Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Reshimot'

Die Reshimot, die heute an die Oberfläche gelangen, verlangen nach dem spirituellem Aufstieg der gesamten Menschheit


Eine Frage, die ich erhielt: Worin besteht die Verbindung zwischen Reshimot und der Menschheitsgeschichte? Sie sagten, dass das erste Reshimo, das sich in der Welt entwickelte, der Punkt im Herzen war. Heißt das, dass die Menschheitsgeschichte nur ein Ausdruck von Reshimot ist?

Meine Antwort: Alles, was von Oben herabsteigt – aus der Welt der Unendlichkeit in unsere Welt – und jede Stufe des Abstiegs ließ Reshimot (Erinnerungen, Informationen) zurück. In unserer Welt entfaltet sich diese gesamte Reshimot-Spirale in umgekehrter Reihenfolge – von unten nach Oben.

Zuerst kommt die Entwicklung der Reshimot auf der unbelebten Stufe der Natur, dann auf der belebten Stufe und schließlich auf der menschlichen/sprechenden Stufe. Der Mensch entwickelt sich ebenfalls stufenweise entlang dieser Kette von Reshimot und dies bewirkt die geschichtliche Entwicklung.

Das erste spirituelle Reshimo auf unserem Rückweg (von unten nach Oben) erschien erst vor 5768 Jahren in einem Mann namens Adam. Später dann in immer mehr Menschen. Daher betrachtet die Kabbala Adam als Beginn der Zeitrechnung. Das Volk Israel entstand aus der Gruppe Kabbalisten und daher sieht es ebenfalls Adam als Beginn der Geschichte an. Adam war der erste Mensch, der den Schöpfer suchte, und er erzählte uns über Ihn im Buch „Der Engel Raziel“.

Heutzutage treten Reshimot in ihrem letzten Entwicklungsstadium an die Oberfläche – und sie fordern ihre spirituelle Verwirklichung von allen Menschen. Sie fordern den Aufstieg aller Menschen in die Welt der Unendlichkeit.

Verwandtes Material:
Blog-post: Geschichte ist die Entwirrung der Reshimot in uns
Blog-post: Die Fromel der Seele
Artikel: Freier Wille

Warum sind die Affen nicht von den Bäumen heruntergestiegen?


Eine Frage die ich erhielt: Woher kamen die Affen? Wenn Affen und Menschenaffen die uns nächste Spezies sind, warum leben sie dann immer noch auf den Bäumen und nicht wie wir in Häusern?

Meine Antwort: So wie alle Spezies in der Natur entstanden Affen aus den Reshimot (informationelle Daten), welche sich in allen Spezies anhand einer Sequenz manifestieren, angefangen vom niedrigsten Reshimo, dem am weitesten entfernten von der spirituellen Stufe und bis zum letzten Reshimo, welches seine Spezies zur Gleichheit mit dem Schöpfer bringt.

Die schrittweise Manifestation des Reshimo bringt folglich die Entwicklung des Menschen von einem Menschenaffen mit sich. Es war nicht die Entwicklung des Menschenaffen, welche die Menschen auftreten ließ, so wie Darwin glaubte, sondern die Realisierung der Abfolge des Reshimo.

Von außen scheint es jedoch so, als ob sich der Mensch aus den Tieren entwickelte. Physiologisch oder körperlich gesehen, wurde der Mensch aus den Menschenaffen geboren. Dies geschah jedoch, weil ein menschliches Reshimo in den Menschenaffen aufkam – ein Reshimo, welches den Menschenaffen völlig fremd ist.

Heute sind wir alle im physischen Sinne immer noch Tiere, doch haben wir ein Reshimo welches „Achoraim De Nefesh de Kdusha“ genannt wird, d.h. einen Punkt im Herzen, welchen wir entwickeln können, um Menschen zu werden, d.h. Adam und bedeutet „dem Schöpfer ähnlich.“

Menschenaffen haben dieses Reshimo nicht und deshalb sind sie so verblieben, wie sie sind, und leben immer noch auf den Bäumen. Ich muss jedoch erwähnen, dass es nicht genug ist, anders auszusehen als ein Menschenaffe, um anders zu sein als dieser.

