Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Studium'

Alle unsere Verlangen in eines vereinigen

In jedem von uns befindet sich ein Verlangen, das zerbrochen ist. Daher empfinden wir einen Teil unseres Verlangens als unser Selbst, das in der Kabbala als „die Wurzel, die Seele und der Körper“ beschrieben wird, und der andere Teil unseres Verlangens als außerhalb von uns befindlich. Das, was uns näher ist, wird als „Kleidung“ bezeichnet und was weiter von uns entfernt ist, wird „Burg“ genannt oder der Raum außerhalb von uns. In Wirklichkeit jedoch gehört dies alles zu uns und existiert in unseren Empfindungen; wir stellen uns bloß vor, dass etwas außerhalb unseres Verlangens existiert.

Es gibt einen bedeutenden Unterschied zwischen dem inneren und dem äußeren Verlangen. Die Barriere, die sie trennt, wird Parsa genannt, die Kraft des Zerbrechens. Es ist, als ob wir eine Betäubung für einen Teil des Verlangens empfangen und aufhören, es als unseres zu empfinden. Stellen Sie sich vor, sie haben soeben eine Narkose injiziert bekommen und ihr Bein wird amputiert. Zur gleichen Zeit reden Sie mit Leuten, lachen und fühlen überhaupt nichts, sie fahren fort, ihr Leben zu leben.

Allerdings ist unsere Situation hinsichtlich unseres „äußeren Verlangens“ noch extremer. Neben dem Gefühl, dass dieses Verlangen nicht zu uns gehört, wurde uns auch die Empfindung eingeimpft, dass es gegensätzlich zu uns und gar feindlich ist. Wir empfinden, dass es weniger wichtig ist als wir und denken nur daran, wie wir es ausnützen und ausbeuten können.

Darüber hinaus ist dies der einzige Grund, weshalb wir es überhaupt wahrnehmen. Milliarden anderer Manifestationen des gleichen Verlangens existieren in der Welt, jedoch wenn wir keinen Weg finden, sie für unseren eigenen Nutzen zu gebrauchen, dann werden wir sie überhaupt nicht bemerken.

Die Kraft des Zerbrechens lässt uns Freude am Töten, Verbrennen, Ausbeuten und Versklaven dieses unseres Verlangens empfinden. Es narrt uns so vollkommen, dass wir uns selbst Schaden zufügen und gar nicht verstehen, dass wir selbst das tun!

Anderen auf alle möglichen Arten zu schaden, offenbart irgendwann einmal den Schaden, den wir uns selbst zufügen. Stellen Sie sich den Verdruss und den Schmerz vor, den wir noch zu verspüren haben.

Wie heilen wir also diese irreführende Blindheit in uns? Aus diesem Grund lesen wir das Buch Sohar und wollen, dass es uns hilft. Wir wünschen, dass seine Kraft uns beeinflusst und uns den Teil zurückgibt, den wir verloren haben, um ihn zu korrigieren.

Wir wollen erkennen, dass dieses fremde Verlangen (andere Menschen) eigentlich unseres ist, indem wir die Kraft des Zerbrechens korrigieren und alle fünf Teile unseres Verlangens vereinigen. Dann wird außerhalb nichts verbleiben, was uns nötigt zu denken, dass es kein Teil von uns ist.

Wenn wir unsere Blindheit heilen, so dass sich unsere Augen öffnen, fühlen wir, dass wir dies alles sind – das Gefäß unserer Seele. Alles existiert in uns, einschließlich des Höheren Lichts und des Schöpfers.

Indem wir diese Diskrepanz und Aufspaltung eliminieren, vereinen wir das Licht und das Kli in eins.

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Die Anatomie der Seele


Nehmen wir an, wir lesen ein Buch über die Funktion unseres physischen Körpers. Es erklärt, wie unser Gehirn, unser Herz, unsere Leber und andere Organe arbeiten, wie sie Substanzen austauschen, was geschieht, wenn wir fühlen oder etwas essen, wie unser Blut und andere Flüssigkeiten zirkulieren, wie elektrische Signale weitergegeben werden. Es beschreibt im Wesentlichen, wie unsere Physiologie funktioniert.

Indem wir einem Unterricht in menschlicher Anatomie und Physiologie zuhören, lernen wir etwas über die Teile des Körpers und wie alle Komponenten eines einzigen Körpers miteinander handeln, jedes an seinem eigenen Platz gemäß seiner Funktion. Das Resultat ist die Empfindung des Lebens. Gleichermaßen beschreibt der Sohar die Physiologie des Körpers einer Seele (Kli), seine Organisation, seine inneren Verbindungen und seine Funktionalität. Indem wir ihn lesen und uns beim Studium anstrengen, fangen wir allmählich an, unsere Seele zu enthüllen, in der wir die Enthüllung der gesamten Welt und des Schöpfers erlangen.

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Lasst uns nicht von den Toren der Höheren Welt verbannt sein

Der Sohar: Jeder Mensch, der zu dieser Welt geht, ohne die Geheimnisse der Tora erlangt zu haben, auch wenn man ihm viele guten Taten zurechnet, ist verbannt von den Toren der Höheren Welt.

„Diese Welt“ ist das, was wir gegenwärtig spüren und „die kommende Welt“ (Olam HaBa) ist unser nächster Zustand. Alles wird in dem Maße unseres Verlangens enthüllt. Unser Verlangen kann entweder auf natürliche Weise mit Hilfe der Reshimot verändert werden, was es noch egoistischer macht oder es kann durch unsere Arbeit mit der Gruppe und dem Umgebenden Licht korrigiert werden.

Wenn ich mich selbst nicht korrigiere, werden alle Tore zur spirituellen Welt für mich verschlossen bleiben. Ich kann die spirituelle Welt nicht spüren, wenn ich meine Verlangen und Kelim nicht dafür vorbereite, ohne den Egoismus zu Geben zu korrigieren. Denn so kann ich die Tore öffnen!

Jeder Mensch, der zu dieser Welt geht, ohne die Geheimnisse der Tora erlangt zu haben (was nur durch das Studium der Kabbala möglich ist, um Licht in seine korrigierten Verlangen zu empfangen), auch wenn man ihm viele guten Taten zurechnet (die Art, wie die Menschen in dieser Welt denken), ist verbannt von den Toren der Höheren Welt (d.h. dieser Mensch hat keine Möglichkeit, die ewige Welt zu spüren und zu betreten).

Auf dem spirituellen Pfad geschieht das bei jedem Schritt des Weges, wenn wir von einem Zustand zum nächsten gehen. Man kann nur durch die Enthüllung von Geheimnissen, dem was einem jetzt verborgen ist, voranschreiten. Alles geschieht innerhalb unseres Verlangens. Unser jetziges Verlangen und unsere jetzige Empfindung heißt „diese Welt“ und ein mehr korrigiertes Verlangen und die mehr korrigierte Empfindung heißt „die kommende Welt“.

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Lerne die Morgendämmerung zu erwecken


In unserer Welt studiert ein Mensch an der Universität einige Jahre, macht viele Prüfungen und leidet, wenn er etwas nicht versteht, aber später, wenn er das Studium beendet, ein Diplom erhält und die Universität verlässt, kann er sich nicht mehr daran erinnern, warum er überhaupt studiert hat? Gut, er tat es, um einen gewissen Gewinn zur Verbesserung seines Fachwissens zu erreichen und um die Fähigkeit zu nutzen, neue Dinge zu lernen. Sein früheres Wissen ist nicht die Grundlage dafür; es gibt ihm nur den richtigen Ansatz, welcher es ihm besser ermöglicht „das Licht, das erneuert“ zu erkennen.

Die gleiche Fähigkeit wird in der Spiritualität von einer Stufe zur nächsten weiter gegeben. Wenn ich von einer Stufe zu einer anderen gehe, werde ich erfahrener und empfindsamer für das Licht und es gelingt mir besser, es anzuziehen. Ich weiß nicht, was das Licht ist, aber ich weiß bereits, wie es arbeitet. Ich bin fähig, es zu erkennen, und ich bin aus dem Innern meiner Verlangen in der Lage, zu verstehen, wie es zu mir kommen und welchen Einfluss es haben sollte. Bis zu einem gewissen Ausmaß bin ich für neue, unbekannte Stufen vorbereitet. Ich bin fähig, den Einfluss des Lichts durch meinen eigenen Antrieb zu erwecken und wenn das Licht kommt, bin ich dafür bereit.

Innerhalb meiner Eigenschaften erkenne und verlange ich bereits den richtigen Einfluss des Lichts. Selbst in der Abwesenheit des Lichts, in der Dunkelheit, während des Übergangs von dieser Welt in die kommende Welt, kann ich bereits die Morgendämmerung erwecken.

Daher ist es unsere ganze Arbeit, die ständige Suche beizubehalten, da uns diese Suche allmählich das neue Verständnis für die zukünftigen Stufen bringt.

Eine Bitte


Liebe Freunde!

Wir sind Pioniere darin, das Buch Sohar der gesamten Menschheit zu enthüllen. Wir sind dabei, persönlich die Methode zur Enthüllung der Höheren Welt zu perfektionieren.

Ich verstehe, wie schwierig das für euch ist. Um unseren Weg zu verkürzen und die Enthüllung zu beschleunigen, bitte ich euch, mir eure Empfindungen, Gedanken, Eindrücke und Schlussfolgerungen bezüglich des Studiums und der Wahrnehmung des Buches Sohar zu schicken, sowie eure Reaktionen darauf, wie der Text auf euch wirkt.

Ich hoffe, dass dies uns helfen wird, unsere Anstrengungen zu optimieren und die Enthüllung der Welt des Sohar zu beschleunigen.

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Eine neue Welt ist eine neue Umgebung

Wenn ich mich selbst von der Seite betrachte, wie ein unbeeinflusster Psychologe, fange ich an zu erkennen, wie der Schöpfer mich kontrolliert. Aus dieser Perspektive kann ich korrekter auf Dinge antworten, Kontrolle über mich gewinnen, ein Ziel setzen und von allen meinen Ressourcen Gebrauch machen, um es zu erreichen.

Ich muss ständig versuchen, zu erkennen, was mich kontrolliert und wie ich kontrolliert werde. Manchmal werde ich von überwältigenden Verlangen dominiert, verliere einfach meinen Kopf und gebe auf. Ich vergesse, dass diese Verlangen mich eingenommen haben und dass sie nicht ich sind.

Dennoch muss ich mein eigener Richter bleiben und um jede Gelegenheit kämpfen, weiterhin spirituell voranzukommen. Wenn ich jedoch Erfolg habe, muss ich eine zusätzliche Kraft finden, eine, die hinter der Ebene von körperlichen Verlangen liegt; diese Kraft kann nur von der richtigen Umgebung empfangen werden.

Hier bin ich, mit meinen physischen Verlangen, und dort ist die Umgebung mit menschlichen Verlangen nach Geld, Ehre, Macht und Wissen. Um spirituell voranzuschreiten, muss ich aus diesem Kreis ausbrechen und mich mit einer anderen Kraft verbinden – einer mit spirituellem Ursprung.

Ich habe einen Punkt im Herzen, jedoch ist das nicht genug. Ich benötige die Gruppe, das Studium, die Bücher und den Lehrer, denn diese werden mir die große Kraft geben, die ich benötige, um mich aus allen diesen körperlichen Verlangen zu erheben und mich in die spirituelle Welt voranzutreiben.

Es ist nicht meine Absicht, diese Verlangen zu vernachlässigen. Ich habe sie als eine Basis zu verwenden und dann zusammen mit der Hilfe, die von dieser neuen Kraft kommt, werde ich in der Lage sein, den richtigen Kurs einzuschlagen. So hilft mir mein Punkt im Herzen, der unter meinen restlichen Verlangen erwachte, eine neue Umgebung zu finden – eine neue Welt. Daher würde ich ohne diese Umgebung mit nichts zurückbleiben.

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Unsere gesamte Arbeit ist es, das Verlangen zu entwickeln

In der körperlichen Welt arbeiten wir an Erfüllung, während wir in der spirituellen Welt am Verlangen arbeiten. Das verwirrt uns, da wir das nicht gewohnt sind. Deshalb verlassen wir die spirituelle Arbeit, wenn wir das Verlangen nicht spüren und denken: „Wenn ich es nicht haben möchte, warum soll ich damit weiter machen?“

Wir verstehen nicht, dass alles, was wir erlangen müssen, das Gebet vor dem Gebet ist, das Verlangen dieses Verlangen zu erwerben. Das ist das Allerwichtigste. Wir sollten uns niemals um die Erfüllung sorgen. Die Erfüllungen sind unsere zukünftigen Stufen und diese existieren immer. Sie sind immer da, warten darauf, nach ihnen zu verlangen und bereit zu sein, sie zu erlangen.

Wir enthüllen das Buch Sohar, indem wir verstehen, dass wir nur das Verlangen benötigen. Sobald wir durch unser Studium das Verlangen erwerben, wird es sofort erfüllt.

Ohne irgendein Verlangen an ein Kabbala Buch, an das Studium und an jede spirituelle Arbeit heranzugehen, ist normal. Auf diese Weise beginnt jeder. Das Erwachen, das ein Mensch ganz am Anfang erhält, wurde ihm gegeben, um ihn an den richtigen Platz zu bringen, sodass er die Möglichkeit hat, selbst alles für sich zu klären. Doch dann ist er auf sich allein gestellt und wird nicht länger von Oben erweckt, da unsere gesamte Arbeit nur die Entwicklung des Verlangens (Gefäß – Kli) ist.

Nahrung für die Seele


Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ich das Buch Sohar lese, kann ich mich nicht mit ihm verbinden. Was soll ich tun? Wir haben diesem Augenblick erwartungsvoll entgegen gesehen, an dem wir das Buch Sohar öffnen werden,aber jetzt sind wir enttäuscht.

Meine Antwort: Baal HaSulam schrieb, dass es keinen besseren Moment im Leben eines Menschen gibt, als wenn er vollkommenen Verdruss für alles verspürt, was er bis zu diesem Zeitpunkt getan hat. Er sieht, dass ihm nichts geholfen hat, dass es keine Quelle der Rettung gibt und keine Hoffnung auf spirituellen Aufstieg, wenn alles so weiter geht wie bisher.

Wenn er sich dessen einmal bewusst ist, dann enthüllt er eine neue Empfindung der Hoffnung. Allerdings weiß er nicht, auf wen er sich verlassen kann. Letzten Endes wird er begreifen, dass nur der Schöpfer ihm helfen kann und dann ist der Zeitpunkt, wenn er aufschreit: „Rette mich!“ Dann erhält er Hilfe.

Den Sohar zu studieren, ist nicht wie ein reguläres Studium, in dem man das Wissen unmittelbar durch das Prinzip, „du bemühst dich und empfängst“ erhält. In diesem Fall tritt ein anderes Prinzip in Kraft, „du strengst dich an und du findest.“

Möglicherweise haben Sie gehofft, dass sobald Sie das Buch Sohar öffnen, Wunder geschehen werden. Jedoch kann ganz am Anfang nichts geschehen. Mein Lehrer Rabash erzählte ein Beispiel von einem Mann, der ein kleines Gänseküken kaufte und dieses in eine große, fette Gans verwandeln wollte. Also begann er damit, unaufhörlich Futter in dessen Hals zu stopfen. Er stopfte das Gänseküken voll und unverzüglich danach prüfte er, ob es schon fetter geworden sei, was jedoch nicht geschah. Er setzte fort, mehr Futter in es hineinzustopfen, jedoch das Gänseküken gewann immer noch nicht an Gewicht. Kluge Leute sagten ihm: „Du solltest einen Monat oder zwei warten, um den Unterschied sehen zu können.“ Das Gleiche gilt für ein Kind – die Eltern müssen eine Menge Mühe investieren, bevor ein Kind aufstehen, gehen und kräftig werden kann.

Wenn wir unsere Seele beobachten, werden wir feststellen, dass sie auf dieselbe Art wächst. Wenn ich meinen Punkt im Herzen zu einer Seele heranwachsen lassen möchte, muss ich ihn wie ein neugeborenes Baby in mir behandeln, das gerade begonnen hat, sich zu entwickeln. Es braucht Zeit für eine Seele, um aus diesem Punkt heranzuwachsen.

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Ein schmaler Steg in die spirituelle Welt

Das Buch Sohar wurde von einer Gruppe bedeutender Kabbalisten geschrieben, welche in ihrer Art in der ganzen Geschichte kein zweites Mal existierte. Sie schufen eine Brücke aus Sprache, Information, Kräften, Empfindungen und Licht, die unsere Empfindungen und unser Verständnis der offenbarten Welt mit der Wahrnehmung und dem Verstehen der verborgenen Welt verbindet.

Wenn wir das Buch Sohar, das sie schrieben, studieren und in den Zustand, in den sie uns führen wollen, einzutreten versuchen, dann sind wir wie ein kleines Baby, das begierig die Augen und den Mund aufreißt, um aufzusaugen, was die Mutter ihm erzählt. Es versteht überhaupt nichts, sondern schaut sie lediglich an und drückt seine Freude durch Bewegungen aus.

Wir müssen gleiche Anstrengungen unternehmen, um unsere Lehrer zu verstehen. Um dies zu tun, müssen wir uns in der gleichen Weise verbinden, wie die zehn Autoren des Buches Sohar miteinander verbunden sind. Selbst wenn wir es ohne irgendwelche Erklärungen lesen, werden wir allmählich anfangen, neue innere Reaktionen und Bewegungen zu fühlen. Aus unserem Innern, von einer unbewussten und unterbewussten Ebene aus, wird ein neues Reich oder eine neue Welt beginnen hervorzutreten und gewohnter zu werden.

