Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Schöpfer'

Etappen des Krieges mit dem Pharao

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet, die zerbrochenen Wünsche/Kelim entdecken? Wir entdecken sie in unserem Streben, den Schöpfer zu erreichen oder in dem Verlangen, sich miteinander zu verbinden?

Meine Antwort: Nur in dem Verlangen, sich miteinander zu verbinden, um den Schöpfer zu erreichen, entdecken wir unsere zerbrochenen Kelim und jedes Mal sehen wir mehr.

Zum Beispiel haben wir auf dem vergangenen Kongress entdeckt, dass wir auf der einen Seite uns verbinden wollen, auf der anderen Seite wollen wir das nicht, etwas in uns drinnen verhindert es, irgendein Hasser, Feind, innere Erstarrung, Barriere, die mich daran hindert, mich anderen anzunähern und mich mit ihnen zu verbinden.

Das ist der erste Schlag von den zehn ägyptischen Plagen, zehn Schläge gegen den Pharao, so nennt sich derjenige, der mich zurückhält. Ich spüre, dass er mich daran hindert, mich mit anderen zu verbinden, verstehe aber noch nicht ganz, wozu ich diese Verbindung überhaupt brauche, wo ist hier der Schöpfer und wie kann man Ihm geben… Zur Zeit ist es nur ein Verlangen, sich zu verbinden, mehr nicht.

Beim zweiten Mal wird es schon anders. Wir wollen uns verbinden, wir sind verpflichtet, zusammen zu sein, um das Spirituelle zu erreichen, denn das Spirituelle enthüllt sich nur in der Verbindung zwischen uns. Das ist schon etwas klarer.

Und als Gegengewicht dazu spüren wir wieder, wie uns etwas behindert. Wir fordern: „Lass uns frei!“, er lässt aber nicht. Jedes Mal enthüllt der Schöpfer ein stärkeres Ego in uns, „verhärtet das Herz des Pharao“.
Dann attackieren wir wieder, nicht unbedingt auf einem Kongress, und sehen, dass wir dies nicht selbst machen können, wir brauchen eine Kraft von außen. Wo ist diese Kraft? Wir beginnen zu wünschen, dass uns der Schöpfer verbindet – und dann reißen wir uns durch den Machsom.

Das nächste Mal beginnen wir zu spüren, dass den Machsom (hebr., Barriere) durchzureißen bedeutet, den Machsom zwischen uns durchzubrechen. Wir brauchen keine äußere Schranke zu stürmen. Der Machsom befindet sich in uns, in unseren Herzen, die voneinander durch eine egoistische Trennwand isoliert sind.

Dann in einer weiteren Attacke werden wir spüren, dass wir all dies nicht für uns selbst brauchen, nicht um uns zu verbinden und die Spiritualität zu enthüllen, sondern dafür, um mittels dessen dem Schöpfer geben zu können, das ist unsere „Endstation“.

Das alles enthüllt sich stufenmäßig. Wenn wir alle diese Etappen in der Praxis entdecken werden, sie völlig durchspüren werden, schaffen wir dadurch ein richtiges Verlangen/ Gefäß/Kli für das Empfangen des Lichtes.

Sonst kannst du das Licht nicht entdecken. Das Licht befindet sich hier in Hülle und Fülle, aber du musst das Verlangen/Kli dafür enthüllen, den gleichen Frequenzbereich, die gleichen Eigenschaften erreichen.
Das ist nur durch solche Handlungen möglich, die über uns geschehen, bis sie ein wahres Verlangen, in welchem sich das Licht enthüllen kann, schaffen.

Bereiten wir uns auf den nächsten Angriff gegen den Pharao vor!

Aus einem Unterricht über „Die Lehre der Zehn Sefirot“, 30.11.2010

Der Schöpfer empfindet keine Finsternis

Der Schöpfer wirkt auf uns nur mittels des Lichtes. Das Licht wirkt auf die Wünsche/Kelim, welche je nach ihrem Zustand, besser oder schlechter empfinden, eben entsprechend ihrer Gleichheit mit dem Licht. Hier gilt das Gesetz von der Ähnlichkeit der Eigenschaften.

