Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Ist der Frieden zwischen Mann und Frau möglich?

RABASH, Band 3, Artikel „Verschiedene Zustände“: „Wenn ein Mann und eine Frau würdig sind, so herrscht die Shechina zwischen ihnen“.

Man sollte fragen: stehen sie nicht einander gegenüber? Und wie ist es möglich, dass zwischen ihnen Frieden herrscht?

Doch genau dann, wenn der Mensch würdig ist, d.h. das Empfangen ins Geben verwandelt, was „Empfangen um des Geben willen“ bedeutet, herrscht der Frieden zwischen ihnen.

Sonst gibt es keine Einigung zwischen ihnen: der Eine unterwirft sich einfach dem Anderen und die Kategorie der Unterwerfung gehört nicht zur Liebe und Vollkommenheit, weil der Unterworfene immer darauf wartet, die Macht wieder zu erlangen.

In der Wissenschaft der Kabbala verkörpert der weibliche Teil das Empfangen und der männliche Teil das Geben. In jeder Seele gibt es einen männlichen und einen weiblichen Teil, die Kraft des Empfangen und die Kraft des Geben, das Verlangen zu genießen und den Schirm, und sie müssen ausbalanciert sein.

Das Verlangen zu genießen, die weibliche Kraft ist die Hauptkraft, die Schöpfung, doch darüber muss es einen Schirm geben, und der Schirm ist die männliche Kraft.

Wenn diese Kräfte sich im Gleichgewicht befinden, dann bedeutet das: Mann, Frau und die Shechina, die Kraft des Schöpfers, zwischen ihnen.

Sie arbeiten mit dem höheren Licht, dem Schöpfer, zusammen und es erfüllt sie mit Hilfe von Siwug de Hakaa (Paarung durch Schlag). Es entsteht eine Verbindung dieser drei Kräfte: von Mann, Frau und dem höheren Licht, welches das Kli ausfüllt.

In unserer Welt ist die Kraft des Schöpfers jedoch verborgen, Männer und Frauen existieren getrennt voneinander, niemand verpflichtet sie, sich zu vereinen und wir können keine Verbindung zwischen ihnen feststellen.

Wenn wir nach dem Licht, nach der Kraft des Schöpfers streben, werden Männer und Frauen, gezwungen sich zu verbinden, weil wir ohne die richtige Verbindung zwischen uns den Schöpfer nicht enthüllen können.

„Mann und Frau und die Shechina (die göttliche Anwesenheit) zwischen ihnen“ – auf diese Weise müssen wir gezwungenermaßen zur richtigen Verbindung zwischen Mann und Frau kommen, damit sich die höhere Welt zwischen ihnen enthüllt.

Frage: Was bedeutet, zur richtigen Verbindung zu kommen?

Antwort: Ein Mann und eine Frau müssen sich auf gleicher Höhe bewegen und in ihrer Bedeutsamkeit gleich sein und jeder muss den Anderen ergänzen, wie das vor Adams Sündenfall war.

Vor der Trennung von Adam und Eva waren sie quasi „ein Körper“, und auf diese Weise müssen wir uns wieder vereinen.

Frage: Warum wurden Adam und Eva getrennt?

Antwort: Damit wir spüren, wie unvollkommen jeder von uns für sich alleine ist und dass wir nur durch die Verbindung untereinander die gleiche Höhe mit dem Schöpfer erreichen können. Gerade durch diese Erkenntnis werden wir den Schöpfer enthüllen, wir werden Ihn zwingen, sich in uns zu enthüllen.

Wenn wir uns nicht verbinden, wird Er sich nicht enthüllen – das ist die Bedingung der Bürgschaft zwischen uns drei.

Kabbala Grundkurs

Die ganze Kraft des Gefäßes liegt in seinen Sprüngen

Frage: Wie können die Freunde einander unterstützen, wenn sie sich im Abstieg befinden?

Antwort: Die Unterstützung zwischen den Freunden ist nur durch den Schöpfer möglich. Wir sind untereinander nicht verbunden. Von dem Moment an, in welchem das zerbrochene Verlangen zu genießen offenbart wurde, berühren wir einander nicht, weil zwischen uns der Schöpfer ist.

Nur Er verbindet uns. Wir werden niemals zu solcher Vereinigung zurückkehren, in der wir zusammen wie die Tropfen des Wassers zu einen großen Tropfen zusammengezogen werden. Zwischen uns befindet sich der Schöpfer in Form der Kraft des gegenseitigen Gebens, und dort ist auch die egoistische Kraft des Erhaltens (Klipa) anwesend. Deshalb wird die Stärke unserer Verbindung um 620 mal intensiver als ursprünglich.

