Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Prinzip'

Und obwohl meine Augen nicht sehen…

Frage: Was ist Sgula (die wunderbare Kraft)?

Meine Antwort: Unter Sgula versteht man das Ergebnis, das nicht durch meine direkten Handlungen, sondern auf einem indirekten Wege hervorgerufen ist. Ich weiß also nicht genau, wie es funktioniert hat, man sagte mir, dass es so ist, und ich habe dementsprechend gehandelt.

Ich nehme die Verbindung zwischen meinen Handlungen und dem Ergebnis wie eine Tatsache wahr, weil ich mich vollständig auf die Vernunft des Höheren verlasse. Mit anderen Worten: ich arbeite nicht nach dem Prinzip „Der Richter hat nicht mehr, als Seine Augen sehen (Talmud, Baba Batra, 131:1)“, sondern im Gegenteil nach dem Prinzip „Augen haben sie, sehen aber nicht (Ps. 115:5)“.

Ich kann hier nur die Vernunft (Rosch) des Höheren verwenden, die mir gesagt hat: „So muss man es machen“,  ich mache es so, und dann geschieht „Sgula“.

Dies ist das Gesetz; denn in der Natur gelten nur Gesetze.  Aber dieses Gesetz ist noch nicht in meinen Eigenschaften/meiner Vernunft offenbart, es ist für mich nicht offensichtlich und heißt deshalb in Bezug auf mich „Sgula“ bzw. ein Wunder.
Es wirkt auf mich ein, aber ich empfinde es nicht in meinen egoistischen Wünschen, nicht darin, was mir geöffnet wurde. Und deshalb heißt es „Sgula“ (hebr. Wunder), eine unerklärliche Naturerscheinung.

Wir beobachten solche Erscheinungen auch in unserer Welt. Angenommen, ein Mensch rät einem anderen, irgendwelche Handlung auszuführen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Aber der andere weigert sich, weil er nicht sieht, wie das Ergebnis und die Handlung verbunden sind. Wenn er allerdings trotz seines egoistischen Wunsches dem Ratschlag folgen würde, das heißt, verstehen würde, dass der Ratende den Grund, die Folgerung und die Handlung, die man ausführen muss, um dieses Ergebnis zu erzielen – sieht, dann hätte er Vernunft des Ratenden bzw. wunderbare Macht (hebr. Sgula) genutzt.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel 4 aus dem Buch „Schamati“, 31.12.2010

Mache dir selbst ein glückliches Schicksal

Das Einzige, was uns helfen wird, ist die Selbstaufhebung vor der Gruppe, dem Lehrer und dem Schöpfer. Es bedeutet eben, sich mit der Umgebung zu verbinden, und daraus alles aufzunehmen, was nur möglich ist.

Uns ist eine Menge solcher Beispiele aus der Geschichte bekannt. Zum Beispiel die Geschichte über Jehoschua Bin Nun, der zum Nachfolger von Mosche wurde. Er symbolisiert die innere Macht in uns, neben der Macht des Mosche, die den Menschen zur letzten Etappe der Korrektur durch die Liebe führt, ihn an das Ende der Korrektur (Gmar Tikun) annähert.

Es ist die höchste Stufe des Erhaltens zwecks des Gebens! Wie wurde er ihrer würdig? Er half Mosche, wenn er das Volk ausbildete: putzte in der Klasse, „stellte die Bänke auf“.

Das heißt, er folgte den Handlungen des Lehrers und wollte zu seinem unzertrennlichen Teil werden, weshalb er von Mosche die ganze Weisheit bekommen hat. Gerade er, und nicht die Schüler, die in der Klasse lernten! Und er lernte nicht, sondern hat das Spirituelle „Pe-el-pe“ bekommen („Mund zu Mund“, durch den gemeinsamen Schirm), ist mit dem Lehrer verschmolzen.

Und, diejenigen, die in der Klasse studierten, haben auch bekommen, und zwar jeder auf seiner Stufe (sie waren alle auch große Kabbalisten), aber erreichten nicht eine solche Höhe, die Jehoschua Bin Nun erreichte.