Wenn ich dem Licht ähnlicher bin, fühle ich mich besser. Je schlechter ich mich fühle, bzw. je mehr ich leide, desto mehr Unterschied ist zwischen mir und dem Licht. Aber, dies ist die Handlung des Höheren Lichtes.

Die Finsternis die ich empfinde, ist auch Licht, welches auf mich einwirkt. Nur wird es infolge der Ungleichheit der Eigenschaften in Form von Finsternis empfunden. Anstelle von Licht „Or“ fühle ich Dunkelheit „Orta“.

Der Schöpfer jedoch empfindet keine Finsternis. Wenn Er mit ein wenig mehr Licht auf uns einwirkt, fühlen wir uns sofort schlechter. Weil wir in diesem Licht einen grösseren egoistischen Wunsch offenbaren, wonach Dunkelheit eintritt.

Somit steht unser Wunsch dem Licht entgegen. Mit anderen Worten, mit Hilfe des Lichtes offenbare ich die riesigen Wünsche, denen gegenüber sich die grossen Genüsse an einer vor mir verborgenen Stelle befinden, aber dennoch fühle ich mich schlecht.

Dies kann sich sowohl mit gesundheitlichen Problemen, als auch im Mangel an unterschiedlichen Dingen zum Leben, an schlechter Stimmung oder innerer Unruhe bis hin zur Unlust zu leben überhaupt, ausprägen. Aber alles das, ist ein Ergebnis von der Einwirkung des Lichtes !

Wenn das Licht zu den vorbereiteten Wünschen/Kelim kommt, dann wird es in Form von Genuss empfunden, weil es sie ausfüllt. Sind die Kelim allerdings noch nicht bereit, dann wird Leiden empfunden.

Aus dem Unterricht über einen Brief von Baal HaSulam

Zwei Säcke mit Geschenken

„Und das Licht, welches sich in der Welt offenbart und sich in sie einkleidet, heißt Punkt des Stadiums Jud, welcher sich in zwei Buchstaben Hej aufteilt: eine Welt der Verhüllung und eine Welt der Offenbarung. „

„Und die ganze Arbeit des Menschen besteht darin, diesen Punkt zu offenbaren, ihn durch das Stadium Waw weiterzuführen – von einer Welt bis zur anderen Welt, d.h. durch den Buchstaben Waw zwischen zwei Buchstaben Hej, und dabei für alle die Fülle des Lichtes zu offenbaren, die vom umgebenden Licht an diejenigen, die es umgibt, ausgeht, – d.h. zwischen Buchstaben Hej, durch das Geheimnis von „Bina, Jessod, Malchut“.“

(Baal HaSulam: „Von Hinten und Vorne umfaßt du mich.“)

Der Schöpfer hat zwei „Säcke“. Aus einem nimmt Er einen Wunsch heraus und fügt ihn in den Menschen ein. Und nachdem der Mensch diesen Wunsch richtig bearbeitet, fügt der Schöpfer in ihn die Füllung dieses Wunsches aus dem anderen „Sack“ ein. Nachher wiederholt sich diese Handlung, aber bereits mit dem neuen Wunsch. Er verhält sich zu uns so, wie wir uns zu unseren Kindern verhalten.

Wir wachsen und wir entwickeln uns, je nach unserer Fähigkeit, den vom Schöpfer bekommenen Wunsch vorzubereiten, ihn zu bearbeiten und brauchbar für die Füllung zu machen. Darin besteht der ganze Prozess der Entwicklung der Schöpfung.

Nur darf man nicht vergessen, dass unsere Arbeit gerade in der Mitte ist. Wir sollen den Wunsch, der vom Schöpfer kommt, richtig bearbeiten.

