Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Gesetz von Wurzel und Zweig

Frage: In Baal HaSulams Artikel „Das Wesen der Wissenschaft der Kabbala“ steht, dass Kabbalisten seit Jahrtausenden eine bestimmte Sprache benutzen, um ihre spirituellen Zustände zu beschreiben. Es gab vier solcher Sprachen: die Sprache der Tora, die Sprache der Gesetze (Alacha), die Sprache der Überlieferungen (Agada) und die Sprache der Kabbala.

Warum ist gerade die Sprache der Kabbala heute für unsere Generation am besten geeignet?

Antwort: Die Sache ist, dass man, wenn man die höhere Welt entdeckt, sie ganz persönlich und innerlich versteht. Und wenn er etwas an einen anderen weitergeben will, findet er keine Worte dafür, weil es sich um innere Empfindungen handelt. Diese müssen durch äußere Handlungen ausgedrückt werden, die einen Eindruck auf den anderen machen, damit dieser dann dieselben Empfindungen und dasselbe Verständnis in sich selbst wiederherstellen kann.

Um also seine Empfindungen einem anderen Menschen zu vermitteln, der sich beispielsweise auf derselben Stufe wie ich befindet, muss man einen Code finden. In der modernen Technik verbinden wir beispielsweise zwei Computer über ein Modem, und zwischen ihnen entsteht eine Kommunikation. Wie kann man eine solche Kommunikation zwischen uns herstellen?

In der normalen Welt haben wir eine Gemeinsamkeit von Empfindungen, Begriffen, Umständen, also eine Sprache, die aus dem Alltag stammt. In der spirituellen Welt gibt es diese Sprache ursprünglich nicht, und wir wissen nicht, auf welcher Stufe und wo sich unser Gesprächspartner befindet, wenn er überhaupt in der Empfindung der Höheren Welt ist.

Und hier stellt sich die Frage, wie wir uns verbinden können, wie die Gesetze der Kommunikation hier aussehen. Deshalb mussten die Kabbalisten eine Sprache erfinden, um miteinander zu reden und zu verstehen, auf welcher Ebene der Erkenntnis der Höheren Welt sich jeder von ihnen befindet, was genau sie fühlen und wahrnehmen.

Es kann gut sein, dass andere nicht das spüren, was ich spüre, obwohl sie auch auf einer bestimmten Stufe der Erkenntnis sind. Oder ist das nur eine Einbildung von ihnen oder von mir?

So haben wir ein riesiges Feld von Unbekanntem, das wir irgendwie sortieren, verstehen und bearbeiten müssen. Genau hier kommt das Problem der Kommunikation ins Spiel – vor allem sogar rein äußere: Wie werde ich das den Menschen erklären, mit welchen Worten, Buchstaben, Ausdrücken, Gesten, vielleicht Tänzen oder Farben oder Klängen usw.? Wenn alle Methoden der Informationsübermittlung von Mensch zu Mensch irdischer Natur sind, wie kann ich dann etwas Spirituelles vermitteln? Nichts davon gibt es in der materiellen Welt.

Deshalb haben die Kabbalisten zuerst die Sprache der Zweige erklärt: Alles, was in unserer Welt existiert, hat seinen Ursprung in der spirituellen Welt. Die spirituellen Kräfte kommen nach und nach in unsere Welt und nehmen hier eine materielle Form an: eine bestimmte Größe, eine bestimmte Form, einen bestimmten Klang, eine bestimmte Farbe usw.

Wenn ich zum Beispiel „Glas“ sage, meine ich ein Glas in der höheren Welt, also die Kraft, die in unserer Welt dieses Objekt sozusagen reproduziert.

So entstand die erste Sprache – die Sprache der Tora in Form von historischen Erzählungen.

Frage: Heißt das, dass die Kabbalisten die Schlange betrachteten und diesen Reptil einen bestimmten spirituellen Zustand gaben?

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Vier Stufen des Verstehens

Frage: Es wird erzählt, dass Rabbi Schimon gemeinsam mit seinen Schülern das Buch Sohar verfasste. Sie saßen in einer Höhle: Rabbi Schimon sprach, Rabbi Abba schrieb mit, Rabbi Schimons Sohn, Rabbi Elasar, vernahm seine Worte „von Mund zu Mund“, und alle anderen hörten „durch das Herz“. Was bedeuten diese verschiedenen Ebenen der Verbindung?

