Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Hosha’ana Rabba – ein Gebet um Erlösung

„Hosha’ana“ ist wie ein Gebet um Erlösung. Der Mensch bittet den Schöpfer, ihn zu retten und um diesen Zustand zu erreichen, muss man viele Stufen durchlaufen. Wenn man kommt, um die Kabbala zu studieren, weiß man zunächst nicht genau, wonach man sucht.

Nach und nach, durch das Studium, bekommt er neue Lebenswerte und fängt dann an zu verstehen, worum er bitten soll, an wen die Bitte zu richten ist und wovor er gerettet werden will. Er muss einige schwierige innere Klärungen durchmachen. Er muss damit aufhören, für die Lösung seiner Lebensprobleme und um die Rettung von kleinen oder größeren Schwierigkeiten zu bitten.

Der Mensch weiß nicht, an wen er sich wenden muss: was ist das für eine höhere Macht, der Schöpfer oder eine andere Natur? Der Mensch kennt ausschließlich sein materielles Leben, diese Welt. Andere wiederum denken, dass der Schöpfer sie für ihre Vergehen bestraft, und bitten um Nachsicht. Es dauert eine Weile, nachdem der Mensch es aufgegeben hat, sein Leben und sein Schicksal aus eigener Kraft zu verstehen und den Himmel zu offenbaren, bis er versteht, wen und worum er bitten muss.

Dann fällt plötzlich eine dunkle Wolke auf ihn herab und auf einmal wird alles klar, transparent, verständlich, angenehm, leicht. Und wieder fällt eine unglaubliche Last auf ihn, eine Abgestumpftheit in seinem Kopf und in seinem Herzen.

Auf diese Weise durchlaufen wir viele Zustände, bis wir zu dem Entschluss kommen, dass wir vollständig von einer höheren Kraft kontrolliert werden, denn wir sind Geschöpfe, die sich unter der Herrschaft einer höheren Kraft befinden. Die höhere Kraft herrscht über jeden Einzelnen und über alle zusammen und macht mit uns was sie will. Der Mensch verzweifelt daran, etwas zu verändern, und verliert jede Hoffnung, die höhere Kraft beeinflussen zu können.

Es wird noch viel Zeit vergehen, bis er endlich den Kabbalisten glaubt, dass man sein Schicksal verändern kann. Aber man kann sich nicht alleine an die höhere Kraft wenden, denn sie hört nur auf ein vollkommenes Gebet, also ein gemeinsames Gebet von zehn Menschen.

Möglicherweise haben wir uns zu zehnt versammelt, aber jeder will etwas anderes. Wie können wir die geheimen Sehnsüchte eines fremden Herzens kennen, die vielleicht nicht mal der Mensch selbst kennt?

Wir benötigen ein gemeinsames Verlangen für alle zehn Menschen, ein gemeinsames Herz, erst dann wird der Schöpfer nach und nach eine Korrektur vornehmen, damit wir verstehen, was wir wollen und was es wert ist, gewünscht zu werden und wir uns dem Zustand „Ich bin meines Geliebten und mein Geliebter ist mein“ nähern.

Im Grunde genommen besteht darin die ganze Arbeit, der Grund, warum wir in einen Zustand geraten sind, der „diese Welt“ genannt wird, in völliger Verhüllung, in eine imaginäre Realität, wie die Kabbalisten erklären.

Wir stellen uns vor, dass wir in einer Welt leben, auf einer Erdkugel, aufgeteilt in verschiedene Völker, in einem riesigen Universum. All das ist eine Illusion. In Wirklichkeit gibt es nur die höhere Welt. Wo ist sie? Wir spüren sie nicht.

Wir haben keine Wahrnehmungsorgane, mit denen wir fühlen können, dass das Materielle illusorisch ist und das Spirituelle existiert. Wir müssen dazu erst noch gelangen, um zu erkennen, dass unsere heutige „Realität“ nur ein Vorhang ist, der die Wahrheit verbirgt und diese wahre Welt mit unseren neuen Sinnesorganen entdecken. All dies hängt von unserer Korrektur ab.

Anstelle von Sehen, Hören, Riechen, Tasten und Schmecken werden wir neue Sinne bekommen: Keter, Chochma, Bina, Seir Anpin und Malchut. Wenn wir uns über unser Verlangen nach Genuss erheben, im Geben über dem Empfangen, im Glauben über dem Wissen, werden wir die wahre Realität entdecken.

