Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Schwere'

Wenn das Herz belastet wird

Frage: Wie kann ich mit Freude die Schwere, die mich von der Gruppe und von dem Ziel fernhält, annehmen?

Meine Antwort: Aber das ist doch Annäherung und keine Entfernung. „Opfer“ bedeutet auf Hebräisch „Nähe“ (קרבן – קרוב). Es ist ein weiterer Teil des in mir enthaltenen unkorrigierten Verlangens, von dem ich nichts wusste und mit dem ich nicht arbeiten konnte. Und nun ist er zum Vorschein gekommen.

Das, was sich als Finsternis, als Belastung des Herzens enthüllt, ist der in mir angelegte Teil, der zum Vorschein gekommen ist, und nun kann ich zusätzliches Licht, neues Verständnis und neue Empfindung, daraufhin bekommen. Das ist der Grund, warum wir uns freuen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 09.02.2011

Immer um den Zusatz zu bitten

Um die spirituellen Stufen aufzubauen, muss ich ständig das Material des Wunsches hinzufügen. Die Höhe jeder neuen Stufe entspricht der Schwere meines aktuellen Zustandes, in dem das Böse des Egoismus sich zeigt.

So geschieht es in allen Zuständen auf dem spirituellen Wege. Um mich zu erheben, vergrößert man mein Ego und dann empfinde ich das Übel.

Folglich begreife ich mit Hilfe der Umgebung das Böse und die Tatsache, dass es nicht zufällig geschieht. Dann bemühe ich mich, das Ego auf das Ziel zu richten: Das Böse kommt vom Schöpfer, der gut ist, und ist für mein Wohlergehen bestimmt. Danach beginne ich, meinen Zustand mit dem Geben zu verbinden, ich erhebe also das Geben über dem Empfangen.

Und dann baue ich allmählich aus diesem Übel einen Vektor, eine richtige Beziehung auf. Über dem empfangenden Verlangen erhöhe ich die Wichtigkeit des Gebens und der Vereinigung. Indem ich eine solche Beziehung aufbaue, steige ich auf die nächste Stufe hinauf.

Auf der neuen Stufe befinde ich mich nur einen Augenblick, nach dem alles verschwindet. Und wenn ich in diesem Augenblick in mir den nächsten empfangenden Wunsch nicht finde, dann werde ich sofort fallen. Das gröbste, aber genaue Beispiel ist das sexuelle Vergnügen. Kaum geht es zu Ende, bin ich leer und muss etwas Neues machen.

Deshalb muss ich während des Aufstiegs auf die so begehrte Stufe der Liebe und des Gebens, den neuen egoistischen Wunsch offenbaren. Er soll zwecks des Aufstiegs auf die nächste Stufe offenbart werden. Dieser Wunsch befindet sich in mir als Reschimo, ich muss es nur ausarbeiten. Andernfalls wird er nach der langwierigen Zeit, bspw. erst nach Monaten enthüllt werden.

Aber ich suche ihn schon jetzt, in der Finsternis. Denn die Abwesenheit der Veränderungen empfinde ich als die „Nacht“. Sogar der beste Zustand wandelt sich in die Nacht um, wenn er nicht erneuert wird. Deshalb müssen wir die Ereignisse nicht nur ständig überholen, sondern auch die Geschwindigkeit beschleunigen.

Folglich suche ich einen neuen, noch größeren egoistischen Wunsch. Ich „sauge ihn nicht aus dem Finger heraus“, sondern suche ihn tatsächlich. Und wenn ich ihn finde, dann wiederhole ich dieselben Arbeitsstufen.

Somit arbeite ich an „der Braut“, bis sie vollständig korrigiert wird und ich zum „Mahl des Bräutigams“ ankommen kann. Die Methode ist einfach: ich erhebe das Geben über dem Empfangen, indem ich im Glauben über dem Verstand arbeite.

