Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verhüllung'

Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 18

Anmerkungen in Klammern sind von mir. [M. Laitman]

Warum ist der Schöpfer vor dem Menschen verhüllt?

Und damit die Geschöpfe den ganzen Genuss und das ganze Wohl, ohne Scham dafür zu empfinden, empfangen können, wurde diese Korrektur (der von Anfang an absichtlich verdorbenen egoistischen Natur) gemacht.

Und das Wesen dieser Korrekturweise liegt in der Einschränkung und Verhüllung des höheren Lichtes (vor dem Menschen). Das bedeudet, solange der Mensch sein Verlangen zu Empfangen nicht zum Geben korrigiert hat (solange der Mensch dem Schöpfer nicht ähnlich geworden ist), ist jegliche Enthüllung des höheren Lichtes nicht möglich.

(Da wir jegliche Naturerscheinung nur im Maße unserer Ähnlichkeit mit den Eigenschaften dieser Erscheinung wahrnehmen können, so auch das höhere Licht bzw. den Schöpfer, können wir nur im Maße unserer Ähnlichkeit mir der genannten Erscheinung empfinden).

Und in den von uns ausgeführten Geboten (Handlungen der Korrektur des Willens zu Empfangen zum Willen zu Geben, um den Schöpfer ähnlich zu werden), wo wir das Gute und den Genuss (vom Geben, vom Schöpfer) schmecken sollen, können wir keinen solchen Geschmack empfinden, damit wir die Scham während des Genusses nicht fühlen.

Und gerade deswegen wurde diese Korrektur (Die Verhüllung des Lichtes, des Genuss vom Geben und von der Liebe) gemacht, entsprechend welcher wir im Moment des Genusses verpflichtet sind um des Gebens willen zu handeln, sonst stehen unsere Handlungen unter eine Verhüllung.

RaBaSCH. Schalavej Sulam. „Heiligkeit und Reinheit in der Arbeit“. 1991. Art. 28.

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Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 16

Anmerkungen in Klammern sind von mir. [M. Laitman]

Warum ist der Schöpfer vor dem Menschen verhüllt?

Die Unvollkommenheit (in unseren Empfindungen) wurde durch die Verhüllung des Schöpfers hervorgerufen, der Sich den Geschöpfen nicht enthüllen und sie dadurch (durch Seine Verhüllung) nicht ursprünglich als vollkommen erschaffen wollte.

Der Schöpfer hat Sich (die Vollkommenheit der Eigenschaft des Gebens und der Liebe) im Gegenteil verhüllt und damit die Geschöpfe (in der in ihnen infolge der Verhüllung entstandenen entgegengesetzten Eigenschaft des Empfangens und des Hasses) unvollkommen gelassen. Denn das Licht des Schöpfers bringt Leben mit sich, und Seine Verhüllung ist die Quelle allen Übels.

Doch weil das Ziel des Schöpfers nicht verhüllt zu bleiben, sondern sich zu enthüllen und das gesamte durch die Verhüllung entstandene Übel zu beseitigen ist, ist es die Bestimmung der Geschöpfe, die Verhüllung des Schöpfers, sprich die Verhüllung des Guten, zu enthüllen.

Diese Enthüllung geschieht durch die Handlungen des Menschen, durch das Einhalten von Gesetzen und Regeln, auf die der Schöpfer uns in der Tora hingewiesen hat.

Das Einhalten dieser Gesetze führt den Menschen dazu, das ewige Leben (in seinen Empfindungen) zu erlangen, weil die Belohnung für das Erfüllen eines jeden Gebots (der Korrektur von jedem der 612 Verlangen der Seele) das Gebot (die Handlung selbst) ist, und zwar das Licht des Antlitzes des Schöpfers (die Erfüllung mit Geben und Liebe), das am Anfang seiner Schöpfung vor dem Menschen verborgen wurde.

Denn der Mensch ist dafür erschaffen, (im Bestreben nach der Angleichung an den Schöpfer) zu arbeiten, während er von dem bösen (egoistischen) Trieb beherrscht wird, wenn das Böse in ihm, das sich durch verschiedene (egoistische) Mängel (bezüglich der anderen) äußert, groß ist und er von dem Licht des Lebens (der Eigenschaft des Gebens) entfernt ist.

