Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Veränderungen'

Die gekränkte Ehre

Frage: Manchmal kommt es im Leben vor, dass mich jemand beleidigt und ich mich sehr gekränkt und demütigt fühle. Wie ist die genaue Reihenfolge der Analyse einer solchen Situation?

Meine Antwort: In unserem jetzigen Zustand können wir keinen richtigen Bezug zu der Realität herstellen. Wir haben uns auf halbem Wege zwischen Himmel und Erde verirrt. Ich habe den Schöpfer noch nicht enthüllt, befinde mich aber nicht mehr in der vollkommenen Verhüllung. Alle möglichen Weisheiten – Zitate, Sprüche, Wissensfetzen – nehme ich als Enthüllung wahr, doch dem ist nicht so. Alles ist in mir durcheinander geraten.

Darum schreibt Baal HaSulam in der Einführung zu TES, dass der Mensch in diesen Jahren seine Entwicklung maximal vorantreiben muss. Denn es geht um die Zeit eines großen Durcheinanders, wenn ich die Wahrheit nicht begreifen kann, aber mit der Lüge nicht mehr einverstanden bin. Mich schleudert es einfach von einer Seite zur anderen.

Einerseits gibt es niemanden außer dem Schöpfer. Ich stehe vor Ihm. Wie soll ich die Realität wahrnehmen, wenn um mich herum nur Er ist? Und wo bin ich selbst? Wenn Er mich angeschrien hat, soll ich Ihn daraufhin ebenfalls anschreien? Aber das ist doch der Schöpfer. Also muss ich mich ständig zurückhalten? Vollkommene Ergebenheit demonstrieren, sogar unter Androhung des Todes? Auch solche Ansichten sind verbreitet.

In Wirklichkeit können wir in solchen Fällen nicht viel empfehlen. Denn der Mensch wird jede Sekunde Veränderungen unterzogen.

Aus diesem Grund schreiben uns die Kabbalisten einen bestimmten Handlungsablauf vor, der durch die Verhüllung bedingt ist. Warum geben sie uns diese Ratschläge? Weil wir dem Einfluss zweier Kräfte unterliegen. Der Schöpfer hat nicht den einfachsten Zustand erschaffen, in dem ich vor Ihm stehe und Ihn enthülle, ohne mich von irgendetwas ablenken zu lassen. Wer bin „ich“? Mein Ich sind die Kräfte der Absonderung und der Trennung vom Schöpfer. Dabei stellen sich diese Kräfte mir als ich selbst und als etwas außerhalb von mir dar, aber nicht als Schöpfer. Und der Schöpfer ist für mich ein Ideal, unsichtbar und ungreifbar.

Die trennenden Kräfte verhüllen Ihn vor mir, und ich muss sie zu einem Ganzen vereinen. Diese Kräfte trennen, entfernen mich vom Schöpfer, verdecken Ihn vor mir. Sie werden in zwei Welten unterteilt: die innere und die äußere. Im Grunde genommen gehören sie zur gleichen Natur der Trennung, des egoistischen Verlangens, doch mir kommen sie geteilt und gegensätzlich vor.

Ich muss sie also miteinander verbinden und gerade in diesen Kräften die Trennung erkennen. Während ich die Handlung, den Gedanken, das Verlangen und alles um mich herum betrachte, vereine ich das Innere und das Äußere – nur um die Einheit zu erreichen. Und in diesem Fall, wenn ich dazu in der Lage bin, mache ich keine Fehler.

Hier müssen wir nur ein einziges Prinzip anwenden: „Der Mensch urteilt entsprechend dem, was er sieht“. Ich versuche nicht, den Alleinigen, der vor mir verborgen ist, zu erreichen. Doch sobald ich alle Kräfte – meine und die der Anderen – zu einem Ganzen vereint habe, enthülle ich im Inneren den alleinigen Schöpfer.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 10.02.2011

Wie können wir unser Schicksal beeinflussen?

