Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Orchester der gemeinsamen Seele


Je mehr ich dazu gelange, die Teile der zerbrochenen gemeinsamen Seele wieder zu einem Ganzen zusammen zu fügen, desto größer ist die Kraft, die ich erwerbe und die mich dem System annähert, welches der Sohar beschreibt. Er erklärt uns, wie wir diese Einheit erreichen und unseren gemeinsamen spirituellen Körper aus allen Seelen und Verlangen aufbauen können. Wenn all diese selbstständigen und widersprüchlichen Verlangen sich vereinigen, formen sie ein neues, lebendiges System des Lebens, da sie trotz ihrer Unterschiede beginnen, in Harmonie auf das Ziel ausgerichtet zusammen zu arbeiten. Dann erlangen sie spirituelles Leben.

Jeder einzelne arbeitet im Gegensatz zu den anderen – einer geht diesen Weg, der andere nimmt den anderen Weg. Dies ist mit einem Orchester vergleichbar, in welchem jeder Violinspieler seinen Bogen in eine andere Richtung streicht und jeder Schlagzeuger auf die Trommeln zu unterschiedlichen Zeiten auf und ab schlägt, aber dennoch das ganze Orchester harmonisch spielt.

Wir müssen verstehen, dass wir Spiritualität nur durch die Verbindung unterschiedlicher, gegensätzlicher Teile in Ausrichtung auf das endgültige Ziel, den Schöpfer, erreichen. Wenn man sich aus diesem Grund verbindet, erreicht man spirituelles Leben.

Es stellt sich heraus, dass alles seinen eigenen Platz und seine Existenzberechtigung hat. Alles was wir brauchen, ist die Korrektur!

Eine ideale Sprache

Das Bild dieser Welt muss durchgehend den gesamten Prozess unseres spirituellen Aufstiegs bis zur Welt der Unendlichkeit andauern. Unsere Korrektur ist nur unter der Bedingung möglich, dass wir die Wirklichkeit dieser niederen Stufe, unserer Welt, wahrnehmen.

Wir müssen fortwährend die Wurzeln erreichen, die sich über dem Bild unserer Welt, wie wir sie jetzt wahrnehmen, befinden. Dieses Bild ändert sich nicht; nur seine Wurzeln werden höher oder tiefer, das heißt, dass wir den Schöpfer (die Wurzel unserer Verlangen) in einem größeren Umfang erlangen.

Das Bild, das wir jetzt sehen, ist nur Sein Zweig, der durch unsere Verlangen auf dem Hintergrund Seiner Verlangen abgebildet ist. Die Welt ist das Bild unserer Verlangen, die unterschiedlich zu Ihm sind.

Während des Prozesses der Erkenntnis ändert sich auch nicht unsere Sprache, da das Bild der niedrigsten Welt sich nicht ändert. Wir sprechen die gleichen Worte, gleichgültig ob wir uns auf der ersten Stufe, in der Mitte oder am Ende des Weges befinden. Kabbalisten haben keine anderen Möglichkeiten der Kommunikation miteinander, außer durch die „Sprache der Zweige“.

Der niederste Zustand ist für alle gleich und die Verbindung des Zweiges zur Wurzel erstreckt sich von der Welt der Unendlichkeit über die selbe Linie, welche wir von einer Welt zur anderen, durch alle 125 Stufen und in allen 613 Verlangen durchlaufen.

Demzufolge können wir über jedes Verlangen auf jeder der 125 Stufen sprechen, indem wir den dazugehörigen Namen des Zweiges aus dieser Welt nehmen. Darum wählen die Kabbalisten „die Sprache der Zweige“- da diese auf dem gesamten Weg des spirituellen Fortschritts unveränderlich bleibt. Es ist eine ideale Sprache und wenn wir nur die Verbindung zwischen der Wurzel und dem Zweig kennen würden, wären wir fähig, dies zu verstehen.

Jemand, der aufsteigt, verbindet alle Welten in seinem Innern

Eine Frage, die ich erhielt: Warum schrieb Rabbi Shimon das Buch Sohar allegorisch und verbarg dabei die Tatsache, dass es nur über die Verbindung zwischen dem Licht und dem Verlangen spricht?