Das Erfüllen der Gebote jedoch (die Handlung des Gebens an den Nächsten und den Schöpfer) erleuchtet ihn mit (früher) verborgenem Licht, und wenn er alles, was ihm auferlegt wurde, erfüllt (alle 613 unkorrigierten, ursprünglich egoistischen Verlangen korrigiert) hat, wird sich der Mensch (in der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, da Adam von dome/ähnlich stammt) vervollständigen und mit dem Licht des Lebens erleuchtet werden (er wird in der Eigenschaft des Gebens das ewige und vollkommene Dasein, dem Schöpfer ähnlich, spüren).

Ramchal, Da’at T’vunot, Punkt 40

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Unsere gesamte Arbeit besteht darin, das System des Universums zu enthüllen


Frage: Wenn ein Mensch sich freut und stolz auf die Tatsache ist, dass er von Oben gelenkt wird, worin besteht dann das Geben?

Antwort: Das Geben liegt in der Tatsache, dass ein Mensch die Höhere Lenkung enthüllt. Außer diesem machen wir gar nichts. Unsere gesamte Arbeit besteht darin, das System des Universums zu enthüllen, wo der Schöpfer herrscht. Jeder einzelne von uns muss das selbst enthüllen.

Ich existiere in der Verhüllung des einzigen Zustandes, der vom Schöpfer erschaffen wurde. Ich befinde mich schon darin. Sowie der Schöpfer verlangte, ihn zu erschaffen, erschien es augenblicklich. Ich enthülle einfach diesen Zustand, der schon vorbereitet ist. Mit dem Zustand selbst – dem Licht und dem Kli, die darin existieren – mache ich gar nichts. Ich arbeite einfach, um das selbst zu enthüllen.

Wir sprechen über Stufen oder Zustände unserer Enthüllung. Das sind die Stufen der Welten. Wir erschaffen nichts Neues. Wir entwickeln nur eine innere Wahrnehmung der Wirklichkeit, die von Anfang an existierte.

Daher wird alles in Bezug auf mich enthüllt. Durch die existierende Natur kommen in mir neue Zustände auf.

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Wofür ist unsere Welt geschaffen?

Am Ende unserer Entwicklung müssen wir den Zustand des unendlichen Empfangens, der unendlichen Offenbarung des Guten, der Ewigkeit, der Vollkommenheit, der Macht und der absoluten Erfüllung erreichen. Es ist das, was uns in der Zukunft erwartet, wenn wir zwecks des Ausdrucks unserer Absichten in Bezug auf den Schöpfer empfangen werden. Unsere Absichten müssen also den Absichten des Schöpfers adäquat werden. Darin besteht unsere ganze Arbeit.

Dafür ist unsere Welt, das heißt die Verhüllung des Schöpfers erschaffen worden, damit wir unter diesen Bedingungen, sowie mit der Hilfe der Umgebung versuchen, solche Verbindung zwischen uns aufzubauen, die uns erlauben würde, vom Empfangen – vom Diebstahl, von den schlechten Absichten, von Konkurrenz, vom Neid und vom Hass – zum Gefühl des Gebens, der Liebe, zum Aufstieg über sich selbst überzugehen.

Wenn der Mensch tatsächlich über sich selbst hinaufsteigt, dann beginnt er das Licht, das die Welt um ihn herum ausfüllt, den Schöpfer, der sich in dieser Welt befindet, das allgemeine Licht, die allgemeine Eigenschaft der Liebe und des Gebens zu empfinden. Folglich wird er von seinem tierischen Körper abgeschalten und „schwimmt“ einfach in dieser riesigen, unendlichen Atmosphäre der Liebe und des Guten.

Es ist genau unser nächster Zustand, den wir erreichen sollen. Dieser Zustand zerstört keinesfalls unsere Welt. Wir gehen darin allmählich ein, empfinden ihn zusammen mit unserer Welt und transformieren uns in unseren Empfindungen auf das folgende Niveau.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht , 06.11.2011

Der Schlüssel zur Verbindung mit dem Schöpfer

Frage: Was soll ich machen, wenn ich einen Aufstieg und eine Erweckung während des Lesens des Sohar empfinde? Wie kann ich in diesem Zustand um die Korrektur bitten?