Wir werden uns gleichzeitig in zwei Welten existierend wahrnehmen: in dieser Welt, in der imaginären Realität und auch in der wahren Realität, in der spirituellen Welt. Die eine Welt zeigt sich im Verlangen nach Genuss, die andere im Verlangen nach Geben.

Der Weg liegt vor uns. Es besteht kein Zweifel, dass wir vorankommen. Der Schöpfer, alle Kräfte der Natur führen und begleiten uns, organisieren, versammeln, beschützen und durchsieben uns.

Wir müssen ihren Einfluss auf uns beschleunigen, denn Israel, also die Menschen, die danach streben, den Schöpfer zu offenbaren, hat die Kraft, die Zeit zu beschleunigen. Wenn wir als Übergangskanal zwischen dem Schöpfer und der gesamten Menschheit arbeiten, werden wir der Zuwendung des Schöpfers würdig und beschleunigen unsere Entwicklung.

Die Nacht „Hosha’ana Rabba“ ist ein großes, vollkommenes Gebet, mit allen Kräften und allen notwendigen Korrekturen. Das Licht, das uns zur Quelle zurückführt, dringt durch die Sukka-Abdeckung zu uns durch und korrigiert das Verlangen nach Genuss, das unter den Schirm gestellt wird.

So werden wir gemeinsam würdig, eine Einheit zu bilden. Das Wichtigste ist, nicht zu vergessen, dass das Endziel darin besteht, die ganze Welt zu korrigieren, sie zum Schöpfer zu führen, damit Er sich an seinen Schöpfungen erfreuen kann. Lasst uns also unser Bestes geben und erfolgreich sein.

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Aus der Lektion zum Thema „Hosha’ana Rabba“

 

Das Trugbild (Fata Morgana)

Eine Frage, die ich erhielt: Stimmt es, dass die Nächstenliebe nur bezüglich des Wunsches zur Spiritualität möglich ist, und ich soll die materiellen Wünsche eines Freundes nicht erfüllen?

Denn ich sehe jetzt, dass ich nicht mal bereit bin, das Fleischstück am Tisch zu teilen.

Meine Antwort: Anfangs reicht uns die Verbindung zum Nächsten in seinem Wunsch, den Schöpfer zu erreichen.

Und später wirst du dich so fühlen, als ob neben dir am Tisch dein kleiner Sohn sitzt – wirst du ihm dann das Stück Fleisch wegnehmen können, um es selbst aufzuessen? So wirst du dich zur ganzen Welt verhalten.

Es ist unverständlich, warum es notwendig ist und was du im Endeffekt bekommen wirst? – Die Antwort auf diese Frage, d.h. das Ziel des Gebens, wird oft vergessen, weshalb uns diese Handlung  als künstlich vorkommt: Du wirst fühlen, dass du dem Schöpfer ähnlich bist und Ihm dadurch den Genuss bereiten, wenn du solche Korrektur erreichst!

Jetzt hast du kein solches Bedürfnis, weshalb die Handlung des Gebens grundlos, gewaltsam aussieht. Es gibt kein anderes Ziel, außer der Ähnlichkeit zum Schöpfer.

Denn dir scheint es nur so zu sein, dass die ganze Welt leidet, und dass es die armen und unglücklichen Menschen gibt. Wenn du dich korrigieren wirst, dann wirst du sehen, dass sie alle reich und glücklich, klug und gesund sind. (Siehe den Artikel von Baal HaSulam „Die Verhüllung und die Enthüllung des Schöpfers“).

Wir verstehen nicht, welche Illusion es ist, in der Welt die Leiden zu sehen. Jedem Menschen wird absichtlich die hässliche Welt gezeigt, um ihm die Empfindung zu geben, wie viel  korrigiert werden soll, um die Vollkommenheit zu erreichen.

Wir sehen, dass jeder anders denkt und die eigene Meinung hat. Woher kommt es? – Weil jeder ein anderes Weltbild sieht. Denn die Welt hat in Wirklichkeit kein Bild, keine Form – alles wird innen, in den Eigenschaften des Menschen geöffnet!

Und wenn ich beginne, die Wahrheit zu öffnen, dann verstehe ich, dass sich hinter allen Bildern dieser Welt, die vor mir wie die Trugbilder in der Wüste entsteht, ein Gedanken verbirgt, der mir solche Realität bildet. Und diese Form ist so schwankend wie das Trugbild selbst, das in der Luft schwebt und sich die ganze Zeit verändert.

Und sich durch diese Gespenster und die Ungewissheit durchzukämpfen, ist nur in der Gruppe möglich, die dir die ganze Zeit den Fokus der Sehkraft auf die Wahrheit korrigiert.