Und die Füllung – existiert in Wirklichkeit schon innerhalb des Wunsches. Und in jenem Augenblick, wenn der Wunsch die richtige Form findet, wird die Füllung enthüllt.

Aber die Hauptsache ist, durch diesen Prozess denjenigen zu enthüllen, der das alles herbeiruft und auf uns einwirkt. Das soll das Endergebnis von allen Zuständen werden, die wir durchgehen.

Die Korrekturen sind ja kein Selbstzweck. Der Schöpfer konnte uns alles bereits in der endgültigen Form geben. Ihm ist es wichtig, dass wir mit unserer Arbeit Ihn, den Begriff der Göttlichkeit enthüllen. Das heißt „zwei Welten miteinander zu verbinden“ (zwei Säcke).

Baal HaSulam erwähnt das in dem Artikel „Von Hinten und Vorne umfaßt du mich“, wenn er über die Vereinigung zwischen zwei Buchstaben „Hej“ („ה“) – obere/Bina und untere/Malchut spricht. Und der Buchstabe „Waw“ („ו“) zwischen ihnen ist die Gerade/Seir Anpin, die zwischen Bina und Malchut verbindet.

So wird der Mensch, der zwei Welten verbindet, der gesamten Schöpfung würdig. Das ist eben die Arbeit, die man auf keinen Fall versäumen darf.

Wir sollen durch alle diese Zustände gehen, die Anstrengungen angeblich von unserer Seite machen, um diese eine wirkende Kraft zu enthüllen, bis es sich uns offenbart, dass „es niemanden außer Ihm gibt“.
Aus dem Unterricht nach dem Brief von Baal HaSulam, 26.11.2010

Väter und Söhne

Es ist gesagt worden: Abraham zeugte Isaak und Isaak zeugte Jakob. In unserer Welt setzt der Sohn das Handwerk des Vaters fort, weshalb er „höher“ als sein Vater ist.

In der spirituellen Welt ist es genau umgekehrt: „höher“ ist derjenige, der „früher“ da war. Der Sohn ist ein Ergebnis der Handlung des Vaters, aber im schlechteren Zustand – im gröberen Wunsch. Deshalb stellt Isaak den Zustand dar, welcher niedriger als Abraham ist, und Jakob ist niedriger als Isaak.

Andererseits, je tiefer und stärker der Wunsch ist, desto mehr Möglichkeiten hat er, in der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer korrigiert zu werden. Deshalb ist jede neue Generation, im Hinblick auf die Entwicklung der Generationen, schlechter als die vorhergehende, kann aber  im Hinblick auf die Nutzung des Wunsches höher hinaufsteigen, d.h. mehr Licht erreichen.

Deshalb wird das, was Abraham wegen der kleinen Tiefe des Wunsches nicht machen konnte, in Isaak, in seiner linken, egoistischen Linie gezeigt. Diese Arbeit hat nichts mehr mit Abraham zu tun, er soll nur „verbinden,“ den erwachenden egoistischen Wunsch einschränken. Und Jakob verbindet sich schon mit beiden Kräften und beginnt, sich zu realisieren. Daraufhin entwickelt sich die Seele, die aus zwei Eigenschaften besteht.

Aus dem Programm „Wochenabschnitt“, 29.10.2010

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Lass den Schöpfer an dir arbeiten!

Eine Frage, die ich erhielt: Von Anfang an des Unterrichtes fühle ich, dass ich mit mir selbst kämpfe, um in der richtigen Absicht zu bleiben und dass ich ständig versagen muss.

Wie kann ich nur hoffen, dass ich jemels in diesem Krieg siegen kann?

Meine Antwort: Wenn du mich fragst, sage ich dir nur eines: Wenn der Mensch sich mit der Gruppe und mit dem Lehrer und mit all den möglichen Mitteln nicht verbindet, wird er nicht aushalten können.