Wir nennen unseren Unterricht „Studium des Buches Sohar„, jedoch in Wirklichkeit wird das Buch nicht studiert, sondern enthüllt, und die Offenbarung geschieht durch unsere Sehnsucht und Bereitschaft, die verborgene Welt wahrzunehmen. Die Bereitschaft muss durch die Einheit unter uns ausgedrückt werden, gleich der Einheit unter den Autoren dieses Buches. Es ist eine Einheit aller Punkte im Herzen – die Sehnsucht nach der Gleichheit mit dem Schöpfer. So beschreiben Kabbalisten die unerlässliche Bedingung, um das Buch Sohar korrekt zu gebrauchen.

Im Verlauf des Lesens des Textes dieses Buchs stelle ich kleine Klarstellungen bereit, um dabei behilflich zu sein, den Text „zu fassen“, gleich den Erklärungen eines Erwachsenen beim Spiel mit einem Kind.

Wann immer Kabbalisten über Das Buch Sohar schreiben, erwähnen sie es nicht als Das Buch Sohar, sondern einfach als Das Buch. Das drückt ihr Verlangen danach aus, aufzuzeigen, dass es kein anderes Buch in der ganzen Welt gibt!

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Ein Eindruck von unbekannten spirituellen Zuständen


Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann ich sagen, ob ich die richtigen Empfindungen habe, während ich den Sohar lese?

Meine Antwort: Das spielt keine Rolle. Das Wichtigste ist, sich an den Text zu halten und mit ihm zu fließen. Schließlich wird dich der Strom zum richtigen Ort bringen. Beim Lesen des Sohar geht ein Mensch durch sehr schwierige Zustände. Manchmal ist er völlig verwirrt und ein anderes Mal weiß er nicht, was mit ihm geschieht.

Wir müssen uns vorher darauf vorbereiten, denn wenn wir zur nächsten Stufe gelangen, löschen wir alles, was wir auf der vorigen Stufe hatten. Es ist, als ob wir die „Entfernen“-Taste am Computer drücken – alles verschwindet. Auf diese Weise steigen wir zur nächsten Stufe auf.

Diese Wahrnehmungen existieren nicht in unserer Welt. Wir haben noch keine Übergänge erlebt, die derart intensiv, real und ernst sind. Wir spüren nur eine plötzliche Verwirrung, bei der wir aufhören, die Worte zu verstehen und uns selbst in einem Nebel wiederfinden. Das wird mit jedem geschehen, ob er nun live studiert oder via Internet. Auf diese Weise wachsen wir. Wir müssen nicht mehr sterben und wiedergeboren werden, immer und immer wieder, weil wir in diesem Leben diese Reinkarnationen durchleben. Eine neue Reinkarnation ist immer ein neues Kli – eine neue Erde und ein neuer Himmel – alles ist neu.

Deshalb kann man nichts Zukünftiges wissen. Man sollte nur die Bedingungen akzeptieren, die der Sohar uns setzt und wenn man sich dem Fluss dieses Buches hingibt, wird uns dieser Strom voran bringen und uns aus all diesen schwierigen Zuständen heraushelfen. Dann werden neue Ursachen für Verwirrung zusammen mit Erscheinungen auf uns zu kommen und die alten sind vergessen und vorbei. Du wirst dich so sehr verändern, dass du vergessen haben wirst, wie du einmal gewesen bist.

Deshalb sollten wir erst einmal kritisch auf uns selbst schauen und einfach weitermachen. Die Kabbalisten geben einem Menschen, der verwirrt ist, den Rat, sich noch mehr ins Studium zu vertiefen, noch weiter durchbrechen. Auf diese Weise wird man vorwärts kommen und durch den nebligen Zustand hindurch brechen. Man muss nur größere Anstrengungen machen und das wird uns schneller zu einem anderen Zustand bringen.

Wenn ein Mensch jedoch aufgibt und versucht, die Studien zu verlassen und eine Pause zu machen, wird er zurückgeworfen. Später muss er dann die gleichen Schritte alle wieder machen, jedoch unter viel schwierigeren Bedingungen. Deshalb solltest du erkennen, wenn du verwirrt und in einem Nebel bist, dass dies ein wundervoller Zustand ist. Es ist das Zeichen einer neuen Stufe und alles, was du tun musst, ist „Gas geben“!