Die Wahrheit ist das Begreifen der Kraft, die das ganze Trugbild verwaltet, damit es uns klar wird, wie und warum diese Kraft gerade diese Formen schafft, und damit wir uns mit dieser Kraft auf der anderen Seite des sichtbaren Bildes dieser Welt verbinden und zusammen arbeiten.

Wie es gesagt ist: „Der Mensch wird geben, um die Wahrheit zu finden“.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“

Die größte Bestrafung der Welt

Vorwort zum Buch Sohar, „Während der Brautnacht“, Absatz 138: Es ist ein Gesetz, dass das Geschöpf kein enthülltes Böses vom Schöpfer empfangen kann, denn wenn die Schöpfung wahrnimmt, dass der Schöpfer Böses tut, ist es so, als ob es eine Niederlage für die Größe des Schöpfers wäre, da es nicht angemessen ist, dass jemand, der so vollkommen ist wie Er, mit Bösem handelt.

Böse ist, wenn die Schöpfung die Handlungen des Schöpfers als falsch empfindet. Wenn die Schöpfung aufgrund ihrer Unterentwicklung die Handlungen des Schöpfers auf diese Weise wahrnimmt, dann muss der Schöpfer in diesem Maße verhüllt sein.

Wenn der Mensch das Böse wahrnimmt, lastet auf ihn im gleichen Maß die Verleugnung der Lenkung durch den Schöpfer und der Schöpfer verhüllt sich vor ihm. Das ist die größte Bestrafung der Welt.

Das heißt, der Menschen bekommt ein Gefühl für das Böse, eine Offenbarung des Egoismus, in diesem Maß kann er sich nicht darüber erheben und es rechtfertigen. So kommt es zur Verhüllung.

So bestimmt das Gefühl von Gut und Böse die Lenkung durch den Schöpfer, auch die Wahrnehmung von Belohnung und Bestrafung. Wenn der Mensch alles als gut empfindet, ist das eine Belohnung und wenn das Böse inmitten des Guten erscheint, ist das eine Bestrafung. Das heißt, es gibt keine größere Strafe als das Verschwinden des Schöpfers aus dem Horizont der Ereignisse.

Denn derjenige, der Anstrengungen unternimmt, obwohl er die Lenkung als ungut empfindet, erhält trotzdem die Belohnung, damit er den Glauben an den Schöpfer nicht verliert. Manchmal fühlt man es, manchmal fühlt man es nicht, dass sich der Schöpfer von einem entfernt, bzw. verschwindet, aber man möchte sich an Ihm festhalten und immer mit Ihm verbunden sein, dann werden die Bemühungen belohnt. Wenn man keine Anstrengungen unternehmen will, wird man bestraft. Wie wird man bestraft? Der Schöpfer verschwindet. Das Verschwinden der Existenz des Schöpfers wird als Verschwinden des Glaubens bezeichnet. Der Glaube ist das Gefühl, dass der Schöpfer die Quelle des Geschehens ist. In dem Maß, in dem man sich um die Korrektur bemüht, kann man den Schöpfer im Blickfeld der Wahrnehmung behalten. Wenn man aber den Einfluss, d.h. die Welt, in der man existiert, nicht rechtfertigen kann, ist der Schöpfer verhüllt.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Arbeit in der Verhüllung“

Wie stellt man sich den Schöpfer vor?

Frage: Es heißt „der Schöpfer ist gut und Gutes tuend“. Sie aber sagen, der Schöpfer ist sowohl gut als auch böse. Wie kann man sich den Schöpfer vorstellen?

Antwort:Es gibt nichts auf der Welt außer dem Schöpfer – dem einzigen, guten, positiven, liebenden Schöpfer. Woher kommt dann all das Böse, der Hass, das Leiden? Aus der Verhüllung des Schöpfers. Das ist alles.

Deshalb sagt der Schöpfer: „Ich habe das Böse erschaffen“. Das bedeutet: „Ich habe eine Verhüllung Meiner selbst erschaffen“.

Diese Verhüllung müssen wir beseitigen. Das kann nur in der Verbindung zwischen uns geschehen.

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Aus der Lektion „Fragen und Antworten“

Baal HaSulam und mein Interview im amerikanischen Radio (Teil 2)

Es ist notwendig, den Schöpfer zu verhüllen und, dass Er gleichzeitig wirklich in uns ist und jede Zelle, jedes Verlangen, jedes Molekül, jedes Atom kontrolliert – alles, was in uns geschieht. Es ist das allgemeine Gesetz der Schöpfung, das allgemeine Licht, das alles Verlangen erschaffen hat, das jeden Teil davon beherrscht, es füllt, hineingeht, hinausgeht, usw.