Sowohl die egoistische Kraft, als auch die Kraft des Lichts sind verpflichtet, für unsere Vereinigung zu arbeiten, um uns zur Einheit zu führen, die einst innerhalb Adam Rishon herrschte, worin er eine Seele, ein Gefäß ohne innere Risse darstellte. Wir sollen jetzt unsere Scherben zusammenkleben. Dabei ist jeder von ihnen aufgrund eigener Selbstsucht um das 620fache gewachsen, aber wir müssen sie dennoch verbinden. Das heißt, wir erhalten dadurch eine neue Seele mit einer ganz neuen inneren Kraft. [118856]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar. Das Vorwort, 16/10/13

Wir sind ein Ökosystem

Meinung (F.Kappa, PhD, Physiker): Als standfest wird eine Gesellschaft bezeichnet, die fähig ist, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, und diese auch den zukünftigen Generationen zu ermöglichen. Standfeste menschliche Gesellschaften kann man nach dem Vorbild der Naturökosysteme bauen, welche in den standfesten Gesellschaften der Pflanzen, der Tiere und der Mikroorganismen zu finden sind. Hier gibt es sechs Prinzipien des Lebensunterhaltes:

Die Netze: Auf allen Niveaus des Lebens enthüllen wir die Systeme im Rahmen anderer Systeme – die Netze innerhalb der Netze. Dabei sind ihre Grenzen nicht die Grenzen der Trennung, sondern die Grenzen der Individualität. Alle lebendigen Systeme agieren miteinander und wechseln gegenseitig ihre Ressourcen durch die Grenzen.

Die Zyklen: Alle lebendigen Organismen brauchen für ihre Lebenstätigkeit die Ströme der Materie und der Energie seitens ihrer Umgebung, und sie alle erzeugen Abfälle. Jedoch ist das Ökosystem, das Netz wie das Ganze abfallfrei, weil die Abfälle eine biologische Art die Nahrung für die anderen sind. Somit zirkuliert die Materie ununterbrochen im Spinngewebe des Lebens.

Die Sonnenenergie: Die ökologischen Zyklen werden mit Hilfe der Sonnenenergie intakt gesetzt und in die chemische Energie mittels der Fotosynthese der grünen Pflanzen umgewandelt.

Die Zusammenarbeit: Der Austausch von Energien und Ressourcen wird in den Ökosystemen dank der allgemeinen Zusammenarbeit unterstützt. Deshalb wurde das Leben auf unserem Planeten nicht infolge der Gewalt, sondern dank der Zusammenarbeit, der Partnerschaft und der Netzwechselwirkung geboren.

Die Vielfältigkeit: Die Ökosysteme erwerben die Stabilität und die Lebensfähigkeit aufgrund der Vielfältigkeit und der Komplexität eigener ökologischen Netze. Je mehr sie biologisch vielfältiger sind, desto lebensfähiger sind sie.

Das biologische Gleichgewicht: Das Ökosystem ist ein flexibles Netz. Ihre Flexibilität ist eine Folge der zahlreichen Rückkopplungen, die das System im Zustand des dynamischen Gleichgewichtes erhalten. Das System selbst gewährleistet ein Maximum seiner separaten Parameter nicht, sie alle finden ihre optimalen Zustände selbst.

Der Starke streckt die helfende Hand der Kehle des Schwachen entgegen

Meinung (N.Solabuto): Von der Krise wird im Endeffekt der Stärkste profitieren, also Deutschland. Das Land bezahlt für das gesamte Europa. Die Hilfe wird auf Kosten der Unterbrechung der Subventionen für Produzenten in den wirtschaftlich schwächeren Ländern erfolgen, aufgrund dessen diese der Konkurrenz nicht standhalten können und den Markt verlassen werden.

Die entstandene Marktlücke wird sofort mit den deutschen Waren ausgefüllt. Die steigende Arbeitslosigkeit infolge der abnehmenden Produktion wird zur Verarmung der Bevölkerung sowie zur Verbilligung der Arbeitskraft führen. Die Menschen werden für jeden Lohn arbeiten wollen, weil sie keine andere Alternative haben.

Diese Situation wird von den deutschen Konzernen ausgenutzt, weil sie ihre Produktionsorte in die schwachen Länder verlegen werden, was eine steigende Konkurrenzfähigkeit der deutschen Waren zur Folge hätte. Zu alldem werden die wirtschaftlich schwachen europäischen Länder gezwungen, ihre Betriebe zu verkaufen. Das würde den Weg für die deutschen Konzerne frei machen, und sie werden kommen und alles ankaufen. Hat sich Europa eine solche Integration gewünscht?

