malchut aufgedeckt und korrigiert werden, damit sie in jedem ihrer Zustände und in jedem ihrer Verlangen die Eigenschaft von Bina nutzt, um deren Charakter zu erlangen.

Deshalb handelt Malchut anders, anstatt Bina zu sich zu rechnen, zur Klipa zu werden und die Heiligkeit zum Zweck des Empfangens zu nutzen: Sie heftet sich an Bina, nutzt zunächst nur deren Kräfte und verbindet sich erst danach mit deren Eigenschaften, indem sie um des Gebens willen gibt und dann um des Gebens willen empfängt.

So muss der Mensch die richtige Verwendung von Bina erkennen und umsetzen. Mit anderen Worten: Er muss die Eigenschaft der Barmherzigkeit erwerben und sie über alle anderen Eigenschaften, Kategorien und unterscheidbaren Merkmale stellen. Darin besteht im Grunde die ganze Arbeit eines Menschen.

Dann wird wirklich deutlich, dass das Verlangen zu empfangen als Mittel erschaffen wurde, um die Ebene des Schöpfers zu erreichen. Denn es schließt sich mit seiner ganzen Kraft der Eigenschaft der Barmherzigkeit, der Eigenschaft von Bina, der Eigenschaft des Schöpfers, dem Geben, an.

Malchut, die sich Bina anschließt, erreicht Keter, indem sie die Eigenschaft von Bina mit ihrer ganzen Kraft nutzt.

Abgesehen davon, dass dies unser gesamter Weg und unsere gesamte Arbeit ist, sehen wir, dass sich der Vorgang der Einbeziehung von Malchut in Bina auf die Anweisung bezieht, die der Schöpfer Abraham gibt: „Geh“. Ein Mensch, der die Eigenschaft von Bina zu seiner Natur hinzugewonnen hat, verfügt nun über die Möglichkeit zu arbeiten, da er beide Mittel besitzt. Nur unter der Voraussetzung einer korrekten Zusammenarbeit zwischen ihnen kann er das Ziel der Schöpfung erreichen.

[#354320]

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 19.03.2026

 

Aufstieg zur Absicht

Baal HaSulam, „Shamati“, Artikel 42, „Elul“:

Von oben wird dem Menschen ein Zustand der Dunkelheit gegeben und dann kann er erkennen, wie selbstlos seine Arbeit ist. Wenn er auch im Zustand der Dunkelheit in Freude bleiben kann, ist das ein Zeichen dafür, dass er für den Schöpfer arbeitet. Der Mensch soll sich freuen und daran glauben, dass ihm von oben die Möglichkeit gegeben wird, im Geben zu arbeiten.

Wenn ein Mensch in der Lage ist, über alle Zustände hinweg in Freude zu bleiben, ist das ein Zeichen, dass er sich bereits über sein Verlangen zu empfangen erhoben hat und voranschreitet.

Darin besteht immer unsere Prüfung: Sind wir in das egoistische Verlangen versunken oder können wir uns ein wenig darüber erheben? Der Mensch bittet nicht um gute Laune, um weiterzuarbeiten, im Gegenteil, er ist geradezu zufrieden mit der Dunkelheit, schlechter Stimmung und der inneren Verwirrung. Über all dem ist er zu einer gewissen kleinen Anstrengung fähig.

Ganz gleich, in welchem Zustand wir uns befinden, ist es entscheidend, ob wir uns über das Empfundene erheben können. Wenn man sich in einem schlechten Zustand befindet, aber dennoch in der Lage ist, im Geben zu handeln, in Verbindung und Liebe zu seinen Freunden, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass man auf dem richtigen Weg ist. Unsere Aufgabe ist es, die Dunkelheit in den empfangenden Gefäßen zu spüren und uns, auch mit kleinsten Schritten, darüber zu erheben, zur Verbindung, zur Absicht des Gebens. Darin besteht die ganze Arbeit.

Daher müssen wir entsprechende Übungen durchführen und bewusst „Lernspiele“ spielen. Natürlich hat es ein Anfänger in den ersten Jahren nicht leicht, aber mit der Zeit beginnt man, in sich einen Unterschied zwischen seinem Empfinden und seiner Absicht zu erkennen, also zwischen zwei verschiedenen Systemen.