Jede neue Stufe „zerstört“ die vorherige, wandelt den Glauben in den Egoismus um, so dass ich wieder mit dem Aufstieg anfange. Dabei scheint es mir so zu sein, als ob ich alles verlieren würde, was ich erreicht habe, aber in Wirklichkeit korrigiere ich die neue Portion der Selbstsucht – nach dem Prinzip des Überganges der Stufen: „Keter des Unteren wird zur Malchut des Höheren“.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Was bedeutet das Mahl des Bräutigams“, 10.01.2011

Konzentrierte Augenblicke

Der Erfolg im Erreichen der Spiritualität hängt nicht von irgendwelchen hervorragenden Fähigkeiten des Menschen ab. Auf uns wartet noch die Überraschung, dass nichts von unseren Eigenschaften mit ins Spirituelle übergeht!

Denn man betritt die spirituelle Welt durch solch einen feinen Filter, dass man nichts dorthin mitnehmen kann, was man jetzt besitzt. Alles verbleibt innerhalb deines egoistischen Wunsches, innerhalb deiner irdischen Vernunft, alles vorher Erworbene verschwindet, und nichts bleibt erhalten.

Somit hängt der Erfolg nur von den Bemühungen ab, die trotz aller Schwierigkeiten, Problemen und Enttäuschungen durchgeführt werden. Wenn trotz alledem der Mensch doch noch vorankommt und nicht zurückfällt, dann geht er in die spirituelle Welt ein, und seine Anstrengung ist das einzige, was mit ihm bleibt. Diese Hartnäckigkeit gibt ihm das Recht darin einzugehen. Mehr als das, gibt es nichts.

Wenn wir aus Ägypten hinausgehen, und die Gefäße (Kelim) der Ägypter mitnehmen, dann sollen diese vollkommen leer sein: die nackten Wünsche, in denen nichts übrig blieb. Das bedeutet, dass alle egoistischen Ansammlungen, die wir in Ägypten besaßen, weggeworfen werden. Wir nehmen nur das dürftigste Brot (Matza) und die leeren Gefäße, die Wünsche mit, weil es andernfalls unmöglich ist, aus Ägypten auszuziehen.

Deshalb gibts es jetzt nur einen Rat: man muss versuchen, ungeachtet aller Probleme und Schwere, Enttäuschung und Kraftlosigkeit voranzukommen. Und es funktioniert nur unter der Bedingung, dass der Mensch die gegebene Zeit sehr wertschätzt und versucht, möglichst viel zu tun, und jeden Augenblick ausnutzt.

Es ist sehr wichtig, wie viel er während des Unterrichts aufschreibt, wie viel er im Laufe des Tages die Botschaft verbreitet, das heißt, womit die gegebene Zeit ausgefüllt wird.

Auszug aus dem Gespräch während des Mahles am 24.12.2010

Attacke auf die Verbindung

Eine Frage, die ich erhielt: Bis zum Kongress sind weniger als zwei Wochen geblieben. Wie kann man diese Zeit möglichst intensiv nutzen?

Meine Antwort: Wir müssen uns in den verbleibenden Tagen gut vorbereiten: mehr sehen und hören, einschließlich Musik, Lieder, die Mitschriften von den Artikeln durchgehen, die von der Verbindung der Seelen handeln (Die Gabe der Tora, Die Bürgschaft, Der Frieden, 600 Tausend Seelen, Ein Gebot usw.) Und das Wichtigste ist: wir müssen bestrebt sein, zu spüren, dass wir uns in Richtung Einheit bewegen.

Uns steht eine Attacke auf die Verbindung bevor, und wenn wir einen gewaltigen inneren und äußeren Druck aufbauen, um zu spüren, wie wir zusammenkommen, werden wir dadurch das innere Licht in uns erwecken.

Das heißt, wir werden nicht in unserem äußeren Verlangen, in dem das umgebende Licht wirkt, bleiben, sondern mit aller Kraft darauf hinwirken, dass das umgebende Licht unsere Gefäße/Verlangen von äußeren zu inneren verwandelt – und sich in ihnen als das innere Licht enthüllt!

Der Unterschied zwischen diesen zwei Lichtern ist gewaltig – denn das umgebende Licht wirkt auf die äußeren, noch nicht verbundenen Verlangen, die sich außerhalb des uns verbindenden Schirms befinden.

Der Schirm ist eine Kraft, die mir erlaubt, über meinem egoistischen Verlangen zu stehen, damit ich an den Nächsten geben und mich mit ihm verbinden kann („geben, um zu geben“ oder „empfangen, um zu geben“).

