Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Schöpfer'

Gut und Böse

Der Sohar, Abschnitt „Wajikra„, Punkt 87:
Da die Tora aus Bina stammt, wurden die ersten Tafeln über Bina geschrieben, wenn da steht: „Charut (eingraviert) in die Tafeln, so lies nicht Charut, mit Kamaz, sondern Cherut (Freiheit), mit Zerech.“ Denn es ist tatsächlich Freiheit, da es der Ort ist, von dem alle Freiheit abhängig ist; denn es gibt keine Freiheit von all den Klipot ausser durch die Lichter von Bina. Ebenso gibt es nichts in der Tora, das geteilt ist, oder nicht zu einem Ort geht, Malchut, oder sich in einem Quellbrunnen, Jessod, vereint.

Wir sind das Material der Schöpfung, das Verlangen zu genießen, sich zu füllen. Es kann nur empfangen. Wenn seine Absicht zu empfangen – für sich – die Absicht und nicht das Verlangen ist, nennen wir es „Böse“.

Denn das Verlangen ist ein Material, das sich nicht verändert, man kann es nicht als gut oder böse bezeichnen. Ob es gut oder böse ist, bestimmt die Absicht. Und darin besteht unser freier Wille.

Bei den Verlangen, die sich in uns auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Ebene befinden, haben wir keinen freien Willen, wir können nichts daran ändern.

Das bestätigen immer öfter auch alle wissenschaftlichen Studien. Die einzig mögliche Veränderung vollzieht sich auf der menschlichen Stufe, in der Absicht über dem Verlangen.

Das Verlangen an sich wurde vom Schöpfer erschaffen und uns in einer unveränderbaren Form gegeben. Und die Absicht über dem Verlangen ist uns von vornherein egoistisch gegeben, „für sich“, und wir müssen feststellen, dass diese Absicht schlecht ist, weil sie gegen die Vereinigung, gegen das Geben an den Nächsten, an den Schöpfer gerichtet ist.

Doch die Absicht kann auch umgekehrt sein – „für die anderen“, die Absicht zu geben. Dann heißt sie „der gute Trieb“.

Das bedeutet, dass „der böse Trieb“ und „der gute Trieb“, Gut und Böse, nach der Absicht bestimmt werden und „der Trieb“ selbst, das Verlangen, unverändert bleibt.

Diese Absicht existiert nur auf der Stufe des Menschen. Die Absicht, sich an den Schöpfer anzugleichen, nennt sich Gut, und das Gegenteil davon Böse. Die Absicht wird in der Vereinigung mit den anderen oder in der Entfremdung von den anderen umgesetzt.

Deshalb muss ich aus meinen Absichten nur diejenigen aussuchen, in denen ich über eine freie Wahl verfüge – ob ich mich mit den anderen in der gemeinsamen Absicht des gegenseitigen Gebens vereinen soll. Darin gleichen wir uns an den Schöpfer an.

Und nur hier bestimme ich Gut oder Böse – entweder in Bezug auf meinen Egoismus oder auf das, was der Schöpfer verfügt.

Darum, wenn wir uns korrigieren wollen, kann das nur Bina, die höhere Eigenschaft des Gebens, tun.

Wenn sie auf das Verlangen zu genießen trifft, verändert sie seine schlechte Eigenschaft in eine gute, d.h. die Absicht zu empfangen in die Absicht zu geben.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 17.05.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Wir sind alle füreinander verantwortlich

In seinem Artikel „Bürgschaft“ schreibt Baal HaSulam, dass alle, die zum Schöpfer streben, ein Volk sind, in welchem jeder für den anderen verantwortlich ist, was man Bürgschaft (Arvut) nennt.

Die Tora (das Licht der Korrektur) wurde diesem Volk nur gegeben, nachdem jeder befragt wurde: ob er einverstanden ist, die Ausführung des Gebotes der Nächstenliebe auf sich zu nehmen, wie es geschrieben steht „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, das heisst, sich genauso um die anderen zu sorgen, wie um sich selbst.

