Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Hosha’ana Rabba – ein Gebet um Erlösung

„Hosha’ana“ ist wie ein Gebet um Erlösung. Der Mensch bittet den Schöpfer, ihn zu retten und um diesen Zustand zu erreichen, muss man viele Stufen durchlaufen. Wenn man kommt, um die Kabbala zu studieren, weiß man zunächst nicht genau, wonach man sucht.

Nach und nach, durch das Studium, bekommt er neue Lebenswerte und fängt dann an zu verstehen, worum er bitten soll, an wen die Bitte zu richten ist und wovor er gerettet werden will. Er muss einige schwierige innere Klärungen durchmachen. Er muss damit aufhören, für die Lösung seiner Lebensprobleme und um die Rettung von kleinen oder größeren Schwierigkeiten zu bitten.

Der Mensch weiß nicht, an wen er sich wenden muss: was ist das für eine höhere Macht, der Schöpfer oder eine andere Natur? Der Mensch kennt ausschließlich sein materielles Leben, diese Welt. Andere wiederum denken, dass der Schöpfer sie für ihre Vergehen bestraft, und bitten um Nachsicht. Es dauert eine Weile, nachdem der Mensch es aufgegeben hat, sein Leben und sein Schicksal aus eigener Kraft zu verstehen und den Himmel zu offenbaren, bis er versteht, wen und worum er bitten muss.

Dann fällt plötzlich eine dunkle Wolke auf ihn herab und auf einmal wird alles klar, transparent, verständlich, angenehm, leicht. Und wieder fällt eine unglaubliche Last auf ihn, eine Abgestumpftheit in seinem Kopf und in seinem Herzen.

Auf diese Weise durchlaufen wir viele Zustände, bis wir zu dem Entschluss kommen, dass wir vollständig von einer höheren Kraft kontrolliert werden, denn wir sind Geschöpfe, die sich unter der Herrschaft einer höheren Kraft befinden. Die höhere Kraft herrscht über jeden Einzelnen und über alle zusammen und macht mit uns was sie will. Der Mensch verzweifelt daran, etwas zu verändern, und verliert jede Hoffnung, die höhere Kraft beeinflussen zu können.

Es wird noch viel Zeit vergehen, bis er endlich den Kabbalisten glaubt, dass man sein Schicksal verändern kann. Aber man kann sich nicht alleine an die höhere Kraft wenden, denn sie hört nur auf ein vollkommenes Gebet, also ein gemeinsames Gebet von zehn Menschen.

Möglicherweise haben wir uns zu zehnt versammelt, aber jeder will etwas anderes. Wie können wir die geheimen Sehnsüchte eines fremden Herzens kennen, die vielleicht nicht mal der Mensch selbst kennt?

Wir benötigen ein gemeinsames Verlangen für alle zehn Menschen, ein gemeinsames Herz, erst dann wird der Schöpfer nach und nach eine Korrektur vornehmen, damit wir verstehen, was wir wollen und was es wert ist, gewünscht zu werden und wir uns dem Zustand „Ich bin meines Geliebten und mein Geliebter ist mein“ nähern.

Im Grunde genommen besteht darin die ganze Arbeit, der Grund, warum wir in einen Zustand geraten sind, der „diese Welt“ genannt wird, in völliger Verhüllung, in eine imaginäre Realität, wie die Kabbalisten erklären.

Wir stellen uns vor, dass wir in einer Welt leben, auf einer Erdkugel, aufgeteilt in verschiedene Völker, in einem riesigen Universum. All das ist eine Illusion. In Wirklichkeit gibt es nur die höhere Welt. Wo ist sie? Wir spüren sie nicht.

Wir haben keine Wahrnehmungsorgane, mit denen wir fühlen können, dass das Materielle illusorisch ist und das Spirituelle existiert. Wir müssen dazu erst noch gelangen, um zu erkennen, dass unsere heutige „Realität“ nur ein Vorhang ist, der die Wahrheit verbirgt und diese wahre Welt mit unseren neuen Sinnesorganen entdecken. All dies hängt von unserer Korrektur ab.

