Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Sehen, hören, handeln

In vielen kabbalistischen Artikeln wird über das Hören, das Sehen und das Handeln geschrieben. Das Hören symbolisiert die Eigenschaft von Bina, das Sehen die Eigenschaft von Chochma und das Handeln die Eigenschaft von Malchut.

Handeln im spirituellen Sinne bedeutet, dass der Mensch wie der Schöpfer handelt, sein Mitstreiter und Partner wird und so selbst beginnt, mit voller Kraft an der Schöpfung teilzunehmen.

Dabei sind auch Phänomene wie Sehen und Hören Arten der Verbindung mit dem Schöpfer. Die Verbindung erfolgt entweder über Bina – das Hören, über Chochma – das Sehen oder über Malchut – das Handeln. Die Abstufung ist wie folgt: Bina, Chochma, Malchut.

Die vollständigste und stärkste Verbindung wird durch Handlungen hergestellt. Dazu gehören alle Handlungen des Menschen, in denen er dem Schöpfer ähnlich sein möchte.

Wenn wir „sehen” und „hören” sagen, meinen wir damit nicht das Sehen und Hören mit den Augen und Ohren. Es handelt sich um eine innere, angestrengte Arbeit. Sehen, hören und handeln sind verschiedene Arten der inneren Verbindung mit dem Schöpfer.

Aber solange diese Gefühle nicht vorhanden sind, ist es schwer zu verstehen, was das ist. Die Gefühle werden nach und nach kommen. Zuvor müssen die inneren spirituellen Organe entwickelt werden.

Frage: Was soll ich jetzt tun, solange ich diese Kelim (Gefäße), diese Gefühle, noch nicht habe?

Antwort M. Laitman: Lies das Buch Sohar, versuche, es zu verstehen, und dann wirst du  diese Gefühle entwickeln.

Frage: Gibt es keine anderen Methoden?

Antwort M. Laitman: Nein, denn das, was du liest, muss durch deine Bemühungen in Gefühle übersetzt werden, die du mit denselben Bemühungen auf den Schöpfer richtest.

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Aus der Fernsehsendung „Vorwort zum Buch Sohar“, 7. Januar 2024

Der Lautsprecher des Schöpfers

Kongress in Arava. Gespräch beim Essen.

Ihr versteht nicht, wie sehr wir alle von oben gesteuert werden. Der Lehrer ist hier wie ein Lautsprecher, Teil eines höheren Systems, der euch Wissen vermittelt, und nichts weiter. Ihr verehrt doch auch nicht den Lautsprecher dafür, dass er euch etwas Interessantes erzählt. Genauso solltet ihr auch den Lehrer betrachten – ihr solltet das Gerät respektieren, über das euch von oben etwas vermittelt wird, aber mehr auch nicht.

Ich möchte euch warnen, denn genau darin liegt der Unterschied zwischen blinder Verehrung und der Wahrheit. Ich spüre mehr als alle anderen, dass ich von oben gesteuert werde und nichts von mir selbst habe. Ich spiele euch nichts vor, ich führe wirklich nur Befehle von oben aus. Und die ganze Arbeit des Menschen besteht darin, gesteuert zu werden. Je höher er steht, desto mehr wird er gesteuert. Das nennt man ein Sklave des Schöpfers sein, die Stufe Mosche.

Deshalb dürfen wir nicht vergessen, dass wir sensibel dafür sein müssen, was der Schöpfer uns sagt – in uns sagt! Und dann müssen wir entsprechend handeln. Ich spüre, dass dies bereits näher rückt. Und dann steigen wir bereits auf die Stufe von  Bina – wir können hören, was der Schöpfer sagt, das ist bereits die Stufe von Bina. Und danach erlangen wir „das Sehen“.