Es ist das Überlaufen des Lichts innerhalb des Verlangens, das dieses Verlangen durch alle Stadien trägt, die Metamorphose vom absoluten Egoismus zum absoluten Altruismus. Die persönliche Lenkung des Schöpfers ist uns absichtlich verborgen, sie kann nur in dem Maße enthüllt werden, in dem wir sie entdecken, richtig einschätzen, ihr zustimmen, sie mit unserem Herzen vollständig rechtfertigen können.

Wenn ich es entdecke, werde ich sagen: „Gott sei Dank, der Schöpfer tut es!“, – und mich ihm hingebe… Es ist gut, dass Er es in mir tut. Ich bin mit Seinem Handeln völlig einverstanden. Mehr und mehr werde ich mir bewusst, was in mir vorgeht, in meinen Gedanken, in meinen Wünschen. Und alles, was in mir aufgewühlt wird, alle meine Reaktionen – all das fange ich an, dem Schöpfer zuzuschreiben, und befreie mich so von jeder vermeintlichen Beteiligung an diesem Prozess.

Ein solcher Zustand wird „ubar“ – Embrio – genannt. Unsere Handlungen in diesem Zustand sind vergleichbar mit den Handlungen eines physischen Fötus, wenn er sich im Inneren der Mutter befindet und sich entwickelt. Der Fötus ist absolut nicht an irgendetwas beteiligt, er wird nicht nach etwas gefragt. Was notwendig ist, kommt in ihn hinein, was notwendig ist, verlässt ihn, und die Hauptsache ist, dass er sich im Inneren entwickelt.

Wenn der Mensch, nachdem er sich von dem Wunsch befreit hat, sich in die Lenkung einzumischen, bereit ist, sich vollständig dem Schöpfer zu überlassen…. Was bedeutet es, sich zu „überlassen“? – Wenn ich auf der minimalsten Ebene für alles bereit bin – das nennt man einen Punkt, einen Samen, eine Keimung , ein Reschimo.

Und dann muss ich, trotz meines Egoismus, anfangen zu spüren, dass ich mich dem Schöpfer ganz hingebe. Das ist eine unsagbar harte Arbeit. Unbeschreiblich schwer.

Denn weder Wissen, noch Glaube, noch Wünsche, noch irgendwelche Definitionen, Prinzipien, die wir heute verstehen, können uns hier überhaupt helfen. Das ist eine Veränderung, eine innere Natur, in der Tat. Nun, wir werden dazu kommen.

Wir befinden uns jetzt in einem Zustand, in dem der Schöpfer völlig vor uns verborgen ist. Man sagt uns, dass er uns vollständig kontrolliert, aber wir können diese Kontrolle nur in dem Maße entdecken, wie wir sie rechtfertigen, dass wir uns dieser Kontrolle tatsächlich hingeben wollen und nichts anderes als Ihn wünschen.

Was auch immer im nächsten Moment geschieht, wenn der Schöpfer es tut, d. h. die Eigenschaft der Hingabe – ich wünsche es mir mehr als alles andere. Ich schließe die Augen und beteilige mich überhaupt nicht an den Mitteln, an der Handlung, an den Folgen und an dem, was am Ende dabei herauskommt.

Baal haSulam. Das Buch „Die Früchte der Weisheit. Briefe“. Brief 1. Teil 2

Zunächst einmal sind solche Umstände, in denen ein Mensch den Schöpfer in sich entdecken, seine Lenkung ergreifen könnte – diese Umstände, diese Gedanken, diese Handlungen – nicht gut. Ich selbst schäme mich, dass ich sie in mir habe – einerseits. Andererseits kann ich nur in ihnen den Schöpfer spüren.

Um einen Menschen zu dieser Möglichkeit zu bringen, trotz schlechter Handlungen, Gedanken, Wünsche, in ihnen den Einen zu finden, der sie dir gibt – zu diesem Zweck spielt der Schöpfer mit einem Menschen. Und nun wird Baal HaSulam uns sagen, welches die beiden Arten der Spiele des Schöpfers mit uns sind, damit wir im Prozess Seiner Spiele mit uns beginnen, Seine Lenkung zu suchen und zu finden und zu verstehen, trotz der schlimmsten Umstände, genau in ihnen.