Anstelle von Sehen, Hören, Riechen, Tasten und Schmecken werden wir neue Sinne bekommen: Keter, Chochma, Bina, Seir Anpin und Malchut. Wenn wir uns über unser Verlangen nach Genuss erheben, im Geben über dem Empfangen, im Glauben über dem Wissen, werden wir die wahre Realität entdecken.

Wir werden uns gleichzeitig in zwei Welten existierend wahrnehmen: in dieser Welt, in der imaginären Realität und auch in der wahren Realität, in der spirituellen Welt. Die eine Welt zeigt sich im Verlangen nach Genuss, die andere im Verlangen nach Geben.

Der Weg liegt vor uns. Es besteht kein Zweifel, dass wir vorankommen. Der Schöpfer, alle Kräfte der Natur führen und begleiten uns, organisieren, versammeln, beschützen und durchsieben uns.

Wir müssen ihren Einfluss auf uns beschleunigen, denn Israel, also die Menschen, die danach streben, den Schöpfer zu offenbaren, hat die Kraft, die Zeit zu beschleunigen. Wenn wir als Übergangskanal zwischen dem Schöpfer und der gesamten Menschheit arbeiten, werden wir der Zuwendung des Schöpfers würdig und beschleunigen unsere Entwicklung.

Die Nacht „Hosha’ana Rabba“ ist ein großes, vollkommenes Gebet, mit allen Kräften und allen notwendigen Korrekturen. Das Licht, das uns zur Quelle zurückführt, dringt durch die Sukka-Abdeckung zu uns durch und korrigiert das Verlangen nach Genuss, das unter den Schirm gestellt wird.

So werden wir gemeinsam würdig, eine Einheit zu bilden. Das Wichtigste ist, nicht zu vergessen, dass das Endziel darin besteht, die ganze Welt zu korrigieren, sie zum Schöpfer zu führen, damit Er sich an seinen Schöpfungen erfreuen kann. Lasst uns also unser Bestes geben und erfolgreich sein.

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Aus der Lektion zum Thema „Hosha’ana Rabba“

 

Die unendliche Welt: Der Schirm und das reflektierte Licht

Frage: Was ist das für ein Prinzip des „Schirms“ und des „reflektierten Lichts“? Warum ist die Schöpfung genau danach aufgebaut?

Antwort: Dieses Prinzip beschreibt den Egoismus, der beginnt, sich selbst zu widersprechen. Der Mensch erhebt sich über sein egoistisches Verlangen, um nicht mehr für den eigenen Vorteil zu handeln, sondern einzig und allein zu geben. Statt andere auszunutzen, strebt er danach, sich selbst in den Dienst am Nächsten zu stellen. Das wird als „Schirm“ und „reflektiertes Licht“ bezeichnet.

Frage: Warum ist es notwendig, ein solches System aufzubauen, um den Schöpfer zu offenbaren?

Antwort: Anders kann man den Schöpfer nicht empfinden. Der Mensch besitzt nicht dieselben Eigenschaften wie der Schöpfer. Alle Empfindungen – selbst in unserer materiellen Welt – beruhen auf der Ähnlichkeit zwischen dem Wahrnehmenden und dem Wahrgenommenen. Der Mensch kann nur das empfinden, wofür seine inneren Sinnesorgane ausgerichtet sind.

Unsere Sinne sind nicht auf Radiowellen eingestellt – deshalb nehmen wir sie nicht wahr. Sie reagieren nur auf Schallwellen – also nehmen wir diese wahr. Dasselbe gilt für alle anderen Sinne – das Sehen, Riechen, Fühlen usw.

Um den Schöpfer zu offenbaren, muss der Mensch die Eigenschaften des Gebens erlangen. Nur in der Ähnlichkeit der Form entsteht die Empfindung des Schöpfers.