Nur die Geduld und die Hartnäckigkeit… sich „mit den Zähnen“ festzuhalten und eigenen Platz zu finden und fortschreiten gegen sein eigenes Ego wird helfen.

Wenn du dich hier befindest, wenn du die ganze Zeit unzufrieden bist, jede Minute fliehen möchtest und doch hier bleibst, sag zumindest „danke“ dafür. Denn das ist schon irgendeine Verbindung. Es ist unwichtig, dass du „nackt bist und nichts hast“, wie es über den König David geschrieben steht, aber du hast irgendwelche Verbindung zur Tora.

Was kann man machen… Wir verstehen nicht bis zum welchen Maß wir unsere innere Arbeit durchführen müssen. Wir können das nicht sehen. Aber der Mensch urteilt immer sich selbst. Er vergisst, dass er es mit dem Schöpfer zu tun hat.

Denn das alles bringt dir der Schöpfer, er spielt mit dir. Er will aus dir deine ganze Sturheit herausziehen, all deine Dummheiten, deine Stumpfheit in der Vernunft und in dem Herzen. Er zieht dich in verschiedene Seiten, lässt dich nicht für einen Moment in Ruhe.

Lass ihn an dir arbeiten! Was kann man machen… Wie lange dauert es noch? Je mehr du ertragen kannst, desto schneller wird er seine Arbeit vollbringen.

Aber wenn du nicht dulden kannst und jede Minute schreist: Oh Nein, nur nicht das!“, vermindert er Seine Einwirkung, denn Er geht mit dir zusammen. Und es stellt sich heraus, dass du dich sehr sehr langsam bewegst.

Die Bereitschaft zu dulden, das ist alles. Er zeigt dir wer du eigentlich bist, im Maß deines Geduldes. Wenn du das nicht nur siehst, sondern auch bereit bist, viel Kraft darin zu investieren um diese Sachen richtig zu sortieren: „Wozu habe ich das? Warum? Woher? Von Wem? Was mache ich damit jetzt gerade?“.

Wenn du tatsächlich all deine Kräfte darin investierst, machts du Fortschritte. Wenn nicht, machst du weniger Fortschritt. Aber in jedem Fall, jeder, der sich in diesen Rahmen befindet schreitet fort.

Das nimmt Jahre. Aber so ist der Weg. Manchmal dauert es von 10 bis 20 Jahren. Na und? Was ist es im Vergleich zum Universum, das seit 15 Milliarden Jahren existiert?

Dein Vorvater hat vor 100 000 Jahren die Tiere gejagt um sich mit Essen zu versorgen und er dachte nicht einmal in seinem ganzen kurzen Leben (20 bis 30 Jahre) über die Enthüllung vom Spirituellen, Schöpfer usw.

Schau, wie viele Reinkarnationen hast du schon durchgelebt! Und nur jetzt hast du die Möglichkeit sie wirklich zu realisieren. Alle vorherigen Reinkarnationen kommen jetzt zur ihrer Realisation.

Aus dem Sohar-Unterricht, 29.11.2010

Der Mensch wird durch die Absicht bestimmt

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist die Absicht in mir und warum ist sie so wichtig, wenn der Verstand und die Gefühle bei der spirituellen Entwicklung nicht berücksichtigt werden?

Meine Antwort: Die Absicht ist der Mensch in mir, sie bestimmt, was ich von all dem, was ich in mir habe, will. Alles, was mich ausfüllt: Gefühle, Verstand, Hoffnungen, Phantasien, Träume, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – das alles vermische ich und kläre, was ich von all dem haben will.

In diesem Gemisch verstehe ich nichts, alles ist durcheinander: heute so, morgen anders. Doch was ich will, nennt sich Absicht. Das heißt, ich schaue jetzt über mein Leben und alles, was ich habe, und entscheide, was mir am Wichtigsten ist.

Es gibt einen solchen Punkt, in dem ich etwas entscheiden kann: entweder mich wieder in diesen „Cocktail“ zu stürzen, den ich zusammengemixt habe, und alles vergessen, also zum normalen Leben zurückkehren.