Welche Art von Umständen gibt es? Sind sie in bestimmte Gruppen unterteilt, in denen sich der Schöpfer jeweils auf besondere Weise verbirgt? Er gibt mir zum Beispiel Gedanken an Essen, Sex – das ist eine Sache, Gedanken an Ruhm, Geld, Macht, Wissen – das ist eine andere. Sind diese Manifestationen der vermeintlich negativen Kontrolle des Schöpfers in mir irgendwie aufgeteilt? In welche Arten sind sie aufgeteilt, so dass ich Ihn dort in einem bestimmten Bild finden kann, wo Er in mir ist und mit Ihm in Kontakt treten kann?

…Und die beiden Mitteilungen weisen aufeinander hin,  aber  die Kraft der Verhüllung überwiegt.” Baal HaSulam

Das heißt, dass der Schöpfer den Menschen auf zweierlei Weise dazu anregt, seine Herrschaft zu offenbaren, obwohl er in diesen scheinbar schlechten Zuständen verborgen ist.

“Es ist wie in der Geschichte von dem König, dessen Diener in seinen Augen so erhaben war, dass der König ihn über alle seine Minister erheben und stellen wollte, weil er in seinem Herzen absolute Treue und Liebe sah.“

Der Mensch ist durch Jahrtausende von Lebenszyklen in einen Zustand gekommen, in dem er bereit ist (natürlich nicht aus eigenem Kalkül, sondern aus dem Kalkül des Schöpfers), die Lenkung des Schöpfers trotz all seines Wissens und Verstehens wirklich auf sich zu nehmen – als absolut gut und freundlich. Wenn der Schöpfer einen Menschen in einen solchen Zustand gebracht hat, weiß Er natürlich, dass dieser Mensch bereits dafür geeignet ist, und nun ist es möglich, mit ihm weiter zu arbeiten.

“Aber es gehört sich nicht für einen König, einen Bürgerlichen plötzlich über alle anderen zu erheben, ohne einen besonderen, klaren Grund. Aber es gehört sich für einen König, den Grund für sein Handeln allen in großer Weisheit zu offenbaren.”

Was bedeutet das? Wem soll der Schöpfer Rechenschaft ablegen und daran denken, dass Er nicht schlecht angesehen wird, dass Er jemandem einen Gefallen getan hat oder dass er als gerecht, als gut usw. bezeichnet wird? Was ist mit diesen Worten gemeint?

Gemeint ist die absolute Güte und Gerechtigkeit in Bezug auf jeden der Beteiligten – der Seelen von Adam Rishon, dass der Schöpfer in dieser Hierarchie der inneren Struktur der Gesamtseele Adams niemanden aus der Ordnung herausnehmen kann. Es gibt Seelen, die lichtvoller sind, es gibt Seelen, die mehr mit Egoismus belastet sind, es gibt solche, die von der rechten Seite kommen, es gibt solche, die von der linken Linie kommen, usw.

Jeder von uns unterscheidet sich sowohl in der Menge des Egoismus als auch in der Qualität des Egoismus. Und hier gibt es eine absolute Wechselbeziehung und Interaktion zwischen allen Elementen der Schöpfung innerhalb der allgemeinen Schöpfung Adams, d.h. zwischen allen einzelnen Seelen innerhalb dieser allgemeinen Seele.

Und es kann nicht sein, dass irgendeine Seele, irgendein Element, irgendeine Bestimmung plötzlich anfängt, sich zu offenbaren (oder der Schöpfer anfängt, es zu offenbaren), bevor das Vorherige, das Vorangegangene. Denn es ist alles in einem gemeinsamen System verbunden wie in einem Organismus. Und es kann nicht funktionieren, wenn es nicht in voller Verschmelzung, nicht in voller Wechselwirkung, nicht in vollem gemeinsamen Akkord, in Harmonie miteinander arbeitet.

Aus der Kongresslektion „Die Früchte der Weisheit“, Brief 1

Baal HaSulam und mein Interview im amerikanischen Radio (Teil 1)

Baal HaSulam schreibt: “Alle glauben an die persönliche Lenkung der Schöpfung durch den Schöpfer, aber sie verschmelzen nicht mit dieser Lenkung, weil es für sie schwierig ist, einen unreinen, unfreundlichen Gedanken oder eine Handlung, die ihnen oder vor ihnen geschieht, dem Schöpfer zuzuschreiben, der der Höchste und Beste ist.

Weil wir den Schöpfer immer noch als etwas Höheres über uns wahrnehmen, und wir nicht glauben können, dass dieses Höhere so niedere, so entgegengesetzte Eigenschaften, Handlungen, Motive, Absichten, Gedanken beinhalten kann. Deshalb können wir nicht alles, was uns und der ganzen Welt widerfährt, dem Schöpfer zuschreiben.