Bemerkung: Aber alle alten Schriften beschreiben dieses System sehr detailliert das Sie mit zwei Worten zusammenfassen: Schirm und reflektiertes Licht?

Antwort: Diese Schriften sind nicht alt – sie sind zeitlos. Sie wurden lediglich vor langer Zeit niedergeschrieben, aber ihr Inhalt steht außerhalb der Zeit.

Sie vermitteln uns eine unermessliche Fülle an Weisheit – solch subtile und feine Nuancen, dass der Mensch sie sich kaum vorstellen kann.

Wenn wir heute gerade einmal in der Lage sind, zwei Begriffe zu fassen – „Schirm“ und „reflektiertes Licht“ –, dann werden sich diese Worte später mit einer wunderbaren, unendlichen Welt verbinden: mit all ihren Farben, Klängen, Gegensätzen, die sich zu einer vollkommenen Einheit vereinen.

Der Mensch wird ein ganzes Buch benötigen, um allein diese zwei Zustände in ihrer Tiefe zu beschreiben.

Tatsächlich gibt es nichts anderes. Unser Egoismus, über dem sich ein Schirm befindet, um ihn in die entgegengesetzte Richtung – zum Geben – zu benutzen, nennt man „reflektiertes Licht“. Und das ist milliardenfach größer als unsere Welt!

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Aus dem Gespräch „Mein Telefon hat geklingelt. Ein Bild des Schöpfers”

 

Es gibt keine Seele, die nicht einen Zerbruch durchlaufen hätte

Frage: Ist es notwendig, zuerst zum AHAP zu gehen, um Galgalta we Ejnaim (GE) zu korrigieren?

Antwort: Wenn man über die Korrektur der Kelim spricht, besteht jedes Kli, dessen Korrektur wir in Angriff nehmen, selbst das hellste, aus vier Teilen: GE, AHaP, GE im AHaP und dem AHaP im GE.

Obwohl das Licht auf allen Kelim einwirkt, werden die hellsten zuerst erweckt, da sie nach der Regel der Übereinstimmung der Eigenschaften sich näher an der Korrektur befinden. Wie äußert sich die Tatsache, dass die Gefäße des Gebens in ihnen gewichtiger sind als die Gefäße des Empfangens? Das ist schwer zu erklären.

Einerseits ist derjenige, der einen Schirm besaß und sich höher befand, sehr tief gefallen, andererseits ist derjenige, der in der Eigenschaft des Gebens verharrte und von Natur aus nahe an Bina war, kaum gefallen. Die Kelim ohne Schirm sind zwar verdorben, aber nicht in demselben Maße wie die empfangenden Kelim, die einen Schirm besitzen, sich dadurch sehr hoch befinden, aber ohne Schirm schrecklich sind und sehr tief absteigen.

Wir dürfen diese Berechnungen in der Praxis nicht anstellen, wenn wir mit der Korrektur beginnen. Das Licht erweckt, klärt, sortiert die Kelim und korrigiert sie. Deshalb schließt sich derjenige, der spürt, dass er der Korrektur nahe ist, selbst an und fühlt sich daran beteiligt.

Deshalb können wir zu diesem Zeitpunkt keine genaue Berechnung vornehmen. In den Körpern gab es keinen derartigen Zerbruch. Es gibt Menschen, die vom „körperlichen“ Standpunkt aus als Juden bezeichnet werden und es gibt solche, die als Völker der Welt bezeichnet werden.

Unter beiden gibt es solche, die sich nicht miteinander, d.h. im Lauf der Zeit untereinander vermischt haben, es gab keine Mischehen.

Das Zerbrechen fand immerhin in den Seelen statt! Eine Erklärung wird dafür nicht geliefert. Die Kabbalisten wollen dieses Thema nicht ansprechen.

Man kann auf dieser Grundlage keine Haltung gegenüber der Welt einnehmen, schon deshalb nicht, weil man nicht weiss, wo die verlorenen Generationen sind, wie sie den Zerbruch durchgemacht haben. Man. kann keine Haltung aufbauen, die auf der Grundlage der Äußerlichkeiten einer Sache basiert. Man muss es einfach als Tatsache akzeptieren: Wenn man über die Seelen spricht, gibt es keine Seele, die nicht in ihrer Gesamtheit, mit all ihren Teilen, den Zerbruch durchgemacht hat.