Auszug aus der 5. Kongresslektion in Berlin

In der Wissenschaft der Kabbala studieren wir die Höhere Welt, wie das Universum aufgebaut ist und welche Kräfte in unsere Welt herabsteigen. In der Höheren Welt existieren Kräfte, und in unserer Welt existieren alle möglichen Objekte, die der Einwirkung dieser Kräfte unterliegen und als deren Auswirkung entstehen.

Die höheren Kräfte werden als „Wurzeln“ und die unteren (jene, die es in unserer Welt gibt) als „Auswirkungen“ bezeichnet. Es gibt keine Welt, die tiefer und schlechter als unsere ist – und das ist schon mal nicht schlecht…

Und alles, was mit uns geschieht, geschieht unter Einwirkung der Kräfte, die zu uns aus der Höheren Welt, aus den Wurzeln herabsteigen.

Es gibt nichts in unserer Welt, was nicht von oben herabgestiegen wäre. Deshalb macht es keinen Sinn, jemanden – einander, Völker, den Staat, die Natur – für etwas zu beschuldigen, all das wird von den höheren Kräften von oben nach unten gesteuert. Und wenn wir dieses ganze Bild nüchtern, real betrachten, werden wir sehen, dass alles von oben herabsteigt.

Das heißt, jedes Problem von uns, egal welches, wird nur dann gelöst, wenn wir zur Ebene dieser höheren Kräfte aufsteigen und sie dort beeinflussen. Dadurch werden wir eine andere Einwirkung auf uns hervorrufen. Das heißt, wir werden nicht mehr von den primären Kräften beeinflusst, sondern von irgendwelchen Auswirkungen davon und von der durch uns ausgelösten Einwirkung. Nur auf diese Weise und auf keine andere werden wir Veränderungen in dieser Welt erzielen können.

Wir haben jahrtausendelang versucht, unser Schicksal durch alle möglichen Methoden und Praktiken zu beeinflussen. Und wir sehen, dass es zu nichts führt. Wir können uns nicht an den Schöpfer wenden – Er hört uns nicht (derjenige, den wir uns unter dem Schöpfer vorstellen). Und alle unseren Handlungen in dieser Welt führen ehe zu gar nichts. Im Endeffekt kommt alles dennoch so, wie es kommen soll.

Wir, die bereits genug Jahre auf dieser Welt verbracht haben, können uns das alles wunderbar vorstellen und deshalb auch der Wissenschaft der Kabbala recht geben, die davon spricht, dass es auf der Ebene unserer Welt keine Lösung gibt. Die Ebene der Entscheidungsfindung ist die Höhere Welt.

Aus diesem Grund bekommen wir gerade in der heutigen Zeit, in der die Menschheit real vor einem ernsthaften Problem steht, indem sie eine gemeinsame, globale Krise erreicht hat, und alles, was mit uns unten geschieht, bereits in ein solches gemeinsame Bild involviert ist, eine Möglichkeit zusammenzukommen und Einfluss auf all diese gemeinsamen Kräfte zu nehmen. Im Prinzip müssen wir aber nur eine von ihnen beeinflussen, denn es gibt nur eine Höhere Kraft, die einfach in mehrere einzelne Unterkräfte, die auf uns einwirken, unterteilt ist.

Auszug aus der 5. Kongresslektion in Berlin, 29.01.2011

Eine „kompakte“ Welt nach der Korrektur

Von oben nach unten steigen zu uns vier Phasen des direkten Lichts herab: „Welt-Jahr-Seele“ und die Existenz der Realität. Und die ganzen künstlich von uns erschaffenen Zusätze brauchen wir nur, um die höhere Stufe zu erkennen.

Wir bauen diese Ergänzung von uns zum Höheren in der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Form. In der unbelebten Ebene erschaffen wir unterschiedliche Gegenstände, auf der pflanzlichen und tierischen Ebene verändern wir die Natur und auf der menschlichen Ebene vollziehen wir Korrekturen in uns selbst. Und alles nur, um uns dann mit der richtigen Absicht zu verbinden und die höhere Stufe zu erreichen.

