Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Sinn des Lebens'

Im Land des Pharaos, dem König von Ägypten

Es gibt viele Möglichkeiten, über das Drama zu denken, das sich zwischen Pharao und Moses im biblischen Ägypten abspielte. Manche sehen es als Geschichte, andere als Folklore und wieder andere als eine Allegorie, die uns Moral lehren soll. Die Weisheit der Kabbala hat eine völlig andere Sichtweise auf die Geschichte des Auszugs des Volkes Israel aus Ägypten.

Sie sieht sie als einen Prozess, der zum entscheidenden Moment im Leben führt: die Befreiung vom Ego und der Eintritt in eine neue Realität, in der das Ego der Diener und ein fürsorgliche König ist. Deshalb ist es heute, wo der Egoismus unser alleiniger Herrscher ist, so wichtig, die Konzepte der Weisheit der Kabbala in der Gesellschaft zu verbreiten und etablieren, denn nur die Fürsorge für andere, kann es verhindern, dass die Welt in Stücke explodiert.

[Rest des Beitrags lesen →]

Wie wird man chronische Müdigkeit los?

Frage: In den letzten Jahrzehnten zeigen viele Menschen, trotz langen Ruhe- und Schlafzeiten, ein chronisches Erschöpfungssyndrom. Die Ursachen der Krankheit sind noch unbekannt, dementsprechend gibt es auch keine wirksame Behandlung. Eine Reihe von Forschern glaubt, dass Viren Auslöser dieser Krankheit sind.

Das chronische Erschöpfungssyndrom verursacht enorme Schäden bei den Menschen und in der Wirtschaft. Allein in Großbritannien sind 250.000 Menschen davon betroffen und der wirtschaftliche Schaden geht in die Milliarden. Die Menschen sind buchstäblich an ihren Wohnort, an ihr Bett gefesselt und wissen nicht, woher sie die Kraft zum Leben nehmen sollen.

Antwort: Das Problem taucht absichtlich auf, damit wir einen wahren Sinn im Leben finden, anstatt es für nichts zu verschwenden. So bekommen wir das Gefühl, dass wir nicht sinnlos leben wollen. Es ist unsere Aufgabe den Sinn zu finden.

Unsere Evolution besteht darin, in uns einen Egoismus zu entwickeln, der Erfüllung verlangt. Wenn wir keinen Inhalt haben, müssen wir ihn selbst finden. Deshalb sind wir einerseits so egoistisch und andererseits so leer, so entsteht das Problem. Mit dem Wachstum des Egoismus müssen wir ständig danach suchen, womit wir ihn füllen können. Es sollte etwas Schöpferisches und wirklich Ehrenvolles sein.

Aus diesem Grund sollten wir den Menschen keine Beruhigungsmittel geben. Heute sind in der Welt Apathie, Losgelöstheit und alle möglichen Probleme sehr verbreitet- gerade weil der Egoismus wächst und wir Menschen ihm keine richtige Sättigung geben können.

Der Egoismus verlangt nur eines von uns: „Gib mir den Sinn des Lebens! Warum sollte ich sonst leben?“ Genau das ist das Problem. Wir müssen den Sinn des Lebens finden und ihn jedem anbieten. Jeder soll es finden, nicht in den kleinen sinnlosen Dingen, in denen wir uns verlieren und sowieso leer bleiben.

Ich glaube, die Menschheit wird den Sinn des Lebens finden. Ich persönlich habe ihn gefunden. Wer will, den lade ich ein.

Aus dem Fernsehprogramm, „Kabbala Express“,  06.11.2020

(274281)

Was wird für spirituelles Wachstum benötigt?

Frage: Was wird für spirituelles Wachstum benötigt?

Antwort: Die wichtigste Voraussetzung für spirituelles Wachstum ist der Wunsch.

