Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'System'

Die Reise des Menschen

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeuten die drei Linien?

Meine Antwort: Die linke Linie bedeutet das unkorrigierte Verlangen, das zuerst eingeschränkt werden muss (Zimzum Alef).

Die rechte Linie ist die Kraft des Gebens, die Kraft des Lichtes. Und die mittlere Linie ist das Resultat der Arbeit an der Verbindung dieser zwei Linien.

Unsere gesamte Arbeit spielt sich in der mittleren Linie ab. Darüber erzählt der ganze Stoff der Kabbala.

Die rechte und die linke Linie sind uns von Natur aus, von oben, vom Schöpfer, gegeben. Und wenn wir nicht in der mittleren Linie arbeiten, dann bleiben wir gesteuerte Tiere, die mittels dieser zwei Zügel – des rechten und des linken – gelenkt werden.

Doch wenn wir den ersten Funken aus der mittleren Linie, der sich Punkt im Herzen nennt, erhalten, dann ist das eine Einladung, selbst die Zügel in die Hand zu nehmen und sich nicht wie ein Pferd, durch zwei Zügel von oben angetrieben, fortzubewegen.

Wir müssen diese Zügel annehmen, und der Punkt im Herzen ist der Beginn eines Menschen in uns, der sein Tier mit Hilfe von Zügeln lenken und sich der Angleichung an den Schöpfer entgegenbewegen wird. Die ganze Arbeit entstammt nur diesem Punkt und besteht in der Steuerung seiner selbst in Richtung einer Verschmelzung mit allen anderen.

Dann begegnen wir allen unseren Eigenschaften wie den von oben gegebenen Bedingungen, ohne dass wir uns mit unserem Körper und seinen angeborenen Eigenschaften oder mit dem Licht, das uns zur Korrektur dieses Körpers gegeben wurde, identifizieren.

Das heißt, wir begegnen diesen zwei Linien – der rechten und der linken – wie einer Vollkommenheit, die vom Schöpfer erschaffen wurde – wie Seiner Einladung, mit der Erschaffung unseres Selbst zu beginnen.

Dann mache ich mir weder Sorgen, noch freue oder ärgere ich mich über die rechte oder die linke Linie, sondern nehme die mir gegebenen Zustände als eine Möglichkeit an, diese zwei Linien richtig miteinander zu verbinden und mich vorwärts zu bewegen, indem ich mein Tier lenke und es zum Ziel steuere.

Jeden Augenblick zieht es mein Tier mal zu einer Seite mal zur anderen, in eine mir unbekannte Richtung.

Ich muss mir aber das Ziel vorstellen – den Schöpfer, die Verschmelzung mit Ihm, die Angleichung an Seine Eigenschaften. Ich muss es mir, so gut es geht, vorstellen und versuchen, meine Umgebung als ein vollkommenes, ausgewogenes System zu sehen, das von innen durch Gleichheit aller seiner Teile und durch gegenseitige Bürgschaft verbunden und vereint ist, damit es vom höheren Licht erfüllt werden kann.

Und wenn das Ziel für mich klar ist, muss ich mein Tier korrigieren, um es mit Hilfe von zwei Zügeln genau in diese Richtung zu lenken. Diese Arbeit hört niemals auf.

Jedes Mal werde ich mir das spirituelle Ziel genauer vorstellen können, mit mehr Details und dementsprechend mehr Verwirrung, denn das Licht wird nur aus der Dunkelheit heraus erkannt.

Und ich muss mich die ganze Zeit diesem Ziel entgegenbewegen, d.h., mich in das Gesamtsystem als einer seiner untrennbaren Bestandteile einordnen.

Deshalb muss ich mich während des Lesens des Sohar wie ein Autofahrer verhalten, der gleichzeitig auf das Gaspedal drückt, die Straße im Auge behält, am Lenkrad dreht und die Bremse ertastet.

Genauso höre ich, was der Sohar erzählt, und will all das, wie während einer Fahrt, mir vorstellen können, versuchen, mich gemeinsam mit ihm zu bewegen und aktiv teilzunehmen.