Dies ist die Bedingung, mit welcher wir das Licht der Korrektur anziehen können. Nur wenn wir entdecken, dass wir uns auf solcher Weise verbinden wollen, wird das Licht der Korrektur kommen und unser Gefäss korrigieren.

Die Bürgschaft nennt man eine Situation, in welcher wir bereits einen ganzen Körper, einen Organismus bilden, in welchem wir alle voneinander abhängig sind, in dem wir uns über unseren eigenen Wunsch erheben. Dafür muss jeder über einen anti-egoistischen Schirm verfügen und sich im Spirituellem auf der Stufe des Gebens befinden (Chafez – Chessed und sein materielles Leben als ein notwendiges Mittel für den spirituellen Aufstieg betrachten.

Jeder erfüllt den anderen und versteht, dass er mit ihm verbunden sein muss, denn das ist der Sinn seines Lebens, wie es bei den Zellen eines Körpers ist. Jede Zelle und jedes Organ leben nur, um ihre Funktionen bezüglich des ganzen Organismus zu erfüllen. Die Funktion seines Lebens sind die Liebe und das Geben. Wenn wir eine solche Verbindung zwischen uns spüren, heisst das ‚spirituelles Leben‘.

Wenn wir uns wünschen, uns so zu verbinden, bekommen wir auch die Kraft, es verwirklichen zu können!

[#14411]

Aus einem Unterricht nach Artikel „Bürgschaft“ von Baal HaSulam, 18.05.2010

 

Wo soll man den Schöpfer suchen?

Eine Frage, die ich erhielt: Warum reden wir immer nur über die Verbindung zwischen uns und nicht über die Verbindung mit dem Schöpfer?

Meine Antwort: Im Moment geht es uns um die Umsetzung unserer Aufgabe, darum schenken wir so viel Aufmerksamkeit der Verbindung zwischen uns.

Das Endziel ist die Verschmelzung mit dem Schöpfer nach dem Gesetz der Gleichheit der Eigenschaften, was für uns, „Mensch“, Adam (dem Schöpfer „gleich“) zu werden bedeutet.

Dafür müssen wir unser spirituelles Gefäß (Kli) vorbereiten, indem wir es an den Höheren angleichen. Dieses Gefäß muss für alle eins sein, wo sich alle seine Teile wie ein Mensch mit einem Herzen vereinen.

Im Gefäß sind unser ganzer Hass, Neid, Ehrgeiz, Hochmut und Machtgier enthalten, und über all dem müssen wir uns erheben und vereinen, um uns an den Schöpfer anzugleichen und Verschmelzung mit Ihm zu erreichen.

Uns kommt es vor, als ob befände sich der Schöpfer irgendwo außerhalb von uns , doch letztendlich enthüllt Er sich innerhalb  jenes gemeinsamen Gefäßes, das wir zwischen uns aufbauen.

Deshalb, um den richtigen Durchblick zu haben, müssen wir alles so wahrnehmen, als ob es sich alles an einem Ort befinden würde. Dieses Gefäß bauen wir zur Enthüllungen des Schöpfers auf! Es befindet sich genau dort, wo wir uns über unserem Egoismus verbinden.

Unser Egoismus bleibt unten, und darüber bauen wir Verbindungen untereinander auf. Und wenn unsere Verbindung wirklich stark ist und auf der Kraft des Lichtes, das zur Quelle zurückführt, aufgebaut ist, werden wir darin den Schöpfer (Bore) enthüllen, was  „komme und siehe“ (Bo-Re) bedeutet.

Und Es ist nicht etwa so, dass Er irgendwo dort oben im Himmel sitzen würde und ich hier unten irgendetwas machen würde, um Ihn im Himmel zu enthüllen.

Sondern genau innerhalb der Verbindung zwischen den Seelen, enthülle ich ihn, zwischen den Organen des spirituellen Organismus, als das ihn erfülltende innere Licht.

Und die Menschen glauben, dass wir den Schöpfer ausschließen und nur über die Verbindung untereinander reden, weil sie in ihrem Inneren nicht bereit sind, zu akzeptieren, dass es eine Verbindung zwischen unserer Arbeit, dem Studium, der Verbreitung, der Vereinigung miteinander und dem Schöpfer gibt.