Und auf dieser Stufe werden wir uns weniger zahlreich als jetzt vorkommen – vereinter und geschlossener. Heute nehmen wir eine Welt wahr, die voller endloser Details ist – ein riesiges Universum, Milliarden von Menschen, immense Anzahl von hergestellten Produkten und Müll.

Doch wenn wir zur nächsten Stufe aufsteigen, beginnen wir zu sehen, dass die Welt sich zusammenzieht, sich in der Anzahl von Detail verkleinert – denn wir alle vereinen uns zu einem Menschen, mit einem Herzen.

Doch auf jeder Stufe müssen wir unsere Anstrengung hinzufügen: auf der unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Ebene. Schaut nur, wie viel wir in unserer Welt erschaffen haben: wie viele Pflanzen wir anbauen mussten, um überleben zu können, wie viele Veränderungen wir in der Tierwelt und auf der menschlichen Ebene vornehmen mussten – die ganzen von uns erbauten Städte und das ganze Lebensmilieu.

Das sind alles Korrekturen, egal wie schlecht oder gut diese Veränderungen uns auch vorkommen mögen. Wir fügen sie auf unserer unteren Stufe hinzu. Wir brauchen dieses ganze Metall und den Müll aufgrund unseres Mangels an der inneren Korrektur! Solange wir innerlich nicht korrigiert sind, müssen wir äußere Korrekturen vornehmen, bis wir zu einem Zustand gelangen, in dem wir sie nicht mehr brauchen.

Von unserer Generation an werden wir beobachten, wie wir im Zuge der Entwicklung immer kleiner werden. Unsere ganze großangelegte Tätigkeit und riesige Fabriken werden schrumpfen, eine „feinere“ Form annehmen und verschwinden. Alles wird einfacher, kompakter, quasi stärker, sprich „spiritueller“ werden, weniger auf dem Material und mehr auf der Energie beruhen.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 07.02.3011

Die Nacht des Auszuges aus Ägypten

Frage: Was bedeutet es, dem Schöpfer zu danken?

Meine Antwort: Nach allen Anstrengungen, die von mir in der Verbreitung, im Studium und in der Gruppe verlangt werden, gerate ich in Verzweiflung und beginne, mein egoistisches Verlangen getrennt von mir zu spüren. Genauso fühlt der kranke Mensch seine Krankheit und ihre Ursache, eine Schmerzzone, die er herausfindet und isolieren möchte.

Dann beginnt die Arbeit an dem Auszug aus Ägypten, nach der Trennung von seinem egoistischen Verlagen. Der Mensch versucht sich davon zu trennen und schafft es nicht. So vergehen die erste und die zweite ägyptische Plage.

Danach beginnt der Mensch zu empfinden, dass die Veränderungen seines Bösen Triebes vom Schöpfer hervorgerufen werden. Wie die Tora erzählt, benachrichtigt der Schöpfer Moses, dass er die Kräfte des Pharaos erhöht, damit Er Sich über ihn erheben und Sich zeigen kann.

Der Mensch beginnt zu sehen und zu verstehen, dass die gesamte Arbeit vom Schöpfer ausgeübt wird. Er führt ihn aus der egoistischen Berechnung, dann lässt er ihn los und der Mensch fällt zurück. Danach holt der Schöpfer ihn wieder, und lässt ihn wieder fallen. Von Mal zu Mal erlangt der Mensch das Wissen und die Empfindung, dass, wenn der Schöpfer nicht so an ihm handeln würde, er für immer in Ägypten bzw. in seinem egoistischen Verlagen bleiben würde.

Diese Eindrücke sammeln sich, werden immer klarer und stärker, bis der Mensch zu schreien anfängt, bereit für alles, nur um von seinem Ego loszukommen. Genau das ist „ die ägyptische Dunkelheit”, die Nacht des Auszuges aus Ägypten.