Spirituelles Wachstum bedeutet das ich verstehe, wer ich bin, wofür ich existiere, wie sich alles um mich dreht, wie ich daran teilhaben kann; wie ich etwas erreichen kann, was ewig, vollkommen und wahr ist; wie ich das Netzwerk der Kräfte, welche die Welt beeinflussen und das Geheimnis der Welt enthüllen kann.

Es ist alles ein Wunsch, die Natur (den Schöpfer) zu verstehen. Wenn sich ein Mensch in solch einem Zustand befindet, dann bestimmt dieser Zustand seine gesamte Entwicklung.

Es hängt davon ab, wie viel er seit seiner Kindheit über den Sinn des Lebens nachdenkt: warum uns das Leben gegeben wurde und warum andere Menschen nicht darüber nachdenken. Er schaut sich um und versteht nicht, warum das weltliche Getue die Menschen so beschäftigt. Was haben sie davon? Wie kommen wir dazu, dass der Mensch anstatt von diesen kleinen, eitlen Dingen etwas Vollkommenes und Ewiges begreifen könnte?

Wenn ein Mensch einen solchen Wunsch hat, dann macht er sich auf den Weg zur Spiritualität.

Frage: Wie hängen Fragen nach dem Sinn des Daseins mit dem spirituellen Netz der Kräfte zusammen? Es handelt sich doch um eine andere Dimension.

Antwort: Nein, es gibt hier einen direkten Zusammenhang. Das spirituelle Netzwerk der Kräfte baut sich durch das Geben,  durch gegenseitige Verbindung, der Liebe, dem Heraustreten aus sich selbst auf. Dieses spirituelle Netzwerk basiert auf die selben Fragen.

Das heißt, die Fragen bleiben gleich. Ihre Lösung kann man nur durch die Entwicklung der Eigenschaft des Gebens finden. Man nimmt nicht alles in sich auf, sondern im Gegenteil- man tritt aus sich selbst heraus. Dort, außerhalb von dem egoistischen Wesen, befindet sich alles andere. Das ist der richtige Weg.

Aus dem russischen Unterricht, 25.11.2018.

(240604)

Die ewige Frage nach dem Sinn des Lebens

Warum begehen Menschen Selbstmord? Sie können das Gefühl der Schwermut, der Trostlosigkeit nicht ertragen. Sie wollten ein erfülltes Leben. Trotzdem, dass wir Fernsehen, Radio und tausende von verschiedenen Kanälen bzw. Programmen haben, haben wir keine Erfüllung.

Der Mangel, der sich in mir offenbart, die innere Unzufriedenheit und Leere, sind viel mehr als ich aus alle Quellen um mich herum herausholen kann.

Ich brauche den Sinn des Lebens! Hat mein Leben einen Sinn, einen Zweck, für den es sich zu leben lohnt?  Ich finde keine Antwort auf diese Frage. Ich muss wissen, dass mein Leben mich zum richtigen Ziel, zu einem guten Ergebnis führt, dass es mir und anderen von diesem Ergebnis besser gehen wird, dass ich mich in einem besonderen Prozess des Lebensflusses befinde, der ewig andauert.

Höchstwahrscheinlich werden die Menschen aufhören, über Selbstmord nachzudenken, wenn sie erfahren, wie die Realität funktioniert: in welchem Programm der Natur wir uns befinden und wie uns die Natur steuert. Wir bewegen uns ständig von einem Programm zum anderen, erhalten ein neues „Upgrade“ und lernen dadurch die Schöpfung in ihrer Gesamtheit, in diesem Leben und darüber hinaus kennen.

Der Prozess der Evolution führt uns zu einem sehr würdigen und erhabenen Ziel: Ein Mensch muss den Fluss des Lebens spüren, der ihn von Unendlichkeit zu Unendlichkeit durchströmt. Ich bin in diesem unendlichen Strom und ich bin selbst unendlich. Ich brauche mich nur für die Wahrnehmung der Kraft des Lebens, die um mich herum ist öffnen und mich so mehr und mehr zu entwickeln.