Meine Antwort: Hat er wirklich etwas verborgen? Denken Sie daran, wie das Buch „Baum des Lebens“ von ARI beginnt: „Wisse, dass, bevor die Welten entstanden und die Geschöpfe geschaffen wurden, ein Höheres Einfaches Licht die gesamte Wirklichkeit ausfüllte“. Und dann erschien ein Punkt des Verlangens und entwickelte sich weiter, bis die Welten und alles, was sie bewohnt, aus diesem Punkt entstanden.

Es gibt dort nichts anderes als den Willen, Licht zu empfangen, und das Licht. Alles andere ist eine Entwicklung der Verbindung zwischen ihnen, wo das Licht unveränderlich bleibt und das Verlangen sich in der Angleichung zum Licht verändert. Diese Verbindung ist der Gegenstand, welcher in der Wissenschaft der Kabbala und insbesondere im Buch Sohar beschrieben wird.

Wenn ein Mensch sich auf einer spirituellen Stufe befindet, dann sieht er die Verbindungen zwischen unserem Bild der Welt und seiner spirituellen Stufe. Er sieht, wie Kräfte und Eigenschaften von der Höheren Stufe auf die niedere hinabsteigen, die wir alle wahrnehmen. Alle Namen der Eigenschaften und Kräfte auf allen 125 Stufen oberhalb unserer Welt bleiben gleich, wie die Bezeichnungen in unserer Welt, jedoch wenn er jeden Namen liest, erkennt er dessen Wurzel anstelle der materiellen Objekte.

Wenn jemand einen Schirm erlangt und in die spirituelle Welt eintritt, indem er den Machsom überquert, beginnt er die Quelle von allem, was in dieser Welt geschieht, zu enthüllen. Man erkennt das Bild dieser Welt und wie es im eigenen Innern von einer höheren Ebene aus projiziert wird, ebenso wie es sich in Ebenen unterteilt: unbelebt, pflanzlich, tierisch und menschlich.

Diese Sichtweise ermöglicht es ihm, automatisch alle Kräfte und Eigenschaften der Höheren Welt zu benennen, indem er die Bezeichnungen der materiellen Objekte verwendet, da sie die Materialisation der Höheren Kräfte sind, die in diese Welt herabkommen.

Wenn man alle Verbindungen zwischen dieser Welt und seiner spirituellen Stufe findet, steigt man zur nächsten, höheren Ebene auf. Unterdessen verbleibt diese Welt unverändert und behält die gleiche Form bei. Auf der neuen Stufe fährt man fort, die Verbindungen zwischen den Wurzeln (Eigenschaften auf der spirituellen Stufe) und ihren Projektionen in dieser Welt zu suchen. Die Suche kommt herab, um die eigenen Eigenschaften zu korrigieren und in dem Maße, in dem man sie korrigiert, sieht man ein klareres Bild der Höheren Stufe. Sobald man alle Kräfte, Eigenschaften und Verbindungen wahrnimmt, vollendet man diese spirituelle Stufe und steigt zur nächsten auf.

Obwohl dieser Prozess monoton klingen mag, ist er tatsächlich spannend, wie eine außergewöhnliche Entdeckung. Das Bild dieser Welt bleibt gleich, bis man die vollständige Korrektur (Gmar Tikun) erreicht hat, wo man zu einem Zustand aufsteigt, in dem sich alles zu Einem vereinigt. Alle Kräfte, Lichter und Verlangen vereinigen sich in ein einziges Ganzes und man ist vollkommen mit dem Schöpfer vereint.

Wenn ein Mensch die Verbindung zwischen dieser Welt und der letzten, höchsten Stufe erkennt, verbindet er zwei gegensätzliche Achsen: Sich selbst unten und den Schöpfer oben. Auf diese Weise erreicht er den Zustand der Anheftung an den Schöpfer und die totale Gleichheit mit Ihm. Anders gesagt, man erreicht die Welt der Unendlichkeit.