Hatten sie von diesem Prinzip nicht gewusst? Sie wussten es wohl, aber konnten es nicht anwenden!

Denn alles hängt davon ab, inwiefern sich der Mensch bemüht, vom Lehrer und von der Gruppe aufgehoben zu werden. Ich würde dazu noch sagen, dass hier alles durch „das glückliche Schicksal“ beeinflusst wird, das heißt die zusätzlichen Bedingungen zur Hilfe, die wir nicht kennen, welche aber trotzdem von oben heruntersteigen (der Erfolg/Masal kommt vom Wort Tropfen/Nosel). Es hängt von der Wurzel der Seele ab – von ihrer Vorausbestimmung.

Aber welchen Sinn hat es, darüber zu sprechen, was von uns nicht abhängt. Man muss nur das tun, was von uns abhängt, und es ist eben die Selbstaufhebung.

Darüber ist überall geschrieben und für niemanden ist es eine Neuheit. Aber was kann man machen, wenn es uns nicht gelingt, wobei ich selbst weiß, wie schwierig es ist, diesen Zustand zu erreichen. Und gewöhnlich stolpert der Mensch ueber die einfachsten Hindernisse – als ob es unmöglich wäre, es zu erreichen, und er kann es trotzdem nicht tun… Und er versteht sogar, dass es in jedem Sinne nützlich ist, sogar für das Materielle, dennoch hält ihn etwas in seinem Inneren davon ab.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Die Kabbala und die Philosophie“, 03.01.2011

Der Kummer ein kluger Esel zu sein

Frage: Warum misslingt es dem Menschen, sich an das Höhere zu orientieren und darin den Grund für alle Geschehnisse zu sehen, um voranzukommen?

Meine Antwort: Es heißt „Wehe dem Verstand“, denn es gibt in unserem Kopf einen solchen „Block“, der uns furchtbar stört. Wegen ihm können wir nichts machen. Jeder ist überzeugt, dass er besser versteht und sich auf seinen Verstand in allem verlassen kann. Der Mensch ist nicht fähig, seine irdische Vernunft, sein „Ich“ aufzuheben.

Das Gesetz des Wachsens und des stufenweisen Aufstiegs erfordert, dass die vorhergehende Stufe aufgehoben wird, um die Folgende zu erreichen. Sogar die Pflanzen entwickeln sich genauso aus den Samen. Eine beliebige Zelle, die aus einem Zustand in den anderen übergeht, geht solche Veränderungen durch. Wir müssen sie also bewusst, mit dem Verständnis, nach der eigenen Forderung machen!

In der Natur geschieht es automatisch, instinktiv – so wächt ein Embryo im Mutterleib und jedes beliebige Kind auf. Und wenn ich einen Beruf erlernen will, dann weiß ich, dass ich meine Vernunft vor dem Lehrer aufheben muss. Ich will, dass er mir erzählt und zeigt, wie etwas zu machen ist, und ich seine Ausführungen wiederhole.

Infolge dieser Wiederholung gelingt mir das Prinzip, die innere Grundlage zu verstehen. Weil ich es selbst mehrmals gemacht habe, verstehe ich jetzt, warum es gerade so und nicht anders funktioniert. Wenn unser egoistischer Wunsch dies unterstützt, dann gibt es kein Problem die Vernunft abzuschalten – und so lerne ich.

Und hier ist der egoistische Wunsch gegen eine solche Aufhebung, weshalb du nichts lernen kannst! Du stehst, wie der eigensinnige Esel (der Esel/Chamor klingt wie das Wort Material/Chomer), und bewegst dich nicht von der Stelle, auch wenn man dich töten würde!