Meine Antwort: Während des Lesens des Sohar, oder der anderen Originalquellen (Artikeln, Briefe, oder „TES“) soll ich mir vor allem das richtige Bild davon machen, wo ich mich befinde. Die Realität, in der ich mich befinde, wird in meinen Sinnesorganen, in meinen Verlangen wahrgenommen. Das Licht lässt mich glauben und empfinden, dass es die wahre Realität, meine Welt ist. Auf diese Weise habe ich die Verbindung mit dem Licht, mit der höheren Kraft, die mich erkennen lässt, wo genau ich mich befinde: ursprünglich begreife ich nichts und kann nichts sehen, wie ein neugeborenes Kind.

Darum muss ich zuerst dieses Bild auf die richtige Weise formen. Es gibt ein Verlangen, worin das Licht wirkt und es von innen zu erwecken versucht, um sich darin nach dem Gesetz der Gleichheit von Eigenschaften zu enthüllen. Das Licht befindet sich innerhalb des Verlangens, und keinesfalls außen, wird aber in Bezug auf dieses Verlangen als umgebendes, äußeres, inneres, entferntes Licht, als Kreis, Linie, usw. bezeichnet. All das sind die Formen, in welchen sich das Licht dem Verlangen offenbaren kann. Wir sprechen über alles von der Seite des Verlangens.

Wenn ich verstehe, dass die gesamte Welt, die gesamte Realität, alle Welten, das gesamte Licht, sich in mir befinden, dann soll ich mich richtig organisieren: wie und warum handele ich, um für den jetzigen Zustand das größtmögliche Verständnis und das Begreifen zu erlangen, um jedes Mal möglichst viel zu enthüllen. Die Enthüllung erfolgt mithilfe von zwei Kräften – der Kraft der Verhüllung und der Kraft der Enthüllung.

Es sind immer diese zwei Gegensätze vorhanden. Und genauso passiert es in unserer Welt: die Realität, die ich momentan wahrnehme, enthält ebenfalls die Verhüllung und die Enthüllung, beides zusammen. Denn ohne einen richtigen Wettstreit zwischen ihnen nehme ich nichts wahr, keine Farben, keine Töne, nichts. Je mehr Kräfte der Enthüllung und Verhüllung ich in mir einschließe, je mehr Gegensätze ich in mir vereine, desto mehr nehme ich wahr, desto klüger werde ich.

Deshalb möchte ich während des Lesens der Originalquellen das möglichst wahrhafte, kraftvolle Bild der Realität enthüllen. Dabei ist es unwichtig, welche Quelle und in welchem Stil man gerade liest. Wenn es um die Bücher geht, mit deren Hilfe ich die Kräfte meiner Seele erwecke – sowohl von der Seite des Verlangens, als auch von der Seite seiner Auffüllung, dann spielt es keine Rolle was man liest, es können „Talmud der Zehn Sefirot“, der Sohar, die Briefe oder die Artikel sein. Entscheidend ist dabei, meine spirituelle Entwicklung in Gang zu bringen.

Und dann beginne ich, die Wichtigkeit meines Studiums der Tora zu verstehen: das in ihr (der Tora) enthaltene Licht führt zur Quelle zurück, d.h. sie befördert mich zur Enthüllung des wahren Bildes der Realität, zu einem noch vor mir verhüllten Zustand, in welchem ich mit dem Schöpfer verbunden bin.

Deshalb vergegenwärtigen wir uns zunächst das Bild: es gibt mich und alles ist in mir eingeschlossen, in meinem Inneren verborgen. Ich soll die Kräfte meiner Seele erwecken und darin die wahrhafte Realität enthüllen, wobei ich und der Schöpfer in ein Ganzes verschmelzen.

Nachdem ich mich auf diese Weise eingestimmt habe, komme ich zum nächsten Schritt: Wie kann ich mich mit Hilfe des Studiums erwecken? Folglich spricht alles, was ich lese, meine fortgeschrittenen Zustände an, die noch entfernt oder auch schon nah bei mir liegen. Wichtig ist, dass ich mit Hilfe des Textes versuche, in mir diese Kräfte, diese Formen zu finden.