All die Verlangen – die unkorrigierten Verlangen unserer Welt oder die am meisten korrigierten, ebenso wie all die Bilder und Abbildungen, werden sich in eine vereinte Wirklichkeit verwandeln, genannt „Der Schöpfer und Sein Name sind Eins“. Dort wird nur ein einziges Verlangen sein: HaWaYaH.

Wie man den Sohar genießt

Was lehrt uns der Sohar? Wir wissen aus der Wissenschaft der Kabbala, dass der Schöpfer nur ein einziges Verlangen erschaffen hat, in welchem jegliche weitere Entwicklung stattfindet. Dieses eine Verlangen beinhaltet zahlreiche einzelne Verlangen, welche zusammen in einem System verbunden sind, welches „Adam“, die allgemeine Seele, genannt wird.

Entsprechend Seinem Programm begann der Schöpfer dann die Verbindungen zwischen den Teilen dieses Verlangens zu korrumpieren. Dadurch begannen sie, die Verbindung untereinander zu verlieren, ähnlich wie Organe in einem erkrankten Körper, die aufhören, in korrekter Art und Weise zusammen zu arbeiten. Die Folge davon ist eine Unausgeglichenheit und wir fühlen Krankheitssymptome, wie steigenden Blutdruck und erhöhte Temperatur, eine falsche chemische Zusammensetzung des Blutes usw. Dies alles sind Anzeichen, dass der Organismus nicht im Gleichgewicht ist, und dies nennen wir Krankheit.

Warum tut der Schöpfer dies den Seelen an? Er tut dies in der Absicht, damit wir die Verdorbenheit fühlen und sie dann beginnen zu korrigieren. Die Krankheit ist die Beschädigung der Verbindung zwischen uns, welche alle Teile eines einzigen Systems sind. Da diese Verdorbenheit uns trennt, beginnen wir uns immer weniger miteinander verbunden zu fühlen.

Es gibt 125 Stufen in diesem Verlust der Verbindung zwischen uns. Dies ist ein Abstieg von der Unendlichkeit, wo wir unendlich miteinander verbunden sind, bis hin zum Zustand, wo diese Verbindung völlig verschwindet.

Darüber hinaus gibt es eine Ebene, genannt „Parsa„, entlang der 125 Stufen, an der eine noch größere Verdorbenheit entsteht. Anstatt einer positiven Verbindung oder deren Verlust, formen wir eine negative Verbindung. Deswegen will jeder die anderen zu seinem Nutzen ausbeuten. Der Organismus stirbt nicht einfach, sondern zehrt sich selbst vollständig auf.

Dieser Abstieg in das Verlangen, andere auszubeuten, geht so lange weiter, bis der Zustand erreicht ist, in dem wir vollkommen alle Verbindungen zwischen uns verlieren – sowohl die positive Verbindung des Gebens wie auch die negative Verbindung des Empfangens. In diesem Zustand existieren wir im absoluten Gegensatz zur Spiritualität, wo alle Erkenntnisse und das Wissen fehlen. Dies ist ein Resultat unserer Trennung von einander, wo wir die Welt wahrnehmen als eingebildete Realität. Aber warum ist das alles Einbildung? Weil dies gezielt vom Schöpfer so eingerichtet wurde, um uns eine Illusion seiner Abwesenheit zu geben.

Was also sollen wir tun? Wir müssen verstehen, dass wir unsere Verbindung zwischen uns korrigieren müssen. Der Aufstieg der Seelen von unserer Welt zur Welt der Unendlichkeit geschieht in dem Ausmaß, in dem wir die Verbindung zwischen uns stärken. Die Wiedererlangung der Verbindung unter uns erschafft den Aufstieg.

Je mehr wir uns unseren Zustand in der Verbindung mit anderen Seelen vorstellen, desto mehr werden wir das Buch Sohar genießen können. Das Buch Sohar wurde letztendlich durch einen Aufstieg in die Welt der Unendlichkeit geschrieben. Die Verfasser des Sohar schrieben dieses Meisterwerk vom Aufstieg der 125. Stufe aus, in welcher sie zusammen verbunden waren.