Lasst uns also versuchen, nicht vom Lehrer abhängig zu sein (er ist begrenzt und vergänglich), sondern alle zusammen zu einem „Gefäß“ (Kli) zu werden, das, wenn es verbunden ist, sehen und auf das reagieren kann, was der Schöpfer ihm sagt. Das ist das Wichtigste. Lechaim! Dieses Hören, dieses Empfinden, das ist das Leben.

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Aus einem Gespräch bei einem Essen vor dem Kongress in der Arava-Wüste

Das Bündnis der Augen

Frage: Gibt es in der Kabbala so etwas wie einen „Bund der Augen“? Was bedeutet es?

Antwort: Der Bund der Augen ist eine hohe Verbindung, die bereits im Licht des höheren Verständnisses im Licht von Chochma stattfindet.

In unserer Welt gibt es Menschen, die sagen: „Ich habe gehört“, und es gibt solche, die sagen: „Ich habe gesehen“. In der Kabbala symbolisiert das Sehen das Licht von Chochma und das Hören das Licht von Chassadim.

Was das Licht von Chassadim betrifft, so können wir nicht sagen, was wir fühlen. Wir hören, aber es ist keine vollständige Erkenntnis. Volle Erkenntnis ist Sehen.

Dementsprechend gibt es Propheten, die sagen: „Ich habe gesehen“ oder „Ich habe gehört“. „Ich sah“ ist eine absolut vollständige Erkenntnis des Schöpfers, und wir betrachten eine solche Prophezeiung als die Höchste.

Die Unterteilung in „gesehen“ und „gehört“ findet sich in allem, was uns wiederfährt. Was immer jedem von uns im Leben zu Teil wird, kommt vom Schöpfer.

Er allein erfüllt und bewegt uns die ganze Zeit. Das Wichtigste was wir uns wünschen ist absolutes Verstehen und das kann nur im Licht von Chochma, also in der Vision geschehen.

Aus der Fernsehsendung “ Spirituelle Zustände“, 28.12.21

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Was sieht ein Kabbalist?

Frage: Sie sagen, dass ein Mensch nur durch die Kabbala zur Offenbarung der Höheren Welt kommen kann. Was ist mit den anderen Methoden, die behaupten, die Öffnung des menschlichen Bewusstseins erreicht zu haben?

Antwort: Vertraue niemandem. Warum um alles in der Welt sollten Sie mir oder jemand anderem glauben? Einer wird einen längeren Bart haben, ein anderer wird schöner sprechen, der dritte wird etwas anderes manipulieren. Sie müssen alles überprüfen.

Zunächst einmal müssen Sie sicherstellen, dass Sie es richtig prüfen. Das heißt, richten Sie Ihre Sinne, Ihre Gedanken, Ihren Apparat, mit dem Sie überprüfen, wie ein Wissenschaftler aus.

Wie könnte es sonst sein? Angenommen, Sie fangen jetzt an, jemandem zu glauben, dann wird Ihr ganzes Leben so verlaufen. Am Ende werden Sie feststellen, dass Sie an das Falsche geglaubt haben. Das nächste Mal, wenn Sie sich in unserer Welt befinden, werden Sie einem anderen glauben und ihm mit geschlossenen Augen folgen.

Die Kabbala sagt: „Nein, wir müssen zuerst das untersuchen, was wir überhaupt prüfen, nämlich die Erfahrung, die richtige Einstellung dazu, die Analyse, und erst danach den richtigen Umgang mit diesem System.

Als ich als ein Neuling zur Kabbala kam, war das meine Einstellung ihr gegenüber. Ich konnte mir nicht einmal vorstellen, dass ich an etwas glauben könnte. Woran? Daran, dass man mir sagt, dass Gott existiert? Ich will es nicht glauben! Ich will es wissen!

Die Kabbala beschäftigt sich damit, dir Wissen zu vermitteln. Du offenbarst die Höhere Welt. Dies ist ein zusätzliches System, das hinter unserer Welt steht und sie steuert. Wenn man sie offenbart, beginnt man sie zu sehen. Sie schimmert durch die Materie hindurch. Man sieht, wie diese Materie funktioniert, wie alle ihre Teile miteinander verbunden sind. Alle Methoden sprechen nur darüber, der Kabbalist hingegen, sieht es. Er arbeitet damit.