Dabei vergesse ich nicht, dass die Rede nur von meinen Verlangen, von inneren Kräften meiner Seele ist: von Kräften des Empfangens und des Gebens. Es ist unwichtig, ob sie seltsame Namen tragen oder Namen, die mir aus der gegenwärtigen Realität bekannt sind. Ich denke ständig darüber nach, wie ich all diese Kräfte enthüllen werde – die Teile meiner Verbindung mit dem Schöpfer.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 16.11.2011

Das Licht der zukünftigen Stufen

Um uns zu den fortgeschrittenen Zuständen zu erwecken, beginnen diese fortgeschrittenen Zustände, uns von weitem zu beeinflussen. Wir entwickeln dadurch eine Hoffnung auf etwas Gutes. Als ob jemand dem Kind das Eis zeigen würde. Trotz der Vorfreude auf das Eis geht es ihm schlecht, weil das Eis noch nicht in seinen Händen ist. Das Eis neckt das Kind bloß!

Das Gleiche geschieht mit uns. Wir beginnen, nach einem besseren Zustand zu streben. Unser jetziger Zustand scheint uns in unseren Empfindungen schlecht zu sein und wir richten uns nach einem besseren Zustand aus. So steigen wir auf.

Immer wieder wird eine höhere spirituelle Stufe offenbart. Uns erscheint sie als Dunkelheit, als eine unangenehme Empfindung. In dem Fall mit dem Eis ist alles klar und verständlich. Das Kind weiß, dass die Belohnung kommt, wenn das Eis nur in seine Hände gelangt. Uns dagegen ist es nicht ganz klar, ob wir für unsere Anstrengungen belohnt werden. Deshalb erscheint uns die Verhüllung des Höheren als ein unangenehmer Zustand, wir befinden uns im Fallen und empfinden keinen Geschmack an der spirituellen Arbeit. Deshalb sind für uns zusätzliche Unterstützungsmittel so notwendig: die Gruppe, das Studium. Mit diesen Instrumenten überzeugen wir uns, dass uns die bestmögliche Zukunft erwartet.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 26.10.2011

Die flüchtigen Gedanken quer durch „Shamati“ – In Verborgenheit weine meine Seele

In der Zeiten der Verhüllung muss man weinen. Warum befinde ich mich in der Verhüllung? Weil meine Wünsche nicht korrigiert sind. Wie kann ich die Enthüllung erreichen?

Durch die Korrektur der Wünsche. Wie korrigiere ich sie? Ich bitte nicht darum, dass die Verhüllung vergeht, im Gegenteil sie soll bleiben, denn ich will doch nicht, dass mein Verlangen zu genießen vollständig erfüllt wird. Und über die Verhüllung hinauf werde ich beginnen, die Eigenschaften des Gebens zu offenbaren, um mich darin zu erfüllen. Das genau heißt es, sich mit dem höheren Licht zu erfüllen.

Wir müssen verstehen, dass unser Ego, unser egoistisches Verlangen zu genießen sich niemals durch das Licht erfüllen können. Darin lag der Sinn der Kontraktion und des endgültigen Verbots.

Nur wenn ich über meinem Ego den Wunsch des Gebens entwickle, dann werde ich im Maß meines Wunsches, an die selbe Quelle zu geben, erfüllt. Nur auf diesem Wege!

Und in meinem Ego, in welchem die Kontraktion geschah, werde ich niemals eine Erfüllung empfinden, denn es kann sich nicht direkt erfüllen.

Aus der 6. Lektion des Kongresses in Toronto, 18.09.2011

Sieben Milliarden Welten

Wir befinden uns in der Umgebung einer derartigen Verhüllung des Schöpfers, das wir sie nicht empfinden können. Wir nehmen die Welt nur in unserem Inneren wahr, und alles, was wir jetzt fühlen, sind die Eindrücke in unserem eigenen egoistischen Verlangen, das in Wirklichkeit überhaupt nicht existiert!

In der Spiritualität gibt es kein egoistisches Verlangen zu empfangen, welches die Füllung nur für sich selbst anstrebt. Wenn der Wunsch auf sich selbst gerichtet ist, dann kann er nichts empfangen und empfindet nur die Dunkelheit.

Aber unser egoistisches Verlangen befindet sich auf solch einer niedrigen, winzigen Stufe, so dass es uns darin nicht erlaubt ist, irgendeine Realität, den Abdruck zu empfinden, der uns als die scheinbare Realität vorkommt.

Wenn wir uns entwickeln und einen stärkeren Wunsch des Gebens erlangen, dann beginnen wir das höhere System zu empfinden. Und davor lebt jeder Mensch quasi bewusstlos, empfindet wie im Fieberwahn eine imaginäre Welt, d.h er stellt sich nur vor, tatsächlich zu existieren. Dieser Zustand gleicht dem Zustand des Menschen, der im Koma liegt, in dessen Kopf die verschiedenen Visionen stattfinden, wie es manchmal im Traum vorkommt.