Und man tötet uns in Wirklichkeit! Wir beenden unser Leben, ohne das Begreifen zu erreichen. Und es stimmt auch, dass je klüger der Mensch ist, desto problematischer seine Wahrnehmung ist.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Die Kabbala und die Philosophie“, 03.01.2011

Die Hauptsache sind Definitionen

Seit Menschengedenken wurden in allen kabbalistischen Büchern die spirituelle Erkenntnis bzw. die spirituelle Welt beschrieben. Aber unter den Massen wurden sie entsprechend den irdischen Begriffen entstellt. So kam es dazu, dass das Prinzip des Glaubens zur blinden Überzeugung wurde:

– ich glaube daran, dass „sich irgendwo im leerem Raum ein Koffer dreht“ (oder jegliche andere Annahme, einschl. Schöpferexistenz).

– Hast du ihn denn gesehen?

– Nein, aber ich glaube.

Das wird unter den Massen Glauben genannt: Jemand hat mir davon erzählt, was er nicht mal selbst gesehen hat, und ich wiederhole mit Enthusiasmus seine Geschichte.

Eine der der wichtigsten Aufgaben der zusammengesetzten Teile unserer spirituellen Arbeit besteht darin, dass der Mensch in sich die fehlerhafte Vorstellung der Massen über den Glauben und Religion abschafft und zu der ursprünglichen Bedeutung dieser Begriffe zurückkehrt: Die Wissenschaft der Kabbala und das Erkennen des Schöpfers.

Im Artikel „Das Wesen unserer Religion und Ihr Ziel“ nennt Baal HaSulam die Wissenschaft der Kabbala – das Mittel zur Erkenntnis des Schöpfers. Aber in unserer Welt wurden aus der Kabbala die Religionen aller möglichen Konfessionen und Glaubensrichtungen gemacht.

Wenn wir auf falsche Definitionen stoßen, müssen wir eine Korrektur in sich durchführen, indem wir ständig zu den richtigen Bedeutungen zurückkehren. „Religion“ – bedeutet die Wissenschaft der Kabbala, „der Glaube“ – bedeutet eine Offenbarung des Schöpfers, der Eignenchaft des Gebens, des Lichtes Chassadim. „Vollkommener Glaube“, – das perfekte Empfinden des Schöpfers, das Licht Chochma, welches in das Licht Chassadim eingekleidet ist.

„Glaube über dem Verstand“ – der Weg im Geben über dem Empfangen. Ich schwimme quasi über den Wellen von egoistischen Wünschen. Unter dem Segel der Eigenschaft des Gebens, das ihnen genau angepasst wurde. (Was ist ihnen entgegengesetzt? Dies wurde sicher nicht richtig verstanden. Ich würde das einfach weglassen)

„Israel“ – diejenigen, die direkt zum Schöpfer gerichtet sind. Andere heißen „Völker der Welt“. In jedem von uns, bis er sich vollständig korrigiert hat, existieren beide Zustände. „König Israels“: Der Mensch befindet sich im Zustand „Israel“ und spürt dass der Schöpfer in ihm herrscht. „König der Völker“: Der Schöpfer herrscht ebenfalls im Menschen, aber ohne seine Zustimmung oder Kenntnis.

Alles hängt von den Definitionen ab und wir müssen sie sehr gut auswendig kennen, so dass diese beim Lesen eines Textes von selbst in den Sinn kommen. .

Auszug aus einem Unterricht über einen Artikel von Rabasch, 02.01.2011

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Den Egoismus in die allgemeine Kette einbauen

Frage: Wie kann ich mich in der Praxis davon überzeugen, dass die ganze Realität sich in mir befindet?

Meine Antwort: Du musst wollen, dass dieses Bild sich auf natürliche Art und Weise in dir abzeichnet, damit du darin leben kannst. Denn genau das ist die wahre Wahrnehmung.

Auf diese Weise realisierst du vor allem das Prinzip der Liebe zum Nächsten wie zu dir selbst. Es gibt keine Teile, die getrennt von dir existieren, die gesamte Realität befindet sich in dir, und nur der Egoismus liegt zwischen ihr und dir – ein eingebildetes Hindernis, das dich von deinen eigenen Teilen fernhält.

Wenn du dieses Hindernis überwindest, wenn du Verbindungen über ihm aufbaust, bedeutet das, dass du das Zerbrechen korrigierst. Der Egoismus bleibt und kommt sogar immer mehr zum Vorschein, und du stärkst die gegenseitige Verbindung aller Teile über ihm immer weiter und versuchst, sie in dir zu verbinden. Und dann entsteht ein Kli, das 620-mal stärker ist, als vor dem Zerbrechen.

Du verwendest deinen Egoismus als Resistor, indem du seinen ganzen Widerstand nutzt. Du erzeugst keinen Kurzschluss, indem du ihn umgehst, sondern setzt sein Potential um, jedoch mit der Absicht zu geben. Auf diese Weise erzeugt Awiut, die egoistische Dicke des Gefäßes, Kashiut, die Härte des Schirms – mit anderen Worten, erzeugt die Tiefe, die Stärke des Verlangens die Härte der Absicht.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash vom 30.12.2010

In der Stunde, wo Maschiach kommt…


Sohar, Vorwort, Artikel „Die Vision von Rabbi Chija“

„In der Stunde, in welcher der Messias in der Versammlung von Rabbi Schimon erscheint, ist sein Haupt mit dem höchsten Schmuckstück der Versammlungen gekrönt. Wenn dann alle Mitglieder der Versammlung eben dieser Stufe „Häupter der Versammlung“ würdig werden, so ist es der Messias der mit der Tora von den Häuptern der Versammlungen gekrönt ist. Er wird eben auf diese Weise mit dem Höchsten Schmuckstück von den Häuptern der Versammlung gekrönt“.

Es handelt sich hierbei um die Stufen die innerhalb des Menschen sind der seine innere Struktur erkennt. Seine gesamte innere Struktur ist ein einziges Verlangen, das in verschiedene Niveaus der Fähigkeit zu geben unterteilt und angeordnet wurde.

In ihm gibt es die Struktur der Welt Azilut. Innerhalb von dieser befinden sich noch mehr innerliche Strukturen, je nach Niveau: „Schoresch“(die Wurzel), „Neschama“(die Seele), „Guf“(Körper), „Levusch“(Kleidung), „Ejachal“(Palast), von innen nach aussen. So wie auch in unserer Welt, die das unbelebte, das pflanzliche, das tierische und das menschliche Niveau beinhaltet.

Es gibt keinen Unterschied zwischen dem materiellen und dem spirituellen Aufbau. Es ist lediglich Projektion unserer inneren Eigenschaften, die uns ein solches Bild zeichnet. Wie wir die Welt jetzt vor uns sehen, ist im Prinzip eine Zeichnung unseres Inneren.

Wenn ich meine innere Struktur entdecke, erfahre ich mit Hilfe von Korrekturen, die ich vom Licht empfange, dass alle meine Eigenschaften erhoben werden von den „Mitgliedern der Versammlung“ zu den „Häuptern der Versammlung“, von Messias der von einem bestimmen Niveau kam, auf eine noch höhere Stufe, und ich sehe plötzlich „Rabbi Schimon“, eine Stufe die ich vorher nicht wahrnehmen konnte.

All dies sind Niveaus in der Seele des Menschen, alle Vorväter und Söhne: Chessed, Gvura, Tiferet, Nezach, Hod, Jesod und Malchut.

Es geht darum, dass der Mensch die innere Struktur seiner Seele stets ausführlicher entdeckt und gleichzeitig ein grösseres Mass an Geben in allen möglichen Formen.

Das wird Offenbarung des Schöpfers genannt.

Auszug aus einem Soharunterricht,

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Ohne Ausweg

Eine Frage: Was fehlt uns um der Welt das Prinzip der Cogwheels zu erklären?

Meine Antwort: Wir alle sind voneinander zu 100 Prozent abhängig, In verschiedenen Bereichen drückt es sich im verschiedenen Maß aus, aber in der Tat, sind jegliche Prozentangaben außer Hundert, eine Lüge.

Auch wenn nur ein Prozent sichtbar ist, das bedeutet nur das die restliche 99% drinnen verborgen sind.

So oder so unsere Abhängigkeit voneinander ist absolut, auch wenn dies ganz anderes aussieht. Wo der Blick fallen mag sind wir mit eisernen Fesseln verbunden, und wir koennen nirgenwo davon abhauen.

Je deutlicher unsere gegenseitige Abhängigkeit hervortreten wird, desto lauter wird die Menschheit nach Hilfe rufen. Denn das bedeutet, dass Du von allen Deinen Feinden und Hassern abhängig bist, von jedem einzelnen und es bleibt unklar was man damit machen kann.

Genauso wie in einer Familie wenn der Mann und die Frau den Hass und die totale Abhängigkeit zwischeneinander enthüllen. Wir sind alle untrennbar und wir haben nirgenwo, wo wir uns voneinander verstecken koennen. Hier ist unsere kleine Wohnung, hier sind unsere Kinder, hier der Kühlschrank, hier das gemeinsame Eigentum. Gleichzeitig hassen wir einander zu Tode, aber zu sterben gelingt es uns auch nicht.

So eine unerträgliche Situation muss man irgendwie erweichen und ausgleichen. Denn das ist die Geburt der neuen Welt, die Geburstswehen vor dem Kommen des Messias.

Wir hoffen umsonst dass die Welt ihrer Situation bewusst wird und versteht wie sie handeln soll. In seinen Schriften über die letzte Generation, schreibt Baal HaSulam, dass die Menschen dessen nie bewusst werden und ein Feind wird nie mit seinem Feind zustimmen.

Daraus sehen wir, wie wichtig die Verbreitung der Kabbala und das Beispiel unserer Vereinigung fuer die ganze Menscheit ist.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Frieden in der Welt“, 26.12.2010

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Wovon lasse ich mich begeistern?

Ich muss ständig nach immer bequemeren Mitteln suchen, die mir helfen werden, mich möglichst schnell von der Wichtigkeit des Ziels begeistern zu lassen und zu jenem Ort, zu jenem „Tropfen der Einheit“ zu streben, wo ich letztendlich hoffe, den Schöpfer zu enthüllen.

Hier hängt alles von dem momentanen Zustand ab. In mir kommen immer neue Reshimot zum Vorschein. In der Regel fange ich an, die Absicht aus einem unklaren, verschwommenen, „trockenen“ Zustand ohne einen Tropfen Gefühl und Verstand aufzubauen.

Nun muss ich aus diesem „Dämmerschlaf“ aufwachen, in mir muss ein dermaßen starkes Verlangen entbrennen, in dem es „besser wäre, zu sterben, als auf diese Weise, ohne die höhere Erkenntnis, weiter zu leben“ – wenn ich jetzt sofort nicht das enthülle, wovon mir das kabbalistische Buch erzählt.

Ich muss nach allem suchen und alles nutzen, was in der Lage wäre, mich zu ergreifen, zu berühren. Manchmal hilft die Gruppe, die mich an die Verbindung, an die Bürgschaft und an die Pflicht erinnert. Manchmal lässt mich der Gedanke an den Schöpfer als an ein schönes, erhabenes Ziel begeistern. Manchmal lässt mich die Handlung selbst, die Arbeit an der Annäherung mit den Freunden trotz der Hindernisse entbrennen.

Ich muss nach Mitteln suchen, die eine unausrottbare spirituelle Forderung beim Lesen von kabbalistischen Texten während des Unterrichts in mir entstehen lassen.

Die Herangehensweise an diese Texte muss ausbalanciert sein. Im Prinzip habe ich zwei Gründe, mich zu beschweren. Einerseits, wenn ich nichts verstehe, habe ich nichts, woran ich mich festhalten kann. Andererseits, wenn ich anfange, mich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen, gebe ich Nahrung meinem Verstand und verliere die Absicht.

Deshalb schreibt Baal HaSulam im Brief 17: „Am Besten hältst du dich an das Ziel – strebst die Anweisungen des Schöpfers an. Denn wenn jemand die Wege des Schöpfers und die Anweisungen des Schöpfers, d.h. die Geheimnisse der Tora nicht kennt, wie wird er Ihm dann dienen können? Das ist das sicherste Mittel, auf der mittleren Linie von allen drei zu bleiben“.