Einmal hatte ich ein Interview im amerikanischen Radio, wo ich mit einem Chabad Rabbi zusammengebracht wurde und er begann, mit mir zusammen zu erklären, was Kabbala ist. Natürlich kamen wir nicht zu einer Einigung. Das Wichtigste, was man einem Menschen erklären muss, ist, dass der Schöpfer die Eine Kraft ist. Man kann nicht von Ihm wegkommen, man muss Ihn entdecken, Ihn offenbaren, man muss mit Ihm verbunden sein, man muss irgendwie den Kontakt zu Ihm finden. Du kommst einfach nicht darum herum. Die Verbindung, sie ist die Einzige, die alles kontrolliert und handelt.

“Nein, sie ist nicht die Einzige."
“Und warum nicht?”
“Schlechte Dinge kommen nicht vom Schöpfer".
“Und von wem kommen sie? Könnte es noch einen Vater, einen Sohn, einen heiligen Geist und tausend andere Götter geben? Wie in Indien oder im alten Griechenland?”
“Nein. Aber nicht vom Schöpfer.”
“Von wem dann?!”
“Vom Menschen.”
“Also handelt der Mensch auf eigene Faust? Ist es nicht der Schöpfer, der alles kontrolliert? "Es gibt niemanden außer Ihm", sind das nur schöne Worte?”

Er schwieg, ich setzte das Gespräch fort, aber ich wurde nie wieder zum weiteren Radiointerview eingeladen…..

Was will ich damit sagen? Im Grunde hat er Recht. Wir sind von Natur aus so geschaffen, dass wir schlechte Handlungen nicht dem Schöpfer zuschreiben können. Eine Katastrophe – sechs Millionen verbrannte Menschen – vom Schöpfer? Wie kann das sein? Viele Menschen haben die Religion verlassen, weil ihnen ein Unglück widerfahren ist und es unvorstellbar für sie ist, dass der Schöpfer so etwas zugelassen hat.

Wir können also nicht alles, was uns widerfährt, auf den Schöpfer zurückführen. Das ist unser Problem, und dieses Problem besteht auch für diejenigen, die sich bereits in der Vorstufe des Erkennens der Höheren Welt befinden, d.h. im Vor-Machsom-Zustand. Es ist immer noch sehr schwierig für uns, alles, was uns widerfährt, dem Schöpfer zuzuschreiben.

Habe ich keinen freien Willen? Ich kann es mir  nicht vorstellen. Also ist alles, was jetzt in mir wirkt – körperlich, moralisch, geistig – nicht ich. In all dem muss ich den Schöpfer sehen, der in mir sitzt und die Fäden zieht, alles kontrolliert, mir den einen oder anderen Wunsch vermasselt, der Schrauben und Muttern aller Art in mir dreht, und ich verhalte mich dementsprechend nach außen hin.

Das ist sehr schwierig. Eigentlich ist es unmöglich, nur nach dem inneren Verständnis zu handeln. Man kann wahrscheinlich verrückt werden, das ist sicher, man ist nicht in der Lage, das zu tun.

Und es ist gut, dass es vor uns verborgen wird, sonst würden wir zombifiziert werden, wir würden uns in einem Zustand absoluter Unfreiheit fühlen, und dann hätten wir keine andere Möglichkeit, etwas zu tun, vermeintlich unabhängig.

Aus der Kongresslektion „Die Früchte der Weisheit“, Brief 1

Ausgewählte Auszüge aus M. Laitmans Buch „Offenbarung der höheren Welten“

Der große Kabbalist des letzten Jahrhunderts, Magid von Mezrich, formulierte 10 Grundsätze für die spirituelle Arbeit, die ein Mensch von einem Säugling und von einem Dieb lernen kann.

Drei Regeln die von einem Säugling erlernt werden können:

  1. Sich ohne Rücksicht auf alles freuen
  2. Keine Minute ruhig sein
  3. Das mit aller Kraft verlangen, was man will

Sieben Regeln die von einem Dieb erlernt werden können:

  1. Nachts arbeiten
  2. Was man in der vorigen Nacht nicht geschafft hat, versucht man in der Nächsten zu erreichen
  3. Seinen Freunden gegenüber loyal sein
  4. Alles riskieren, selbst, für unbedeutende Dinge 
  5. Nicht das schätzen, was man erbeutet hat und es für einen Hungerlohn verkaufen
  6. Lass dich nicht unterkriegen, selbst wenn du Schläge erhältst
  7. Vorteile in der Arbeit sehen und nichts daran ändern wollen

Magid fügte hinzu: Zu jedem Schloss gibt es einen Schlüssel, aber wenn das Schloss nicht nachgibt, bricht der kühne Dieb es auf. Der Schöpfer liebt den Menschen, der sein Herz bricht, um das Haus des Schöpfers zu betreten.