Oder ich erhebe mich darüber und will aus all diesem Gemisch nur das herausfiltern, was mir für das Vorankommen, für das zukünftige Leben nützt. Das ist das, was ich entscheiden muss, und darum ist die Absicht der ganze Mensch.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 25.11.2010

Dort, wo das Herz ist…

Eine Frage, die ich erhielt: Wie sollen wir das Licht darum bitten, uns zu verändern, wenn wir es nicht wahrnehmen?

Meine Antwort: Das stimmt, als erstes muss das Verlangen vorhanden sein, und erst dann kann man sich an das Licht wenden.

Wenn ich mir aufs Papier schreibe: „Ich muss das Licht bitten!“ und es hundertmal durchlese, wird nichts geschehen. Es wird zur Gewohnheit, ich werde diese Worte automatisch wiederholen und nicht mehr.

Doch uns ist die Möglichkeit gegeben worden, das Verlangen mit Hilfe der Umgebung zu verändern. Denn wir existieren nicht allein, sondern unter anderen Menschen.

Wenn ich ihnen zuhöre und sie durch das Prisma des Neides, der Leidenschaft und des Ehrgeizes – all jener Eigenschaften, die in meinem Verlangen zu genießen enthalten sind – betrachte, will ich alles Gute, was sie haben, von ihnen bekommen und höher als sie aufsteigen.

Wenn sie danach streben, Diebe zu werden, will ich der wichtigste, der stärkste und der erfolgreichste Dieb werden, denn sie schätzen das.

Wenn meine Umgebung der Erreichung der Eigenschaft des Gebens Wichtigkeit beimisst, werde ich natürlich mehr Erfolg als alle Anderen dabei haben wollen, denn das wird wichtig für mich sein.

Aus diesem Grund kann ich das Verlangen meines Herzens mit Hilfe der Umgebung verändern. Und deshalb steht geschrieben: „Wir werden tun und wir werden hören!“, weil ich in der Lage bin, Handlungen auszuführen, infolge deren ich plötzlich das haben wollen werde, was nicht von Anfang an in mir enthalten ist: an den Anderen geben, dem Wichtigkeit beimessen, auf irgendeine Weise egoistisch ein Verlangen danach entwickeln, mich im Geben befinden zu wollen.

Denn ich befinde mich in einer egoistischen Gesellschaft, und wenn diese Gesellschaft anfängt, mich zu überzeugen, dass es sich zu geben lohnt, beginne ich natürlich ebenso wie alle meine Freunde zu denken, dass es sich wirklich zu geben lohnt.

Doch dabei denke ich, dass es für mich von Vorteil sein wird – ich werde wichtig für sie, groß sein, erlange die höhere Welt, bekomme den Schöpfer in die Finger. Geben – OK, das Wichtigste ist, ich kann daran verdienen. Das nennt sich „lo liShma“.

Wenn ich, von einem solchen Bestreben getrieben, dennoch will, dass das Licht kommt und mich verändert, beginnt es, mich zu verändern, und ich stecke mich plötzlich mit irgendeinem „Virus“ an – ich erlange das, was ich vorher nicht hatte, nicht wollte und nicht vorhatte, zu erhalten. Ich beginne plötzlich tatsächlich zu denken, dass das Geben etwas Besonderes, Gutes und Erhabenes ist.

Woher kommt das? Es entsteht wie eine Krankheit, mit der man gar nicht gerechnet hat. Ich beginne, ernsthaft darüber nachzudenken, dass es gut ist, nicht an sich, sondern an die Anderen zu denken, ohne jegliches Nutzen und Belohnung für sich selbst.

Natürlich gibt es hier eine Abfolge von Veränderungen, die ich durchlaufe. Zuerst denke ich, dass ich mich von meinem egoistischen Verlangen zu genießen losreißen sollte – dadurch würde ich mich besser und freier fühlen.