Es gibt im Menschen keine größere Dunkelheit als diese, doch wenn er weiß, dass er dem Schöpfer folgt, dann wählt er sie aus. Er wählt sie, nicht aus seinem Verlangen zu genießen heraus, sondern, weil vor ihm der Schöpfer schreitet.
Das erlangen wir durch ständiges Arbeiten.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabash „Was heißt der Verbot den Menschen zu begrüßen bevor man den Schöpfer begrüßt hat in der spirituelen Arbeit“, 23.01.2011

Welche Veränderungen warten auf dich?

Frage: Wann kann der Mensch, der ein Kabbalastudium angefangen hat, sagen, dass er mit seinen Wünschen arbeitet?

Meine Antwort: Wenn er beginnt, „die Aufstiege“ und die „Abstiege“ zu empfinden. Anhand dieser Zustände beginnen wir, zu verstehen, inwiefern wir von unseren inneren Veränderungen abhängig sind. Und es ist nur der Anfang, so spielt man mit uns, zur Zeit noch auf der Ebene dieser Welt.

Dann beginnt man, uns aus einer Welt in die andere Welt hinüberzuwerfen, uns mal zu erheben, oder mal fallen lassen, dann spürst du, inwiefern alles unbeständig ist.

Stelle dir vor, deine Sinnesorgane würden sich verändern, und deine Augen würden die Welt in den Röntgenstrahlen sehen, und du hättest anstelle der Ohren die Ortungsgeräte. Welche Welt würdest du dann wahrnehmen? Du würdest vom Informationsüberfluss verrückt werden, weil du alle Frequenzbereiche hören würdest, wie die Menschen hier und da sprechen,an allen Stellen gleichzeitig, auch wenn diese tausende Kilometer von dir entfernt sind. Du würdest durch die Wände sehen können, alles, was in der Welt geschieht.

Und deshalb sollen das Gehirn und das Nervensystem auch entsprechend entwickelt sein, um solchen Strom der Informationen zu verarbeiten. Wir wären ganz andere Wesen, wenn man nur den Umfang unserer Wahrnehmung in derselben Welt ein wenig ausdehnen würde.

Und hier handelt es sich um die Eigenschaften, die wir momentan überhaupt nicht haben, über grundsätzlich andere Herangehensweise.

Oder stelle dir vor, du koenntest die Gefühle anderer Menschen empfinden , sich wie ein Gespenst in den einen, den anderen, oder einen dritten Menschen einkleiden…


Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Der allgemeine Charakter der Wissenschaft der Kabbala“, 12.01.2011

Das verborgene Gesetz des Lichtes

Frage: Wie kann mich das höhere Licht verbessern, wenn es in absoluter Ruhe ist?

Meine Antwort: Wenn vom ein- und austretenden Licht gesprochen wird, bezieht sich das auf die Veränderungen innerhalb meiner selbst. Das Licht ist das Phänomen innerhalb des Gefäßes zum Empfangen (Verlangen). Es gibt kein Licht ohne das Gefäß. Einige dieser Phänomene nenne ich „das Licht“ und schreibe den Veränderungen unterschiedliche Eigenschaften zu.

Alles ist in meinem Inneren. Einige innere Erfahrungen schreibe ich der äußerlichen Welt mit äußerlichen Ursachen zu, während ich inneren Ursachen mir, meinem Inneren, zuschreibe. Nach dem ich einige Veränderungen in meinem Inneren enthüllt habe, verbinde ich sie dann entweder mit persönlichen Handlungen oder mit dem Licht, dass diese Veränderungen unbewusst in mir herbeigeführt hat.

Wie ein Kind sagt: „Es ist alleine kaputt gegangen“ als ob es nicht gewesen war. Wir machen das auf Grund des Mangels an spirituellem Bewusstsein und der Enthüllung genauso. Wir übernehmen die Verantwortung für einige Ereignisse auf uns selbst und schreiben den anderen Teil einem verborgenen Faktor zu.

Frage: Ist das verborgener Faktor, was wir „eine wunderbare Kraft“ (Segula) nennen?

