Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Quelle'

Als Quelle der Erfüllung für die Anderen dienen

Heutzutage wird die Welt global, und alle sind miteinander zu einem System verbunden, deshalb ist Freude nur dann möglich, wenn ich mir sicher bin, dass die Anderen zufrieden sind.

Wenn es allen gut geht, wird es mir auch gut gehen, ansonsten kann in jedem Moment etwas Unerwartetes geschehen, niemand hat das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit.

Die Welt ist zu eng, zu bedrohlich, zu feindlich geworden, und wir können nur unter der Bedingung, dass wir uns verbinden, Freude erlangen, das nennt sich Freude wegen der guten Taten – der Handlungen des Gebens.

Wenn ich sicher bin, dass ich die Erfüllung für die anderen Menschen gewährleiste, sind sie an mir egoistisch interessiert.

Ich bin die Quelle ihrer Erfüllung und das gibt mir das Gefühl der Sicherheit, dass es mir gut gehen wird, dass ich selbst erfüllt sein und die Anderen erfüllen werde.

Aus dem Programm „Kabbala für Anfänger“ vom 28.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum –>

Der Schritt zwischen den Welten

Es gibt zwei parallele Systeme der Verbindung zwischen uns:

1. Das egoistische System, das wir jetzt empfinden

2. Das innere, korrigierte System. Es ist unsere folgende Etappe. In diesem System, das schon existiert, aber vor uns verborgen ist, halten wir uns in der Absicht „Lischma“ auf, darin befindet sich das Licht – das innere Licht (Or Pnimi).

Wenn wir uns mit dem folgenden Zustand verbinden wollen, ihn erreichen möchten, dann rufen wir auf uns den Einfluss des Lichtes hervor, das auf uns von der Ferne einwirkt – das uns umgebende Licht (Or Makif).

Wie ist die Beziehungen zwischen diesen zwei Stufen – zwischen der jetzigen und der zukünftigen zu erreichen, damit uns das umgebende Licht leuchtet? Zwischen ihnen gibt es den Unterschied – von „Lo Lischma“ zu „Lischma“, und ich möchte, dass das Licht O“M in mir diese Veränderung bewirkt.

Wie ist es zu machen? – Mit Hilfe des Buches Sohar. Deshalb haben die Kabbalisten für uns die Bücher geschrieben. Wenn wir danach streben, dieses höhere System zu enthüllen, die innere, korrigierte, enge Verbindung zu erreichen – dann müssen wir darüber lesen.

Dabei ist unwichtig, dass wir nichts verstehen. Hier wirkt sich der Unterschied zwischen den Stufen (zwischen den Zuständen, den Welten) aus.

Wie kann ich die Höhere Welt verstehen, wenn ich mich dort nicht befinde, oder im Vergleich zu ihr gar nicht existiere? – Natürlich, bin ich nicht fähig, sie zu empfinden und zu verstehen. Aber ich kann trotzdem darüber lesen.

Die Kabbalisten haben in einer klaren Sprache etwas über eine andere, höhere Welt geschrieben. Und ich sehe diese Buchstaben an – und verstehe nichts…

Aber ich bemühe mich weiterhin, wie ein Kind, das diese Welt zu verstehen versucht – wodurch das umgebende Licht O“M hervorgerufen wird. Eben darin liegt der ganze Sinn des Lesens des Buches Sohar.

Im Unterricht sitzen heute unsere Freunde, die Vertreter der 50 Länder. Jeder von ihnen schaut diese unbekannten Buchstaben an und wünscht sich sehnsüchtig, die Spiritualität zu erreichen.

Infolge des Wunsches, die Spiritualität zu erkennen, darin zu leben (denn es handelt sich um die Seele in einem höheren Zustand), infolge all dieser Bemühungen, ruft der Mensch auf sich das Licht hervor, das zur Quelle zurückführt – das umgebende Licht O“M

Das heißt, während des Lesens sollen wir uns zusammen verbinden und wünschen zu empfinden (nicht zu verstehen), was im Sohar geschrieben ist. Dann wird das Buch in uns den Schirm öffnen – worauf hin wir die Höhere Welt sehen werden.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 07.11.2010

Würze dein Verlangen

Eine Frage, die ich erhielt: Warum beginnen wir unsere spirituelle Arbeit in der Tora und Mizvot von einer egoistischen Absicht, lo-lischma?