Es ist eine Tatsache, dass das Licht korrigiert und zur Quelle zurückführt. Daher werden die Menschen, die nicht verbunden sind, zur Korrektur erweckt. Es ist eine Frage der Zeit, ob das früher oder später geschieht.

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Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“

 

Wege der Kommunikation zwischen Kabbalisten

Frage: Wenn Kabbalisten miteinander kommunizieren – sprechen sie in einer gewöhnlichen Sprache oder in einer unverständlichen?

Antwort: Sie müssen gar nichts sagen – sie können sich über einen gemeinsamen Schirm (Massach) verbinden. Wozu brauchen sie den physischen Körper? Sie können als Seelen miteinander kommunizieren, mit einem gemeinsamen Schirm zwischen ihnen.

Natürlich können sie auch miteinander sprechen. Darüber hinaus ist es möglich, dass sich jeder bewusst in einem bestimmten Maß einschränkt und sich dem anderen nicht vollständig öffnet.

Es gibt solche Möglichkeiten – und manchmal ist das sogar notwendig –, um einander nicht zu schaden oder sich nicht vollständig zu enthüllen. Es kann vieles passieren, trotz der guten Absichten aller Beteiligten.

Das heißt, es gibt unzählige Arten der Kommunikation unter Kabbalisten: durch Bücher, durch Lieder, durch Musik. Sie erschaffen diese Empfindungen und Bilder innerlich in sich selbst, leben in der materiellen Welt und zugleich im nächsten Dimension, befinden sich dort sinnlich – und so kommunizieren sie.

Aber nur nach dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften. Das ist das allgemeine, umfassendste und grundlegendste Gesetz der Natur.

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Aus dem Gespräch „Ich bekam einen Anruf. Kabbalisten sprechen.“

Wenn du nicht empfangen kannst, wirst du nichts zu geben haben


Bina enthält das gesamte Licht von Chochma, jedoch nur, um darüber dem Licht Chassadim den Vorzug zu geben. Mit anderen Worten, sie bevorzugt das Geben gegenüber der Erfüllung. Was bedeutet das?

Das ist, wenn ich nichts anderes will, als zu schenken! Jemand gibt mir eine Million Dollar, aber ich weigere mich, diese anzunehmen. Sie können mir 100 Millionen oder eine Milliarde anbieten, jedoch immer noch werde ich mich weigern. Das nennt man Chassadim: Das Geben gegenüber dem Empfangen vorzuziehen.

Es ist unmöglich, das Geben zu messen, es hat keine Grenzen. Man kann nur etwas messen, wenn es sich innerhalb der Verlangen des Empfangens befindet. Wenn ich eine Milliarde Dollar empfangen könnte und ich möchte dieses Geld auch, ziehe aber das Geben vor, dann ist dies das Maß meines Verlangens zu geben. Wenn ich jedoch kein Verlangen zu empfangen habe, dann besitze ich nichts, mit dem ich das Verlangen zu geben messen könnte.

Diese beiden gegensätzlichen Verlangen müssen sich vereinigen: Ich benötige ein großes Verlangen und eine Empfindung einer großen Freude, dass ich empfangen kann und gleichzeitig brauche ich einen Schirm (Massach) über dem Verlangen zu empfangen. Auf diese Art werde ich das Geben über alles andere stellen. Aber unter welchen Umständen können wir diese Korrektur erlangen?

Nur das Licht – Or Makif – kann uns diese Korrektur gewähren. Wenn ich das Licht Chassadim bevorzuge und das Licht Chochma zurückweise, dann messe ich dementsprechend die Höhe des Lichts Chassadim, obwohl es sich nach außen ausbreitet. Das Licht Chochma andererseits breitet sich vertikal aus, von Oben nach unten.