Während wir den Sohar studieren, müssen wir ein Verlangen nach Verbindung zwischen uns fühlen. Es ist nicht nötig „klug“ zu sein. Es reicht völlig aus, sich zu erinnern, dass wir alles in der Verbindung zueinander erreichen werden.

Eigentlich spricht der Sohar nur über die Verbindung zwischen den Seelen. Er erklärt unsere Verbindung in dem globalen System, welches „Adam“ genannt wird, mit all den anderen Seelen und wie wir dies benutzen können, um gemeinsam in Verbindung zu treten, zu einem gesunden und korrekt funktionierenden System.

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Ein Kongress ist eine Möglichkeit, ein spiritueller Embryo zu werden


Eine Frage, die ich erhielt: Wir haben vor einiger Zeit den virtuellen Weltkongress 2010 durchgeführt, an dem viele Länder teilgenommen haben, und im Februar gab es den großen Sohar Kongress in Israel, welcher vom ganzen Weltkli unterstützt wurde. Was ist die beste Methode für uns, das Studium des Buches Sohar mit unseren Versammlungen und Kongressen zu kombinieren?

Meine Antwort: Dies alles verbindet sich wunderbar zusammen. All unsere Versammlungen, unsere regionalen und weltweiten Kongresse sind darauf ausgerichtet, uns zu vereinen. Durch die Vereinigung untereinander, erlauben wir dem Licht, sich zu enthüllen gemäß dem Gesetz der Angleichung der Form. Das Licht ist ein einziges und es braucht nur ein einziges Verlangen, ein Gefäß. Wenn wir uns praktisch verbinden, unsere Einheit lebendig und wahr werden lassen, so nähert sich uns im Ausmaß unserer Anstrengungen und Verlangen nach Erneuerung das Licht an.

Momentan leuchtet das Licht von sehr weit her auf uns herab. Es ist das Umgebende Licht anstatt das Innere Licht, da wir nicht einmal auf der niedersten Stufe die Einheit erreicht haben, um es als Inneres Licht wahrnehmen zu können. Wenn ich mich selbst vollkommen aufhebe, dann verspüre ich auch keinen Widerstand gegenüber der Einheit, weil ich mich vor den anderen annulliere. Das bedeutet, den spirituellen Mutterleib zu betreten, der sich aus allen anderen Seelen zusammensetzt. In Bezug auf mich sind diese alle korrigiert; ich bin der einzige, der noch nicht korrigiert ist. Wenn ich mich und meinen Egoismus vor ihnen auslösche, mit dem Verlangen, mich mit ihnen zu vereinigen, dann werde ich wie ein Samentropfen in der Gebärmutter sein.

Wenn ein Mensch diesen minimalen Zustand erreicht, dann betritt er die Spiritualität als ein Embryo. Der Schöpfer wird in dieser Einheit zwischen uns enthüllt, so wie geschrieben steht: „Ich wohne unter meinem Volk“. Er wohnt in Seinem Volk – in der Einheit unter den Seelen. Wenn ich alleine bin, bin ich wie ein Fremdkörper in Bezug auf die anderen, während alle anderen Seelen miteinander verbunden sind.

Daher muss man sich zuallererst gegenüber den anderen Seelen einschränken, um sich mit ihnen verbinden zu können. Genau dies ist es, was jeder von uns während unserer Versammlungen und Kongresse zu erreichen versucht, so wie am vergangenen Kongress, dessen Schwerpunkt auf Israel gerichtet war.

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Qualität mal Quantität ist gleich Kraft


Eine Frage, die ich erhielt: Welche Schlussfolgerung bezüglich der inneren Arbeit können wir aus dem Prinzip ziehen, dass die gesamte Realität vollkommen in Bezug auf den Schöpfer ist?

Meine Antwort: Dies deutet darauf hin, dass alle Mängel in uns sind, und nicht im Schöpfer, und wir nur uns selbst korrigieren müssen, um die Vollkommenheit wahrnehmen zu können. In Wirklichkeit existieren wir bereits im vollkommenen Zustand.