Mal fühlt man sich gut, mal schlecht und lernt zu verstehen, dass das nicht das Wichtigste ist. Es geht vielmehr darum, mit diesen Empfindungen zu arbeiten. Durch sie erlangt man neue Feinheiten der Wahrnehmung, die notwendig sind, um die Lenkung durch den Schöpfer zu begreifen. Alle Empfindungen, sowohl gute als auch schlechte, nimmt man als gut an, um sich darüber zu erheben und ständig auf das Ziel ausgerichtet zu bleiben. Diese Anstrengungen müssen wir ständig unternehmen. Wir sollten versuchen, die Kraft des Aufstiegs – die es uns erlaubt, Zeit und Mittel sinnvoll zu nutzen – auch in Zeiten des Abstiegs aufrechtzuerhalten. Ja, das ist sehr schwer, aber wir müssen uns bemühen.

So lösen wir uns allmählich von den empfangenden Gefäßen und gehen zu einer anderen Arbeit über. Wir leben bereits in der Absicht und nicht mehr im bloßen Empfinden.

[90042]

Aus der Vorbereitung zum Unterricht

 

Ausgangspunkte meines „Ichs“

Frage: Es wird oft gesagt, dass man eine Absicht entwickeln und aufrechterhalten muss.

Was bedeutet das?

Das Verlangen zu empfangen, ohne eine Absicht zu formulieren ist tierisch. Das Verlangen mit der Absicht für sich zu empfangen, ist sündhaft.  Das Verlangen um den Schöpfer Freude zu bereiten, ist gerecht. Doch wer ist derjenige, der sich bemüht, diese Absicht zu entwickeln?

Antwort: Das ist der Mensch, dessen Bestrebungen darauf abzielen, den Schöpfer als die Quelle alles Existierendem zu erkennen.

Das bedeutet erstens, „Es gibt niemanden außer Ihm“, und zweitens, dass Er „gut ist und Gutes tut“.

Diese beiden Prinzipien muss der Mensch in sich definieren. Von diesem Ausgangspunkt aus, an dem man erkennt, „Es gibt niemanden außer Ihm“ und „Er ist gut und tut Gutes“ formt sich das, „Ich“. Dadurch befindet sich der Mensch automatisch in einer Verbindung mit dem Schöpfer.

[338466]

Aus der Lektion „Arbeiten im Verborgenen“

Spirituelle Klärungen

Kommentar: Rabash. 353. „Und Abraham erhob sich.“ Die Klärung muss darin bestehen, das Verlangen zu empfangen, d.h. die Eigenschaft des Urteils in die Eigenschaft der Barmherzigkeit einzuschließen, denn dadurch wird der Körper zu einem Kli, der fähig ist, das Licht der Seele zu empfangen.

Es geht darum, herauszufinden, worin man sich befindet: im Verlangen zu empfangen oder im Verlangen zu geben, oder in beiden Verlangen.

Dazu ist es notwendig, sich zu einem spirituellen Aufstieg anzutreiben, damit man sich an den Schöpfer wendet und von Ihm verlangt, eine höhere Stufe zu geben, von der aus man sich wieder an Ihn wenden kann, um sich auf dieser neuen Stufe zu erneuern.

Darin, dass er eine neue Stufe gibt, zeigt sich Seine Eigenschaft der Barmherzigkeit.

Indem man sich selbst prüft, was man noch zu tun hat, erweckt man die Eigenschaft des Urteils (das Verlangen zu empfangen) in sich und versucht es in die Eigenschaft der Barmherzigkeit (das Verlangen zu geben) einzuschließen, bis man sieht, dass das Verlangen zu empfangen im Licht von Chasadim, mit dem Licht von Or Chochma erfüllt werden kann. Auf diese Weise beginnt man alles was existiert, richtig wahrzunehmen.

[337213]

Aus einer Lektion über die Notizen von Rabash,

17.11.2024

Durch Hingabe zu einer neuen Stufe gelangen

Die Anstrengungen, die der Mensch macht, sind nur eine Vorbereitung, um zur Hingabe zu gelangen. Daher sollte er sich zunehmend an die Hingabe gewöhnen, denn ohne Hingabe kann man keine Stufe erlangen. Sie ist das einzige Hilfsmittel, das den Menschen befähigt, jeder Stufe würdig zu werden. (Baal HaSulam, Shamati 208. die Anstrengung)

Frage: Was bedeutet es, sich um einer neuen Stufe willen zu verlieren, d.h. sich zu opfern, ohne den Zustand zu kennen, in den man sich begibt?