Man bringt es uns weder in der Schule, an der Universität, noch zu Hause in der Familie bei. Die Verzweiflung nimmt zu und wird weiterwachsen. Der Mensch wird schließlich gezwungen sein, die Frage nach dem Sinn des Lebens zu lösen.

Ich lade alle, um sich überzeugen zu können, in unsere Kabbala-Gemeinschaft ein. Sie werden sehen, wie freundlich und warm es dort ist und wie es bei der Suche nach dem Sinn des Lebens hilft, welches nicht mit dieser irdischen Existenz endet. Der Mensch bekommt ein Gefühl des Friedens, eines ewigen und schönen Lebens, das jeden Augenblick lebenswert ist.

Aus der TV-Sendung „Globale Perspektiven“, 16.08.2020.

[269902]

Die Wurzel unseres Lebens kennen

Frage: Welche Kraft treibt uns an, die Antwort auf die Frage „Was ist der Sinn des Lebens“ zu finden? Es wäre schön, diesen Unsinn aus dem Kopf raus zu schmeißen und ein erfülltes Leben hier und jetzt zu führen und zu genießen. Was treibt uns an, das herauszufinden?

Antwort: Es hängt nicht von dir, sondern von der Wurzel deiner Seele ab.

Im Menschen, gibt es neben dem Wunsch, diese Welt, dieses Leben zu genießen, besser als andere, stärker, respektvoller zu sein, einen weiteren kleinen, aber innigen Wunsch – den Sinn des Lebens zu kennen. Schließlich, ohne es zu Verstehen, scheint alles andere sehr klein, vorübergehend, unvermeidlich zu sein.

Der Wunsch, den Sinn des Lebens zu verstehen, warum ein Mensch geboren wird, ist sehr gut, aber er muss verwirklicht werden. Dazu ist es notwendig, sich über das Leben zu erheben, denn im Leben in seiner einfachen Daseinsform gibt es keinen Sinn. Um darüber hinauszukommen, muss man eine besondere Technik beherrschen.

Frage: Was bedeutet darüber hinauszukommen? Was ist höher als das Leben?

Antwort: Seine Wurzel- dort wo unser Leben startet, wo es kontrolliert wird, wo alle Signale auf uns zukommen und woher die Signale aus unserer Welt kommen.

Aus dem Unterricht , 24.05.2020

[267086]

Durch unsichtbare Fäden verbunden

Alles im Universum ist wie durch unsichtbare Fäden verbunden. Betrachten wir zum Beispiel das Element Eisen. Unser Planet besteht zu einem grossen Teil aus diesem Element. Es hilft uns, Sauerstoff in unserem Blut zu transportieren und ermöglicht es uns dadurch zu leben. Bakterien wiederum, machten – indem sie vor etwa 2,5 Milliarden Jahren gelernt haben, durch Photosynthese Sauerstoff zu erzeugen – die Evolution der Menschheit möglich. Diese hat sich über Zehntausende von Jahren entwickelt und Kinder, die heute geboren werden, sind unbewusst mit dem Wissen aller vorangegangenen Generationen ausgestattet.