Dann denke ich, ich sollte an die Anderen geben, weil ich dadurch immerhin irgendeinen Vorzug erhalte, denn letztendlich werde ich dem Schöpfer nah sein, und das hat auch seinen Wert…

Und so weiter, bis das Licht schrittweise so auf mich einwirkt, dass ich eine reine Absicht, genannt „liSchma“, erlangt habe – ausschließlich „um des Gebens willen“, ohne jegliche Rückkehr an mich selbst. Und ich spüre es, ich überprüfe, dass das ohne jegliche Rückkehr an mich selbst geschieht.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 26.11.2010

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Bloß nicht sich selbst fühlen…

Unser Verlangen ist als ein umgekehrter Abdruck des Lichts erschaffen worden, und darum, wenn es nur sich selbst empfindet, ist das ein schreckliches Gefühl, ein Gefühl der unausgefüllten Leere, des Abgrunds.

Ich darf einfach nicht nur mich selbst fühlen, ich kann nicht ohne Erfüllung! Das nennt sich Nukwa, „Nekew“ (Öffnung), leeres Verlangen, welches eine Erfüllung braucht.

Der Schöpfer ist aber vollkommen und braucht niemanden. Er ist die vollkommene Ruhe und Regungslosigkeit, Er ist absolut unveränderlich, Er muss sich nicht bewegen und etwas tun.

Und die arme Schöpfung (das Verlangen, das Bedürfnis nach dem Licht) fühlt sich unglücklich und findet keine Ruhe, ehe es die Erfüllung und das Gefühl der Vollkommenheit erlangt. Es befindet sich ständig in Angst und Ehrfurcht, auf der Suche nach der fehlenden Erfüllung.

Denn das Licht (die Vollkommenheit, der Schöpfer) hat einen Abdruck von sich im Material (im Verlangen) in einer umgekehrten Form hinterlassen, wie ein Siegel und sein Abdruck, und auf diese Weise das Bedürfnis nach dem Licht im Verlangen erschaffen.

Unsere Form ist dem Schöpfer entgegengesetzt, deshalb ist die Natur der Schöpfung so unglücklich – bloß nicht sich selbst fühlen, und ihre ganzen Verlangen, Bestreben, Gedanken kreisen nur um Erfüllung.

Wir jagen ständig dem Schöpfer, dem Licht nach. Wenn sich jedoch das Verlangen in seiner kleinsten, untersten Schicht in uns enthüllt, stellen wir uns anstatt des Lichts die materiellen Erfüllungen vor: Geld, Macht, Ruhm, Sex, Essen, Familie.

Und wenn ein größeres Verlangen, aus einer höheren Schicht, in uns erwacht, fangen wir an, nach dem Wissen, nach der Entwicklung zu streben. Und wenn sich ein noch größeres Verlangen in uns enthüllt, beginnen wir zu spüren, dass es uns an der Spiritualität mangelt.

Wir handeln immer im Verlangen, von dem Verlangen unserer Welt bis hin zur Ähnlichkeit mit dem Schöpfer.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ vom 08.10.2010

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Die materialistischste Herangehensweise von allen

Der Sohar spricht nicht vom physischen Tod, er spricht vom Verlangen zu genießen, das korrigiert wird, indem es die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erreicht. Ein gewöhnlicher Mensch ist an dem Punkt noch nicht angelangt.Wenn der Mensch in der spirituellen Welt arbeitet, hat er die linke und die rechte Linie (zwei „Engel“), zwischen denen er die mittlere Linie aufbaut. Auf der linken Seite steht mein Ego, der Pharao, und auf der rechten Seite der Schöpfer, das Licht. Und in dem Ausmaß, in dem ich dieses Verlangen zu genießen in die mittlere Linie transferieren kann und das Licht, die Absicht, aus der rechten Linie an dieses heranziehen kann, erschaffe ich mein spirituelles Gefäß (Kli) mit dem Schirm.