Bina hat in und aus sich selbst keine Höhe. Wenn du geben willst, schreite voran. Du solltest dich nicht darum kümmern, wie viel und an wen du schenkst. Jedoch die Höhe des Gebens wird am Verlangen zu empfangen gemessen, welches gegensätzlich zum Geben ist und von diesem bezwungen werden kann.

Zur Kabbala Akademie…

Beginnt zu handeln!!

Frage: Wenn im Menschen das Verlangen zu empfangen erwacht, erhebt er es durch den Zehner zum Schöpfer. Was bedeutet es, dass dieses Verlangen vom Schöpfer korrigiert wird und wie verwandelt es sich zu „Lishma“?

Antwort: Das Verlangen, zum Schöpfer aufzusteigen, äußert sich im Gefühl der Notwendigkeit nach Ihm. Dieses Bedürfnis ist das Gebet. Es steigt zur nächsten, höheren Stufe auf. Von dort strömt das Licht herab und der Kontakt zwischen dem Höheren und dem Niederen beginnt. Auf dieser Grundlage wird das Niedere korrigiert, verändert sich und so kommt es zu einer Bewegung von unten nach oben. Das Ergebnis dieses Kontakts ist der spirituelle Schirm.

Frage: Das heißt, der Kontakt mit dem Schöpfer verändert den Menschen. Nennt man das, dass er den Schirm erhält? Kann er dann im Sinne des Schöpfers handeln?

Antwort: Ja.

Frage: Das bedeutet es, dass der kritischste Punkt der ist, wenn man MAN erhebt und der Schöpfer beginnt, auf uns einzuwirken? Wie kommt man zu dem Zustand, in dem man MAN aus dem Zehner erhebt und Er beginnt, uns zu verändern?

Antwort: Stellen Sie es sich vor, fangen Sie an zu handeln und es wird sich von selbst regeln.

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Aus dem Unterricht „An der Schwelle von Lishma“, 13.11.2024

Liebe statt Ablehnung

Rabash, Artikel 3, „Liebe zu Freunden (1)“: Indem ich mit meinen Brüdern zusammen bin- was bedeutet, dass ich in einer Gruppe bin, in der es Liebe zu den Freunden gibt- werde ich den Weg zum Schöpfer aufsteigen können. Dieser Weg wird der „Weg des Gebens“ genannt und er ist unserer Natur entgegengesetzt. Um diesen Weg zu gehen, gibt es nur die Freundesliebe, durch welche jeder seinem Freund hilft.

Die Liebe ist die Überwindung der sich gegenseitig abstoßenden egoistischen Kräfte zwischen uns, indem wir versuchen, ihr gegenseitiges Abstoßen zu überwinden.

Wer eine stärkere Abstoßung erlebt, dessen Seele ist stärker. Wie es heißt: „Jeder, der in Erkenntnis größer wird, dessen Egoismus ist größer.“ Daher sind Kabbalisten in Wirklichkeit innerlich die größten Egoisten!

Jene Menschen, die in die Erkenntnis der höheren Welten eintreten, arbeiten mit einem enormen egoistischen Verlangen. Ich habe keine Worte dafür, um es zu beschreiben. Es gibt in unserer Welt keine, für uns vorstellbaren, größeren, abstoßendere Kräfte, als die Kräfte, welche die Kabbalisten überwinden. Wie sehr sie alle hassen! Wie sehr stoßen sie alle ab!

Alles nur in der Größenordnung, wie sie diese Kräfte überwinden können. Sie bilden ein riesiges Aviut – die Dicke des Verlangens, und darüber die Einschränkung (Zimzum), den Schirm und noch viel mehr.

Wie es im Buch Sohar steht, waren die Schüler von Rabbi Shimon, der dieses große Buch der Kabbala schrieb, bereit, sich gegenseitig umzubringen! Können Sie sich die daraus resultierende gegenseitige Ablehnung vorstellen?