Meine Antwort: Segula bedeutet, dass ich Handlungen durchführe, aber die Ursache-Wirkung-Beziehung zwischen ihnen und ihren Ergebnissen nicht sehen kann. Zum Beispiel wird mir erzählt: „Wenn Sie die Wand zehnmal schlagen, wird Wasser anfangen, vom Wasserhahn im Hinterhof zu laufen.“ Ich sehe keine Logik hier; aber inzwischen gibt es einen verborgenen Mechanismus in der Wand, die auf mein Schlagen der Wand reagiert und das Wasser einschaltet.

Es ist wirklich sehr einfach, aber ich bin dieses verborgenen Mechanismusses nicht bewusst. So wurde mir erzählt: „Dieser ist Segula. Wenn wir das tun, werden wir jenes bekommen.“ Folglich verbinde ich das eine mit dem anderen, obgleich ich die Logik der Ursache-Wirkungs-Beziehung nicht verstehe, die diesen Ereignissen zu Grunde liegt. Deshalb ist Segula ein Gesetz das vor mir verborgen ist. Es gibt nichts Übernatürliches hier: Ich weiß nur gerade nicht, wie der Mechanismus im Hintergrund funktioniert.

Das gleiche ist mit der Gruppe. Wenn Sie sich wie empfohlen mit einer Gruppe verbinden, an der Verbreitung teilnehmen, die Freunde umarmen, mit Ihnen singen und springen, werden Sie die Wirkung erfahren, ohne eine Vorstellung davon zu haben, wie das alles miteinander verbunden ist.

Die Kabbalisten gaben uns Empfehlungen, die wirklich wirken. Wie sie genau funktionieren, werden wir später enthüllen. Für jetzt, auf unserer Stufe wird es „Segula“, ein verborgenes Gesetz genannt.

Auszug aus Unterricht  über den Artikel von Rabasch „Was eine große oder kleine Sünde in der Arbeit ist“, 27.12.2010

Der Kummer ein kluger Esel zu sein

Frage: Warum misslingt es dem Menschen, sich an das Höhere zu orientieren und darin den Grund für alle Geschehnisse zu sehen, um voranzukommen?

Meine Antwort: Es heißt „Wehe dem Verstand“, denn es gibt in unserem Kopf einen solchen „Block“, der uns furchtbar stört. Wegen ihm können wir nichts machen. Jeder ist überzeugt, dass er besser versteht und sich auf seinen Verstand in allem verlassen kann. Der Mensch ist nicht fähig, seine irdische Vernunft, sein „Ich“ aufzuheben.

Das Gesetz des Wachsens und des stufenweisen Aufstiegs erfordert, dass die vorhergehende Stufe aufgehoben wird, um die Folgende zu erreichen. Sogar die Pflanzen entwickeln sich genauso aus den Samen. Eine beliebige Zelle, die aus einem Zustand in den anderen übergeht, geht solche Veränderungen durch. Wir müssen sie also bewusst, mit dem Verständnis, nach der eigenen Forderung machen!

In der Natur geschieht es automatisch, instinktiv – so wächt ein Embryo im Mutterleib und jedes beliebige Kind auf. Und wenn ich einen Beruf erlernen will, dann weiß ich, dass ich meine Vernunft vor dem Lehrer aufheben muss. Ich will, dass er mir erzählt und zeigt, wie etwas zu machen ist, und ich seine Ausführungen wiederhole.

Infolge dieser Wiederholung gelingt mir das Prinzip, die innere Grundlage zu verstehen. Weil ich es selbst mehrmals gemacht habe, verstehe ich jetzt, warum es gerade so und nicht anders funktioniert. Wenn unser egoistischer Wunsch dies unterstützt, dann gibt es kein Problem die Vernunft abzuschalten – und so lerne ich.

Und hier ist der egoistische Wunsch gegen eine solche Aufhebung, weshalb du nichts lernen kannst! Du stehst, wie der eigensinnige Esel (der Esel/Chamor klingt wie das Wort Material/Chomer), und bewegst dich nicht von der Stelle, auch wenn man dich töten würde!