Aber wenn wir erwachen und unser Bewusstsein wieder erwerben, dann befindet sich der Wunsch schon auf der anderen Stufe und wird von der Absicht des Gebens begleitet. Und hier beginnen wir, uns bewusst zu werden, dass wir alles innerhalb unseres Verlangens empfanden, und dass außer ihm nichts existiert. Alles, was früher als außerhalb erschien, war nur die Empfindung innerhalb unseres Wunsches.

Die spirituelle Welt empfinden wir auch nur innerhalb unseres Wunsches. Alle ihre Niveaus: unbelebtes pflanzliches, tierisches, alle Menschen, diese große Welt, sind nur die Veränderungen in meinem Wunsch. Weil sich mein Verlangen ständig ändert, denke ich, dass die Welt sich verändert hat. Ich entdecke andere Seelen, das heißt die fremden Wünsche, damit ich sie an mich, an die korrigierte Absicht des Gebens anbinden kann. Dann werden sie zu meinen eigenen Teilen. Durch die Verbindung werde ich nachprüfen können, ob ich mich in der Eigenschaft des Gebens befinde.

Ich werde absichtlich vom Nebel umgeben, damit ich die anderen Seelen nicht fühlen kann. Ich bemühe mich, mich an sie anzunähern, um die anderen Menschen in Form des unzertrennlichen Teils von mir zu empfinden. Wenn ich versuche das ganze Universum an mich anzuschließen, welches mir heute als die Außenwelt erscheint, dann werde ich meinen Egoismus korrigieren.

Nach dem Maß meiner Annäherung an die äußerlichen, fremden Wünsche und infolge der Vereinigung aller inneren und äußerlichen Wünsche in einem spirituellen Organismus, welcher aus „Gehirn-Knochen-Sehne-Fleisch-Haut“ besteht (moach-azamot-gidin-bassar-or) oder „Wurzel-Seele-Körper-Gewand-Palast“ (schoresch-neschama-guf-lewusch-eychal), kann ich meine Annäherung an die Wahrheit prüfen. In Wirklichkeit gibt es niemanden außer mir, und das ganze Universum wird in meinem Inneren wahrgenommen, so dass ich ein spirituelles Gefäß aufbauen kann, um folglich innerhalb dieses Gefäßes den Schöpfer zu offenbaren.

Ich soll alle Verlangen so lange verbinden, bis sie alle in einem Menschen mit einem Herzen vereinigt werden, und alle Menschen, die mir heute fremd vorkommen, werden später Teile meiner eigenen Seele sein. Auf diese Weise kommt jeder von uns voran, ohne die anderen auf dem spirituellen Wege zu behindern. Jeder baut seine Welt auf und begreift sie als seine Innenwelt. Und der Schöpfer füllt diese Welt aus: der Mensch befindet sich in der Verschmelzung mit dem Licht und mit dem Schöpfer, der seine Welt ausfüllt.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Brief von Rabasch, 12.10.2011

Flüchtige Gedanken quer durch „Schamati“ – der Unterschied zwischen dem heiligen Schatten und dem Schatten der Klipot

Ein Schatten bedeutet, dass ich mich in der Finsternis befinde: ich empfinde Kraftlosigkeit, fühle keinen Geschmack in der spirituellen Arbeit, will nichts, bin satt und ermüdet, als ob mir die ganze Luft aus den Rädern gelassen wurde. Was ist zu machen?

Wenn ich verstehe, dass mir diese Zustände absichtlich gegeben werden, damit ich vorankomme, um meinen Bemühungen Platz zu schaffen, dann betrachte ich diesen Schatten in der Form eines Flirts, eines Spiels des Lichts mit mir. Es verbirgt sich absichtlich, damit ich seine Anwesenheit enthülle. Es wendet sich absichtlich von mir ab, damit ich ihm einen Schritt entgegen mache.

Infolge dieses Spiels beginne ich zu empfinden, dass ich mit dem Licht in einer Art Wechselbeziehung stehe. Dann werden seine Verhüllungen für mich zur Einladung. Kabbalisten vergleichen sie mit dem Verhalten einer Frau und eines Mannes: sie verhüllt sich absichtlich, damit er sie enthüllt. Darin liegt der ganze Sinn der Kleidung, des Aussehens, der Kosmetik usw.