Jeder Mensch, der sich die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt, muss das alles selbst durchmachen. Keiner kann das übernehmen.

Wenn er aber Trost in einer anderen Methode findet, dann soll er dort bleiben. Die Kabbala bindet niemanden fest und macht keine Werbung. Viele Jahrtausende lang war sie verborgen, da die Menschheit sie nicht brauchte. Es stellte sich nicht die dringende Frage nach dem Sinn des Lebens. Damals war die Menschheit noch nicht so vernetzt wie heute.

Aus der Fernsehsendung „Nahaufnahme. Die Suchenden“

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Hören und sehen

Frage: Es gibt verschiedene Arten der Wahrnehmung. Wenn ein Mensch einem Dozenten an der Universität zuhört, um sich Wissen anzueignen, ist das eine Sache. Wenn er einem Freund zuhört, der vor einer dramatischen Situation in seiner Familie erzählt und sich dabei in ihn hineinversetzt, ist das etwas anderes. Das Dritte ist, wenn ein Mensch einem Gleichgesinnten aus seiner Gruppe zuhört, um sich mit ihm zu verbinden und den Plan der Natur zu offenbaren. Gibt es einen Unterschied zwischen diesen Situationen?

Antwort: Der Unterschied ist enorm. Vor allem, wenn Freunde versuchen, das höchste Ziel der Natur zu erreichen, da sie es verbindet. Jeder arbeitet gegen sich selbst, um sich mit den anderen zu vereinen.

Hier gibt es bereits eine klare klassische Kommunikation. Sie geht über den Egoismus hinaus. Man muss sich notwendigerweise über sich erheben, um sich mit den anderen verbinden zu können und mit ihnen gemeinsam spüren, wie man in das Dritte eindringt – in den eigentlichen Plan des Universums.

Frage: Was bedeutet spirituell „sehen“ und „hören“? Ist dies eine besondere Stufe der Kommunikation?

Antwort: Hören ist arbeiten um zu geben. Sehen ist der Übergang vom Geben zum Empfangen um zu geben.

Bemerkung: Selbst in den Originalquellen steht geschrieben: „Sie hören die Stimme des Schöpfers“.

Antwort: Ja, es gibt diejenigen, die hören, das heißt im Licht von Hassadim arbeiten. Es gibt Menschen, die sogar sehen, sie arbeiten im Licht von Chochma.

Aus der Fernsehsendung „ Kommunikationsfähigkeiten“, 14.08.2020

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Aufbau der zukünftigen Gesellschaft, Teil 13

Warum sollte man Kabbalisten glauben?

Kommentar: Viele mögen sagen: „Warum sollte ich den Kabbalisten glauben, dass der Schöpfer die Eigenschaft des Gebens und der Liebe ist?

Meine Antwort: : Man braucht nicht daran zu glauben, man muss lediglich die Gesellschaft in diese Richtung voranbringen, sie behutsam und schrittweise heranführen. Warum sollte man darüber sprechen? Auch wenn dies nicht schaden wird, werden die Menschen nicht davor fliehen können. Sie befinden sich heute unter solchen Umständen, dass ihnen nicht mehr viel Zeit für Diskussionen bleibt.

Kommentar: Nun, viele Wissenschaftler sagen auch, dass alles so subjektiv ist, dass man die Existenz des Schöpfers weder beweisen noch leugnen kann, jedoch kann man einfach viele verschiedene Theorien aufstellen. Es ist schwer, etwas zu beweisen, da unser Gehirn so arbeitet, dass wir jegliche Theorie akzeptieren können.

Meine Antwort: Der Schöpfer ist das Gesetz der Natur. Und wir müssen dieses Gesetz einfach erkennen, da die Gesamtheit der Natur in ihrer integralen Komplexität der Schöpfer genannt wird.