Meine Antwort: Unserer Stoff ist der böse Anfang.
Es steht geschrieben: „Ich hab den bösen Trieb und die Tora als Gewürz geschaffen“. Auf den bösen Trieb ist ein Gewürz aufgetragen, wie eine Creme.

Die Tora bringt mit sich das umgebende Licht (Or Makif), das unseren Stoff „plattiert“ und ihn zur Quelle zurück bringt. Mit anderen Worten: die Tora ist das Licht, dass unsere Absicht korrigiert und sie vom Eigennutzen, auf den Nutzen des Nächsten umorientiert.

„Böser Anfang“ – ist das Verlangen, dass auf das Böse, also auf den Eigennutzen, ausgerichtet ist. Das Licht kommt und wandelt ihn in des Guten Anfang, in das Verlangen, dass auf das Gute, auf den Nutzen des Nächsten ausgerichtet ist, um.

So stellt sich heraus, dass die Tora das Gewürz ist, denn sie fügt ein winziges Stückchen hinzu, würzt das Verlangen mit der richtigen Absicht. Früher hast du es für das Böse genutzt und jetzt für das Gute.

Und die Gebote sind die Handlungen, mittels welchen du das Ziel, dass dein ganzes Verlangen dem Schöpfer ähnlich werde, in das Leben umsetzt.

In dich enwickelt sich eine Kette der Handlungen die in kleinen Portionen nach einander folgen. Du führst sie aus, damit am Ende, all deine Wünsche zum Geben ausgerichtet sind. Dadurch erfüllst du die Gebote des Schöpfers, d.h. die Korrekturen in sich.

Aus einem Unterricht über eine Artikel von Rabasch, 04.11.2010

In den Händen des Schöpfers

Eine Frage, die ich erhielt: In der letzten Generation zu leben ist eine große, schwere Verantwortung?!

Meine Antwort: In der letzten Generation zu leben ist gerade nicht die schwere Verantwortung, sondern eine riesige Freude, weil man trotz den Kräften der Gegenwirkung, in denen die Hilfe des Schöpfers auch zu sehen ist, wie das Kind keucht und sich bemüht, das Ziel zu erreichen.

In der letzten Generation zu leben ist sehr gut und sehr leicht! Alle sorgen sich um mich, alles ist in Ordnung, ich bin von der Liebe der Freunde umgeben, und der Schöpfer beschenkt mich mit dem Guten.

Die Enthüllung des Angesichts des Schöpfers – bedeutet, dass das ganze Leben sich verändert, dass ich gesund werde und keine Probleme mehr habe, dass ich mich gut und komfortabel fühle. Folglich sehe ich die ganze übrige Welt um mich herum – dass alle Menschen gut leben! Ich sehe vor mir die ganze höhere Welt, die offen und ewig ist.

Ich zähle nicht die Augenblicke des Lebens, die mir bis zum Tod geblieben sind, ich habe keine Ungewissheit, was das Morgen betrifft – ich bin in der Welt der Unendlichkeit aufgelöst. Warum sollte ich dann irgendwelche Unannehmlichkeiten erwarten?! Es wird in der Welt kein Übel mehr geben, und ich werde mich „an das Gute“ anschließen!

Gerade diese Enthüllung wollen wir auf unserem Kongress erreichen, damit sie auf uns den ständigen guten Einfluss ausübt.

Und alle Besorgnisse und Erwartungen der Schwierigkeiten muss man vergessen und wegwerfen – denn sie wird es nicht mehr geben! In dem Augenblick, in welchem du dich mit den Freunden verbindest und den Schöpfer offenbaren willst, gerätst du unter die beste Einwirkung der Quelle des ganzen Guten. Außer ihr gibt es keine andere Kraft, die uns beeinflussen könnte.

Du wirst durch die Gruppe an die stärkste und beste Quelle der Energie angeschlossen. Man muss nur trotz alle Hindernisse, diese Verbindung weiterhin verstärken! Wir werden uns bemühen, es in drei Tage des Kongresses zu machen, und wir werden sehen, dass man auch diese Weise lebenslang genießen kann.

Infolge dieser Verbindung findest du die wunderbare Kraft, mit der du in allem – in jeder beliebigen Lebenssituation erfolgreich sein kannst. Die einzige Bedingung hierfür ist, die Verbindung mit dieser Kraft fest zu halten – weil sie alle Handlungen und Ereignisse in unserer Welt bestimmt.