Ich hoffe, dass wir durch die Kongresse und gemeinsamen Versammlungen solch eine starke Einheit erlangen werden, damit wir tatsächlich dieses Gefühl erreichen. Spiritualität wird nur in der Einheit der Seelen enthüllt, nicht in den Seelen selbst. In den einzelnen Seelen ist es nur möglich, unsere Welt zu fühlen, wohingegen die spirituelle Welt in der Verbindung unter den Seelen wahrgenommen wird.

Diese Verbindung kann durch Qualität erreicht werden, in diesem Fall ist dann eine kleine Gruppe von Menschen ausreichend – sogar zehn Menschen reichen aus, wenn sie sehr kraftvoll sind. Andererseits können viele Menschen durch ihre höhere Anzahl die mangelnde Qualität wettmachen.

Qualität mal Quantität ist gleich Kraft. Daher wollen wir hoffen, dass sich alle Neuankömmlinge und erfahrenen Studenten zu einem Ganzen verbinden werden, damit jeder Mensch die ganze Kraft dieser Einheit empfangen wird, die uns einen Schub nach oben geben wird, in Richtung Verständnis und Gefühl für eine neue spirituelle Wirklichkeit. Diese werden wir dann zusätzlich zur weltlichen Realität, welche wir jetzt verspüren, wahrnehmen.

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Würde mir endlich jemand sagen, worum es im Sohar geht?


Ich erhalte viele Fragen über das Studium des Sohar, sowohl von erfahrenen Studenten wie auch von absoluten Anfängern. Die Leute schreiben, „Wir waren bisher gewohnt, zu verstehen, was wir studieren. Talmud Esser HaSfirot und „Einführung zur Weisheit der Kabbala“ (Pticha) gaben uns Wissen über den Aufbau des Universums. Die Artikel über die Gruppe führten uns zum Nachdenken über die Einheit und das Ziel, welche die Gruppe erreichen muss. Die Artikel von Baal HaSulam erklärten die Verbindung der Kabbala zu anderen Wissenschaften und ihre Einstellung zu Religion, Philosophie und der Freiheit des Willens. Es war klar, dass diese Artikel sich mit der Struktur der äußeren Gesellschaft ebenso befassten, wie mit der inneren Struktur des Menschen. Aber was zum Teufel studieren wir im Buch Sohar?

Diese Fragen verdeutlichen die falsche Einstellung gegenüber dem Studium, weil letztendlich muss sich alles zu einem verbinden. Beispielsweise ist die Gruppe eine Ansammlung von Seelen, die sich zusammen vereinigen müssen. Es erscheint nur unserer Vorstellung und Empfindung so, dass es verschiedene, fremde Seelen und Verlangen um uns gibt, und dass wir diese an uns anheften wollen, um das wahre Bild zu sehen.

Es ist unmöglich, Kabbala theoretisch zu studieren; diese Weisheit kann ausschließlich praktisch erlangt werden. Dies ist das Hauptanliegen beim Studium der Wissenschaft der Kabbala: Es geht darum, den Schöpfer gegenüber den Geschöpfen in dieser Welt zu enthüllen.

Der Schöpfer (Bo-reh) bedeutet „Komm und siehe“ – komm und erfahre die Eigenschaft des Gebens durch deren Offenbarung in dir, indem du von der „Nächstenliebe“ zur „Schöpferliebe“ gehst. Die wirkliche Wahrnehmung der Realität besteht dann, wenn die Wirklichkeit nicht mehr in „ich“ und „die anderen“ geteilt ist, sondern alle zusammen in einem einheitlichen Ganzen verbunden sind. Aber wie können wir diese Einheit und Wahrnehmung erlangen, wenn wir immer noch unfähig sind, alle Seelen als einen Menschen mit einem Herzen zu spüren, sie mit dem Schöpfer zu vereinen und diese gesamte Welt in uns zu fühlen? Wie können wir das aufdecken und verstehen?