Das heißt, ich will wissen, was ich studiere, mich mit dem Stoff verbinden, mich in diesem Prozess befinden.

Wissen bedeutet Verschmelzung, wie geschrieben steht: „Und Adam erkannte Chawa (sein unkorrigiertes Verlangen)“.

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Die schmutzige Brille ist an allem Schuld

Wir befinden uns innerhalb eines Systems, das als die einzige Schöpfung, die Seele, Adam bezeichnet wird.

Dieses System wurde vom Schöpfer geschaffen. Wir sind darin mittels der konstanten Beziehungen verbunden, wie die Organe eines menschlichen Körpers.

Unsere gemeinsame Verbindung ist mit dem Leben dieses Systems – mit dem Licht ausgefüllt. Das System heißt die Welt der Unendlichkeit, weil dort alles grenzenlos und vollkommen ist.

Auf diese Welt der Unendlichkeit, worin alle Teile in Liebe verbunden und mit dem grenzenlosen Licht ausgefüllt sind, legt der Schöpfer einen herabsetzenden Filter auf, und dann noch einen usw….

Als ob man anfangs ein schönes Bild zeichnete und später darauf eine Folie mit den schmutzigen, ungeordneten Flecken auflegte.

Folglich legte man noch eine und noch eine weitere Folie darauf, wodurch das Originalbild immer schmutziger wurde – und somit ergaben sich später 125 Schichten. Es sind 125 Schichten der Senkung der Eigenschaften des Gebens und der Liebe, die uns im System der Welt der Unendlichkeit vereinten.

Wir befinden uns in der äussersten Schicht und können überhaupt nicht die vorhergehenden Schichten fühlen. Und hier, in dieser Welt, ist das System der Beziehungen ganz verdorben.

Anstelle der Empfindung der Liebe, die uns in der Welt der Unendlichkeit verbunden hat – hassen wir einander, fühlen keine allgemeine Verbindung, sind abgekapselt, abgesondert und zerrissen.

Folglich wünscht sich der Schöpfer, uns aus diesem letzten Zustand ins Licht zurückzuführen, damit wir durch diese Schichten, alle Filter und alle Welten (die Welt/Olam – kommt vom Wort Olama/die Verhüllung) in die Unendlichkeit zurückkehren. Deshalb ruft Er uns und weckt uns auf. Früher entwickelte Er uns egoistisch, damit wir lernten, mehr zu verstehen, mehr zu fühlen und das Leben zu lenken.

Und wenn wir eine bestimmte Reife erreichen, dann beginnt Er uns qualitativ zu entwickeln.

Denn es genügt Ihm nicht mehr, weiterhin unseren Egoismus zu vergrößern.

Wir sollen uns jetzt Seine Eigenschaften aneignen, den gleichen Wunsch aus demselben Material bekommen und nicht bloß einen größeren, wie es im Laufe unserer ganzen Geschichte geschah. Deshalb ist unsere gegenwärtige Etappe der Entwicklung so eigenartig.

Wenn wir versuchen, uns an die innere Schicht anzugleichen, worin wir miteinander stärker verbunden sind, dann regen wir dadurch Sein Licht an – das uns aus der Ferne leuchtet, genannt das umgebende Licht oder Or Makif – und darin werden wir korrigiert, um das Licht der Liebe und des Gebens zwischen uns zu enthüllen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel, aus dem Buch „Shamati“, 28.05.201

 

Wir müssen lernen, das Licht im Geben zu suchen

Wir sind aus einem Material erschaffen, das nicht fähig ist, das Licht zu empfangen. Deshalb besteht unsere einzige Möglichkeit zu existieren nur darin, uns der Bina, dem Schöpfer, anzuschließen.

Bina arbeitet an uns und zieht uns zu Sich hoch. Ihr unterer Teil (ACHaP) steigt zu uns herunter und wird von uns als Finsternis, die von uns nicht erwünscht ist, wahrgenommen.

Sie leuchtet uns mit ihrem Licht des Gebens und der Barmherzigkeit (Chassadim), doch wir empfinden es als Finsternis, weil wir nicht geben wollen!

