Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Studium'

Das Licht in deinen Wünschen

Eine Frage die ich erhielt : Ist die Füllung die ich von Zeit zu Zeit erfahre, ein Erhalten mit der Absicht „nur für sich“ ?
Denn, noch empfinde ich keinen Schirm.

Meine Antwort : Ja, weil es sich um die Eindrücke der umgebenden Lichter, in den Wünschen (Kelim) handelt, welche noch
gar nicht aufnahmefähig sind.

Das innere Licht kann man nur mit Hilfe des Schirmes, entsprechend der Fähigkeit, den fremden Wunsch wie meinen eigenen wahrzunehmen.
Mit der Grösse des verbindenden Wunsches (Aviut) kann man die Grösse (Dichte) des Schirmes messen.

Angenommen, ich kann 10 Gramm deines Wunsches empfinden, ihn wie meinen eigenen Wunsch annehmen, damit er sich in mir wie ein Keim (Ibur)
entwickelt, worum ich mich nachfolgend auch kümmere, sorge.

Das heisst also, das Mass der Verbindung sind die 10 Gramm deiner Wünsche, die ich erfüllen kann. Das was ich in deinem Wunsch empfinde, welcher
von mir erfüllt wird, heisst das „Innere Licht“ (Or Pnimi).

Dann fühle ich plötzlich eine Abtrennung – das zusätzliche Öffnen der Selbstsucht – über welches ich mich mit der Vergangenheit, mit den 10 Gramm
deines Wunsches verbinde, und ich mich trotz Selbstsucht um die Erfüllung deines Wunsches kümmere, mit dem vergrösserten Schirm.
Das ist die Phase der „Ernährung“(Katnut) nämlich, wenn uns eine grössere Entfernung trennt, und ich diese dennoch überwinde.

Und dannach empfinde ich erneut eine noch grössere Abtrennung, über die ich mich wiederum erhebe, das Stadium des „Erwachsenwerdens“ (Gadlut).
Wen betreffen all diese Phasen, der „Keim“, die „Ernährung“, das „Erwachsenwerden“ ?
Sie betreffen mich, weil ich es bin der diese Arbeit verrichtet. Der Andere weiss möglicherweise gar nichts davon.

Auf diese Weise bewerten wir die Grösse des Schirmes und werden entweder von den umgebenden Lichtern (O“M),
oder von den inneren Lichtern (O“P) beeindruckt.

Aus einem Unterricht über das Buch Sohar, 31.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Alles hängt vom Verlangen eines Menschen ab

Eine Frage, die ich erhielt: Wird unser Kongress zu unserem Auszug aus dem egoistischen Ägypten?

Meine Antwort: Wir müssen davon überzeugt sein, dass es so sein wird! Ohne Zweifel! Wir kommen auf dem Kongress zusammen, verbinden uns, spüren, wie wichtig das ist, ungeachtet dessen, dass das Geben an den Freund und an den Schöpfer uns eigentlich nicht reizt.

Die Bedingung für den Auszug ist, „Matzen“ (das Brot der Armut, ungesäuertes Brot) zu essen, und zwar im reichen, glücklichen, satten Ägypten, das von Fett durchtränkt ist.

Das Exil beginnt in dem Moment, in dem du es wahrnimmst. Und die Rückkehr aus dem Exil bedeutet nicht den Ortswechsel, sondern den Auszug zur Enthüllung des Schöpfers, der Eigenschaft des Gebens, im gleichen ehemaligen Ägypten… in dir, und diese Eigenschaft des Gebens beginnt, dir zu leuchten.

Deshalb müssen wir jetzt, vor der Befreiung, spüren, wie sehr uns die spirituelle Freiheit fehlt! Und dann kommen wir zur Enthüllung des Schöpfers und der höheren Welt – der Eigenschaft des Gebens in unserem Verlangen.

Alles geschieht innerhalb ein und desselben Verlangens und nicht durch den Ortswechsel von einem Punkt zum anderen. Das gleiche Erez Goschen, die Gegend mit ehemals größtem Wohlstand in Ägypten, verwandelt sich in die Wüste Sinai für uns.