Und du wirst sie ganz offenbar empfinden. Du wirst dich wie das Kind fühlen, das die Hand des Erwachsenen hält, um ihm an jeden beliebigen Ort zu folgen.

Wie der kleine Sohn die Hand des Vaters oder der Mutter nimmt, und sie schleppt, damit sie für ihn das erledigen, was es selbst noch nicht machen kann. Genauso wirst du es mit dem Schöpfer machen – Er wartet darauf!

Wir werden hoffen, dass uns gelingen wird, dass Er uns auf die Hand nehmen und helfen wird, alles zu erfüllen, was notwendig ist!!!

Aus dem Unterricht über den Artikel „Die letzte Generation“, 07.11.2010

Damit wir erhört werden…

Wir wissen, dass keine Anstrengungen und keine Schreie von uns an sich helfen werden. Sie sind mit dem Schreien eines Säuglings zu vergleichen – es muss Einen geben, der ihn erhört – die Mutter, Bina oder der Schöpfer.

Der Schrei kann nur erhört werden, wenn er korrekt, d.h. auf das wahre Ziel gerichtet ist – auf die Vereinigung, auf das Erhalten der Kraft des Gebens. Darum müssen wir uns verbinden, um zwischen uns eben das Verlangen zu geben zu erschaffen und dann gemeinsam zum Schöpfer zu schreien.

Und darum lesen wir gemeinsam das Buch Sohar und wollen uns miteinander verbinden, auch wenn das über das Internet, das Fernsehen und alle möglichen Kommunikationsmittel geschieht.

Und es ist unwichtig, dass unsere Verbindung erst einmal egoistischer Natur ist, denn jeder von uns wird vom Verlangen für sich selbst (lo liShma) bewegt. Wir sind bereit, uns zu verbinden, wollen aber alle daran verdienen. So ist unsere Natur, und es macht keinen Sinn, uns selbst zu belügen.

Wir sind Egoisten, und jeder von uns versteht, dass er sich mit den Anderen verbindet, um irgendeinen Nutzen davon zu tragen, sonst könnte niemand von uns auch nur die kleinste Handlung vollziehen, er hätte keine Energie, sich mit den Anderen zu verbinden.

Doch diese physische Verbindung, Versammlung an einem Ort oder virtuell zur gleichen Zeit in einem Gedanken ist die einzige uns erlaubte Handlung. Denn noch können wir nur physische Handlungen ausführen – so werden Handlungen genannt, die in unserem Egoismus vollzogen werden.

Doch außer dieser Handlung benötigen wir, dass das höhere Licht, das zur Quelle zurückführt – das umgebende Licht (O“M) – auf unsere egoistische Verbindung einwirkt.

Dieses Licht nennt sich das umgebende Licht (Or Makif), weil es aus der Ferne, aus unserem nächsten Zustand scheint – aus den korrigierten Verlangen/Kelim, in den Verlangen „liShma“ – mit der Absicht zu geben.

Doch wenn wir uns sehr große Mühe geben, danach zu streben, können wir seine Einwirkung auf uns hervorrufen, denn wir befinden uns in der Welt der physikalischen Gesetze der Natur (des Schöpfers). Durch das Lesen des Buches Sohar ziehen wir das Licht an uns heran, weil wir uns unbewusst an unsere nächste Stufe anschließen.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 07.11.2010

Den Kurzschluss zu verhindern

Was ist eigentlich die Quelle der Freude? Wenn man über die egoistische Freude spricht, dann stellt die Füllung ihre Grundlage dar. Das Kind freut sich, wenn man ihm etwas gibt und weint, wenn man ihm etwas wegnimmt.

Der Mensch empfindet die Freude von den guten oder schlechten Taten. Ich habe gestohlen, ohne dabei erwischt zu werden – dann bin ich glücklich, möglicherweise habe ich jemandem etwas Gutes gemacht und es erfreut mich genauso.

Alles hängt davon ab, was den Menschen befriedigt. Aber die Freude kommt mit der Erfüllung der egoistischen Wünsche.

Unsere Hauptgenüsse sind: das Essen, Sex, die Familie, das Geld, die Macht und das Wissen. Aber das Problem liegt darin, dass wir uns damit nicht ausfüllen können. Das Höhere Licht, der Genuss, der unseren Wunsch ausfüllen will ist ein Plus, und der Wunsch – ist das Minus.