Jeder nimmt den Schöpfer als etwas Großes wahr und ist bereit, sich mit Ihm zu vereinen, und mit einem anderen Menschen nicht. Sie verstehen aber nicht, dass das ein und dasselbe ist.

Eine innigere Verbindung zwischen den Menschen nennt sich „Schöpfer“, die Eigenschaft des Gebens, doch die Natur des Menschen lässt ihn das nicht akzeptieren…

Zum Kabbalalernzentrum–>

 

Kocht zuerst die Suppe!

Eine Frage, die ich erhielt: Während des Lesens des Buches Sohar malt mir mein Verstand immer Bilder der äußeren Welt.

Wie kann ich daran denken, dass das alles in mir drin passiert und dass es um die Verbindung zwischen uns geht?

Meine Antwort: Ehrlich gesagt, ist das unwichtig. „Was der Verstand nicht schafft, schafft die Zeit“. Die Zeit des Studiums und der Annäherung an die Freunde.

Wer während des Studiums (durch den Verstand) nicht an das Ziel (im Herzen) denken kann, soll auf sein Herz hören.

Das Wichtigste ist, sich ständig am Gedanken festzuhalten, was du von deinem Studium erwartest. Ohne das funktioniert die Tora nicht.

Die Tora wirkt entsprechend der Absicht des Menschen, wie geschrieben steht: „Ich erschuf den bösen Trieb und gab die Tora als Gewürz dazu“.

Hast du den bösen Trieb? Bring ihn mit, dann bekommst du die Tora als Gewürz dazu (als Mittel zu seiner Korrektur).

Wenn du aber keinen bösen Trieb hast, was hilft dir dann das Gewürz? Die Kabbalisten bringen uns einfache Beispiele.

Hast du eine Suppe? Willst du Salz, Pfeffer und allerlei Gewürze dazu geben? Bitte schön! Hast du aber keine Suppe, was nützen dir dann Salz und Pfeffer? Für sich alleine schmecken sie abscheulich.

In unserem Fall müssen wir zuerst „die Suppe“ kochen. Ohne die Suppe brauchen wir nicht nach dem Gewürz zu verlangen. Wir werden noch nicht einmal danach verlangen können!

Erst beim Suppekochen – beim Aufbau der Gruppe – entsteht das Bedürfnis nach dem Gewürz, damit das Licht uns vereint. Die Tora wird nur von denjenigen gebraucht, die den bösen Trieb haben (bei denen er zum Vorschein gekommen ist).

Darum müssen wir an das Lesen des Buches Sohar und an alle unsere Unterrichte vor allem mit der richtigen Absicht herangehen und wissen, was genau wir erwarten, d.h. wir müssen unsere böse Natur bereits vorbereitet haben.

Gibt es etwas, was du korrigieren musst, gibt es in dir den bösen Trieb, dann bekommst du die Korrektur darauf. Wenn du aber das Böse in dir noch nicht entdeckt hast, dann musst du es zuerst suchen.

Wenn du dich selbst als gerecht empfindest, dann ist die Tora nichts für dich, sie ist für Sünder bestimmt, um sie zu korrigieren.

Deshalb enthüllt der Größere unter allen anderen auch den größeren Egoismus, das größere Übel, und er hat etwas, was er korrigieren muss.

Daher ist es unwichtig, wie viel jemand während des Studiums versteht. „Nicht der Kluge versteht die Tora“. Das Wichtigste ist, dass er spürt, dass es etwas in seiner Verbindung mit den Freunden gibt, was er korrigieren muss.

Denn wir müssen uns zu einem Verlangen vereinen, zu der Seele von Adam, wir müssen zu Brüdern durch das Ziel werden.

Selbst wenn wir uns im Moment hassen, einander nicht wollen und verachten, verstehen wir doch, dass unser Ziel die Vereinigung ist.

Darum erwarten wir, dass das Licht kommt, uns zur Quelle zurückführt, wir zu einem ganzen Verlangen werden und sich der Schöpfer zwischen uns enthüllt.

Wie sind Leiden zu vermeiden?