Den Schöpfer in sich aufnehmen

Es scheint dem Menschen, dass der Schöpfer sich verbirgt, es ist schwer, an seine Existenz und Lenkung zu glauben. Aber wenn der Mensch das Gefühl hat, dass der Schöpfer sich vor ihm verbirgt, ist es keine Verhüllung mehr, sondern ein Zustand, aus dem heraus der Schöpfer auf die Bemühungen des Menschen wartet, sich ihm zu nähern.

Warum fühlt sich ein Mensch, der sich um eine Annäherung an den Schöpfer bemüht und das Gefühl hat, Ihm bereits in gewissem Maße nahe zu sein, plötzlich fern? Die Antwort darauf gab der große Kabbalist Baal Shem Tov aus dem 18ten Jahrhundert

„Es ist, wie wenn man einem Kind das Laufen beibringt: Man unterstützt es und es nähert sich seinem Vater, indem es ein paar Schritte macht, aber der Vater, der seinem Sohn das Laufen beibringen will, entfernt sich, bis der Sohn laufen gelernt hat.“ Die Arbeit des Menschen besteht darin, bis zum letzten Atemzug mit dem Egoismus zu kämpfen und an seiner Stelle immer wieder den Schöpfer in sich aufzunehmen.“

Der Schöpfer wird gerade deshalb Ort („Mohn“) genannt, weil der Mensch mit seinem ganzen Wesen in ihn eintreten muss, so dass der Schöpfer ihn umgibt und sein Ort ist. Wir befinden uns im Ozean des Lichts des Schöpfers und müssen uns dessen nur bewusst werden.

Man braucht sich nicht mehr zu quälen

Einst fragte der Enkel des Baal Shem Tov: „Es ist bekannt, dass in alten Zeiten diejenigen, die den Schöpfer offenbaren wollten, sich ständig Beschränkungen unterwarfen und du hast sie aufgehoben, gemäß dem Gesagten, dass jeder, der sich freiwillig Entbehrungen unterwirft, ein Übertreter der Tora ist und sich dafür verantworten muss. Was ist also das Wichtigste bei der Arbeit des Menschen an sich selbst?“

Baal Shem Tov antwortete: „Ich bin auf diese Welt gekommen, um einen anderen Weg zu zeigen – ein Mensch sollte danach streben, drei Dinge zu beherrschen: die Liebe zum Schöpfer, die Liebe zu den Menschen und die Liebe zur Tora – und dann gibt es keine Notwendigkeit für freiwillige Entbehrungen.“

Es gibt kein Übel in der Welt

Es gibt nichts, was sich der Kontrolle des Schöpfers mehr entzieht als Entmutigung. Die Gründe dafür sind vielfältig: Leid, Ohnmacht, Mangel an dem, was man will, usw. Es ist unmöglich, die Schläge zu spüren und sich über sie zu freuen, es sei denn, man erkennt die Notwendigkeit und ihren großen Nutzen für den eigenen spirituellen Fortschritt. Dann wird jeder Schlag als Medizin wahrgenommen. Die einzige Sorge des Menschen sollte daher sein, warum er sich fürchtet.

Über das Leiden, sagte Rabbi Moshe von Kovrin, sollte man sagen, dass es nicht schlecht ist, denn es gibt nichts Schlechtes in der Welt, sondern bitter, denn das ist der wahre Geschmack der Medizin.

Man muss sich ernsthaft bemühen, das Gefühl der Niedergeschlagenheit zu „heilen“, denn die Folge des Glaubens ist die Freude und nur durch die Erlangung des Glaubens kann man von der Verzweiflung gerettet werden. Deshalb fügt der Talmud zu dem, was in der Mischna gesagt wird: „Man ist verpflichtet, für schlechte Dinge zu danken“, sofort hinzu: „Man ist verpflichtet, mit Freude zu empfangen“, denn es gibt kein Übel in der Welt!

Und das Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ist eine natürliche Folge der Verschmelzung mit dem Schöpfer, denn es gibt niemanden außer Ihm, und wenn der Mensch dies begreift, ist die gesamte Schöpfung, einschließlich unserer Welt, mit dem Schöpfer vereint.