Wenn das Plus mit dem Minus zusammenstößt, dann geschieht der Kurzschluss, das heißt der Genuss geht sofort verloren.

Aber es gibt eine andere Form des Genusses, die wir in der Technik sehen können.

Anstatt das Plus und das Minus direkt zu verbinden, das heißt den Genuss in den Wunsch zu bekommen, stelle ich zwischen ihnen den Resistor, den Widerstand auf.

Die Vereinigung des Plus mit dem Minus, des Wunsches und des Genusses, kann mit Hilfe des Widerstandes ununterbrochen existieren, weil sie einander nicht annullieren, und das erwünschte Ergebnis bringen. Darin wird eben das Leben empfunden.

Aus dem Programm „Kabbala für die Anfänger“, 28.10.2010

Die innere „Religion“ der Seele

Baal HaSulam benutzt die Wörter „religiös“ und „profan“ in seinen Artikeln für gewöhnlich nicht in dem Sinne, wie das in unserer Welt üblich ist.

„Religiöser“ Mensch im kabbalistischen Gebrauch bedeutet keinen traditionellen Begriff, der eine der Weltreligionen meint: Judentum, Islam, Christentum oder alle möglichen Glaubensrichtungen.

Als „religiös“ gilt derjenige, der sich danach sehnt während seines Daseins in dieser Welt korrigiert zu werden und in die spirituelle Welt bis hin zur Welt der Unendlichkeit, bis hin zur Ähnlichkeit mit dem Schöpfer aufzusteigen.

Darin besteht das Ziel der Existenz eines jeden Menschen in dieser Welt, welches Baal HaSulam im Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“ erklärt.

Doch manchmal meint er wirklich die traditionelle Religion, wenn er bestimmte Momente erklären möchte. Aus diesem Grund muss immer dem Kontext entnommen werden, wie seine Worte zu verstehen sind.

„Profane“ Menschen sind diejenigen, die sich nicht mit der eigenen Korrektur beschäftigen, sondern alles um der Belohnung willen, ob in dieser oder in der zukünftigen Welt, tun.

„Religiös“ ist derjenige, der sich bis zur Stufe des Schöpfers korrigiert und dafür die „Wahre Tora“, sprich die Wissenschaft der Kabbala benutzt. „Ich erschuf den bösen Trieb und die Tora als Mittel zu dessen Korrektur“.

Das heißt, du musst zuerst den egoistischen Trieb in dir enthüllen, und erst dann wirst du die „Tora“ zu dessen Korrektur brauchen, weil sie nur diesem Zweck dient.

Und dann wird dich ihr Licht, welches du infolge des korrekten Studiums enthüllst, zu seiner Quelle zurückführen, d.h., der böse Trieb wird sich in den guten verwandeln.

Dabei verändert sich das Verlangen selbst nicht – es verändert sich lediglich seine Absicht: von „für sich selbst“ zu „für den Nächsten“.

Aus den Unterricht nach dem Artikel „Exil und Erlösung“ vom 03.11.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Sich mit der Quelle des Lebens verbinden

Da wir dem Licht völlig entgegengesetzt sind, leben wir in der Welt der Leiden. Wie sehr wir uns auch bemühen, vor den Leiden zu fliehen, wir fühlen uns nur schlimmer, denn wir versuchen, zu vergessen und die Wahrheit vor uns selbst zu verstecken. Bis zu einem Grad, dass wir gar keine Ahnung von dem richtigen Weg und den Korrekturen, die wir durchführen müssten, haben.

Nur wenn wir dieses schwere Exil bis zum Ende durchgehen, bekommen wir letzlich ein Wissen, eine Erinnerung daran, dass eine Methode der Korrektur existiert, die Kabbala heißt, und die uns mit dem Licht richtig verbinden kann.

Und dann werden wir auch wissen, es zu benutzen, um unsere Verbindung mit ihm zu korrigieren, damit es uns Erfüllung geben kann, anstatt gegen uns auszubrechen und uns aus der Ferne zu scheinen, was Leiden in uns verursacht!

Darüber hinaus haben wir keine Willensfreiheit in dieser Welt, ausser das Licht, das zur Quelle zurückfuehrt, anzuziehen. Das Licht korrigiert uns, ändert uns und verbinder uns mit ihm. Es existiert keine wichtigere Wissenschaft , als Kabbala, die uns dazu verhilft, diese Handlung umzusetzen.