Wenn ich einen Schirm für mein Verlangen zu genießen, sprich wenn ich das Verlangen, mich mit den Anderen zu einer Seele zu verbinden, erlange, verwandle ich mich vom äußeren Seelengefäß zum inneren.

Und anstatt durch das umgebende Licht erweckt zu werden, nehme ich das innere Licht in mir wahr! Das wird als die erste spirituelle Stufe bezeichnet. Diesen Zustand erwarte ich und habe vor, ihn auf dem Kongress zu erreichen.

Es ist klar, dass uns in den letzten Tagen eine Menge unterschiedlichster Probleme erwartet: plötzlich wird man keine Lust oder keine Möglichkeit mehr haben, zu fahren, dann doch wieder, es wird keine Kraft mehr da sein, um zum Unterricht aufzustehen, es wird Probleme zu Hause, auf der Arbeit, Stimmungshänger geben – alles Mögliche.

Wir müssen jedoch verstehen, dass diese „Erhärtung des Herzens“ notwendig ist! Das ist mit der Durchquerung des „Endmeeres“, mit der Flucht vor dem Pharao, mit dem Ankommen am Berg Sinai zu vergleichen, wo sich der Hass („Sina“) und die Abstoßung zwischen uns enthüllt.

Wir brauchen genau all das. Wir müssen für diese Zustände dankbar sein, sie mit Liebe und Verständnis annehmen!

Ich hoffe, dass unsere Freunde auf der ganzen Welt das verstehen und genau so annehmen. Denn gerade durch die Korrektur dieser Entfernungen, der Schwere (des Awiuts) des Verlangens, steigen wir auf.

Wenn es diese Hindernisse nicht geben würde, würde es nichts zum Korrigieren geben! Und wie sollen wir dann aufsteigen, worauf sollen wir uns stützen?

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „600 Tausend Seelen“ vom 26.10.2010

Beweise, dass du ein Held und ein Mann bist

Viele beklagen sich nach dem Mega-Kongress über das Völlegefühl und „die Belastung des Herzens“. Es ist aber der Pharao, unser Ego, der in uns aufweckt!

Wenn wir jetzt diese Kraft, die wir während des Kongresses bekommen haben, dazu verwenden werden, um die uns gesandte Schwere zu korrigieren – dann werden wir gewinnen!
Man muss die gesamte Wirklichkeit, als ein einheitlichd Ganze betrachten. Sowohl die Aufstiege, als auch die Abstiege sind Etappen ein- und desselben Weges. Es ist kein Vorankommen möglich, wenn nicht zwei Kräfte einwirken, und eine nicht an der anderen arbeitet.
Wenn wir die Begeisterung haben, dann bedeutet das noch lange kein Aufstieg! Es ist noch kein Schritt vorwärts, sondern nur das Erhalten der Kraft von oben! Und dann müssen wir sie unten realisieren.
Aber wenn du diese Kraft bekommen hast, aber sie nicht realisieren willst, dann bist du einem verstopften Rohr ähnlich, in dem Druck geschaffen wurde, den es nicht weitergeben will. Dann wirst du aber nächstes Mal nichts bekommen! Du wirst gezwungen sein, diesen Weg zu verlassen, und von oben wird jemand anderer für diese Mission ausgewählt…
Wir sollen verstehen, dass wir die Kraft bekommen haben, die nicht von selbst aus realisiert wird – wir sind dazu verpflichtet, mit ihr weiterhin zu arbeiten.

Wenn du sie nicht verwendest, dann bekommst du keine neuen Kräfte, und wirst noch passiver. Und umgekehrt, jeder, der jetzt alle erhaltenen Kräfte in die Verbreitung der Kabbala anlegt, wird fühlen, wie er von oben immer mehr und mehr bekommt. Man muss dieses Rohr öffnen, damit dadurch die Energie frei fließen kann!

Aus dem Unterricht über dem Artikel von Yehuda Ashlag „Das Vorwort zu „Panim Meirot““, 04.08.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Verstärker der spirituellen Signale

Eine Frage, die ich erhielt: Bei der Arbeit in den drei Linien scheint es so zu sein, dass die linke Linie groß, schwer und dick ist, da sie unseren gesamten bösen Anfang einschließt. Und rechts befindet sich dagegen etwas leichtes, eine Art „Gewürz“. Ist das nur meine persönliche Empfindung?