Antwort: Neben der äußeren Sprache, mit der Kabbalisten kommunizieren – der „Sprache der Zweige“ –, gibt es auch eine innere Verbindung. Diese nennt sich „Mi Pe le-Osen“ („von Mund zu Ohr“) auf der Stufe von Bina, wenn Lehrer und Schüler im kleinen Zustand miteinander verschmolzen sind, und „Mi Pe le-Pe“ („von Mund zu Mund“) auf der Stufe von Keter, im großen Zustand. Für eine solche Verbindung braucht man keine Sprache mehr – der eine versteht den anderen ohne Worte, durch inneres Verschmelzen und Vereinigung.

Das bedeutet, wir können einander auf vier Arten verstehen:

  • nach langen Gesprächen,
  • mit einem halben Wort,
  • ganz ohne Worte,
  • oder in einer solchen Verschmelzung, dass man nicht einmal sagen kann „du verstehst mich“ oder „ich verstehe dich“, denn man ist nicht mehr voneinander getrennt, es gibt nichts mehr, was man sich übermitteln müsste.

Das sind die verschiedenen Stufen der spirituellen Verbindung.

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Aus dem Unterricht zum Artikel „Das Wesen der Weisheit der Kabbala“

Es geht um das Leben

Sohar, Kapitel „Chaje Sara“, P.12: …Die Sünder werden aus dem Buch Dumah herausgenommen, da sie nur die mittlere Linie in die Berechnung einbeziehen, in der die Sünder nicht enthalten sind.

Wer wird dann nach ihnen bei der Auferstehung der Toten verlangen? Bei der Erweckung der Toten wird der Engel Matat von Dumah den schriftlichen Bericht von den Friedhöfen erhalten.

Wer wird verlangen, dass die Sünder, die nicht in die Berechnung von Dumah einbezogen wurden, von den Toten auferweckt werden?

Frage: Dieser Text kann einen Menschen verwirren. Wie soll ein Mensch solche Worte aufnehmen: „die Toten“, „Friedhöfe“? Das ist einfach beängstigend…

Antwort: Es ist wichtig zu verstehen, dass der Sohar in der „Sprache der Zweige“ spricht, wie die meisten kabbalistischen Bücher.

Es ist eine Methode, uns Wissen und vor allem Eindrücke zu vermitteln, damit wir das Licht der Korrektur aus der spirituellen Welt, d.h. aus unserem korrigierten Zustand, anziehen.

Es geht nicht um physische Körper und unsere materielle Welt – wir müssen unsere Hände und Füße nicht korrigieren (sie sollen von einem Arzt behandelt werden).

Der Sohar spricht über die Korrektur der Seele. Obwohl er Worte aus dieser Welt verwendet, verweisen sie alle auf spirituelle Begriffe, d.h. auf unsere inneren Kräfte und Eigenschaften.

Es sind diese Eigenschaften, die ich jetzt erforschen möchte, um zu verstehen, was in mir nicht stimmt, was geändert werden muss, was ich korrigieren möchte. Das ist der Zweck des Buches.

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Aus dem Unterricht über das Buch Sohar

Auf dem Weg zu einem sinnlichen Verstehen

Frage: Was bedeutet es: „Nimm keinen Platz ein, dann bin ich in allem“?

Antwort: Mit „keinen Platz einnehmen“ ist gemeint, dass man mit seinem Egoismus keinen Platz beansprucht. Dann bin ich überall, im ganzen Raum, im ganzen Universum. Ich erreiche, da ich meinen Egoismus annulliere, eine Stufe, auf der es keinen physischen Raum mehr gibt.

Kommentar: Sie sagen oft, dass wir in einen Zustand kommen müssen, in dem wir nicht uns selbst, sondern andere fühlen sollen.

Antwort: Dies ist in allen kabbalistischen Büchern beschrieben. Wenn wir das tun, erreichen wir den Zustand der ersten Einschränkung (Zimzum Alef), wenn ich mein ICH nicht mehr in mir spüre.

Es ist unmöglich das in Worte zu fassen, aber dieser Zustand ist real. Du befindest dich überall gleichzeitig, fühlst jeden, erlebst jeden in der Verbindung mit jedem und nicht als eine unabhängige subjektive Einheit. Du hast das Gefühl, nicht als Subjekt zu existieren.

Frage: Wie war das bei Ihnen?

Antwort: Ich kann es nicht beschreiben. Ich habe keine Worte dafür.

Die Kabbala beschreibt die Handlungen, die man mit seinen Kräften in sich ausführen muss: Geben, empfangen, abschirmen, die Stärke des Egos, anziehen von Licht (welches) und die Interaktion mit diesem oder jenem. Das heißt, die Kabbala befasst sich mit genauen, physikalischen Größen und physikalischen Phänomenen – Wahrnehmungen.