Ganzheitlich betrachtet gibt es weder Geburt noch Tod, sondern nur den Wechsel von Zuständen. Ein ständiger Entwicklungsprozess derselben Entität, die aus der gesamten Realität besteht. Diese Entität, die in der Wissenschaft der Kabbala als „eine Seele“ bezeichnet wird, enthält all unsere Eigenschaften, Empfindungen, Erfahrungen und Gedanken. Alles ist in Allem vereint. Nichts von dem, was wir als „ich“ betrachten, ist wirklich persönlich. Anstatt verkrampft auf unserer Einzigartigkeit zu beharren, sollten wir deshalb versuchen uns mit unserer ganzen “Seele” zu verbinden, um das System dieser Verbindung fühlen zu können. Sonst wird sich dieses immer häufiger auftretende Gefühl, dass wir getrennte und einsame Wesen sind verstärken. Schlimm am Gefühl des Alleinseins ist, dass es genau die entgegengesetzte Wahrnehmung unseres wahren Zustands der ganzheitlichen Verbundenheit darstellt. Denn in Wahrheit gibt es keine einzige Zelle, keinen Gedanken, kein Verlangen oder Motivation, die nicht von unserer Umgebung zu uns kommt und von uns zur Menschheit und zum gesamten Universum weitergegeben wird. Durch unseren Egoismus, der in uns das Gefühl von Anspruch, Trennung und Entfremdung anderen gegenüber bewirkt, werden wir daran gehindert, diese ganzheitliche Verbundenheit zu spüren. Anstelle des absoluten Bewusstseins unserer Zusammengehörigkeit, empfinden wir eine durch die Mauern unseres Egos verursachte Dunkelheit.

Doch das ist nicht der Sinn unseres Daseins. Wir sind dazu bestimmt, diese Mauern zu durchbrechen. Aus diesem Grund können wir nur in Gesellschaft leben. So müssen wir lernen, uns miteinander zu verbinden. Die Fähigkeit, andere zu lieben wird es uns ermöglichen das gesamte Wissen über die Welt in unseren Herzen und Gedanken zu erlangen. Denn wahre Weisheit entsteht nicht durch Anhäufung von Wissen, sondern durch den Aufbau und die Pflege der Verbindungen zu anderen. Die Lösung all unserer Probleme liegt in der Fürsorge und gegenseitigen Verantwortung für alle Menschen. Dies wird uns nicht nur soziale Sicherheit, sondern ein uns derzeit noch unvorstellbares Wissen und Bewusstsein geben.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Das Ziel der Spiele des Schöpfers

Frage:  Als Beispiel: Ein Mensch kommt mit einem Problem in die Klinik. Dort ist eine Schlange, in der er lange warten muss, um aufgenommen zu werden. Oder er geht zur Bank um Geld abzuheben. Er erfährt, dass sein Konto gesperrt wurde. Sind das alles Spiele des Schöpfers? Was soll ich dadurch verstehen?

Antwort: Der Mensch wird dazu gebracht, nach dem Sinn des Lebens und nach seinem gegenwärtigen Zustand zu fragen: Wozu und woher kommt er?

Wenn er danach fragt, kommt er in eine passende Gesellschaft von Menschen, Büchern oder er erlebt Ereignisse, die ihn zu der Frage nach dem Sinn des Lebens bringen.

Während er den halben Tag in der Klinik in der Schlange sitzt, oder Probleme mit seinem Geschäft oder andere Schwierigkeiten hat, beginnt er darüber nachzudenken: „Was soll dieses Leben?“.

All diese Probleme, wir haben immer mehr davon, holen uns auf Schritt und Tritt ein. Sie sind nur dazu gedacht, dass sich unsere Generation zu fragen beginnt: „Wozu sind wir da? Was ist der Sinn des Lebens“?

Menschen tun das. Sie sind deprimiert, sie nehmen Drogen, um irgendwie aus diesem Leben zu fliehen. Langsam werden sie dahingeführt, die Methode der Erkenntnis der höheren Kraft, die sie geschaffen hat, sie steuert und mit ihnen spielt, zu offenbaren. Sie wollen wissen, warum ihnen das wiederfährt, wo dieser Schöpfer ist der alles bestimmt und ob Er überhaupt existiert? Zu welchem Zweck, warum, wozu? 

Es gibt keinen Menschen, der zur Kabbala kommt ohne zuvor deprimiert oder vom Leben enttäuscht gewesen zu sein. Die Menschen kommen zu uns, da sie einen Mangel spüren: „Ich habe nicht das Wichtigste im Leben“. Wenn ein Mensch das empfindet, vielleicht sogar ohne seine Frage und die fehlende Antwort genau zu verstehen, dann nähert er sich der Kabbala an.