Während der Analyse der eigenen Wünsche muss man so tief in die Materie eindringen, dass man versteht, wie all diese Wünsche zusammen mit ihrer egoistischen Absicht vom Schöpfer stammen. Folglich muss man die Tiefe des Wunsches erreichen und aus der Wurzel heraus begreifen, woher dieser Wunsch eigentlich kommt. Wenn wir aber später enthüllen, dass der Wunsch und seine egoistische Absicht vom Schöpfer kommen, dann werden wir auch verstehen, dass es keine andere Wahl gibt, als dass wir um die Veränderung der Absicht bitten, um damit zum Schöpfer zu kommen!

Andernfalls braucht der Mensch die Tora nicht. Er schreit nicht um Hilfe und wendet sich nicht an den Schöpfer. Er sieht sich nicht als die Schöpfung an, auf welche die Kraft einwirkt, an die man sich auch wenden kann. Unser egoistischer Anfang ist ein Engel, der uns dem Schöpfer näherbringt. Wir bekommen die Schläge und begreifen im Endeffekt, dass sie alle einen Grund haben, und sie alle von jemandem geschickt werden, der sich höher als wir befindet. Man kann zu dieser Schlussfolgerung auf dem Leidenswege kommen, oder aber mit Hilfe des Studiums, der Umgebung und der spirituellen Entwicklung.

„Der Weise sieht die Zukunft“, den sich bildenden Zustand, noch lange bevor er erreicht ist und kann ihn deshalb verändern. Die physischen Leiden dieser Welt verwandeln sich in Liebesleiden, wenn man ein wenig Licht an sich heranzieht und darauf bemessen empfinde ich meinen eigenen Zustand. Dann beginne ich darunter zu leiden, dass ich keine Nächstenliebe und keine Liebe zum Schöpfer empfinde. Genau hier liegt der Ausgangspunkt unserer freien Wahl. Es ist wichtig, an die Wurzel des Leidens zu gelangen, und zu verstehen, dass alles absichtlich von oben geschickt wurde.

Als ein Zeichen dafür, dass die Tiefe und die Wurzel erreicht wurden, dient das Verständnis, dass es keine andere Wahl gibt, und wir beginnen, an den Schöpfer zu appellieren. Wenn wir das Leiden immer noch mit allerlei Gründen in dieser Welt oder mit uns selbst verbinden, dann haben wir den eigentlichen Tiefstand noch nicht erreicht.

Ich vertiefe mich in das Leiden, steige auf seinen Stufen hinunter: Alef, Bet, Gimel (Unbelebtes, Pflanzliches, Tierisches) und denke daran, dass ich Schläge von der Natur bekomme. Wenn das letzte Stadium, Bchina Dalet, erreicht ist, dann wird mir enthüllt, dass sein Ursprung höher als die Natur ist, nämlich der Schöpfer ist, wie der strafende Finger des Schöpfers.

Kann man aber diesen Prozess mildern oder beschleunigen? Ja, es ist möglich! Dafür wurde uns eben die Tora gegeben, um nicht den Weg der Leiden zu betreten, sondern freiwillig den schnelleren und den leichteren Weg zu gehen. Ich organisiere um mich herum die Gruppe, und ziehe von oben mittels des Studiums das Licht heran, z.B. mit dem Studium des Buches Sohar, und komme somit schneller zum Ziel. Dies ist der Weg der Tora. Der Unterschied zwischen den beiden Wegen liegt in tausend Jahren von Leiden.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabasch, 17.05.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die Vorbereitung auf das Erhalten der Tora – des Lichtes der Korrektur

Die Tora – als Kraft der Korrektur, bringt uns der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer näher. Ab dem Zeitpunkt, wo wir dem Schöpfer gleich werden, heißen wir Adam, und jeder von uns heißt Ben-Adam (ein Mensch) – sein Teil. Adam kommt von dem Wort ‚Edame‘, das „dem Schöpfer ähnlich“ bedeutet. Somit wird nun als „Mensch“ derjenige bezeichnet, der die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erreicht hat und nicht die von den in unserer Welt existierenden Milliarden von Menschen.

