Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Reshimot'

Gib und du wirst umso mehr erhalten


Ich erhielt folgende Frage: Seit dem Sohar Kongress 2010 kann ich mich nicht mehr auf die täglichen Vorlesungen konzentrieren. Ich vergesse die Bedeutung der Worte und kann nur einigen Sätzen folgen. Was soll Ich tun?

Meine Antwort: Der Kabbala Studierende kommt immer voran. In jedem Augenblick werden ihm eine neue Tiefe des Begehrens, neue Begehren (Aviut) und neue Reshimot enthüllt. Das gilt für alle, besonders für die Teilnehmer des Sohar Kongresses 2010. Sie machten große Fortschritte. Diejenigen, die nicht teilnahmen tun mir leid.

Du fühlst jetzt die Kräfte, die dich weiter vorantreiben. Weil du am Kongress teilgenommen hast, hast du sowohl von den anderen Leuten, als auch von den Vorlesungen, den Liedern, Tänzen und allem anderen eine große Kraft erhalten. Du hast der Spiritualität drei Tage gewidmet und dich vom Rest der Welt abgewandt. Damit hast du dich unter den Einfluss einer ungeheuren Kraft gestellt. Das Ergebnis ist nun ein gesteigertes Bedürfnis und damit musst du arbeiten.

Was sollst du tun? Der einzige Weg, mit der während des Kongresses von den anderen empfangenen Kraft umzugehen, ist alles Empfangene zum Nutzen der Verbreitung einzusetzen, anstatt einfach nur zum Studieren. Das Studium allein wird dir beim Fortschritt nicht helfen. Während des Kongresses hast du weitere Kräfte von außerhalb erhalten und nun musst du selber diese Kräfte nach außen weitergeben. Du hast eine große Kraft erhalten, aber wenn du sie nicht korrekt einsetzt, wird sie sich in Gift verwandeln und dir schaden. Diese Kraft muss durch dich hindurch zu anderen gelangen, aber wenn du sie anhalten willst, dann verwandelt sie sich in Gift.

Ein menschliches Wesen ist wie die Zelle eines Körpers, in dem alle Substanzen fließen um alles voranzutreiben. Daher müssen wir zuzüglich zum Studium das Material und die Weisheit der Kabbala verbreiten. Auch du hast dieses Erwachen von außen her empfangen und darum reicht es nicht, einfach nur dazusitzen und dem Unterricht zuzuhören. Studieren allein reicht nicht, du musst es auch an andere weitergeben.

Die Wissenschaft der Kabbala ist enthüllt und es ist nicht länger notwendig, sie zu verstecken. Du erhältst sie zusammen mit einer Menge anderer Menschen und du musst sie in der gleichen Art weitergeben. Damit ein spiritueller Körper gesund bleibt, musst du die erhaltenen gewaltigen Kräfte auch wieder zurückgeben.

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Zeit komprimiert in einem Punkt

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn die menschliche Geschichte nur ein Film ist, welcher nur in unserer Wahrnehmung existiert, warum dauert er dann so lange?

Meine Antwort: Er dauert nicht lange – denn in Wirklichkeit gibt es keine Zeit. Zeit ist ein Reshimo, welches den Film in dir erschafft.

Wenn du einmal mit allen anderen verbunden bist, wirst du die Zeit so stark komprimieren, dass alle Handlungen sehr schnell geschehen werden, eine sogleich nach der anderen. Du kannst die Zeit entweder wie ein Stern empfinden, der Milliarden von Jahren existiert, oder wie ein kleines Insekt, das gerade einmal für ein paar Stunden lebt und stirbt; alles hängt von deiner Empfindung der Zeit ab.

Wir spüren die Zeit nur, da sich unser Egoismus einschaltet und die Zeit zwischen den Handlungen ausdehnt, zwischen den Reshimot.Wenn es nicht für unseren Egoismus wäre, würden die Reshimot sofort hervortreten, ohne irgendwelche Abstände, und alles auf einen Punkt einschränken.

Der Sohar kann nur mit dem Herzen gefühlt werden


Wenn wir das Buch Sohar lesen, müssen wir die Verbindung zwischen den Kräften erkennen, die in den Geschichten erwähnt werden und versuchen, diese in unserem Innern in Ordnung zu bringen, denn alles existiert in unserem Innern. Der Sohar gibt uns ein Bild von einer anderen, nicht körperlichen, spirituellen Wirklichkeit. Wir müssen versuchen, sie zu finden und in unserem Innern zu erkennen.