Kommentar: Letztendlich wird die EU auseinanderfallen, weil diese Länder nur aufgrund des egoistischen Vorteils verbunden sind. Ohne die Integration über dem Egoismus wird es nicht mehr möglich sein, miteinander zu verhandeln. Hoffentlich werden sie es schaffen, die Trennung ohne einen dritten Weltkrieg durchzuführen …

Die Chance nicht verpassen

Frage: Warum verschwindet mit der Zeit auch ein sehr starkes Verlangen? Es tritt ein Zustand allgemeiner Gleichgültigkeit und des Verlustes jeglicher Empfindungen ein?

Meine Antwort: Es ist ein Teil „des Spieles“ und der Verhüllung. Entweder macht der Mensch Zimzum auf seine Wünsche und handelt über seinem Verlangen. Oder der Höhere muss sich verhüllen, weil der Mensch diese Arbeit nicht selber ausführen kann. Das heisst, von Oben wird nur das verborgen, wovor Er sich selber verbergen muss.

Dann verliert der Mensch den Anschlüss an den Höheren und fühlt sich ganz abgetrennt, als ob er gar keine Verbindung zum Spirituellen hat. Manchmal ist es ihm bewußt, dass er alles verloren hat. Aber manchmal verliert er jegliche Vorstellung vom Spirituellen und beginnt zu leben, wie das einfache Tier. Die Trennung von der höchsten Quelle bedeutet eine tierische Existenz.

Wenn der Mensch das Gefühl hat, es existiert etwas Höheres, etwas, was außerhalb seiner Natur und seines Verstandes liegt, das bedeutet, es erwacht ein Mensch in ihm.

Wenn wir beginnen, etwas Spirituelles zu suchen, beginnt in uns der Mensch zu wachsen wie „die Pflanze“. Wenn wir beginnen, in der Gruppe die aktiven Handlungen zu unternehmen, so können wir uns auf „das tierische Niveau“ der menschlichen Stufe erheben. Wenn wir die Form des gegenseitigen Gebens realisieren, bedeutet das, dass wir die echte menschliche Stufe erreicht haben.

Aus der tiefen Dunkelheit entdeckt der Mensch die höchste Quelle. Er erlangt die Kraft, sich selber vor dieser Quelle zu verhüllen. Aus dieser selbsterzeugten Verborgenheit wächst der Mensch.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 25.07.2011

Liebe in die Welt ausstrahlen

Frage: Wenn wir an der inneren Einheit und Verbindung miteinander weiterarbeiten, werden wir einander auch äußerlich mehr lieben?

Meine Antwort: Nicht nur wir, sondern die ganze Welt. Denn es handelt sich um ein gemeinsames System. Und wenn wir auf unserer Stufe – die höher ist, als die restliche Welt – versuchen, unsere spirituellen Teile der Vereinigung näherzubringen, werden wir dadurch die materiellen Teile, sprich Menschen, ebenfalls der Vereinigung näherbringen.

Denn es gibt keine Menschen wie es auch keine Verbindung oder Trennung zwischen ihnen gibt. Es sind die gleichen Seelen, nur werden sie und die Verbindung zwischen ihnen in einer Sichtweise dargestellt, die als „diese Welt“ bezeichnet wird. Alles, was du siehst, sind die gleichen Seelen, die gleichen Netze, nur nehmen sie sich selbst und das Verbindungsnetz zwischen ihnen auf eine solche Art und Weise wahr – und zwar als unsere imaginäre Welt.

Und deshalb, wenn wir versuchen, diese Verbindung aufzubauen, während wir uns in einem gemeinsamen System mit ihnen befinden, jedoch auf einer höheren Ebene der Erkenntnis und des Verständnisses, hat das selbstverständlich auch Auswirkungen auf alle anderen Menschen.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 14.07.2011

Wann wird das Böse aus der Welt verschwinden?

Frage: Es wurde gesagt; Tu Gutes.“ Doch wie können wir Gutes tun, wenn nur Böses erschaffen wurde und wir immer noch nichts über das Gute wissen?

Meine Antwort: Das Böse wurde absichtlich in unserer Wahrnehmung erschaffen, sodass wir es in Gutes verwandeln können. In Wirklichkeit gibt es das Böse nicht. Unsere Wahrnehmung ist nach innen gerichtet und deshalb erscheint uns alles Gute, das wir in unserm Innern empfangen als Böse. Alles, was in unserm Innern empfangen wird, empfinden wir als Böse, da wir alles, was außerhalb von uns existiert, mit uns vergleichen. Das heißt, das Böse ist die Trennung zwischen mir und anderen.