Und man tötet uns in Wirklichkeit! Wir beenden unser Leben, ohne das Begreifen zu erreichen. Und es stimmt auch, dass je klüger der Mensch ist, desto problematischer seine Wahrnehmung ist.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Die Kabbala und die Philosophie“, 03.01.2011

Das effektivste Mittel zum Vorankommen

Das Buch Sohar wirkt auf den Menschen auf eine besondere Art und Weise: es genügt ihm, zu lesen, zu hören, zu wünschen, (auch nur virtuell) mit der Gruppe verbunden zu sein – und all das sogar in einem kleinen Ausmaß, soweit es ihm das Leben erlaubt, sich für dieses Buch Zeit zu nehmen – und schon beginnt der Sohar in ihm das spirituelle Wahrnehmungsorgan zu entwickeln. Und in diesem Ausmaß beginnt der Mensch, Veränderungen, Entwicklungsetappen wahrzunehmen.

Man muss das Buch Sohar einfach lesen. Es wäre gut, Auszüge daraus in einem Taschenformat herauszugeben, damit man es überall mitnehmen und lesen könnte. Denn es gibt kein effektiveres Mittel für das Vorankommen eines Menschen als dieses Buch.

Das Buch der Psalmen hilft nicht dabei, spirituell voranzukommen. Die gesamte Menschheit liest es bereits seit Jahrtausenden. Die Menschen lassen sich damit nur vertrösten.

Das setzt auf keinen Fall das Buch der Psalmen, das von der Stufe der vollständigen Malchut geschrieben wurde, herab. Denn König David steht für die Malchut, für die ganze Schöpfung. Wie auch alle anderen „heiligen“ Bücher, die von denjenigen geschrieben wurden, die den Schöpfer erkennen, trägt es Sein Licht in sich.

Doch das Licht, das zur Quelle zurückführt und in uns die Eigenschaft der Liebe erschafft, ist für uns am nächsten und am effektivsten beim Lesen des Buches Sohar, wie Baal HaSulam in der „Einführung zu Talmud Esser HaSefirot“ erklärt.

Im Buch Sohar ist das Licht am stärksten. Natürlich soll das Lesen des Sohar mit dem Studium der Artikel von Baal HaSulam und Rabash und der Lehre von den zehn Sefirot verbunden werden. Doch das Buch Sohar muss  jede freie Minute eines Menschen füllen.

Auszug aus dem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 30.12.2010

Wie kann man sich mit dem Naturgesetz vertragen?

In der Einführung zu TES (Punkt 4) schreibt Baal HaSulam: „Der Schöpfer legt die Hand des Menschen auf das gute Schicksal. Die Wahl des Menschen besteht nur in der Bestärkung“.

Der Schöpfer bringt den Menschen zu den Freunden, zu dem Studium, der Rest hängt von ihm selbst ab. Warte nicht darauf, dass jemand die Arbeit für dich erledigt. Du selbst musst alle Mitteln herausfinden und sie richtig aufbauen.

„Aber ich verstehe noch gar nichts! Ich kann nicht studieren, ich weiß nicht, wie ich mich gegenüber den Freunden verhalten soll, ich verliere mich zwischen dem Äußeren und dem Inneren…“ Du kannst dich bei deiner Mutti ausweinen, aber an das Schöpfungsgesetz kannst du keine Ansprüche stellen. Das ist nicht weniger sinnlos, als sich gegen das Gravitationsgesetz zu wenden.

Der Schöpfer ist ein Naturgesetz, das absolute Geben. Wenn du ihm entsprichst, geht es dir gut, und wenn nicht, dann geht es dir im entsprechenden Maße schlecht. Dabei korreliert das Eine wie das Andere mit deiner Entwicklungsstufe. Genauso verhalten wir uns in unserer Welt unterschiedlich gegenüber den Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Alten.