Durch unsere Anstrengungen müssen wir einen Zustand erreichen, in dem die Dinge, die im Buch Sohar beschrieben werden, anfangen, sich in unseren Gefühlen und in unserem Herzen einzunisten. Dann werden wir beginnen, die Charaktere und Objekte als Formen von Eigenschaften zu verstehen und alle beschriebenen Handlungen als einen Ausdruck von Handlungen des Gebens und Empfangens. Zum Beispiel, wenn wir die Wörter „Yesod,“ „Jerusalem,“ „Jacob“ und „gut“ hören, werden wir uns nicht deren körperliche Bilder vergegenwärtigen, sondern unmittelbar deren innere Eigenschaften empfinden.

Plötzlich werden wir begreifen: „Wow! Die ganze Welt ist in mir!“ Es wird eine große Überraschung für uns sein, dies zu entdecken. Beispielsweise werden wir fühlen „Gerade jetzt steige ich eine Leiter hinab und gehe nach Jerusalem.“ Und es wird klar sein, dass wir dies alles innerlich ausführen.

Dies wird stufenweise geschehen, als ein Ergebnis der Lektüre des Buches Sohar. Wir haben keine anderen Mittel zur Verfügung, wie Baal HaSulam im Artikel 155 der „Einführung zu Talmud Esser HaSefirot“ erklärt. Daher sollten wir immer bestrebt sein, alles im Innern zu „erkennen“ und „anzuordnen.“

Wir wurden in diese Welt geboren und haben für Jahrzehnte gelebt und sind davor durch viele Reinkarnationen gegangen. Wir besitzen Reshimot (Erinnerungen) von allen vorherigen Reinkarnationen und wir befinden uns immer in dieser verwirrenden und falschen Wahrnehmung dieser Welt. Allerdings können wir begreifen, dass es eine Lüge ist.

Diese Bewusstwerdung wird graduell geschehen, indem wir dem Licht erlauben, an uns zu arbeiten. Dies geschieht nicht alles auf einmal, da die Veränderungen, die das Licht in uns durchführen muss, extrem sind. Das Licht will uns nicht bloß verändern, sondern es muss uns bewusst zu dieser Wahrnehmung hinführen. Es muss uns helfen, die Veränderung zu verstehen und ihr zuzustimmen, klüger zu werden und sich dessen wirklich bewusst zu sein.

Deshalb müssen wir uns anstrengen. Indem wir das tun, nehmen wir am Prozess teil und sind bereit für größeren Druck und Einfluss vom Licht.

Unser Fleiß liegt in der Verbindung mit der Gruppe, um von ihr die Wichtigkeit des Ziels und die richtige Wahrnehmung zu empfangen. Dies geschieht am meisten, während wir das Buch Sohar lesen, vorausgesetzt, dass wir die richtige Einstellung zum Studium haben, wie Baal HaSulam im „Vorwort zum Buch Sohar“ schreibt.

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Lasst uns nicht von den Toren der Höheren Welt verbannt sein

Der Sohar: Jeder Mensch, der zu dieser Welt geht, ohne die Geheimnisse der Tora erlangt zu haben, auch wenn man ihm viele guten Taten zurechnet, ist verbannt von den Toren der Höheren Welt.

„Diese Welt“ ist das, was wir gegenwärtig spüren und „die kommende Welt“ (Olam HaBa) ist unser nächster Zustand. Alles wird in dem Maße unseres Verlangens enthüllt. Unser Verlangen kann entweder auf natürliche Weise mit Hilfe der Reshimot verändert werden, was es noch egoistischer macht oder es kann durch unsere Arbeit mit der Gruppe und dem Umgebenden Licht korrigiert werden.

Wenn ich mich selbst nicht korrigiere, werden alle Tore zur spirituellen Welt für mich verschlossen bleiben. Ich kann die spirituelle Welt nicht spüren, wenn ich meine Verlangen und Kelim nicht dafür vorbereite, ohne den Egoismus zu Geben zu korrigieren. Denn so kann ich die Tore öffnen!