Verwandtes Material:
Blog-post: Geschichte ist die Entwirrung der Reshimot in uns
Blog-post: Schöpfung und Evolution
Blog-post: Kabbala über Evolution
Entwicklung der Verlangen in der Menschheit

Männer, Frauen, und die Korrektur der Seele


Fragen, die ich über den spirituellen Aufstieg der Frauen erhielt:

Frage: Lieber Rav, ich habe eine praktische Frage. Wie unterscheiden sich die Reshimot der Frau von denen des Mannes? Oder ist es eher so, dass sie die Zustände ihres Mannes im Chissaron (Mangel) mittragen muss?

Meine Antwort: Die Frau ist das Verlangen, und der Mann die Korrektur des Verlangens, also die Absicht zu schenken. In unserer Welt wartet die Frau darauf, dass der Mann handelt, z.B., dass er sie heiratet. Ihre Rolle ist dabei relativ passiv.

Die Ursache dafür liegt in den spirituellen Wurzeln: Wenn die Seele die Absicht zu schenken erwirbt, wird sie als Mann bezeichnet, wohingegen eine Seele, welche unfähig zu schenken ist, eine Frau genannt wird. Aus demselben Grund werden auch die Teile des Kli oder der Seele als männlich oder weiblich bezeichnet.

Beginnen Sie, unabhängig von Ihrem Geschlecht in dieser Welt, ein Mann zu sein – was bedeutet, aktiv an Ihrer eigenen Korrektur und der Korrektur der gesamten Menschheit mitzuwirken. Andernfalls sind Sie, ungeachtet Ihres Geschlechts in dieser Welt, eine Frau.

Auf der anderen Seite ist das Verlangen einer Frau sehr stark und beständig. Demzufolge muss man innerlich eine starke Frau sein (ein starkes Verlangen haben) und außen ein starker Mann sein (eine starke Absicht haben).

„Eine Frau hat nie genügend Kleider“ – dies spiegelt das richtige Verlangen der Seele nach Korrektur wider, ein Streben nach schönen Kleidern – dem Licht von Chassadim, das die Schönheit einer Frau (des Verlangens) offenbart. Anders ausgedrückt, das Licht von Chochma wird im Licht von Chassadim enthüllt.

Frage: Wie soll sich eine Frau verhalten, wenn sie mit ihrem Mann gemeinsam Kabbala studiert?

Meine Antwort: Studieren Sie einzeln für sich wie jeder andere, und studieren Sie für wenigstens fünfzehn Minuten am Tag zusammen mit Ihrem Mann.

Frage: Wie soll sich eine Frau gegenüber den anderen Männern der Gruppe verhalten?

Meine Antwort: Die Gruppe unterhält keine Beziehung zu ihr!

Frage: Wie soll sie die Gruppe bei ihrem Fortschreiten unterstützen?

Meine Antwort: Helfen Sie auf jegliche Art mitsamt den anderen Frauen bei der Verbreitung und studieren Sie.

Frage: Welche Einstellung sollte eine Frau gegenüber dem Kli der Männer und Frauen in der Gruppe haben?

Meine Antwort: Alle Frauen unterstützen gemeinsam die Männer und studieren – ob für sich alleine, zusammen oder mit ihrem Ehemann. Frauen haben keine Gruppe, aber sie schließen sich zusammen, um ihre Anstrengungen für die Verbreitung zu bündeln, sich untereinander zu helfen, und um zu studieren. Anders gesagt, sie können sich auf jede Weise verbinden, außer um das Prinzip „Liebe deinen Nächsten“ unter sich umzusetzen.

Frage: Kürzlich habe ich gehört, dass Frauen den zweiten Teil der Morgenlektion (Talmud Esser HaSefirot) nicht anschauen sollten, weil dann die Möglichkeit bestünde, dass sich ihre weibliche Essenz ändern könnte.