Liebe kann es ohne Hass nicht geben, in der Natur ist alles im Gleichgewicht zueinander. Wenn wir von Liebe sprechen, meinen wir, dass sie aus der Ablehnung gegenüber dem anderen entsteht. Wir spüren diese Abstoßung, wir bauen darüber Annäherung und Verbindung auf, bis zur Verschmelzung, bis zur Liebe! Im Inneren gibt es Hass und Abstoßung. Diese Gegensätze, die wir erreichen, sind es die das ganze System der Welten zusammenhalten.

Wir dürfen daher nicht naiv sein und versuchen, in den Zustand von „Gottes Pusteblumen“ zu kommen: alles ist gut, wir lieben uns, wir verbinden uns. Wenn ich von einem anderen keine Abstoßung spüre, kann ich auch keine Anziehung zu ihm empfinden, keine spirituelle Liebe. Wenn es sich um spirituelle Gefühle handelt, bestehen sie immer aus zwei Eigenschaften: einer egoistischen Eigenschaft und einer darüber liegenden altruistischen Eigenschaft.

Dieser Weg wird der Weg des Gebens genannt und er ist unserer Natur entgegengesetzt. Damit wir zum Palast des Schöpfers kommen – das heißt zum Zustand der Verbundenheit in der Liebe – gibt es keinen anderen Rat als die Liebe zu den Freunden, die wir über den Hass offenbaren.

So schauen wir absolut nüchtern auf die ganze Natur, auf alle Zustände – sowohl Hass als auch Liebe zugleich. Nur dann existiert es ewig und stützt das eine über das andere, da es zwischen ihnen eine Einschränkung, einen Schirm, ein reflektiertes Licht gibt, eine Bereitschaft, mit dem Egoismus an seiner entgegengesetzten Eigenschaft zu arbeiten. Es gibt kein Geben und keine Liebe in uns – das entsteht, wenn wir entgegen unserem Egoismus arbeiten. Das wird als Korrektur bezeichnet.

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Aus dem Unterricht zu Thema „Vorbereitung zum Kongress“

Handlung-Gedanke-Verlangen

Der anti-egoistische Schirm ist die Kraft der Verbindung zwischen den Freunden im Zehner und dann zwischen uns und dem Schöpfer. Er beruht darauf, dass wir uns über unseren Egoismus erheben und verbinden wollen. Wenn wir uns um die Verbindung bemühen, beginnen wir auf diese Weise, einen Schirm aufzubauen.

Diese Verbindung besteht nicht nur in den Gedanken, sondern in den Herzen, in der Herzensverbindung des einen mit dem anderen. Wir wollen uns mit unseren Herzen verbinden, denn der Schöpfer ist einer für alle und er offenbart sich in der Verbindung zwischen uns allen.

Ich unternehme eine Anstrengung in meinem Herzen, indem ich es auf eine bestimmte Eigenschaft ausrichte und mich ihm nähere. Die Hauptsache ist die Anstrengung des Herzens, denn in einer körperlichen Handlung gibt es nichts Spirituelles. Ich strebe mit meinem Herzen zu dem, den ich liebe, ich möchte ihm nah sein, damit er diese Herzensnähe spürt. Das nennt man Annäherung der Herzen.

Wir wollen uns im gegenseitigen Geben befinden. Natürlich kann sich das Geben in einer äußeren Form ausdrücken, in Form eines materiellen Geschenks, damit drücke ich meine Gefühle des Herzens aus.

Wie kann man sein Herz in die richtige Richtung lenken? Mit Hilfe eines Gedankens. Das Herz ist ein Verlangen und ich lenke dieses Verlangen mit meinen Gedanken. Durch den Gedanken kann ich mein Verlangen wie ein Ruder steuern, wenn ich mich in Gedanken zum Gebet erhebe, in dem ich mein Verlangen mit meinem Gedanken und mit meinem Ziel verbinde. So komme ich mir vor, als würde ich ein Boot steuern.