Deshalb haben die Kabbalisten solch eine Sprache erfunden, damit man derartige Empfindungen irgendwie von einer Welt in die andere übertragen kann. Es ist eine erfolglose Sprache, sie kann nichts erklären.

In Wirklichkeit ist diese Sprache für diejenigen geeignet, die sich bereits in der Wahrnehmung der Höheren Welt befinden. Für sie wird die Sprache der Kabbalisten verständlich. Für diejenigen, die sich nicht in der Höheren Welt befinden, bleibt es unverständlich. Wenn wir die Tora oder andere Bücher der Kabbalisten lesen, nehmen wir das was dort gesagt wird, in irdischen Begriffen wahr.

Es fällt uns sehr schwer, auf das umzuschalten was über Qualitäten, Eigenschaften, Kräfte, Gefühle der Annäherung oder Entfernung, über Kräfte gesagt wird, die mit allen möglichen unbelebten, pflanzlichen, belebten und menschlichen Namen bezeichnet werden. Obwohl sich die Kabbalisten sehr bemühen, ist das wenig hilfreich.

Wie viele Jahre habt ihr Rabashs Artikel und meine Erklärungen gelesen und gehört? Ihr seht, wie viel Zeit vergeht, bis es innerlich klick macht und ein neues Verständnis der gelesenen Texte sowie die Arbeit an den Fehlern beginnt.

Es handelt sich nicht um ein sprachliches, sondern vielmehr um ein sinnliches Verständnis.

Kommentar: Sie haben versucht es wie Mathematik zu verstehen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Sie nichts verstanden haben. Erst nach einiger Zeit haben Sie es innerlich empfunden und begonnen diese Sprache zu verstehen.

Antwort: Ich habe versucht, alles auf der Stufe der Kräfte und Prozesse wahrzunehmen. Hier tauchte plötzlich ein sinnliches Bild auf, das mich zwang, an mir selbst zu arbeiten.

Aus dem Gespräch „Mein Telefon klingelte. Wie kann man die ganze Welt beherrschen?“

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Gematria – Übertragung von spiritueller Kraft

Kommentar: In der hebräischen Sprache gibt es keine Zahlen, sondern nur eine alphabetische Darstellung der numerischen Zustände. Zum Beispiel ist „yud alef“ 11. Die Darstellung beginnt bei eins bis zehn und darüber hinaus. Durch Hinzufügen weiterer Buchstaben werden die nächsten Zehner, Hunderter, Tausender usw. ausgedrückt.  Das heißt, die Buchstaben drücken sowohl Wörter als auch Zahlen aus.

All dies hat mit Gematria zu tun. Gematria sind Zahlenwerte von Wörter, die von innerer spiritueller Kraft sprechen. Sie sprechen nicht von dem Wort selbst, sondern von dem, was dahinter steht.

Frage: Zum Beispiel heißt Gott auf Hebräisch „Elokim“. In der Gematria ist es „pei vav“ – was bedeutet das?

Antwort: Für jemanden, der kein Student der Kabbala ist, sagt es nichts aus. Es spricht zu jemandem, der weiß, worum es geht. Die Bedeutungskraft dieses Wortes ist „86“ (pei vav). Wenn ich zu einem Kabbalisten „pei vav“ sage, ist ihm klar, welche Verbindung zum Schöpfer damit gemeint ist.

Frage: Im Prinzip gibt es hier keine Geheimnisse?

Antwort: Nein, natürlich nicht. Es gibt überhaupt keine Geheimnisse auf der Welt! Es geht nur darum, uns wissen zu lassen, was hinter den Worten, den Zahlen usw. steckt. Es gibt nichts anderes.

Aus einer Fernsehsendung, 26.07.2022 

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Warum das Studium der Kabbala gut für Sie ist


Frage: Sie sagen, die Kabbala benutzt ihre eigene Terminologie. Wenn ich jedoch die kabbalistischen Texte lese, werde ich verwirrt. Ich weiß nicht, ob sie von der physischen Welt oder von der Höheren Welt sprechen. Wie können sie also behaupten, die Sprache der Kabbala sei genau?

Meine Antwort: Die Kabbala verwendet Worte, die sie aus unserer Welt geliehen hat.
Doch wie alle anderen Methoden, die sich mit der Höheren Welt beschäftigen (der Pentateuch, die Mischna und der Talmud), beziehen sich diese Namen ausschließlich auf die Höhere Welt: Auf ihre Kräfte und Eigenschaften. Warum ist es dann besser Kabbala zu studieren als den Talmud? [Rest des Beitrags lesen →]

Ein Mikroskop, das den Schöpfer sichtbar macht

Es wird gesagt: „Es gibt niemanden außer dem Schöpfer“ und in Bezug auf den Zehner bedeutet dies, dass alles mit einer höheren Macht verbunden ist, die man offenbaren muss. Wir stellen eine Beziehung zwischen uns her, damit sich diese höhere Macht in uns manifestieren kann.