Frage: Findet er dann die richtige Umgebung, die richtigen Bücher und warum in der Kabbala?

Antwort: Er kann viele andere Kreise durchlaufen, aber im Endeffekt wird ihn das Schicksal dennoch zur Kabbala führen.

Bisher sind das immer noch Einzelne. Wir sind die erste Linie, die sich dem Schöpfer annähert. Wir werden aber noch viele Menschen mitnehmen, sie werden immer wieder kommen und gehen, auftauchen und verschwinden. Das ist der natürliche Weg, eine Art Start-Stopp-Bewegung.

Aus dem TV-Programm „Grundlagen der Kabbala“, 25.03.2019.

(260963)

Sinn des Lebens Teil 6.

Patent für den endlosen Genuss

Frage: Wird im materiellen Leben die Erfüllung unserer Wünsche in der Konfrontation mit dem Verschwinden des Genusses empfunden? Wenn ich zum Beispiel durstig bin, trinke ich einige Schluck Wasser und empfinde dabei Genuss, dann verschwindet er. Gibt es in der Kabbala ein Patent für den endlosen Genuss?

Antwort: Die Kabbala hat in der Tat ein Mittel das uns ermöglicht, kontinuierlich und immer mehr zu genießen.

Die Genüsse in dieser Welt werden durch unsere Verlangen auf unbelebter, pflanzlicher und tierischer Stufe neutralisiert. Es verschwindet sowohl das Verlangen als auch der Genuss – ich fühle mich doppelt leer, d.h. ich bringe mich fast um.

Nach der Kabbala muss ich den Genuss auf eine Art und Weise erhalten, dass mein Verlangen nicht ausgelöscht wird. Erst dann werde ich diesen Genuss als unendlich empfinden. Je mehr ich Genuss und Verlangen haben werde, werde ich noch mehr Genuss und Verlangen erhalten – ich werde eine stetig sich steigernde Erfüllung empfinden. Aus diesem Grund wird die Kabbala als die Wissenschaft des Empfangens bezeichnet.

Frage: Muss es also eine Art Schirm, einen Widerstand erzeugen, der das Vergnügen, das Verlangen nicht auslöscht? Was ist das?

Antwort: Es ist ein Aufstieg über unsere egoistischen Verlangen. Das heißt, dass ich mich von diesem Verlangen loslöse, es unabhängig von meinen Gefühlen für Seine Absicht benutze, um es mit Genuss zu füllen. Ich brauche den Genuss nicht für mich selbst zu empfinden, sondern dafür, dass Andere und der Schöpfer Freude daran haben.

Frage: Kann ich durch diesen Widerstand zu einem anderen Mensch werden?

Antwort: Ja, denn wenn ich das für einen anderen Menschen mache, dann isoliere ich mich. Durch diesen Menschen trenne ich mein Verlangen von der Erfüllung ab, da ich es seinetwegen mache. Dann verschwindet mein Verlangen, der Genuss wird dabei nicht neutralisiert, da sich der Genuss auf den Nächsten bezieht. In diesem Zustand kann ich den Genuss unendlich empfinden.

Frage: Dies ergibt ein Modell: Ich, ein Anderer und der Genuss. Reicht dabei ein Mensch aus, oder muss es eine Gruppe von Menschen, oder sogar die ganze Menschheit sein?

Antwort: Das spielt keine Rolle. Das Wichtigste ist, dass sich der Genuss außerhalb von mir befindet, dann kann ich ihn tatsächlich ständig und zunehmend erleben.

Frage: Was hat das mit dem Schöpfer zu tun? Wo ist hier der Schöpfer?

Antwort: Der Schöpfer ist die Ursache für all das. Er lehrt uns mit seinen immerwährenden positiven und negativen Einflüssen wie wir ein Werkzeug bauen können, um den kontinuierlich zunehmenden Genuss zu erhalten.