Die Gedanken kommen vom Schöpfer zu uns aber ich kann meine Gedanken mit Hilfe von Handlungen der Verbindung beeinflussen und verändern. Wir verbinden uns mit unserem Herzen, unter dem Einfluss der Gedanken.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel aus „Shamati“, 22.09.2022.
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Raum für den Schöpfer schaffen

„Lehre der Zehn Sefirot, Teil 2, Absatz 1: Im Buch Tikunei Sohar steht geschrieben, dass man das Wort „Rohr“ (Zinor) erhält, wenn man die Buchstaben des Wortes „Verlangen“ (Razon) neu anordnet. Der Begriff „Rohr“ entspricht demnach einem Kanal und stellt das Gegenteil vom „Verlangen“ dar, da man sich zwingt, das Gegenteil von dem zu tun, was man eigentlich tun wollte. Wenn wir also von dem spirituellen Gefäß als Ganzes sprechen – vom Verlangen und Schirm zusammen -, nennen wir es „das Rohr“ (Zinor). Und wenn wir vom Licht, Verlangen und Schirm zusammen sprechen, d.h. von Licht, das sich durch ein „Rohr“ (Zinor) ausbreitet, nennen wir es eine „Linie“ (Kav). Und wenn wir von einem Gefäß sprechen, das keinen Schirm hat, nennen wir es „Kreis“ (Igul).

Malchut, die Schöpfung, das Verlangen nach Genuss, erlangt durch alle Arten von Bitten, Gebeten und Forderungen die Eigenschaften des Gebens in sich selbst. Diese neuen Eigenschaften des Gebens verbinden sich mit seiner natürlichen Eigenschaft des Empfangens. Aus dieser Vereinigung der beiden Gegensätze, dem Verlangen zu genießen und der Absicht zu geben, entsteht ein neues Gefäß (Kli). Das Verlangen zu empfangen nimmt die Form des Gebens an, und in der Form dieses Gebens offenbart sich die Verbindung zwischen der vierten Stufe und der Wurzel, der Schöpfung und dem Schöpfer.

Alles geschieht innerhalb der Schöpfung. In der kreisförmigen Kugel (Igul), die vorher existierte, erstreckt sich nun eine Linie (Kav). Wir sehen also, wie die Schöpfung in sich selbst Platz macht, damit der Schöpfer eintreten kann. Sie schafft diesen Ort aus ihrem neuen, leeren Verlangen heraus, das sie entwickelt.

Es ist nicht das Verlangen, das es von oben, vom Schöpfer, erhalten hat, denn dann wäre es ein Verlangen nach Genuss, die vierte Stufe selbst, die sich füllen will. Doch das Geschöpf fügt allen Verlangen, die von Natur aus in ihm vorhanden sind, neue Verlangen hinzu, um die Eigenschaft des Gebens zu offenbaren. Und wenn diese Eigenschaft des Gebens zu ihm kommt, dann gibt es bereits einen Ort, an dem sie sich einkleiden und existieren kann.

So kleidet sich der Schöpfer in das Innere der Schöpfung, und wir offenbaren Ihn. Und so wird der Schöpfer (Bore) genannt, was „komm und sieh“ bedeutet.

In dieser Manifestation des Schöpfers offenbaren wir eine bestimmte Ordnung, eine Verbindung zwischen uns, die als “10 Sefirot“ bezeichnet wird. Die erste Sefira Keter ist der Schöpfer, die letzte ist das Geschöpf, Malchut, und die dazwischen liegenden Sefirot sind die Beziehungen zwischen ihnen, in beide Richtungen: von Keter zu Malchut und von Malchut zu Keter.

Diese Sefirot sind „Die Gerade Linie“ (Yosher), sie sind die Hauptkanäle der Kommunikation zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung. Andere sind „runde“ Sefirot (Igulim), sie sind die Verbindung, die die Schöpfung selbst noch nicht verwirklichen kann. Sie fühlt sie nur in eine Richtung, vom Schöpfer zu sich selbst. Der Gast spürt, dass der Gastgeber ihm fast die ganze Welt des Unendlichen noch schenken will. Zusätzlich zu dem, was er im engen Rohr als dünnen Lichtstrahl (Linie) erhalten hat. Der Gast ist jedoch noch nicht in der Lage, diese Unendlichkeit aufzunehmen, und empfindet sie daher als „das umgebende Licht“.