Doch wenn wir, indem wir miteinander arbeiten, uns mit Hilfe des umgebenden Lichtes darauf vorbereiten, das Geben als erwünscht wahrzunehmen, fangen wir allmählich an, zu erkennen, dass der Höhere sich in uns befindet und dass er wirklich der Höhere ist, d.h., wir fangen an, die Eigenschaft des Gebens als etwas Höheres zu schätzen.

Und dann sind wir bereit, uns mit Ihm zu verbinden und uns zu annullieren, wir sind bereit, unser egoistisches Verlangen zu vergessen und uns an den Höheren anzuheften, wie sich ein Samentropfen im Mutterleib einnistet! Darum kann der Höhere uns – unsere Verlangen, die bereit sind, sich an Ihn anzuheften – hochziehen.

Doch wo ist dieses „Oben“? Gibt es denn in der Spiritualität einen anderen Ort – höher oder tiefer? Nein, genau hier, in uns drin, beginnt Er, die Eigenschaft des Gebens zu entwickeln – immer und immer mehr.

Und das bedeutet, dass Er uns hochzieht – weil wir die Eigenschaft des Gebens als einen Aufstieg wahrnehmen. Und jeder Schritt wird von uns gemacht, weil wir uns immer stärker untereinander verbinden und aus uns ein System erschaffen, das dem Höheren zur Korrektur übergeben werden kann.

So steigen wir zu Bina hoch, und das Licht, das in ihr enthalten war, breitet sich nach unter, in diese Welt, aus. Das bedeutet, dass diese Verlangen, die sich an den Schöpfer angeheftet haben, sich nicht mehr einfach nur annullieren, sondern auch die Eigenschaft des Gebens realisieren können, sie können sie aufnehmen und benutzen.

Natürlich bleibt das Verlangen empfangend, doch es ändert seine Absicht. Genauso beginnt auch unsere Welt, die aus dem Verlangen zu genießen erschaffen wurde, allmählich den Schein von oben zu empfangen, denn in ihr entsteht das Verlangen zu geben.

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Wie kann man den Schöpfer verstehen

Eine Frage, die ich erhielt: Warum ist das geistige System so kompliziert, dass die Schöpfung nun um das eine bittet und etwas völlig anderes bekommt?

Meine Antwort: Ihre Herangehensweise ist eigentlich falsch. Der Schöpfer und die Schöpfung verstehen einander, arbeiten zusammen, und es gibt zwischen ihnen keinerlei Streitigkeiten – unter der Bedingung, dass sie zu Partnern werden.

Dann bekommt die Schöpfung, um was sie bittet, denn der Schöpfer weiß im Voraus, worum sie bitten wird, und gibt ihr alles, was notwendig ist, sodass es keine Probleme gibt.

Das Problem entsteht nur dann, wenn die Schöpfung nicht entsprechend der Reihenfolge der Stufen bittet, das heißt um den Selbstgenuss bittet, und deshalb die Belastung des Herzens und die Leiden bekommt – damit sie sehen kann, dass ihr Zustand schlecht und ihre Richtung falsch ist.

Deshalb erscheint es der Schöpfung so, dass der Schöpfer sie nicht versteht und nicht macht, was für sie notwendig wäre, da es keine richtige Verbindung zwischen der Schöpfung und dem Schöpfer gibt, folglich hat sie viele Ansprüche an den Schöpfer:

„Wo ist denn alles geblieben, was ich bekommen möchte?! Warum korrigierst Du mich nicht?! Warum erfüllst Du mich nicht?!“.

Aber kaum findet das Geschöpf die Verbindung zum Schöpfer, weiß es genau, welche Portionen des Lichtes es bekommt und warum, woran man mit „dem Glauben über dem Verstand“ arbeitet, oder woran nur mit eigenen Kräften usw.

Der Schöpfer ist daran interessiert, dass der Mensch Ihn erkennt und mit Ihm zusammen schreitet. Aber worin besteht seine Verbindung zum Schöpfer eigentlich? – Im Glauben über dem Verstand.