Frage: Warum heißt es nicht „Ich, der Schöpfer und der Genuss“, sondern „Ich, der Nächste und der Genuss“?

Antwort: Es spielt keine Rolle, ob es der Schöpfer oder ein anderer Mensch ist. Es ist so, dass der Schöpfer als eine dritte Person handelt, die absolut alle ersetzt. Indem man sich daraufhin ausrichtet, die Anderen zu füllen, um so den Schöpfer zu erfüllen, löst man sich von sich selbst vollständig los.

Frage: Wenn ich jetzt Genuss empfinden möchte, muss ich mich dann nach einem, mir unbekannten Menschen umschauen, um ihm etwas Gutes zu tun?

Antwort: Nein, so funktioniert das nicht. Auf diese Weise beginnt man diesen Menschen als sich selbst zu betrachten, dadurch wird er dir sehr nah. Hier besteht die Gefahr, dass man diesen Anderen rein egoistisch erfüllt.

Bemerkung: Wenn es zum Beispiel mein Kind ist, dann kann ich es verstehen.

Antwort: Auch wenn es sich nicht um dein Kind, sondern um einen Fremden handelt. Deshalb muss alles durch den Zehner fließen, durch die Gruppe, hin zum Schöpfer. Es muss auf eine sehr ernsthafte Stufe erhoben werden.

Frage: Wie zeigt sich hier der Schöpfer? Äußert Er sich wie der Treibstoff, der mir die Möglichkeit gibt etwas zu machen?

Antwort: Der Schöpfer zeigt sich als Ziel, als die Adresse, an die sich mein Handeln richtet. Ich mache es für ihn. Durch die Gruppe hin zum Schöpfer, dann erhalte ich die klare Absicht zu Geben.

Frage: Woher weiß ich, was der Schöpfer braucht?

Antwort: Das ist unwichtig. Wenn ich auf diese Weise meine Handlungen aufbaue, löse ich mich von meinem Egoismus. Den Schöpfer gibt es nicht. Ich brauche dieses Konstrukt, um aus mir herauszukommen, um den absoluten und konstanten Genuss zu erreichen.

Frage: Was muss ich für andere tun? Muss ich ihnen etwas geben?

Antwort: Du wirst das Bewusstsein erlangen, zu merken was ihnen fehlt und wirst die Möglichkeiten sehen, sie durch dich zu erfüllen – sie so zu behandeln, dass das höhere Licht durch dich hindurchfließt und sie erfüllt.

Bemerkung: Hier läuft man Gefahr, sich in einer Illusion zu verfangen.

Antwort: Du kannst dich nicht in einer Illusion wiederfinden, da es von deinem Ego losgelöst ist. Der Egoismus kann hier nicht mit dir spielen. Das ist sehr real, sogar so real, dass Jahre vergehen, bis wir zu diesem Zustand kommen.

Frage: Woher weiß ich, was die anderen brauchen? Angenommen, ich habe ein paar Freunde, muss ich versuchen, etwas für sie zu tun, wenn sie mich darum bitten?

Antwort: Sie brauchen dasselbe wie du, absolut dasselbe.

Bemerkung: Sagen wir, ich muss den Sinn des Lebens finden.

Antwort: Sie möchten das Gleiche, denn sie sind mit dir in derselben Gruppe.

Frage: Wenn ich ihnen helfe, den Sinn des Lebens zu finden, den Schöpfer zu offenbaren, ich mich darum kümmere, dass sie es verstehen können, gebe ich ihnen dann?

Antwort: Ja, ihr helft euch gegenseitig. Diese gemeinsame Arbeit führt euch zu einem gemeinsamen Verlangen, zu einer gemeinsamen Absicht. Ihr werdet euch als so verbunden ansehen, dass ihr nicht mehr fühlt, wo der eine und der andere ist.