All das muss durch das Höhere Licht für uns getan werden. Das Licht muss uns zum Zustand „Es gibt niemanden außer Ihn“ und „Er ist gut und Gutes tuend“ bringen, trotz allem was uns widerfährt. Diese zwei Formen der Enthüllung müssen gemeinsam kommen und sich verbinden; wir wissen bloß nicht, wie das geschehen soll.

Genau das ist unser Ziel, wenn wir mit dem Studium des Sohar beginnen: Wir müssen das Verlangen danach haben, dass uns die wahre Realität enthüllt wird, dass sich der Schöpfer hier und jetzt der Schöpfung offenbart, dass sich das Verlangen gemeinsam mit dem Licht darin enthüllt! Zusätzlich müssen wir dieser Einstellung ein wenig Sensibilität und Sorge hinzufügen. Jeder von uns sollte sich fragen: Tue ich alles, was mir bestimmt ist? Führe ich das erforderliche Maß an Anstrengung aus, das ich tun sollte? Dies wiederum hängt von unserem Empfinden für die Wichtigkeit des spirituellen Ziels und einer beständigen inneren Sorge darum ab. Dann ist uns der Erfolg garantiert.

Nur das Licht bringt die Antworten


Eine Frage, die ich erhielt: An was sollen wir denken, wenn wir das Buch Sohar lesen, um sensibler dafür zu werden?

Meine Antwort: Ich habe eigentlich keine Antworten auf deine Fragen, weil alle Antworten vom Licht, welches reformiert, kommen. Meine Arbeit ist nur, zu versuchen, dich in die Richtung des Lichts zu führen.

Manche Leute stellen mir Fragen über das Empfinden und wollen wissen, „Woher kann ich mehr davon bekommen?“ Andere fragen nach dem Verstand, „Wann soll ich ihn gebrauchen und wann nicht?“ Andere Leute stellen mir Fragen wie, „Wann werde ich beginnen, das Studierte zu sehen und zu fühlen? Warum fühle ich manchmal so und dann wieder ganz anders?“ Die Antwort ist, dass ich keine Antworten auf diese Fragen habe – und ich sollte sie auch nicht haben. Eine Antwort ist eine Offenbarung des Lichts in einer Person; es ist der korrigierte Zustand, welcher der Frage – dem vorhergehenden, unkorrigierten Zustand gegenüber steht.

Eine Person sollte nur eine Sorge haben, „Bin ich ausgerichtet auf den Strahl des Lichts, genannt das Licht, welches verbessert, damit es auf mich scheint?“ Man braucht nicht über die Beantwortung der Fragen über das eigene Empfinden und den Verstand nachdenken, außer über die eine Frage nach dem Licht, welches verbessert. Dies ist übrigens der Grund, weshalb Baal HaSulam die „Kabbalisten von Jerusalem“ ausgelacht hat, die das Buch Sohar vom Herzen her kannten, aber dessen inneres Wesen ablehnten.

Das Einzige, was man in seinem Gedächtnis behalten sollte, sind die grundlegenden Konzepte der Wissenschaft der Kabbala, weil diese eine Person auf das Geben ausrichten, indem sie ihr die richtigen, spirituellen Interpretationen der Worte geben. Sie erhellen das Ziel und führen eine Person dahin. Wenn eine Person richtig studiert, wird sie antworten auf alle ihre Fragen erhalten, sowohl im Gefühl als auch im Verstand. Sie wird voranschreiten und verstehen, was passiert, und letztendlich wird sie dadurch Zufriedenheit finden. Sie wird sehen, wie sie Tag für Tag voranschreitet.

Wir studieren nun das Buch Sohar intensiv. Wenn eine Person versucht, sich auf die Lektion vorzubereiten und ernsthaft daran teilzunehmen, dann wird sie in kurzer Zeit qualitative Änderungen in sich fühlen. Sie wird empfindsamer gegenüber ihrer Verbindung mit anderen werden und eine Veränderung in ihrer Einstellung zu der Umgebung, dem Studium, der Eigenschaft des Gebens und dem Schöpfer fühlen. Aber sie muss empfindsamer werden, um zu unterscheiden, was nützlich ist und was nicht.