Dabei helfen sich alle im Zehner. Jeder unterstützt den anderen und existiert nur, um den Zehner voranzubringen.

Der Zehner ist schließlich der Fokus unseres gesamten spirituellen Lebens. Es ist unsere Verantwortung, alle bis zu dem Punkt zusammenzubringen, an dem gemäß dieser Einheit der Schöpfer in uns offenbart wird. Es ist, als hätten wir ein Mikroskop oder eine Kamera, die durch das Einstellen der Linsen im Objektiv scharf gestellt werden muss. Wenn wir sie richtig einstellen, dann können wir ein klares, scharfes Bild sehen. [Rest des Beitrags lesen →]

Die Bibel – Geschichte oder Wissenschaft?

Frage: Ich habe eine Frage für Sie als Wissenschaftler. Durch das Studium zugänglicher, historischer Dokumente kam ich zu dem Schluss, dass die biblische Geschichte über Moses falsch ist. Ich habe den Eindruck, dass Moses ein ägyptischer Militärführer war und er, mit Unterstützung der ägyptischen Herrscher und Priester, eine Armee aus vorherigen, semitischen Sklaven erstellte.

Meine Antwort: Das Leben selbst lehrt uns, wenig Vertrauen in unsere auf Geschichte beruhenden Schlussfolgerungen zu haben, da sie sich letztendlich gewöhnlich als falsch herausstellen. Jedoch können die biblischen Texte bestätigt werden. Obwohl ich ein Doktor der Philosophie bin, verachte ich diese sogenannte „Wissenschaft“, in der jeder Beliebige sich etwas ausdenken kann, was immer er auch will. Ich glaube nur an erfahrene Fakten, gemäß der Voraussetzung, dass man etwas nicht bedenken kann, was man nicht erreichen kann. Kabbalisten sprechen einzig von ihrer unmittelbaren Errungenschaft und als solche glaube ich, was sie über die Dinge sagen, die ich noch nicht erreicht habe, da ich von ihrer Wahrhaftigkeit überzeugt bin. Man sollte sich nur auf erfahrene Wirkungen verlassen, ohne irgendwelche eigenen Erfindungen oder Verknüpfungen hinzu zufügen.

interessiert an der „Wissenschaft der Kabbala“  >    Kabbala Akademie

Die Quelle von Pessach

Wir sind in den besonderen 7 Tagen der Pessachfeiertage. In diesen Tagen müssen wir eine korrekte, ununterbrochene Absicht erhalten, da dies eine sehr spezielle Zeit ist.

Wir feiern keine religiösen Rituale oder Bräuche. Wir sind sehr weit von denjenigen entfernt, die all diese Handlungen nur durchführen, weil man es ihnen als Kindern so beigebracht hat, oder sie dies aus einem egoistischen Ziel heraus tun, um eine Belohnung in dieser oder der kommenden Welt zu erhalten.

Zuallererst wollen jene, die Kabbala studieren, die Höhere Welt und die spirituellen Handlungen enthüllen, und erst nachdem sie ihre Folgen (Zweige) sehen, sind sie darauf vorbereitet, sie auch zu respektieren und mit derselben Absicht zu beachten, wie die spirituellen Handlungen oben.

Abraham und seine Schüler waren die Ersten, die die Verbindung zwischen den Wurzeln und den Zweigen erreichten. Davor war Abraham ein Götzenbauer und Priester im alten Babylon. Doch nachdem sich ihm die spirituelle Welt offenbarte und er deren Abdrücke in unserer physischen Welt entdeckte, und somit all die Kräfte die von der spirituellen Welt zu uns herabsteigen und alles in Bewegung setzen, schuf er die Sprache der Zweige. Diese Sprache ist eine Beschreibung der Höheren Welt, der Wurzeln, in welcher Begriffe dieser Welt, der Zweige, benutzt werden,.

Dadurch enthüllte er die ganze Wirklichkeit, die physische und die spirituelle Realität, als ein Ganzes. Somit verschmolzen auch die physischen und die spirituellen Handlungen in ihm zu einem Ganzen, und dies lehrte er auch seinen Schülern.