Meine Antwort: Unsinn! Eine Frau braucht Talmud Esser HaSefirot nicht zu studieren, aber es ist ihr auch nicht verboten es zu tun!

Verwandtes Material:
Blog-post: Eine Frau kann sich unabhängig entwickeln
Blog-post: Faruen auf dem Pfad der Kabbala
Blog-post: Frauen müssen an der Korrektur arbeiten – genau wie Männer
Artikel: Über das Bedürfnis der Frauen, sich zu verbinden
Gespräche, Interviews: Drei Vorträge zur spirituellen Entwicklung der Frauen

Warum empfinden wir Leiden?


Zwei Fragen, die ich über das Leiden erhielt:

Frage: Warum empfinden unsere fünf Sinne unseren Mangel an Ähnlichkeit mit der Spiritualität als Leiden?

Meine Antwort: Weil unsere Sinne Verlangen nach Erfüllung sind. In der Welt der Unendlichkeit waren sie erfüllt und wurden später durch das Zerbrechen geleert – die Zertrennung der gemeinsamen Seele in eine Vielzahl separater Teile oder Seelen. Jede Seele hat Erinnerungen (Reshimot) an die Erfüllung in der Vergangenheit und diese Reshimot erwachen jetzt und fordern Erfüllung.

Was Du Leiden nennst, ist die Leere, die Du spürst. Wenn Du die Einstellung zu der Empfindung des Leidens änderst, dann wirst Du es als Erfüllung und Glück erfahren. Unsere Einstellung oder Absicht kann alles verändern.

Der tatsächliche Zustand in dem wir uns befinden ist konstant; die einzige Sache, die sich ändert, ist unsere Einstellung dazu. Sie bestimmt, ob wir uns fühlen, als wären wir in dieser Welt, also in der Verhüllung des Schöpfers, oder in Seiner Enthüllung , d.h. auf den Stufen der fünf Welten, oder in der Welt der Unendlichkeit.

Frage: Was soll ich tun, wenn meine einzige Bitte an den Schöpfer „Gib mir Kraft, Dich nicht zu hassen“ ist und wenn das einzigste was ich fühle – trotz meiner Arbeit in der Gruppe, Verbreitung und Unterrichten – ist, dass meine Situation zu Hause immer schlechter wird, meine ökonomischen Umstände verschlimmern sich immer mehr (ich kann nicht mal eine Arbeit finden) und so weiter. Ich fing plötzlich an, mich dem Schöpfer gegenüber völlig entfremdet zu fühlen. Ist es normal, dass die Kabbala materielle Verwüstung hervorruft?

Meine Antwort: Rabash erzählte mir, wie schwierig es für ihn war, Arbeit zu finden und wie viele Male er die Arbeit wechseln musste. Er arbeitete als Schumacher, Betonbauer, Schreiber und als Dienstbote.

Du musst, wie jeder andere auch, dazu die gleiche Einstellung haben, doch gleichzeitig dich regelmäßig (nach einem bestimmten Plan) weiterhin für das einzusetzen, wofür Du in dieser Welt lebst – der Korrektur Deiner Seele. Sei etwas demütiger, d.h. denke, dass alles vom Schöpfer kommt, und das einzige, was du dir ersehnst ist, zu spüren, dass es so ist.

Verwandtes Material:
Blog-post: Beharrlichkeit ist der Schlüssel zum Erfolg
Blog-post: Erlösung erfolgt durch die Hand des Schöpfers
Blog-post: Auszüge aus Rabashs Artikeln über die Gesellschaft
Kabbala unserer Zeit

Geschichte ist die Entwirrung der Reshimot in uns

Michael LaitmanZwei Fragen, die ich über Evolution und Geschichte erhielt:

Frage: Wenn wir früher Affen waren, wer hat dann die Affen erschaffen? Ich bin mir nicht sicher, woran ich glauben soll – an die Evolution oder an die Religion?