Es existiert kein anderes Mittel, eigenes Leben und Schicksal zu beeinflusssen. Wir können unser Leben nicht verbessern, weder mit Hilfe der Wissenschaften, der Kultur, noch durch Bildung, wenn wir sie nicht entsprechend der Kabbala studieren. Das heißt, indem wir uns mit der Quelle unseres Lebens, mit dem Licht verbinden.

Wenn du erfolgreich sein willst, ist dies nur in einem einzigen Fall möglich: Wenn du das Licht, das zur Quelle zurückbringt auf dich ziehst. Das Licht korrigiert dich und verändert deine ganze Welt. Und wenn du versuchst, die Welt ohne dem Licht zu korrigieren, verdirbst du sie nur, denn du versteckst die Wahrheit immer tiefer, anstatt einen guten und angenehmen Weg zu wählen.

Aber gerade jetzt haben wir eine besondere Chance: Die Wissenschaft der Kabbala zu enthüllen und zur Korrektur durch den schnellen Weg des Lichtes zu gelangen, anstatt einen langen und quälenden Weg der natürlichen Entwicklung gehen zu müssen.

Denn im Laufe unserer langen Geschichte haben wir mit der Korrektur noch nicht einmal angefangen, wir bereiteten uns bloß darauf vor. Nur ab diesem Zeitpunkt beginnt die wahre Rechnung mit uns.

Aus einem unterricht über den Artikel von Baal HaSulam „Die Lehre der Kabbala und ihr Wesen“, 18.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Welchen Nutzen hat der Einschluss in die Gruppe?

Wenn ein Mensch des geistigen Aufstiegs im Hinblick auf das allgemeine System der Seelen würdig wird, dann führt ihn das Licht vorwärts zur Selbstrealisierung. Folglich führt man den Menschen in die Gruppe ein, wobei er glauben soll, dass die Gruppe ihm von oben gegeben ist.

Von diesem Augenblick an, bekommt er eine Freiheit der Wahl: er kann sich unter den Freunden aufhalten. Diese Entscheidung bewirkt folgende positive Momente:

1. Der Mensch kommt aus der Selbstsucht heraus. Das Licht zieht den Menschen auf, erhebt ihn über die Selbstsucht und führt ihn zur Quelle zurück, damit er sich ins allgemeine Netz einreiht und dort den Schöpfer öffnet.

Man muss verstehen, dass wir gegenwärtig in einem einheitlichen Netz zusammengebunden sind, das wir wegen eigenem Egoismus nicht empfinden. Uns mangelt es an der Klarheit, an der feinen Aufnahmefähigkeit, um das System zu bemerken, in dem wir uns jetzt aufhalten.

Laut dem Buch Sohar sind unsere Augen nach innen gewandt, so dass wir die reale Sachlage nicht sehen, wir verstehen nicht, wo wir uns befinden.

Wir verachten diese Raffiniertheit der Empfindungen, lehnen sie ab und gönnen uns nicht, ein wenig feinfühliger zur Verbindung zwischen uns zu werden.

Und sie ist dennoch anwesend – man muss nur aufmerksamer werden, um sie zu enthüllen, wonach wir beginnen werden, das Licht zu bekommen, das zur Quelle zurückführt.

In Wirklichkeit, nicht das Licht kommt zu uns, sondern wir nähern uns dem Licht an. Im Maß der Annäherung zum System der Verbindung zwischen den Freunden, nähert sich der Mensch dem Licht an.

Denn das allgemeine System ist konstant und vollkommen, und wird allmählich, im Einklang mit unserer Empfindlichkeit zum Licht gezeigt. Das Licht ist konstant, und wir brauchen nur die Wünsche, die zu ihm gerichtet sind.

2. Die Gruppe hilft dem Menschen, der äußerlichen Umgebung zu widerstehen. Jetzt kann er sich hier von der Macht der Umwelt retten, die mit ihren Wünschen, Gedanken und Zielen auf jeden einwirkt.

Der Mensch betritt die Gruppe, reiht sich in sie ein, und bekommt andere Gedanken, Wünsche und Ziele, entgeht dem äußerlichen Diktat.