Die Schöpfung möchte sich mit dem Schöpfer unter dem Machsom verbinden, innerhalb der empfangenden Wünsche, und der Schöpfer antwortet ihr: „Nein! Steige zu Bina hinauf, erreiche die Eigenschaften des Gebens – dort werden wir einander verstehen! Dort wirst du keine Schwierigkeiten haben, mich zu verstehen!“.

Es steht geschrieben: „Der Schöpfer hat einen geradlinigen Menschen geschaffen, und die Menschen haben eine Menge der Berechnungen (Umwege) erdacht“. Eine Menge der Berechnungen – erfolgen innerhalb des Wunsches „zu genießen“, da es darin eine riesige Auswahl allerlei Wünsche gibt.

Aber wenn du diese Wünsche nur mit der Absicht zu Geben abdeckst, dann hast du keine Berechnungen mehr, es gibt nur eine Berechnung, einen Adressat.

Aus einem Unterricht zum Buch Sohar, 25.05.2010

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Die Welt in einem Zerrspiegel meiner Seele

Eine Frage, die ich erhielt: Wie soll man dagegen ankämpfen, dass die täglichen Unterrichte zur Gewohnheit werden?
Meine Antwort: Das ist ein Problem. Die Gewohnheit stumpft die Sinne ab und zerstört alles, indem sie eine unseriöse Einstellung zur Folge hat. Dagegen muss man gemeinsam ankämpfen! Sonst werden wir unsere Entwicklung nicht beschleunigen können und auf den Eintritt in die Spiritualität jahrelang warten müssen.
Es ist nicht möglich, dieses System zu verändern, denn es existiert bereits! Und du bist bereits an das System angeschlossen, du musst nur anfangen, selbst daran teilzunehmen.
Und in dem Maße, in dem du daran teilnimmst, wirst du plötzlich sehen, dass die Freunde, die dir unkorrigiert vorkamen, in Wirklichkeit ein korrigiertes System darstellen. Und nur du allein bist unkorrigiert!
Du willst dich nicht daran anschließen, deswegen zeigt es sich so, als ob es ringsherum andere Menschen mit unterschiedlichen Verlangen gäbe. Doch so ist es nicht!
Du wirst plötzlich spüren, dass du dich innerhalb eines Systems befindest, wo nur du allein über freien Willen verfügst, zur Spiritualität zu erwachen oder nicht zu erwachen, um die anderen zu erwecken, die daraufhin dich erwecken. So sind die Verhaltensregeln dieses Systems. Und außer dir sind alle unfrei!
Doch weil du nicht bereit bist und dich diesem System nicht anschließen willst, wurde dieses ganze Theater vor dir erschaffen: Freunde, alle möglichen Menschen, die ganze Welt um dich herum, dieser ganze Rummel…
Dir wurde die Möglichkeit gegeben, diese Kräfte so um dich herum zu organisieren, dass sie dich zur Spiritualität erwecken – durch äußere Einwirkung.
Nutze Neid, Hass, Ehrgeiz, die dir gegeben wurden – beneide die anderen, liebe und hasse sie, erwecke dich selbst mit allen Mitteln durch alle dir gegebenen Eigenschaften.
Deshalb erscheint dir das höhere System, Malchut der Welt der Unendlichkeit, als die Welt, die du im Moment um dich herum siehst. Vielleicht dachtest du, dass es sich irgendwo dort oben im Himmel befindet? Es ist nirgendwo anders, als hier direkt vor dir, du siehst es nur mit deinen schlechten Augen in dieser verzerrten Form.

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Für wen soll ich das Licht bitten?

Eine Frage, die ich erhielt: Für wen bitte ich das Licht, das zur Quelle zurück bringt, für mich oder für meine Freunde?

Meine Antwort: Der Mensch bittet, indem er von dem tiefen inneren Bedürfnis ausgeht, aus dem Verlangen. Das Verlangen muss für die Gesellschaft sein. Denn wenn wir über die Spiritualität sprechen, gibt es in der Spiritualität keine persönliche, individuelle Rechnung.

Man kann nicht sagen, dass ich in der Spiritualität existiere. Ich – heisst ein System, eine Gemeinschaft der Seelen, in der ich eingeschlossen bin. Deswegen kann der Mensch dort im Spirituellen nicht alleine stehen, von den anderen abgetrennt.