Das Böse existiert nicht aus sich selbst. Dieses Pradigma nämlich, diese Methode der egoistischen Erfüllung, diese Ausrichtung nach innen ist böse. Sobald wir sie ändern, verschwindet sie sofort und unsere Wahrnehmung all des Bösen in der Welt ebenfalls.

Aus dem virtuellen Unterricht über die Grundlagen der Kabbala, 19.06.2011

Der Lohn für meine Arbeit

Wenn ich den Funken des Gebens – die Kraft, die in der Lage ist, meinem Egoismus entgegenzuwirken – in mir entwickeln möchte, versuche ich, mich mit Freunden zu verbinden, gemäß der Methode, die der Lehrer vermittelt, mit Hilfe des Lichts, das während unseres gemeinsamen Studiums angezogen wird.

Und dann beginne ich zu spüren, wie mein Verlangen, das Ziel zu erreichen, wächst, denn ich investiere so viel Kraft darein und versuche zu klären, was das wahre Geben im Vergleich zum Empfangen, die Einheit im Vergleich zur Trennung, die Gruppe im Vergleich zu einem einzelnen Menschen bedeutet.

Und wenn ich durch die Gruppe genau nach der Einheit, nach dem Geben, nach dem Schöpfer strebe, erziele ich dadurch, dass ich viel studiert und viel Kraft investiert habe, genau das ungekehrte Ergebnis – das Gefühl der Entfremdung.

Zuvor habe ich das nicht empfunden, ich habe lediglich den Punkt des Gebens wahrgenommen und gehofft, alles erreichen und dieses neue Verlangen befriedigen zu können. Doch nun, anstatt dieses punktuellen neuen Verlangens, empfange ich in diesem Punkt die Empfindung, wie entgegengesetzt und fern ich der Vereinigung, der Verbindung, der Gruppe, dem Lehrer, der kabbalistischen Methode und dem Geben bin. Mich stoßen alle diese Begriffe ab.

Und dann glaube ich, dass ich vollkommen verkehrte Ergebnisse erzielt habe, in Bezug auf das, wonach ich gestrebt habe. Und ich denke: Vielleicht bedeutet das, dass die Methode falsch ist? Ich fange an, an den Büchern, an der Gruppe und am Lehrer zu zweifeln, und begreife nicht, dass dies die richtige Form der Entwicklung ist und ich genau jetzt beginne, meinen wahren Zustand in Bezug auf den Schöpfer, die Eigenschaft des Gebens, zu enthüllen, indem ich erkenne, wie weit ich davon entfernt bin.

Wenn es mir gelingt, diese Empfindung irgendwie zu überwinden und mich dazu zu zwingen, meine Versuche, mich zu verbinden, zu studieren, das höhere Licht anzuziehen, zu einem einheitlichen Teil der Gruppe zu werden, wie es der Lehrer empfiehlt und die Gruppe gemäß ihren Statuten bestimmt hat, fortzusetzen, werde ich mich über dieses Gefühl der Abstoßung und der Entfremdung erheben und spüren können, dass ich tatsächlich ein wenig neue Erkenntnis, neue Kraft, Verbindung gewinnen konnte und vorangekommen bin!

Ich bekomme also ein gutes Gefühl und mache mich mit neuer Kraft an das Studium, an die Arbeit – bis ich von meinem starken Bestreben nach Geben und Verbindung wieder zum Gefühl der Entfremdung und der Kraftlosigkeit, zum Verlust des Interesses komme. Ich denke: „Und das ist der ganze Lohn für meine Arbeit?!“ Ich glaube nicht daran, dass das die Belohnung sein soll!

Wenn die Gruppe den Menschen nicht unterstützt, ist es sehr schwer an die Richtigkeit dieses Weges zu glauben, denn mein ganzes Wesen sagt das Gegenteil: das kann nicht sein! Doch auch dieses Hindernis ist letztendlich überwindbar, denn „was der Verstand nicht schafft, schafft die Zeit“, und letztendlich fange ich an, diesen Berg, auf dem der Königspalast steht, hochzuklettern (Baal HaSulam führt dieses Beispiel in der Einführung zu TES, im Punkt 33 an).