Wenn ich in den Verhüllungen die Lichter, die Einladungen offenbare, um mich noch ein bisschen mehr anzustrengen, meine Einstellung, mein Streben, meinen Wunsch zu zeigen, dann heißt mein Verhalten der heilige Schatten. Wenn ich aber dazu nicht fähig bin und die Verhüllung mich nicht heranzieht, dann bleibt alles fade und geschmacklos: „Warum brauche ich das?. Was nutzt mir dieser Zustand?… Lasst mich in Ruhe, ich brauche nichts, dann ist das ein Schatten der Klippot, der mich abstößt.

Auf diese Weise kommen wir mit Hilfe des heiligen Schattens voran und werden vom Schatten der Klipot abgestoßen. Alles hängt von der Vorbereitung des Menschen ab. Noch lange bevor er den Schatten enthüllt, bereitet er sich auf den Abstieg, auf die Abwesenheit des Geschmacks vor, und begreift folglich, worum dieser Zustand eingetreten ist, um sein Verlangen nach dem Licht, nach dem Schöpfer, nach dem Geben zu offenbaren.

Gerade dort, wo ich kein persönliches, egoistisches Interesse habe, kann ich das Licht enthüllen. Nicht mein Ego zieht mich dorthin, so dass ich in diesem Zustand zeigen kann, dass ich das Licht nicht eigennützig brauche. Es ist eben die Arbeit über dem Verlangen.

Auszug aus der 6. Lektion des Kongresses in Toronto, 18.09.2011

Die flüchtigen Gedanken quer durch „Schamati“ – Der Grund für die Schwierigkeit, sich vor dem Schöpfer zu annullieren

Die Schwierigkeit unserer Arbeit, welche vollständig auf die Aufhebung unseres Egos, sowie auf die gegenseitige Verbindung gerichtet ist, besteht darin, dass wir die Wichtigkeit dieser Arbeit nicht fühlen.

Ich ignoriere diese Wichtigkeit: „Warum soll ich mich verbinden? Mit wem?.“ Ich betrachte diese Menschen, ihre Gesichter und Charaktere und fühle kein Bedürfnis, mit ihnen vereint zu werden. Ich befinde mich in einer solchen Verhüllung, deren Realität mich von der Vereinigung abhält.

Deshalb raten die Kabbalisten die Umgebung, die Gruppe aufzubauen, damit uns darin die Wichtigkeit der Vereinigung, die Wichtigkeit der Liebe zu den Freunden offenbart wird. Diese Wichtigkeit ist ein Indikator für meine innere Arbeit und für unsere gegenseitige Verbindung. Und wenn ich nicht versuche, die Kraft, die Wichtigkeit der Vereinigung zu finden, dann können viele Jahre vergehen, bis ich den anderen Menschen näher komme, mich mit ihnen im Herzen verbinde. Auf diese Weise bekomme ich nichts und begreife kaum etwas.

Ich hörte viele Fragen von den Menschen, die mit uns schon lange studieren: „Ich studiere seit vielen Jahren. Was geschieht mit mir? Warum komme ich nicht voran?“. Ich habe ihnen nicht geantwortet, aber in Wirklichkeit wollte ich sagen: „Du befindest dich hier zehn Jahre?! Aber ich sehe dich so, als ob du erst jetzt gekommen wärst.

Hast du dich mit der Gruppe verbunden? Hast du versucht die Schechina aufzubauen, den Ort, an dem das höhere Licht offenbart wird? Hast du dich ums Gefäß gekümmert, worin die Enthüllung geschieht, über welches Du jetzt nachfragst? Es ist aber deine Aufgabe! Hast du sie gelöst? Warum zählst du dann die zehn Jahre auf? Möglicherweise gingst du im Laufe von diesen Jahren zurück, und nicht vorwärts?“

Der Mensch prüft sich nicht richtig, nicht nach den gemachten Bemühungen, sich mit den anderen Menschen zu verbinden, und zählt die Jahre nach dem gewöhnlichen Kalender auf, entsprechend der Erddrehung um die Achse und um die Sonne. Hat der Mensch sich wirklich mehrmals bemüht, um das Ziel zu erreichen? Er blieb doch ein solcher, wie er war, so dass kein einziges Jahr vergangen ist.

Auszug aus der 6. Lektion des Kongresses in Toronto, 18.09.2011