Durch eure gemeinsamen Verlangen und Absichten, offenbart ihr, durch die Gruppe, den Plan des Schöpfers.

Fortsetzung folgt…

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“ von 14.01.2019

[255741]

Sinn des Lebens Teil 3

Ist es möglich, die Frage nach dem Sinn des Lebens zu beseitigen?

Bemerkung: Heute hat sich die Lebenserwartung der Menschen vervierfacht. Vor dreieinhalb tausend Jahren betrug im alten Ägypten die durchschnittliche Lebenserwartung 22 Jahre.

Antwort: Heute können wir das nicht verstehen. Mit 22 Jahren beginnt das Leben noch gar nicht.

Frage: Damals wurden ständig Kriege geführt, daher starben 15  bis 20% der Menschen auf unnatürliche Weise. Einerseits sieht das Leben heutzutage zweifellos besser aus, andererseits nimmt die Hälfte der Weltbevölkerung Antidepressiva. Löst die Natur all das im Menschen aus?

Antwort: Ja, es ist unsere Natur, die uns zum Ziel führt. Wir haben alles außer dem Wichtigsten: Wofür leben wir?

In der Antike hat der Mensch mit 20 Jahren vielleicht noch gar nicht über den Sinn des Lebens nachgedacht. Wenn man aber 80 Jahre lang lebt, gibt es ein Problem – man denkt die Hälfte seines Lebens darüber nach: „Ich werde bald sterben, wofür habe ich gelebt? Was ist der Sinn?“ Das ist schlimmer, als der Tod.

Bemerkung: Allein die Tatsache, dass alles ein Ende hat, wirft die Frage auf: Was ist, wenn alles ein Ende hat, der Sinn des Lebens?

Antwort: Um nicht darüber nachdenken zu müssen, braucht man Drogen, – das hat auch der Mensch erfunden.

Frage: Heute sind auf der ganzen Welt Drogen legalisiert. Glauben Sie, dass dies kein Zufall ist?

Antwort: Natürlich ist das kein Zufall! Der Mensch will nicht über sein Ende nachdenken. Diese Gedanken lassen ihn aber nicht los, er möchte seine Leere irgendwie füllen.

Frage: Auf der einen Seite gibt uns folglich der Schöpfer Leiden und andererseits lässt er den Gebrauch von Drogen zu, damit wir sie benutzen können?

Antwort: Wir sollen erkennen, dass auch dies keine Lösung ist. Es ist keine Lösung!

Frage: Wir können also mit Drogen die innere Frage nach dem Sinn des Lebens nicht beantworten?

Antwort: Keinesfalls.

Fortsetzung folgt…

Aus der TV-Sendung „ Grundlagen der Kabbala“ , 14.01.2019.

(255594)

Sinn des Lebens Teil 1

Das Ziel des Lebens nach dem höheren Gedanken

 Frage: In der gesamten Menschengeschichte suchten Menschen nach dem Sinn des Lebens.

Im antiken Griechenland und im alten Rom glaubte man, dass das Ziel aller menschlichen Handlungen die Suche nach dem Glück ist. Jeder verstand dabei das Glück auf seine Weise.

Die Zyniker begnügten sich mit wenig- sie vermieden das Böse.

Die Lebensideale der Stoiker waren Gleichmut und Ruhe gegenüber äußeren und inneren Reizen. Dasselbe galt für die meisten östlichen Methoden.

Im mittelalterlichen Europa und in Indien wurde die Vorstellung vom Sinn des Lebens mit Ahnenkult und dem Festhalten an religiöse Ideale verbunden. Wenn wir spätere Glaubensansätze und Theorien nehmen, ist es klar, dass der Sinn des Lebens die Erkenntnis Gottes ist. Jeder verstand natürlich auf seine Weise, was Gott ist. Das gerechte Leben, die Einhaltung der Gebote, die Liebe zu Gott waren für sie die Grundlagen der Existenz.