Antwort: Es bedeutet, unseren Egoismus zu verlieren, ihn nicht mehr zu spüren. Ohne diesem können wir nicht auf die nächste Stufe aufsteigen. Wir müssen bereit sein, unser Ego zu opfern.

Frage: Opfern wir unsere Eigenschaften oder einige Schichten des Verlangens zu empfangen?

Antwort: Im Prinzip opfern wir nichts. Wir stimmen zu, dass das höhere Licht unseren Egoismus Schritt für Schritt annulliert. Vor jedem neuen Zustand, der vom Schöpfer durch unsere Freunde zu uns kommt, müssen wir uns selbst annullieren und bereit sein, uns gegenseitig in allem zu helfen.

Wir müssen uns ständig in diese Richtung bewegen, um dem Schöpfer näher zu kommen, um unseren Zustand so zu verändern, dass wir mit Ihm verschmelzen. Die Hauptsache ist, nicht stehen zu bleiben und vorwärts zu gehen. Wir alle haben eine gute Zukunft vor uns.

Frage: Wie kann man eine neue Stufe effektiv aufbauen, so dass sie von Liebe und Geben geprägt ist?

Antwort: Um dies zu tun, muss man einfach lieben.

[325602]

Aus einer Lektion über einen Artikel aus dem Buch „Shamati“, 18.02.2024

Neigung zur Einheit

Alles in der Welt basiert auf dem Zusammenwirken von zwei Kräften: Anziehung und Abstoßung. Die gesamte Materie ist ihnen untergeordnet, seien es ganze Galaxien oder lediglich Mikropartikel.

Auf diese Weise zeigen sich auf unserer Ebene zwei spirituelle Kräfte: die Kraft des Lichts und die Kraft des Gefäßes, die Kraft des Schöpfers und die Kraft der Schöpfung.

Die Natur des Schöpfers ist die Kraft des Gebens, und die Natur der Schöpfung ist die Kraft des Empfangens. Das Schöpfungsziel ist es, die Kraft des Schöpfers zu erlangen und Seinen Zustand zu erreichen. Dies bestimmt das ganze Programm: die Reihenfolge der Entwicklung und deren Schritte.

Der Schöpfer hat uns erschaffen, „ohne uns zu fragen“, und uns lediglich mit dem Verlangen zu empfangen ausgestattet. Es fügt sich ein Funke des Verlangens zu geben hinein, und das baut eine Kette von Zuständen auf, aus denen wir begreifen, was der Schöpfer von uns will. Infolge dessen schließt sich die Schöpfung bewusst dem Prozess an und trägt zu ihrer Entwicklung bei.

Wenn in mir der Funke der zweiten Kraft erwacht, beginne ich zum ersten Mal die Geschehnisse zu verstehen, nachzudenken und Fragen zu stellen.

Dieser erwachte Punkt ist auch der Schöpfer. Er gibt mir die Möglichkeit, selbständig zu sein: während ich mich zwischen zwei Verlangen befinde, vergleiche ich sie und suche nach einer Gelegenheit, geboren zu werden, um selbst diese Kräfte auf dem Weg zum Ziel zu steuern.

Ich erlange die Freiheit der Wahl, und nun denke ich über den Sinn meines Lebens nach und nicht darüber, inwieweit es meinen Egoismus befriedigt.

Und da gerät die Kraft der Verbindung zwischen den Teilen der Schöpfung in mein Bewusstseinsfeld. Der Punkt, der im Inneren glimmt, beginnt, mich in Richtung Einheit anzutreiben.

Unterbewusst, ohne zu wissen warum, neigen die Menschen mit dem Punkt im Herzen dazu, die Welt als ein Ganzes zu sehen. Ohne der Mystik und den neuen New-Age-Bewegungen zu verfallen, wollen sie das Gesamtsystem der gegenseitigen Verbindung aller Teile der Realität durchschauen und erkennen.

Eben diese einzige Verbindung, die sie anstreben, ist auch das spirituelle Leben. Das integrale Zusammenwirken von Zellen und Organen lässt das Leben eines gemeinsamen Körpers entstehen, und er nimmt sich in dem Maße lebendig wahr, in dem seine Teile miteinander verbunden sind.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 29.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum –>