Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Reitest du auf dem „Esel“ oder der „Esel“ auf dir?

Das Buch Sohar. Das Vorwort. Der Artikel „Der Eselsantreiber“, P. 85: … Rabbi Elasar und Rabbi Aba stiegen runter von ihren Eseln und küssten den Eselsantreiber.

Sie sagten: „Wie groß ist deine Weisheit, welcher du bemächtigst bist, und du treibst unsere Esel voran. Wer bist du?“

Antwortete er ihnen: „Fragt mich nicht, wer ich bin, sondern machen wir uns auf den Weg, um Tora zu erlernen. Und jeder spricht die Weisheit aus, damit dieser Weg uns erleuchtet wird“.

Frage: „Der Eselsantreiber“, der uns hinten vorantreibt, ist eine verpflichtende Stufe auf unserem Weg, oder kann er auch vorne gehen?

Meine Antwort: Es verändert sich in Abhängigkeit des Verhältnisses des Menschen darauf. Zuerst schreitet er voran, und sein „Esel“ hinterher. Danach fängt er an zu verstehen, dass er dank seines Esels voranschreitet, und nicht von alleine. Und der gesamte Weg besteht darin, um den „Esel“ von Einer zu der anderen Stufe zu bewegen, mit der Hilfe eines Punktes des Menschen in ihm. Dann beginnt „der Esel“ an Bedeutung zu gewinnen.

Der Mensch kann mit Leichtigkeit diesen Weg beschreiten, denn „der Mensch“ ist ein Punkt der Bina, der Punkt im Herzen. Wenn der Punkt sich nicht im Ego befindet, hat sie kein Problem aufzusteigen, denn die Bina ist extra runter gestiegen, um das gesamte Ego, „den Esel“, Malchut, das Verlangen zu geniessen auf sich zu nehmen und nach Oben zu erheben.

Deswegen sind nicht diese zwei Weisen so wichtig, die auf dem Weg laufen, über die der Sohar erzählt, sondern „der Esel“ mit seiner Last. Und genauso der „Eselsantreiber“.

Und diese zwei Weise, sind nur ein Punkt, der das Ziel zu erreichen versucht. Natürlich ist es wichtig und hier liegt die freie Wahl des Menschen, der Anfang der Arbeit. Doch die Realisation dieser Arbeit beginnt nur mit dem „Eselsantreiber“.

Wenn sie mit der Hilfe der Tora (dem zur Quelle führenden Lichtes) keine Verbindung zu der höheren Kraft aufbauen, die gekommen ist um das Ego zu erheben, werden sie sich nicht korrigieren können und sich nicht erheben können. D.h. Sie erlernen die Tora auf dem gleichen „Esel“ und seiner ganzen Last und mit der Hilfe des „Eselsantreibers“

Es stelt sich heraus, dass der „Eselsantreiber“ sie anlernt, wie und wohin, auf welche Weise sie voranschreiten sollen. Er wird zum Lehrer dieser Weisen und nicht „des Esels“. Und deswegen können sie sich erheben.

Hier gelingt die gegenseitige Eindringlichkeit der Bina und Malchut. Zuerst denke ich, dass das Wichtigste die zwei Weisen sind (ein Mensch in mir, der sich erheben soll). Danach stelle ich fest, dass ich den Menschen nur dazu brauche, um den „Esel“ von dem Fuß des Berges zu dem Gemach des Schöpfers zu führen. Später stelle ich fest, dass der „Eselsantreiber“ das Wichtigste für die Führung meines Esels ist. Und danach verstehe ich, dass ich ihn brauche, damit er mich anlernt.

So wechseln sich ihre Rollen und die Bedeutung jeden von ihnen. Doch am Ende werden alle vereint: Du bist auf dem „Esel“, der „Esel „ist auf dir und alles ordnet sich.

Auszug aus einem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 10.01.2011

Es gibt eine Alternative!

Frage: An unserem heutigen Unterricht nehmen viele neue Schüler teil. Welcher Rat würde ihnen helfen, um von der egoistischen in die altruistische Eigenschaft zu wechseln?
Meine Antwort: In unserer Welt kommen wir langsam zu dem Moment der Wahrheit: Es gibt nichts mehr, wofür wir leben sollen. Von Tag zu Tag stellen wir fest, dass das Leben völlig leer ist.

In Wahrheit, sind wir noch nicht zum Wendepunkt gekommen, und die Menschen schaffen es noch, sich selbst zu verwirren, die Wahrheit vor sich zu verdecken, denn sie haben für ihr jetziges Leben keinen Ersatz.

Wir sollen ihnen zeigen, dass es eine Alternative gibt, wir gehen einen bestimmten Prozess durch, welcher von Oben gesteuert wird. Das ist ein besonderer, guter Prozess, eine wunderbare Entwicklung, die uns über dem tierischen Leben im Körper, welcher von Tag zu Tag dem Tod näher rückt, erhebt. Das müssen wir den neuen Schülern weitergeben.

Wir sollen uns zur der Wahrnehmung der Realität erheben. Es bedeutet aber nicht, dass ich „das Bild wechsele“, welches ich aus meinen Körper sehe. Ich schalte nicht den Modus des externen Sichtens um, sondern trete wahrlich in eine neue Realität ein, ich gehe von einer Welt in die Andere über. Ich verändere tatsächlich mein Verhältnis, gebe einen neuen Vektor von mir zum Nächsten ein, oder von mir zum Schöpfer. Denn der Nächste ist eine Hilfe, ein Zwischenstopp, welches mir in meinem Streben zum Schöpfer hilft.

Im Ganzen, kann ich in meinem kleinen Verlangen existieren und diese kleine, vergängliche Welt wahrnehmen. Oder ich kann mich davon befreien und das ewige Dasein, die vollkommene Natur empfinden, wo ich ohne Grenzen in der Welt der Unendlichkeit lebe.

Eine solche Möglichkeit bietet uns die Wissenschaft der Kabbala.

In den letzten Generationen konnten nur Wenige eine solche Umwandlung, diesen Übergang aus einer Welt in die Andere verwirklichen. Doch heute, jeder bei dem sich ein Punkt im Herzen, d.h. ein spirituelles Verlangen geöffnet hat, kann versuchen es zu realisieren. Seit unserer Zeit und weiter, wird die Menschheit allmählich, eine Etappe nach der anderen, diese Übergänge verwirklichen.

Aus einem Unterricht über den Artikel von Rabash „Annulierung nach der Methode von Baal Schem Tow“, 07.01.2011

Ein unzertrennliches Paar – das Licht und der Wunsch

Der Schöpfer hat etwas ganz Neues erschaffen, „aus dem Nichts“ (jesch mi-ain), d.h. den „Wunsch“. Folglich wissen wir nicht genau, was das ist, ob es die Empfindung irgendwelchen Mangels, oder das Bedürfnis ist? Und da der Schöpfer diesen Wunsch geschaffen hat, so ist er offensichtlich ein Bedürfnis, Ihn zu empfinden.

Und Seine Empfindung ruft in uns den Genuss hervor, worüber die Erinnerung bleibt, wonach der Wunsch schon selbst beginnt, danach zu streben.

So beginnt er sich selbst zu verstehen und sieht, wonach man zu strebt hat, was man zu wünschen hat – so fängt die Entwicklung des Wunsches aus diesem ersten Anfangsbedürfnis an, das vom Schöpfer geschaffen ist.

Das Geschöpf stellt eine ganz besondere Handlung dar, die nur der Schöpfer, nur die Kraft des Höheren Lichtes erfüllen konnte. Und der ganze nachfolgende Prozess stellt schon die Entwicklung dieses Geschöpfs bei der Wechselwirkung seiner zwei Teilnehmer dar: des Wunsches und des Lichtes, und darin entsteht nichts Neues.

Das Neue ist nur in diesem Punkt „der aus dem nichts“ („jesch mi-ain“) entstanden ist und das Geschöpf (Niwra) heißt, das vom Wort „Bar“ (außerhalb dem Schöpfer) kommt.

Alles, was wir hier, in dieser Welt und in den Höheren, Spirituellen Welten sehen, ist eine Arbeit desselben Wunsches, zu genießen.

Einerseits, wissen wir, dass die ganze Arbeit das Licht macht. Andererseits, ist gesagt, dass im Licht keine Veränderungen geschehen – es ändert sich nur der Wunsch, zu genießen.