Meine Antwort: Natürlich, fühlt der Mensch seine Wichtigkeit, seine Existenz, als ob ihm die ganze Welt, das Materielle, mit seinem gesamten Egoismus gehören würde. Es ist eben eine riesige Schwere. Und auf der anderen Seite befindet sich die Spiritualität, ein schwereloser und nicht spürbarer „Geist“ (Ruach). Wir fragen uns: welche Kraft kann sich dort aufhalten – denn sie ist für uns völlig unauffindbar?!

Wie wir in der Quantenphysik, wenn wir die Elementarteilchen untersuchen, die wir nicht fangen können, nur ihre Einwirkung anhand der Abweichung des Zeigers bemerken. Aber wir wissen aus unserer Welt, dass die am unsichtbarsten Kräfte die mächtigsten sind.

Die geistige Realität bestimmt alles und hält alles mittels ihrer Kraft fest! Alles Geschehen stammt aus den inneren Kräften, deren Ergebnis sich in der Handlung materialisiert, sodass wir im Endeffekt die Elementarteilchen und unser Universum sehen. Die geistige Energie gebärt die ganze materielle Welt. Deshalb ist es unmöglich, die Kraft des Lichtes mit der Kraft der Materie zu messen. Das Licht hat nur einen schwarzen Punkt „esh mi аjin“ (etwas aus dem nichts) geschaffen. Und dieser Punkt verändert sich nicht – er bleibt beständig.

Folglich kommt innerhalb dieses Punktes das Begreifen: „Ich bin – schwarz! Ich unterscheide mich vom Licht! Und inwieweit unterscheide? ich mich- Um so vieles!…“.

Und dann wird dieser schwarze Punkt ausgedehnt, da die riesigen Maßstäbe dieses Unterschiedes, sowie das Begreifen des Übels alle Welten bewirken. Aber eigentlich, ist es derselbe Punkt, dessen gesamte Kraft vom Licht kommt.

Infolge des Lichtes und seines kleinen Wunsches ist er fähig, das gespiegelte Licht zu bewirken. Es ist einem Verstärker ähnlich, worin er beim Eingang ein schwaches Signal gabibt, aber infolge der großen Macht der Verstärkung erhält man am Ausgang das mächtige Signal, weil dabei die zusätzliche Energie verwendet wird, um die kleine, anfängliche schwache Einwirkung zu verstärken.

Auf die gleiche Art und Weise benutzt du die Energie des Lichtes, um aus dem winzigen Wunsch zur Spiritualität die riesigen Veränderungen zu bewirken.

Deshalb gibst du aufgrund deines Wunsches dem Schöpfer das Licht zurück, die ganze Kraft des Lichtes, des Schöpfers tritt zum Vorschein, folglich kommt aus dem kleinen Wunsch das riesige Licht heraus, das die gleiche Kraft aufweist, wie die direkte Einwirkung des Schöpfers.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Der Sohar, 30.07.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Das Leben ist nicht immer ein Picknick…

Eine Frage, die ich erhielt: Gerade ist der internationale Kongress in New York (Sohar, Mai 2010) zu Ende gegangen, wo viele Völker und Nationalitäten, etwa tausend Menschen, Repräsentanten von vielschichtigen kulturellen Hintergruenden, vertreten waren. Nach nur 20 oder 30 Stunden verschwanden alle diese Unterschiede, es herrschten Vereinigung und Liebe.

Was fehlt uns, um diesen Zustand ständig zu erleben?

Meine Antwort: Auf dem Kongress haben die Menschen Einheit, Begeisterung und Wichtigkeit des Ziels gespürt. Und 20 Stunden nach dem Treffen können wir uns nur mühsam daran erinnern, wie es war.

Alles entzieht sich unseren Empfindungen und unserem Gedächtnis. Warum können wir bloß nicht so weitermachen und uns ständig darin befinden?

Dieser Zustand kann nicht lange anhalten, wie auch alles in unserem Leben: Der Mensch erreicht die Höhe der Begeisterung und kommt zur Ruhe. Es ist unmöglich, ständig unter einem solchen Eindruck zu stehen.