Weil wir uns den Schöpfer verkehrt vorstellen, schreiben wir Ihm eine gewisse Menschlichkeit zu, wir teilen Ihm Gefühle zu, die uns selbst eigen sind. Wir versuchen Ihn „breitzuschlagen“, hoffen, dass Er es sich anders überlegt. Das ist ein sehr ernsthafter Fehler, der aus unserer egoistischen Natur hervorgeht.

Von jeher machen die Menschen ein und denselben Fehler – sie übertragen ihre eigenen Eigenschaften auf ihre Umwelt. Selbst von den Haustieren verlangen wir nach einer gewohnten Reaktion. Und überhaupt erwarten wir von allen Stufen der Natur, einschließlich der menschlichen, eine Ähnlichkeit mit uns selbst, eine Entsprechung unseren Vorstellungen.

Darin unterscheidet sich die Wissenschaft der Kabbala prinzipiell von allen Religionen und Glaubensrichtungen. Es steht geschrieben: „Er gab ein Gesetz, das nicht übertreten werden kann“, „Ich habe mich nicht verändert“. Das höhere Licht befindet sich in einem absoluten Ruhezustand, alle Veränderungen finden nur in den Gefäßen statt. Entweder bitte ich den Schöpfer, dass Er sich ändert, oder ich weiß, dass ich mich selbst ändern muss.

Mein Gebet ist an mich „gebunden“. Beten bedeutet, sich selbst zu richten und sich zu verändern. Nur so werde ich eine andere Reaktion von der Seite des unveränderlichen Gesetzes hervorrufen. Genau das ist der Punkt.

Religionen sprechen nicht von der Verwandlung eines Menschen, sie schlagen mir vor, den Schöpfer durch mechanische Handlungen oder eine leidenschaftliche Bitte zu „bestechen“. Die Menschen hoffen, dass es ihnen helfen wird, obwohl die Geschichte vom Gegenteil zeugt.

Die Kabbala sagt aber, dass du dich verändern musst und kein anderer. Richte dich wie früher an den Schöpfer, doch aus einem völlig anderen Grund: so ist Sein Wille, und du tust es entgegen deinem Verlangen.

Du stehst vor dem Licht. Während du ihm in den Eigenschaften ähnlich wirst, beginnst du, seinen Einfluss wahrzunehmen, der früher außerhalb von deinen Empfindungen lag. Du wirst zu einem Gefäß für das Licht und wächst, bis es dich ganz erfüllt.

Auf das höhere Licht zu warten, bedeutet nicht, die Hände in den Schoß zu legen. Mach eine innere Bewegung ihm entgegen, wünsche, dich zu verändern, und es wird seine Einwirkung auf dich ausüben. Alle Veränderungen im Licht, die wir sehen, sind Veränderungen in uns selbst.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 17.12.2010