Darüber steht geschrieben, dass unsere Vorväter (die ersten Kabbalisten) die gesamte Tora bereits befolgten, bevor sie diese am Berg Sinai empfingen. In der Tat enthüllte sich ihnen die Tora durch die Erreichung der spirituellen Welt mit ihren spirituellen Handlungen. Auf dieser Grundlage führten sie die gleichen Handlungen in unserer Welt aus und nahmen die gesamte Wirklichkeit als ein Ganzes wahr.

 

Kabbala Akademie

Was sieht ein Kabbalist?

mit hutFrage: In dem Artikel,“Die Essenz der Weisheit der Kabbala,“ schreibt Baal HaSulam, dass alle Welten in allen Details identisch sind. Was bedeutet das?

Antwort: Die gesamte Welt ist eine Kopie der höheren Welt. Das Material ist unterschiedlich, die Absichten sind anders, die Erfüllung und die Essenz sind anders, aber dennoch ist es eine Kopie des Höheren, mit den Charakteristika des Niederen.

Nehmen wir an, es gibt eine Blume in unserer Welt und es existiert eine „Blume“ in der höheren Welt. Eine „Blume“ in der höheren Welt ist eine Ansammlung von Charakteristiken, die solche Verbindungen untereinander herstellen, dass in unsere Welt eine Blume entsteht. Ein Kabbalist, dem sich die höhere Welt offenbart, öffnet die Augen und beginnt diese Verbindung zu sehen. Im Gleichklang mit diesem inneren Bild unserer Welt, das er in sich findet, beginnt er, die höhere Welt zu sehen und die Wurzeln dieser Weltanschauung zu erkennen. Er sieht, dass eine Blume in der unteren Welt das Resultat von speziellen Kräften der höheren Welt sind, die sich miteinander versammeln. Auf diese Art und Weise hat er nun „Wurzel“ und „Zweig“, die „Wurzel“ oben, den „Zweig“ unten und die Verbindung zwischen ihnen.

Er benennt diese höheren Prozesse mit irdischen Namen, wie zum Beispiel die „Rose“ mit ihren Dornen und Blättern. Er versteht, wie er Prozesse und Dinge benennen muss. Sonst hätte er keine Möglichkeit, dies zu tun. Die Sprache der Wurzel und Zweige kommt daher. Ohne diese Sprache könnten die Kabbalisten nicht über die höheren Welten sprechen, die nur aus Kräften besteht. Um sich untereinander auszutauschen, brauchen Kabbalisten keine Sprache, da sie in diese Kräfte einbezogen sind und diese aktivieren.

Um ihre Erkenntnisse von Generation zu Generation weiterzugeben und die Menschen zu lehren, brauchen sie die Sprache der Zweige. Diese Sprache ist sehr präzise, da sie jede Wurzel, für jeden Zweig kennen und da jeder Prozess einen Name hat, können sie die Verbindung zum Höheren dadurch herstellen. Für uns stellt das ein Problem dar. Wenn wir ein Kabbalistisches Buch öffnen, sehen wir, dass alles in unserer materialistischen Sprache geschrieben ist. Dies verwirrt uns und wir verwechseln die Prozesse mit jenen unserer Welt. Die Kabbalisten beziehen sich überhaupt nicht auf unsere Welt. Nur die Naturwissenschaften sprechen von unserer Welt.

Frage: Gibt es Wurzeln für jeden Zweig in unserer Welt?

Antwort: Ja. Für alles was in unserer Welt existiert, gibt es Wurzeln in der höheren Welt, aber diese sind uns noch unbekannt. Diese Frage könnte man auch anders stellen: Gibt es mehr Wurzeln in der höheren Welt als Zweige in unserer? Nein. Es gibt für jeden Zweig eine Wurzel. Es gibt kein Licht oder Phänomen in Olam Ejn Sof (die Welt der Unendlichkeit), das nicht den untersten Punkt dieser Welt erreicht.

In unserer Welt sehen die Kabbalisten sogar das Licht, das im Material wirkt, während wir nur die Verpackung und die Substanz sehen. Er sieht das Licht und die Energie, die alle Komponenten der Substanz antreibt, er sieht die Absicht des Geschaffenen, er sieht das Ziel der Schöpfung, den Schöpfungsgedanken.

Hinter all den Gesichtern, dem Unbelebten, Pflanzlichen und der tierischen Natur sieht er die Realisierung des Zieles der Schöpfung in jedem einzelnen Moment. Manches wird am Wege des Leidens sichtbar, in seiner Zeit (Beito), oder mehr in Richtung des Lichtes, „ich werde es beschleunigen“ (Achishena). Er sieht die permanente Entwicklung dieser Welt, als ob sie auf der Waage balancieren würde.

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Aus dem 4. Teil der täglichen Morgenlektion. 15/12/2014, Schriften von Baal HaSulam