Wir streben danach, zu verstehen, was wir tun sollen: „Gib uns Verstand, gib uns Kraft, richte uns aus, erkläre uns, zeig uns ein Beispiel, damit wir richtig handeln können“.

All das kannst du vom Schöpfer verlangen, wie ein Kind von einem Erwachsenen verlangt. Von der Seite des Kindes wird lediglich das Verlangen benötigt, und die Erwachsenen werden es mit allem Nötigen versorgen. Dieses Verlangen sammle ich in der Gruppe, bei den Freunden. Genau darin besteht meine freie Wahl.

Von oben bekomme ich alles, was ich auf dem spirituellen Weg brauche – außer der Forderung, die ich selbst herausarbeiten muss. Und diese kommt erst dann, wenn ich mich durch die Umgebung von der Wichtigkeit des Ziels begeistern lasse. Dann wird die Begeisterung vom Herzen kommen, und ich werde mit aller Kraft die Anweisungen des Schöpfers anstreben, damit ich lernen kann, Ihm zu dienen.

Aus einem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 13.12.2010

Das Leben aus der Höhe des „10. Stockwerkes“ zu beobachten

Eine Frage, die ich erhielt: Worin besteht das Geheimnis des Lebens?!

Meine Antwort: Das Geheimnis besteht darin, die Richtung dieses Lebens vom Erhalten auf das Geben zu verändern, die „Nächstenliebe“ oder mindestens das Prinzip: „Tue dem Anderen nichts, was dir verhasst ist“, zu erreichen.

Kaum begibst du dich in die Richtung des Gebens, so wirst du deine enge Welt verlassen, in der du verschlossen bist und wie ein Roboter, entsprechend den vorbestimmten, determinierten Gesetzen funktionierst.
Denn nichts kann aus den Rahmen des Gesetzes entspringen, und nur die Verhüllung, der Mangel am Wissen, zwingt uns so zu denken.

Angenommen, ich betrachte die Welt vom 10. Stockwerk aus und sehe das folgende Bild: ein Auto biegt ab, und ein Mensch überquert die Straße, er sieht den Wagen nicht und wird überfahren.

Oder ich sehe, wie ein Mensch seinen Wagen im Halteverbot stehen lässt und ein Polizist sich dem Wagen nähert, um den Falschparker zu bestrafen.

Von oben ist das alles sichtbar, und sie da unten sehen nichts! Somit lässt die Menschen nur der Mangel am Wissen behaupten, das ein Ereignis, der reine Zufall ist. Und für mich ist es kein Zufall, weil ich im Voraus gesehen habe, wie alles miteinander verbunden war. Es ist keine Phantasie, sondern eine Art Aufklärung.

Oder wir sehen das Kind an und verstehen, was ihm folglich geschehen wird. Wir wissen es schon in voraus – und das Kind weiß es nicht, weil es ihm mangelt am Wissen über sich selbst. Deshalb gibt es keine Freiheit des Willens – es gibt nur die Unwissenheit.
Und je tiefer wir diese Welt enthüllen werden, desto mehr gefesselt fühlen wir uns. Es gibt keine Freiheit – weder im Gedanken, noch im Wunsch oder in der Handlung.

Das Einzige, was wir machen können ist die Richtung zu verändern. Dieses Paradigma, das nur auf das Erhalten gerichtet ist, ist vollkommen beschränkt.

Wir sind fähig, unsere Absicht auf das entgegen gesetzte, wie das Minus gegen das Plus, zu tauschen! Beginne zu geben, und du wirst sehen, was man dabei machen kann!