Und hier muss man folgendes deutlich abgrenzen:

1. Die Veränderungen sind nur innerhalb des Wunsches, zu genießen möglich.

2. Die Handlung kann nur das Licht erfüllen.

Deshalb ist es eine gegenseitige Arbeit – der Wunsch gegen das Licht, wobei der Wunsch von Ihm bestimmte Handlungen fordern soll. Solange das Licht einwirken wird ,wird sich der Wunsch verändern, und solange der Wunsch nicht wollen wird, sich zu verändern , wird das Licht auf ihn nicht einwirken. Auf diese Weise arbeiten sie zusammen als Paar.

Durch die Verbindung zwischen dem Wunsch und dem Licht, klären sich alle Veränderungen und Beziehungen, welche es unter den Geschöpfen und dem Schöpfer, in den Höheren Welten und in dieser Welt gibt.

Uns scheint es so zu sein, dass wir uns aneinander wenden, aber jeder von uns ist doch ein Wunsch, zu genießen, der sich an den Schöpfer wendet. Er versteckt sich vor uns, wodurch wir allerlei Geschöpfe, Eigenschaften, Quellen des Leidens und des Genusses fühlen. Aber eigentlich, außer dem Menschen – gibt es nur den Schöpfer.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Freiheit des Willens“, 24.12.2010

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Geben aus Verzweiflung

Warum gibt der Mensch auf einmal auf und kämpft gegen die Leiden nicht weiter?

Das ist das Ergebnis seiner Informationsgene („Erinnerungen“, Reshimot).

Mit einem Tier passiert es nicht, weil es wie eine Maschine handelt und für sein Leben kämpfen wird bis zum Schluss, es verzweifelt nicht wie ein Mensch.

Das Tier kämpft verzweifelt oder flieht, es wird niemals den Schmerzen unterliegen. Nur der Mensch lässt die Hände hängen: es kommt wie es kommen soll, er hat „menschliche“ Informationsgene und handelt nicht instinktiv, wie eine Maschine, in der das Verlangen gegen die Leiden steht.

In diesem Punkt der Verzweiflung liegt die ganze menschliche Psychologie, wo der Mensch zum kämpfen aufhört und das Geschehene annimmt.

Denn unsere inneren Daten, „Reschimot“, sind das Ergebnis von der Zerbrechlichkeit der Seelen. Sogar in einem kleinem Reshimo gibt es eine Verbindung zum Höheren, zum Schöpfer, welcher mit uns auf der gebenden Stufe zerbrochen ist.

Und deshalb erwachen in uns unbewusst solche Eigenschaften, wo wir nicht mehr über das Nehmen denken, sondern bereit sind, über das Geben nachzudenken.

Auszug einem Unterricht ueber den Artikels „Frieden in der Welt“, 22.12.10

Ein neuer „Computer“ auf jeder Stufe

Während wir die spirituelle Leiter hochsteigen, durchlaufen wir alle möglichen widersprüchlichen, sehr verwirrenden Zustände, in denen wir nichts verstehen.

Es kommt vor, dass du vollkommen den Verstand verlierst. Denn wenn du von einem Zustand zum anderen übergehst, verändert sich dein Verlangen.

Und der Verstand wird zusammen mit dem Verlangen erworben, er bedient es lediglich. Je größer dein Verlangen ist, desto mehr wächst dein Verstand, um dem Verlangen zu dienen, ihm zu helfen, sich zu erfüllen. So sind wir erschaffen.

Wenn dein Verlangen durch ein anderes ersetzt wird, erhältst du ein neues Verlangen – und dein vorheriger Verstand verschwindet.

Und zwischen den Stufen füllst du dich so, als ob die gesamte Information in deinem „Computer“ gelöscht worden wäre – und nun ist Schluss, du weißt nicht mehr, wie du arbeiten sollst. Es heißt, Baal Schem Tov habe sogar Buchstaben vergessen und musste „aufs Neue“ lesen lernen.

Das ist ein besonderer Zustand. Auf diese Weise wird dem Menschen gezeigt, dass er nichts anderes als eine Maschine ist. Das Verlangen ist verschwunden, das Gedächtnis ist weg – und du fühlst, dass du nicht mehr weißt, wie eine einfache Bewegung mit dem Arm oder mit dem Bein auszuführen ist, geschweige denn, wie du dir die Namen von Menschen oder die Geschehnisse um dich herum merken kannst.

Das kann wie eine psychische Abweichung vorkommen. Doch zugleich versteht und spürt der Mensch, dass das alles mit ihm geschieht, er analysiert sich quasi von der Seite.

Es gibt einen Punkt, aus dem heraus du spürst: „Das geschieht mit mir. Schau mal, wer ich bin! Im Moment bin ich ein leeres Gefäß, ohne Empfindung und ohne Verstand. Ich werde eine neue Empfindung und einen neuen Verstand erlangen!“

Das ist ein vollkommener Wechsel. Du bekommst einen neuen „Computer“ – und musst ihn mit neuen Programmen füllen, alles muss neu gemacht werden. Auf diese Weise kommen wir voran.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 24.12.2010

Im spirituellen Sog

Die Verbindung unter den Freunden ist ein Ort, in dem ich die spirituelle Welt enthülle. In dem Augenblick, in dem es mit gelingt, all unsere Verlangen zu vereinen, werde ich in diesem Punkt der Verbindung eine Öffnung, einen Eingang ins Innere, in die höhere Welt enthüllen!

Er wird sich plötzlich erweitern und öffnen, und dahinter werde ich eine neue spirituelle Dimension, ein neues Verlangen enthüllen.

Es ist klar, dass es um diesen Punkt des Eintritts, den ich enthüllen muss, sehr viele Hürden gibt. Es sind aber keine Hindernisse, sie sind dazu da, um mich gerade auf diesen Eintritt in die Spiritualität korrekt auszurichten, und stellen mir deshalb von allen Seiten scheinbar ein Bein.

Wenn ich jedoch nicht verzweifle, sondern begreife, dass es wie „Gegenhilfe“ funktioniert, dann gehe ich durch alle Hindernisse hindurch und trete in die spirituelle Welt ein. Der Eingang dorthin wird sich in eben jenem Punkt enthüllen.

Im Moment scheint er uns schwer und unerreichbar zu sein, doch er wird sich plötzlich öffnen, so dass wir uns selbst direkt dorthin stürzen werden! Es wird nicht mehr nötig sein, Druck auszuüben und uns durchzukämpfen – er wird uns einfach in sich hineinsaugen.

Aus einem Unterricht über einen Brief von Baal HaSulam, 10.12.2010

Die Wahrheit ist mir teurer als das Leben!

Eine Frage, die ich erhielt: Während des Tages bekommen wir jede Sekunde irgendwelche Probleme, von allen Seiten, und müssen sie ständig bekämpfen. Welche Wundermittel bietet denn Kabbala, die es nirgendwo sonst gibt?

Meine Antwort: Die Wissenschaft der Kabbala erklärt uns, woher das ganze Böse kommt und warum wir uns so schlecht fühlen. Sie behauptet, dass das Böse nicht von irgendeiner Quelle ausserhalb kommt, von anderen Menschen oder üblen Umständen, sondern weist den Blick direkt nach innen, indem sie mir sagt: Du bist die Quelle des ganzen Übel!

Es fällt dem Menschen sehr schwer diesem zuzustimmen, deshalb stösst er die Kabbala sofort von sich ab. Aber nachdem die Kabbala uns die Ursache des Bösen gezeigt hat, erklärt sie, dass nur eine einzige Möglichkeit existiert, zum Guten zu gelangen: Das Böse in sich zum Guten korrigieren! Und, dass es nicht mir gut gehen muss, sondern allen anderen!

Es stellt sich heraus, dass es nicht reicht zu erkennen, dass das ganze Böse in mir ist, und mich zu korrigieren, damit es den anderen in meiner Nähe gut geht, sondern ich muss noch daran Spass haben, meinen eigenen Zustand gar nicht spüren, und mich nur darum kümmern, dass es den anderen gut geht? Wer, bitteschön, wird das kaufen?!

Deshalb eignet sich diese Methode nur für diejenigen, die einen Punkt der Wahrheit in sich haben und entsprechend ihrer Natur, sind sie nicht mehr in der Lage, in den Lügen zu bleiben. Egal um welchen Preis, sie brauchen die Wahrheit! Solch eine Forderung kommt zum Menschen von der Seite der Natur, und nicht, weil er ein ach so guter und besonderer Held ist.

Bloss, das Verlangen die Wahrheit zu entdecken, wird ihm wichtiger als der Rest seines Lebens. Es enthüllt sich in ihm auf diese Weise ein neues Verlangen nach Wahrheit, das davor nicht existierte.

Und diejenigen, die nur das Verlangen für unsere Welt haben, sind auch mit einer Täuschung einverstanden. Deshalb befinden sie sich in einer Verfolgungsjagd, bei all dem, was diese Täuschung fordert, um ihren Egoismus zu befriedigen.

Nur diejenigen, in denen ein Verlangen nach der Wahrheit erwacht ist, die sich nicht in der Lage fühlen das Verlangen zu unterdrücken, nehmen mit einer grossen Freude die Methode der Kabbala entgegen. Denn sie haben keinen anderen Ausweg, und nichts anderes kann ihnen helfen. Und solche Menschen schreiten voran.

Und wenn der Mensch noch nicht bereit ist, irgendwelche Kompromisse einzugehen, wird er abhauen. Man darf ihn auf keinen Fall dafür beschuldigen, oder ihn vernachlässigen, denn an seiner Stelle würdest du das Gleiche tun…

Das ist die Natur: Die Kraft, welche stärker ist, wird die andere aufheben. Dieser Mechanismus ist sehr einfach.

Aus einem Unterricht über einen Artikel “ Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“, 16.12.2010

Wie kann man sich mit dem Naturgesetz vertragen?

In der Einführung zu TES (Punkt 4) schreibt Baal HaSulam: „Der Schöpfer legt die Hand des Menschen auf das gute Schicksal. Die Wahl des Menschen besteht nur in der Bestärkung“.

Der Schöpfer bringt den Menschen zu den Freunden, zu dem Studium, der Rest hängt von ihm selbst ab. Warte nicht darauf, dass jemand die Arbeit für dich erledigt. Du selbst musst alle Mitteln herausfinden und sie richtig aufbauen.

„Aber ich verstehe noch gar nichts! Ich kann nicht studieren, ich weiß nicht, wie ich mich gegenüber den Freunden verhalten soll, ich verliere mich zwischen dem Äußeren und dem Inneren…“ Du kannst dich bei deiner Mutti ausweinen, aber an das Schöpfungsgesetz kannst du keine Ansprüche stellen. Das ist nicht weniger sinnlos, als sich gegen das Gravitationsgesetz zu wenden.

Der Schöpfer ist ein Naturgesetz, das absolute Geben. Wenn du ihm entsprichst, geht es dir gut, und wenn nicht, dann geht es dir im entsprechenden Maße schlecht. Dabei korreliert das Eine wie das Andere mit deiner Entwicklungsstufe. Genauso verhalten wir uns in unserer Welt unterschiedlich gegenüber den Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Alten.

Weil wir uns den Schöpfer verkehrt vorstellen, schreiben wir Ihm eine gewisse Menschlichkeit zu, wir teilen Ihm Gefühle zu, die uns selbst eigen sind. Wir versuchen Ihn „breitzuschlagen“, hoffen, dass Er es sich anders überlegt. Das ist ein sehr ernsthafter Fehler, der aus unserer egoistischen Natur hervorgeht.

Von jeher machen die Menschen ein und denselben Fehler – sie übertragen ihre eigenen Eigenschaften auf ihre Umwelt. Selbst von den Haustieren verlangen wir nach einer gewohnten Reaktion. Und überhaupt erwarten wir von allen Stufen der Natur, einschließlich der menschlichen, eine Ähnlichkeit mit uns selbst, eine Entsprechung unseren Vorstellungen.

Darin unterscheidet sich die Wissenschaft der Kabbala prinzipiell von allen Religionen und Glaubensrichtungen. Es steht geschrieben: „Er gab ein Gesetz, das nicht übertreten werden kann“, „Ich habe mich nicht verändert“. Das höhere Licht befindet sich in einem absoluten Ruhezustand, alle Veränderungen finden nur in den Gefäßen statt. Entweder bitte ich den Schöpfer, dass Er sich ändert, oder ich weiß, dass ich mich selbst ändern muss.

Mein Gebet ist an mich „gebunden“. Beten bedeutet, sich selbst zu richten und sich zu verändern. Nur so werde ich eine andere Reaktion von der Seite des unveränderlichen Gesetzes hervorrufen. Genau das ist der Punkt.

Religionen sprechen nicht von der Verwandlung eines Menschen, sie schlagen mir vor, den Schöpfer durch mechanische Handlungen oder eine leidenschaftliche Bitte zu „bestechen“. Die Menschen hoffen, dass es ihnen helfen wird, obwohl die Geschichte vom Gegenteil zeugt.

Die Kabbala sagt aber, dass du dich verändern musst und kein anderer. Richte dich wie früher an den Schöpfer, doch aus einem völlig anderen Grund: so ist Sein Wille, und du tust es entgegen deinem Verlangen.

Du stehst vor dem Licht. Während du ihm in den Eigenschaften ähnlich wirst, beginnst du, seinen Einfluss wahrzunehmen, der früher außerhalb von deinen Empfindungen lag. Du wirst zu einem Gefäß für das Licht und wächst, bis es dich ganz erfüllt.

Auf das höhere Licht zu warten, bedeutet nicht, die Hände in den Schoß zu legen. Mach eine innere Bewegung ihm entgegen, wünsche, dich zu verändern, und es wird seine Einwirkung auf dich ausüben. Alle Veränderungen im Licht, die wir sehen, sind Veränderungen in uns selbst.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 17.12.2010

Verzweifeln, jedoch nicht verzichten

Während wir uns einem kabbalistischen Text, und besonders dem Buch Sohar widmen, müssen wir uns der Wichtigkeit der spirituellen Erkenntnis bewusst werden.

Denn letztendlich wollen wir genau das – kein Wissen, keine Scholastik, keine allgemeinen Materialkenntnisse, sondern allein die Erkenntnis, die davon zeugt, dass der Mensch den Schöpfer enthüllt hat. Genau das ist das Kriterium für unsere Bewertung.

Auf dem Weg zur Erkenntnis wirkt das Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften, das keine Kompromisse kennt.

Einerseits hängt der Mensch voll und ganz von der Einwirkung der Höheren Kraft ab. Nichts Anderes wird ihm helfen, er braucht nur die Hilfe von oben. Wer das versteht, baut eine korrekte Haltung auf.

Die Tora spricht davon, wenn sie das ägyptische Exil beschreibt: „Und die Söhne Israel stöhnten wegen der Arbeit und schrien, und ihre Klage wegen der Arbeit drang zum Schöpfer“. Mit anderen Worten: sie haben genau gewusst, dass sie durch ihre eigenen Kräfte nichts erreichen können.

Doch andererseits werden spirituelle Schritte immer auf dem Verbinden von Gegensätzen aufgebaut. Und deshalb müssen wir uns trotzdem am Prozess beteiligen.

Letztendlich unternehmen wir große Anstrengungen und sind zugleich sicher, dass nur ein „Wunder vom Himmel“ uns aus dem ägyptischen Land ins Land Israel ausziehen lässt.

Die Verzweiflung an eigenen Kräften ist notwendig, und der Mensch darf nicht vor diesem Gefühl weglaufen. Außerdem ist die Gewissheit über die Hilfe von oben notwendig, nach der man unaufhörlich mit aller Kraft verlangen muss.

Der Mensch muss sich in der Lage der Söhne Israel wiederfinden, die wegen der Arbeit stöhnen – wenn alles in seinem Inneren sich mit der äußeren Umgebung zu einem Ganzen verschmilzt und diese Bedingungen erschafft und ihn dem Auszug aus Ägypten wesentlich näher bringt.

Deshalb müssen wir versuchen, uns selbst auf die richtige Art und Weise in diesem Punkt vorzustellen. Hier vollziehen wir alle notwendigen Handlungen, und laufen anschließend nicht vor Verzweiflung weg, sondern übertragen die ganze Kraft unserer Verzweiflung im Gegenteil auf den Schrei, auf die Forderung nach Korrektur.

Aus dem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 14.12.2010

Ein schwarzer Punkt im weißen Licht der Unendlichkeit

Eine Frage, die ich erhielt: Sie haben gesagt, dass außerhalb von uns das Licht der Unendlichkeit existiert. Was bedeutet „außerhalb von uns“?

Meine Antwort: „Außerhalb von uns“ bedeutet „außerhalb“ von dem Punkt unseres Verlangens, innerhalb welchens ich die Welt, mich und alle anderen spüre.
Außer diesem Punkt existiert nichts, denn der Schöpfer hat nur einen Punkt geschaffen und alles Empfundene (die Welt und das, was sie erfüllt), – sind das Empfundene von diesem Punkt selbst.
Es existiert nur ein kleiner schwarzer Punkt in dem weißen Licht der Unendlichkeit.

Aus einer Vorlesung im Auditorium „Kabbala für alle“, 23.11.2010