Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Erster Apell und erster Kontakt mit dem Schöpfer

Aus dem Brief von Baal HaSulam Nr.57: In dem Moment, in dem der Kelch eurer Bemühungen überläuft, wird die Zeit des Gebets kommen. Bis dahin glaube an das, was die Weisen gesagt haben, dass es unmöglich ist, spirituelle Offenbarung zu finden, ohne sich zu bemühen.

Wenn das Maß gefüllt und das Gebet vollständig ist, wird der Schöpfer es mit aller Großzügigkeit beantworten, wie die Weisen versprechen: „Ich habe mich bemüht und gefunden, glaube es!“ Denn vorher ist man nicht fähig, ein solches Gebet zu sprechen, dass vom Schöpfer erhört werden wird.

Diese ganze Welt, alle höheren Welten, all ihre Stufen, die von oben nach unten absteigen, unsere Arbeit in dieser Welt, ist dazu bestimmt eine Bitte, einen Schrei, ein Gebet, einen Appell an das Licht, an den Schöpfer zu richten, damit Er unsere Korrektur vornimmt. Unsere Aufgabe besteht nur darin, die Notwendigkeit dieser Korrektur zu erkennen und dabei wird uns keine Nachsicht gewährt. Die Notwendigkeit der Korrektur umfasst mehrere Faktoren.

Zunächst muss man genau erkennen, was das Problem ist und welche Art von Korrektur es benötigt. Dann ist es notwendig zu erfassen, dass man nicht in der Lage ist, diese Korrektur vorzunehmen und dass es einen Schöpfer gibt, der diese Korrektur vornimmt. Er wird es nur dann tun, wenn man wirklich spürt, dass es daran mangelt und nur den Schöpfer um Hilfe bittet.

Es stellt sich heraus, dass dieser Schrei viele Komponenten beinhaltet. Nur durch besondere Arbeit und dem beharrlichen Bemühen, es nach den Ratschlägen der Kabbalisten auszuführen, durch solch lange, harte und anstrengende Bemühungen, begreifen wir diesen grundlegenden Begriff, der allem zugrunde liegt, was „Gebet“ genannt wird- der erste Appel und Kontakt mit dem Schöpfer.

Alles ist so organisiert, dass man nichts anderes zu tun hat, als sich auf dieses Gebet vorzubereiten. Am Handeln ist alleine das höhere Licht beteiligt und die Geschöpfe können lediglich die Notwendigkeit der Korrektur in sich entdecken.

Deshalb ist der Mensch, das Studium, die Gruppe, alle Handlungen, die Welt, die angeblich um uns herum existiert und all diese Komponenten notwendig, um einen korrekten Appell des Geschöpfes an den Schöpfer aufzubauen, auf das Licht das gezwungen wird, zu antworten.

Es ist klar, dass „die Kuh das Kalb mehr säugen möchte als das Kalb trinken kann“. Dennoch kann dieses Verlangen von oben, gemäß der Reihenfolge der Schritte, nicht ohne ein vorheriges Verlangen von unten wirksam werden. Deshalb aktiviert man das höhere Licht und zieht seine Wirkung an.

„Behaupte nicht, dass du bereits schreist und betest. Es ist ein komplettes Fehlverständnis, wenn du glaubst, dass du fähig bist zu beten, bevor das Gebet geboren ist, geformt durch deine Bemühungen“. Viele Begriffe müssen gelernt werden, um das Verlangen zu erhalten, welches in der Lage ist, das Licht zu erwecken.

Es ist kein Gebet, welches nur aus einem Gebetbuch gelesen wird, das besagt, wo man zu weinen und wo man sich zu freuen hat. Man muss ein Gebet erlangen, das aus dem tiefsten Teil des Herzens kommt.

Die Arbeit im Herzen ist das, was man Gebet nennt.

Deshalb hilft nichts anderes, als sich nach den Ratschlägen der Lehrer zu richten. Auf diese Weise wird man das richtige Bedürfnis in sich aus dem uns umgebenden Licht formen. Durch jede Handlung erweckt man ein kleines Leuchten, das nach und nach das Verlangen aufbaut und es zu dem Punkt bringt, an dem es für eine Korrektur geeignet sein wird.

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Aus dem Unterricht nach dem Brief von Baal HaSulam.

Unsere Aufgabe ist es, zu verlangen – den Rest erledigt das Licht.