Jeder Mensch, der zu dieser Welt geht, ohne die Geheimnisse der Tora erlangt zu haben (was nur durch das Studium der Kabbala möglich ist, um Licht in seine korrigierten Verlangen zu empfangen), auch wenn man ihm viele guten Taten zurechnet (die Art, wie die Menschen in dieser Welt denken), ist verbannt von den Toren der Höheren Welt (d.h. dieser Mensch hat keine Möglichkeit, die ewige Welt zu spüren und zu betreten).

Auf dem spirituellen Pfad geschieht das bei jedem Schritt des Weges, wenn wir von einem Zustand zum nächsten gehen. Man kann nur durch die Enthüllung von Geheimnissen, dem was einem jetzt verborgen ist, voranschreiten. Alles geschieht innerhalb unseres Verlangens. Unser jetziges Verlangen und unsere jetzige Empfindung heißt „diese Welt“ und ein mehr korrigiertes Verlangen und die mehr korrigierte Empfindung heißt „die kommende Welt“.

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Warum wollen wir Eltern sein?

Eine Frage, die ich erhielt: Warum möchte der Höhere dem Niedrigeren geben, wenn er sich im Zustand von Chafez Chessed befindet, also nichts für sich selbst möchte?

Meine Antwort: Es ist nicht so, dass der Höhere dem Niedrigeren geben möchte, sondern die Reshimot (Informations-Gene) des Niedrigeren erwecken den Höheren. Auch in unserer Welt zeugen wir keine Kinder, weil wir aus eigenem Antrieb Eltern werden wollen. Vielmehr erwecken die Reshimot jener, die geboren werden müssen, unser Verlangen Eltern zu werden. Mithilfe eines Reshimo erweckt eine zukünftige Person, die von dir geboren werden soll, in dir den Gedanken, sie auf die Welt bringen zu wollen.

Wenn der Morgen graut


Der Sohar, Kapitel VaYeshev (Und Jakob setzte sich nieder), Punkt 114: Es gibt nicht einen Menschen in der Welt, der des Nachts nicht den Geschmack des Todes kostet und auf dem Körper liegt der Geist der Unreinheit. Denn weil die heilige Seele sich vom Menschen entfernt hat, liegt der Geist der Unreinheit auf diesem Körper und er ist geschändet.

Das bedeutet, dass ein Mensch einen Schirm hat, das Licht der Einheit, das Licht der Verschmelzung und dass die Eigenschaft des Gebens in ihm herrscht. Doch dann verschwindet alles. Der Parzuf wurde entleert und alles Licht ist daraus entschwunden. Das kann aus einem äußeren oder inneren Grund geschehen, wie, wenn des Menschen innerer Wille zu genießen wächst und neue Reshimot sich in ihm zeigen.

Das geschieht dann, wenn in ihm ein neues, unkorrigiertes Verlangen erwacht und über ihn herrscht. Der Mensch ergibt sich ihm und, geführt durch dieses Verlangen, beginnt er, über sein Leben, über Selbsterfüllung nachzudenken und darüber wie er dieses Verlangen erfüllen kann.

Nur wenn er sich rechtzeitig für diese Dunkelheit vorbereitet hat, für die Nacht, den Zustand, wenn seine Verlangen über ihn herrschen, ist er fähig, alle Kraft zusammenzunehmen und die Dunkelheit als Mittel zum Aufstieg auf eine neue Stufe zu betrachten. Dann richtet er eine wahre Forderung nach Oben, an Abba ve Ima, und bittet sie, für ihn zu sorgen (das wird „Verschmelzung um Mitternacht“ genannt).

Ab Mitternacht beginnt er mit den Korrekturen. Ein Mensch beginnt, das gesamte zusätzliche Verlangen zu genießen zu korrigieren, dass er bekommen hat und das er als Geschmack des Todes gefühlt hat. Doch jetzt versüßt er ihn.

Das bedeutet, dass ein Mensch gen Morgen voranschreitet, wenn er von Oben das Licht, das umgestaltet, die erste Eigenschaft des Gebens empfängt. Und dann kommt das Morgenrot. Ein Mensch beginnt, in seinem Zustand das Licht zu fühlen, da er einen Schirm über sein voriges Verlangen zu genießen erlangt hat und nun befindet er sich in der Eigenschaft des Gebens.