Wenn wir uns bewusst werden, dass wir die Möglichkeit zur Korrektur haben, dann feiern wir, die zukünftigen „Menschen“, die Gabe der Tora, die das Mittel hierfür ist! Folglich braucht man den entsprechenden Wunsch, um die Tora bzw. das Mittel zur Erhöhung auf das Niveau des Schöpfers benutzen zu können. Wir sind täglich bemüht, unsere irdischen Probleme zu lösen – wie entwickelt man jedoch das Streben nach Spiritualität, den Wunsch zur Erreichung der danachfolgenden, höheren Dimension? Dafür ist eben die Vorbereitung auf das Erhalten der Tora notwendig.

Es ist geschrieben, dass der Schöpfer uns die Tora jeden Tag schenkt. Dieses Mittel steht immer zur Nutzung bereit und hängt nur von unserem Wunsch ab. Deshalb muss ich vorerst den inneren Wunsch wachsen lassen, um mich später von der tierischen Stufe bis zum Eingang in die neue Welt, in die Spiritualität erheben zu können. Wenn ich jedoch keinen vergleichbaren Wunsch habe, dann werde ich weiterhin wie ein Tier leben und dieses Mittel nicht wahrnehmen, weil ich dazu kein Bedürfnis habe. Ich werde nichts verstehen und nichts wünschen, was über die Ebene dieser Welt hinausgeht.

Oder ich komme schon in der Spiritualität voran, aber verfüge noch nicht über den ausreichenden Wunsch, um mit Hilfe dieses Mittels, in die höhere Dimension überzugehen, und soll mich deshalb auf das Erhalten der Tora vorbereiten. Nur wenn ich mein eigenes Böse enthüllt habe und abgeklärt habe, was ich korrigieren muss, um den Schöpfer, das Geben und die Liebe zu erreichen, bedeutet dies, dass ich mich für die Tora vorbereitet habe. Und wenn ich den Egoismus nicht wahrnehme und auch nicht zur Korrektur bereit bin, dann erhalte ich die Tora nicht und kann sie auch nicht richtig anwenden.

Sich mit der Tora zu beschäftigen bedeutet, das Licht an sich heranzuziehen, das zur Quelle zurückführt. Ich muss danach streben und sich wünschen, dass es mich korrigiert! Ich soll das Buch öffnen, und daran denken, dass ich das Medikament bekomme, ohne welches ich sterben kann! Denn es gibt viele Menschen in unserer Welt, die sich auf diese Art und Weise mit der Tora beschäftigen…

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 17.05.2010

Verpasse nicht unseren Zug

Eine Frage, die ich erhielt: Wie soll man im Laufe des Tages am Aufbau einer kabbalistischen Gruppe arbeiten – eines Gefäßes, das von uns vorbereitet wird, um es mit dem Licht des Schöpfers, mit Seiner Enthüllung zu füllen? Wie soll man seinen eigenen Zustand und den Zustand der gesamten Weltgruppe bewerten?

Meine Antwort: Die gesamte Botschaft des Schöpfers, die wir von Baal HaSulam und Rabash bekommen, soll man als einen einzigen Appell verstehen – als einen Aufruf zur Verschmelzung.

Diesen Zustand, diesen Berührungspunkt erläutert Rabash. Er erklärt uns, was darin enthalten ist. Doch man kann ihn nur erreichen, indem man alle gegensätzlichen Eigenschaften in sich vereint.

Da du unvollkommen bist, kommen diese Eigenschaften dir verschieden vor. Doch je mehr du dich damit beschäftigen wirst, desto schneller wirst du sehen können, wie alles sich zu einem einzigen Punkt, der Einheit heißt, zusammenzieht.

In diesem Punkt der Einheit verschmelzen du, der Schöpfer, deine Anstrengungen, die Gruppe, die Korrektur des Bösen Triebes, die Wichtigkeit des Ziels und deine eigene Nichtigkeit, die Absicht zu geben und darunter der egoistische Trieb – alles vereint sich zu einem Ganzen.