Wir befinden uns in der entscheidenden Woche vor dem Kongress – es sind besondere Tage, die dem Erlangen eines neuen Zustandes vorausgehen. Wir müssen uns richtig vorbereiten, sicher sein, dass wir ihn erlangen, bereit sein, nach dem neuen Zustand zu verlangen. Und dann geschieht es.

Alles hängt von uns ab. Wir haben die Möglichkeit, alles ist bereit und hängt nur von dem Verlangen unsererseits ab, davon, inwieweit es uns gelingt, danach zu verlangen.

Wollen wir hoffen, dass wir es schaffen, unsere Kräfte zu vereinen und zum Schrei zu kommen. Im Grunde genommen brauchen wir nur diesen Schrei, nicht mehr. Die andere Hälfte kommt von oben.

Darum sollten wir nicht Vabanque spielen und versuchen, artig zu sein, um alles selbst zu erreichen. Wir können nicht artig sein, wir müssen lediglich wollen, dass es geschieht.

Eine Hälfte ist bereits eine Erleichterung. Nur daran sollten wir denken – daran, wie wir uns anstrengen und zum Schrei kommen können. Weiter soll die Höhere Kraft arbeiten. Wir müssen eine Grenze ziehen und begreifen, wo unser Teil endet. Es erleichtert sehr die Vorbereitung des Menschen auf die erste Enthüllung des Schöpfers.

Aus dem Gespräch während der Mahlzeit, 25.11.2011

Er realisiert das, was mir nicht gelingt

Kongress in Arava. Lektion 2

Wenn wir beginnen, nach Verbindung zwischen uns zu streben, dann werden wir plötzlich merken, dass wir die Hilfe von oben benötigen, um uns zu vereinigen. Wir werden begreifen, dass diese Handlung nicht in unserer Macht liegt. Wir können uns weder verbinden, noch unsere Handlungen synchronisieren, aber diese Erkenntnis offenbart uns die höhere Kraft, die es für uns machen kann.

Dann enthüllen wir in uns sowohl das Bedürfnis nach Höherem, als auch den Ort, an dem der Schöpfer in uns wirken soll. Es ist immer so in der Spiritualität: ich arbeite und strenge mich an und im Endeffekt entdecke „das Minus“ in mir. Und erst aus diesem Minus kann mir „das Plus“ offenbart werden.

Ich enthülle den Mangel, den Gefäß, den Wunsch und dazu wird mir die Kraft, das Licht offenbart, welches diesen Mangel beseitigen kann. Diese Kraft macht die Arbeit, die ich nicht ausführen kann. Alle meine Bemühungen bleiben erfolglos. Dann komme ich zu der Erkenntnis, dass die Lösung nicht in meiner Macht liegt und gleichzeitig sehe ich – wer das Problem lösen kann!

Deshalb führen alle unsere Handlungen zu einem negativem Ergebnis und rufen in uns nur Enttäuschung, Müdigkeit und Wut hervor. Denn das alles widerspricht der Erfahrung aus unserem ganzen bisherigen Leben. Wir verstehen nicht, wie so was sein kann. Im Egoismus haben wir immer anders gehandelt: wer sich bemüht, der gewinnt, wird erfolgreich, bekommt die Belohnung.

Über die spirituelle Welt wird gesagt: „Er hat sich bemüht – und hat gefunden“. Er hat weder gewonnen, noch verdient oder gestohlen! Das heißt, er hat das Gewünschte nicht aus eigener Kraft erreicht. In unserer Welt ist es so, dass wir die Arbeit anfangen und sie zu Ende bringen. In der Spiritualität ist es anders. Mit allen meinen Handlungen erreiche ich jene Grenze, an der ich völlig erschöpft und verzweifelt bin und nichts mehr will. Und dann, wenn ich meine Anstrengungen nur noch um „einen Millimeter“ fortsetze, wird mir jene Kraft offenbart, die es für mich machen kann!

Diese Kraft verhüllt sich absichtlich, bis ich die volle Verzweiflung empfinde. Wie Baal HaSulam in seinem Brief schreibt: „es gibt keinen glücklicheren Augenblick im Leben des Menschen, als den Moment, in dem er die Grenze seiner Kräfte erreicht hat und sieht, dass es keinen Erfolg gibt“ – doch dann kann er mit dem Gebet hinauf schreien. Er weißt schon genau, an wen er sich wendet, und erst jetzt wird es ihm offenbart werden.

Und der Mensch weiß schon, dass er keine Wahl hat und verpflichtet ist, das Gebet auszusprechen! Und in Wirklichkeit, ist außer diesem Schrei (Gebet) nichts mehr nötig.