Frage: Und Sie versuchen nicht, dies zu beweisen?

Antwort: Nein. Sie können niemandem etwas beweisen. Wie kann ich einem kleinen Kind die Existenz von etwas beweisen, das über seine Wahrnehmung hinausgeht? Es gibt keine Möglichkeit. Das Einzige, was ich tun kann, ist, das Kind geduldig zu erziehen, es auf die Ebene zu heben, auf der es alles sehen und erklären kann. Ansonsten, nein.

Frage: Es ist also unmöglich, einem Menschen zu erklären, dass es zwei Gesetze gibt – das Gesetz des Empfangens und das Gesetz des Gebens – und wenn wir der Gesellschaft geben, werden wir wie der Schöpfer?

Antwort: Warum nicht? Dies lässt sich sogar ganz leicht erklären. Auf unbelebter, pflanzlicher und tierischer Ebene können wir sehen, wie diese Gesetze eingehalten werden, wie alles auf einem Gleichgewicht zwischen Empfangen und Geben aufgebaut ist.      

Auf der Ebene der Gesellschaft hingegen sehen wir das nicht, weil in ihr im Gegensatz dazu alles nur auf Empfangen aufgebaut ist, und Geben nur möglich ist, wenn man stattdessen noch mehr bekommen kann. Das heißt, in der Gesellschaft gibt es überhaupt kein Geben. Es gibt Empfang, getarnt als Geben. Das bedeutet, dass die Gesetze der unbelebten, pflanzlichen und belebten Natur auf die Ebene des Zustands der Gesellschaft, auf die menschliche Stufe, erhoben und dort verwirklicht und in die Praxis umgesetzt werden müssen. Deshalb müssen wir sehen, wie dies erreicht wird, wie in der Gesellschaft Empfangen und Geben, Plus und Minus, in uns in der gleichen Weise existieren wie auf den drei vorhergehenden Stufen. Ist es möglich oder nicht? Das ist im Prinzip das ganze Problem und all unser Unglück. Wenn wir das schaffen, werden wir eine perfekte Welt haben.

Ich spreche hier weder von Religion, noch vom Schöpfer, noch von irgendjemandem. Es geht nur darum, was die Welt braucht, und heute sehen wir dies. Versuchen wir, es umzusetzen.

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Sinn des Lebens Teil 1

Das Ziel des Lebens nach dem höheren Gedanken

 Frage: In der gesamten Menschengeschichte suchten Menschen nach dem Sinn des Lebens.

Im antiken Griechenland und im alten Rom glaubte man, dass das Ziel aller menschlichen Handlungen die Suche nach dem Glück ist. Jeder verstand dabei das Glück auf seine Weise.

Die Zyniker begnügten sich mit wenig- sie vermieden das Böse.

Die Lebensideale der Stoiker waren Gleichmut und Ruhe gegenüber äußeren und inneren Reizen. Dasselbe galt für die meisten östlichen Methoden.

Im mittelalterlichen Europa und in Indien wurde die Vorstellung vom Sinn des Lebens mit Ahnenkult und dem Festhalten an religiöse Ideale verbunden. Wenn wir spätere Glaubensansätze und Theorien nehmen, ist es klar, dass der Sinn des Lebens die Erkenntnis Gottes ist. Jeder verstand natürlich auf seine Weise, was Gott ist. Das gerechte Leben, die Einhaltung der Gebote, die Liebe zu Gott waren für sie die Grundlagen der Existenz.

Nach den Lehren Buddhas ist der Sinn und das höchste Ziel des Lebens, das Leiden zu beenden. Die Abwesenheit von Leid ist im Prinzip der Genuss. Das Leiden zu beenden bedeutet, dass man aufhört, seinen Egoismus, seinen Wunsch zu empfangen, zu benutzen.

Nach Konfuzius war das Hauptziel der menschlichen Existenz die Schaffung einer idealen Gesellschaft, in der der Mensch ein „Rädchen“ ist und sich auf diese Weise in Harmonie befindet.