Das geht aus dem Gesetz der umgekehrten Übereinstimmung zwischen Licht und Verlangen hervor: Mal soll das Licht anwachsen, mal das Verlangen.

So wachsen sie abwechselnd und wir schreiten vorwärts, wie auf zwei Beinen, und gehen auf der mittleren Linie, die die rechte und die linke vereint.

Doch ihre Vereinigung geschieht nur , um vorwärtszukommen und dann wieder nach rechts zu rücken, wo wir die Wichtigkeit des Ziels, die Verbindung und das Verlangen, weiterzugehen, bekommen, dann wieder nach links, wo unser Herz belastet wird, damit wir etwas haben, woran wir arbeiten können, und zur mittleren Linie zurückkehren. So bewegen wir uns vorwärts.

Darum kann ein solcher Zustand nicht lange anhalten, das wäre gegen die Natur. Und ich würde sogar sagen, dass es keinen unliebsameren Zustand geben kann, als sich ständig in dem Zustand einer solchen Euphorie zu befinden.

Der Mensch muss fühlen, dass er sich vorwärtsbewegt, dass er arbeitet, einen gewissen inneren Widerstand überwindet und nicht ständig in den Wolken schwebt.

Unsere Arbeit besteht darin, zu spüren, dass wir etwas geben und empfangen, und dann wieder geben und wieder empfangen. Wir müssen den Widerstand, die Handlungen und die Errungenschaften fühlen.

Deshalb gibt es viel mehr Genuss nach einer harten Arbeit und nach schweren Vorbereitungen, die dann in einem so großen Kongress ihren Hoehepunkt und Ausklang finden, wo wir zwei, drei Tage das Erreichte genießen, indem wir Resultate und Früchte unserer Arbeit betrachten.

Doch danach müssen wir zum Zustand der Schwere, des Widerstandes, der Suche, der Klärungen und Korrekturen zurückkehren, um letztendlich wieder zu einem schönen Ergebnis zu kommen.

Das ergibt sich daraus, dass der Schöpfer und die Schöpfung sich gegenüber stehen, wie zwei entgegengesetzte Eigenschaften – das Verlangen zu empfangen und das Verlangen zu geben, und es ist nur durch solche gemeinsamen Aktionen möglich, das Gleichgewicht zwischen ihnen zu erreichen.

Sonst gibt es keine Weiterentwicklung. Es ist unmöglich, im Zustand des Kleinseins (Katnut), in Chafez Chessed zu bleiben – es muss weitergehen!

Aus dem Unterricht in der Gruppe Toronto, nach dem Kongress „Sohar – 2010“

Zum Kabbalalernzentrum–>

Wie man aus der Verhüllung zur Enthüllung kommt

Wir befinden uns bereits jetzt in der Welt der Unendlichkeit. Wir handeln in dieser Welt, doch während der Zeit der Verhüllung werden uns die Resultate unserer Handlungen nicht offenbart. Jedoch befinden wir uns in der gleichen Verbindung zwischen den Seelen und dem gleichen gemeinsamen Kli der Unendlichkeit.

Die Verhüllung bezieht sich nur auf uns. Während wir in dieser Welt sind, sind wir gleichzeitig in der Welt der Unendlichkeit, doch spüren wir sie nur durch fünf Welten oder Schichten der Verhüllung. Die Welt der Unendlichkeit, die wir in uns spüren, wird dann unsere Welt genannt.

In der Vorbereitungszeit zur Enthüllung arbeiten wir der Verhüllung entgegen, die unsere Welt genannt wird. Wir möchten eine Verbindung, Korrektur und Enthüllung erreichen, sind jedoch nicht dazu in der Lage. Wenn unsere Bemühungen jedoch ihren Höhepunkt erreichen, dann werden sie zu einer Bitte.

Ein Mensch fordert das Licht von oben, dass es kommen und ihn korrigieren möge, welches dann einen Zustand enthüllt, in welchem er sich vorher befand. Es ist, als ob jemand eine Glühbirne angemacht oder eine kleine Kerze in einem riesengroßen Raum angezündet hätte, und man sieht bereits den gleichen Zustand, die gleiche Welt der Unendlichkeit. Dies ist die Welt von Assija.