Auszug aus der 2. Lektion des Kongresses in Arava, 18.11.2011

Geld – Ware – Geld – Leere …

Das Verlangen zu genießen ist uns absichtlich gegeben. Und wir müssen zwei Kräfte nutzen, die in der Natur existieren: das Verlangen und den Genuss, um daraus das eigene Verlangen „zu formatieren“ und daraus das Gewünschte aufzubauen.

Wir haben keine Kontrolle über unsere irdische Wirklichkeit. Der Genuss wirkt auf das Verlangen ein und entwickelt es, „züchtet“ es mehr und mehr. Und so geht es weiter, bis unsere Zeit kommt, und wir das Gefühl bekommen, dass wir uns selbst nie erfüllen werden.

Es ist nicht überraschend, dass die Menschheit in ihrem Leben zur Verzweiflung kommt, und die allgegenwärtige Krise empfindet: in Beziehungen mit Kindern, Arbeit, Familie und in der Wissenschaft. Und die heutige Enttäuschung wird so global, dass wir verstehen müssen, dass wir es niemals schaffen werden, unsere Verlangen zu befriedigen. Auch das Geld, welches das Symbol jeder Erfüllung war, welche wir für dieses Geld kaufen konnten, wird uns nicht mehr erfüllen, weil wir uns in der Krise befinden.

Darin liegt die Ursache der Wirtschaftskrise, in welche die Welt derzeit eintaucht. Ihre Entwicklung kann noch einige Zeit dauern, aber am Ende muss sich die endgültige Enttäuschung bestätigen, damit wir begreifen können, dass unser egoistischer Wunsch niemals erfüllt wird. Und alle unsere bisherigen Versuche, ihn auszufüllen, waren nur eine Illusion.

Wir waren wie die kleinen, unvernünftigen Kinder oder die Blinden, welche erfolglos versucht haben, ihn auszufüllen.

Nun kommt zu uns endlich die Einsicht. Und jetzt kommen die Enttäuschungen, die bitteren Erfahrungen der gesamten vergangenen Menschheitsgeschichte zusammen, um uns an die große, endgültige Enttäuschung zu führen, vor der die gesamte Welt laut und verzweifelt schreien wird.

Das wird ein einstimmiger Schrei über die gesamte Geschichte des selbstsüchtigen Verlangen, und über die enorme Arbeit, die für es getan wurde. Und das alles nur dafür, um zu erkennen, dass dieser Wunsch ursprünglich nicht für die Erfüllung geschaffen wurde.

So kommen wir zum Punkt, von dem wir beginnen, auf unser Ego zu verzichten und fangen an, es zu korrigieren! Denn am Ende unserer gesamten Entwicklung erwarten uns die Güte und der Genuss. Der Sinn der Schöpfung ist es, den Geschöpfen Genuss zu bereiten.

Die Beschleunigung erfolgt über dem Wissen

Von uns wird ständig die Beschleunigung gefordert, denn im Spirituellen zählen nur die Anstrengungen, die über das normale Maß hinausgehen und als Ergänzung zur gewöhnlichen Geschwindigkeit angerechnet werden. Daraus können wir Schlussfolgerung ziehen, wie wir vorzugehen haben.

Baal HaSulam erklärt, dass diese Ergänzung zu den gewöhnlichen Handlungen – „Emuna lemala mi daat“ (Glaube über dem Verstand) heißt. Diese Ergänzung ist unmöglich aus den eigenen, menschlichen Kräften zu erreichen. Aber wir bemühen uns dennoch, sie zu erreichen. Deshalb „schreien“ wir quasi nach oben, und dieser Schrei ruft das Licht hervor, das uns zur Quelle zurückführt.

Dieses Licht kommt nicht von alleine. Es kommt, wenn du dafür einen neuen, leeren Raum findest! Noch einen neuen leeren Raum und das Licht kommt wieder. Wenn alles jedoch unverändert bleibt, dann braucht das Licht auch nicht zu kommen. Denn das Licht hat schon davor seine Arbeit erfüllt, indem es in dir irgendwelche Handlung erzeugte.

Deshalb müssen wir unsere Empfindung ständig um die neuen leeren und dunklen Höhlen ergänzen, damit wir die Kraft erreichen, die uns vollständig mit dem Licht erfüllt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 02.10.2011

Wir brauchen einen Neuanfang!