Meine Antwort: Die Kabbala sagt, dass die Entwicklung in unserer Welt nicht durch natürliche Selektion geschieht, wobei Kräfte und Eigenschaften der „Stärksten“ ausgewählt werden, sondern vielmehr durch das stufenweise Hervortreten der Reshimot in uns. Reshimot sind Informationen über den Abstieg der Seele von oben nach unten – von der Welt der Unendlichkeit bis in unsere Welt. Diese informatorischen Daten formten sich in uns als ein Resultat des Abstiegs der Schöpfung von der Welt der Unendlichkeit hinab zu unserer Welt und folglich ist dies in uns als eine Datenspirale über jede Stufe des Abstiegs angelegt.

Heute fühlen wir (sowie alles was im Allgemeinen existiert) die Offenbarung dieser Daten (Reshimot) der Stufen in uns (von unten nach oben), und diese Daten müssen wir realisieren. Wir können die Reshimot auf zweierlei Weise realisieren: entweder über den Weg des Lichts oder über den Weg des Leidens. Der Weg des Lichts besteht im Studium der Kabbala, um über unsere zukünftigen Stufen zu lernen, und dabei ziehen wir das korrigierende Licht (Or Makif) an. Der Weg des Leidens realisiert sich dann, wenn wir die Struktur des Systems nicht studieren und das Höhere Licht nicht von der nächsten Stufe anziehen, sondern nur den Druck des folgenden Reshimo fühlen, welches danach verlangt, realisiert zu werden.

Folglich gibt es keine Evolution, sondern nur eine schrittweise Äußerung von Daten, welche bereits im Voraus bekannt sind. Alles, außer der Methode des Aufstiegs über die Stufen, ist vorzeitig bekannt, ob das nun bewusst (schnell und angenehm) oder gezwungenermaßen (langsam und schmerzhaft) geschieht. Es ist wie ein Filmstreifen, wo alle zukünftigen Rahmen bereits existieren und schrittweise vor dem Zuschauer erscheinen. Deshalb haben weder Darwin noch die Religion Recht.

Frage: Glauben Sie, dass die Geschichte sich wiederholen kann? Und denken sie, dass Menschen das Recht haben, ihre Methoden nach ihrem eigenen Namen zu benennen oder sollten sie diese anonym erklären?

Meine Antwort: Die Geschichte wiederholt sich nicht. Die Geschichte, welche sich vor unseren Augen entfaltet, sind Reshimot (informationelle Daten), die schrittweise zum Ausdruck kommen.
Bezüglich Ihrer zweiten Frage kümmere ich mich nicht darum, ob Leute das Recht haben etwas zu tun oder nicht. Ich kümmere mich nur darum, ob deren Methode eine Wissenschaft ist. Wenn diese keine Wissenschaft ist, welche gemäß dem Prinzip von „der Richter weiß nicht mehr als das, was seine Augen sehen“ auf Tatsachen beruht, dann ziehe ich diese nicht in Betracht. In unserer Zeit werden alle „Wissenschaften“ und „Methoden“ auf ihre Authentizität überprüft und in dem Ausmaß, in dem diese authentisch sind, werden sie ein Teil der Kabbala werden.

Heute ist diese Revolution unserem Bewusstsein noch nicht einleuchtend, da die Kabbala noch immer verhüllt ist. Doch wenn die Kabbala enthüllt wird, dann werden die Wissenschaftler über die Möglichkeit eines „reinen“ Experimentes überrascht sein, welches nicht vom egoistischen Verstand verdunkelt wird. Sie werden dann alles vernichten, was sich nicht auf eine klare Erreichbarkeit der ganzen Welt bezieht, gemäß einem Prinzip, das im Buch des Sohar erklärt wird: Ein Mensch kann nur das Material und dessen Form erreichen, jedoch nicht die abstrakte Form und die Essenz (siehe Artikel „Einführung zum Buch des Sohar“).
Wie eine Methode genannt werden sollte, ist überhaupt nicht wichtig. Wir benennen sie entweder nach unseren egoistischen Ansprüchen oder gemäß der Notwendigkeit von wissenschaftlichen Bezeichnungen und Definitionen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Die Willensfreiheit liegt in der Beschleunigung
Blog-post: Schöpfung und Evolution
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