Man darf nicht irgendeinen einzelnen Punkt herausreißen und darauf verharren. Jeder muss im Laufe des Tages an dem gesamten Artikel arbeiten, ihn einige Male durchlesen, eine kurze Zusammenfassung schreiben.

Und plötzlich wirst du feststellen, dass diese kurze Übersicht das Thema von unterschiedlichen Seiten behandeln kann.

Doch das Wichtigste ist die Arbeit selbst! Sie zieht das Licht, das zur Quelle zurückführt, an uns heran.

Vom Menschen werden keine richtigen und erfolgreichen Überlegungen verlangt, und je weiter wir voranschreiten, desto weniger Erfolg haben wir bei den klugen Schlussfolgerungen. Wir werden uns immer zerschlagener und unfähiger fühlen.

Es scheint, als ob wir uns in die falsche Richtung bewegen würden, doch diese Empfindung wird in uns durch das Licht hervorgerufen, das zu uns kommt und uns erweckt!

Jeden Tag muss eine neue Aufgabe gestellt werden, die von jedem im Laufe des Tages erfüllt werden muss. Und wenn jemand diese Arbeit nicht erfüllt, fällt er heraus.

Am nächsten Tag wird er nicht mehr zusammen mit allen anderen weitermachen können, denn wir bewegen uns konsequent von einem Zustand zum nächsten.

Ich kann nicht mehrere Zustände überspringen, als ob ich in einen fahrenden Zug hineinspringen würde. Deshalb, wenn wir mit dieser Arbeit begonnen haben, müssen wir jeden Tag dafür sorgen, dass sie erfüllt wird, ohne Rücksicht auf unsere Stimmung.

Und wir müssen einander unterstützen, damit keiner fällt, denn sonst hindert er alle anderen daran, alles richtig zu begreifen und zu verinnerlichen.

Aus einem Unterricht nach Artikel von Rabasch „Das Ziel der Gemeinschaft I“, 16.05.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die Scham, die das Geschöpf in sich entstehen läßt

Eine Frage, die ich erhielt: Was bringt die Schöpfung dazu, sich für die Kontraktion (Zimzum) zu entscheiden?

Meine Antwort: Die Scham! Das Geschöpf empfindet das Schamgefühl in allen seinen Wünschen, diese Entscheidung trifft nicht der Verstand – sondern das Gefühl. Ich fühle, dass ich nicht mehr bereit bin, zu empfangen!

Das Licht, das mich ausfüllt, wandelt für mich den Genuss in den Tod um. Es gibt mir ein solches Gefühl, dass ich das gesamte Licht, die gesamte Erfüllung verliere.

Denn das Licht stellt Genuss dar, und in dem Augenblick, in dem ich Genuss erfahre, fühlt es sich so an, als ob ich schon so viel bekommen habe – ich habe mich nicht nur vollständig erfüllt, sondern auch den riesigen, unendlichen Genuss empfunden.

Folglich beginne ich zu enthüllen, dass ich Genuss von jemandem bekommen habe, und mir wird es deshalb peinlich, mich verbrennt das Feuer des Schamgefühls. Ich fühle ein riesiges Unbehagen, denn diese Tatsache hebt meine eigene Persönlichkeit auf. Ich schäme mich und hasse mich selbst, Ihn…

Das bedeutet eben das Verschwinden des Lichtes, und hierfür sind keine vernünftige Schlussfolgerungen oder Entscheidungen notwendig. Sie alle sind die sinnlichen Empfindungen, weil der Genuss verschwindet, und ich später keine Erfüllung spüre.

Das Schamgefühl infolge des Empfangens ist ein sehr erhobenes Gefühl, und deshalb wünsche ich jedem, es zu erreichen.

Aus dem Unterricht zum Artikel „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“, 14.05.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Wir haben uns heute hier versammelt – um Menschen zu werden

Der Artikel von RABASCH  „das Ziel der Gemeinschaft“ : Wir haben uns hier versammelt, um den Grundstein zum Aufbau einer Gruppe zu legen, was für all jene notwendig ist, die den Weg von Baal HaSulam beschreiten wollen. Dieser Weg ist für diejenigen bestimmt, welche die Stufe „Mensch“ erklimmen und nicht auf der Stufe „Tier“ bleiben möchten.