Feiertage und besondere Tage, über die in der Kabbala gesprochen wird, sind keine gewöhnlichen Kalendertage, sondern Erlangung durch den Menschen seines persönlichen besonderen Zustandes, in dem er eine prinzipielle innere Berechnung mit sich selbst durchführt. Und wenn der Mensch zu einer solchen Berechnung kommt, dann bedeutet es, dass er tatsächlich einen Neuanfang erreicht hat, der als Neujahr, Rosch ha Schana bezeichnet wird. Dementsprechend erreicht er auch das Feiertagsgebet.

Jeder Feiertag bedeutet eine seelische Berechnung und ein Gebet, denn es gibt nichts außer der Korrektur unserer Verlangen. Doch der Anfang eines neuen Jahres ist dadurch besonders, dass er nach vielen Klärungen kommt. Er kommt nicht, bevor der Mensch sich selbst, alle Verlangen, die sich ihm enthüllen, nicht vollständig geprüft hat – denn jede höhere Stufe schließt alle vorangegangenen als einen winzigen Teil von sich mit ein.

Wenn der Mensch jedoch eine Berechnung seiner gesamten Handlungen und Gedanken durchführt, erkennt er, dass er keinen Erfolg erzielt hat, dass er nicht vorankommt, denn er ist überhaupt nicht für die spirituelle Erhebung erschaffen. Schwere Gedanken hinsichtlich der Spiritualität sowie Zweifel und Neid in Bezug auf die anderen übermannen ihn – er will höher als sie sein und denkt: „Warum sie und nicht ich?“

Und nach vielen solchen Berechnungen, wenn er vollkommen verloren ist, spürt er endlich, dass er einen Neuanfang braucht. Es gibt keinen Ausweg, denn an diesen ganzen Berechnungen, Klärungen, Kritik, Neid und Hass ändert sich jahrelang nichts. Und das einzige, was ihm bleibt, ist das Gebet, der Hilfeschrei, weil nur die höhere Kraft hier helfen kann. Genau dieser innere Schrei wird als Gebet von Rosch ha Schana, von Neuanfang, bezeichnet.

Und bis dahin sieht sich der Mensch als vollkommen verloren, er sieht, dass die ganze Welt damit, was er macht, nicht einverstanden ist, und er selbst begreift nicht, was mit ihm los ist und was das für ein Weg ist. Seine ganze Kritik entspringt dem Egoismus.

Darum geht es in dem Gebet um die Erinnerungen – um die Notwendigkeit, seine gesamten Verlangen und Handlungen zu analysieren, und um das Blasen des Horns (des Schofar) – denn wir müssen unseren spirituellen Weg trotz allem erheben („Schufra“ bedeutet auf Aramäisch „Schönheit“). Und um hier voranzukommen, müssen wir uns an die authentischen Quellen wenden.

Es existiert in der Welt eine Vielzahl von Meinungen, eine Vielzahl von Menschen, die einen beeinflussen, ihm ihre Gedanken einflößen und ihn in verschiedene Richtungen zerren. Man muss jedoch einen strengen Richter über sich selbst stellen und sich fortwährend in dem Maße seines Verständnisses für das Geschriebene mit den Quellen vergleichen – unabhängig von seinem Ego, vom Verlangen, sich zu erheben und zu verdienen, höher als die anderen zu sein, sondern umgekehrt, indem man nur wünscht, die Kraft des Gebens zu erlangen und in jenem Volk, in dem der Schöpfer wohnt, aufzugehen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 26.09.2011


Lange Vorbereitung auf ein kurzes Treffen

Frage: Was soll ich tun, wenn in Bezug auf Empfindungen bei mir alles in Ordnung ist, wenn ich kein Verlangen verspüre, zu einer höheren Stufe aufzusteigen?

Meine Antwort: Nehmen wir zum Beispiel den Kongress, nach dem wir einen Abstieg erlebt haben. Von hier an kann man zu einer wahren Bitte, einer Forderung, einem Schrei, einem Gebet kommen. Vielleicht fehlt es uns an solchen Handlungen. Denke daran vor dem Schlafengehen und morgens, wenn du zum Unterricht aufstehst: „Wofür? Warum? Wie?“

Die Kabbalisten empfehlen uns mit aller Ernsthaftigkeit auf den Unterricht vorzubereiten, manchmal sogar stundenlang. Die Vorbereitung nimmt mehr Zeit in Anspruch als der Unterricht selbst. Das Licht braucht nicht viel Zeit, der Mensch muss nicht den ganzen Tag hindurch studieren – es reichen eine oder zwei Stunden. Wenn er während des ganzen Tages die Absicht aufbaut und sich auf das Treffen mit dem Licht vorbereitet, dann geschieht das Wichtigste innerhalb von wenigen Minuten.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 23.02.2011