Nach den Lehren Buddhas ist der Sinn und das höchste Ziel des Lebens, das Leiden zu beenden. Die Abwesenheit von Leid ist im Prinzip der Genuss. Das Leiden zu beenden bedeutet, dass man aufhört, seinen Egoismus, seinen Wunsch zu empfangen, zu benutzen.

Nach Konfuzius war das Hauptziel der menschlichen Existenz die Schaffung einer idealen Gesellschaft, in der der Mensch ein „Rädchen“ ist und sich auf diese Weise in Harmonie befindet.

Nach einer Umfrage unter den modernen Menschen glauben 26%, dass diese Welt keinen Sinn hat, 32% – dass der Sinn des Lebens in der Liebe liegt, 22% – darin, die Welt zu kennen und das Wissen an andere weiterzugeben, 8% – die Fülle der Kommunikation mit Gott zu erlangen.

Was ist der Sinn des Lebens aus der Sicht der Kabbala?

Antwort: Es gibt das Ziel der Schöpfung, das von Anfang an in der Erschaffung des Menschen und der Welt, in der er erschaffen wurde, liegt. Es besteht darin, dass wir durch unsere Entwicklung in dieser Welt, in der Umgebung, in der wir uns inmitten der unbelebten, pflanzlichen, tierischen Natur und dem menschlichen Umfeld befinden, den Schöpfer enthüllen können, der alles lenkt.

Der Sinn der Existenz liegt in der Wahrnehmung des Schöpfers während unseres materiellen Lebens.

Frage: Wie unterscheidet sich das von anderen Methoden, bei denen auch die Erkenntnis des Schöpfers, die Liebe zu Ihm, die Befolgung Seiner Gebote gepredigt wird?

Antwort: In der Kabbala meinen wir eine absolut klare Offenbarung des Schöpfers in allem was uns umgibt. Wir erfassen Ihn genauso, wie wir jeden anderen, universellen Teil der Natur erfassen.

Frage: Wo kommt das her? Werde ich Ihn sehen, fühlen und hören können?

Antwort: Es wird in allem erfasst, was in mir und um mich herum geschieht: Ich beginne, die höhere lenkende Kraft, die sich in allen Handlungen, in allen Eigenschaften, in allen Ereignissen befindet, zu offenbaren. Die Offenbarung der höheren Kraft gibt mir die Auffassung davon, dass ich mich in einer völlig neuen Welt befinde – der Welt, in welcher der Verwalter dieser Welt existiert.

Diese höchste Lenkungskraft offenbart sich in absolut allen Eigenschaften, Veränderungen, in der Natur, in mir, in meinem Verstand und meinen Gefühlen, in allem, was mit jedem Menschen in dieser Welt geschieht.

Darüber hinaus offenbart sie sich dadurch und enthüllt ihr Ziel:  Wie man die Verbindung unzähliger Lebewesen auf verschiedenen Stufen – unbelebt, pflanzlich, tierisch und menschlich – zu absoluter Harmonie, zur Verbindung untereinander und zur kompletten integralen Interaktion führt.

Diese Wahrnehmung einer einzigen Kraft, eines einzigen Zieles, eines einzigen Planes, wenn alle Handlungen praktisch zu einem Ganzen zusammengefasst werden und alles auf einen einzigen Zustand hinausläuft, den wir alle durch diesen erhabenen Plan erreichen müssen, wird dies als „Schöpfer“ bezeichnet.

Wir kommen in den Zustand, in dem wir klar sehen, fühlen und wahrnehmen, dass es nichts anderes als den Schöpfer gibt. Es gibt nur diese Kraft, die uns absichtlich erschaffen hat, um uns ihre Einheit, ihre Größe, ihre Kraft, ihre Universalität zu zeigen.

Fortsetzung folgt…

Aus dem TV-Programm „Grundlagen der Kabbala“, 14.01.2019

(255544)09