Darum war es für ihn notwendig, den Geschmack des Todes zu kosten.

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Wir erreichen die spirituelle Welt ganz natürlich, so wie ein Baby die Welt entdeckt

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn wir den Sohar lesen, sollen wir dem Text so folgen, als ob wir in uns selbst reisen würden. Doch müssen wir nicht auch Anstrengungen unternehmen, um unsere Forderung nach Korrektur auszuüben?

Meine Antwort: Der Sohar selbst führt Sie zur Korrektur und den dazu notwendigen Gedanken. Er beschreibt Ihnen, was gut oder schlecht ist, entsprechend Ihrem speziellen Zustand und was Sie darin im Detail klären müssen.

Das Buch selbst wird Ihnen diesen Ansatz dazu liefern. Unser Anteil daran ist, einfach in der Lage zu sein, uns daran anzuheften und gehorsam in die gleiche Richtung wie diese Strömung zu „schwimmen“ und mit ihr dorthin zu gehen, wohin sie uns bringen will. Wir müssen unseren Geist und unser Herz reibungslos mit diesem Strom treiben lassen.

Alles ist vorbestimmt, einschließlich meinem Verlangen, den Reshimot in ihm und dem Licht, welches die Reshimot realisiert. Alles hängt jedoch von meiner Anstrengung ab und von meiner Zustimmung, dem Licht Einlass zu den Reshimot zu gewähren.

Ich alleine erlaube dem Licht zu handeln, jedoch darüber hinaus geschieht alles ohne mein Wissen. Ich werde nur Zeuge von allem, was in mir geschieht. Mein Streben wird „Avodat HaShem“ – das Werk des Schöpfers genannt; und ich bin nur Komplize darin. Der Schöpfer sagte zu Moses: „Lass uns zum Pharao gehen. Ich werde alles tun und du wirst sehen, wie ich gegen ihn handeln werde.“ Dies bedeutet, dass mein Punkt im Herzen, das erste spirituelle Reshimo, mich zum Eingang einer neuen Welt gebracht hat, von welcher ich nichts weiß. Und nun, durch diesen Punkt im Herzen, vernehme ich eine Beschreibung dieser neuen Welt. In dem Maße, in dem ich darüber lerne und damit in Verbindung trete, werde ich fähig sein, darin zu leben.

Baal HaSulam schrieb darüber, dass es für den physischen Körper genau so unmöglich ist, in dieser Welt zu leben, ohne die Gesetze, Regeln und Bedingungen zu kennen, wie es für die Seele unmöglich ist, in der spirituellen Welt zu leben, ohne das nötige Wissen darüber zu erhalten. Genau jetzt im Moment versuchen wir, dieses notwendige Wissen zu erhalten. Wenn wir dieses erhalten, werden wir fühlen, dass wir bereits in der spirituellen Welt existieren, weil in der Spiritualität Wissen und Empfindung das Gleiche sind.

Momentan fühle ich nur meinen tierischen Körper – eine illusorische Realität. Aber ich habe auch einen Punkt im Herzen, welcher das Potential besitzt, die Höhere Welt zu fühlen. Dieser Punkt, den ich erhalten habe, ist eine enorme Chance und auch das Einzige, was mir gegeben wurde. Den Rest muss ich selbstständig entwickeln und deshalb wurde mir das Buch Sohar gegeben, welches mir eine Erklärung dafür gibt.

Ich lerne über die Höhere Welt, genau so wie ein Baby in dieser Welt alles lernt, ohne davor etwas darüber zu wissen. Ein Baby kann die Welt nicht mit seinem Geist begreifen, indem es Analysen und Synthesen durchführt. Genauso verhält es sich zu mir in Bezug auf die spirituelle Welt. Ich lerne darüber, indem ich mich an das Buch halte und dadurch das Umgebende Licht anziehe. Diese Art des Studiums ist am natürlichsten. Wir entdecken eine neue Welt in der gleichen Weise, wie wir diese Welt entdeckten, als wir Babies waren.

Die Höhere Stufe kann niemals durch den Verstand erreicht werden, da wir sie nicht fühlen, sehen oder verstehen können. Wir müssen jedoch damit beginnen, sie zu fühlen.