3. Der Mensch bekommt die Kräfte der ganzen Gruppe und stellt jetzt selbst die Kraft ihrer allgemeinen Seele vor. Natürlich gibt sie ihm das Streben zum Licht, das um vieles größer ist, als das Streben, das ihn in die Gruppe gebracht hat.

Mit solchem mächtigen Impuls zum Licht und zur Korrektur, ruft der Mensch auf sich die Einwirkung des Lichtes hervor, die ihn aus der egoistischen Absicht, „lo-lischma“, zur altruistischen Absicht, „lischma“ erhebt.

Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabasch „Die Notwendikeit der Liebe zur Freunde“, 31.10.2010

Zwei Fenster unserer Realität

Eine Frage, die ich erhielt: Wie können wir eine richtige Verbindung erreichen, damit sich das Licht zwischen uns enthüllt?

Meine Antwort: Stellt euch vor, auf einem Computerbildschirm zwei Fenster vor uns zu haben. In dem einen befindet sich das System, in dem wir auf ideale Art und Weise miteinander verbunden sind. Es heißt „die Welt der Unendlichkeit“.

Im anderen Fenster befindet sich das System, welches wir im Moment sehen worin zwischen uns Hass statt Liebe herrscht. Dieses System wird als „diese Welt“ bezeichnet.

Das sind zwei verschiedene Systeme. Die Welt der Unendlichkeit lebt und existiert – sie wird als der erste (Alef) und der dritte (Gimel) Zustand der Realität bezeichnet. Das ist der einzige vom Schöpfer erschaffene Zustand in dem Er anwesend ist.

Alle anderen Zustände, von der Welt der Unendlichkeit bis hin zu unserer Welt, sind 125 Stufen der Verbindung zwischen uns, 125 Zustände, die wir nach und nach hochsteigen können.

Alle Zustände außer der Unendlichkeit werden als Welten, Verhüllungen bezeichnet. Die gleiche Welt der Unendlichkeit, nur verhüllter, undeutlicher, nicht ganz erkenntlich, wird als die Welt von Azilut, eine noch verschwommenere als die Welt von Brija bezeichnet usw.

Jede Welt ist ihrer höheren und ihrer tieferen Welt in allen ihren Details und Teilen ähnlich. Der Unterschied besteht nur darin, in welchem Maße sich das Licht in ihr enthüllt. Je weniger Licht, desto düsterer die Welt. Genauso wie auch wir tagsüber alles gut sehen können, alles klar und deutlich ist, ist es abends finster, und es gibt keinen großen Unterschied zwischen der Finsternis und dem Licht.

Das heißt, wir befinden uns immer im gleichen Zustand, der „die Welt der Unendlichkeit“ genannt wird. Nur wird er von 125 Stufen/Verhüllungen vor uns verdeckt. Und auf der letzten Stufe, auf der wir in unserer Welt existieren, ist die Verhüllung so groß, dass wir als vollkommen von der Spiritualität getrennt gelten.

Wir nehmen noch nicht einmal wahr, dass es zwischen uns und der Welt der Unendlichkeit irgendwelche Zustände und Stufen gibt. Es ist, als ob wir nur hier existieren würden und es nichts Anderes geben würde.

Wir befinden uns in dieser Welt, in unserem „Fenster“ auf unserem „Bildschirm“, doch auf dem gleichen „Bildschirm“ existiert ein anderes „Fenster“ – die Welt der Unendlichkeit. Deshalb, wenn wir versuchen, uns auf eine richtige Art und Weise zueinander zu verhalten, wie in der Welt der Unendlichkeit, als ob wir uns bereits in ihr befinden würden, obwohl wir noch nicht dazu in der Lage sind, gleichen wir uns dadurch der Welt der Unendlichkeit an, wir wollen sie quasi erreichen.

Indem wir wie Säuglinge, die erwachsen werden wollen, ihr entgegenstreben, ziehen wir aus derselben Welt der Unendlichkeit das umgebende Licht (О“М) an – das Licht, das zur Quelle zurückführt und uns der Welt der Unendlichkeit näherbringt.

Das gleiche Prinzip gilt bei allem: wenn ich danach strebe, irgendeine Energiequelle zu erreichen, rufe ich durch mein Bestreben ihr näher zu kommen, eine große Einwirkung auf mich hervor. Hier gelten klare physikalische Gesetze und es gibt nichts Unglaubliches oder Mystisches.

Aus einem Sohar-Unterricht vom 29.10.2010