Auf der Suche nach einer gemeinsamen Sprache mit dem Schöpfer

Kommentar: Wir haben ein Problem, wie wir mit dem Schöpfer Kontakt aufnehmen können. Es ist nicht schwierig für uns, miteinander zu kommunizieren, denn wir Menschen haben eine gemeinsame Sprache und es ist möglich, direkt oder zumindest über einen Dolmetscher zu sprechen. Auf diese Weise können wir miteinander kommunizieren.

Außerdem haben wir die gleichen Sinne: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten. Wir haben die Fähigkeit, auf unterschiedliche Art und Weise und mit Hilfe spezieller Geräte, die wir als Kommunikationsmittel entwickeln, mit anderen Kontakt aufzunehmen.

Aber wie sollen wir mit dem Schöpfer umgehen? Mit welchen Mitteln und auf welche Weise können wir mit ihm in Kontakt treten? Dies kann nicht mit denselben Sinnen geschehen, mit denen wir andere Menschen und generell diese ganze Welt wahrnehmen.

Es gibt noch viele Phänomene in unserer Welt, die uns verborgen sind. Wir versuchen sie zu entdecken und zu verstehen. Es gibt Phänomene, die jenseits der Reichweite unserer Sinne liegen und daher für unsere Wahrnehmung unzugänglich sind. Und doch lernen wir im Laufe der Zeit immer mehr über die Welt um uns herum. Vor hundert oder zweihundert Jahren hatte der Mensch noch nicht so viel Wissen über unser Universum wie heute, in der die Wissenschaft so weit fortgeschritten ist.

Was den Schöpfer betrifft, so gibt es keinen Fortschritt. Er war vor uns verborgen, und so ist es immer noch. Die Höhere Kraft ist vor uns verborgen, wie hinter undurchdringlichen Mauern, sie verbirgt sich hinter der ganzen Natur und wirkt mit allen möglichen Mitteln auf uns ein. Wir können sie mit unseren materiellen Sinnen, mit denen wir in dieser Welt leben, nicht offenbaren.

Wir können den Schöpfer nicht sehen, nicht hören, nicht berühren. Was sollen wir also tun? Die Kabbalisten erklären, dass es möglich ist, gewöhnliche materielle Handlungen auszuführen, aber nur, wenn wir sie mit der richtigen Absicht begleiten und unsere besondere Haltung gegenüber dem Schöpfer zum Ausdruck bringen. Dann wird Er es verstehen, hören und annehmen.

Allmählich können wir durch dieses Streben, dieses Verlangen, dem Schöpfer näher kommen. Je mehr wir nach Ihm streben, desto mehr bringen wir Ihn uns näher und allmählich tritt Er in unsere Empfindungen ein und offenbart sich in ihnen bei jeder Gelegenheit.

Am Anfang erscheint uns der Schöpfer wie durch Nebel, wie durch eine Wolke, in vagen Empfindungen. Dann offenbart er sich mehr und mehr, bis wir erkennen, dass diese Höhere Kraft den ganzen Raum um uns herum ausfüllt und es nichts außer dem Schöpfer gibt. Alles, was wir sehen, hören, in irgendeiner Form fühlen, alles, was wir wahrnehmen, ist der Schöpfer. Schließlich werden wir spüren, dass Er die ganze Wirklichkeit ausfüllt, alles umfasst, alles außerhalb und innerhalb von uns kontrolliert.

So lohnt es, zu erforschen, wie wir unserem Schöpfer näher kommen können.

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Aus der Lektion „Empfangen und Geben eines Geschenks“. 

Hinter dem Schleier der Verhüllung

Frage: Viele Dinge sind vor uns verborgen, z.B. das Potenzial des Menschen, unsere Zukunft, die göttliche Lenkung oder Lenkung der Natur usw. Was ist das Wichtigste dieser Verhüllung?

Antwort: Vor uns verborgen ist die allgemeine Kraft der Natur, die man Schöpfer nennt. Sie umfasst alles und zieht alle, die in der Natur sind – die unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Teile davon, zu einem bestimmten Ziel.

Wir würden gerne wissen, wo unser Teil liegt, was unsere Bestimmung ist, aber das können wir leider noch nicht enthüllen.

Wir enthüllen ein wenig von hier, ein wenig von dort, aber im Prinzip, je mehr wir es tun, desto eher erkennen wir das etwas sehr Großes, Gemeinsames, Ganzes vor uns verborgen ist und wir uns nicht darin befinden.

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Aus der Fernsehsendung „Vorwort zum Buch Sohar“, 21.05.2023