Für welches Leben erbittet er die Kraft? Die Lebenskraft für den gemeinsamen Körper der einen Seele. Er muss die Kraft bitten, um diesem Körper zu geben. Sein ganzes Leben wird davon bestimmt, wie viel er an das gemeinsame System hingibt.

Deshalb, auch wenn sein Gebet durch den Wunsch, die Kräfte zu empfangen, verursacht wird, ist ein Gebet dafür, die Kräfte an den gemeinsamen Körper der Seele zu geben. Deshalb ist es unwichtig, ob er für sich oder für andere bittet – das ist dasselbe Gebet.

Wenn wir davon sprechen, dass es ein „Gebet der Einzelnen“ und ein „Gebet der Vielen“ gibt – sprechen wir von dem noch unkorrigierten Gebet. Es gibt kein anderes Gebet – nur das „Gebet von Vielen“ – das Gebet für die Gesellschaft.

Aber solange sich der Mensch in dem noch nicht komplett korrigierten Zustand befindet, bittet er zum Teil für sich und zum Teil für die Gesellschaft. Dementsprechend wird er korrigiert, er wird genauer ausgerichtet oder seine Richtung wird verfeinert, damit er fühlt, wo es besser ist und wo schlechter, und so kommt er zum richtigen Gebet.
Aus einem Unterricht nach dem Buch Sohar, 24.05.2010

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Der Sohar offenbart sich uns

Das Buch Sohar wurde uns erst heutzutage offenbart, da wir in unserer Entwicklung die unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufen durchlebten und die menschliche Stufe (der Mensch, „Adam“ – kommt vom Wort „Edome„, was dem Schöpfer ähnlich bedeutet) erreicht haben. Deshalb empfinden wir heute die Krise, die Hilflosigkeit, die Verzweiflung und die Enttäuschung in unserem Leben.

Und aus diesem Grunde wird uns auch das Buch Sohar enthüllt, damit wir unsere Korrektur verwirklichen können – ein solches System unserer Verbindung erreichen, wie es in Malchut der Unendlichkeit existiert, wo wir zusammen in einem Ganzen verbunden sind.

Die erste Etappe der Korrektur heißt „füge dem anderem nicht zu, was dir selbst verhasst ist“. Es ist die Stufe „Chafez Chessed“ (nichts „für sich“ wünschen), „die Rückkehr aus der Angst (aus dem Zittern)“.

Die zweite Etappe der Korrektur befindet sich noch höher – die Stufe „liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“, „die Rückkehr aus der Liebe“, empfangen für das Geben. Diese zwei Korrekturen stehen uns bevor, und sie beide werden in den Beziehungen zwischen den Menschen realisiert.

Denn folglich wird der Schöpfer in unseren korrigierten Beziehungen offenbart – je nach Maß unserer Nächstenliebe und Eigenschaft des Gebens, wie auch gesagt ist: „Von der Nächstenliebe kommt man zur Liebe zum Schöpfer“.

Keine Korrektur erfolgt anders, als in der Gruppe der Kabbalisten, die sich wünschen, die Einheit zu realisieren, bzw. Die Stufe des Menschen zu erreichen. In den gegenseitigen Beziehungen bauen sie das System der Malchut der Unendlichkeit, um darin das Licht der Unendlichkeit, den Schöpfer zu empfinden.

Das Buch Sohar soll uns dazu die Kräfte, den Wunsch und das innere Verständnis geben.

Deshalb muss man sich während des Lesens des Sohar bemühen, in der Absicht zu bleiben, dass wir zusammen ein Ganzes sind, dass unsere Punkte im Herzen, Verlangen zur Spiritualität verbunden sind, und aus diesen allgemeinen Wünschen unser geistiges Gefäß, Schchina, Malchut der Unendlichkeit gebaut werden, worin wir den Schöpfer empfinden werden.