Das ist die richtige Entwicklung, doch wenn sie in unserem egoistischen Verlangen, in unserem Herzen und unserem Verstand, wahrgenommen wird, können wir sie nur schwer objektiv von außen betrachten und über uns selbst als ein unbefangener Richter, der unabhängig von den eigenen Empfindungen ist, urteilen. Hier treffen jedoch immer zwei Gegensätze aufeinander: wir streben nach Geben, nach Verbindung, nach Einheit, nach Spiritualität – und werden zurückgestoßen. Und wir streben trotzdem danach – und werden wieder zurückgestoßen. Auf diese Weise verläuft das Vorankommen.

Und hier hängt natürlich alles davon ab, wie schnell der Mensch diese Abstoßung überwindet und zur Vereinigung zurückkehrt. Einen sehr starken Einfluss darauf hat die Umgebung, die „Stützen auf dem Weg“, die wir für uns selbst durch das Studium und die Arbeit erschaffen, indem wir den Ablauf streng einhalten und uns möglichst eng an das Leben der Gruppe und die Verbreitung binden. Je mehr Kraft der Mensch darein investiert, desto mehr beschleunigt er seine Entwicklung.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 11.05.2011

Ein neues Land betreten

Frage: Was sind die Hauptanzeichen dafür, dass der Mensch dem Auszug aus Ägypten nah ist?

Meine Antwort: Das Anzeichen dafür, dass der Mensch dem Auszug aus Ägypten nah ist, ist sein großes Verlangen, sich mit den anderen zu verbinden, weil der Mensch begreift, dass seine Erlösung nur darin besteht. Und zugleich erkennt er, dass er dazu nicht in der Lage ist, denn in seinem Inneren gibt es keinen Funken des Gebens.

Außerdem spürt er, dass es eine höhere Kraft gibt: „Es gibt niemanden außer Ihm“, die ihm zum ersten und zum zweiten Eindruck verhilft, und ist bereit, sich zusammen mit ihr aus seinem Zustand zu erheben, um die Vereinigung zu erlangen.

Als „Auszug aus Ägypten“ wird meine Vereinigung mit den anderen bezeichnet. Das bedeutet, dass ich vor meiner Abstoßung den anderen gegenüber, vor meinem bösen Trieb zum Guten, zur Freiheit fliehe. Das ist die Freiheit von dem Todesengel, von der Trennung, die von mir als Tod empfunden wird. Und ich erreiche die Verbindung mit den anderen – was für mich Leben bedeutet.

Wenn ich mich dem Netz anschließe, in dem alle miteinander verbunden sind, bedeutet das bereits Betreten eines „neuen Landes“, eines neuen Verlangens, in dem der Schöpfer, die Kraft des Gebens herrscht.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 14. 04.2011

Erkenne dich selbst, erkenne den Schöpfer

Der Schöpfer hat einen vollkommenen Zustand erschaffen, wo wir vollkommen sind und in der Verschmelzung mit Ihm existieren. Doch um diesen Zustand zu empfinden, müssen wir zuerst eine Sensibilität dafür entwickeln und lernen, seine Komponenten zu unterscheiden. Diese Sensibilität muss aus unserm Innern kommen; wir müssen eine spirituelle Wahrnehmung erwerben. Es ist unmöglich, die Wahrnehmung außerhalb zu bekommen, obwohl der Schöpfer allmächtig ist.

Das Geschöpf muss seinen eigenen Zustand im Vergleich zu dem des Schöpfers spüren. Es soll sich in der Verschmelzung und der Vollkommenheit zwischen sich selbst und dem Schöpfer erfreuen und seine Ähnlichkeit mit dem Schöpfer spüren, denn es gibt nichts Vollkommeneres. Dazu muss das Geschöpf zwei Zustände in seinem Innern haben, zwei Elemente der Wahrnehmung oder zwei Eigenschaften: das, was es selbst ist und das, was der Schöpfer ist. Es muss fähig sein, die Unterschiede dieser Eigenschaften in ihrer Tiefe zu erkennen. Nur dann wird das Geschöpf den Wert und die Erhabenheit der Verschmelzung mit dem Schöpfer spüren.

In dem erschaffenen Wesen muss es zwei Gegensätze geben. Aus einem vollkommenen Zustand und erschaffen vom Schöpfer, müssen wir zuallererst unsere eigene Natur erkennen, als ob es den Schöpfer nicht geben würde. Und dann, Schritt für Schritt, müssen wir die Stufen gehen, um die Natur des Schöpfers zu erkennen.

Dann werden wir das Ziel erreichen: Wir werden unsere Natur und die Natur des Schöpfers, und die Trennung und Einheit zwischen ihnen erkennen. Schließlich wird uns das Kraft und eine Empfindung der Größe des vollkommenen Zustandes geben, in welchem wir jetzt schon existieren.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 22.02.2011, Schriften von Rabash