Die spirituelle Entwicklung: vom Embryo bis zum Menschen

Die Lehre der zehn Sfirot, Band 3, Teil 8, Frage 27: Die Zeit und der Ort in der Spiritualität – bedeuten die Erneuerung der Form.
Und der Parzuf entwickelt sich nur infolge einer Menge von  Verschmelzungen („Siwugim“) und unterschiedlichen Lichter, die ihn gemeinsam aufbauen und als „Monate der vorgeburtlichen Entwicklung“ oder als die „Perioden der Entwicklung des Embryos“ bezeichnet werden, die 7, 9 oder 12 Monate dauern können – je nach der Anzahl der Portionen des Lichtes, die für seine Bildung notwendig sind.
Schließlich, erforschen wir die Veränderungen, denen sich der Wunsch zu genießen unterzieht, und berechnen die Anzahl dieser Veränderungen, Erneuerungen, die „die Monate“ heißen („Chodesch“ / der Monat – kommt vom Wort „Chidusch“ / die Erneuerung).
In der Spiritualität gibt es keine Zeit. Die Zeit klärt sich dort mit der Anzahl der Veränderungen, die wir durchleben, und nicht durch die Bewegung des Uhrzeigers oder durch die Veränderungen eines äußerlichen Faktors. Wie stark ich mich verändert habe – soviel Zeit ist eben vergangen. Auf diese Weise klärt sich die Zeit in der Spiritualität.
Deshalb bedeutet die Periode der Entwicklung des Embryos, dass ich einen Zustand hinter dem anderem durchgehe (durchgehe /“Ower“ kommt vom Wort Embryo / „Ibur“). Ich soll eine bestimmte Anzahl an Veränderungen begehen, um von der vorgeburtlichen Entwicklung innerhalb des Höheren zur Entwicklung außerhalb von ihm überzugehen.
Jetzt halte ich mich auch im Höheren auf, und er entwickelt mich. Dabei beeinflusse ich die Veränderungen nicht, denen ich mich im Laufe der Entwicklung unterziehe. Die Instinkte und die Kräfte, die ich als Leiden empfinde, zwingen mich, mich zu verändern, so dass ich diese Veränderungen notgedrungen durchgehe.
Dann tritt eine andere Etappe ein: ich beginne zu empfinden, dass es darin irgendwelchen Grund gibt, ein höheres Bedürfnis, und dass es den Höheren gibt, der über mich diese Veränderungen begeht und sich wünscht, dass ich die Existenz eines Lenkungssystems, die Ursache- Wirkungsbeziehung der Entwicklung, den Anfang und das Ziel des ganzen Weges erkenne. Somit beginnt heute, die ganze Welt aufzuwachen.
Später kommen wir zum Begreifen, dass wir die Veränderungen selbst hervorrufen sollen. Ab einem gewissen Moment und weiter gibt es keine Zeit, die uns der Höhere aufzwingt, um sich zu entwickeln.
Ab sofort wird uns nur das Licht ergänzt, das wir folglich als das Böse empfinden, aber davon entwickeln wir uns nicht, sondern kommen nur zum Begreifen, das wir verpflichtet sind, vom Höheren die Entwicklung zu fordern. Das heißt wir sollen schon an der Entwicklung selbst teilnehmen.
Der Höhere zwingt mich nicht zur Handlung, sondern nur zur Bitte, diese Handlung zu erfüllen. In der Mitte soll also meine Bitte sein. Und diese Bitte, dieser Schrei kommt davon, dass es mir schlecht geht.
Dann entwickle ich mich weiter und erlange das Begreifen des Guten, wenn ich verstehe, dass das alles zu meinem Wohl ist. Und obwohl meine Empfindungen immer noch schlecht sind, ist es mir klar, dass sie für meine Entwicklung gut sind, da ich verpflichtet bin, auf die nächste Stufe hinaufzusteigen. Dann fordert der Höhere von mir nicht den Schrei, sondern die selbständige Anteilnahme an der Entwicklung. Man spricht schon über die Partnerschaft.
Dann kommen wir zum Zustand, wenn der Höhere mich gar nicht erweckt, und ich soll an dieser Stelle meine Umgebung benutzen. Ich soll den Höheren erwecken, damit er mich erweckt, und dann auch noch mit seiner Handlung einverstanden zu sein. Als ob ich für mich die wünschenswerteste Form der Handlung wählen würde – die der Höhere dann begehen wird.
Im Endeffekt erreichen wir einen solchen Zustand, dass wir dem Höheren alles vorschreiben. Am Anfang des Weges erzeugte er alle meine Handlungen, vom Anfang bis zum Ende, ohne mein Verständnis hierfür. Ich wusste nicht, was ich machen soll und wo ich mich befinde. Und am Ende des Weges bestimme ich schon alles vom Anfang und bis zum Ende – und verwende nur die Kraft des Höheren.
Somit besteht unser ganzer Weg darin, die immer größere Unabhängigkeit und die Selbstständigkeit zu erwerben, um dann dem Höheren immer mehr gleich werden.
Aus dem Unterricht nach „Der Lehre der Zehn Sfirot“ „, 16.12.2010