In dir gibt es schon die Wurzel des zukünftigen altruistischen Wunsches, „den Punkt im Herzen“, und du musst nur die Kraft heranziehen, die ihn folglich entwickeln wird. Darin wirst du nicht mehr eingeschränkt sein, und kannst aus deinem Ego herausgehen!
Nach der ganzen Entwicklung werden wir im Endeffekt offenbaren, dass wir in den tierischen Körper eingepflanzt sind, worin es nichts „Menschliches“, außer dem einzigen Punkt gibt! Wenn du dich nur mit deinem Körper beschäftigst, dann bist du immer noch ein Tier, und wenn du beginnst, diesen Punkt zu entwickeln, dann wirst du darin den Menschen entdecken.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“, 30.11.2010

Ratschlag -> Wundermittel -> neue Berechnung

Wir hören die Ratschläge der Kabbalisten darüber, wie wir uns in verschiedenen Fällen und Zuständen organisieren sollten, um die maximale Einwirkung des umgebenden Lichts, das uns zur Quelle zurückführt, auf uns hervorzurufen.

Deshalb führen wir alle möglichen künstlichen, materiellen, egoistischen Handlungen aus, nach dem Prinzip „Wir werden tun und wir werden hören!“ – und in diesem Fall funktionieren diese Ratschläge.

Doch zu den Handlungen des Gebens können die Kabbalisten uns nicht verpflichten. Während wir entsprechend ihren Ratschlägen mit unserem egoistischen Material arbeiten, wollen wir eine uns unbekannte Kraft des umgebenden Lichtes an uns heranziehen, damit sie auf uns einwirkt und uns zu einem neuen Zustand übergehen lässt.

Und in dem Augenblick, in dem ich mich verändere, fange ich bereits anders zu handeln an – mit einem neuen Verstand und einem neuen Herzen. Und nach einer solchen Reihenfolge gehen wir vor: „Ratschlag -> Wundermittel -> neue Berechnung“.

Deshalb soll es bei der Arbeit mit den Schülern (sowohl Erwachsenen als auch Kindern) nach solchen Beschäftigungen gesucht werden, die ein Maximum an umgebendem Licht anziehen können. Im Endeffekt wird das, was wir brauchen, herauskommen. Und wenn nicht, dann gibt es nichts, was wir dagegen tun könnten. Wir können nur um die Korrektur bitten, und MaN erheben: ich will die innere Korrektur!

Und alles, was danach kommt, ist die Folge der Einwirkung des höheren Lichts, mit der wir uns nicht beschäftigen dürfen, denn das bezieht sich auf die „Geheimnisse der höheren Lenkung“.

Wir ziehen das umgebende Licht an, während wir uns den authentischen Quellen zuwenden. Und wenn Erwachsene die Texte von Baal HaSulam lesen, dann reicht es aus, mit den Kindern eine Besprechung zu den Themen dieser Artikel durchzuführen, zum Beispiel zum Thema „Körper und Seele“, „Wahrnehmung der Realität“, „Freiheit des Willens“, sowie den Zusammenhang mit irgendeinem physikalischen oder chemischen Gesetz in unserer Welt zu besprechen, und zwar auf eine unterhaltsame, spielerische Art und Weise. Damit ziehen wir ebenfalls jenes Licht an.

Den Kindern muss die Mechanik der Veränderung eines Menschen erklärt werden, und sie nehmen das als Fakten auf und beginnen, sie anzuwenden. Sie werden sich das allmählich einprägen.

Die Arbeit mit Kindern unterscheidet sich von der Arbeit mit Erwachsenen. Es steht geschrieben, dass, wenn man ein Kind unterrichtet, es so ist, als ob man „ein leeres Blatt Papier beschreiben“ würde. Im Material eines Kindes wird alles auf eine natürliche Art und Weise so eingeprägt, dass es das von einem Erwachsenen Gehörte als Wahrheit wahrnimmt.

Das spiegelt die Beziehung zwischen Wurzeln und Zweigen wieder. Wenn wir jemanden erwachsener als uns selbst ansehen, dann nehmen wir seine Worte als offensichtliche Fakten wahr. Wir müssen uns diese kindliche Eigenschaft zunutze machen, um sie mit den richtigen Begriffen zu füllen, anstatt mit solchen, die unsere egoistische Welt in uns hineinstopft.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 29.11.2010