All dies findet statt als ein Resultat des Studiums. Daneben gibt es nichts, woran wir arbeiten müssen. Deshalb rede ich immer nur über die Absicht – genau genommen, was wir vom Studium wollen und was es uns geben sollte.

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Auf der anderen Seite des Bildschirms


Die Welt, die wir wahrnehmen, wurde uns nicht zufällig gegeben. Sie folgt der Natur, die aus zwei gegensätzlichen Formen besteht: dem Schöpfer und der Schöpfung. Wenn wir beginnen aufzusteigen, wird uns diese Welt gegeben, um uns zu helfen, dem Schöpfer gleich zu werden und den Unterschied zwischen dem Punkt der Schöpfung, „Existenz aus Nichtexistenz“ und dem Schöpfer oder den Unterschied zwischen dem Kli und dem Licht zu beseitigen. Diese Welt ist ein Zustand, der vom Punkt der Schöpfung wahrgenommen wird und der vom Schöpfer getrennt und ihm gegenüber gegensätzlich ist.

Um uns „auf die andere Seite des Bildschirms“ zu bringen, uns aus einem Bild ins andere zu nehmen, wurde uns ein Hilfsmittel gegeben, das Buch Sohar. Es ist ein Mittel, das uns aus einem Zustand der Uneinigkeit in einen Zustand der Einigkeit zu bringen.

Darum wurde uns der Zustand gegeben, den wir jetzt wahrnehmen und der Zustand, den wir erreichen müssen, als auch alle Stufen und Zustände, durch die wir auf unserem Weg gehen müssen und das Hilfsmittel – das Buch Sohar, das uns von der Verbindung dieser zwei Welten erzählt, davon, wie die eine Welt sich in die andere Welt einkleidet. Keines dieser Dinge ist Zufall.

Wir müssen uns anstrengen, um dieses Hilfsmittel zu gebrauchen, das Buch Sohar, um uns zu verändern. Je mehr sich dieses Buch uns enthüllt, umso mehr wird es uns verändern. Dadurch werden wir beständig voran gehen, von unserem jetzigen Zustand eines schwarzen Punktes, der seine eigene Natur enthüllt und dann dem Licht entgegengesetzt ist.

Die gesamte Realität existiert innerhalb dieses Punktes der Schöpfung oder anders, Realität existiert in Bezug zu dessen Wahrnehmung. Dieser Punkt enthält alle Welten und alle Veränderungen. Alles befindet sich darin. Auch verändert sich dieser Punkt nicht in Bezug zum Schöpfer, der ihn erschuf. In Bezug zu Ihm ist er immer im korrigierten, bestmöglichen Zustand. Es ist der einzig existierende Punkt der Schöpfung, den Er aus dem Nichts (Yesh Mi Ein) erschuf.

Wenn wir den Sohar lesen, müssen wir erkennen, dass wir nicht in ein Buch schauen, sondern in einen besonderen Mechanismus, der unsere zwei Zustände miteinander verbindet – den jetzigen Zustand, in dem wir vom Schöpfer getrennt sind, nur uns selbst spüren können und in einem schwarzen Punkt eingeschlossen sind und dem künftigen höheren Zustand, wenn wir mit Ihm vereint sind. Indem wir eine besondere Sprache oder ein besonderes Programm benutzen, zeigt uns der Sohar, welche Handlungen und inneren Veränderungen wir machen können, um uns im Innern selbst umzustrukturieren und wir fähig sind, das Licht, das jetzt außerhalb von uns ist, zu empfangen.

Dann wird unsere innere Struktur dem Licht gleichen – dem Schöpfer. Gleichzeitig werden wir immer aus dem Material bestehen, das „der Wille zu empfangen“ oder „Existenz aus Nichtexistenz“ heißt.

“Und sie bauten einen Turm, welcher bis zum Himmel ragte”

Der Sohar, Abschnitt Noach, Punkt 384:

Und der Schöpfer sprach: „Und es gab auf der ganzen Erde eine Sprache und einerlei Worte.“ Und sie zogen von Osten her, von den alten Tagen der Welt.