Der Schirm ist die Absicht zu geben, und das Gefäß ist das Verlangen in seinem Inneren. Auf diese Weise baue ich mich selbst aus diesen beiden Kräften auf, und ich bin der dritte. Und dann beginne ich, in der spirituellen Realität zu existieren. Wenn ich diesen „dritten“, das Verlangen mit dem Schirm, erschaffen habe, bedeutet das, dass ich eine Seele habe!

Und wenn ich sie aus diesen zwei Kräften nicht aufgebaut habe, dann habe ich nichts außer dem einen Punkt, in dem ich nichts fühle. Das ist lediglich ein winziges Verlangen, welches überhaupt nicht von mir abhängt – „Verlangen aus dem Nichts“ („mi Ajn“).

Der Sohar schreibt, dass du dein egoistisches Verlangen töten sollst – du ziehst das Licht heran, tötest es und bringst es zur Absicht zu geben – genau das wird dein lebendiges Ich sein.

Das alles kann mit Hilfe einer richtigen Umgebung erreicht werden, die als die „heilige Gruppe“ („Chewra Kadischa“) bezeichnet wird, denn sie hilft dir dabei, deinen Egoismus zu begraben. Auf diese Weise erhältst du die ewige Seele – den Teil, der dem Schöpfer ähnlich ist. Du erschaffst sie selbst.

Und wenn nicht, dann hast du auch keine Seele, du befindest dich unterhalb der Linie des Lebens, in dieser Welt, wo du nur deinen tierischen Körper, das Material hast („Material“/“Chomer“ klingt ähnlich wie „Esel“/ „Chamor“). Das ist die materialistischste Herangehensweise von allen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 25.11.2010

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Koste die zukünftige Welt heute noch

Wir können uns noch nicht einmal vorstellen, wie wir leben würden, wenn wir uns einfach als Tiere wahrnehmen würden.Doch die Menschheit hat die Religion/den Glauben, der ihr hilft, ihren Egoismus ein wenig zu zügeln. Und alle diese Glaubensrichtungen basieren auf einem Gedanken – auf dem Gedanken an die Existenz des Lebens nach dem Tod. Doch die Wissenschaft der Kabbala sieht es nicht so. Es gibt einen Zustand, in dem wir jetzt existieren und der „Tod“ heißt, und es gibt einen anderen Zustand, der „Leben“ heißt. Nun die Frage: also ergibt sich daraus, dass mein Dasein in dieser Welt einmalig ist und danach nichts übrig bleibt? Doch was kann zurückkehren? Was hast du, was zurückgekehrt werden könnte? Der Körper ist tot und hat die Kraft verloren, die ihn sich bewegen lies, als ob der Motor plötzlich stehengeblieben wäre… Nun die Frage: Wo ist nun diese Kraft hingekommen? Denkst du, sie ist irgendwohin zurückgekehrt, nach oben, zu „ihrem Platz“? Nein, die Moleküle haben einfach aufgehört, zu funktionieren. Gab es an denen etwa irgendwas Spirituelles? Woher habt ihr auf einmal solche Phantasien? Doch das ist der Glaube, von dem die ganze Welt lebt – zumindest gibt es einen Trost, dass es auch nach dem Tod etwas gibt. Doch warum steht es in den kabbalistischen Büchern geschrieben, dass, wenn wir uns in diesem Leben nicht korrigieren, wir wieder in diese Welt zurückkehren und so immer wieder geboren werden? Es ist wirklich so, man muss nur klären, was das bedeutet! Der Glaube bedeutet in der Kabbala die Erkenntnis – die spirituelle Welt zu sehen und zu fühlen, wie es geschrieben steht: „Kostet und sehet, dass der Schöpfer gut ist“. Ich „schmecke“ Ihn ab, mit allen Sinnesorganen, so dass „alle Knochen sprechen werden“! Das ist kein Glaube, das ist die realste Empfindung, die es nur geben könnte.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 25.11.2010

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