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Der Mangel an Verlangen manifestiert sich als Mangel an Erfüllung

Das Kli (Gefäß) ist ein Abdruck des Lichtes im Verlangen. Es ist der Versuch des Gefäßes, einen besonderen Zustand zu erreichen, um Erfüllung zu erlangen. Wenn ich nach einer speziellen Form von Erfüllung suche, dann bedeutet dies, dass mein Verlangen bereits die „Form“ und Eigenschaft dessen erreicht hat, wonach ich mich sehne.

Dieses Licht ist bereits in mir vorhanden, aber es existiert in der Form eines Informationsträgers (Reshimo), in Form von Leere, einem hohlen Gebilde. Ich empfinde dies weder als Erfüllung noch als Freude.

In der Spiritualität sind diese Zustände nebeneinander. Das Gleiche gilt für die materielle Welt: Wenn ich etwas möchte und ich es sehen und fühlen kann, was muss ich sonst noch machen, um es zu bekommen? Ich muss mir Mühe geben!

In anderen Worten, ich muss meinem bereits bestehenden Verlangen eine neue Wendung geben, um möglich zu machen, das große Licht, welches wir als Erfüllung bezeichnen, innerhalb des kleinen Lichtes, „Reshimo“ genannt, zu offenbaren. Die Größe des Lichtes hängt von der Größe des Verlangens ab.

Ich fühle einen Mangel an Erfüllung, weil das Licht bereits existiert und auf mich aus einer Entfernung her scheint, mein Reshimo erweckt und mich zwingt, zu ihm zu streben. Der Unterschied zwischen Reshimo und Füllung ist nur abhängig von meinem Verlangen, da das Licht ewig und dauerhaft ist. Reshimo ist das Licht in mir, welches sich noch nicht in meinen Verlangen manifestiert hat.

Ich muss meine Anstrengungen erhöhen, um die Intensität meiner Verlangen zu vergrößern und die Fülle, die bereits in mir existiert, zu enthüllen. Aufgrund der geringen Intensität meiner Verlangen nehme ich sie als Reshimo war, als Mangel an Erfüllung.

Ich lebe in einem Ozean aus ewigem, konstantem und endlosem Licht, aber ich kann das nicht fühlen, da ich weder einen Kontakt dazu noch gemeinsame Eigenschaften damit habe. Wenn auch nur das kleinste Verlangen nach dem Licht in mir entsteht, beginne ich das Licht zu fühlen.

Auf der einen Seite bestätigt das geringste Gefühl mir, dass das Licht existiert, und auf der anderen Seite bedauere ich es, dass ich es nicht in vollem Ausmaß wahrnehmen kann. Das Bedauern, das ich als Resultat davon fühle, weil ich das Licht nicht in vollem Umfang wahrnehme, wird „Chissaron“ (Mangel an Erfüllung) genannt und drängt mich dazu, noch stärker das Licht erreichen zu wollen.

Wenn ich beginne, meinen Grad an Anstrengungen zu erhöhen, wird das Licht, welches ich in meinem schwächeren Verlangen als Reshimo verspürt habe, sich in Fülle verwandeln. Das Licht ist unveränderbar, aber wenn mein Verlangen wächst, wird das, wonach ich mich sehne, Wirklichkeit.

Ich befinde mich immer in einem Ozean aus Licht und der ganze Unterschied liegt darin, ob ich mich selbst darin in einem kleineren oder größeren Ausmaß erkenne.

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Alles geschieht gemäß unseren Reshimot (den spirituellen Genen)

In der physischen Welt weiß eine Mutter, wann ihr Baby gefüttert werden muss. Was unseren spirituellen Aufstieg betrifft, so muss ein Baby (ein Mensch, der sich in der Anfangsphase der Entwicklung eines Kabbalisten befindet) die Mutter selbst um Essen bitten. Er muss wissen, wie man sich an die Höhere Stufe wendet, damit diese ihn zu sich hochhebt und ihn mit Licht füllt.

Alles passiert gemäß dem Verlangen des Niederen (des Menschen), um dem Höheren (dem Schöpfer) gleich zu werden. In der spirituellen Welt finden alle Handlungen entweder gemäß den Reshimot (Informationsdaten, die unseren Zustand bestimmen) statt, welche ohne unsere Wahl in uns verwirklicht werden, oder indem wir unsere Verlangen nach Korrektur den Reshimot hinzufügen. D.h. wir können unsere eigenen Gebete oder Bitten nach Korrektur hinzufügen.