Aus diesem Artikel müssen wir folgende Prinzipien heraustragen:

1. Was bedeutet „versammelt“?

2. Was heißt „der Weg von Baal HaSulam“?

3. Was bedeutet „die Stufe „Mensch“?

4. Wofür wurde der Mensch geschaffen: Genuss oder Ehrfurcht vor dem Schöpfer?

5. Die Bedingung um das alles zu erreichen – ist Ähnlichkeit der Eigenschaften mit dem Schöpfer.

6. Das Verlangen zu genießen an sich – ist nichts schlechtes, es ist das Material der ganzen Schöpfung. Den bösen Wunsch  (Jezer Ra) nennt man unseren Unwillen sich zu vereinigen, das Zerbrechen der Seele in ihre Teile, unsere individuellen Seelen, zu korrigieren.

7. Wir zerstören den egoistischen Wunsch nicht, sondern korrigieren ihn nur von der Absicht „für sich“ zu einer Absicht „für die anderen“. Wir sind also im Wunsch zu empfangen dem Schöpfer immer entgegengesetzt, und in der Absicht schließen wir uns Ihm an.

8. Die Verschmelzung mit dem Schöpfer – in der Ähnlichkeit der Eigenschaften mit Ihm, die Absicht zu geben, erreichen wir durch die Gruppenarbeit – dieses Ziel ist erreichbar und überprüfbar, und der von uns geschaffene gemeinsame Wunsch zu geben ist unsere gemeinsame Seele, die der Schöpfer selbst erfüllt.

9. Jeder unserer Zustände besteht aus zwei Gegensätzen – und, je nach dem Maß der Fortbewegung, vergrößert sich der Abstand zwischen den Beiden: ich enthülle a) eine immer größere Nichtigkeit von mir selbst und b) eine immer größere Wichtigkeit des Zieles.

Das alles muss ich in einem Punkt verbinden und so den Zerbruch zwischen den Seelen spüren, um das höhere Licht zu zwingen, mich zu korrigieren, und das Geben wird zwischen mir und anderen Menschen eintreten.

Das nennt man die Gabe der Tora – des Lichtes der Korrektur. Und dann enthüllt sich auch der Geber der Tora – in unseren korrigierten Einstellung zu den Nächsten, in dem gemeinsamen spirituellen Gefäß (Kli)

Gott ist kein bärtiger Greis

Die Mitteilung: Prof. Michail Krizkij: die Theorie der Panspermie (die Versetzung der Mikroorganismen von einem kosmischen Körper auf den anderen) gibt keine Antwort auf die Frage, wie das Leben im Universum entstanden ist.

Bis zum Urknall, vor 12-14 Mrd. von Jahren existierten sogar keine Elementarteilchen.

Später entstanden im Laufe nur wenigen Minuten die Protonen, die Neutronen, die Elektronen, und die Materie betrat den Weg der Evolution.

Dies ist nur unter der Einwirkung des Schöpfers – des alles organisierenden Systems möglich, und nicht mithilfe eines Greises mit einem Bart, welchen man in Kirchen in Wandmalerei darstellt.

Meine Antwort: Es stimmt nur teilweise. Gott, die Natur, der Schöpfer – ist die einheitliche Kraft, das Vorhaben, das erforscht und begriffen wird, der Höhere Wunsch und Verstand. Diese Ansicht widerspricht keinen Grundsätzen. Darauf sind jede beliebige Philosophie und Religionen zurückzuführen.

Der Unterschied zwischen Kabbala und allen übrigen Wissenschaften, Religionen oder Philosophien liegt jedoch in ihrer praktischen Realisierung: jeder Mensch ist verpflichtet, diese Höhere Kraft, ihr Vorhaben und ihr Ziel in diesem Leben, in unserer Welt, innerlich zu begreifen.

Dies ist nur mittels praktischen Kabbalastudiums möglich – angefangen mit der Realisierung der Einheit in der Gruppe, bis zum Erreichen seitens der gesamten Menschheit.

Zum Kabbalalernzentrum–>