Wir sollen gemeinsam fühlen, gleich den Autoren des Buches Sohar, ähnlich der Rabbi Schimons Gruppe zu sein, und uns bemühen, dieses System der Verbindung zwischen uns vorzustellen, worüber das Buch jedes Mal erzählt. Denn der Sohar spricht nur über die Verbindung zwischen uns, auch wenn er zu ihrer Beschreibung allerlei Formen und Gestalten dieser Welt benutzt. Aber es handelt sich nur um die Kräfte unserer Seele.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 21.05.2010

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Das Buch Sohar, P. 16-21

Die Erzählung der Tora beginnt von der Handlung über die Seele, die die Etappen des Zerbruchs, der Vermischung der zerbrochenen Teilchen, des Absturzes in den Hass und die Abstoßung schon durchgemacht hat. In anderen Worten, es geht in der Tora um die Seele, die zur Korrekrtur bereit ist.
Der Mensch in unserer Welt, im Zustand der Verhüllung, fühlt sich nicht als unvollkommen, nichtig, voller Feindseligkeit und Hass.

Nur die Einwirkung von höherem Licht kann helfen unsere wahre Natur – die volle Macht der  momentanen Lüste und Genüsse zu beleuchten.

Um den Egoismus loszuwerden und zu dem Zustand des unendlichen Genusses überzugehen, muss die Schöpfung, Malchut, ihre Absicht ändern, vom „Empfangen um seiner selbst willen“ zum „Empfangen um des Gebens willen“.
Dafür ist die Eigenschaft von Bina geschaffen, die zeigt, wie das Verlangen zu empfangen gebend werden kann.
Wenn das Geschöpf seine Wünsche „einschränkt“ und sich annuliert, gerät es unter die Macht von Bina, die Mutter, die ihrer Tochter, Malchut beibringt, wie sie um des Gebens willen arbeiten kann.

Sobald Malchut sich in Bina einschliesst, beginnt die Mutter ihre „Gewänder und Juwelen“, d. h. die Eigenschaft Chassadim, an ihre Tochter zu geben, unter deren Einwirkung die Schöpfung allmählich dem Schöpfer ähnlich wird.

Als Ergebnis der weiteren spiritüllen Entwicklung, erhebt sich Malchut über Bina und bekommt die Eigenschaft „Elokim“.
Dies bedeutet, dass sie ihre Wurzel zu erkennen beginnt und zum Verständnis ihres Platzes gelangt, Funktion und Pflichten im System der gemeinsamen Seele versteht.

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Es liegt Veränderung in der Luft


In ein bis zwei Jahren werden wir uns nicht mal mehr daran erinnern, dass wir so unterschiedlich voneinander leben konnten und dass die breite Masse unsere Überzeugung nicht teilen konnte.

Die Menschen werden bald verstehen, dass die Wissenschaft der Kabbala ihnen den verdeckten Teil der Realität enthüllt und dass es notwendig ist, um ein gesundes und geregeltes Leben zu erlangen. Zusätzlich wird es klar werden, dass diese Enthüllung eher durch die Tugend einer übernatürlichen Kraft stattfinden wird, als durch reines Wissen.

Die rein wissenschaftliche Methode benutzend, können wir die Natur nur auf der Ebene unserer Empfindung enthüllen, in der unsere Gedanken und Gefühle arbeiten. Andererseits enthüllt die Wissenschaft der Kabbala wunderbarerweise neue Ebenen des Verlangens in uns, in denen wir eine neue Realität wahrnehmen. Ich erwarte, dass wir in näherer Zukunft Zeugen dieser Enthüllung des Verstehens werden und das Gefühl der Masse enthüllt wird. Wir werden sehen, es wird bald passieren.

Jeder, der an dem Sohar Kongress 2010 teilgenommen hat, ging durch riesige Veränderungen, bewältigte viele innere Ebenen und reduzierte die Zeit ihrer Entwicklung. Einige Leute nahmen am Kongress nicht physisch teil, jedoch gesellten sie sich virtuell zu uns und erhielten damit den gleichen Aufstieg. Einigen Leute waren (in ihrem Verlangen) weit von uns entfernt, jedoch wurden sie ebenso durch den Kongress beeinflusst. Selbst diejenigen, die mit uns überhaupt nicht in Kontakt waren und die überhaupt nichts wollten, erhielten dennoch einen Einfluss, weil wir alle Teil eines einzigen, gemeinsamen Systems sind.