Wir dürfen nicht künstlich darum bitten. Das würde nichts nützen. Wenn unser Wunsch reif ist, dann wird er den Einfluss des Lichtes nach Korrektur anfordern.

Der Höhere Parzuf (der Schöpfer) befindet sich in einem Zustand absoluter Ruhe und ändert sich nie. Nur unsere inneren Reshimot (Aufzeichnungen unseres Zustandes) machen Veränderungen durch. Deswegen meinen wir, dass wir uns in einer sich verändernden Welt befinden, doch in Wirklichkeit ändert sie sich in uns, bezogen auf einen sich unverändernden Hintergrund – dem Weißen Licht, dem Schöpfer.

Reshimot, die ohne unsere Teilnahme in uns erwachen, entwickeln uns nicht in die spirituelle Welt. Wir treten einfach auf der Stelle, bis wiederholtes Leiden uns schlauer macht und uns zwingt, nach spiritueller Entwicklung zu suchen. Unsere Probleme werden von Reshimot verursacht, die sich naürlich entfalten.

Wenn man jedoch einer Gesellschaft beitritt, die sich um spirituelle Entwicklung kümmert, wird man von dort Reshimot empfangen, die aus der Verbindung mit anderen Seelen herstammen. Man wird Reshimot durch eigene Bemühungen erhalten, und dies sind die Reshimot, die man korrigieren muss, um die Höhere Welt zu enthüllen. Wie macht man das? Indem wir sie durch unser Gebet nach Korrektur erheben.

 

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Die Spirituelle Welt ist nur einen Schritt entfernt


Wenn wir an den Punkt unserer spirituellen Entwicklung kommen, ist unser Problem, dass wir für lange Zeit still stehen können, bevor wir den nächsten Schritt nach vorne tun. Es mag den Anschein haben, als würden wir durch viele Stadien hindurchgehen, in Wirklichkeit jedoch schreiten wir über den gleichen Ort, von rechts nach links wechselnd, sich nach vorne und hinten neigend, unfähig einen Schritt nach vorne zu tun, um die Spiritualität die dominierende Kraft in uns werden zu lassen.

Wir sind noch nicht in der Lage alle unsere Kraft darauf zu fokussieren, uns selbst (unseren Egoismus) um der Eigenschaft des Gebens willen zu annullieren, die wir im nächsten Grad erlangen müssen. Schließlich bringt uns jeder unternommene Schritt der Eigenschaft des Gebens näher, die beginnt, in uns zu herrschen. Die Frage ist, ob wir in der Lage dazu sind, alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen: Unseren Egoismus zu annullieren, die Bedeutung des Ziels zu spüren und alle unsere Gedanken und Verlangen darauf zu konzentrieren, die definitive Entscheidung getroffen zu haben, dass dies die einzige Sache ist, die wir benötigen und nichts anderes.

Wenn ein Mensch die Chance hat, auch nur einen Schritt in Richtung Geben zu machen, zum Schöpfer hin, ohne auf eine Belohnung zu hoffen, selbst wenn ihm die Kraft dazu fehlen sollte dies zu tun, jedoch einfach sich danach sehnt, der Eigenschaft des Gebens treu zu bleiben und damit zufrieden zu sein, trotz all der großen Verlangen die er hat, dann erreicht er Vollkommenheit (Malchut in Bina).

Dadurch tritt er durch einen einzigen Punkt (Tzimtzum Bet)in den Zustand der Vollkommenheit ein (der Eigenschaft des Gebens). Alles was für ihn zu tun übrig bleibt ist, gerade diesen Punkt zu entwickeln. Es steht geschrieben: „Bereite mir eine Öffnung wie ein Nadelöhr und ich werde Dir geben.“

Wenn Sie sich an diesem Punkt des Gebens trotz all Ihrer Zweifel, Fragen und Störungen festhalten, dann werden die Verlangen, die in Ihnen aufkommen (Ihren Reshimot), Sie tiefer und tiefer ins Innere ziehen, in die spirituelle Eigenschaft des Gebens. Dann werden Sie durch Ihre Verlangen die Höhere Welt sehen.

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