Und sie erkannten, wie man die geheime Weisheit der ersten Menschen, der Generation der Flut, anwendet, so dass sie sich nicht dem Schöpfer würden unterwerfen müssen. Und sie erbauten eine Stadt und einen Turm.

„Kommt, lasset uns bauen eine Stadt, mit einem Turm, der bis zum Himmel reicht.“ Sie beschlossen entsprechend ihres Egos zu handeln und selbst über alles zu herrschen hinauf bis zum Himmel. Dies steht im völligen Gegensatz dazu, sich über sein Ego zu erheben, um den Schöpfer zu enthüllen und in der Höheren Welt zu leben.

Nun hatte die ganze Welt eine Sprache und gemeinsame Worte. Dies war die Situation in Babylon. Obwohl sie Egoisten waren, war ihr Ego so klein und unterentwickelt, dass sie alle wie ein Volk lebten, in völligem Verstehen, als ob sie eine Sprache sprechen würden.

Und da sie alle ein Herz und ein Verlangen hatten und die heilige Sprache (die Sprache des Gebens und der Liebe) sprachen, waren sie in der Lage, alles was ihnen in den Sinn kam, zu erfüllen. Und niemand konnte sie davon abhalten.

Diese Menschen stehen in Opposition zum Schöpfer und wollen nichts mit Ihm zu tun haben, aber da sie durch den Bund der Liebe miteinander verbunden sind, sind sie unbesiegbar. Sie sind wie eine Bande von Kriminellen, die gut aufeinander Acht geben bis zum bitteren Ende. Ihre Verbindung ist loyal und ehrlich, aber ihr Ziel ist egoistisch – eine Stadt mit einem Turm zu errichten.

Sie benutzen ihre Verbindung nicht, um sich dem Schöpfer anzugleichen, dennoch erschufen sie ihre Verbindung über der Eigenschaft des Gebens, welche sie unzerstörbar machte! Dies ist es, was der Schöpfer „beklagte“.

Diese Verbindung ist gleich und doch entgegengesetzt zu Ihm, und genau dies ist der Grund, warum die Menschen dies erlangen mussten. Es geschieht, um es danach wieder auseinander zu reißen und neu aufzubauen, aber dieses Mal in Angleichung an den Schöpfer.

Dies ist der momentanen Situation in unserer Welt sehr ähnlich. Es ist das Gleiche, als ob wir uns jetzt entscheiden würden, die Krise zu bewältigen und all unsere egoistischen Interessen zurückzunehmen, indem wir eine Verbindung zwischen allen Nationen errichten, aber dies tun, ohne dabei an den Schöpfer oder das Ziel der Schöpfung zu denken. Dadurch würden wir zum Zustand des antiken Babylon zurückkehren. Heute entdecken wir, dass die Welt global und jeder damit verbunden ist und wir uns gegenseitig gut behandeln müssen, da wir uns ansonsten gegenseitig zerstören. Wenn wir jedoch beginnen, gute Beziehungen untereinander herzustellen, ohne daran zu denken, uns dabei mit der Höheren Kraft zu verbinden und ohne die Ausrichtung auf die Erreichung des Schöpfungsziels (der Offenbarung des Schöpfers), führt uns all dies zur Selbstzerstörung, genauso wie es sich im Alten Babylon ereignete.

Der Schöpfer würde unsere Verbindung zerbrechen, wie er es bereits in Babylon tat, als er die „Sprachen verwirrte“ (dies bedeutet, als sich der Egoismus zwischen den Menschen entwickelte) und dadurch sich die Menschen untereinander nicht mehr verstanden. Dies alles würde in der Absicht geschehen, damit wir begreifen, dass unsere Verbindung einen anderen Zusatz benötigt – den Schöpfer. Nur Er kann uns mit einer wahren Verbindung vereinen und uns ermöglichen, das Leben auf der Höheren Stufe zu fühlen – ein Leben, welches vollkommen und ewig ist.

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