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In zwei getrennten Welten leben

Eine Frage, die ich erhielt: Warum fällt es uns so schwer, um die eigene Korrektur zu bitten, wenn wir wissen, dass alles allein davon abhängt? Bitten scheint doch das Natürlichste für einen Menschen zu sein.

Meine Antwort: Ja, es ist natürlich, zu bitten, doch hier muss genau geklärt werden, worum und wie wir bitten sollen, und wer zu uns mit der Antwort kommen soll? Eine Bitte ist nicht einfach nur ein Schrei, und wenn es Worte sind, dann müssen sie im Herzen geboren und nicht in einem Buch gelesen werden.

Wenn es dem Menschen schlecht geht, wird er nicht nach schönen Worten suchen. Unser Problem besteht darin, dass diese Bitte nicht aus der Tiefe unseres Herzens kommt.

Nur die Umgebung kann uns diese Bitte einreden – wenn sie will, wirst du bitten. Warum glauben wir, dass wir alle es so sehr wollen und versuchen, einander zu beeinflussen, doch irgendetwas klappt nicht?! Das Wichtigste, was uns fehlt, ist die Tiefe des Verlangens, seine Aufrichtigkeit. Es fehlt die Klärung, was für mich wichtig und was nebensächlich ist, um aufzuhören, sich in den materiellen und spirituellen Verlangen zu verlieren.

Wir müssen lernen, das Materielle und das Spirituelle aus zwei vollkommen getrennten Blickwinkeln zu betrachten, ohne sie zu verbinden! Diese Welt ist egoistisch, und noch bin ich gezwungen, in ihr zu leben. Und das ist die Welt des Gebens – in ihr will ich anfangen, zu existieren. Dadurch wird meine Bitte bestimmt.

Wir können jedoch noch nicht das Eine von dem Anderen trennen, obwohl sich darin bereits eine große Entwicklung nach dem Kongress beobachten lässt.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“ vom 16.12.2010

Das System der Höheren Lenkung erkennen

Eine Frage, die ich erhielt: Warum haben wir angefangen, anstatt des Buches Sohar den 8. Teil der Lehre von den zehn Sefirot (TES) zu studieren?

Meine Antwort: Zuallererst studieren wir weiterhin den Sohar in jedem Morgenunterricht, allerdings 45 Minuten anstatt 1,5 Stunden lang.

Während des Lesens des Buches Sohar haben wir es ständig mit den Parzufim der Welt von Azilut zu tun: Arich Anpin (A„A), Aba we Ima (AwI), ISCHSuT und SoN, von wo die ganze Höhere Lenkung ausgeht.

Deshalb müssen wir besser verstehen, wie sie aufgebaut sind, wie die Hierarchie und die Verbindung zwischen ihnen ist, nach welchem Programm sie arbeiten.

Darum müssen wir den 8. Teil von TES studieren – das ist der wichtigste Teil der Lehre von den zehn Sefirot, der die Welt von Azilut im Allgemeinen beschreibt.

Ohne ihn werden wir uns dem Sohar nicht noch näher kommen können. Denn je mehr ein Mensch weiß, desto mehr versteht und erkennt er, dass er in Wirklichkeit nichts weiß, und kann besser sein Gebet klären, damit es nicht einfach nur der Schrei eines Säuglings bleibt, sondern zu einer genau formulierten Bitte wird.

Außerdem, wenn wir TES mit der gleichen Absicht wie das Buch Sohar studieren, wirkt er auf uns ein und vollzieht die gleiche Korrekturarbeit an uns.

Aus dem Unterricht nach dem „Talmud Esser haSefirot“ vom 02.12.2010

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