Niemand kann die Teilnahme an dieser Veranstaltung vermeiden, weil wir alle in einer einzigen Realität leben. Darum, wenn wir ein solches Ereignis veranstalten, beeinflusst es die ganze Welt, selbst die Leute die uns hassen und weit weg von uns sind, ebenso wie jene, die uns nahe sind. Es beeinflusst jeden Menschen ohne Ausnahme und es hat einen sogar noch größeren Affekt für jene, die und hassen als für jene, die gleichgültig sind. Daher werden wir schon bald Zeugen von großen Veränderungen aller Schichten der Gesellschaft werden.

Einzigartige Bandbreite einer jeden Seele

Bürgschaft bedeutet, dass ich mich bereit erkläre, von nun an immer meinen leeren Teil in allen anderen zu füllen. Es scheint einfach zu sein, doch dafür muss ich mich spirituell mit jedem einzelnen verbinden und dessen Verlangen spüren. Ich muss herausfinden, wo in seinem Verlangen mein Teil seinen Platz hat, denn wir sind durch unsere Seelen verbunden, und er muss zweifelsohne etwas durch meine Seele bekommen, wie in einem gemeinsamen Organismus.

Wo ist nun in ihm dieser leere Raum, den ich entsprechend dem System, das in der Welt der Unendlichkeit existiert, füllen muss? Darum muß ich mich kümmern, und das betrifft jeden von uns. Es gibt keine Seele, in der ich nicht enthalten wäre und in der ich meinen Platz nicht ausfüllen müsste. Keiner außer mir kann ihn ausfüllen, das ist ein Spezialgebiet, eine einzigartige Bandbreite, um die nur ich mich kümmern kann. Und ich bürge dafür, dass ich das machen will und mich dazu verpflichte – lasst mich sie nur erfüllen! Ich brauche nichts anderes, wie eine Mutter, die sich um ihr Kind kümmert! Sie will nur eins – eine Möglichkeit, es zu bemuttern.

Versucht mal ihr zu sagen, sie soll es in fremde Hände geben. Selbst wenn sie eine Königin ist, genießt sie dadurch, dass sie selbst ihr Kind füttert, obwohl sie genug Bedienstete hat, die das für sie übernehmen könnten. Sie genießt das aber. Genauso müssen auch wir das Geben an den anderen als Genuss empfinden. Aufgrund unserer Verbindung miteinander gibt es innerhalb einer jeden Seele einen Teil, den ich füllen muss.

Meine Seele schließt sieben Milliarden Teile mit ein, und außerhalb von ihr gibt es noch sieben Milliarden Seelen, in jeder von denen ich meinen Teil füllen muss (und so jeder von uns).

Von meinem Punkt im Herzen heraus fülle ich meine Teile in allen anderen Seelen, und jeder von ihnen muss seinen Teil in mir füllen. Genau das nennt sich gegenseitiges Durchdringen von Seelen. Jeder besitzt eine Wurzel seiner Seele, aus der er heraus handelt.

Und alle anderen Verlangen in mir, außer der Wurzel, sind fremd! Sie befinden sich in mir, weil ich alle anderen mit einschließe. Ursprünglich bin ich nur ein Punkt. Um zu leben, brauche ich von allen anderen die Erfüllung all dieser Verlangen. Und ich selbst muss diese Verlangen dafür nutzen, um den anderen zu verstehen und in ihm den Mangel zu korrigieren, den nur ich ausfüllen kann. Durch diese in mir enthaltenen fremden Verlangen verstehe ich deinen Mangel und fülle dich aus meinem Punkt im Herzen heraus. Und du verstehst mich durch mein Verlangen, das in dir enthalten ist, und füllst in mir aus deinem Punkt im Herzen heraus deinen Platz aus. Genau das nennt sich gegenseitige Bürgschaft.

Es gibt keine andere Möglichkeit für uns alle, die Erfüllung zu bekommen! Dies ist die einzige Methode.

Aus dem Unterricht  nach Artikel „Die Bügschaft“ vom Baal Ha Sulam, 18.05.2010

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