In der spirituellen Welt gibt es keinen Raum, alles geschieht innerhalb des Verlangens, das diese Zustände durchläuft: Erez Kanaan, der Abstieg nach Ägypten, das gute und das schlechte Ägypten, sieben fette Jahre und sieben magere Jahre, die Flucht aus Ägypten in die Wüste Sinai und durch sie in das gelobte Land – all das vollzieht sich an einem Ort, in einem Verlangen, aber in Abhängigkeit von unseren Empfindungen darin.

Und wenn wir nach „40 Jahren“ die Stufe von Bina in diesem Verlangen erreichen, enthüllen wir mitten in der Wüste das Land Israel („wo Milch und Honig fließen“) und den korrigierten Endzustand – alles an einem Ort, der als zentraler Punkt von Malchut der Welt der Unendlichkeit bezeichnet wird. Und nur unsere Sichtweise auf dieses Verlangen und dessen Einschätzung verändern sich.

In dem Maße, in dem wir bestrebt sind, die Eigenschaften der ersten neun Sefirot in Malchut einzuordnen, bekommt sie dementsprechend auch alle möglichen Eigenschaften: von den schlechten bis hin zu den besten. Alles hängt nur von Malchut ab, von unserem Verlangen, die Eigenschaften des Höheren aufzunehmen und genauso wie Er zu werden. Alles geschieht nur innerhalb des Verlangens eines Menschen.

Aus dem Unterricht über den Artikel „Hier ist Jehuda“ vom 31.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Kabbalisten über das Studium der Kabbala, Teil 15

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen.

Anmerkungen in Klammern sind von mir [M. Laitman].

Über die Gegener des Kabbalastudiums

Derjenige, der sich mit Mischan und Talmud beschäftigt ohne dieGeheimnisse der Tora (Kabbala) und ihre Geheimnisse (die das Licht der Korrektur auf den Studierenden ausrufen), ähnelt einem Menschen, der im Dunkeln sitzt, ohne Seele, ohne Licht des Schöpfers, das in ihm leuchten könnte. Er ähnelt einem ausgetrocknetem Körper, der aus der Lebensquelle nicht trinken will (nicht das höhere Licht empfangen möchte).
Und über ihnen steht es geschrieben: Sie machen die Tora trocken (leblos) und wollen sich in der Weisheit der Tora nicht bemühen (obwohl sie deswegen Schritte zurückmachen)

Einführung von R. Chaim Vital zum Buch „Tore der Einführungen“.

Es lässt sich nicht verbergen

Eine Frage, die ich erhielt: Ist der Bund mit den Freunden unauflösbar oder kann der Mensch aus dem gemeinsamen Kreis herausfallen?

Meine Antwort: Ich sehe noch keinen, dessen Taten vom Schließen eines Bundes zeugen würden… Hier gibt es klare Prinzipien.

Als erstes: Macht sich der Mensch ständig Gedanken über die Stärkung der Gruppe? Sorgt er sich um die Stimmung der Freunde? Will er, dass sie sich im Aufstieg befinden und Gewissheit über die Erreichung des Ziels verspüren? Kämpft er mit sich selbst darum?

Und als zweites: Hebt er in der Tat die Stimmung der Freunde? Gibt er ihnen die Gewissheit und die Erkenntnis der Wichtigkeit des Ziels?

Es lässt sich an einem Menschen nicht nur erkennen, wenn es ihm gut geht, sondern in jedem Zustand, selbst wenn er müde und entkräftet ist. Wenn er seine Schwäche sieht, wendet er sich dennoch an die Gruppe und versucht, Kraft von ihr zu schöpfen.

Und es geht nicht darum, dass es ihm schlecht geht und er wieder aufleben möchte, sondern darum, dass seine schlechte Stimmung ihn die Gruppe nicht stärken und den Bund nicht einhalten lässt. Also wendet er sich auch in Schwäche nicht für sich selbst an die Freunde. Es tut ihm weh, dass er ihnen in diesem Zustand nicht dienen kann.

Es gibt auch andere, deutlichere Anzeichen: Wie sehr sorgt der Mensch für einen für die Gruppe bequemen Ablauf beim Studium und beim Regeln von Angelegenheiten, damit sie leichter und schneller auf dem spirituellen Weg voranschreitet?

Liegt ihm das am Herzen oder verhält er sich formell dem gegenüber, selbst innerhalb seines Aufgabenbereiches?

Es lässt sich nicht verbergen. An einem Menschen lässt sich erkennen, wie wichtig für ihn die Gruppe und das Ziel sind.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 24.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Und noch mal über die Absicht

Eine Frage, die ich erhielt: In einem der Morgenunterrichte haben Sie gesagt, dass ein Mensch, der die Unterrichte besucht, Dienste übernimmt und sich an der Verbreitung beteiligt, sich nicht zwangsläufig im System befindet.

Andererseits sagen Sie, dass wir, solange wir uns noch im Wachstum befinden, Unterrichte besuchen, uns an der Verbreitung beteiligen, Dienste übernehmen und Verantwortung für die Verpflichtungen, die wir eingehen, tragen müssen. Wie soll man das miteinander verbinden?

Meine Antwort: Das Natursystem an sich ist korrigiert, die Rede ist nur von meiner bewussten Teilnahme und gewollten Erfüllung dessen Gesetze. Darin besteht unsere ganze Arbeit – die Naturgesetze zu erkennen und sie zu erfüllen.

Deshalb, wenn der Mensch sich physisch unter uns befindet, bedeutet das noch nicht, dass er sich am System beteiligt.

Es kann sein, dass er alle Handlungen ausführt, doch „ein Gebot ohne Absicht ist wie ein Körper ohne Seele“. Das Wichtigste ist seine gewollte Erfüllung, sprich die Absicht.

Doch kann ein Mensch, der eine Möglichkeit hat, die Handlung physisch auszuführen, sich nur mit der Absicht zufriedengeben? – Nein, wenn er eine mögliche Handlung nicht ausführt, zeugt es lediglich davon, dass er keine Absicht hat.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“ vom 15.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Das Nichtsein geht dem Sein voraus

Die Entwicklung des Verlangens zu genießen ist ein langwieriger Prozess. Die gesamte Wissenschaft der Kabbala erzählt von den Veränderungen innerhalb des Verlangens.

Baal HaSulam erklärt, dass das Verlangen (das Nichtsein) in diesem Prozess immer der Erfüllung (dem Sein) vorausgeht.

Zuerst mangelt es mir an etwas, und dann erlange ich das, woran es mir gemangelt hat, – und so wechselt sich das immer ab. Dabei ist der Mangel, d.h. das Verlangen, wichtiger als die Erfüllung, denn das Verlangen bestimmt die Erfüllung.

In der Spiritualität wirkt dieses Gesetz streng, ohne Nachsicht und Begünstigungen, und wenn die Schöpfung kein Verlangen hat, zur

nächsten Stufe aufzusteigen, wird sie auch nicht aufsteigen, nicht an sie herankommen.

Alles hängt von der Vorbereitung ab – vom Empfinden des Mangels, dem Fehlen der Erfüllung. Darum „geht das Nichtsein dem Sein voraus“.

Entsprechend diesem Gesetz entwickelten sich alle Stufen der Schöpfung, von der unbelebten zur pflanzlichen, tierischen, menschlichen. Der Mensch kommt ebenfalls als Tier zur Welt und entwickelt sich dann und steigt zu seiner Stufe auf.

Das Gleiche geschieht mit der Entwicklung unserer inneren Welt. Wie vielfältig das menschliche Geschlecht ist, so vielfältig sind auch seine Verlangen, die ebenfalls in vier Stufen unterteilt sind: die unbelebte, die pflanzliche, die tierische und die menschliche – in einem Menschen.

Was stellt nun die menschliche Stufe innerhalb des menschlichen Geschlechts dar? Das sind jene Menschen oder Verlangen, die auf die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, auf den Aufstieg zu Ihm und auf die Verschmelzung mit Ihm gerichtet sind.

Um ein starkes Verlangen, das auf dieses hohe Ziel gerichtet ist, zu erlangen, müssen wir uns auf beiden Seiten befinden: mal die spirituelle Welt abstoßen, sie nicht verstehen, nicht spüren, ihr nicht zustimmen, mal uns nach ihr sehnen, in ihr etwas Wichtiges, Gutes, Notwendiges sehen.

So wechseln sich das Nichtsein und das Sein, die Finsternis und das Licht ab – und nur dank ihnen beiden bildet sich ein richtiges, einheitliches Verlangen in uns.

Dafür treten wir einer Gruppe bei, weil wir verstehen, dass es keine andere Wahl außer der Vereinigung gibt. Nur unter den Freunden erlange ich ein neues Verlangen, dem Schöpfer ähnlich zu werden, und rufe nicht einfach egoistisch zu Ihm. In der Gruppe werde ich von der Wichtigkeit des Gebens durchdrungen und stelle zugleich fest, wie sehr ich sie hasse.

Wenn ich keine Angst habe, wenn ich bereit bin, die Enthüllung des eigenen Übels auszuhalten, dann ist es das Nichtsein, das dem Sein vorausgeht, die Vorbereitung auf die Erlösung.

Am Berg seines Hasses angelangt, verlangt der Mensch nach dem Sein – nach der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer. Und dann kommt das Licht, das ihn zur Quelle zurückführt.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 22.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Der Schöpfer enthüllt sich jedem

Eine Frage, die ich erhielt: Gibt es einen Unterschied zwischen dem Studium des Buches Sohar auf dem Kongress, zusammen mit sehr vielen Menschen und dem Sohar-Studium in unserer Gruppe während der Morgenunterrichte? Was ist wichtiger – Quantität oder Qualität?

Meine Antwort: Die Quantität wertet die Qualität nicht ab. Innerhalb einer großen Anzahl von Menschen gibt es immer welche, die in der Lage sind, sich mehr oder auch weniger zu verbinden, es gibt aber auch welche, die sich überhaupt nicht verbinden können oder es vergessen.

Auf jeden Fall hat die Quantität ebenfalls ihren Vorteil, wie geschrieben steht: „Ich wohne unter Meinem Volk“. Was bedeutet „unter dem Volk“? Die Rede ist hier nicht von einer besonderen Gruppe von Menschen, die auffallen, zielstrebig sind, sich mit der inneren Arbeit beschäftigen können und gut vorbereitet sind.

Der Schöpfer wohnt unter einem ganzen Volk, und nicht innerhalb jener kleinen Gruppe von besonderen Persönlichkeiten, die Er selbst vorangetrieben und zu einer Pyramidenspitze vereint hat. Und doch sagt Er, dass Er sich gerade unter einer großen Menschenmenge befindet.

Die Höhere Lenkung kümmert sich am meisten um die unbelebte Stufe (innerhalb der Menschheit), weniger um die pflanzliche, noch weniger um die tierische und menschliche.

Je schwächer ein Geschöpf, je geringer sein freier Wille, je weniger es in der Lage ist, selbständig für die Korrektur der Schöpfung zu arbeiten, ausgehend vom Schöpfungsgedanken und dem Gesamtsystem, desto mehr kleidet sich die Höhere Lenkung in dieses Geschöpf – und das ist ein Anzeichen für die Enthüllung des Schöpfers (Elokut).

Das heißt, die Rede ist nicht von der Enthüllung des Schöpfers in so hohen Seelen wie Rashbi und allen anderen großen Kabbalisten. Die Enthüllung des Schöpfers wird an der Gemeinschaft und nicht an einzelnen Individuen gemessen.

Aus diesem Grund dürfen wir die große Anzahl nicht nur nicht verachten, sondern müssen sie sogar achten. Die Masse ist durch ihre Anzahl stark und nicht durch einzelne Individuen, die über persönliche Erkenntnis verfügen und persönliche spirituelle Arbeit leisten.

Das Wichtigste ist gerade die gemeinsame Arbeit, denn dadurch lassen wir das Licht sich enthüllen und erlangen die Enthüllung des Schöpfers.

Und persönliche, besondere Arbeit von einzelnen Menschen, unserer Gruppe oder einiger Gruppen ist nur dazu nötig, um uns in diese ganze riesige Masse (in einige Millionen, Milliarden Menschen) einzuordnen und über uns den Lebensgeist an sie weiterzugeben.

Darum ist die Richtung, die Absicht und das Ziel gerade die Gesellschaft, das Volk. Genau aus diesem Grund ist die Verbreitung der Wissenschaft der Kabbala in den Massen notwendig.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 21.10.2010

Zur Kabbala Akademie

 

Zwei Welten in sich vereinen

Je weiter wir vorankommen, desto verworrener und unberechenbarer wird die Welt. Wir sehen, dass es einen gewissen Prozess gibt, doch wo er hinführt, ist uns unklar.

Die Untersuchungen zeigen, dass unsere Realität nur eine einzige Eigenschaft besitzt – das Verlangen zu empfangen, zu genießen.

Alle Berechnungen auf allen Ebenen werden allein auf dem eigenen Nutzen aufgebaut. Selbst das Geben wird zum Zwecke des Empfangens gebraucht. Wir haben keine Energie für eine Handlung, die nicht auf unser eigenes Wohl gerichtet ist. Was soll man tun?

Die Kabbalisten sagen uns, dass es auch noch eine andere, entgegengesetzte Realität gibt, in der die allumfassende Schöpfungskraft wirkt. Man kann sie als Natur oder als Schöpfer bezeichnen – das ist das Gleiche. Die Rede ist von der absoluten, universellen Eigenschaft des Gebens.

Man kann sich von der Stufe des Empfangens zur Stufe des Gebens nur mit Hilfe dieser globalen allgemeinen Kraft erheben, von der die gesamte Realität erschaffen wurde. Durch unsere Handlungen können wir ihre Einwirkung auf uns hervorrufen, damit sie unsere Natur verändert.

Diese Handlungen sind unkompliziert: wir versuchen, uns zu verbinden, uns selbst im gegenseitigen Geben vorzustellen, und studieren zugleich gemeinsam die Gesetze der vor uns verborgenen Realität.

Dank den Anstrengungen und dem Studium nähern wir uns quasi der Eigenschaft des Gebens an oder ziehen sie umgekehrt an uns heran, damit sie auf uns einwirkt und uns verändert.

Auf diese Weise rufen wir die Annäherung von Eigenschaften hervor, indem wir uns auf den Wellen von schwankenden Empfindungen hoch und runter bewegen. Mal geht es uns gut wegen der Nähe zum Geben, und wir spüren, dass wir vorankommen, mal geht es uns deswegen schlecht.

So schreiten wir voran: mal rechts, mal links, mal durch das Wachstum des Gebens, mal durch das Wachstum des Empfangens. Und wenn wir der Methode treu bleiben, entwickelt sich das Empfangen bis zum Hass in uns, und über dem Hass entwickelt sich immer die Liebe – bis sich das ganze Übel und die ganze Güte, die wir von der Eigenschaft der Liebe anziehen können, enthüllt hat.

Genau dann erschaffen wir eine richtige Kombination aus ihnen beiden – die mittlere Linie. Wir vereinen zwei Welten in uns und existieren in ihnen beiden, während wir die Kraft des Gebens über die Kraft des Empfangens erheben. Genau das nennt sich „empfangen, um einander zu geben“.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 19.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Ich bin der Erste und der Letzte

Man muss ständig praktisch, pragmatisch und frei von Illusionen überprüfen, wovon unsere Verlangen leben und über welche Mittel wir verfügen, unter Berücksichtigung des Ausmaßes ihrer Verdorbenheit und der Möglichkeit, sich zu korrigieren.

Bei einem solchen Verhältnis gegenüber der Realität stellen wir fest, dass wir uns zwischen zwei Gegebenheiten: „Ich bin der Erste und der Letzte“ befinden und dass wir hier, in der Mitte, eine Möglichkeit für die freie Wahl haben – die korrigierende Kraft anzuziehen.

Wir ziehen sie nach dem Prinzip „Wir werden tun und wir werden hören“ an, mit anderen Worten: wir verbinden uns in der Gruppe und während des Studiums, um das Licht, das zur Quelle zurückführt, hervorzurufen.

Auf diese Weise stellen wir fest, dass alle unsere Zustände von Anfang an, aus dem Schöpfungsgedanken, aus der für die Zukunft geplanten Verschmelzung heraus von oben vorprogrammiert sind.

Mit Hilfe des Lichts kommen sie zu unserem Verlangen zu genießen und wirken in ihm der Reihe nach, vom Leichten zum Schwierigen, und lassen uns immer die Möglichkeit zur Wahl.

Manchmal wird vor uns verborgen, dass es niemanden außer Ihm gibt, bis hin zur völligen Verhüllung, und manchmal wählen wir selbst diese Verhüllung – und so schreiten wir voran: von Ihm, dem Ersten – über uns – bis zu Ihm, dem Letzten.

Dabei muss man verstehen, dass alles nur innerhalb der Verbindung, der Vereinigung von Seelen geschieht. Dort hat das Zerbrechen stattgefunden, und dort erweckt der Schöpfer entsprechende Reshimot. Nur auf diesen Ort des Bruches muss meine Korrektur gerichtet sein, um genau dort die Verschmelzung zu enthüllen.

Auf diese Weise bin ich immer mit dem praktischen Handeln beschäftigt, indem ich versuche, mich mit den Freunden zu verbinden und gemeinsame Einigung hervorzurufen. Dadurch neige ich mich selbst und die ganze Welt zum Guten.

Den ersten Impuls dazu hat mir der Schöpfer gegeben, und später, im Maße meiner Anstrengungen, kommt das Licht und vollbringt die Handlung, indem es den Ersten und den Letzten in jenem Punkt der Einheit, in dem wir die Verschmelzung erlangen, enthüllt.

Das Ziel unserer Anstrengungen ist also, den Nächsten wie sich selbst zu lieben, und der letzte Schritt auf diesem Weg erhebt uns zur Stufe der Liebe zum Schöpfer.

Die Liebe zu den anderen ist die Vorbereitung des Kli, und die Liebe zum Schöpfer bedeutet, dass Er als Letzter kommt und die Handlung abschließt.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 21.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Der Kongress ist eine Kraft

Eine Frage, die ich erhielt: Wie können wir zum Kongress durch den Glauben über dem Verstand kommen, wie können wir tun und hören?

Meine Antwort: Kongress bedeutet eine große Versammlung von Menschen: Tausende von Teilnehmern, die physisch gekommen sind, und weitere Hunderttausende um uns herum.

Sie bilden für dich eine Umgebung, die in ihrer Gesamtheit die Eigenschaft des Gebens und der Liebe schätzt, weil sie versteht, dass darin die Zukunft der Welt liegt, und ohne das hat die Welt keine Zukunft.

Denn die Welt enthüllt sich uns heute als integral und zu einem System verbunden. Und wenn jedes Element des Systems in seine Richtung zieht, wird es selbstverständlich zerfallen.

Darum müssen wir vor dem Hintergrund der weltweiten Krise verstehen, dass ihre Lösung in den harmonischen Beziehungen zwischen den Menschen liegt.

Und wenn wir schon eine dermaßen starke Einheit von Menschen, die das erkennen, erreichen, bekommt jeder eine glichkeit, Möglichkeit, von dem gemeinsamen Gefühl durchdrungen zu werden und genug Kraft zu erhalten, um die Eigenschaft des Gebens zu erlangen.

Man muss sich nur einbringen, versuchen, sich vor der Umgebung zu beugen, sich von ihr begeistern zu lassen.

Deren Einwirkung kann dermaßen stark sein, dass der Mensch die gemeinsame Eigenschaft des Gebens, die in unserer gegenseitigen Verbindung enthalten ist, spüren wird.

Dann werden wir diese Eigenschaft, die für gewöhnlich für unseren Egoismus unsichtbar ist, enthüllen. Indem wir alle gemeinsam versuchen, uns zu einem Ganzen zu verschmelzen, erzeugen wir eine solche Kraft, die uns ermöglicht, diese Entdeckung zu machen.

Denn wir studieren Werke von Kabbalisten, d.h. Menschen, die die Eigenschaft des Gebens bereits erlangt haben und uns diese beschreiben. Wir gehen genau jene Abschnitte durch, die deren Einwirkung auf uns betreffen. Das Studium und das gemeinsame Streben werden uns ermöglichen, uns mit dieser Kraft zu verbinden.

Somit birgt der Kongress einen kolossalen Effekt und einen kolossalen Nutzen für die spirituelle Entwicklung eines Menschen in sich.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 19.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>