Nach einer Umfrage unter den modernen Menschen glauben 26%, dass diese Welt keinen Sinn hat, 32% – dass der Sinn des Lebens in der Liebe liegt, 22% – darin, die Welt zu kennen und das Wissen an andere weiterzugeben, 8% – die Fülle der Kommunikation mit Gott zu erlangen.

Was ist der Sinn des Lebens aus der Sicht der Kabbala?

Antwort: Es gibt das Ziel der Schöpfung, das von Anfang an in der Erschaffung des Menschen und der Welt, in der er erschaffen wurde, liegt. Es besteht darin, dass wir durch unsere Entwicklung in dieser Welt, in der Umgebung, in der wir uns inmitten der unbelebten, pflanzlichen, tierischen Natur und dem menschlichen Umfeld befinden, den Schöpfer enthüllen können, der alles lenkt.

Der Sinn der Existenz liegt in der Wahrnehmung des Schöpfers während unseres materiellen Lebens.

Frage: Wie unterscheidet sich das von anderen Methoden, bei denen auch die Erkenntnis des Schöpfers, die Liebe zu Ihm, die Befolgung Seiner Gebote gepredigt wird?

Antwort: In der Kabbala meinen wir eine absolut klare Offenbarung des Schöpfers in allem was uns umgibt. Wir erfassen Ihn genauso, wie wir jeden anderen, universellen Teil der Natur erfassen.

Frage: Wo kommt das her? Werde ich Ihn sehen, fühlen und hören können?

Antwort: Es wird in allem erfasst, was in mir und um mich herum geschieht: Ich beginne, die höhere lenkende Kraft, die sich in allen Handlungen, in allen Eigenschaften, in allen Ereignissen befindet, zu offenbaren. Die Offenbarung der höheren Kraft gibt mir die Auffassung davon, dass ich mich in einer völlig neuen Welt befinde – der Welt, in welcher der Verwalter dieser Welt existiert.

Diese höchste Lenkungskraft offenbart sich in absolut allen Eigenschaften, Veränderungen, in der Natur, in mir, in meinem Verstand und meinen Gefühlen, in allem, was mit jedem Menschen in dieser Welt geschieht.

Darüber hinaus offenbart sie sich dadurch und enthüllt ihr Ziel:  Wie man die Verbindung unzähliger Lebewesen auf verschiedenen Stufen – unbelebt, pflanzlich, tierisch und menschlich – zu absoluter Harmonie, zur Verbindung untereinander und zur kompletten integralen Interaktion führt.

Diese Wahrnehmung einer einzigen Kraft, eines einzigen Zieles, eines einzigen Planes, wenn alle Handlungen praktisch zu einem Ganzen zusammengefasst werden und alles auf einen einzigen Zustand hinausläuft, den wir alle durch diesen erhabenen Plan erreichen müssen, wird dies als „Schöpfer“ bezeichnet.

Wir kommen in den Zustand, in dem wir klar sehen, fühlen und wahrnehmen, dass es nichts anderes als den Schöpfer gibt. Es gibt nur diese Kraft, die uns absichtlich erschaffen hat, um uns ihre Einheit, ihre Größe, ihre Kraft, ihre Universalität zu zeigen.

Fortsetzung folgt…

Aus dem TV-Programm „Grundlagen der Kabbala“, 14.01.2019

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Effektives Vorankommen

Frage: Welche Einstellung sollten wir zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufbauen, um sowohl in der Kabbala als auch im Leben so effektiv wie möglich voranzukommen?

Antwort: Einerseits ist das sehr einfach, aber andererseits ist es auch schwierig. Es ist nun mal so, dass ich mir die gesamte Menschheit, die ganze Welt als Eins, als eine einheitliche Konstruktion, die von einer einzigen guten höheren Kraft gelenkt wird, vorstellen muss. Ich möchte einen Bezug zu dieser Kraft haben, mich mit ihr solidarisieren, ihr angehören, in sie eintreten.