Somit handeln wir in der gleichen Welt, mit der gleichen Kraft und den gleichen Verlangen, doch im Ausmaß, in dem du fähig bist, mit ihnen zu arbeiten, wird dir enthüllt werden. Man erhebt selbständig all seine Verlangen und setzt die Arbeit fort. Nichts, was vorher existierte, wird verschwinden. Man fügt lediglich jedesmal eine erobernde Kraft hinzu und kommt so voran.

Die Enthüllung ist ein Zustand, in welchem die vorherige Verhüllung nicht mehr im Wege steht. Du kannst in der gleichen Verhüllung arbeiten, was Enthüllung genannt wird. Du erhältst solche Kraft, dass du dich in der gleichen Verhüllung zurecht finden kannst, obwohl sie besteht. Dass du mit dieser Schwere arbeiten kannst, bedeutet, dass du dich darüber erhoben hast. Dann enthüllst du eine noch größere Schwere, mit der du ebenfalls eine Verbindung erreichen kannst.

Je höher die Stufen sind, die du erklimmst, desto größer wird die Verhüllung. Mit dem einzigen Unterschied, dass du nach dem ersten Schritt, der Machsom genannt wird, bereits weißt, wie du dich über die Verhüllung erheben musst und mit ihr arbeiten und sie annehmen sollst. Immerhin ist es verboten, die Verhüllung zurückzuweisen, sonst wird es einen Kurzschluss zwischen dem Licht und dem Verlangen geben.

Der richtige Pfad ist gepflastert mit Verwirrung zusammen mit Klarheit


Zwei Fragen, die ich darüber erhielt, warum alles verwirrter wird, wenn man mehr studiert und wie man feststellen kann, dass man auf dem richtigen Weg ist:

Frage: Als ich anfing, Unterrichte auf YouTube und Anfänger-Lektionen im Ari Online Lernzentrum zu schauen, war alles so klar und einfach und machte Sinn. Doch jetzt, wo ich mich sehr viel mehr damit beschäftige und anfing, eine Menge Artikel und das „Vorwort zum Buch Sohar“ zu lesen, wurde alles dermaßen schwieriger und verwirrter, sodass ich manchmal denke, ich sollte eine Frage schicken, aber ich kann sie noch nicht einmal in Worte fassen! Bedeutet das, dass ich mich nicht auf dem richtigen Weg befinde?

Meine Antwort: Viele Artikel werden Dir erklären, dass diese Zustände genau die Zustände sind, die zur Enthüllung führen. Das ist so, weil wir die Spiritualität nicht durch Wissen enthüllen, sondern durch Gleichheit der Form. Solange meine Eigenschaften sich von den Eigenschaften der Sache unterscheiden, die ich erlangen will, stell ich mir das in meinem Verstand vor – spekulativ – und ich verstehe es mehr oder weniger.

Sobald ich jedoch anfange, das durch die Gleichheit der Form zu erlangen, kann ich nicht länger „mentale“ Bilder erschaffen, weil meine Empfindungen sich darüber hinwegsetzen. Daher bin ich verwirrt, verstehe überhaupt nichts, fühle mich taub und weiß generell nicht „wo, wer oder warum?“.

Alles, was Du tun musst, ist weiterzumachen und plötzlich wird sich der Nebel lichten und ein neues Bild und Verständnis wird hervorkommen. Darauf wird abermals Nebel folgen und dann kommt wieder Klarheit – und so weiter, viele Male!

Frage: Wie kann ich als Student, der bis jetzt noch überhaupt nichts erlangt hat, wissen, ob ich auf dem richtigen Weg bin?

Meine Antwort: Durch genau die Zustände, die ich oben beschrieben habe – ständige Verwirrung und Klärung in deinem Verstand und Empfindungen von Leichtigkeit und Schwere in Deinem Herzen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Wir alle spielen Tennis gegen die Wand
Blog-post: Nach vorne und aufwärts!
Blog-post: Dieser Weg kann nur von jenen bewältigt werden, die ihn auch gehen
Artikel von Baal HaSulam: Exil und Erlösung