Die spirituelle Entwicklung: vom Embryo bis zum Menschen

Die Lehre der zehn Sfirot, Band 3, Teil 8, Frage 27: Die Zeit und der Ort in der Spiritualität – bedeuten die Erneuerung der Form.
Und der Parzuf entwickelt sich nur infolge einer Menge von  Verschmelzungen („Siwugim“) und unterschiedlichen Lichter, die ihn gemeinsam aufbauen und als „Monate der vorgeburtlichen Entwicklung“ oder als die „Perioden der Entwicklung des Embryos“ bezeichnet werden, die 7, 9 oder 12 Monate dauern können – je nach der Anzahl der Portionen des Lichtes, die für seine Bildung notwendig sind.
Schließlich, erforschen wir die Veränderungen, denen sich der Wunsch zu genießen unterzieht, und berechnen die Anzahl dieser Veränderungen, Erneuerungen, die „die Monate“ heißen („Chodesch“ / der Monat – kommt vom Wort „Chidusch“ / die Erneuerung).
In der Spiritualität gibt es keine Zeit. Die Zeit klärt sich dort mit der Anzahl der Veränderungen, die wir durchleben, und nicht durch die Bewegung des Uhrzeigers oder durch die Veränderungen eines äußerlichen Faktors. Wie stark ich mich verändert habe – soviel Zeit ist eben vergangen. Auf diese Weise klärt sich die Zeit in der Spiritualität.
Deshalb bedeutet die Periode der Entwicklung des Embryos, dass ich einen Zustand hinter dem anderem durchgehe (durchgehe /“Ower“ kommt vom Wort Embryo / „Ibur“). Ich soll eine bestimmte Anzahl an Veränderungen begehen, um von der vorgeburtlichen Entwicklung innerhalb des Höheren zur Entwicklung außerhalb von ihm überzugehen.
Jetzt halte ich mich auch im Höheren auf, und er entwickelt mich. Dabei beeinflusse ich die Veränderungen nicht, denen ich mich im Laufe der Entwicklung unterziehe. Die Instinkte und die Kräfte, die ich als Leiden empfinde, zwingen mich, mich zu verändern, so dass ich diese Veränderungen notgedrungen durchgehe.
Dann tritt eine andere Etappe ein: ich beginne zu empfinden, dass es darin irgendwelchen Grund gibt, ein höheres Bedürfnis, und dass es den Höheren gibt, der über mich diese Veränderungen begeht und sich wünscht, dass ich die Existenz eines Lenkungssystems, die Ursache- Wirkungsbeziehung der Entwicklung, den Anfang und das Ziel des ganzen Weges erkenne. Somit beginnt heute, die ganze Welt aufzuwachen.
Später kommen wir zum Begreifen, dass wir die Veränderungen selbst hervorrufen sollen. Ab einem gewissen Moment und weiter gibt es keine Zeit, die uns der Höhere aufzwingt, um sich zu entwickeln.
Ab sofort wird uns nur das Licht ergänzt, das wir folglich als das Böse empfinden, aber davon entwickeln wir uns nicht, sondern kommen nur zum Begreifen, das wir verpflichtet sind, vom Höheren die Entwicklung zu fordern. Das heißt wir sollen schon an der Entwicklung selbst teilnehmen.
Der Höhere zwingt mich nicht zur Handlung, sondern nur zur Bitte, diese Handlung zu erfüllen. In der Mitte soll also meine Bitte sein. Und diese Bitte, dieser Schrei kommt davon, dass es mir schlecht geht.
Dann entwickle ich mich weiter und erlange das Begreifen des Guten, wenn ich verstehe, dass das alles zu meinem Wohl ist. Und obwohl meine Empfindungen immer noch schlecht sind, ist es mir klar, dass sie für meine Entwicklung gut sind, da ich verpflichtet bin, auf die nächste Stufe hinaufzusteigen. Dann fordert der Höhere von mir nicht den Schrei, sondern die selbständige Anteilnahme an der Entwicklung. Man spricht schon über die Partnerschaft.
Dann kommen wir zum Zustand, wenn der Höhere mich gar nicht erweckt, und ich soll an dieser Stelle meine Umgebung benutzen. Ich soll den Höheren erwecken, damit er mich erweckt, und dann auch noch mit seiner Handlung einverstanden zu sein. Als ob ich für mich die wünschenswerteste Form der Handlung wählen würde – die der Höhere dann begehen wird.
Im Endeffekt erreichen wir einen solchen Zustand, dass wir dem Höheren alles vorschreiben. Am Anfang des Weges erzeugte er alle meine Handlungen, vom Anfang bis zum Ende, ohne mein Verständnis hierfür. Ich wusste nicht, was ich machen soll und wo ich mich befinde. Und am Ende des Weges bestimme ich schon alles vom Anfang und bis zum Ende – und verwende nur die Kraft des Höheren.
Somit besteht unser ganzer Weg darin, die immer größere Unabhängigkeit und die Selbstständigkeit zu erwerben, um dann dem Höheren immer mehr gleich werden.
Aus dem Unterricht nach „Der Lehre der Zehn Sfirot“ „, 16.12.2010

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