Sobald ich versuche, mich an die höhere Kraft anzupassen, d.h. mich in einen Zustand der Verschmelzung mit dem Schöpfer befinde, werde ich sofort die ganze Menschheit als einen einzigen Mechanismus wahrnehmen.

Im Prinzip sind sich alle über diese Tatsache einig. Was kann man, außer nur darüber zu sprechen, noch tun? Ich werde es wissen, sehen, fühlen, verstehen, wahrnehmen und durch meine Handlungen umsetzen.

In diesem Fall gibt uns die Kabbala Werkzeuge in die Hand. Durch unsere richtigen Handlungen in der Natur können wir daran teilhaben. In dem Maße, in dem ich mit der höheren, ewigen, vollkommenen, guten Natur, die mit all ihren Teilen in absoluter Verbindung steht, richtig interagieren kann, werde ich sie offenbaren, verstehen, fühlen, ihren Plan, ihren Aufbau und die Gleichung sehen, nach der sie funktioniert.

Frage: Wie kommt man dieser Zukunft näher?

Antwort: Dafür habt ihr die Gruppe. Wenn es keine gibt, müsst ihr eine Gruppe gründen, in der Menschen einen Zustand erreichen möchten, in der sie Eins werden wollen. 

Ihr müsst dazu nicht physisch miteinander verbunden sein. Ihr müsst euch nur gegenseitig in eurer Bewegung zu einem gemeinsamen Ziel unterstützen. Ihr müsst euch um das spirituelle Leben des anderen kümmern. In so einer Gruppe hängt das spirituelle Leben eines jeden von dem anderen ab.

Wenn wir uns gegenseitig mit voller Anteilnahme, freundlicher Fürsorge und als Ergänzung behandeln, werden wir in uns die Offenbarung der guten Kraft, bzw. des Schöpfers fühlen. Ich wünsche euch, dass ihr das verwirklicht.

Aus dem Unterricht vom 28.04.2019

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Wissen bedeutet Geben

Frage: Wenn ein beachtlicher Teil der Menschheit anfängt, sich zu verbinden, wie wir das auf den Kongressen tun, wird sich in der Welt weniger Unglück ereignen, nicht wahr?

Meine Antwort: Zweifelsohne bringen unsere Handlungen Nutzen. Es steht ebenfalls außer Zweifel, dass die Leiden in der Welt sich heutzutage in einer leichteren und milderen Form äußern, als wenn es ohne unsere äußeren und inneren Anstrengungen der Fall wäre. Doch inwiefern sie wirklich leichter sind, wissen wir nicht, weil wir den Zusammenhang zwischen unseren Handlungen und verschiedenen Ereignissen nicht erkennen.

Deshalb können wir nicht sagen, inwieweit sich die Wahrscheinlichkeit von Überschwemmungen oder Feuern dank dem Kongress verringert hat, aber es hat sicherlich stattgefunden. Das Bild von der Einwirkung können wir erst dann erkennen, wenn wir über dasselbe kollektive Sehen wie eine integrale Umgebung/Gemeinschaft verfügen, d.h. wenn wir wenigstens die erste spirituelle Stufe – den ersten Grad der Verbindung – erreicht haben.

Frage: Also werden wir niemals mit Hilfe der egoistischen Wahrnehmungsorgane erkennen können, wie wir durch unsere Verbindung einen Terroranschlag oder eine Naturkatastrophe verhindert haben?

Meine Antwort: Das kannst du unter der Bedingung sehen, dass du über einen Schirm verfügst, um nicht der Neugier oder des inneren Friedens wegen an Informationen zu kommen, sondern um dadurch an den Nächsten geben zu können. Du brauchst Wissen, um dich darüber erheben zu können: zuerst entsteht die Notwendigkeit, über das Wissen steigen zu müssen, und dementsprechend wird anschließend das höhere (globale, integrale, spirituelle) Wissen enthüllt.