Es gibt also eine „Linie“, d.h. ein mit Licht gefülltes „Rohr“ – wie ein Bohrloch, das, wenn es mit Wasser (dem Licht der Chassadim) gefüllt ist, als „Brunnen“ bezeichnet wird. Das ganze Licht entfaltet sich innerhalb dieses Rohrs, das „Linie“ genannt wird.

Und alles andere bleibt vorerst bestehen, wie „runde“ Gefäße (Kelim) und runde Lichter.

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Aus einer Lektion über die Lehren der Zehn Sefirot“, 27.07.2011

Sukkot-Feiertage: Der siebte Tag von Sukkot – König David

Der letzte Tag von Sukkot ist dem Ehrengast David gewidmet, der Korrektur der Sefira Malchut. Es ist klar, dass alle Korrekturen in Malchut konzentriert sind und in Malchut enden.

Malchut ist die Quintessenz und das Ergebnis aller Korrekturen. Deshalb bedeutet König David, Malchut, das Ende der Korrekturen unserer Seele, wenn wir uns alle unter dem Dach der Sukkah, unter einem Schirm, versammeln und das höhere Licht von oben empfangen, das sich im korrigierten Kli offenbart.

So erreichen wir den Zustand, wenn das gesamte höhere Licht in unser Kli eintritt. Dann kommt das Fest der Freude an der Tora (Simchat Tora), wenn wir das höhere Licht nicht mehr innerhalb der Sukkah empfangen, nicht unter dem Dach, sondern außerhalb, und das Licht die ganze Wirklichkeit erfüllt.

David symbolisiert das allgemeine Kli, das alle Geschöpfe umfasst. Auf der einen Seite ist es ein Zustand der völligen Trennung vom Schöpfer, vom höheren Licht. Aber auf der anderen Seite gibt es in diesem Zustand eine vollständige Arbeit, die uns zur Anhaftung an die höhere Kraft bringt. Deshalb ist König David aus gegensätzlichen Kräften, aus widersprüchlichen Eigenschaften gewoben. Wenn wir über seine spirituelle Arbeit sprechen, war sein ganzes Leben so, denn er kämpfte die ganze Zeit. Aber gleichzeitig war er der Herrscher, der König von Israel.

König David erhält die Eigenschaften des Gebens, von Abraham, Jakob und Joseph. Von den Eigenschaften des Empfangens, von Isaak, d.h. von der Überwindung, nimmt er Kelim, um sie gerade in dem Maße zu gebrauchen, wie die Eigenschaften Abrahams, und Jakob und Josephs darin eingeprägt sind. Diese Kombination von Kräften findet in David statt, und deshalb wird er der König von Israel genannt.

Denn Malchut sammelt alle Kräfte in sich und verbindet sie in der richtigen Form.

Deshalb hatte David ein so schweres Leben, wie es in der Tora beschrieben wird. Er war ständig in verschiedene Kriege und Probleme verwickelt und war gezwungen, sich vor Feinden und Hassern zu verstecken. Sein Leben war nicht einfach, aber er hat dadurch ganz Malchut korrigiert. Der Messias wird der Sohn Davids genannt, weil er aus dieser Eigenschaft hervorgeht.

Solange das Volk Israel keinen König hat, bedeutet dies, der Aufbau von Malchut ist nicht möglich, weil das Volk dem Schöpfer nicht in vollem Umfang ähnlich werden kann. Denn der König Israels ist jene Eigenschaft der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, die die Geschöpfe in sich selbst, in ihrer Verbindung bilden.
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Aus der täglichen Kabbala-Lektion 10/16/22, „Ushpizin  David-Sefira Malchut“