Frage: Ich sollte mir also keine Selbstvorwürfe machen, dass ich nicht genug Anstrengung bei der Vereinigung unternommen habe und dass es deswegen zu so etwas gekommen ist? Es bringt keinen Nutzen für die Korrektur?

Meine Antwort: Das ist ein System der Natur: wenn du über diese Informationen verfügen müsstest, würden sie sich dir enthüllen, alles funktioniert entsprechend einem einzigen Programm und treibt die Welt zur Endkorrektur voran.

Im Moment kannst du es noch nicht sehen, doch später erreichst du den Zustand, in dem es möglich sein wird. Doch wenn das Wissen nicht zum Geben notwendig sein wird, wirst du selbst nicht wollen, dass es enthüllt wird. Wenn es nicht des Gebens willen ist, wozu muss ich es dann enthüllen und wissen?! Später wird dir die Welt von einem Ende bis zum anderen enthüllt – du wirst alles sehen und wissen können! – Und du wirst sagen: „Ich will aber nichts! Ich nehme so viel Wissen, wie viel ich zum Geben brauche, um über das Wissen zum Geben aufsteigen zu können“.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 09.02.2011

Woraus entstehen Wörter

Der spirituelle Eindruck eines Menschen nennt sich „Licht“, ähnlich wie in dieser Welt, wo das Licht Sehen und Verständnis bedeutet.  Man pflegt ja auch zu sagen: „Das Licht der Vernunft“, „sonnenklar“ oder umgekehrt „das Dunkel des Unverständnisses“.

Alle diese Bezeichnungen kommen aus unserer Welt, denn in der spirituellen Welt gibt es keine Wörter. Ein spiritueller Ausdruck bestimmt das Maß des allgemeinen Gebens, in dem ich mich befinde, meine Ähnlichkeit mit dem Höheren Licht: von 0 bis 100% – 125 Stufen insgesamt, von denen jede in zehn Sefirot und noch in viele Unterstufen unterteilt ist.

Auf diese Weise entsteht unsere ganze Sprache, alle Wörter, selbst in unserer Welt, wo ich glaube, mich von irgendwelchen materiellen Gegenständen oder Handlungen beeindrucken zu lassen. Sie sind alle eingebildet, und es gibt nichts außer meiner Empfindung des Höheren Lichtes, das in meinem Verlangen zum Ausdruck kommt.

Das heißt, wir befinden uns ständig in Kontakt mit dem Schöpfer, ob direkt oder umgekehrt, und reagieren nur auf Sein Licht oder dessen Fehlen. So entstehen alle unsere Wörter.

Der Unterschied besteht nur darin, ob ich ausmessen (ermessen?) kann, in welchem Maße ich dem Höheren Licht ähnel – in diesem Fall ist es ein spiritueller Begriff. Wenn ich aber noch nicht mich selbst und mein Maß an Ähnlichkeit mit der Eigenschaft des Gebens erkenne, dann gebe ich meinen Empfindungen „materielle Bezeichnungen“.

Doch wir dürfen uns selbst nicht belügen, dass wir frei sind, diese Bezeichnungen selbst auszudenken, sie gehen von unserer Natur aus.

Und wenn ich als Erster etwas erschaffe und es „Tisch“ genannt habe, dann bedeutet das, dass ich diesen Namen innerhalb meiner Verlangen und Eigenschaften, innerhalb des Lichtes, das sich in ihnen ausbreitet, erhalten habe. Denn ich bin ein spirituelles Gefäß, in dem irgendeine Erscheinung stattfindet.

Deshalb kann es hier keine Zufälle geben. Die gesamte Schöpfung, wie auch immer sie sein mag, ist lediglich ein Verlangen zu genießen (empfangen?), das sich vom Schöpfer beeindrucken lässt.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Lehre der Kabbala und deren Wesen“ vom 06.08.2010

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